Mittwoch, 26. April 2017

Moral als Speerspitze des Imperialismus oder Was nicht ins Narrativ paßt, wird durch Etikettierung »weggemacht«

Ein Kommentar zum Umgang großer Medien mit einem kritischen Autor
Das Urteil der führenden Medien ist vollstreckt: Michael Lüders, der Nahostexperte und Buchautor, ist umstritten. Umstritten, weil er bei Markus Lanz eine Aussage getätigt hat, die falsch war. Umstritten, weil er des Weiteren davon gesprochen hat, dass der Einsatz von Giftgas in der syrischen Ortschaft Ghouta im August 2013 mit "sehr hoher Wahrscheinlichkeit" ein "Angriff unter falscher Flagge" war.

Die Art und Weise, wie führende Medien mit Lüders umgehen, zeigt deutlich: Ein Teil der Presse weigert sich von ihrer Fähigkeit Gebrauch zu machen, Themen den journalistischen Standards entsprechend einzuordnen und zu gewichten.

Zwei Personen nehmen an Talkshows teil. Der eine ist ein Buchautor, die andere Bundesverteidigungsministerin. Der Buchautor ordnet bei "Markus Lanz" einen Sachverhalt sprachlich nicht korrekt ein, die Bundesverteidigungsministerin betont bei "Anne Will", ein UN-Bericht zu dem Einsatz des Giftgases im Jahr 2013 in Syrien habe die Schuldfrage geklärt.

Die Äußerungen des Buchautors führen zu reichlich Nervosität in den Reihen der großen Medien. Rasch legen sie fest: Wer Michael Lüders als ernstzunehmendes Medium von nun an zitieren möchte, sollte am besten immer das Adjektiv "umstritten" anführen (und, falls der Platz ausreicht, erwähnen, dass er "ergraut" ist).

Die Falschaussage von Ursula von der Leyen, also einer Person, die eines der höchsten politischen Ämter dieses Landes innehat, ist in der Medienberichterstattung allenfalls eine Marginale.

mehr:
- Urteil vollstreckt: Michael Lüders ist "umstritten" (Marcus Klöckner, Telepolis, 25.04.2017)

Michael Lüders zur US-Politik: A.Denison: "Ich möchte das nicht hören" {4:22}

Veröffentlicht am 11.09.2015
Exodus aus Syrien - Versagt der Westen? - phoenix Runde vom 10.09.2015
Michael Lüders:http://x2t.com/398753
Andrew Denison:http://x2t.com/398752
#usa #krieg #terror #kriegsverbrecher #bush #obama #denison  #terrormanagement #irak #afghanistan#syrien #libyen #amerika  #lüders #flüchtlinge #migranten
Ganze Sendung und Quelle hier: http://x2t.com/398751

Michael Lüders und die Anstalt {14:02}

Veröffentlicht am 28.09.2015
Michael Lüders und die Anstalt zum wahren Grund des Islamischen Staates!

zum Sturz von Mossadegh siehe auch:
- »Der größte Einzelerfolg der CIA« (Post, 01.05.2012)
Putin hat gesprochen! Howgh! (Post, 26.10.2014, mit Putins Rede auf dem Waldai-Forum 2014)
Ich werde nicht müde mich dessen zu wundern, wie unsere Partner, Mal ums Mal, wie man bei uns in Rußland zu sagen pflegt, auf ein und dieselbe Harke treten. Das heißt: immer wieder dieselben Fehler begehen. Seinerzeit sponserten sie extremistische islamistische Bewegungen für den Kampf gegen die Sowjetunion, und in Afghanistan haben diese ihre Abhärtung bekommen. Daraus entstanden sowohl die Taliban als auch die Al-Kaida. Der Westen hat, wenn diese schon nicht unterstützt, so doch mindestens seine Augen davor verschlossen. Und ich würde sagen, er hat den Einfall internationaler Terroristen nach Rußland und in die Länder Zentralasiens tatkräftig, informationsmäßig, politisch und finanziell unterstützt. Das haben wir nicht vergessen. [aus Putins Rede vor dem Waldai-Forum, Oktober 2010 ]

SYRIEN - Giftgas - Michael Lüders, Politik u. Islamwissenschaftler, bei Beckmann {11:34}

