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Donnerstag, 24. Mai 2018

Rohingya: ein Beispiel, wie sich die Islamisten die Schwarz-Weiß-Malerei des Westens zunutze machen

Unter den mindestens 53 mit Messern, Spaten und Eisenstangen ermordeten Opfern waren zehn Frauen und 23 Kinder - 14 davon jünger als acht Jahre


In der birmanischen Provinz Rakhine griff die islamistische Arakan Rohingya Salvation Army (ARSA) am 25. August 2017 30 Polizeiposten und Armeestützpunkte an. Die in den Wochen darauf folgenden kriegerischen Auseinandersetzungen veranlassten einen großen Teil der Bevölkerung, das Konfliktgebiet zu verlassen: Ethnische Birmanen (Bamar) flohen ins Landesinnere, moslemische Bengalischsprecher, für die sich in den 1990er Jahren in westlichen Medien der Name "Rohingya" etablierte, eher über die Grenze nach Bangladesch - in das Gebiet, aus dem ihre Vorfahren während der britischen Kolonialzeit einwanderten.

In vielen westlichen Medien werden diese Ereignisse sehr verkürzt dargestellt: Rohingya waren dort eine verfolgte Minderheit, Bamar deren Verfolger (vgl. Wird Rakhine der neue Kosovo? und Aung San Suu Kyi kritisiert "Fake News" über Konflikt in Rakhine). Dabei fiel unter den Tisch, dass die ARSA (die früher "Harakah al-Yakin" hieß - also "Glaubensbewegung"), den Erkenntnissen der International Crisis Group (ICG) nach enge Verbindungen zu pakistanischen und saudischen Islamisten hatte.

Zwangskonvertierte Frauen sollten behaupten, die Täter seien Buddhisten gewesen


Am 24. September meldete die birmanische Armee die Entdeckung eines Massengrabes mit den Leichen von 20 Erwachsenen und acht Kindern (vgl. Birma: UN-Beobachter und ein Massengrab). Am Tag darauf fand man 17 weitere verscharrte Tote. Die Getöteten waren nach Angaben der Streitkräfte Hindus, die "auf grausame Weise" von islamistischen Kämpfern der ARSA getötet wurden.
mehr:
Amnesty-Bericht bestätigt Rohingya-Massaker an Hindus in Birma (Peter Mühlbauer, Telepolis, 24.05.2018) 
siehe auch:

Mittwoch, 10. Januar 2018

Heute vor 70 Jahren – 4. Januar 1948: Birma (ab 1989 Myanmar) wird unabhängig

Zwischen Unabhängigkeit und Isolation 

Burma (deutsch: Birma) war von den Briten in drei Kriegen bis 1885 unterworfen und der Kronkolonie Indien angegliedert worden. 1937 erhielten die Burmesen beschränkte Selbstverwaltung. Im Zweiten Weltkrieg führten Kommunisten und Studenten der »Burma lndependence Army« unter ihrem Kommandeur Aung San (1915-1947) den Befreiungskampf gegen Briten und Japaner, die Südostasien teils erobert hatten. Nach dem Krieg handelte Aung San mit Indiens Vizekönig Lord Mountbatten die Bedingungen für die Unabhängigkeit seines Landes aus, wurde aber mit anderen führenden Politikern am 19. Juli 1947 von politischen Rivalen während einer Kabinettssitzung ermordet. 
Der britische Premierminister Clement Attlee (stehend) bei der Unterzeichnung
des Unabhängigkeitsvertrags mit Burma, 17.10.1947

Ab 1948 führte U Nu (1907-1995) das Land mit kurzen Unterbrechungen als Ministerpräsident. General Ne Win (1911-2002) riss 1962 die Macht an sich und errichtete eine brutale Militärdiktatur, die das Land international isolierte. Nach seinem Rücktritt 1988 formierte sich demokratischer Widerstand unter Aung San Suu Kyi (* 1945), der Tochter Aung Sans. Ein Machtwechsel nach dem Sieg ihrer Partei bei Parlamentswahlen scheiterte jedoch. 

Die Friedensnobelpreisträgerin (1991) stand lange unter Hausarrest und das Militär schlug mehrere Protestbewegungen nieder. Seit 2011 öffnet sich das Land (seit 1989 Myanmar) behutsam. Im November 2015 gewann Aung San Suu Kyis Partei die Parlamentswahlen


Harenberg – Abenteuer Geschichte 2018 

Geheimwaffe auf Schienen - Die Thailand-Burma-Eisenbahn [Doku Geschichte 2017] | NEU in HD {41:26}

am 06.04.2017 veröffentlicht
BrandNeueDokus 2017  
Sie kostet tausende von Kriegsgefangenen das Leben: Die Thailand-Burma-Eisenbahn. Um den strategischen Angriff auf die britische Kolonie in Indien vorzubereiten, plant Japan eine Zugstrecke durch dichten Dschungel und unwegsames Gelände. Die Dokumentation zeigt die Höllenqualen, die die britischen, niederländischen und asiatischen Arbeiter beim Bau der Strecke durchleben mussten und mit welcher Grausamkeit die japanischen Ingenieure vorgingen. Dazu lässt sie Experten und Historiker zu Wort kommen.

Aung San Suu Kyi - Ein Leben für Myanmar [HD, Doku] {1:14:15}
am 18.08.2013 veröffentlicht
Yong Niesha  
Für die Birmanen verkörpert Aung San Suu Kyi Freiheit und Demokratie. Der Westen, der ihren Namen mit Frieden und Versöhnung in Birma gleichsetzt,  

