Dienstag, 5. Juli 2016

IS: medienwirksames Abschlachten

Im Kampf um die Medienaufmerksamkeit werden Massenschlächtereien geplant und diszipliniert ausgeführt, wie das Video einer Überwachungskamera auf groteske Weise vor Augen führt 

In der Nacht zum Sonntag sind bei einem Terroranschlag auf ein Einkaufsviertel im von Schiiten bewohnten Stadtteil Karrada mehr als 200 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt worden, zunächst war man von 90 ausgegangen (IS sprengt 70 bis 90 Menschen in die Luft). Wie immer wurde auch dieser Anschlag quantitativ in der Hit-Liste eingetragen: als der "blutigste seit 2007" oder als schwerster in diesem Jahr. Just so denken und planen die für die Tat Verantwortlichen auch, schließlich sind Selbstmordanschläge dieser Art keine militärischen Angriffe, sondern Medienspektakel, die möglichst oben im Ranking der weltweiten Anschläge eingeordnet werden sollen. 

Anschläge sind bei aller blutigen Realität vorwiegend Propaganda – und damit angewiesen auf den Transport durch die Medien, deren Stoff wiederum just solche nichtalltäglichen Ereignisse, solche "News", sind. Medien als kollektive Aufmerksamkeitsorgane reagieren notwendig auf schlimme, plötzliche und überraschende Ereignisse. Das ist nur in einer totalitären Gesellschaft, die den gesamten Informationsraum kontrolliert, zu verhindern. Aber den Mechanismus können Terroristen immer wieder triggern, allerdings müssen steigen die "Anforderungen" zumal dann, wenn wie im Irak oder in Syrien, aber auch in Afghanistan, in Libyen oder Somalia täglich "kleinere" Selbstmordanschläge geschehen, die nur für lokales Interesse sorgen oder in Kriegsgebieten tatsächlich direkt militärische Ziele haben.
mehr:
- Pflichtbewusste IS-Mörder (Florian Rötzer, Telepolis, 05.07.2016)

Islam Sunniten und Schiiten im Glaubenskrieg Doku Deutsch 2015 [43:17]

Veröffentlicht am 10.12.2014
Islam Sunniten und Schiiten im Glaubenskrieg Doku Deutsch 2015
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Der Aufstieg des Terrors - Im Windschatten der CIA [ IS-Doku deutsch] [40:13]

Veröffentlicht am 28.10.2015
Für mehr Dokumentationen, die die Wahrheit zeigen, geht auf World War Three TV auch hier bei YouTube: https://www.youtube.com/channel/UC5P7...
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mein Kommentar:
Wenn man im Islam – ebenso wie bei uns im Christentum – die Zeitrechnung nach dem Geburtsjahr des Religionsbegründers aufbauen würde (Mohammed wurde 570-573 geboren), hätten wir nach dieser fiktiven islamischen Zeitrechnung jetzt das Jahr 1446. Man mache sich Folgendes bewußt:
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Der Hexenhammer (lateinisch Malleus maleficarum) ist ein Werk zur Legitimation der Hexenverfolgung, das der Dominikaner Heinrich Kramer (lateinisch Henricus Institoris) nach heutigem Forschungsstand im Jahre 1486 in Speyer veröffentlichte und das bis ins 17. Jahrhundert hinein in 29 Auflagen erschien.[Hexenhammer, Wikipedia]
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Angesichts dieses Beispiels und dem, was die US-Amerikaner in Nahen Osten angerichtet haben, sollten wir uns in moralischen Urteilen über das Handeln des IS zurückhalten – zumal es den IS hauptsächlich wegen der Einmischung der USA im Nahen Osten gibt!


[ab 11:35]
Gestatten Sie die Frage: Woher haben die Rebellen Geld, Waffen und Militärexperten? Woher kommt denn all das? Wie ist es zu erklären, daß diese berüchtigte sogenannte ISIS zu einer gewaltigen de facto Armeegruppierung werden konnte? Was deren finanzielle Zuströme angeht, so sind das zum heutigen Tag nicht nur Einkünfte aus dem Drogengeschäft, deren Produktion übrigens im Verlauf der Stationierung der internationalen Kräfte in Afghanistan nicht nur um ein paar Prozent, sondern um das Vielfache gestiegen ist. Das wissen wir alle. Sondern diese Finanzen resultieren auch aus dem Verkauf von Erdöl, das in Gebieten das von Terrosten kontrolliert wird, gefördert wird. Sie verkaufen es zum Spottpreis. Sie fördern und transportieren es ungehindert. Aber es gibt ja solche, die es kaufen, weiterverkaufen und daran verdienen, ohne darüber nachzudenken, daß sie damit Terroristen finanzieren, die früher oder später auch auf ihr Gebiet kommen werden. Und sie werden kommen, um die Saat des Todes in ihren Ländern auszusäen.

Und woher kommen neue Rekruten? Im Irak sind infolge des Sturzes Saddam Husseins staatliche Institutionen, einschließlich der Armee, zerstört worden. Wir haben es damals noch gesagt: Seid vorsichtig! Wohin habt ihr diese Leute vertrieben? Auf die Straße. Und was sollen sie dort machen? Vergeßt nicht: Ob es gerecht oder ungerecht war, aber sie saßen an den Hebeln eines nach regionalem Maßstab durchaus großen Staates. Und wohin treibt ihr sie? Was haben wir als Ergebnis? Zehntausende Soldaten und Offiziere, ehemalige Baath-Partei-Aktivisten, die auf die Straße gesetzt worden sind. Und sie sind es, die heute die Einheiten der Rebellenbanden auffüllen. Vielleicht ist es ja das, worin das Geheimnis der Operationsfähigkeit der ISIS besteht. Sie handeln vom militärischen Gesichtspunkt aus sehr effektiv. Wir haben es mit wirklichen Profis zu tun. Rußland hat mehrfach vor einseitigen gewaltsamen Aktionen, vor Einmischung in die Angelegenheiten souveräner Staaten, vor dem Anbandeln mit Extremisten und Radikalen gewarnt und darauf bestanden, daß man jene Gruppierung, die gegen die syrische Zentralregierung vorgeht, vor allem die ISIS, Aktivisten (?) terroristischer Organisationen sind. Und was war das Ergebnis? Es gab keine Reaktion.
Mitunter bekommt man den Eindruck, daß unsere Kollegen und Freunde ständig mit den Ergebnissen ihrer eigenen Politik kämpfen. [aus der Rede Wladimir Putins vor dem Waldai-Forum, siehe: Putin hat gesprochen! Howgh! – Die Valdai-Rede, Post, 26.10.2014] 

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