Mittwoch, 12. März 2008

Monsanto, mit Gift und Genen

Dokumentarfilm, Frankreich 2007, ARTE F, Synchronfassung, Erstausstrahlung
Regie: Marie-Monique Robin

Der Dokumentarfilm erkundet das Reich des US-amerikanischen Konzerns "Monsanto Chemical Works", dem weltweiten Marktführer für Biotechnologie. Dem Engagement auf diesem Gebiet verdankt "Monsanto" auch, dass es zum umstrittensten Unternehmen des modernen Industriezeitalters wurde, stellte es doch das im Vietnamkrieg zu trauriger Berühmtheit gelangte Herbizid "Agent Orange" her. Heute sind 90 Prozent der angebauten gentechnisch veränderten Organismen "Monsanto"-Patente. Diesen Umstand halten viele für bedenklich.

Das 1901 in St. Louis im US-Staat Missouri gegründete Unternehmen "Monsanto Chemical Works" war im 20. Jahrhundert weltweit eines der größten Chemieunternehmen, bevor es zum mächtigen Agrochemiekonzern wurde. In der Vergangenheit machte "Monsanto" mehrfach von sich reden. Das Unternehmen produzierte das im Vietnamkrieg zu trauriger Berühmtheit gelangte Herbizid Agent Orange, das heute als chemischer Kampfstoff klassifiziert ist. Zur Produktpalette gehört ferner der umstrittene Süßstoff Aspartam, das Wachstumshormon rBST zur Steigerung der Milchleistung von Rindern sowie die in der Industrie häufig verwendete Substanz PCB, die in Deutschland unter dem Namen Clophen bekannt ist und seit Beginn der 80er Jahre als hochgiftig eingestuft wird.

Heute ist "Monsanto" weltweiter Marktführer auf dem Gebiet der Biotechnologie. 90 Prozent der heute derzeit angebauten gentechnisch veränderten Organismen, unter anderem Soja, Raps, Mais und Baumwolle, sind "Monsanto"-Patente. Und über kurz oder lang scheint das Unternehmen die gesamte Nahrungsmittelkette zu kontrollieren. Überall auf der Welt gibt es mittlerweile transgene Organismen von "Monsanto". Aber noch nie hat ein agro-industrielles Patent so sehr die Gemüter erhitzt. Der Dokumentarfilm fragt nach den Gründen für die Aufregung und erklärt, worum es bei gentechnisch veränderten Organismen überhaupt geht. Am Ende steht die Frage, ob "Monsanto"-Produkte Fluch oder Segen für die Menschheit sind.




Der Dokumentarfilm stützt sich auf bisher unveröffentlichte Dokumente und auf Stellungnahmen von Wissenschaftlern, Vertretern von Bürgerinitiativen, Geschädigten, Rechtsanwälten, Politikern sowie Vertretern der staatlichen Food and Drug Administration (FDA).



Die mit dem angesehenen Journalistenpreis "Albert Londres" ausgezeichnete Regisseurin Marie-Monique Robin hat drei Jahre in Nord- und Südamerika sowie in Europa und Asien recherchiert. Sie hat mit Bauern in Indien, Mexiko und Paraguay gesprochen, um die Geschichte des heute vielleicht mächtigsten Samenherstellers der Welt zu rekonstruieren. Dabei zeichnete sich hinter dem von den Werbekampagnen bedienten Image des sauberen und umweltfreundlichen Konzerns eine gnadenlos nach Marktführerschaft strebende Unternehmenspolitik ab.
(Ankündigungstext bei Arte)



Interview mit der Regisseurin

Marie-Monique Robin ist Autorin und Regisseurin des Films Monsanto, mit Gift und Genen.

Marie-Monique Robin hat uns am 30. Januar 2008 empfangen. Die gebürtige Französin, die vier Jahre in Deutschland lebte, beantwortete uns einige Fragen auf Deutsch.