" Die Rohingya, Myanmarer und Muslime." - Mit offenen Karten | ARTE {12:32}

am 25.11.2017 veröffentlicht
der Wolpertinger.     
Die Rohingyas sind die muslimischen Einwohner des birmanischen Rakhaing-Staates, das Volk, das weltweit am schlimmsten unter Verfolgung leidet. Im September 2017 flohen eine halbe Million Rohingyas vor den Repressalien der birmanischen Armee – die größte ethnische Säuberung, die es jemals in diesem Land gab. Die Ablehnung einer muslimischen Minderheit in einem überwiegend buddhistischen Land ist nichts Neues und nur der sichtbarste Teil noch viel weiterreichender Probleme.
Myanmar ist ein Vielvölkerstaat mit rund 52 Millionen Einwohnern, die 135 verschiedenen Ethnien angehören. Die größte Ethnie ist mit 70 % Bevölkerungsanteil die der Birmanen. Die Shan sind die zweitgrößte Volksgruppe und leben hauptsächlich im Shan-Staat des Landes, in Gebieten ab etwa 1000 Metern Höhe.
6,2 % stellen die überwiegend christlichen Karen und 2,4 % gehören zu den Mon.
Menschenrechtsorganisationen werfen Regierung und Militär Menschenrechtsverstöße wie Zwangsarbeit, Zwangsräumung von Dörfern, Folter, Vergewaltigungen und Einsatz von Kindersoldaten in den bis heute andauernden Kämpfen gegen Aufständische vor, vor allem gegen ethnische Minderheiten wie die Karen und Rohingya.
Hauptsächlich im Rakhaing-Staat leben etwa 730.000 Arakanesen. Ebenfalls im Rakhaing-Staat leben die muslimischen Rohingya, denen der Status als Volksgruppe verwehrt wird. Die Rohingya werden vom Staat nicht als ethnische Gruppe anerkannt, erhalten nicht die myanmarische Staatsangehörigkeit und gelten laut den Vereinten Nationen als „am stärksten verfolgte Minderheit der Welt“. Sie sprechen eine eng mit dem Bengali verwandte indogermanische Sprache. Viele von ihnen sind nach Bangladesch geflohen.
Als 2012 die Gewalt in Rakhaing eskalierte, gründeten radikale Buddhisten die 969-Bewegung, eine Kampagne, um 'Rasse und Religion' zu schützen. Ursprünglich ist 969 ein buddhistisches Symbol. Die Ziffern verkörpern die 'drei Juwelen' der buddhistischen Lehre. Von der 969-Bewegung wird die Zahl jedoch für nationalistische Propaganda genutzt, indem Aufkleber an buddhistische Läden angebracht werden, um andere Buddhisten darauf hinzuweisen, dieses Geschäft zu unterstützen. Muslimische Geschäfte sollen hingegen boykottiert werden, weswegen Wirathu (Obermönch) auch als 'Adolf Hitler Myanmars' bezeichnet wird.
Nachdem Myanmar international aufgrund der Flüchtlingskrise massiv in die Kritik geraten war, äußerte sich Aung San Suu Kyi erstmals am 19. September 2017 öffentlich in einer Rede in Myanmars Hauptstadt Naypyidaw zur Lage der Rohingya und verurteilte Menschenrechtsverletzungen. Sie kündigte neue Bemühungen um eine friedliche Lösung an und bat die internationale Gemeinschaft um Geduld. Auch gab Aung San Suu Kyi an, dass die meisten Dörfer der Region Rakhine nicht von der Gewaltwelle betroffen seien. Sie lud ausländische Diplomaten ein, Rakhine zu besuchen, um sich über die dortige Lage zu informieren. Vor ihrer Rede hatten die USA die Regierung von Myanmar aufgefordert, das Vorgehen des Militärs gegen die Rohingya zu beenden.
Im November 2017 gab das myanmarische Außenministerium bekannt, eine gemeinsame Absichtserklärung mit Bangladesch unterzeichnet zu haben, die eine Rückführung der geflohenen Rohingya ermöglichen soll. Laut der Regierung von Bangladesch soll die Rückführung binnen zwei Monaten beginnen. Die Zustände in den überfüllten Flüchtlingslagern in Bangladesch gelten als katastrophal. Die Zahl der dortigen Flüchtlinge wird auf mehr als 620.000 Rohingya geschätzt. Nachdem Menschenrechtsexperten die Gewalt gegen die Rohingya als „Völkermord“ sowie einige Staaten und die Vereinten Nationen sie als „ethnische Säuberungen“ verurteilt hatten, warf auch der nach Myanmar gereiste US-amerikanische Außenminister Rex Tillerson Myanmar erstmals „ethnische Säuberungen“ vor.
Beitragslänge: 12.33 Minuten
Erstausstrahlung: 25.11.2017
Video in französischer Sprache: https://youtu.be/6Ljk8qr7Mgc
Aktuelle Nachrichten/News zum Thema: https://news.google.com/news/search/s...
Live News Map zum Thema: http://myanmar.liveuamap.com/
,969’ und ,786’ – Oder die Angst vor einer islamischen Invasion: https://www.asienhaus.de/fileadmin/up...
Bücher/Lektüre zum Thema: https://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_nos...
Spielfilme zum Thema:
Das Leid der Rohingya - https://www.youtube.com/watch?v=t73Og...
The Floating Man - https://www.youtube.com/watch?v=i8Dnq...
Die Bevölkerungsuhr und Wirtschaftsuhr von Myanmar: http://countrymeters.info/de/Myanmar
Nach Myanmar reisen: https://wikitravel.org/de/Myanmar
Original DVD/VOD in der ARTE-Boutique: https://boutique.arte.tv/detail/ddc_r...
Quelle: https://www.arte.tv/de/videos/RC-0140...


Mittwoch, 3. Januar 2018

Auch in Myanmar hat Soros seine Finger drin

Der Rohingya-Konflikt ist nur einer unter vielen, die von westlichen Medien kaum wahrgenommen werden, ihnen liegt ein entfesselter Nationalismus zugrunde

Seit vielen Monaten ist Myanmar, das ehemalige Burma, im Zentrum des medialen Interesses. Die Rohingya, eine muslimische Volksgruppe, wird von Soldaten des burmesischen Militärs, oder von Mobs aus der lokalen Bevölkerung systematisch vergewaltigt, getötet und ins benachbarte Bangladesch vertrieben. Führende UNO-Diplomaten sprechen von "ethnischen Säuberungen wie aus dem Lehrbuch", Frankreichs Präsident Macron vom Genozid.

