Mittwoch, 16. November 2016

Die Wehrmacht im 2. WK – Dopen für den Endsieg

"Ich korrigiere den Kurs, schalte die Magneten und rücke die Sauerstoffmaske zurecht. Was würde geschehen, wenn ich einschliefe? Ob mich die anormale Fluglage wecken würde? Vielleicht hilft reiner Sauerstoff gegen die tötliche Müdigkeit.
In der Knietasche der Tropenhose steckt ein handlanger Leinenstreifen mit einem Zellophanüberzug, unter dem fünf oder sechs milchweiße Tabletten haften, groß wie Schokoladenriegel. „Pervitin“ steht auf dem Streifen. Tabletten gegen Müdigkeit, hat Dr. Sperrling gesagt. Ich öffne die Tasche und reiße erst zwei, dann drei dieser Plättchen von der Unterlage, nehme kurz die Atemmaske vom Gesicht und beginne die Tabletten zu zerkauen. Sie schmecken abscheulich bitter und sind mehlig, aber zum Nachspülen habe ich nichts. Nun werde ich hoffentlich nicht mehr einschlafen.
Der Motor läuft sauber und ruhig. [......]
Die Punkte genau voraus in gleicher Höhe sehen aus wie Lightnings oder Spitfires. Ja, es sind Spitfires! Vier – sechs – jetzt habe ich sie aus den Augen verloren. Ich bin hellwach, mein Herzschlag dröhnt in den Ohren. Warum ist der Himmel plötzlich so hell, die Augen schmerzen im hellen Licht. Wenn es Spitfires sind muß ich sie übersteigen, das ist die alte Regel, aber wie kommen Spitfires in das Seegebiet zwischen Sardinien und Sizilien? Ich kann die Helligkeit kaum ertragen; wenn ich die freie Hand schützend vor die Augen halte geht es besser. Jetzt läuft der Motor ganz laut, als ob er mit höchster Tourenzahl „überdrehen“ wollte. Aber die Instrumente zeigen doch normale Werte an? Öltemperatur, Öldruck, Kühlstofftemperatur, Drehzahl – ist die Drehzahl nicht viel zu hoch? [.....] Nun kann ich die Flugzeuge plötzlich nicht mehr ausmachen – wieso bin ich jetzt 8000 Meter hoch? Das Atmen fällt schwer und es ist sehr kalt in der Kabine. [.....] Ich kann die Augen nicht vom Höhenmesser losreißen, sie haften an dem kleinen, mit Leuchtfarbe bedeckten Zeiger, hinter dem die Buchstaben VDO sichbar sind. Nun summt der Motor gleichmäßig und ohne Schwingungen – fern, ganz fern. Es ist beinahe wie Schweigen hier oben. Alles wird unwesentlich und abstrakt. Entrückt, als ob ich selbst über meinem Flugzeug flöge. [....]
Später treffe ich auf Dr. Sperrling und frage ihn ihn beiläufig, was für ein „Mistzeug“ dieses Pervitin eigentlich sei, und ob man nicht besser die Flugzeugführer davor warnen solle? Als er erfährt, daß ich gleich drei Tabletten genommen habe, fällt er fast in Ohnmacht und verbietet mir für den Rest des Tages, „ein Flugzeug auch nur von außen anzufassen“." [Johannes Steinhoff, „Die Strasse von Messina“, List Verlag, München 1969, S. 173-174, zit. von Baldrick im Thread Aufputschmittel für Kampfflieger... , Forum der Wehrmacht, 18.04.2008]

