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Montag, 11. November 2019

Die Kampagnen gegen Peter Handke gehen weiter

Die Kampagnen gegen Peter Handke gehen weiter: “Warum Peter Handke vielleicht kein Österreicher mehr ist“ – solche fragwürdigen Thesen werden ganz aktuell über den österreichischen Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger verbreitet. Der Anlass für die Artikel ist der „Fund“ eines lange bekannten Ausweisdokuments. Die Motivation ist mutmaßlich die Diskreditierung eines Kriegsgegners. Von Hannes Hofbauer.

„Ich wäre gerne in Serbien, wenn die Bomben auf Serbien fallen. Das ist mein Ort. Ich verspreche Ihnen, wenn die Kriminellen der Nato bombardieren, komme ich nach Serbien.“ Diese Worte sprach Peter Handke am 18. Februar 1999, als er vom serbischen Fernsehen im französischen Rambouillet interviewt wurde.

Im Schloss Rambouillet versuchten damals die Verhandler der USA und der Europäischen Union, Christopher Hill und Wolfgang Petritsch, die jugoslawische Seite dazu zu zwingen, die Provinz Kosovo unter internationale Kontrolle zu stellen und Serbien und Montenegro zum Aufmarschgebiet der NATO zu machen, damit sich, wie es in Artikel 8 hieß, “NATO-Personal … innerhalb der gesamten Bundesrepublik einschließlich ihres Luftraumes und ihrer Territorialgewässer frei und ungehindert bewegen können.” Eine solche Erpressung war unannehmbar, wie auch der frühere US-Außenminister Henry Kissinger seiner Nachfolgerin Madeleine Albright via Zeitungskommentar ausrichten ließ:

“Von Jugoslawien, einem souveränen Staat, verlangt man die Übergabe der Kontrolle und Souveränität über eine Provinz mit etlichen nationalen Heiligtümern an ausländisches Militär. Analog dazu könnte man die Amerikaner auffordern, fremde Truppen in Alamo einmarschieren zu lassen, um die Stadt an Mexiko zurückzugeben, weil das ethnische Gleichgewicht sich verschoben hat”, schrieb er am 28. Februar in der “Welt am Sonntag”.
Und der jugoslawische Delegationsleiter Milan Milutinović erklärte nach 17 Verhandlungstagen gegenüber der Presseagentur “Tanjug”:
“Es war ein Betrug passiert. Man wollte gar kein Abkommen. Das ganze Theater war zu dem Zweck arrangiert worden, dass wir Unannehmbares akzeptieren sollten oder, wenn wir es nicht akzeptierten, Bomben fielen …”
Einen Monat später fielen Bomben auf Serbien und Montenegro. Am 24. März 1999 griff die eben erst um die drei Mitgliedsländer Ungarn, Polen und Tschechien vergrößerte NATO Jugoslawien an. Der völkerrechtswidrige Überfall erfolgte ohne UN-Mandat. Es war eine kriminelle Tat. Und Peter Handke stand zu seinem Versprechen. Er fuhr nach Serbien. Schon 1996 war von ihm, mitten in die serbenfeindliche Stimmung der westlichen Medien und Politik hinein, sein Bericht über eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina erschienen: “Gerechtigkeit für Serbien“, lautete der Untertitel. Und Anfang 1999 schloss er die Arbeit am Theaterstück “Die Fahrt im Einbaum oder das Stück zum Film vom Krieg” ab, in dem er sich klar und unmissverständlich gegen die kolonialen Begehrlichkeiten westlicher Militärs, Unternehmen und NGOs im bosnischen Bürgerkrieg ausspricht. Claus Peymann inszenierte die Uraufführung am Wiener Burgtheater am 9. Juni 1999, ausgerechnet an jenem Tag, an dem im makedonischen Kumanovo ein Vertrag zum Abzug der jugoslawischen Volksarmee aus dem Kosovo unterzeichnet wurde.

Medien und Behörden: Gemeinsam gegen Handke

Nach dem Krieg wurde Handke am 15. Juni 1999 ein jugoslawischer Pass ausgestellt. Obwohl dieser Pass in Form einer Kopie im Online-Archiv der österreichischen Nationalbibliothek seit Jahren zu bestaunen ist, erregt sich die Journaille nun erst darüber, um das Bild von Peter Handke als Freund einer blutrünstigen Serbendiktatur zu zementieren. “Das Milosevic-Regime stellte dem Literatur-Nobelpreisträger 1999 einen Pass aus”, heißt es beispielsweise am 8. November in der Wiener “Die Presse” – noch dazu in Verdrehung der Zeitenfolge, war doch Handke im Jahr 1999 der Literaturnobelpreis noch lange nicht verliehen worden. Und der liberale “Standard” stichelt weiter und titelt am selben Tag: “Warum Peter Handke vielleicht kein Österreicher mehr ist”. Die Handke-feindlichen Medien treiben die Behörden vor sich her. Weil Doppelstaatsbürgerschaften in Österreich nur in Ausnahmefällen erlaubt sind, muss nun geprüft werden, ob Handke vielleicht 1999 automatisch die österreichische verloren hat. Der sozialdemokratische Landeshauptmann von Kärnten, dem Heimatbundesland des Nobelpreisträgers, hat nun offiziell ein “staatbürgerschaftliches Ermittlungsverfahren” gegen Handke eingeleitet. So gehen Politik und angebliche Qualitätsmedien im Land der Künste mit ihrem eben erst mit höchsten Ehren ausgezeichneten Literaten um.

