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Montag, 19. Oktober 2020

Der Mainstream nimmt John Ioannidis zur Kenntnis!

Stanford-Professor John Ioannidis hat in einer Metastudie erneut die Sterblichkeit von Covid-19 untersucht - mit einem erstaunlichen Ergebnis. Ist die durch das Coronavirus verursachte Krankheit weniger tödlich als bisher angenommen?

  • Weltweit sterben Menschen an der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19*.
  • Der Stanford-Professor John Ioannidis hat in einer Metastudie erneut die Sterblichkeit untersucht.
  • Das Ergebnis ist erstaunlich. Bei den Sterberaten gibt es große Differenzen.
Stanford - Es klang nach einer guten Nachricht, und die steckt wohl auch im Ergebnis einer neuen Covid-19*-Metastudie: Die Krankheit scheint in weniger Fällen tödlich zu verlaufen als früher angenommen. Doch die Botschaft des Autors war auch klar: Für die Entscheidungen der Politik können seine Erkenntnisse zwar hilfreich sein, man müsse sie aber differenziert betrachten.

Coronavirus-Studie: Stanford-Professor wertet 61 Studien weltweit aus

Urheber der Studie ist John Ioannidis, einer der derzeit meistzitierten Autoren in der Wissenschaftswelt. Der Professor für Medizin und Epidemiologie an der Universität Stanford hat 61 Studien aus der ganzen Welt ausgewertet, die aus Antikörpertest-Stichproben die tatsächliche Infiziertenrate in der jeweiligen Bevölkerung errechneten. Sie untersuchten also die Dunkelziffern der Corona-Fälle. Die Ergebnisse hat Ioannidis statistischen Korrekturen unterzogen und ins Verhältnis gesetzt zu den offiziellen Covid-19-Todesfällen in den Untersuchungsgebieten.
mehr:
siehe auch:
Pandemie-Erkenntnisse der WHO Neue Corona-Studie überrascht: So tödlich ist das Virus wirklich (Jan-Frederik Wendt, Hessische/Niedersächsiche Allgemeine, 19.10.2020)
Forscher: Corona-Todesrate ist wahrscheinlich geringer als 0,2 Prozent (Torsten Harmsen, Berliner Zeitung, 17.10.2020)
COVID-19: Wo ist die Evidenz? (Andreas Sönnichsen, Netzwerk Evidenzbasierte Medizin, 13.10.2020)
- „Der Fall Ioannidis“ (Ulrich Dirnagel, laborjournal.de, letzte Änderungen: 26.05.2020)
Beachte das Datum der Wodarg-Veröffentlichung!
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Montag, 12. Oktober 2020

Neuer Fachaufsatz von John Ioannidis über die Covid-Pandemie

John Ioannidis, Epidemiologe an der Universität Stanford, ist ein renommierter, aber manchmal unbotmäßiger Wissenschaftler. Weil er deswegen gern wie ein Quacksalber ausgegrenzt und seine Erkenntnisse kaum berichtet werden, will ich hier auf seinen sehr interessanten und abgewogenen jüngsten Artikel hinweisen.

Das European Journal of Clinical Investigation hat den Aufsatz “Global perspective of COVID-19-epidemiology for a full-cycle pandemic” nach gutachterlicher Beurteilung zur Veröffentlichung angenommen und vorab am 7. Oktober online veröffentlicht. Der Aufsatz ist dort ohne Bezahlschranke zugänglich (direkter Link).

Den Abstract habe ich etwas gekürzt übersetzt (mit Unterstützung von DeepL.com):

Im Oktober 2020 gab es über eine Million dokumentierte Todesfälle mit COVID-19. Überzählige Todesfälle können sowohl durch COVID-19 als auch durch die ergriffenen Maßnahmen verursacht werden. COVID-19 zeigt eine extrem starke Risikostratifizierung [unterschiedlich große Risiken N.H.] in Bezug auf Alter, sozioökonomische und klinische Faktoren.

Viele frühe Todesfälle könnten auf ein suboptimales Management, schlecht funktionierende Gesundheitssysteme, [die Gabe von] Hydroxychloroquin, die Einweisung von COVID-19-Patienten in Pflegeheime und Krankenhausinfektionen zurückzuführen sein; solche Todesfälle sind künftig teilweise vermeidbar.

Bis Oktober 2020 könnten etwa 10% der Weltbevölkerung infiziert sein. Die globale Sterblichkeitsrate durch Infektionen liegt bei 0,15-0,20%, (für unter 70-jährige bei 0,03-0,04%), wobei die Variabilität zwischen den Standorten sehr groß ist, in Abhängigkeit von unterschiedlicher Altersstruktur, Institutionalisierungsraten, sozioökonomischen Ungleichheiten, dem klinischen Risikoprofil der Bevölkerung, Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitswesens und der Gesundheitsversorgung.

Es wird diskutiert, ob mindestens 60% der Weltbevölkerung infiziert sein müssen, um eine Herdenimmunität zu erreichen, oder ob die Vermischung von Heterogenität und bereits bestehender Kreuzimmunität wesentlich niedrigere Schwellenwerte erlauben könnte. (…)

Es werden Simulationen mit insgesamt 1,58-8,76 Millionen COVID-19 Todesfällen über 5 Jahre weltweit vorgestellt. Das wären 0,5-2,9% aller Todesfälle weltweit. Das untere Ende dieser Spanne wäre erreichbar, wenn Hochrisikogruppen bevorzugt mit niedrigeren Infektionsraten geschützt werden können als die übrige Bevölkerung. (…) Ein gezieltes, präzises Management der Pandemie und die Vermeidung von Fehlern der Vergangenheit würden [auch] dazu beitragen, die Mortalität zu minimieren.
mehr:
siehe auch:
- xxx (Post, )
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