Das vollständige Interview als Text-Version:


Was hat Sie zu dieser umfangreichen Untersuchung veranlasst?
Ich habe drei Dokumentationen über die Artenvielfalt und ihren ärgsten Feind, die Patentierung von Lebewesen oder Teilen derselben, gemacht. Das hat mich früher schon einmal nach Indien und Amerika geführt. (…) Jedes Mal schwebte über allem der Name Monsanto wie ein böser Geist. Ich hatte von den Auswirkungen des Herbizids „Agent Orange“ gehört, das im Vietnamkrieg von der US-Armee eingesetzt wurde; ich wusste auch, dass Monsanto weltweit die Macht über das Saatgut übernehmen möchte und dass über GMO heftig gestritten wird. Ich hatte damals noch keine Meinung zum Thema genmani-pulierte Organismen, abgesehen davon, dass ich nicht dazu neige, mich kritiklos auf etwas einzulassen. Für mich als Tochter eines Landwirts bleibt eine Pflanze eine Pflanze, auch wenn sie gentechnisch verändert ist. Aber dieser US-Multikonzern hat mich neugierig gemacht, und ich habe angefangen, im Internet zu recherchieren, wie es in der Dokumentation auch gezeigt wird. Alle Informationen waren in Reichweite, in diesem Fall in siebenmillionenfacher Ausführung, ich brauchte sie nur geduldig zu sammeln und wie ein Puzzle zusammenzusetzen. Denn Monsanto ist eins der umstrittensten Unternehmen der Industriebranche. Meine Recherche ergab viele Überraschungen. Meine größte Entdeckung war, dass die weltweite massenhafte Verbreitung der GMO aufgrund von Manipulation, ja von Intrigen möglich war. Die GMO kamen auf den Markt, ohne dass sie irgendeinem ernstzunehmenden wissenschaftlichen Test unterzogen worden wären. Die Zulassung geschah aus rein politischen Gründen. Das hat der Sprecher der Food and Drug Administration (FDA), James Maryanski, vor laufender Kamera auch zugegeben.

Wie haben Sie angesichts dieser ungeheuren Masse an Informationen ausgewählt?
Das hat 3 Jahre gedauert. Ich musste zuerst die Quellen und dann den Wahrheitsgehalt der über tausend Seiten prüfen, insbesondere all der Dokumente, die im Anschluss an die verschiedenen Monsanto-Prozesse freigegeben und ins Internet gestellt wurden. Ich habe Nächte lang das Internet durchforstet. Dann musste ich geeignete Ansprechpartner finden und sie vor allem zum Reden bringen. Schließlich musste ich den komplexen Stoff leicht verständlich zusammenfassen. Am schwierigsten war es, eine allgemein-verständliche Darstellung zu finden. Ich wollte wirklich etwas für das breite Publikum schaffen, was aber nicht heißt, dass man beim Niveau Abstriche macht. Ich wollte auf einfache Weise auf eine schwierige Problematik aufmerksam machen. Anfangs hatte ich große Vorbehalte, selbst in der Dokumentation zu erscheinen. Aber meine Cutterin, Françoise Boulègue, hat mich dann überzeugt, dass meine Präsenz und mein Kommentar das beste Mittel sind, alle Puzzleteile zusammenzufügen. Im Übrigen weisen wir klar darauf hin – und das tun wir auch zu unserem Schutz -, dass jeder zu all unseren Informationen freien Zugang im Internet hat. Mein Anwalt William Bourdon und ich haben alle erdenklichen Vorkehrungen getroffen, aber ein Unternehmen, das dazu in der Lage ist, amerikanische und europäische Regulierungsinstanzen zu manipulieren, Journalisten und Forscher zu entlassen, missliebige Unter-suchungen abzubrechen, das kann durchaus über Waffen verfügen, die wir nicht bedacht haben.