Sie können es ihm nicht verzeihen, dass Peter Handke in den 1990er Jahren nicht nur den Zerfall Jugoslawiens bedauert hat, sondern der damals vergleichsweise vernünftigsten Kraft, Slobodan Milošević, nahe gestanden ist. Am Grab des nach Den Haag Verschleppten und dort ohne eine von ihm gewünschte medizinische Behandlung zu Tode Gekommenen brachte Handke seine Sicht der Jugoslawien-Krise indirekt zum Ausdruck. Dieser 18. März 2006 wird noch heute skandalisiert. Damals sprach Handke auf dem Begräbnis von Milošević in dessen Geburtsstadt Požarevac die folgenden Worte (auf Serbo-kroatisch):

“Die Welt, die sogenannte Welt, weiß alles über Jugoslawien, Serbien. Die Welt, die sogenannte Welt, weiß alles über Slobodan Milošević. Die sogenannte Welt weiß die Wahrheit. Deswegen ist die sogenannte Welt heute abwesend, und nicht bloß heute, und nicht bloß hier. Die sogenannte Welt ist nicht die Welt. (…) Ich weiß die Wahrheit nicht. Aber ich schaue, Ich höre. Ich erinnere mich. Ich frage. Deswegen bin ich heute anwesend, nah an Jugoslawien, nah an Serbien, nah an Slobodan Milošević.”

mehr:
- Lob für Handke (Hannes Hofbauer, NachDenkSeiten, 11.11.2019)
siehe auch:
Peter Handke, der Nobelpreis und die Meute der Guten (Post, 16.10.2019)
- Daniela Dahn und die feindliche Übernahme der DDR Was hat der Sieger in den letzten 30 Jahren mit seinem Triumph angefangen? (Post, 12.09.2019)

  • Der Internationale Gerichtshof hat Serbien und Kroatien jeweils vom Vorwurf des Völkermords im Kroatienkrieg freigesprochen.
  • Kurz zuvor hatte das höchste UN-Gericht in Den Haag eine Klage Kroatiens gegen Serbien abgewiesen.
  • Es sei nicht erwiesen, dass Serbien die Absicht hatte, eine Bevölkerungsgruppe in Kroatien auszulöschen, urteilte Richter Tomka.
  • Anschließend sprach das Gericht auch Kroatien vom Vorwurf des Völkermordes frei und wies die Gegenklage Serbiens ab.
[Entscheidung in Den Haag: Richter sprechen Serbien vom Vorwurf des Völkermordes freiSZ, 03.02.2015 – Hervorhebung von mir] 

Donnerstag, 24. Oktober 2019

Buchempfehlung: Daniela Dahn, Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute: Die Einheit - eine Abrechnung

Sogar beim damaligen Generalbundesanwalt Kay Nehm sind 50 Strafanzeigen verschiedenster Kläger gegen die deutsche Regierung wegen § 80 StGB eingegangen, Vorbereitung eines Angriffskrieges. Der Spiegel stellte sich respektlos vor, Schröder, Scharping und Fischer würden unter folgende Anklage verhaftet: «Die Bundesrepublik habe sich an einem Staatsverbrechen beteiligt, dem schwersten, das im deutschen Strafrecht aufgeführt ist – einem Angriffskrieg von deutschem Boden aus. Darauf steht lebenslang.» [81] war jemand überrascht, dass der Generalbundesanwalt keine Ermittlungen aufnahm? Er ist den Weisungen des Bundesjustizministers unterstellt. Und hat ein solcher jemals eine mit Regierenden verklagt?

Den Klägern wurde immerhin mitgeteilt, weshalb keine Anhaltspunkte für eine Straftat vorlegen. So schrieb im Namen des Generalbundesanwalts Nehm Oberstaatsanwalt Dietrich an den klageführenden Anwalt Fiand aus Hamburg am 24.8.1999, er habe den Sachverhalt geprüft. Man dürfe das Strafgesetzbuch «nicht nur an dessen Wortlaut, insbesondere nicht allein am militärisch verstandenen Begriff des Angriffskrieges» auslegen. Die Frage sei vielmehr, ob das «friedliche Zusammenleben der Völker» gestört wurde. Und da hätten die Nato-Verbündeten und «die für den Einsatz der Bundeswehr Verantwortlichen im Rahmen des ihnen zustehenden politischen Ermessens» lediglich die Unterdrückung und Vertreibung der Kosovo-Albaner beenden wollen. Dafür gebe es eine «Vielzahl allgemeinkundiger Umstände», wie die Debatten des Bundestags.


[…] alles an [der Rede von Kanzler Schröder vom sechsten 20. März 1999 war] Propaganda. Weder gab es Zigtausende, die aus einem Inferno flüchteten, noch ein faires Vertragsangebot, noch hatte Belgrad alle mit Vermittlungsversuche blockiert. Ein halbes Jahr vor Kriegsbeginn hatte Milosevic einer Nato-Luftüberwachung des Kosovo zugestimmt und sich bereit erklärt, auch bis zu 2000 Verifikateure der OSZE in die Region zu lassen. Schließlich hatte die Belgrader Regierung auf dem politischen Teil des Rambouillet-Abkommens zugestimmt, im Gegensatz zu den Kosovaren. Woraufhin der serbischen Seite in letzter Minute als unverhandelbares Diktat der geheime Appendix B vorgelegt wurde, die totale militärische Nato-Besatzung ganz Jugoslawiens einschließlich der Immunität der Nato-Angehörigen vor allen zivil- und strafrechtlichen Verfahren. Der Völkerrechtler de Waart sprach von einem illegalen Würgegriff, und von Rudolf Augstein sind aus dem Spiegel die einprägsamen Worte überliefert, es seien Bedingungen gestellt worden, «die kein Serbe mit Schulbildung hätte unterschreiben können».