Die Massaker und die Massenflucht lenken von der Tatsache ab, dass dieser Konflikt nicht der einzige ist, der in Myanmar gegenwärtig ausgetragen wird. Im Nordosten des Landes flammen immer wieder Kämpfe auf, infolge derer ebenfalls unzählige Zivilisten fliehen müssen und getötet werden. Diese Ereignisse werden von westlichen Medien kaum wahrgenommen oder gänzlich ausgeblendet, weil sie sehr komplex sind und nicht ins Bild eines von friedliebenden Buddhisten bewohnten Hoffnungslandes passten. Diesen Konflikten liegt ein lange kontrollierter und nun entfesselter Nationalismus zugrunde, der seit Jahrzehnten von der Militärregierung kultiviert und zum Rang der Staatsdoktrin erhoben wurde.
mehr:
- Ursachen der zahlreichen Konflikte im Vielvölkerstaat Myanmar (Marcin Pietraszkiewicz, Telepolis, 02.01.2018, beachte auch die Kommentare!)
It is well-known, although forbidden for the establishment media to mention, that Soros worked closely with USAID, the National Endowment for Democracy (now doing work formerly assigned to the CIA), the International Republican Institute, the National Democratic Institute for International Affairs, the Freedom House, and the Albert Einstein Institute to initiate a series of color revolutions in Eastern Europe and Central Asia following the engineered collapse of the Soviet Union. [George Soros admits to funding the Ukraine crisis, HangTheBankers, 02.06.2014]

Die Buchautoren Mira Beham und Jörg Becker [#10. Jörg Becker und Mira Beham: Operation Balkan: Werbung für Krieg und Tod, Baden-Baden 2006.#] haben 31 PR-Agenturen erfasst, die für alle nichtserbischen Kriegsparteien tätig waren. Allein Kroatien gab mehr als fünf Millionen US-Dollar an US-Agenturen, um die öffentliche Meinung in seinem Sinn zu beeinflussen. Propaganda-Ziele dieser Agenturen waren unter anderem: Darstellung der Serben als Unterdrücker und Aggressor, wobei sie mit den Nazis gleichzusetzen und entsprechend emotional geladene Begriffe zu etablieren sind; Darstellung der Kroaten und Bosnier als unschuldige Opfer, wobei die Eroberung der serbischen Krajina als legal hinzustellen ist; Völkermordanklage gegen Jugoslawien und Miloševic´ in Den Haag; günstige Verhandlungsergebnisse für die albanische Seite in Rambouillet und Sezession Montenegros.
Besonders hervorgetan hat sich die PR-Agentur Ruder Finn aus Washington, D.C. Ihr Direktor James Harff prahlte im französischen Fernsehen, wie professionell sie einen Artikel aus dem New York Newsday über serbische Lager aufgegriffen hätten: „Es gehört nicht zu unserer Arbeit, den Wahrheitsgehalt von Informationen zu prüfen. Unsere Aufgabe ist es, uns dienliche Informationen schneller zu verbreiten. Wir überlisteten drei große jüdische Organisationen und schlugen vor, dass diese eine Annonce in der New York Times veröffentlichen und eine Demonstration vor der UNO organisieren. Das war ein großartiger Coup. Als die jüdischen Organisationen in das Spiel auf Seiten der muslimischen Bosnier eingriffen, konnten wir sofort in der öffentlichen Meinung die Serben mit den Nazis gleichsetzen. Niemand verstand, was in Jugoslawien los war. Mit einem einzigen Schlag konnten wir die einfache Story von den guten und den bösen Jungs präsentieren, die sich ganz von allein weiterspielte. Niemand konnte sich mehr dagegen wenden, ohne des Revisionismus angeklagt zu werden. Wir hatten hundert Prozent Erfolg.“[#11. James Harff, interviewt von Jacques Merlino, stellvertretender Direktor des 2. französischen Fernsehens, im April 1993.#] Ob Verteidigungsminister Scharping das Blaue vom Bombenhimmel log oder sich in seiner Einfalt belügen ließ, werden wir nicht mehr erfahren. Untermalt von gefälschten Fotos des Fußballstadions in Priština, die die Agentur Ruder Finn verbreitete, brachte er die Mär von Konzentrationslagern auf. Er behauptete, von den Serben „werden Selektionen vorgenommen, und ich sage bewusst Selektionen“, und er schreckte nicht davor zurück, die „Ermordung der geistigen Elite“ zu beklagen. Die als ermordet gemeldeten Albaner tauchten jedoch später wieder auf. [Daniela DahnFrieden muss gestiftet werden. Exempel Kosovokrieg oder: das Völkerrecht als Gegner, 18.09.2014, veröffentlicht in: Blätter für deutsche und internationale Politik 11/2014, zu finden auf Daniela Dahns Homepage, abgerufen am 04.01.2018, Hervorhebung und Links von mir]

Sein größter Coup aber gelang ihm für die amerikanische Tabakindustrie. George Washington Hill, der Chef der American Tobacco Company, engagierte den kühnen Strategen 1929, um mit seiner Hilfe den riesigen Markt weiblicher Raucher zu erobern. Eine rauchende Frau, das war in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in den USA noch ein Skandal. Bernays brach das Tabu. Für die traditionelle Osterparade auf der Fifth Avenue in New York engagierte er eine Gruppe Feministinnen, die während des Umzuges aus ihren Strumpfbändern Zigaretten zogen und diese in aller Öffentlichkeit rauchten. An die Presse hatte er die Information gegeben, dass während der Parade Frauenrechtlerinnen "Fackeln der Freiheit" entzünden würden. Die Fotografen waren zur Stelle, die Tageszeitungen berichteten am darauffolgenden Tag über das unerhörte Ereignis. Die Zigarette wurde zum Symbol der emanzipierten Frau - und sein Auftraggeber American Tobacco erzielte mit seiner Marke Lucky Strike gigantische Umsätze.

Der Kniff Bernays': Er schuf ein Ereignis, das Ereignis schuf eine Nachricht und diese Nachricht schuf eine Nachfrage für das, was er verkaufen wollte. Mit der richtigen PR-Strategie - so seine Botschaft - kann jedes Produkt zum Verkaufsschlager, jeder Politiker zum Siegertypen werden. Bernays Methode war Reklame auf Umwegen. Wer Klaviere verkaufen möchte, der preist diese nicht direkt an, sondern er macht das häusliche Musikzimmer mit Hilfe von Stararchitekten zur Mode. Haben die Menschen erst ein Musikzimmer, so das Kalkül des Werbewundermanns, verkaufen sich Klaviere von allein.