Veröffentlicht am 01.09.2013
AntikriegTV 2

Antikrieg TV http://www.antikrieg.tv
http://www.facebook.com/antikriegtv

ANTIKRIEG.TV Deutschsprachige Medienbeiträge sowie ins Deutsche übersetzte, ausgewählte Beiträge z.B. von Democracy Now (USA), Russia Today, Telesur (Lateinamerika)
Gleichzeitig empfehlen und verweisen wir auf deutschsprachige Nachrichtenseiten, wie Weltnetz.TV, Kontext TV, Hintergrund, Junge Welt, Nachdenkseiten und Beitrage der Occupy Bewegung


zu den Giftgas-Angriffen in Syrien:
1. Ghuta, 21. August 2013

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Die Giftgasangriffe von Ghuta vom 21. August 2013 sind eine Reihe von Giftgasangriffen, die im Verlauf des syrischen Bürgerkriegs in der Region Ghuta östlich von Damaskus stattgefunden haben. Eine UNO-Untersuchung vor Ort wies den Einsatz des chemischen Kampfstoffs Sarin in hoch konzentrierter Form nach, der mittels Boden-Boden-Raketen verschossen wurde.[1][2][3] Unterschiedlichen Angaben zufolge starben dabei 281,[4] 355,[5] 1429[6] oder 1729[7] Menschen. Einige tausend Personen sollen mit neurotoxischen Reaktionen in die Krankenhäuser eingeliefert worden sein.[5] Welche Bürgerkriegspartei für den Giftgasangriff verantwortlich ist, ist nach wie vor umstritten.
Nachdem die USA verlauten ließen, im Besitz von geheimdienstlichen Beweisen für die Schuld der syrischen Regierung an dem Giftgaseinsatz zu sein, bezweifelte Russlands Präsident Wladimir Putin die Existenz derartiger Beweise. Er warnte die USA vor einem Militärschlag und forderte sie dazu auf die Beweise der UN vorzulegen.[61] Unterdessen sprach sich das britische Unterhaus am 29. August in einer Abstimmung gegen eine militärische Intervention aus.  [Giftgasangriffe von Ghuta, Folgen, Wikipedia, abgerufen am 29.04.2017]
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"Wir haben dem Assad-Regime und den anderen Akteuren deutlich gesagt, dass eine rote Linie überschritten würde, wenn Chemiewaffen eingesetzt würden", erklärte Obama bei einer Pressekonferenz am 20. August 2012. Sollte Syriens Machthaber Giftgas einsetzen, hätte dies "enorme Konsequenzen", so Obama. Vielleicht lag es am damals nahenden Duell mit dem Republikaner Mitt Romney, dass dem sonst so sprachversierten Präsidenten nicht ganz klar war, welch klares Bild er mit der "roten Linie" zeichnete - und welche Erwartungen er damit auslöste.
Ein Jahr später blickt die Welt schockiert auf die Bilder und Videos aus Syrien, die die Opfer eines brutalen Angriffs mit noch unbekannten Kampfstoffen zeigen sollen. Die Opposition wirft dem Assad-Regime vor, Giftgas eingesetzt zu haben und so 1300 Menschen getötet zu haben. [Matthias Kolb, Giftgaseinsatz in Syrien: Auf der roten Linie, Süddeutsche Zeitung, 22.08.2013]

2. Chan Scheichun, April 2017

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Die USA, Frankreich, Großbritannien, Deutschland und andere Länder machen die syrische Regierung verantwortlich,[9] während der Generalsekretär der Vereinten Nationen António Guterres sich weitaus zurückhaltender äußerte.[9] Der Vorsitzende der UNO-Kommission zur Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen in Syrien, Paulo Sérgio Pinheiro, teilte mit, dass die Urheberschaft von Luftangriff und Giftgaseinsatz sowie deren Zusammenhang miteinander noch ungeklärt seien.[13] Allerdings hatte das Regime in diesem Jahr laut derselben Quelle bereits fünf Mal Giftgas eingesetzt, auch wenn es sich dabei um Chlor gehandelt hatte.[14]
Sowohl die Regierung in Damaskus als auch Russlands Präsident Putin bestritten eine Schuld des syrischen Militärs für den Giftgaseinsatz. Syriens Außenminister Walid al-Muallim erklärte, die syrische Armee habe nie Chemiewaffen gegen das eigene Volk eingesetzt und werde das auch weiterhin nicht tun.[15] Syriens Präsident Baschar al-Assad bezeichnete den Chemiewaffenangriff als zu „hundert Prozent konstruiert“.[16] Die Vorwürfe eines Chemiewaffeneinsatzes durch seinen Verbündeten Assad wies Russland als unlogisch zurück, dieser habe in seiner Lage überhaupt kein Interesse daran, mit Giftgas zu provozieren, schließlich entwickle sich der Kampf mit konventionellen Waffen zu seinen Gunsten.[17]
Russlands Stimme im UNO-Sicherheitsrat verhinderte eine Verurteilung Syriens für den Giftgas-Einsatz gegen die eigene Bevölkerung.[18] Die UNO stellten in einem Briefing am 5. April 2017 die Verantwortung für den Angriff als ungeklärt dar.[19]
Bereits 2013 wurde das von Aufständischen gehaltene Ghuta mit Sarin angegriffen; die Urheberschaft ist bis heute umstritten.[20] [Giftgasvorfall im April 2017 in Syrien, Urheberschaft, Wikipedia, abgerufen am 29.04.2017]
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- Putin spricht von geplanten Provokationen mit Chemiewaffen in Syrien (Florian Rötzer, Telepolis, 11.04.2017)
- Giftgas: Interessierte Kreise in den USA wollen Konflikt mit Russland verschärfen (Florian Rötzer, Telepolis, 11.04.2017)
- Syrien: Realpolitik und Widerlegung der abgehobenen Narrative (Thomas Pany, Telepolis, 12.04.2017)
- Giftgas-Angriff in Chan Scheichun: Die Fakten des Weißen Hauses sind keine (Thomas Pany, Telepolis, 13.04.2017)

