Freitag, 26. Mai 2017

Leaks: Die Spur führt wie erwartet nach Russland.

Das kanadische Citizen Lab hat einen ausführlichen Bericht veröffentlicht, wie Dokumente gefälscht werden, um russlandkritische Journalisten oder russische Oppositionspolitiker zu diskreditieren. Die Spur führt wie erwartet nach Russland. 

Mit dem Report Tainted Leaks: Disinformation and Phishing With a Russian Nexus haben die Forscher des Citizen Lab eine ausführliche Analyse vorgelegt, wie Dokumente gefälscht und anschließend als "verpestete Leaks" in Umlauf gebracht werden. Auf diese Weise sollen kritische Journalisten oder Oppositionspolitiker in Russland angeschwärzt werden. Die Urheber dieser Taktik sollen gemäß Citizen Lab russische Verbindungen haben. Einen direkten Beweis haben die Forscher jedoch nicht gefunden.

Ausgehend vom Fall des US-amerikanischen Journalisten David Satter konnten die Forscher von Citizen Lab analysieren, wie mit verpesteten Leaks gearbeitet wird. Satter hatte bei einem Phishing-Angriff mit gefälschten Sicherheits-Alerts sein Gmail-Passwort "erneuert" und damit den Angreifern sein Postfach geöffnet. Diese holten sich dann Dokumente aus seinen Recherchebeständen, fälschten sie und gaben diese Fälschungen in Umlauf. Neben Satter sollen nach Angaben von Citizen Lab rund 200 Politiker, Aktivisten und Militärs in 39 Staaten von solchen Phishing-Versuchen betroffen sein. In wie vielen Fällen die Phishing-Attacken erfolgreich waren, ist nicht bekannt.

mehr:
- Citizen Lab analysiert "verpestete Leaks" (Detlef Borchers, heise News, 25.05.2017)

siehe auch:
- Brisante Durchstechereien: USA leakten Namen des Manchester-Täters (Gudula Hörr, n-tv, 24.05.2017)
- US-Geheimdienste sind zu Leakerdiensten geworden (Florian Rötzer, Telepolis, 26.05.2017)

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