mehr:
- Beteiligung an Staatsverbrechen? [aus: Daniela Dahn, Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute: Die Einheit - eine Abrechnung, Rowohlt, Oktober 2019]
siehe auch:
Schluß mit dem verkehrten Denken! (Post, 24.10.2019)
Peter Handke, der Nobelpreis und die Meute der Guten (Post, 16.10.2019)
Wie sich die Zeiten ändern – Bundeswehr sucht Tausende neue Soldaten (Post, 02.08.2019)
Kosovo 1999: Der Holocaust als Rechtfertigung für einen Angriffskrieg (Post, 23.03.2019)
Kosovo-Krieg: "Testfall für die Rolle der NATO in Europa nach dem Ende des Kalten Kriegs" (Post, 14.03.2019)
Kosovo 1999: Der Krieg wurde durch Propaganda möglich gemacht (Post, 14.03.2019)
Verbot der Vorbereitung eines Angriffskrieges (Post, 04.07.2017)
Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 14.07.2016)
- Anzeige gegen Bundesregierung wg. Beteiligung am Angriffskrieg in Syrien abgewiesen; Angriff ist Verteidigung – Krieg ist Einsatz – Propaganda ist Wahrheit – Unrecht ist Recht (Post, 13.07.2016)
Frieden muss gestiftet werden (Post, 24.11.2014)
Forschungsarbeit: Meinungsmanipulationsstrategien in Frieden und Krieg (Jens Wernicke, Institut für Medienverantwortung, Juli 2009?)



Abschrift des Schreibens des Generalbundesanwalts vom 26.01.06
Der Generalbundesanwalt, Postfach 27 20, 76014 Karlsruhe 3 ARP 8/06-3 OStA'in b. BGH Schübel 81 91-145
Betrifft: Ihre Strafanzeige vom 14. Januar 2006 gegen den früheren Bundeskanzler Schröder und andere wegen des Verdachts der Vorbereitung eines Angriffskrieges

Sehr geehrter Herr Stenner,

die nunmehr über die Medien verbreiteten Informationen begründen – unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt – keinen Anfangsverdacht wegen eines Verbrechens der Vorbereitung eines Angriffskrieges. Der Vorwurf geht dahin, der Bundesnachrichtendienst habe den USA während des Irakkrieges mit Wissen der Bundesregierung Informationen für die Erfassung militärischer Ziele geliefert. Dieser Sachverhalt wird von dem Straftatbestand der Vorbereitung eines Angriffskrieges nicht erfasst.

§ 80 Abs. 1 StGB lautet wie folgt: "Wer einen Angriffskrieg (Artikel 26 Abs. 1 des Grundgesetzes), an dem die Bundesrepublik Deutschland beteiligt sein soll, vorbereitet und dadurch die Gefahr eines Krieges für die Bundesrepublik Deutschland herbeiführt, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe oder Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren bestraft".
Nach dem eindeutigen Wortlaut der Vorschrift ist nur die Vorbereitung an einem Angriffskrieg und nicht der Angriffskrieg selbst strafbar, so dass auch die Beteiligung an einem von anderen vorbereiteten Angriffskrieg nicht strafbar ist (Tröndle/Fischer StGB 53. Aufl. § 80 Rn 13).
[Die Vorbereitung eines Angriffskrieges ist strafbar …, AG Friedensforschung, 23.05.2006]
- Unsere Waffe ist die friedliche Demokratie (Daniela Dahn, Vortrag auf dem Friedenspolitischen Ratschlag am 4. Dezember 2004 in der Universität Kassel, AG Friedensforschung, undatiert, Zwischenüberschriften wurden von der AG eingefügt.)

Europa-Russland-Politik – Willy Wimmer und Wolfgang Bittner bei den BUCHKOMPLIZEN {47:23 – Start bei 29:55 – Wolfgang Bittner: »Schon die Vorbereitung eines Angriffskrieges ist verfassungswidrig!«}

KenFM
Am 18.10.2019 veröffentlicht 
Ist der Kalte Krieg zurück oder nie beendet worden?
Deutsch-Russische Freundschaft? Oder doch eher Feindschaft? Wie steht es um das deutsch-russische Verhältnis heute? Und was sind die Ursachen für die bestehende Kalte-Krieger-Stimmung, die wir doch längst überwunden zu haben glaubten? Eingebettet in den historischen Kontext, der bis zu den Versailler Verträgen zurückreicht, ergibt sich ein schlüssiges Bild für die heutigen Verhältnisse. Die Herzland-Theorie von Mackinder kann als Ziel geopolitischer imperialer Bestrebungen seit Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute erkannt werden.
Der ehemalige Staatssekretär der Verteidigung, Willy Wimmer, und der Jurist und Autor des Buches „Der Neue West-Ost-Konflikt“, Wolfgang Bittner, widmen sich diesen und weiteren wichtigen Fragen auf der Frankfurter Buchmesse 2019.
+++
Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier:
https://kenfm.de/support/kenfm-unters...