Der Erfinder des "American Breakfast"

Einen solchen Umweg nahm Bernays auch, als der Lebensmittelhersteller Beech-Nut Company mit seiner Hilfe die Schinkenverkaufszahlen steigern wollte. Er erfand kurzer Hand das "American Breakfast" mit Schinken und Ei und beeinflusste die Frühstücksgewohnheiten der Amerikaner damit nachhaltig. Hierfür ersann Bernays als erster ein Expertenkomitee für PR-Zwecke. Mehrere bekannte Ärzte bezahlte er dafür, unter ihren Kollegen eine Umfrage durchzuführen, ob ein leichtes oder ein herzhaftes Frühstück gesünder sei. Wenig überraschend gewann das herzhafte Frühstück mit Schinken und Ei, die Nachricht wurde in den Zeitungen verbreitet. Gesundheitsbewusst folgten die Amerikaner den Ratschlägen der Ärzte. "Bacon and Eggs" wurde zum neuen Nationalfrühstück.

Bernays' Einsicht war so simpel wie wirkungsvoll: Menschen können über Meinungsführer gelenkt werden. Ein moderner Propagandist bedient nicht eine Mode, er schafft neue Moden, so das Credo des Werbekünstlers. Dazu machte er sich die großen Geister und bekannten Gesichter der Gesellschaft zu nutze – Schauspieler, Architekten oder eben Ärzte und Wissenschaftler.
 
[PR-Erfinder Bernays: Der Überzeugungstäter, Philipp Schnee, SPON, 30.09.2009]
siehe auch:
- Ich schaue nicht auf die sozialen Konsequenzen meines Tuns (NPR.News, 01.12.2017)
- Gastbeitrag: Was ist in Myanmar los? Über die wahren Hintergründe werden wir massiv getäuscht (Post, 22.10.2017)
- Der politische Islam gegen China (Thierry Meysan, Voltaire.net, 03.10.2017)
- George Soros und die ethnischen Säuberungen in Myanmar (Post, 12.09.2017)
- Aung San Suu Kyi – preisgekrönte Freiheitskämpferin zwischen den Stühlen (Post, 09.09.2017)
- NGOs im Great Game… Die National Endowment for Democracy (Post, 19.02.2016)
- Die CIA bei den Uiguren (Post, 07.12.2014)
Edward Bernays: Spindoktor und Schöpfer der PR (Klaus Uhrig, Bayerischer Rundfunk, 01.02.2013, Sendemanuskript, PDF)
PR-Erfinder Bernays: Der Überzeugungstäter (SPON, 30.09.2009)


Sonntag, 22. Oktober 2017

Gastbeitrag: Was ist in Myanmar los? Über die wahren Hintergründe werden wir massiv getäuscht

Schon seit einigen Jahren - seit Ende August 2017 nun massiv - berichten Nachrichten-Medien eindringlich und dramatisch über die gewaltsame Vertreibung der moslemischen Minderheit der Rohingya aus der burmesischen Grenzprovinz Rakhine (auch Arakan genannt) durch die Armee Myanmars (Burmas). Fast immer wird dabei betont, dass auch Teile der buddhistischen Bevölkerung sowie buddhistische Mönche sich daran in Wort und Tat beteiligen. Dass die Buddhisten dieser Region jedoch vor den Angriffen der islamischen Terrororganisation „Arakan Rohingya Salvation Army (ARSA) in die andere Richtung fliehen, wird hierbei nicht erwähnt. Besonders scharf wird inzwischen die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi wegen ihres (angeblichen) Schweigens zu den Vorgängen angeprangert und bereits die Aberkennung ihres Nobelpreises gefordert. (Gegenüber dem Friedensnobelpreisträger und US-Präsidenten Barack Obama, der während seiner gesamten 8-jährigen Amtszeit ständig mehrere Kriege führte, eine Vielzahl von Menschen durch ferngelenkte Drohnen töten und das Folterlager Guantanamo, entgegen seinem Wahlversprechen, weiter bestehen ließ, wurde diese Forderung nie erhoben!) 

Ohne Zweifel gibt es in Burma (und in anderen asiatischen Ländern) auf buddhistischer Seite seit einigen Jahren einige inzwischen sehr einflussreich gewordene Mönche, die eine unakzeptable, hasserfüllte rassistische Hetze und pauschale Demagogie gegen sämtliche Moslems betreiben. (Solche Leute haben wir aber auch massenhaft in Deutschland, auch unter Christen und leider auch unter Buddhisten und sogar im Dachverband, der DBU. Wir schauen aber geflissentlich weg). Dass die Mehrheit der burmesischen Bevölkerung und die Mehrheit des burmesischen Mönch- und Nonnen-Sangha dem aber nicht folgen, dass sich die nationale Sangha-Leitung und eine Vielzahl von prominenten Mönchen, Dhamma- und Vipassana-Lehrern davon ausdrücklich distanziert haben, wird in der weltweiten Berichterstattung und insbesondere im Westen mit keinem Wort erwähnt. Auch in unseren Medien herrscht so pauschale einseitige Verurteilung. Ja, es muss gesagt werden, dass die Vorgänge in Myanmar und Bangladesh in den westlichen und insb. deutschen Medien auf eine geradezu extrem einseitige, verfälschende und den Buddhismus pauschal diffamierende Weise dargestellt werden. 

Während es in der westlichen Welt seit 20 Jahren ständig zu schlimmsten mörderischen Terrorangriffen gegen unschuldige Menschen durch islamistische Fundamentalisten kommt und die Medien seit dem 11.9.2001, was Religion betrifft, nur noch das Thema Islam, Islam, Islam kennen und hier seither pausenlos über die Integrierbarkeit des Islam in die aufgeklärte westliche Kultur und Gesellschaft gestritten wird, wird eine Auseinandersetzung über genau dieselbe Problematik den buddhistischen Ländern und Menschen Asiens nicht zugestanden und nun ein ausgesprochen scheinheiliger Betroffenheits- und Solidaritäts-Medienhype gegenüber den sehr, sehr weit entfernten Flüchtlingen zelebriert. Zugleich ertrinken täglich vor den Mittelmeerküsten Europas Hunderte bis Tausende Flüchtlinge, vegetieren Millionen Syrer und Iraker in türkischen, arabischen und afrikanischen Flüchtlingslagern vor sich hin, Menschen in großer Not, die Europa nicht haben will. Und „Abschiebung“ ist längst zum liebsten Wort vieler Deutscher geworden. Was für eine schamlose Doppelmoral.