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Methamphetamin (N-methyl-alpha-Methylphenethylamin), auch Metamfetamin oder N-Methylamphetamin (früher auch Pervitin) genannt, ist eine synthetisch hergestellte Substanz aus der Stoffgruppe der Phenylethylamine. Methamphetamin wird sowohl in der Pharmazie als Arzneistoff als auch missbräuchlich als euphorisierende und stimulierende Droge(umgangssprachlich Crystal MethMeth oder Crystal) verwendet.
[…]
Insbesondere während der Blitzkriege gegen Polen und Frankreich 1939/40 fand Methamphetamin millionenfache Verwendung. Unter den Spitznamen PanzerschokoladeStuka-TablettenHermann-Göring-Pillen und Fliegermarzipan diente das Mittel zur Dämpfung des Angstgefühls sowie zur Steigerung der Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit bei Soldaten, Fahrzeugführern und Piloten.[16]
In der Zeit von April bis Juni 1940 bezog die Wehrmachtmehr als 35 Millionen Tabletten Pervitin. Der damalige Reichsgesundheitsführer Leonardo Contimeinte am 19. März 1940 in seiner Rede vor dem NSD-Ärztebund im Berliner Rathaus[17]:
Wer Ermüdung mit Pervitin beseitigen will, der kann sicher sein, dass der Zusammenbruch seiner Leistungsfähigkeit eines Tages kommen muss. Dass das Mittel einmal gegen Müdigkeit für einen Hochleistungsflieger, der noch zwei Stunden fliegen muss, angewendet werden darf, ist wohl richtig. Es darf aber nicht angewendet werden bei jedem Ermüdungszustand, der in Wirklichkeit nur durch Schlaf ausgeglichen werden kann. Das muss uns als Ärzten ohne weiteres einleuchten.
Als dann am 25. Oktober 1940 in der Münchener Medizinischen Wochenschrift (MMW) ein Beitrag erschien, in dem Pervitin für beinahe alles von See- und Bergkrankheit und verzögerter Rekonvaleszenz bis hin zu organischen Hirn- und Rückenmarkstörungen empfohlen wurde, sah sich die Reichsgesundheitsführung veranlasst, den Psychiater Ernst Speer als bekannten Kritiker des Medikaments mit einer Gegendarstellung zu berufen, die ebenfalls in der MMW erschien.[18][19]
Ab Mitte 1941 war das Medikament durch das geänderte Reichsopiumgesetz nicht mehr frei, sondern nur noch auf Rezept erhältlich. Dadurch reduzierte sich der Einsatz der Droge merklich.[20]
Die US-amerikanischen Psychiater Leonard und Renate Heston vermuten aufgrund einer nachträglichen Analyse von Adolf Hitlers Gesundheitsakten, dass Hitler spätestens seit 1942 pervitinabhängig gewesen sei.[21] Der Autor Norman Ohler legt im Buch Der totale Rausch. Drogen im Dritten Reich[22] mit der Analyse der Aufzeichnungen von Theodor Morell, Leibarzt von Hitler ab 1936, Indizien für regelmäßigen Drogenkonsum (darunter Pervitin) von Hitler vor, aber auch dass der gesundheitlich angeschlagene tschechoslowakische Präsident Emil Hacha in der Reichskanzlei erst nach einer massiv aufputschenden Spritze die Kapitulation unterschreiben konnte.[23] Allerdings wurden diese Thesen aufgrund der ungenauen Quellenlage des Buches u. a. von der Wochenzeitung Die Zeit kritisiert.[24] [Methamphetamin, Verwendung im Zweiten Weltkrieg, Wikipedia, abgerufen am 16.11.2016]
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Die Wunderpille der Wehrmacht [43:43]

Veröffentlicht am 18.08.2014
Der Dokumentarfilm "Die Wunderpille der Wehrmacht" deckt eines der größten Tabus der deutschen Militärgeschichte auf: die Rolle leistungsfördernder Arzneimittel von der NS-Zeit bis in die Gegenwart.

In den USA und Japan forscht man seit den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts an der Entwicklung von Amphetaminen, doch die Herstellung ist schwierig. In Deutschland sind es die Berliner Temmler-Werke, die in den 30er Jahren ihre Anstrengungen auf diesem Gebiet verstärken. 1937 gelingt dem Temmler-Chemiker Fritz Hauschild der Durchbruch: Er entdeckt ein besonders effektives Amphetamin: Das Methylamphetamin, das die Firma Temmler noch im gleichen Jahr unter dem Namen "Pervitin" auf den Markt bringt.

Ein Experte: Der Blitzkrieg war amphetamingesteuert! In grausamen Menschenversuchen an KZ-Häftlingen wird die richtige Dosierung getestet. Übermüdete Kindersoldaten, die tagsüber die Schule und nachts an der Flak bestehen müssen, bekommen Pervitin auf Befehl. In den Ein-Mann-Torpedos der deutschen Marine ist das Weckmittel fest eingeplant. Trotz gravierender Nebenwirkungen und erheblicher Suchtgefahr gehört Pervitin auch nach dem Krieg zur Ausrüstung der Bundeswehr und NVA. Es ist die Geschichte eines ungebrochenen Erfolges.

Drogen im Krieg[DOKU Deutsch] [58:56]

GeileDokus Veröffentlicht am 17.04.2015 
Damit Soldaten berechenbar sind, kommen schon seit langem in jedem Krieg Drogen zum Einsatz, die aus gewöhnlichen jungen Männern Kampfmaschinen machen. Ein Thema, über das nicht gerne geredet wird. scobel hinterfragt daher diesmal die Rolle von Drogen bei Kriegseinsätzen. __________________________________________ Dies ist ein offizieller Qualitäts- Kanal des DokuNet. http://dokunet.org/ Facebook: http://www.facebook.com/GeileDokus $ Jetzt GELD VERDIENEN und bei DokuNet mitmachen § http://dokunet.org/mitmachen/bewerben Weitere coole Seiten und Co.: IUSCrackingChannel: http://adf.ly/dj5io CrackingChannel: http://adf.ly/a7X46 IUSHackingChannel: http://adf.ly/dj54B HackingChannel: http://adf.ly/dj5sy GeileDokus: http://adf.ly/dj5nc Adfly: http://adf.ly/?id=5634164

siehe auch:
- Das Dritte Reich und die Drogen (Konstantin Sakkas, MisterDarcysBlog, 19.01.2016)
- Doku : Drogenkonsum im Dritten Reich (Thread Pervitin, Flugzeugforum, 09.03.2015)
- Der Fall Wilhelm Reich (Post, 15.09.2013)
- Berauscht in die Schlacht (Andreas Ulrich, Spiegel, 30.03.2005)
- „Wie ein Peitschenschlag aufs Gehirn“ (Spiegel, 22.06.1987)
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