Samstag, 6. Mai 2017

Vor 20 Jahren - Mai 1997: Sturz von Präsident Mobutu in Zaire

König der Kleptokraten 

Mit westlicher Hilfe errichtete er eine der korruptesten und am längsten bestehenden Diktaturen Afrikas. Joseph-Désiré Mobutu (1930 bis 1997), Offizier der belgischen Kongo-Armee, stieg nach der Unabhängigkeit Kongos 1960 im Regierungsapparat auf. Er nutzte die Rivalität unter den Spitzenpolitikern und putschte sich im November 1965 an die Macht. Mit äußerster Brutalität hielt er das Land zusammen und vernichtete alle Kritiker – einige ließ er den Krokodilen vorwerfen. Als Antikommunist strich er üppige Hilfsgelder, insbesondere aus den USA, ein. Der Präsident und sein Clan bereicherten sich maßlos (»Kleptokratie«). 

Mobutu Sese Seko bei einer Pressekonferenz vor seinem Sturz im Mai 1997;
der Diktator Zaires trug gern Mützen aus Leopardenfell

1971 ließ der mit Leopardenfellmütze und Fliegenwedel auftretende Autokrat sein Land in Zaire und seinen Namen in Mobutu Sese Seko Kuku Ngebendu wa za Banga »der Krieger (oder Hahn), der von Eroberung zu Eroberung schreitet, ohne Angst zu haben« umbenennen. In einem bizarren Personenkult kündigten Ausrufer hymnisch von seiner kriegerischen und sexuellen Potenz. 

Nach dem Ende des Ost-West-Konflikts rückten die westlichen Verbündeten von Mobutu ab. Rebellengruppen gewannen an Boden und eroberten im Mai 1997 die Hauptstadt Kinshasa. Der bereits schwer kranke Präsident floh mit seinen Ehefrauen und Schätzen nach Marokko, wo er im September seinem Krebsleiden erlag. 
 Harenberg - Abenteuer Geschichte 2017

Peter Scholl-Latour - Afrikanische Totenklage - Globalisierung - Doku Teil3von9 {9:49}
Hochgeladen am 18.09.2009

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