Sie wollten Vertreter von Monsanto treffen, die haben sich aber geweigert.
Ja, aber sie haben es sich lange überlegt. Ich selbst wollte nicht den Weg nach Saint-Louis machen, um dann auf irgendeinen Angestellten aus der Presseabteilung zu treffen. Ich habe genau gesagt, wen ich treffen möchte, zum Beispiel den Erfinder des genveränderten Sojas. Da konnten sie sich natürlich denken, dass ich sehr präzise Fragen stellen würde. Schließlich haben sie sich fürs Schweigen entschieden. So lautet die Botschaft, die ich im Film vermittle. Monsanto hat mich wissen lassen, dass auch sie mich im Internet „gegoogelt“ haben. Das Internet bietet tolle Möglichkeiten, aber es fällt auch auf einen selbst zurück. Vor 15 Jahren noch hätte Monsanto nichts über mich gefunden. Heute ist es viel schwieriger sich versteckt zu halten.
Dennoch ist Monsanto im Film zu hören. Das ist sogar der zweite rote Faden, der sich durch die Dokumentation zieht. Mein Ausgangspunkt ist ganz einfach: Ich benutze die offizielle Website des Unternehmens, die Dokumente, die es selbst im Internet veröffentlicht hat, und die öffentlichen Stellungnahmen von Vertretern von Monsanto.

Kann man ihnen Glauben schenken?
Das wird von Fall zu Fall geprüft: Was Indien, Mexiko, Paraguay, die USA und Europa betrifft, greift kein einziges Argument. Schon von Anfang an hatte ich das Gefühl, ihnen nicht vertrauen zu können. Ich glaube, es ist mir auch gelungen zu zeigen, dass Monsanto in mehreren Fällen bewusst die Unwahrheit gesagt hat.

Die Aussagen von James Maryanski, von der FDA [Food and Drug Administration], haben entscheidend zur Glaubwürdigkeit ihrer Anschuldigungen beigetragen. Wie haben sie es geschafft, ihn zum Reden zu bringen?
Als er mir am Telefon sagte, dass er zu einem Interview mit mir bereit sei, bin ich vor Freude an die Decke gesprungen! Er hat sicher auch deshalb zugesagt, weil ich mich etwas dumm gestellt und ihn im Glauben gelassen habe, dass ich mich nicht sehr gut auskenne. Denn man muss an so einem komplexen Thema wirklich lange Zeit gearbeitet haben, um Widersprüche aufzeigen zu können. Ich habe ihn schließlich in die Enge getrieben, und er war gezwungen, die Wahrheit zu sagen. Zeitweise glaubte ich sogar, er würde abspringen.

Welches Fazit ziehen Sie aus dieser dreijährigen Arbeit?
Ich bin ziemlich schockiert darüber, welch ungeheuren Einfluss ein multinationales Unternehmen auf demokratische Staaten und darüber hinaus auf die ganze Welt ausüben kann. Das hätte ich nie gedacht. Während meiner Nachforschungen über Monsanto ist mir bewusst geworden, wie wenig wir einer solchen Macht entgegenzusetzen haben und welche schwerwiegenden Konsequenzen das hat. Die Forschungslabore beispielsweise sind heute stark abhängig von Unternehmen; das ist die unmittelbare Folge der fortschreitenden Privatisierung der Universitäten. Die Wissenschaftler können kaum noch unabhängig Stellung annehmen. Ich bin natürlich auch auf viele Leute gestoßen, die entschlossen gegen solch ein demokratiewidriges Verhalten ankämpfen. Leider gehören im Allgemeinen weder Politiker und schon gar nicht Vertreter der Medien dazu.
Ich liebe meinen Beruf und ich bemühe mich sehr darum meine Rolle als Journalistin zu erfüllen, indem ich weiterhin eine Gegenmacht zu bilden versuche. Aber wir alleine können das nicht tun. Investigativer Journalismus wird immer schwieriger, denn er kostet Geld und Zeit, und wegen der Konzentration im Presse- und Medienbereich gibt es immer weniger Senderaum.