Auch ist nichts davon zu hören, dass die seit Jahren zunehmenden Spannungen zwischen Moslems und Buddhisten in ganz Asien mit der barbarischen Zerstörung der einzigartigen historischen Buddhafiguren, Mönchshöhlen und Wandmalereien von Bamiyan in Afghanistan und von Tausenden „griechischen“ Buddhafiguren im Nationalmuseum von Kabul durch die (von Saudi-Arabien finanzierten und gesteuerten) Taliban begonnen haben. Auch nichts davon, dass Al Quida schon seit Jahren terroristische Aktivitäten in Burma und anderen buddhistischen Ländern plant, dass in zahlreichen islamischen Ländern Asiens seit langem fanatische und hasserfüllte Demonstration mit dem Verbrennen von Bildern und Fahnen gegen Burma, Aung San Suu Kyu und den Buddhismus stattfinden. Auch nichts davon, dass die Minderheit der ca. 1 Million Theravada-Buddhisten in Bangladesh (wohl die älteste buddhistische Sangha der Welt) schon seit der Unabhängigkeit des Landes aufs schwerste unter der Diskriminierung, Verfolgung und Vertreibung durch die moslemische Mehrheit und Regierung zu leiden hat und vor ihrer Auslöschung steht. Siehe dazu: www.buddhanetz.org (Aktuelles) und http://paritosh-chakma.blogspot.de/2012/10/the-buddhist-world-erupted-in-protests.html

Die Hintergründe und Ursachen für die derzeitige, zweifelslos furchtbare und für Praktizierende der Lehre des Buddha nicht zu rechtfertigende, antimuslimische Propaganda und Hetze mit zahlreichen schlimmen Gewaltereignissen von buddhistischer Seite gegenüber Menschen anderer Ethnie und Religion habe ich versucht, bereits vor ein paar Jahren in einem Aufsatz unter dem Titel „Burma im Zwiespalt - zwischen Demokratie und Nationalismus“ aufzuzeigen. Er wurde im September 2013 in der Zeitschrift „Ursache und Wirkung“ abgedruckt und ist auch auf meiner Internet-Homepage zu finden: http://www.buddhanetz.org/aktuell/zwiespalt.pdf Ebenso hier im Anhang.

Dass die Probleme und Ereignisse jedoch weit komplexer und weniger einseitig verursacht sind, sollen nachfolgend nochmal drei, für ihre Unparteilichkeit (was Islam und Buddhismus betrifft) verlässliche Quellen zeigen. Hier ein aktuelles Radiointerview des Deutschlandfunks mit dem Asienexperten und evangelischen Theologen Hans Bernd Zöllner aus Hamburg (er lebt seit vielen Jahren in Burma). „Die Buddhisten haben Angst, von Muslimen verdrängt zu werden"  http://www.deutschlandfunk.de/myanmar-buddhisten-haben-angst-von-muslimen-verdraengt-zu.886.de.html?dram:article_id=395675

Zum anderen zwei Beiträge des Völkerkundlers und Journalisten Peter Mühlbauer vom 9.9.2017 aus der seit Jahren von Vielen für ihre gründlich recherchierten Hintergrundberichte sehr geschätzten Nachrichten-Plattform Telepolis (Heise-Verlag) mit dem Titel: „Aung San Suu Kyi kritisiert ‚Fake News‘ über Konflikt in Rakhine“ 
https://www.heise.de/tp/features/Aung-San-Suu-Kyi-kritisiert-Fake-News-ueber-Konflikt-in-Rakhine-3825685.html 

Der Beitrag zeigt auf, wie sehr hinter diesen Unruhen – wie in so vielen anderen Fällen, die mit dem Islam zu tun haben – die weltweiten Machenschaften des radikalfundamentalistischen (wahabitischen) Islamismus Saudi-Arabiens zu finden sind und wie hierbei mit erfundenen und gefälschten Bildern und Nachrichten (fake news) weltweit Hass und Hetze gegen Buddhisten und Burmesen geschürt wird. Des weiteren der Beitrag: „Wird-Rakhine-der-neue-Kosovo“, der aufzeigt, wie in den Vorgängen in Myanmar eine Strategie wiederzuerkennen ist, die bereits in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts das einstige Jugoslawien in seiner staatlichen Einheit zerstörte und viele Tausende Tote kostete (auch hier zog vor allem Saudi-Arabien die Fäden): 
https://www.heise.de/tp/features/Wird-Rakhine-der-neue-Kosovo-3827286.html 

Aber da gibt es noch weitere, sehr gut verstecke, bzw. verschwiegene Strippenzieher im Hintergrund. Der obigen Beitrag nennt den weltweit reichsten und gewissenlosesten US-Börsen-Spekulanten George Soros. Er ist aber nur eine Seite davon. Tatsächlich geht es bei dem ganzen Geschehen um den großen Konkurrenzkampf oder ökonomischen Krieg, der schon lange das globale Weltgeschehen am stärksten prägt, nämlich den Kampf zwischen den USA und China um den Zugriff auf die derzeit wichtigsten Rohstoffe und Energieträger: Erdöl und Erdgas. Eben diese beiden „Bodenschätze“ sind seit über 100 Jahren die wichtigsten und fatalsten Ursachen fast aller Kriege und Weltkriege. Und von Erdöl und Erdgas (und anderen Kohlenwasserstoffen) hat Burma vor seinen Küsten sehr viel, bisher kaum ausgebeutet (und das in Zeiten, wo beides zu Ende geht). Und so hat China in genau jener Region, um die es derzeit geht, bereits mächtig investiert und Pipelines nach China verlegen lassen, um diese Schätze auszubeuten. Mit diesen kann China auch seinen Öltransport aus den arabischen Ländern nach China um ein Vielfaches an Entfernung verkürzen. Und schließlich soll bei der Stadt Kyaukphyu – exakt der Hauptstadt des Rakhine-Gebietes – die mächtigste industrielle Sonderzone Myanmars, ja, eine der bedeutendsten ganz Südostasiens entstehen. Siehe Wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/Kyaukpyu 