Even playing Donald Rumsfeld Steve Carell can’t resist from laughing. vicemovie stevecarell {0:36}
Daniel Fort
Am 08.01.2019 veröffentlicht 
Steve Carell laughing

Mittwoch, 23. Oktober 2019

Schluß mit dem verkehrten Denken!

Jürgen Todenhöfer und Willy Wimmer appellieren an Politik und Soldaten: „Hört auf, verfassungswidrige Kriege zu führen!“

Anlässlich der für morgen geplanten Verlängerung des Bundeswehrmandates für Syrien und den Irak fordern der frühere verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Willy Wimmer und der frühere rüstungskontrollpolitische Sprecher der CDU/CSU Jürgen Todenhöfer den Bundestag auf, sein verfassungswidriges Kriegstreiben umgehend zu beenden.

DER BUNDESTAG MUSS AUFHÖREN, DIE BUNDESWEHR IN VERFASSUNGSWIDRIGE KRIEGE ZU SCHICKEN.


APPELL

des früheren verteidigungspolitischen Sprechers der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Willy Wimmer (1) und des früheren rüstungskontrollpolitischen Sprechers der CDU/ CSU Jürgen Todenhöfer:

SEHR GEEHRTE FRAU BUNDESKANZLERIN, sehr geehrte Bundestagskollegen, liebe Soldatinnen und Soldaten des betreffenden Aufklärungsgeschwaders, des Lufttransport-Kommandos und der betroffenen AWACS-Einsatzflugzeuge!

Bitte wehren Sie sich bei der Bundestagsdebatte am kommenden Donnerstag und erforderlichenfalls auch danach gegen den weiteren Einsatz der deutschen Bundeswehr in Syrien und im Irak!

DER BUNDESWEHREINSATZ IN SYRIEN UND IM IRAK IST VERFASSUNGSWIDRIG, UNSINNIG UND KONTRAPRODUKTIV.
VERFASSUNGSWIDRIG, weil es für diesen Einsatz kein Mandat des UN-Sicherheitsrats gibt. Das bestätigen nicht nur namhafte Völkerrechtler, sondern auch der Ex-Chef der Rechtsabteilung des BMVg Dieter Weingärtner (2).

UNSINNIG UND KONTRAPRODUKTIV

Die Behauptung, man könne untergetauchte IS-Terroristen im Irak oder Syrien mit Flugzeugen finden, ist eine intellektuelle Beleidigung der deutschen Bevölkerung einschließlich unserer Soldaten. Viel wahrscheinlicher ist, dass es dem Westen - auch im Blick auf den Irankonflikt - darum geht, seine militärische Präsenz in Syrien und im Irak aufrecht zu erhalten.

Die Städte-Bombardements der Anti-IS-Koalition, für die die Bundeswehr die Aufklärung liefert, haben in der Vergangenheit bereits zigtausenden unschuldigen irakischen und syrischen Zivilisten das Leben gekostet. Etwa im irakischen Mossul, wo 20.000 Zivilisten getötet wurden, oder im syrischen Raqqa.

Noch Ende August 2019 wurden in der Provinz Idlib (!) bei einem US- Raketenangriff auf „Terroristen“ Zivilisten getötet. Deutschland trägt durch sein Mandat Mitverantwortung für jede dieser menschlichen Katastrophen.

mehr:
- Schluss mit dem Krieg! (Jürgen Todenhöfer, Willy Wimmer, Rubikon, 23.10.2019)
siehe auch:
Peter Handke, der Nobelpreis und die Meute (Post, 16.10.2019)
US-Militärhilfe für Al-Qaida, ISIS-Daesh (Post, 11.10.2019)
- Weißhelm-Videos und die sogenannte »gemäßigte syrische Opposition« (Post, 11.10.2019)

Donnerstag, 12. September 2019

Wie kam es zum Kosovo-Krieg? – Materialsammlung

Vor 20 Jahren, am 24. März 1999, startete die erste Angriffswelle der NATO gegen Ziele in Serbien. Die Allianz wollte damit einen Rückzug serbischer Truppen aus der damaligen serbischen Unruheprovinz Kosovo erzwingen; die Luftangriffe richteten sich aber nicht zuletzt gegen Infrastruktur in Serbien selbst. An der Operation Allied Force war auch die Bundeswehr mit ihrem ersten scharfen Einsatz der Luftwaffe beteiligt.

Der meist – nicht ganz zutreffend – als Kosovo-Krieg bezeichnete Einsatz hat bis heute politische Nachwirkungen. Nicht nur, weil nach wie vor die NATO-geführte KFOR-Mission im inzwischen unabhängigen Kosovo aktiv ist. Sondern vor allem, weil sich das Bündnis für diese Luftangriffe ohne Zustimmung des UN-Sicherheitsrats selbst mandatiert hatte. Dieser Krieg der NATO wird bis heute nicht zuletzt von Russland als Beispiel dafür herangezogen, dass die westliche Seite sich selbst nicht an die Forderung hält, nur von den Vereinten Nationen legitimiert militärische Gewalt anzuwenden.

mehr:
- Vor 20 Jahren: Der erste Kriegseinsatz der Luftwaffe in der NATO (T. Wiegold, Augen geradeaus!, 24.03.2019)