mein Kommentar:
Das hat mich auch gewundert:
Wieso sollte Assad so blöde sein, 

1. fast auf den Tag genau (Ghuta: 21.08.2013) ein Jahr nach Obamas Warnung (20. August 2012) vor dem Überschreiten einer roten Linie
und dann auch noch
2. wenige Tage (Chan Scheichun: 04.04.2017) nach der Erklärung der amerikanischen UN-Botschafterin (30.03.2017), der Sturz Assads sein nicht mehr vordringliches Ziel der USA im Syrien-Konflikt, 
tatsächlich Giftgas zu  verwenden? 
Da muß man doch wirklich an False Flag denken!
(öfters mal fragen: cui bono?)


Wer den Wind sät… Was westliche Politik im Orient anrichtet | Michael Lüders | SWR Tele-Akademie {1:11:04}


Veröffentlicht am 15.04.2015
http://www.tele-akademie.de - (ungeschnittene Orginalversion) Beginnend mit dem inszenierten Putsch gegen die Regierung von Mossadegh 1953 analysiert Michael Lüders die Folgen westlicher Politik in der arabisch-islamischen Welt

Putin zur Eskalation in Syrien auf deutsch {2:50}

Veröffentlicht am 11.04.2017
Nach einer Pressekonferenz mit dem italienischen Präsidenten im Kreml Moskau wurde Putin nach einem Statement zur aktuellen Eskalation in Syrien befragt: Dem US-Luftangriff auf Regierungstruppen in Folge eines mutmaßlichen und umstrittenen Giftgaseinsatz.

Putin hatte für den Journalisten eine wirklich umfassende Antwort mit seiner Auffassung zu dem Luftangriff, Donald Trumps Beweggründen, dem Applaus und "Verständnis" der Verbündeten der USA und was er für besser halten würde. Bei uns wie immer in Übersetzung des Originalmanuskripts des Kreml.

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Was ich gelernt habe:
Genauso, wie der symmetrische Einsturz des WTC 7 (mit einer fußballfeldgroßen Gundfläche) an eine kontrollierte Sprengung denken lassen muß (bewiesen ist bisher nichts!) muß das ständige »humanitäre« Intervenieren [Josef Joffe brachte es auf den Punkt: „Die humanistische Pflicht hat über das Völkerrecht triumphiert.“[#16. Zeit-Matinee vom 9.3.2014.# zitiert in »Daniela Dahn, »Frieden muss gestiftet werden. Exempel Kosovokrieg oder: das Völkerrecht als Gegner« – Hervorhebung von mir], gefolgt von staatlichem und menschlichen Chaos an imperialistische Interessen denken lassen. Und wir sollten uns alle überlegen, ob unsere naive emotionale Aufgewühltheit nicht doch Interessengruppen in die Hände spielt, mit denen wir nichts zu tun haben wollen.

Siehe dazu auch:

- Abschied vom Menschenrechtsimperialismus? (Detlef Buchsbaum, Telepolis, 13.05.2017)
- Frieden muss gestiftet werden – Europas Sündenfall: der Kosovo-Krieg (Post, 24.11.2014)
- Hardeep Singh Puri: Moralische Hysterie, missionarische Außenpolitik und falsche Kriege (Post, 24.07.2017; Zitat Hardeep Singh Puri:)
»Der Westen besitzt keine Mittel, um zu entscheiden, was ein Kerninteresse ist. Eure politischen Führungen fallen einem emotionalisierten Journalismus zum Opfer. […] Die aufstrebenden, sich entwickelnden Länder sind bescheidener, sie haben niemals im internationalen System Macht ausgeübt – wenn man dagegen Macht hat, besteht die Gefahr von Hybris.«
   - Der Ukraine-Konflikt 3 – Westliche Naivität oder westliche Machtpolitik? (Post, 25.04.2014, mit den Reden Putins vor dem Deutschen Bundestag am 25.09.2001 und vor der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2007)
»Ich habe [den italienischen Verteidigungsminister] so verstanden, dass die Anwendung von Gewalt nur dann als legitim gilt, wenn sie auf der Grundlage einer Entscheidung der NATO, der EU oder der UNO basiert. Wenn er das tatsächlich meint, dann haben wir verschiedene Standpunkte. Oder ich habe mich verhört. Legitim ist eine Anwendung von Gewalt nur dann zu nennen, wenn ihr ein UNO-Beschluss zu Grunde liegt. Und man darf die UNO nicht durch die NATO oder die EU ersetzen.« [aus Putins Rede vor der Münchner Sicherheitskonferenz 2007]




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