Montag, 24. August 2015

Feminismus im öffentlich-rechtlichen Fernsehen

Hart aber Fair Nieder mit den Ampelmännchen Deutschland im Gleichheitswahn 02 03 2015 360p [2:15:38]

Veröffentlicht am 24.08.2015
Die ARD hat eine weitere Ausstrahlung der Sendung verboten, aus der Mediathek ist sie gelöscht. Grund genug, sie zu konservieren
alter Info-Text: Veröffentlicht am 16.03.2015
Gleichstellungsgesetz, Quotenregelung, Genderforschung - bei uns wird das Verhältnis von Mann und Frau zur Staatsraison. Braucht echte Gleichberechtigung meh...
FDP-Mann im Interview: "Hart aber fair"-Kubicki: Thomallas ... Am Montagabend diskutierte FDP-Politiker Wolfgang Kubicki bei "Hart aber fair" über den Gender...
Nieder mit den Ampelmännchen - Deutschland im Gleichheitswahn?. Gleichstellungsgesetz, Quotenregelung, Genderforschung - bei uns wird das Verhältnis von Mann und Frau zur Staatsraison.
Hart aber Fair | Nieder mit den Ampelmännchen Deutschland im Gleichheitswahn | 02.03.2015

- WDR zensiert Feminismus (Konrad Hartmann-Meister, Telepolis, 23.08.2015)
Der zur ARD gehörende Westdeutsche Rundfunk hat eine Ausgabe der Talkshow "Hart aber Fair" vom 2. März 2015 aus seiner Mediathek entfernt. Weder die Auswahl der Gäste noch das Verhalten des Moderators habe der Ernsthaftigkeit des Themas entsprochen, der WDR-Rundfunkrat habe den Talk als "unseriös" bewertet.

Diese Kritik, der WDR habe Gäste der Show "anscheinend eingeladen, um Spott und Häme zu verbreiten", und die Fragen, die sie erreichten, hätten "keinen anderen Zweck, als das Thema unbeleckt jeder Fachlichkeit lächerlich zu machen", erscheint schwer nachvollziehbar. Bei einer Diskussion zum Thema Gleichstellung der Geschlechter ist es völlig normal, auch eine Feministin einzuladen. Auch Grünen-Politiker Toni Hofreiter hatte durchaus auch Vernünftiges von sich gegeben, dem Biologen ist ferner zuzutrauen, den Unterschied zwischen solider Frauenpolitik und Feminismus zu erkennen.

Der Rundfunkrat hätte respektieren müssen, dass im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, das regelmäßig Platz für Religionen und Esoterik bietet, auch Raum für feministische Weltanschauungen sein muss. Wenig überzeugend ist auch die Einlassung, die Redaktion habe zur Kenntnis nehmen müssen, "dass viele Frauen die Sendung offenbar anders empfunden haben, als sie gemeint war". Denn einerseits ist die unterschiedliche Perspektive bei ideologischen und religiösen Themen immer gegeben, zum anderen ist die Reduktion auf "Frauen" als TV-Zuschauer selbstredend sexistisch.

Zwar kann man verstehen, dass dem WDR Jahrzehnte nach Überwindung des Feminismus eine entsprechende Programmentscheidung so peinlich ist wie ProSieben seinerzeit die UFO-Show. Dennoch sind Zensur und Vertuschung für einen solchen Missgriff ein erstaunlich unsouveräner Umgang mit Meinungs- und Rundfunkfreiheit, an der nun einmal auch feministische Gemüter teilnehmen.

Deutlich eleganter verhielt sich das ZDF, als es ebenfalls einen Missgriff zu verbergen galt. So hatte die Satiresendung "Die Anstalt" selbst ihre treuesten Fans mit einer moralinsauren Feminismus-Show auf eine harte Belastungsprobe gestellt. Die misslungene Folge wurde dennoch ausgestrahlt, weil man zu Recht davon ausging, das kritische Publikum werde sich für die parallele Übertragung des Pokalspiels zwischen Bayern München und Borussia Dortmund entscheiden. Gegen den Männersport mit Spielerfrauen starb die Sendung mit 3% den Quotentod, so dass sich nicht einmal Frauenverbände für die satirisch intendierte, aber nun einmal infame Gleichsetzung ihrer Themen mit denen von Feminismus beschwerten.


siehe auch:
- Sexismus-Vorwurf im ARD-Talk: Plasbergs "hart aber fair" Sendung mit Thomalla gelöscht (21.08.2015)

Für den HAPP Hannover habe ich das Blog gebastelt. Eine Woche lang habe ich an dem Bild gebastelt, wofür Michelangelos »Erschaffung Adams« mit dem kritisch dreinblickenden »Vater« der Psychoanalyse (, der aufpaßt, daß Gott auch alles richtig macht) und dem heute bekanntesten Psychoanalytiker, Otto Kernberg, (der sich aus dem Hintergrund seine eigenen Gedanken macht) versehen wurde.

Was ich nach Fertigstellung der Seite als erstes hörte war, daß auf dem Bild zuwenig Frauen zu sehen sind. Das macht Freude!

noch ein böser Gedanke:

Ich habe den Eindruck, daß sich in deutschen Fernsehdiskussionen unangenehm oft die Teilnehmer ins Wort fallen. Bei dieser Diskussion fielen mir vor allem Frauen mit dieser Unart auf.
und noch ein Vorschlag aus dem Publikum: ein gendergerechtes Schachspiel!
Gibt’s schon:
- Kultur: Politisch korrektes Schach vorgestellt (Central-Organ, 14.07.2011)


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