Seit dem 24. März bombardieren Nato-Einheiten Ziele in Jugoslawien. Ein schnelles Ende ist nach wie vor nicht in Sicht. Das Risiko der Eskalation und der Ausweitung ist nach wie vor groß. In den letzten Tagen wird verstärkt über einen Einsatz von Bodentruppen debattiert. Aus unserer Sicht ist es höchste Zeit - ohne Besserwisserei und moralisierende Vorwürfe - kritisch Bilanz zu ziehen. Unsere Sorge wächst, daß sich alle Beteiligten in ihrem Reden und Handeln immer mehr in eine militärische Eskalationslogik hineinbegeben und der notwendige Ausstieg aus der Gewaltspirale immer schwieriger wird. Wir haben in den letzten Jahren militärische Kampfeinsätze der Bundeswehr - aus guten Gründen, wie wir auch heute noch glauben, - abgelehnt. Nach dem Scheitern der Verhandlungen über den Vertragsentwurf von Rambouillet haben jedoch auch wir vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit dem Regime Milosevic und den aktuellen Entwicklungen im Kosovo Ende März keine Alternative zu einem militärischen Vorgehen mehr gesehen und dieses mitgetragen oder toleriert. Nach der fast dreiwöchigen Bombardierung fällt unsere Zwischenbilanz kritisch aus:
[Christian Sterzing, Winfried Hermann, Winni Nachtwei, Claudia Roth, Hans-Josef Fell, Klaus Müller, ZURÜCK ZUR POLITIK!, April 1999 – gefunden auf hagalil.com/archiv]
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Samstag, 23. März 2019

Kosovo 1999: Der Holocaust als Rechtfertigung für einen Angriffskrieg

Vor 20 Jahren begann der Kosovo-Krieg: Von Ursachen, Hintergründen und Folgen eines bis heute kaum aufgearbeiteten Ereignisses

Vom 24. März 1999 an bombardierte die NATO 78 Tage lang Jugoslawien, bis es im Juni die Stationierung westlicher Soldaten in seiner Krisenprovinz Kosovo akzeptierte. Begründet wurde der Luftkrieg damit, den Albanern im Kosovo gegen die Unterdrückung durch Serbien zu helfen. Weil aber keine Ermächtigung durch den UN-Sicherheitsrat vorlag (Russland und China unterstützten zwar Sanktionen, drohten aber im Kriegsfall mit einem Veto), argumentierte man damit, einen drohenden Völkermord zu verhindern.

Von einem "neuen Auschwitz" (so der damalige deutsche Außenminister Joseph "Joschka" Fischer) konnte allerdings keine Rede sein (Konstruktion von Medienrealität im Kosovo-Krieg). UNO-Generalsekretär Kofi Annan etwa stellte fest, dass Serben und Albaner gleichermaßen die Verantwortung für den jahrelangen politischen Konflikt, der ab 1998 zum Bürgerkrieg eskaliert war, trügen. Er rief zu einer politischen Lösung auf, die aber von allen – Konfliktparteien - Serbien, UÇK und NATO – ignoriert wurde.

Während das Transatlantische Bündnis jegliche Verantwortung für die Eskalation dem "neuen Hitler" Slobodan Milošević zuschrieb, verhinderten die Luftangriffe indes nicht, dass Hunderttausende vor serbischen Vertreibungen und westlichen Bomben flohen. Die NATO wiederum beschloss im April 1999 anlässlich ihres 50. Geburtstags, zukünftig weltweit zugunsten von unterdrückten Völkern einzugreifen. Was die einen als Schritt zur globalen Friedenssicherung begrüßten, kritisierten andere als Verwandlung eines Verteidigungs- in ein Angriffsbündnis und somit als Schritt Richtung neuer Angriffskriege.

Als Begründung für den Völkerrechtsbruch wurde im Fall Kosovo dezidiert die Geschichte des 20. Jahrhunderts bemüht. Die richtigen Lehren aus der Shoa, aus dem Massenmord der Nationalsozialisten an den europäischen Juden, zu ziehen, bedeute, so die einen, jeden "potentiellen Holocaust" bereits im Ansatz militärisch zu verhindern. Die anderen wiederum bekrittelten, dass damit der historische Holocaust seiner Einzigartigkeit beraubt werde, indem er mit zahllosen Bürgerkriegsereignissen weltweit gleichgesetzt werde. Zudem, so der Einwand der Friedensforschung, könne das Menschenrechtsargument nahezu beliebig verwendet werden, um über ökonomische, strategische und geopolitische Interessen der NATO-Mitglieder hinwegzutäuschen

mehr:
- 1999: Der Holocaust als Rechtfertigung für einen Angriffskrieg (Kurt Gritsch, Telepolis, 23.03.2019)
siehe auch:
Kosovo-Krieg: Türöffner für weltweites militärisches Eingreifen (Kurt Gritsch, Telepolis, 09.04.2019)
"Testfall für die Rolle der NATO in Europa nach dem Ende des Kalten Kriegs" (Kurt Gritsch, Telepolis, 17.03.2019)
Der Kosovo-Krieg: Eine gesteuerte Debatte (asansörpress35, Freitag-Community, 04.02.2018)

Zugfahrt mit Folgen: Serbien stoppt Bahn Richtung Kosovo {1:20}

euronews (deutsch)
Am 14.01.2017 veröffentlicht 
Die Fahrt eines serbischen Zuges in den Norden des Kosovo hat für Irritationen zwischen Belgrad und Pristina gesorgt. Der Personenzug hatte eine zuletzt vor fast 20 Jahren bediente Verbindung wiederaufnehmen sollen.
Serbien: Kosovo will Streit
Aleksandr Vucic, der serbische Ministerpräsident, gab am Samstag an, seine Regierung sei gezwungen gewesen, die Bahn noch auf serbischem Gebiet zu stoppen. Die Schuld sah er auf kosovarischer Seite: "Die Behörden des Kosovo hatten bewaffnete Einheiten…
LESEN SIE MEHR: http://de.euronews.com/2017/01/15/zug…
euronews: der meistgesehene Nachrichtensender in Europa.
Abonnieren Sie! http://www.youtube.com/subscription_c