Wie sollen die Zuschauer an ihren Film herangehen?
Ich hoffe, dass meine Dokumentation eine ernsthafte Debatte über die GMO anregt und dass sie in Frankreich dazu beiträgt, Anbau und Konsum solcher Produkte zu verbieten. Das Problem von genveränderter Saat und Nahrung ist, dass es kein Zurück mehr gibt. Die Verbraucher sollen verstehen, dass sie die Wahl haben: kaufen oder nicht kaufen. Das ist unsere wichtigste Waffe im Kampf gegen die Marktbeherrschung in Sachen GMO und genveränderte Nahrungsmittel. Nach Baumwolle, Soja, Raps und Mais wollte Monsanto eine resistente Weizenart auf den Markt bringen, doch die nordamerikanischen Getreideproduzenten haben sich dagegen gewehrt, denn 80% ihrer Produktion wird nach Europa und Japan exportiert, und die Produzenten fürchteten einen Boykott. Neben der Biotechnologie ist Monsanto auch ein Musterbeispiel für die gegenwärtige Entwicklung des Kapitalismus. Seit dem Ende des 2. Weltkriegs wurden mehr als hunderttausend Moleküle auf den Markt gebracht, die nie je wissenschaftlich getestet wurden. Dieses Wirtschaftsmodell sollte von Grund auf überdacht werden. Mein Ziel ist es, die Menschen dazu zu bringen, sich in das einzumischen, was sie selbst betrifft.


* Les pirates du vivant; Le blé: chronique d’une mort annoncée und Le soja de la faim, koproduziert und ausgestrahlt von ARTE.

(von der Arte-Seite)


Mit Gift und Genen

"Mit Gift und Genen" kontrolliert der US-Konzern Monsanto den Markt der Biotechnologie. Und mit Korruption, wie eine Arte-Doku zeigt. VON HELMUT HÖGE

Der US-Großkonzern Monsanto beschäftigt 8.000 Mitarbeiter in 50 Ländern, vermarktet 90 Prozent der gentechnisch veränderten Organismen auf der Welt. Eine Monopolstellung, die erhalten und ausgebaut werden soll - wenn es sein muss mit drastischen Mitteln. Dabei steht Monsanto die US-Regierung zur Seite. In ihren Richtlinien über genmanipulierte Pflanzen heißt es: "The USA is world leader in biotechnology - and will keep it that way."
Der beeindruckend direkte Film steigt ein mit einem Produkt, dass Monsanto 1974 auf den Markt brachte, dem Unkrautvernichtungsmittel "Roundup". Jahre später produzierte der Konzern dann die "Roundup-Ready-Sojabohne", die genetisch so verändert wurde, dass sie resistent gegen das Totalherbizid ist. Entgegen der Werbung von Monsanto gilt "Roundup" allerdings nicht als "biologisch abbaubar", sondern als hochgiftig und krebsfördernd. Um das Herbizid und die Genpflanzen auf dem Markt zu halten, unterdrückte Monsanto Gutachten, erpresste unabhängige Wissenschaftler, erwirkte ihre Entlassung (zum Beispiel aus der US-Food-and-Drug-Administration und aus Forschungsinstituten weltweit) und hievte umgekehrt Monsanto-Mitarbeiter in die Kontrollbehörden.
Schöner Wachsen mit »Roundup« (Foto: Arte)
Verantwortlich für "Mit Gift und Genen" zeichnet die französische Journalistin Marie-Monique Robin, die selbst lange aus Südamerika berichtete und sich mit ihren Enthüllungen über die Verbindungen französischer Geheimdienste zu südamerikanischen Todesschwadronen und über den Algerien-Krieg einen Namen gemacht hat. Der schwierigen Materie wegen hat die Regisseurin ihren Film didaktisch aufgebaut: Sie googelt nach den Monsanto-Produkten und ihren Kritikern und reist dann zu Verantwortlichen, Wissenschaftlern und Betroffenen.
Hierzulande ergaben Umfragen, dass eine große Mehrheit in der Bevölkerung gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel ist, aber der Meinung ist, nichts dagegen tun zu können. Nur eine kleine Minderheit versucht mit Aufklärung und "Feldbefreiungen", also durch Ausreißen von "Genmais"-Pflanzen, Monsanto zu stoppen. Sie riskieren Gefängnisstrafen - wie zum Beispiel der Imker Michael Grolm und der Schafzüchter José Bové -, haben aber Erfolg: Zumindest in Frankreich wurde der Genmais-Anbau gerade verboten.
Im Film folgt sodann das dioxinhaltige Unkrautvernichtungsmittel "2,4,5-T", das ein Hauptbestandteil von Agent Orange war. Die Amerikaner hatten 80 Millionen Liter davon über Vietnam versprüht, um den Dschungel, in dem der Vietkong hockte, zu entlauben und den Bauern die Reisfelder zu vernichten. Sie mussten daraufhin in die Städte abwandern, was US-Soziologen als "nachgeholte Urbanisierung" begrüßten. Noch 1985 hatte der US-Wissenschaftler Alwin Young auf einem Kongress in Bayreuth erklärt: "Der Dioxin-Einsatz hat niemandem geschadet!" Aber seitdem verklagen neben den Vietnamesen, die verkrüppelte Kinder zur Welt brachten, auch viele krank gewordene US-Vietnam-Veteranen Monsanto.
Um nicht zahlen zu müssen, ließ der Konzern die Untersuchungsberichte manipulieren. Auch den US-Sojaanbauern spielte der Konzern übel mit: Wie einer im Film es ausdrückte, "verbreitet Monsanto Angst und Schrecken unter den Farmern". Da es sich bei den Genpflanzen um patentiertes Saatgut - eine Art Kopierschutz - handelt, dürfen die Bauern nichts von der Ernte zurückbehalten, um es im nächsten Jahr auszusäen. Rüde werden sie von Monsanto deswegen mit Prozessen überzogen. Um ihre Felder zu kontrollieren, hat Monsanto sogar eigens eine "Gen-Polizei" geschaffen.
"Sie wollen alles Saatgut kontrollieren und machen alle Lebensmittel zu ihrem Eigentum", sagt ein Bauer im Film. Besonders drastisch geschieht dies beim Baumwollanbau in Indien. Hier hat Monsanto fast alle Saatgutfirmen aufgekauft. Die Anbauer können nur noch die viermal so teure, gentechnisch veränderte BT-Baumwollsaat von Monsanto beziehen. Die ist gegen einige Schädlinge resistent, dafür werden die Pflanzen jedoch von neuen, bisher unbekannten Krankheiten befallen.
Um sich das Saatgut überhaupt leisten zu können, müssen die Bauern Kredite aufnehmen. Fällt die Ernte schlecht aus, sind sie pleite. Jedes Jahr begehen hunderte von ihnen deswegen Selbstmord. Die dortigen Agrarwissenschaftler sprechen von einer "Katastrophe" - und auch die ist eine indirekte Folge der vermeintlich so segensreichen grünen Gentechnik.
Ankündigung bei taz.de vom 11.3.08