Dasselbe Zugriffs-Interesse auf diese Reichtümer haben aber auch mächtige US-amerikanische Energie-Konzerne und Investoren wie z.B. George Soros (möglicherweise auch Saudi-Arabien dessen Ölreichtum zu Ende geht). Soros ist die Person, die schon seit vielen Jahren von der Verfolgung der Rohingya in Burma spricht und seit langer Zeit großes Interesse an „Veränderungen in Burma“ bekundet. Von ihm stammt auch der in diesem Zusammenhang inzwischen stereotyp wiederholte Satz, dass es sich bei den Rohingya um „die am meisten verfolgte Minderheit der Welt“ handele (was eine krasse Blindheit darstellt), Vor kurzem sprach er sogar vom „Holocaust“ an den Rohingya. Und Soros ist einer der mächtigsten Medienmogule und Meinungsmacher der westlichen Welt. Der folgende Beitrag aus der Internet-Tageszeitung „International Tech Times“ deckt diese letztlich wichtigsten Hintergründe der Sache klar auf. 
http://www.epochtimes.de/china/rohingyia-myanmar-soros-erdgas-und-china-soros-erdgas-und-china-das-verbirgt-sich-hinter-der-krise-in-myanmar-a2212852.html

Über all das hinaus werden die Vorgänge in Myanmar nun aber auch von interessierter Seite in Deutschland gezielt dazu benutzt, um den Buddhismus pauschal auf grobe Weise zu diffamieren. Hierbei tut sich schon seit Jahren der Berliner Religionswissenschaftler Hartmut Zinser, Professor am Institut für Religionswissenschaft der Freien Universität Berlin besonders hervor. Ihm (wie auch dem Münchner evangelischen Theologie-Professor Friedrich Wilhelm Graf) dienen die Ereignisse dazu, seine (ihre) schon lange verbreiteten Aussagen glaubhaft zu machen, dass sich der Buddhismus Asiens in nichts von der blutigen Gewaltgeschichte des Christentums unterscheide. (Wohl wissend, dass es dort nie gewalttätige Missionierung gab, nie Kreuzzüge gegen andere Religionen, nie grausame Ketzerverfolgung, Folter und Hexenverbrennung, nie einen buddhistischen Kolonialismus und nie einen gewaltsamen Widerstand oder gar Krieg gegen die Vertreibung und Vernichtung des Buddhismus aus Indien, Zentralasien, Indonesien usw.). 

In einer Sendung des Deutschlandfunks vom 17.6.2015 mit dem Titel: Rohingya in Deutschland, Die muslimische Minderheit aus Myanmar vernetzt sich“ heißt es: „Buddhismus und Gewalt – ist das nicht eigentlich ein Widerspruch?“ Der Religionswissenschaftler Hartmut Zinser: "Wenn man in Europa den Buddhismus als besonders friedfertig ansieht, dann macht man sich ein Wunschbild. Zwar sind die Lehren von Buddha friedfertig und er predigt Gewaltlosigkeit, aber der Buddhismus hat eine zweieinhalbtausendjährige Geschichte, die genauso von Blut und Schwert und Tränen gekennzeichnet ist wie das Christentum." In seinem kürzlich veröffentlichten Buch "Religion und Krieg" beschreibt Zinser wie Buddhisten die Anwendung von Gewalt  rechtfertigen: "Nach dem Buddhismus gibt es ja eigentlich kein Ich. Wenn es das Ich nicht gibt, weil es eine Illusion ist von Wahrnehmungsinstanzen, dann kann man es auch nicht töten. Das ist dann so, wie wenn Sie ein Spiegelbild erschlagen: Da erschlagen Sie auch das Nichts, und folglich sind Sie nicht an einer Sünde oder an einem Verbrechen beteiligt. Eine weitere Strategie ist, wenn man die Buddha-Weihe erhält, werden alle vergangenen Verbrechen gelöscht. Also holt man sich jährlich die Buddha-Weihe als Krieger. Da werden noch andere Sachen eingesetzt: die nationale Gemeinschaftsbildung. Aber die ist eben buddhistisch und da hat jemand anderes nichts zu suchen.“ http://www.deutschlandfunk.de/rohingya-in-deutschland-die-muslimische-minderheit-aus.886.de.html?dram:article_id=323374

Das ist eine geradezu unfassbar demagogische Verfälschung  der zentralen Lehre des Buddha von Nichtich (anatta) und Leerheit (sunyata), welche nicht eine Grundlage für das Recht auf Töten sondern für die Erfahrung von grenzenloser Verbundenheit und liebendem Mitgefühl mit allen empfindenden Wesen ist. Das zentrale ethische Grundprinzip des Buddha, das hier wie für die Vorgänge in Asien gilt, unterschlägt Zinser darum auch vorsätzlich (wie kann eine solche Person Prof. für Religionswissenschaft an einer der bedeutendsten Universitäten Deutschland sein?) 

Hier zur Erinnerung: Der erste Satz der pañca sila heißt: Pānātipata veramanī sikkhāpadam samādiyāmi – „Kein lebendes Wesen zu töten oder zu verletzen, diese Übungsregel nehme ich auf mich.“

Hören wir damit auf, uns von bestimmten unheilsamen Interessen so massiv täuschen und diffamieren zu lassen.

siehe auch:
- Myanmar: "Buddhisten haben Angst, von Muslimen verdrängt zu werden" (Hans Bernd Zöllner im Gespräch mit Monika Dittrich, Deutschlandfunk, 30.09.2017)
- Aung San Suu Kyi kritisiert "Fake News" über Konflikt in Rakhine (Peter Mühlbauer, Telepolis, 09.09.2017)
- Wird Rakhine der neue Kosovo? (Peter Mühlbauer, Telepolis, 12.09.2017)
- Soros, Erdgas und China: Das verbirgt sich hinter der Krise in Myanmar (Epoch Times, 10.09.2017)
- Burma im Zwiespalt – Zwischen Demokratie und Nationalismus (Franz-Johannes Litsch, Engagierter Buddhismus, September 2013, PDF)

Franz Johannes Litsch

Dienstag, 12. September 2017

George Soros und die ethnischen Säuberungen in Myanmar

Was wollen George Soros, Saudi-Arabien und China in Birma?