Kosovo - unabhängig und gespalten | DW Deutsch {5:00}

DW Deutsch
Am 15.02.2018 veröffentlicht 
Zehn Jahre nach der Unabhängigkeit schüren ethnische Albaner und Serben den Konflikt im Kosovo. Serbische Nationalisten fordern lautstark die Abspaltung und den Anschluss an Serbien. Besonders tief sind die Gräben in der Stadt Mitrovica.
Mehr zum Thema unter: http://p.dw.com/p/2r9U5

Kurt Gritsch: Der Kosovo-Krieg - Eine gesteuerte Debatte {35:42}

weltnetzTV
Am 13.02.2018 veröffentlicht
Der Kosovo-Krieg: eine gesteuerte Debatte, Dr. Kurt Gritsch (Institut für Zeitgeschichte Innsbruck)
Vom 26.-28.01.2018 fand die IALANA Medientagung in Kassel statt. 350 interessierte BesucherInnen nahmen Teil und folgten aufmerksam dem dichten und hochinteressanten Programmteilen mit vielen äußerst informativen Referaten kompetenter Gäste. Es ging um das Thema „Krieg und Frieden in den Medien“ und die Frage: Kann man ein Leitbild „Friedensjournalismus“, der Wahrheit verpflichtete und deeskalierende Berichterstattung etablieren? Anlass für die Tagung war nicht zuletzt auch die unumstößliche Tatsache, dass das Vertrauen in die Berichterstattung der deutschen Medien zweifelsohne nachgelassen hat.
Auf der Tagung sprachen bzw. diskutierten u.a. Daniela Dahn (Journalistin und Autorin), Max Uthoff (Kabarettist u.a. Die Anstalt und Jurist), Dr. Sabine Schiffer (Institut für Medienverantwortung), Prof. Dr. Günther Rager (TU Dortmund), Maren Müller (Ständige Publikumskonferenz öffentlich-rechtliche Medien e.V.), Markus Fiedler (Lehrer, Autor u.a. von „Die dunkle Seite der Wikipedia“), Prof. Dr. Ulrich Teusch (Autor), Dr. Kurt Gritsch (Institut für Zeitgeschichte Innsbruck), Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz (ehem. ARD), Albrecht Müller (Herausgeber der NachDenkSeiten), Dr. Uwe Krüger (Universität Leipzig), Ekkehard Sieker (u.a. Team Die Anstalt), Prof. Dr. Jörg Becker (Politikwissenschaftler), Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer (ehem. ARD und NDR; Programmbeschwerden), Jens Berger (Redakteur NachDenkSeiten), Pascal Luig (Chefredakteur WeltnetzTV), Jens Wernicke (RUBIKON)) Dr. Ute Finkh-Krämer ((EX-MdB), Reiner Braun (Co-Präsident IPB) und Tilman Wörtz (Peace Counts). Einen musikalischen Höhepunkt setzte zum Abschluss des zweiten Tagungstages Konstantin Wecker mit einem Konzert für die TeilnehmerInnen.
Weltnetz.tv hat an der Medientagung teilgenommen und die einzelnen Beiträge aufgenommen.
Schau dir unser Programm an:
https://weltnetz.tv


Der Kosovo-Konflikt: Weshalb er bis heute nicht gelöst ist {6:16}

NZZ Neue Zürcher Zeitung
Am 07.02.2018 veröffentlicht
20 Jahre sind seit dem Kosovokrieg vergangen, seit 10 Jahren ist das Land unabhängig. Doch der Konflikt zwischen Kosovo und Serbien ist noch immer nicht gelöst. Warum ist das so?

Dr. Kurt Gritsch - Medienpropaganda und Lügen der Politik ebneten den Weg in die Jugoslawienkriege {1:42:37}

NuitDebout Munich
Am 18.06.2018 veröffentlicht
Die Kriege in Jugoslawien zwischen 1991 und 1999 und ihre Folgen
17. Mai 2018
Eggenfelden
Der NATO-Film aus dem Vortrag kann unter ‚Weiterführende Links‘ (unten) auf dieser Internetseite angesehen werden:
https://www.bmvg.de/de/themen/frieden…
Oder unter diesem direkten Link:
https://www.bundeswehr.de/portal/a/bw…
(Video: Enhanced Forward Presence – Bedeutung und Strategie der Battlegroups, Rukla, Litauen, 10.07.2017, 17E22501)
Der promovierte Zeithistoriker Kurt Gritsch geht in seinem Vortrag der Frage nach den Folgen der Kriege im ehemaligen Jugoslawien nach. Er untersucht Ursachen, beleuchtet alternative Möglichkeiten und fragt nach den Bedingungen für eine ökonomische Entwicklung und damit dauerhaften Frieden am Westbalkan.
Dr. Kurt Gritsch (* 1976) ist Historiker und Konfliktforscher. Seine Forschungsschwerpunkte sind Zeitgeschichte, Konfliktforschung, Medien und Rezeptionsgeschichte. Er ist Autor von Büchern und Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und Magazinen, u. a. zum Jugoslawien-Krieg, zum Kosovo-Konflikt zu den arabischen Revolutionen und zum Ukraine-Konflikt.
Katholische Erwachsenenbildung Rottal-Inn-Salzach, IPPNW http://www.keb-ris.de
Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung https://www.ippnw.de
Deutschlands Weg in den Kosovo-Krieg - Es begann mit einer Lüge (WDR)
https://www.youtube.com/watch?v=ZtkQY…


