Freitag, 5. Mai 2017

„Unser Reichtum hat auch Schattenseiten“

Der 5. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung ist nicht nur in der Großen Koalition umstritten. Ganze Passagen wurden vor der Veröffentlichung umformuliert oder gestrichen. Armutsforscher Christoph Butterwegge nimmt zu den zentralen Kritikpunkten Stellung 

Herr Butterwegge, die Veröffentlichung des 5. Armuts- und Reichtumsberichts hat sich lange hingezogen. Offenbar gab es Meinungsverschiedenheiten in der Großen Koalition. Worum ging es da genau? 
Das betraf vor allem drei Streitpunkte: Erstens, ob zumindest ein sehr Reicher politisch einflussreicher ist als ein Armer. Dies ist eigentlich eine Banalität. Das entsprechende Unterkapitel über Lobbytätigkeiten wurde trotzdem aufgrund der Intervention des Kanzleramtes und des Finanzministeriums gestrichen. Der zweite Punkt betraf das, was als „Krise der politischen Repräsentation“ bezeichnet wird. Gemeint ist, dass sich sozial Benachteiligte resigniert aus dem öffentlichen Raum zurückziehen und sich kaum noch an politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen beteiligen. Das kann man festmachen an den Wahlbeteiligungen, die in Nobelquartieren bei Bundestagswahlen um fast 40 Prozentpunkte höher liegen als in „sozialen Brennpunkten“, wie abgehängte Stadtteile despektierlich genannt werden. Diesbezügliche Ergebnisse einer Untersuchung wurden zwar nicht entfernt, aber sehr stark zusammengestrichen. Der dritte Aspekt hat in der öffentlichen Diskussion weniger eine Rolle gespielt, ist aber auch nicht uninteressant: Es gab es in der Ursprungsfassung des Berichts die Feststellung, dass große soziale Ungleichheit das Wirtschaftswachstum und den Wohlstand einer Gesellschaft beeinträchtigt. Nach der Überarbeitung dieser Passage war bloß noch die Rede davon, dass die These umstritten und empirisch nicht erwiesen sei.
mehr:
- Soziale Ungerechtigkeit: „Unser Reichtum hat auch Schattenseiten“ (Lena Guntenhöner im Interview mit Christoph Butterwege, Cicero, 21.04.2017)

Juli 2016: Georg Schramm: Der Kernkonflikt unserer Zeit #habgier #arm #reich #krieg {7:38}

Veröffentlicht am 31.07.2016
Juli 2016: Georg Schramm: Habgier das Böse unserer Zeit. #habgier #macht #schramm #arm #reich#krieg
60 Jahre Lach- und Schießgesellschaft - Bayerischer Rundfunk: http://x2t.com/460657

Buffett: 'The extreme rich are clearly winning' {2:38}

Veröffentlicht am 01.04.2015
Billionaire Warren Buffett says he doesn't 'see any real weakness in the economy' but says that while the rich have done very well, everyone else has 'done ok'.

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