In der birmanischen Provinz Rakhine gibt es seit einem Angriff der islamistischen Arakan Rohingya Salvation Army (ARSA) kriegerische Auseinandersetzungen zwischen dieser Guerillagruppe und der Armee, die einen großen Teil der Bevölkerung veranlassten, das Konfliktgebiet zu verlassen: Ethnische Birmanen (Bamar) fliehen ins Landesinnere, moslemische Bengalischsprecher eher über die Grenze nach Bangladesch, wo angeblich bereits ein knappes Drittel dieser als "Rohingya" bekannten und insgesamt etwa eine Million Menschen umfassenden Minderheit angekommen sein soll.

In vielen westlichen Medien werden diese Ereignisse sehr verkürzt dargestellt - oft wird dabei ohne weitere Belege der Textbaustein verwendet, die Rohingya seien "vielleicht die am meisten verfolgte Minderheit weltweit" (vgl. Aung San Suu Kyi kritisiert "Fake News" über Konflikt in Rakhine). Die Berichterstattung ist so einseitig, dass in Alternativmedien wie Strategic Culture bereits darüber spekuliert wird, ob aus Rakhine nicht ein "neuer Kosovo" werden kann. In diese serbischen Provinz marschierte 1999 die NATO ein und erlaubte es der Guerrillagruppe UÇK, dort einen eigenen Staat einzurichten (vgl. Klares Votum für ein unabhängiges Mafiastan).

Diesen Einmarsch begleitete damals eine ebenfalls sehr einseitige Berichterstattung in Medien der NATO-Länder (was dazu führte, dass sich die Nachrichten in ARD und ZDF teilweise massiv von denen des ORF im Nicht-Nato-Staat Österreich unterschieden). Erst später mussten auch deutsche Massenmedien zugeben, dass ein angebliches "Massaker" an Zivilisten eine Schießerei zwischen einer UÇK-Einheit und Sicherheitskräften war, und dass es den "Hufeisenplan" einer Vertreibung der ethnischen Albaner, an dem sich der damalige SPD-Verteidigungsminister Rudolf Scharping sehr lautstark alle Zweifel verbeten hatte, gar nicht gab (vgl. Der Kosovo, die UCK und Psychedelia à la Rudolf Scharping). Stattdessen mussten fast alle Serben aus dem Kosovo fliehen.

mehr:
- Wird Rakhine der neue Kosovo? (Peter Mühlbauer, Telepolis, 12.09.2017)

siehe auch:
Aung San Suu Kyi – preisgekrönte Freiheitskämpferin zwischen den Stühlen (Post, 24.11.2014)
Frieden muss gestiftet werden (Post, 24.11.2014)

Samstag, 9. September 2017

Aung San Suu Kyi – preisgekrönte Freiheitskämpferin zwischen den Stühlen

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Aung San Suu Kyi wird vorgeworfen, sich nicht um die Lage der Rohingya, einer muslimischen Ethnie im Westen des Landes, zu kümmern und zur von internationalen Organisationen als Völkermord[47] bezeichneten Politik der Unterdrückung und Vertreibung der Rohingya zu schweigen.[48] Fragen zur Lage der Rohingya beantwortet sie ausweichend.[49] Hierfür werden taktische Gründe angenommen, nicht ihre überwiegend buddhistischen Anhänger verärgern zu wollen.[48] [Aung San Suu Kyi, Kritik, Wikipedia, abgerufen am 09.09.2017]
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Islamistische Separatisten haben enge Verbindungen nach Saudi-Arabien, Pakistan und Afghanistan

Seit die "Harakah al-Yakin" ("Glaubensbewegung"), die sich in "Arakan Rohingya Salvation Army" (ARSA) umbenannt hat, am 25. August mehrere Polizeiposten und einen Armeestützpunkt angriff, wird im birmanischen Bundesstaat Rakhine gekämpft. Bei diesen Kämpfen gab es den Erkenntnissen des UN-Sonderberichterstatters Yanghee Lee nach bislang etwa 1000 Tote - die birmanische Regierung geht von ungefähr der Hälfte aus. Während Buddhisten aus den Kampfgebieten in den Osten Birmas flüchten, setzten sich von den etwa eine Million Rohingya, für die die ARSA einen eigenen Staat erkämpfen will, bis zu 270.000 nach Bangladesch ab, wo man ihre Sprache spricht.

Der Begriff "Rohingya" etablierte sich für die birmanischen Bengalischsprecher erst Mitte der 1990er Jahre. Ihre Vorfahren wanderten vor allem während der britischen Kolonialzeit ein, als das heutige Bangladesch ebenso zum Empire gehörte wie Birma.1 Aus diesem Grund verwehrten man ihnen in Birma die Staatsbürgerschaft, was maßgeblich dazu beitrug, dass westlichen Medien die Minderheit vor allem als Opfer und andere Volksgruppen vor allem als Täter schildern, obwohl die ARSA buddhistische und hinduistische Dörfer attackiert und deren Bewohner vertreibt.

Dass sich diese ARSA bis vor kurzem "Glaubensbewegung" nannte, ist kein Zufall: Den Erkenntnissen der International Crisis Group (ICG) und des ehemaligen indischen Türkeibotschafters M.K. Bhadrakumar nach wurde ihr Anführer Ata Ullah im pakistanischen Karatschi geboren und wuchs im Wahabitenkönigreich Saudi-Arabien auf, wo viele andere führende Mitglieder und Finanziers der 2012 gegründeten Gruppe leben. Die Ausbildung der Guerillakämpfer übernahmen dem ICG-Bericht nach Veteranen, die als islamistische Kämpfer in Afghanistan und anderen Ländern Kriegserfahrungen gesammelt hatten.

mehr:
- Aung San Suu Kyi kritisiert "Fake News" über Konflikt in Rakhine (Peter Mühlbauer, Telepolis, 9.09.2017)

siehe dazu:
- Burma im Zwiespalt – Zwischen Demokratie und Nationalismus (Franz-Johannes Litsch, BuddhaNetz.org, 2014?, PDF)

Vorsicht:
Folgender Screenshot aus dem nächsten Video könnte ausgezeichnet als Beleg für die Gewaltbereitschaft buddhistischer Mönche herangezogen werden:
Spielender Mönchsnovize (Quelle: Screenshot aus folgendem Video der Deutsche-Welle-Nachrichten)
Myanmar: Hass zwischen den Religionen | DW Nachrichten {3:27}