Armenhaus Kosovo: Trotz Milliardenhilfe kein Fortschritt {10:28 – Start bei 3:55}

NEA Berlin
Am 18.03.2015 veröffentlicht
Trotz verschärfter Grenzkontrollen suchen immer noch täglich über hundert Kosovaren ihr Heil in der Flucht nach Deutschland. Sie fliehen vor Arbeitslosigkeit und Korruption. Die einstigen Schutzmächte versprachen einst Aufbauhilfe für die Wirtschaft und den Rechtsstaat. Doch bei den Menschen ist davon nicht viel angekommen.
Weiter: http://www.rbb-online.de/kontraste/ar…

siehe dazu auch:
- Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute: Die Einheit - eine Abrechnung (Daniela Dahn, veröffentlicht im Rowohlt Verlag, Oktober 2019)

Kosovo: enterbte Frauen | Fokus Europa {4:49}

DW Deutsch
Am 08.04.2015 veröffentlicht
Frauen wird im Kosovo häufig das Erbe verweigert. "Grundbesitz gehört nur dem Mann", heißt es im Kanun, dem albanischen Gewohnheitsrecht aus dem Mittelalter. Jetzt streiten immer mehr Frauen vor Gericht um ihr Erbe.
Mehr Fokus Europa: http://www.dw.de/programm/fokus-europ…


aktualisiert am 17.10.2019

Donnerstag, 21. Juli 2016

Juli 1995 – Bosnienkrieg: Das Massaker von Srebrenica

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Srebrenica wurde elf Tage nach Beginn des Bosnienkrieges, am 17. April 1992, erstmals von serbischen paramilitärischen Kräften angegriffen. Dabei kam es zu Plünderungen und Verwüstungen. Am 6. Mai sammelten sich die bosniakischen Truppen zur Rückeroberung der Stadt. Am 8. Mai wurde Goran Zekić, ein Führer der serbischen Gemeinde in einem Hinterhalt ermordet, woraufhin erste Serben aus der Stadt flohen oder vertrieben wurden. Am 9. Mai wurde die Kontrolle über die Stadt durch die bosniakischen Verbände unter Naser Orićgesichert.[10] Zur Vergeltung wurden mehrere serbische Dörfer in der Gegend niedergebrannt, woraufhin die meisten Serben Srebrenica verließen. Die Zahl der tatsächlichen serbischen Opfer ist bis heute umstritten. In einer Dokumentation des Niederländischen Instituts für Kriegsdokumentation wird unter Bezugnahme auf serbische Quellen von mindestens 1000 serbischen Zivilisten ausgegangen.[11] Das Research and Documentation Center in Sarajevo nennt eine Zahl von 424 bzw. 446 serbischen Soldaten und 119 serbischen Zivilisten.[12]
Im Sommer 1992 begann die dreijährige Belagerung der Stadt. Erst im März 1993 traf der erste Hilfskonvoi der UN in Srebrenica ein. Zwischenzeitlich hatte sich die Bevölkerungszahl durch Flüchtlinge aus den umliegenden Gebieten deutlich erhöht. Am 16. April 1993 erklärte der UN-Sicherheitsrat durch die Resolution 819 Srebrenica zur UN-Schutzzone.
Internationale Aufmerksamkeit erfuhren im Juli 1995 die Stadt und die Lage der Flüchtlinge in der bosniakischen Enklave – damals eine UN-Schutzzone –, als bosnische Serben unter Führung des Generals Ratko Mladić die Stadt eroberten und alle männlichen Personen, derer sie habhaft werden konnten, verschleppten und im Massaker von Srebrenica ermordeten.
[Srebrenica, Bosnienkrieg, Wikipedia, abgerufen am 02.05.2019]
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Die bosnisch-serbische Armee und die Paramilitärs marschierten im Juli 1995 aus südlicher Richtung in die Schutzzone ein. Am 9. Juli waren sie nur noch einen Kilometer von der Stadtgrenze entfernt. Widerstand von bosniakischen Truppen oder UNPROFOR-Einheiten blieb fast völlig aus. Das ermunterte Karadžić, den bosnisch-serbischen Verbänden die Erlaubnis zur Einnahme der Stadt zu erteilen.
In Anbetracht dieser Eskalation forderte der Kommandant der Blauhelme, Thomas Karremans, mehrfach NATO-Luftunterstützung an. Umfassende Luftunterstützung blieb jedoch aus. Zwei niederländische Flugzeuge der NATO bombardierten einen Panzer der bosnischen Serben und setzten diesen außer Gefecht. Sofort darauf drohten die bosnischen Serben, bei Fortsetzung von NATO-Luftangriffen würden sie die UNPROFOR-Soldaten, die sie bereits als Geiseln interniert hatten, ermorden. Ferner würden sie die zusammengedrängten Flüchtlingsmassen gezielt unter Beschuss nehmen. Daraufhin wurden alle Bemühungen eingestellt, die eindringenden bosnisch-serbischen Truppen durch Luftangriffe zu stoppen.
[Massaker von Srebrenica, Einmarsch der bosnisch-serbischen Einheiten in die Schutzzone, Wikipedia, abgerufen am 02.05.2019]
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Peter Scholl Latour über die Bosniaken {6:57}

Beautiful Bosnia
Am 29.04.2008 veröffentlicht 
Peter Scholl Latour Doku

Vor 20 Jahren: Bosnien-Rückkehrer {13:23}

SPIEGEL TV
Am 27.11.2016 veröffentlicht 
In Bosnien-Herzegowina verlaufen die Konfliktlinien 1996 längst nicht mehr nur zwischen Moslems, Serben und Kroaten, sondern auch zwischen jenen, die während des Krieges im Lande geblieben sind und jenen, die als Flüchtlinge im Ausland lebten und nach und nach in ihre zerstörte Heimat zurückkehren.

