Freitag, 12. August 2016

Ausmaß der Einkommensungleichheit unterschätzt

Hans-Böckler-Stiftung geht davon aus, dass "Ausmaß der Ungleichheit insgesamt unterschätzt wird"
Eine Einkommensungleichheit, die in Deutschland höher ist als noch vor 20 Jahren, Millionen Menschen, die in Deutschland in Armut leben, und eine Wirtschaft, die durch diese Entwicklung gehemmt wird: Die Hans-Böckler-Stiftung hat sich mit der sozialen Ungleichheit in Deutschland und den sich daraus ergebenden Folgen auseinandergesetzt und relevante Quellen ausgewertet.

"Nimmt die soziale Ungleichheit in Deutschland zu? Bremst oder fördert Ungleichheit das Wachstum der Wirtschaft? Wie sollen wir mit Ungleichheit in der Zukunft umgehen?" Diesen Fragen sind Wissenschaftler des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) und des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung nachgegangen. Ihre Ergebnisse, die auf einer zusammenfassenden Auswertung bisheriger Forschungen zu dem Thema beruhen, lassen aufhorchen.

Die Einkommensungleichheit ist in Deutschland demnach heute "weit höher" als noch vor 20 Jahren. Insbesondere sei "zwischen 1999 und Mitte der 2000er Jahre ... die Ungleichverteilung der verfügbaren Haushaltseinkommen deutlich" angestiegen. Die Einkommensungleichheit habe zwar 2005 zunächst ihren Höhepunkt erreicht, worauf eine Phase folgte, in der der Anstieg sich nicht fortgesetzt habe bzw. leicht zurück gegangen sei. Allerdings: Seit 2010 steige, laut Hans-Böckler-Stiftung, die Ungleichheit wieder an und "trotz zwischenzeitlicher Erholungsphasen zeigt der langfristige Trend der Einkommensungleichheit ... nach oben". In der Eurozone ist Deutschland das Land mit der zweithöchsten Vermögensungleichheit.

mehr:
- Die Einkommensungleichheit ist in Deutschland heute "weit höher" als noch vor 20 Jahren (Marcus Klöckner, Telepolis, 08.08.2016)

Klaus-Jürgen Grün - Einkommensungleichheit - n-TV 05.12.2011 [1:33]

Veröffentlicht am 01.04.2012
Klaus-Jürgen Grün, Vizepräsident Ethikverband der Deutschen Wirtschaft e.V., am 5.12.2011 zur Einkommensungleichheit in Deutschland bei NTV.

siehe auch:
- Umverteilungskampf: Es geht zu Lasten der Mittelschicht (Daniel Stelter, Cicero, 08.06.2016)
Zitat:
Dabei lohnt es sich, tiefer zu blicken. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs und dem Eintritt Chinas in die Weltwirtschaft erhöhte sich das weltweite Arbeitskräfteangebot um mehrere hundert Millionen Menschen. Die sogenannte Globalisierung erlaubte es diesen Menschen, die Armut zu überwinden, führte jedoch zugleich zu einem intensiveren Lohnwettbewerb. In der Folge gingen Arbeitsplätze in den Industrieländern verloren und das Lohnniveau geriet unter Druck. Die zwangsläufige Folge: eine Spreizung der Lohnentwicklung.

Wer nun den Eindruck erweckt, dies einfach ändern zu können, muss entweder zu Protektionismus greifen – nicht zufällig eine offene Tendenz beider Präsidentschaftskandidaten in den USA – oder aber zu Lohnbezuschussung aus Steuermitteln. Die einfache Erhöhung von Mindestlöhnen stößt bei offenen Märkten rasch an Grenzen.
[…] 
Wer die ungleiche Vermögensentwicklung bekämpfen will, muss offensichtlich an unserem Bank- und vor allem Geldsystem ansetzen. Wir brauchen eine Begrenzung des Kreditwachstums, was aus Sicht von Politikern die unerfreuliche Nebenwirkung hat, dass man nicht mehr kurzfristig die Wirtschaft stimulieren kann. Deshalb ist es bequemer wie Piketty und Fratzscher bei den Symptomen zu bleiben und die populistische Steuerkeule zu schwingen.  
mein Kommentar:
Lohnt es sich wirklich, tiefer zu blicken? Ändern solche Erkenntnisse was?Hat hierzulande jemand das Format, das Bank- oder Geldsystem anzupacken?Hat sich jemand mit dem Hochfrequenzhandel befaßt? Oder mit der Tobin-Steuer?

siehe auch:
- Ungleichheit zu verringern, ist nicht totalitär (Jürgen Trittin, Cicero, 22.07.2016)
siehe zur Skepsis der Finanzoligarchien den Volksmassen gegenüber die Entwicklung der philodophischen Denkschulen, kurz zusammengefaßt in dem Vortrag von Rainer Mausfeld (Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht, Post, 16.07.2016)

Link zum Video: Prof. Mausfeld: Der Neoliberalismus ist das geplante endgültige Ende der Demokratie. [1:36]

Veröffentlicht am 24.04.2016
Prof Dr.Rainer Mausfeld von der Universität Kiel in der Fortsetzung seiner Vortragsreihe: "Warum schweigen die Lämmer."

Was wurde aus dem Projekt "Aufklärung"?
Der Neoliberalismus als geplantes finales Ende der Demokratie.

Hier ist der Link zum Vortrag mit verbesserter Tonqualität, den er am 22.4.16 im Dietrich-Bonhoeffer-Haus zu Aachen gehalten hat.

https://youtu.be/HefNs7Ttn2A

Noch ein Hinweis für alle, die wie ich selbst, Bild und Ton suboptimal finden.
Aber es gab nur zwei Möglichkeiten...entweder so oder garnicht.
Der Professeor liess sich leider nicht an einem Platz fixieren.
Im Raum gab es keine Verstärkeranlage und wenn eine vorhanden gewesen wäre, hätte er sie abgelehnt.
Seine "Folien", in diesem Fall ein Powerpoint-File, wollte er aus copyright-Gründen nicht aus der Hand geben.
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