Veröffentlicht am 10.02.2017
DW Deutsch  
Die Rohingyas sind als Moslems eine Ethnie in Myanmar. Ein Volk, das nie richtig integriert war. Kurz vor den Wahlen hetzen im Land die nationalistischen Buddhisten gegen Muslime. Unterstützt werden sie durch die Regierung, die um jede Stimme kämpft.
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Tip: Man führe sich die Kommentare auf Youtube zu Gemüte!
und dann erinnere man sich an folgendes Bild:


Das œ24-Bild wie auch die Geschichte dahinter (Video) finden sich hier:
- Unsere Qualitätsmedien: Das sind keine Irrtümer; das sind Lügen, Propaganda und Zensur! (Post, 09.12.2014)

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Seit April 2011[27] sind in Myanmar die Anfänge eines Demokratisierungsprozesses zu verzeichnen. Anlass und Nahziel dieser neuen Politik ist die Lockerung der internationalen Handelsblockaden, die das Land in der Vergangenheit stark isoliert hatten. Unter anderem wurden nach Informationen des Europäischen Auswärtigen Diensts die große Mehrzahl politischer Gefangener freigelassen, neue Vorschriften im Arbeits- und Investitionsrecht erlassen, die Kontrolle der Medien gelockert und mehr als 120 Gewerkschaften genehmigt.[27] Im Juli 2013 kündigte Thein Sein die Freilassung aller politischen Gefangenen bis zum Jahresende an, die ersten der etwa 150 Gefangenen kamen daraufhin eine Woche später frei.[28]
Am 1. April 2012 fanden Nachwahlen statt, nachdem zahlreiche Abgeordnete Regierungsämter übernommen und insgesamt 157 Kandidaten von 17 Parteien sich für die Nachbesetzung der freigewordenen 45 Parlamentssitze beworben hatten. Anteilmäßig waren lediglich sechs Millionen Wähler des 54-Millionen-Volks zu diesen Nachwahlen wahlberechtigt. An der Zusammensetzung des Parlaments hat die Nachwahl kaum etwas geändert, da die neu gewählten Abgeordneten mit 45 von insgesamt 664 Abgeordneten nur sieben Prozent aller Mandate innehaben.[29] Die vom Militär dominierte Union Solidarity and Development Party hat rechnerisch nach wie vor eine klare Mehrheit. Allerdings zog Aung San Suu Kyi als Spitzenkandidatin der Partei NLD im Ergebnis der Nachwahlen erstmals in das Parlament ein – nicht ohne sehr kritisch darauf hinzuweisen, dass die neue Verfassung immer noch Vorrechte des Militärs festschreibt, etwa dass ein Viertel der Parlamentsmandate an Militärangehörige vergeben werden müssen.[24] Suu Kyi wurde auch Vorsitzende des Unterausschusses für Rechtsstaatlichkeit.[27] Die NLD gewann laut Medienberichten in 112 von 129 Wahllokalen die meisten Stimmen.[30] Dies wird vielerorts als Aufbruchzeichen für eine weitere Demokratisierung gewertet.[29]
Bei der folgenden Wahl am 8. November 2015 gewann die NLD 77 % der Sitze im Parlament.[31] Aung San Suu Kyi konnte jedoch nicht selbst Präsidentin werden, da ihre beiden Söhne britische Pässe haben.[32] Im März 2016 wurde Htin Kyaw, ein enger Vertrauter von Aung San Suu Kyi, zum neuen Präsidenten gewählt. Aung San Suu Kyi wurde in der Folge zur Außenministerin ernannt.[33] [Myanmar, Demokratisierungsprozess, Wikipedia, abgerufen am 11.09.2017, Hervorhebung von mir]
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zur Situation in Myanmar (man beachte dabei auch wie die Medien berichten!)

Rohingya-Vertreibung in Myanmar: Nobelpreisträgerin Aung San verstärkt Gewaltspirale {4:08}

Veröffentlicht am 04.09.2017
RT Deutsch  
Seit 2016 verfolgen die Streitkräfte Myanmars eine systematische Vertreibung der Rohingya. Nobelpreisträgerin und Regierungschefin Myanmars Aung San Suu Khi, die im Westen als Heldin gilt, verteidigt die muslimische Minderheit nicht. Jüngste Aussagen der Politikein lösten eine neue Gewaltspirale aus. Mehr auf unserer Webseite: https://deutsch.rt.com/

2013‐06‐09 ‐ Myanmar ‐ Buddhisten hetzen gegen Muslime {8:28}

Veröffentlicht am 10.02.2017
Lucel Iphring  

Man lasse sich die letzten Sätze des Videos auf dem Trommelfell zergehen:
»Aber von einer Friedensnobelpreisträgerin kann man erwarten…«
»Nichts schmerzt so sehr wie fehlgeschlagene Erwartungen, aber gewiß wird auch durch nichts ein zum Nachdenken fähiger Geist so lebhaft wie durch sie erweckt, die Natur der Dinge und seine eigene Handlungsweise zu erforschen, um die Quelle seiner irrigen Voraussetzungen zu entdecken und womöglich künftig richtiger zu ahnen.« [Benjamin Franklin]
unter den Kommentaren schießt Sin Nei (vor 1 Woche) den Vogel ab:
»Die sind schlimmer als der isis drecks Buddhisten«
VORSCHLAG:
Jedem der Kommentatoren einen Knüppel in die Hand und alle in einem Fußballstadion einsperren… (oh, das ist vielleicht zu aggressiv) oder
jedem ein Mikrofon, einen Verstärker und einen Lautsprecher und alle usw.…

Myanmar: Are crimes against humanity taking place? * Warning: Distressing images * - BBC Newsnight {13:58}

Veröffentlicht am 10.03.2017
BBD Newsnight  
** Warning this report contains distressing images from the start ** Are there crimes against humanity taking place in Myanmar? And is Aung San Suu Kyi turning a blind eye? Newsnight and BBC Our World's joint investigation reveals the extent of the appalling treatment of the minority Rohingya Muslim community. Jonah Fisher has this report - which contains some shocking images. Watch Jonah Fisher's extended report for BBC Our World - Freedom and Fear in Myanmar - on Saturday and Sunday at 21.30 GMT on the News Channel and BBC World