21. Jahrestag des Massakers von Srebrenica - Die Aussöhnung stockt - Das Erste {8:17}

Bayerischer Rundfunk
Am 21.07.2016 veröffentlicht 
Mehr als 10.000 Menschen haben am Friedhof von Potocari des 21. Jahrestages des Massakers im nahegelegenen Srebrenica gedacht. Dabei wurden auch 127 Opfer des schwersten Kriegsverbrechens in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs beerdigt. Vertreter der serbischen Regierung - die das Massaker weiterhin nicht als Völkermord anerkennt - waren nicht anwesend. Der Bürgermeister von Srebrenica hatte der serbischen Staats- und Regierungsspitze auf Wunsch der Familienangehörigen eine Teilnahme an der Gedenkveranstaltung untersagt.
Bayerischer Rundfunk: http://www.ard-wien.de
Autor: Till Rüger

Niederlande: Von der Schuld an Srebrenica | Fokus Europa {5:52}

DW Deutsch
Am 08.07.2015 veröffentlicht 
Der Mord an 8000 Bosniern fand 1995 unter den Augen niederländischer UN-Blauhelme statt. Das Massaker an den fast ausschließlich muslimischen Männern und Jungen wurde zum außenpolitischen Trauma für die Niederlande und die damaligen Soldaten.
Mehr Hintergründe unter: www.dw.com/de/fokus-europa-l%C3%A4nder-menschen-schicksale-2015-07-08/e-18549287-9801

20 Jahre nach Srebrenica – Serbien versucht sich an der Aufarbeitung {5:33}


Bayerischer Rundfunk
Am 03.07.2015 veröffentlicht 
Die Jahorina-Truppe soll für das größte Einzelmassaker während der Schreckenstage nach dem Fall der UN-Schutzzone Srebrenica (mit insgesamt mehr als 8000 Toten) verantwortlich sein. Nur drei Männer haben die Lagerhalle wie durch ein Wunder danach wieder lebend verlassen. Jetzt endlich – 20 Jahre danach – bringt der Belgrader Sonderstaatsanwalt für Kriegsverbrechen die Jahorina-Truppe vor Gericht.
Aber der wichtigste Zeuge will nicht erscheinen. Wir haben Hakija Husejnovic getroffen, der damals das Massaker überlebt hat. Bayerischer Rundfunk: http://www.br.de/wien
Autor: Susanne Glass

Die Kinder der vergewaltigten Frauen in Bosnien {10:12}

Bayerischer Rundfunk
Am 11.08.2014 veröffentlicht 
Das ARD Studio Wien hat bereits 2007 über die Arbeit der NGO "Medica" berichtet. "Medica" unterstützt Opfer, die im Krieg traumatisiert und misshandelt wurden. Ihre Direktorin, Sabiha Husic, ist dieses Jahr von der amerikanischen Organisation "Women for Women International" mit dem Titel "Woman of the World 2014" ausgezeichnet worden.

siehe auch:
Kriegsverbrechen in Bosnien Belastendes Video aufgetaucht (tso/AFP, Tagesspiegel, 06.09.2006)
Zahme Ritter gegen das Böse (Tom Schimmeck, Schimmecks Büro, 1994)
Kriegsverbrechen in Bosnien-Herzegowina (Helsinki Watch, Friedensforum 1/1993)
siehe auch:
- Eine CIA-NGO im Great Game: Das National Endowment for Democracy (Post, 19.02.2016)
- Weder NGO noch kritisch – MEDIENgedanken: Tag der Pressefreiheit am 3. Mai und Reporter ohne Grenzen (Jörg Becker, Neues Deutschland, 30. April 2011, gefunden bei ag-friedensforschung)

Mein Kommentar:
Wir brauchen mehr Reporter vor Ort!
Es ist ein Unding, wenn sich so gut wie alle Berichte über Giftgas-Anschläge in Syrien auf die Weißhelme oder die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte stützen. Die sind ja nicht blöd!
Jede Rebellentruppe, die vom Westen Geld beziehen will, nennt sich heutzutage »demokratisch«, und jede internationale Organisation, die vom Westen einen guten Eindruck machen will, hängt hinter ihren Namen ein »ohne Grenzen«!
Desinformation über Desinformationskampagnen (Post, 10.10.2018)
- Die »zuverlässigen Quellen« des Mainstreams (Post, 12.05.2018)

Reinhard Mey: Sei wachsam (live) . Album : "Leuchtfeuer" (1996) {5:43}

Videolog2010
Am 07.04.2013 veröffentlicht 
Besser kann man einen Aufruf kaum formulieren. 1996 enstanden und immer noch aktuell.
zuletzt aktualisiert am 02.05.2019