Der Film hat mich sehr beeindruckt: Monsanto: Das sind Verbrecher.

Einige Fakten aus dem Gedächtnis:

– Monsanto produzierte das aus dem Vietnamkrieg bekannte »Agent Orange«. Klagen von Vietnamkriegsveteranen auf Schadensersatz wurden durch absichtlich fehlinterpretierte Studien abgewiesen.

– Zwischen der FDA (Federal Drug Administration) und Monsanto gibt es eine rege Personalfluktuation, weswegen obengenannte Studien durch amerikanische Regierungsstellen trotz kritischer Hinweise durch Wissenschaftler nie überprüft wurden. (Siehe den Abschnitt »Welcome to the revolving door« bei alkalizeforhealth.net)

– In Indien hat sich Monsanto fast der gesamten Baumwollproduktion bemächtigt und ist dazu in der Lage – und tut dies auch – dafür zu sorgen, daß die Baumwollbauern nur noch genmanipuliertes Saatgut, welches überdies das Vierfache kostet, kaufen können. Über tausend Baumwollbauern, die nicht mehr aus der Schuldenfalle rauskommen, nehmen sich jedes Jahr das Leben.
– Die genmanipulierte Baumwolle ist keineswegs gegen alle Erreger geschützt, und es gibt Krankheitserreger, die nur genmanipulierte Baumwolle befallen.

– Es gibt inzwischen keinen natürlichen Mais auf der Erde, der nicht schon durch genmanipulierten Mais kontaminiert ist.

– Die in den genmanipulierten Pflanzen enthaltenen Herbizide und Insektizide reichen sich in den Tieren, die damit gefüttert werden, an.

