Samstag, 27. Juli 2019

Hip-Hop lässt Käse fruchtiger schmecken

"Handkäs mit Musik" kennt man aus Hessen, aber Hip-Hop-Käse? Klingt abwegig - aber Schweizer haben tatsächlich Käselaibe beschallt, mit Musik von Mozart, Led Zeppelin und Eminem, monatelang. Mit erstaunlichen Ergebnissen.
Käse und Musik, da denkt so mancher wohl an den "Handkäs" aus Hessen, der wegen der Geräusche beim Verdauungsprozess den Zusatz "mit Musik" trägt. Aber die Schweizer sind jetzt einem ganz anderen Phänomen auf der Spur. Sie testen, ob die Beschallung von Käselaiben im Reifungsprozess den Geschmack beeinflusst.
Angefangen hat alles als Kunstprojekt an der Hochschule der Künste in Bern. "Wir wollten die Studierenden in die Welt hinausschicken, damit sie Projekte außerhalb der Hochschule realisieren. Sie sollten sich mit praktischen Problemen befassen", sagt Christian Pauli, Kommunikationsleiter und Projektverantwortlicher der Hochschule. Bei der Suche nach solchen Projekten kam Beat Wampfler ins Spiel, Tierarzt aus Burgdorf im Emmental und Hobby-Käsehändler.
"Menschen und Tiere reagieren auf äußere Einflüsse wie Musik - warum sollen Schallwellen nicht auch die Mikroorganismen im Käse beeinflussen - das habe ich mich schon länger gefragt", erzählt Wampfler in seinem unterirdischen Käselager in Burgdorf, untermalt von Klängen von Eminem und einer Volksmusikband. Die feuchte Luft riecht erdig, perfekte Bedingungen für das monatelange Reifen der riesigen Käselaibe. Die Hochschule und der Hobbykäser fanden zusammen und so stürzten Studierende sich mit Michael Hardenberg, Dozent für Musikalische Gestaltung und Medientheorie, in das Projekt.
mehr:
- Blödsinn oder Wissenschaft? Hip-Hop lässt Käse fruchtiger schmecken (n-tv, 27.07.2019)

Von Mozart bis Techno: Lässt Musik Schweizer Käse besser reifen? {1:33}

faz
Am 15.12.2018 veröffentlicht 
Wird Emmentaler Käse schmackhafter, wenn er bei der Reifung mit Musik beschallt wird? Dieser ungewöhnlichen Frage gehen in der Schweiz Forscher der Hochschule der Künste Bern mit einem Käsemacher nach. © AFP, DPA

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