– Europa ist nicht dazu in der Lage, (siehe Blair-House-Abkommen, »Im Zusammenhang mit dem GATT-Abkommen 1993 geschlossene Vereinbarung über den Ölsaaten-Anbau in der Europäischen Union (EU). Seit 1994/95 gibt es eine Ölsaaten-Garantiefläche, die in nationale Garantieflächen aufgeteilt ist. Etwa 17 % davon stehen Deutschland zu. Diese Fläche muss jährlich um etwa 10 % vermindert werden.« von ima-agrar.de), genügend eigene Futtermittel herzustellen, was zwangsläufig dazu führt, daß Futtermittel importiert werden muß. 40% des amerikanischen Mais ist inzwischen genmanipuliert.

– Die sogenannten Langzeitstudien, die vor der Importerlaubnis stehen, erstrecken sich über höchstens zwei Jahre, teilweise werden diese Studien nur an einer einzigen Tierart durchgeführt.

– Die Nachrichtenpolitik durch Monsanto ist naturgemäß sehr restriktiv. Greenpeace mußte sich das Recht auf Einsicht in die Studienunterlagen von Monsanto vor Gericht erstreiten.

Es gibt noch viel mehr Fakten, bei denen einem übel wird …

Nach der Sendung gab es noch eine Diskussion

Was einen dabei so hilflos macht, daß man ab irgendeinem Punkt nicht mehr durchblickt.
Wer sich die Arbeit machen will, hier ist ein Artikel über Grundzüge der Welthandelsordnung von Christoph W. Herrmann auf der Seite der Uni Saarbrücken.

Schutzzonen um Freilandversuchsflächen sind bloße Makulatur und dienen der Beruhigung der Bevölkerung. Die Samen können um den ganzen Erdball fliegen. Seit nunmehr 20 Jahren bin ich gegen genmanipulierte Nahrungsmittel (egal ob für Mensch oder Tier). Noch nie hat mir jemand verständlich machen können, weshalb man so einen Scheiß braucht. Wohlverstanden: Ich bin nicht gegen Gentechnik. In der Medizin ergeben sich hier möglicherweise hochinteressante Therapiemöglichkeiten. (z.B. stammen unser Insulin und viele Antibiotika von verarschten Bakterien. Und ich habe als Student noch mit Schweine- und Rinderinsulin gearbeitet. Das ist jetzt eine Wohltat!) Aber sowas zu essen? Brrrrr!!
Ich kann einfach nicht verstehen, wieso Technologien auf die Menschheit losgelassen werden, die in ihren Auswirkungen nicht gründlich überprüft werden, egal, ob es um Kernkraft, genmanipulierte Nahrungsmittel oder Nanotechnologie geht. Wir bekommen weisgemacht, es ginge um Fortschritt, aber es geht nur um Macht, Kontrolle und Profit! Wozu braucht irgendjemand Genmais? Wozu? Genmais ist ein Produkt zur Herstellung von Abhängigkeit. Fertig, aus! Die Rechnung werden die Herren, die uns das eingebrockt haben nicht bezahlen. Bezahlen werden wir und unsere Kinder…

von konfusius’ Goldgruben-Blog:

»Viel zu wenig bekannt ist Green Cotton. Die dänische Firma Novotex versucht umfassend, die Produktion der Baumwolle ökologisch zu verbessern, hilft Baumwollfarmern aus der Schuldenfalle, gibt ihnen traditionelles Saatgut, garantiert eine Abnahme der Ernte bei Verzicht auf Pestiziden, verarbeitet die geerntete Baumwolle in modernen, stressmindernden Fertigungsanlagen und dieses Philosophie setzt sich fort über die Färbemittel bis in die Verkaufswege. Darum bitte ich Dich, such dir Information, Entwickel Vertrauen, sag es weiter, sag es weiter, sag es weiter. Frag nach Green Cotton Produkten. Such vergleichbare Strategien, verbreite das Wissen darüber. Vertreiben wir Monsanto und Co von diesem Planeten.«

Bewertung von Green Cotton bei Label online


Meine bisherigen Gen-Mais-Posts:
Gen-Mais darf auf die Äcker (11.3.2008)
Gen-Mais macht Ratten krank (30.5.2007)
Gen-Mais: also doch … (22.3.2007)
Gentechnik durch die Hintertür (25.4.2006)


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen