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Mittwoch, 30. Oktober 2019

Heute vor 45 Jahren – 30. Oktober 1974: »Rumble in the Jungle«

Schweißtreibende Temperaturen und ein Publikum das "Ali, töte ihn" brüllt: Vor 45 Jahren macht sich Muhammad Ali im "Rumble in the Jungle" unsterblich. Der Fight gegen seinen US-Landsmann George Foreman gilt für viele als größter Boxkampf aller Zeiten.

Wussten Sie, dass … eines der denkwürdigsten Sportereignisse aller Zeiten heute vor 45 Jahren stattgefunden hat? Am 30. Oktober 1974 liefert sich Muhammad Ali mit George Foreman in Kinshasa einen dramatischen Boxkampf und schreibt im "Rumble in the Jungle" einmal mehr Geschichte.

Bereits 32 Jahre ist Ali alt, als er sich auf den Mega-Kampf in der Hauptstadt des damaligen Zaire einlässt. Sein Gegner Foreman ist erst 25 Jahre alt. Drahtzieher des Duells ist Promoter Don King, der dem Diktator Mobutu Sese Seko ein absurdes Preisgeld von zehn Millionen US-Dollar entlockt. Doch die Vorzeichen, dass Ali die Kohle einsacken würde, sind schlecht. Sein US-Landsmann Foreman ist seit 40 Kämpfen ungeschlagen und amtierender Schwergewichts-Weltmeister. Doch der Außenseiter hat eine Taktik, die aufgehen soll.

mehr:
- Der Kampf, der Ali unsterblich machte (Christoph Rieke, n-tv, 30.10.2019)
siehe auch:
- Der Größte ist tot! (Post, 04.06.2016)

Muhammad Ali - Der lange Weg zurück (1974) [Deutsche Dokumentation / German Documentary] {1:27:28}

Michael Kilpatrick
Am 03.09.2017 veröffentlicht 
Die sieben Leben des . Muhammad Ali (2007) [Deutsche Dokumentation / German Documentary] Muhammad Ali

Samstag, 1. Dezember 2018

Prügelattacke kostet NFL-Profi Hunt den Job

Kareem Hunt gilt als einer der besten Runningbacks in der nordamerikanischen NFL. Nun beweist ein Video, wie der Footballspieler eine Frau in einem Hotel brutal attackiert. Sein Klub feuert den 27-Jährigen umgehend.

Nach einem tätlichen Angriff auf eine Frau ist Footballprofi Kareem Hunt vom NFL-Team Kansas City Chiefs entlassen worden. Ein Video habe den Vorfall dokumentiert, teilten die Chiefs mit. Zuvor hatte das Online-Portal TMZ Bilder von den Ereignissen am 10. Februar veröffenlicht. Darauf ist zu sehen, wie Hunt eine Frau in einer Hotelhalle zu Boden stößt und sie tritt. Die Chiefs teilten mit, der 27 Jahre alte Runningback habe seinerzeit auf Befragen der Teamverantwortlichen nicht die Wahrheit zu dem Vorfall gesagt.

mehr:
- Prügelattacke in Hotellobby – Gewaltexzess kostet NFL-Profi Hunt den Job (n-tv, 01.12.2018)
siehe auch:
- Wehe Euch, zu denen wir aufschauen! (Post, 14.11.2018)
- Kevin Spacey: Immer noch in Therapie oder wo steckt er? (Stern.de, 01.01.2018)
Kevin Spacey floppt kolossal an der Kinokasse (Post, 20.08.2018)
- Die Schönheit des Abgrunds (Post, 16.06.2018)
- Per Mertesacker – Auch ein Millionär darf Angst haben (ZON, 12.03.2018)
- Mertesacker zum WM-Aus 2006 "Es ist vorbei. Endlich ist es vorbei" (SPON, 10.03.2018)
- Kopfstöße können Hirnschäden erzeugen (Post, 18.11.2017)
- Oliver Kahn über Burnout-Erkrankung – "Geistig und körperlich ging gar nichts mehr" (SPON, 25.06.2017)
Unsere Welt besteht aus Geschichten (Post, 17.12.2015)
- RIBÉRY-PROZESS: War die Geliebte Prostituierte oder Starfuckeuse? (Welt, 21.01.2014)
- Prostitutionsskandal um Franck Ribéry – Die Skandalöse (Josef Kelnberger, Süddeutsche Zeitung, 20.01.2014)
- Realität ist, was wir glauben wollen oder Hirnströme von Friseurpuppen (Post, 29.08.2013)

Queen Freddie Mercury The Show Must Go On... (Version Very Best ) {2:26}

skoual59
Am 15.08.2017 veröffentlicht 
small montage in tribute to one of the masterful voices ...
please kindly excuse a small typo error visible in the title which unfortunately can not be changed anymore. I wish you good listening ;)

Freitag, 30. November 2018

250 Läufer betrügen bei Halbmarathon

Ein Halbmarathon ist kein Spaziergang, das ist klar. Um nach 21 Kilometern dennoch als einer der Ersten über die Ziellinie zu laufen, haben sich Teilnehmer des Shenzhen-Halbmarathons in China einige Schummeleien einfallen lassen. Laut "BBC" wurden fast 250 Läufer von Überwachungskameras beim Betrügen gefilmt. Sie nahmen etwa Abkürzungen durch die Büsche und sparten sich so zwei bis drei Kilometer oder trugen falsche Trikotnummern.
Quelle:
- Der Tag – 250 Läufer betrügen bei Halbmarathon (n-tv, 30.11.2018)

Donnerstag, 21. Juni 2018

Die friedliche Fußball-WM beim gefährlichen Putin

Der NachDenkSeiten-Leser Dietrich Schulze wundert sich und erklärt die inzwischen eingetretene seltsame Ruhe im Umgang mit den Spielen in Russland. Unter I. finden Sie seinen Text: „Friedliche Spiele“. Sein Text hat mich animiert, unter II. ein paar Gedanken zum aktuellen Feindbildaufbau aufzuschreiben. Daran kann man nämlich heute lernen, wie der Hass auf Welsche, Juden, „Zigeuner“ und Russen in der Generation meiner Eltern und Großeltern aufgebaut und geschürt worden ist. Ein praktischer Geschichtsunterricht, auf den wir allerdings gerne verzichtet hätten. Albrecht Müller.
mehr:
- Eine interessante Beobachtung zur WM und was wir aus der Gegenwart zur Erklärung der Feindseligkeiten in der deutschen Geschichte lernen können (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 21.06.2018)

siehe auch:
- Ein Russisches Sommermärchen (Gert-Ewen Ungar, NachDenkSeiten, 19.06.2018)

Mittwoch, 20. Juni 2018

Fußball als Symbol unserer Gesellschaft: Auf Vordermann gebracht!

Porträt Joachim Löw hat den deutschen Fußball dem Zeitgeist anvertraut und war damit „ein Stück weit“ erfolgreich

Wenn eine künftige deutsche Philologie einmal den großen Eintrag zu der Formulierung „ein Stück weit“ für das Grimm’sche oder ein anderes Gesamtwörterbuch erstellen muss, wird es auch um die Frage gehen: War der Fußballlehrer Joachim Löw, der von 2006 bis zur weltweiten Übernahme des Spiels durch chinesische Hybridroboter im Jahr 2032 Teamchef der DFB-Auswahl war und mit ihr 2014 Weltmeister wurde, nur der Verbreiter oder vielleicht sogar der Urheber dieser in drei Worte gegossenen Weisheitsformel? Man kann sich jedenfalls kaum noch vorstellen, dass es vor Löw sinnvolle Verwendungen für diese rhetorische Politik der kleinen Schritte zu großen Zielen gab. Sogar dramatische Causen wie die des 2018 überraschend nicht mehr berücksichtigten Stürmers Sandro Wagner lassen sich damit locker entschärfen: „Ich kann ein Stück weit nachvollziehen, dass er enttäuscht ist, das ist ja klar“, äußerte Löw, nur um dann Wagners Unterstellung, der Bundestrainer umgebe sich bevorzugt mit Jasagern, klar zurückzuweisen: „Das ist ja völlig hanebüchen.“

Der in England bereits berühmte Jungstar Leroy Sané hat sich eine ähnliche Abreibung erspart, indem er auf seine Nichtnominierung für den deutschen WM-Kader einsichtig reagierte. Er will sich von nun an mehr bemühen, was ein Stück weit der einzig mögliche Weg zurück in künftige Aufgebote ist. Löw ist inzwischen lange genug dabei, um zu wissen, dass er seiner Politik der „baby steps“ (wie man das in Amerika nennen würde) gelegentlich deutliche Zeichen hinzufügen muss. Ein Kraftwort wie „hanebüchen“ ist ein hübscher Akzent auf seiner distinguierten Aura. Wer aus der Südwestmetropole Freiburg kommt, kann notfalls auch ein zupackendes Deutsch. Wobei Löw ja längst in Berlin heimisch ist, einvernehmlich getrennt von seiner langjährigen Frau, in der Hauptstadt befreundet mit der Popsängerin Sarah Connor. Der Rest ist Privatleben, umgeben von einer Blase der Diskretion, auf die in einem zivilisierten Land rechnen sollen dürfte, wer sich nicht selbst zum Idioten des Boulevards macht.


siehe auch:
- Auf, Vordermann! (Bert Rebhandl, der Freitag 24/2018)
Heute vor 36 Jahren – 16. Juni 1982: Ein müder Haufen blamiert Deutschland (Post, 16.06.2018)
- Heute vor 44 Jahren – 14. Juni 1974: Der kurioseste Freistoß der WM-Geschichte (Post, 14.06.2018)
- Kopfstöße können Hirnschäden erzeugen (Post, 18.11.2017)
- Hertha kniet (Post, 15.10.2017)
- Frustrierender Kampf gegen das System: Doping-Forscher Simon schmeißt hin (Post, 04.09.2017)
- Mehmet Scholl im Kampf um die Deutungshoheit nicht mehr auf Linie (Post, 16.08.2017)
- Eier, Diesel, Doping: Wir konnten es uns nicht vorstellen (Post, 04.08.2017)


Sonntag, 17. Juni 2018

„Jogification“ – die neue Sekundärtugend

Der Klassenstreber hatte es schwer bei uns. Denn welcher bei normalen Verstand seiende junge Mensch wollte gute Noten schreiben, um dem Lehrer, dem Klassenfeind Nummer 1, zu gefallen? Schließlich war er es, der uns von den wichtigen Dingen im Leben fernhielt und uns versuchte, mit dem geistigen Rohrstock einzutrichtern, wie toll es sei, strategiebesessen und unterhaltungsaversiv durch die Gegend zu laufen, also ein Abbild seines spießbürgerlichen Selbst zu werden.

Was an einer konturlosen Gestalt wie ihm so attraktiv sein soll, ist mir noch heute ein Rätsel. Aber irgendwie gab es immer irgendwelche nach Anerkennung trachtenden, überambitionierten Kameradenschweine, die, sobald der Lehrer ihnen ein Leckerli in Form seiner Zustimmung zuwarf, Männchen machten, und die, sobald ein Klassenkamerad einen Fehltritt zeigte, mit dem Knochen im Maul dem Lehrer schwanzwedelnd Bericht erstatteten.

Aber immerhin hatten diese Lehrerwedler den Mumm, sich zu outen und sich somit zu einer Splittergruppe der Outlaws zu positionieren. Wesentlich schlimmer waren da die kameradschaftlichen Maulwürfe, also die, die so dachten wie die Streber, sich aber nicht trauten, so zu sein, weil die Angst, abseits der Gruppe zu stehen und somit eins auf den Deckel zu bekommen, größer war als ihr Drang, der fleischlichen Aktentasche zu gefallen.

mehr:
- „Jogification“ – die neue Sekundärtugend (Bertha Stein, achgut.com, 16.06.2018)
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siehe auch:
- Auf, Vordermann! (Bert Rebhandl, der Freitag, 17.06.2018)

Journalismus: „Von Guantanamo einmal abgesehen“

Die Fußball-WM 2026 soll in den USA, Mexiko und Kanada stattfinden. In den USA und Mexiko? War da nicht was? Ist da nicht was? Müssten Medien nun nicht, ähnlich wie bei der WM in Russland, kollektiv aufschreien und zum Boykott aufrufen? Unsinn. Denn: Man „sieht einfach mal ab“. Und schon darf ohne schlechtes Gewissen applaudiert werden.
echtes Gewissen applaudiert werden. Ein Beitrag von Marcus Klöckner.
Da stehen sie nun, die Worte, in einem Beitrag auf Zeit Online. „… von Guantanamo und den politischen Morden im Drogenkartellland Mexiko abgesehen“, schreibt Oliver Fritsch, Redakteur im Ressort Sport des Onlineportals, in einem Artikel, der sich mit der WM-Vergabe 2026 auseinandersetzt. Fritsch konzentriert sich in seinem Beitrag darauf, dass Trump (Empörung!) die WM in die USA geholt hat und die Fifa (wie so oft) sehr ‚eigenwillige‘ Entscheidungen bei der Vergabe von großen Turnieren an den Tag legt. Und natürlich darf das Stichwort „Korruption“ nicht fehlen – wobei in dem Artikel die fehlenden Belege, geschweige denn Beweise für Unregelmäßigkeiten bei der WM-Vergabe nach Russland kein Thema sind (zur rabenschwarzen Fifa-Korruptionsvergangenheit der USA siehe diesen Artikel der NachDenkSeiten
Und dennoch kann man den Artikel soweit vertreten, wäre da nicht der oben angeführte Satz. Im Gegensatz zur WM-Vergabe an Russland denke man, bei aller Kritik, im Hinblick auf die WM in den USA, Mexiko und Kanada nicht zuerst an Menschenrechte, meint Fritsch. Also von Guantanamo und den „politischen Morden“ in Mexiko abgesehen. Man reibt sich die Augen. Frage: Steht das tatsächlich so da? Ja. So steht es geschrieben.
mehr:
- Journalismus: „Von Guantanamo einmal abgesehen“ (Marcus Klöckner, NachDenkSeiten, 15.06.2018)

Merke: Man sieht, was man will.
Und: Sie lernen nichts.
[Super-Symbolbilder: „Putin, einsam und verlassen“, Stefan Niggemeiers Blog, 16.11.2014]

Samstag, 16. Juni 2018

Heute vor 36 Jahren – 16. Juni 1982: Ein müder Haufen blamiert Deutschland

Fünf Jahre nach dem Debakel gegen Algerien im Juni 1982 findet Toni Schumacher klare Worte. Seine Kollegen nennt er "nasse Lappen, die zum Training krochen" und "reichlich Whisky" in sich reingossen. Genau so spielte das DFB-Team auch!

Am Morgen nach dem äußerst überraschend verlaufenden 16. Juni 1982 war die Frau von Paul Breitner außer sich. Die 1:2-Niederlage gegen Algerien hatte an ihren Nerven gezerrt. Mit einem Misserfolg in der ersten Partie hatte aber nun auch wahrlich niemand rechnen können. Bundestrainer Jupp Derwall hatte vor dem Spiel gegen den WM-Neuling sogar erklärt: "Wenn uns gegen Algerien etwas passieren sollte, dann müsste da schon ein großes Loch im Rasen sein, groß wie ein Krater."

Und nun stand Hilde Breitner zu Hause in München am Telefon und bettelte ihren Mann an, doch bitteschön nicht schon in der Vorrunde zu scheitern - denn dann müsse er ja schon bald wieder zum Trainingsstart des FC Bayern antreten. Voller Sorge sagte sie: "Paul, dann wird’s nichts mit unserem gemeinsamen Urlaub in den USA." Auf eine irritierende Weise ähnelten die Gedanken von Hilde Breitner denen der deutschen Nationalmannschaft. Denn anders als von der Legende Adi Preißler einmal so schön formuliert, galt bei dieser WM 1982 in Spanien nicht: "Entscheidend ist auf dem Platz!"

Bereits das Vorspiel zum Turnier hätte Warnung genug sein müssen. Am idyllischen Schluchsee hatte die Nationalelf ihr Vorbereitungslager aufgeschlagen - in einem 500-Betten-Hotel. Inmitten von neugierigen Fußball-Touristen ließen sich die DFB-Kicker von der allgemeinen Urlaubslaune um sie herum anstecken. Bis heute erzählt man sich die Geschichte von den Nationalspielern Hrubesch, Kaltz und Reinders, die sich so manche Nacht nach ein paar kühlen Getränken 100 Spiegeleier vom Hotelkoch aufs Zimmer bringen ließen. Nachdem sie aufgrund der vorgerückten Stunde nur noch ein bis zwei Stück pro Person verspeisen konnten, gingen knapp 90 Eier unangerührt zurück. Man genoss das Leben eben in vollen Zügen.

mehr:
- WM-Zeitreise – 16. Juni 1982: Ein müder Haufen blamiert Deutschland (Ben Redelings, n-tv, 16.06.2018)

WM 1982 Vorrunde Deutschland Algerien 1:2 {3:14}

portoaffe2
Am 13.11.2016 veröffentlicht
WM 1982 Vorrunde

Fussball WM - Skandale [1] Nichtangriffspakt von Gijón 1982 {2:18}

SportHistory2010
Am 27.06.2014 veröffentlicht
Zum Skandal der Vorrunde wurde das abschließende Gruppenspiel zwischen Deutschland und Österreich, das auch als Nichtangriffspakt von Gijón bekannt wurde. Beiden Mannschaften genügte ein knapper Sieg Deutschlands, um in die Zwischenrunde zu kommen. Nach dem 1:0 für Deutschland durch Horst Hrubesch in der elften Minute stellten beide Mannschaften alle ernsthaften Angriffsbemühungen ein. Der Einzug beider Mannschaften in die Zwischenrunde hatte einen faden Beigeschmack, da durch diese Absprache die überraschend stark aufspielende Mannschaft aus Algerien aus dem Turnier hinausgeworfen wurde. Nach diesem Spiel wurden die Regeln bei Welt- und Europameisterschaften so geändert, dass die beiden letzten Spiele einer Gruppe zur gleichen Zeit angepfiffen werden.

Deutschland_vs_Italien_Finale_Fussball_WM_1982_ {9:27}

lolVincilol
Am 27.05.2012 veröffentlicht
Hammer Finale

Donnerstag, 14. Juni 2018

Heute vor 44 Jahren – 14. Juni 1974: Der kurioseste Freistoß der WM-Geschichte

Zaire ist 1974 zu Gast in Deutschland. Der Ausflug des ersten schwarzafrikanischen Teams zu einer Fußball-Weltmeisterschaft ist bis heute eine der dramatischsten und kuriosesten Geschichten, die die WM-Historie je gesehen hat.

Am Abend des 14. Juni 1974 gingen die Spieler von Zaire glücklich und zufrieden zu Bett. Ihr WM-Auftakt gegen Schottland war zwar nicht ganz nach Plan verlaufen, aber bei Weitem nicht so schlimm ausgefallen, wie es Schottlands Altinternationaler Willie Ormond vorausgesagt hatte: "Denen fällt es schwer, aus zehn Metern Entfernung eine Pyramide zu treffen." Der 2:0-Sieg hatte viel mehr die Schwächen der Schotten entlarvt. Wie wohl: Ormond lag mit seiner Einschätzung gar nicht einmal so falsch. Denn auch nach dem dritten Spieltag der Gruppe hatte Zaire immer noch kein Tor erzielt, dafür aber unglaubliche 14 Gegentreffer erhalten. Bis heute ist das WM-Rekord!

Zaire war im Jahr 1974 das erste Land aus Schwarzafrika, das sich für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert hatte. Mit viel Hoffnung im Gepäck reisten die Kicker nach Deutschland. Aber die Angst, die Erwartungen des Despoten Mobutu und des heimischen Volkes nicht erfüllen zu können, war schon bei der Ankunft im WM-Quartier in Ascheberg ein ständiger, unsichtbarer Begleiter. Im Erfolgsfall hatte Mobutu den Spielern von Zaire Reichtümer und ein sorgenfreies Leben versprochen, doch die Mannschaft befürchtete, dass es im umgekehrten Falle sehr ungemütlich werden könnte. Wie grausam der Zorn des Despoten tatsächlich sein würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt, nach der Partie gegen die Schotten, allerdings noch niemand. Vier Tage später jedoch entwickelte sich die Lage dramatisch.
mehr:
- WM-Zeitreise - 14. Juni 1974 Der kurioseste Freistoß der WM-Geschichte (Ben Redelings, n-tv, 14.06.2018)

Mwepu Ilunga in Brazilia - Zair {0:44}

Am 13.10.2010 veröffentlicht 
Alex Buturugeanu
Lovitura libera inedita la mondiale.

Sonntag, 4. Februar 2018

Wenige Tage vor den Winterspielen: Manipulierbare Dopingproben

Berlin (dpa) - Die Aufdeckung des Skandals um manipulierbare Urin-Flaschen für Dopingproben durch die ARD hat kurz vor Eröffnung der Olympischen Winterspiele für massive Verunsicherung gesorgt.

Sportrechtler Michael Lehner geht sogar soweit, die Aussetzung aller Wettkampf-Kontrollen bei Olympia in Pyeongchang zu fordern. "Um ein Rechts-Chaos zu vermeiden, müsste das IOC jetzt zugeben: Wir haben einen Fehler gemacht. Ein System, das Fehler macht, muss die Größe haben, so etwas auch zu verkraften", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Für Lehner ist das bisherige System der Anti-Doping-Kontrollen am Ende. Man habe kein Ersatzsystem, und jetzt könne man nicht "eine Wischiwaschi-Übergangszeit ausrufen, nur um den Schein zu wahren", betonte Lehner. "Ich erwarte jetzt eine klare, ehrliche Kante vom IOC", fügte er hinzu.

Die Glaubwürdigkeit des Anti-Doping-Kampfes ist im Internationalen Olympischen Komitee nun massiv infrage gestellt. "Sehr besorgt" äußerte sich daher das IOC. "Wir haben sofort die WADA gebeten, dafür zu sorgen, dass die Anti-Doping-Tests in Pyeongchang glaubwürdig und zuverlässig durchgeführt werden können", sagte ein IOC-Sprecher.

"Wenn irgendetwas unsicher ist, nehme ich das sofort vom Markt, wie in der Autoindustrie - da gibt es eine Rückrufaktion, bis das Auto wieder sicher ist", konterte Lehner. "Da ist es besser, ich mache keine Doping-Kontrollen. Das würde dem Sport und seiner Ethik nutzen", fügte der Heidelberger Experte hinzu.

mehr:
- Problemflaschen: Manipulierbare Doping-Proben - IOC "sehr besorgt" (ZON, 30.01.2018)

Zitate aus einer Meldung von n-tv (Anti-Doping-Experte vergleicht IOC mit VW-Skandal, 04.02.2018. 19:06h)
  • "Die offiziellen Dopingbekämpfer Wada und das IOC agieren für mich wie der VW-Konzern im Diesel-Skandal", sagt Sörgel der "Bams". "Es wird erst etwas zugegeben, wenn es schon an die Öffentlichkeit gelangt ist und ich es nicht mehr verheimlichen kann."
  • Der jüngste Skandal um die nicht sicheren Urinflaschen der Schweizer Dopingkontrollfirma Behringer überrascht Sörgel ganz und gar nicht. "Dass die Flaschen nicht sicher sind, ist vorläufig der GAU dieser Winterolympiade, weitere nicht ausgeschlossen", mahnt er in der Zeitung. Bereits 2016 habe Behringer diese Flaschen "schon sehr unter Verschluss gehalten. Und schon damals sagte mir ein Kriminologe: Er glaubt nicht, dass die fälschungssicher sind."
  • Allerdings, so Sörgel, könne das IOC die Verantwortung "nicht der Firma und der Wada zuschieben. Würde eine Weltfirma eine wichtige neue Sicherheitstechnik in ihre Gebäude einbauen lassen, ohne sie selbst vorher gründlich geprüft zu haben?" Und außerdem: "Wer überprüft eigentlich die Wada? Das IOC offensichtlich nicht, obwohl man ja mit Craig Reedie einen wichtigen IOC-Amtsträger bei der Wahl als Chef installiert hat."
siehe auch:
- Doping in Russland : "Dass Putin vom Staatsdoping wusste, überrascht nur Herrn Hoeneß" (Oliver Fritsch interviewt Mediziner Fritz Sörgel, ZON, 31.01.2018)
- Frustrierender Kampf gegen das System: Doping-Forscher Simon schmeißt hin (Post, 04.09.2017)
- Mehmet Scholl im Kampf um die Deutungshoheit nicht mehr auf Linie (Post, 16.08.2017)
- Eier, Diesel, Doping: Wir konnten es uns nicht vorstellen (Post, 04.08.2017)
- Birgit Dressel nahm der BRD die Unschuld (Post, 12.04.2017)
- Doping bei Olympia: Der schwarze Medaillenspiegel (Post, 21.08.2016)
- Sport, Staats-Doping und zweierlei Maß (14.08.2016)
- Doping: Neue Anschuldigungen gegen Kenia (Post, 25.08.2015)
- Kämpfer gegen Doping und die Mafia (Post, 04.06.2007)

Rainhard Fendrich - Es lebe der Sport {3:23}

Am 11.12.2011 veröffentlicht
Schlagermusikgirl39
Rainhard Fendrich - Es lebe der Sport
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Samstag, 27. Januar 2018

Stuttgart 21: es kommt und kommt und kommt…

Die Kosten der Ewig-Baustelle im Herzen der Landeshauptstadt steigen immer weiter
Der Spiegel will erfahren haben, dass der Bahnvorstand von einer weiteren Kostensteigerung bei seinem Skandal-Bau Stuttgart 21 ausgeht. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt wird der alte Kopfbahnhof in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof verwandelt. Geplant sind unter anderem abschüssige Bahnsteige und eine voraussichtliche Verminderung der Kapazität. Die Tunnelbauten werden zum Teil durch interessante geologische Formationen getrieben, die bei Wasserkontakt aufquellen.

Das alles wollte sich (und vor allem andere) die Bahn zuletzt 7,7 Milliarden Euro kosten lassen. Jetzt geht man laut Spiegel eher von 8,2 Milliarden aus. Der Bundesrechnungshof war bereits 2016 von bis zu neun Milliarden Euro Kosten ausgegangen und hatte mangelnde Transparenz und Kontrolle durch den Bundestag beklagt.

mehr:
- Stuttgart 21: Tiefer, später, teurer (Wolfgang Pomrehn, Telepolis, 26.01.2018)

Fakten S21 (Themenfilm zum Bahnprojekt Stuttgart-Ulm) Gesamtfilm zu Stuttgart21 {16:36}

Am 20.01.2011 veröffentlicht
Bahnprojekt Stuttgart–Ulm
Informationsfilm zu Stuttgart 21 (S21) und die Neubaustrecke (NBS) Wendlingen--Ulm. Weitere Informationen finden Sie unter: www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de und www.direktzustuttgart21.de
Themen dieses Films:
• Der neue Bahnhof entsteht
• Das Bahnprojekt Stuttgart--Ulm stärkt die Infrastruktur
• Die Stadt wächst zusammen -- das neue Stadtquartier
• Die Stadt wird schöner
• Stuttgart 21 schützt die Umwelt
• Stuttgart 21 stärkt die Wirtschaft in Stadt, Region und ganz Baden-Württemberg
• Stuttgart 21 ist demokratisch entwickelt und beschlossen  

Stuttgart 21 - eine Chronik - Eine Dokumentation von Harald Kirchner und Bernd Schlecker(360p_H.264-AAC) {28:51}

Am 11.04.2013 veröffentlicht
WirtschPolitikDOKUs

Stuttgart 21 Video eines weiteren Agent Provocateurs veröffentlicht {11:31}

Am 31.05.2013 veröffentlicht
dahast de
Stuttgart 21 Video eines weiteren Agent Provocateurs veröffentlicht

Stuttgart 21 eine Stadt vor dem Einsturz Siehe staufen 2 Teil {6:03}

Am 07.10.2010 veröffentlicht
derleitwolf1
Studie bemängelt Stuttgart 21-Baugrund
Geologe sieht Risiken beim Tunnel
Stuttgart - Nicht nur der Architekt Frei Otto, sondern auch von der Bahn beauftragte geotechnische und hydrologische Experten schätzen die geologischen Risiken beim Bau von Stuttgart 21 durchaus kritisch ein. Das Hamburger Magazin "Stern" zitiert in seiner heutigen Ausgabe aus einem angeblich bisher kaum bekannten geologischen Gutachten der Stuttgarter Firma Smoltczyk und Partner. » Das Unternehmen hatte im Jahr 2003 im Auftrag des Bauherrn Bahn den Stuttgarter Untergrund erkundet.
Die dem "Stern" vorliegende Studie belege, dass die geologische Struktur im Stuttgarter Talkessel "löchrig wie ein Schweizer Käse, mit Dolinen und Hohlräumen durchsetzt" sei, bilanziert der Autor des Berichts, Arno Luik. Das Gutachten beweise, wie tückisch der Stuttgarter Untergrund sei. Dies könne die Arbeiten verzögern und die Kosten in die Höhe treiben. Dem Bericht zufolge wurde die Studie nur einem kleinen Personenkreis - etwa dem Bahnhofsarchitekten Christoph Ingenhoven und der damaligen DB-Spitze - zugänglich gemacht.
Moralische Verantwortung zwingt Frei Otto zu massiver Kritik
Die Projektträger haben sowohl diese Ausführungen als auch die Vorwürfe des Architekten Frei Otto, der wegen unkalkulierbarer Risiken einen Stopp des umstrittenen Projekts fordert, zurückgewiesen. Die Äußerungen von Frei Otto, der Tiefbahnhof könne "überschwemmt" oder gar "wie ein U-Boot aus dem Meer aufsteigen", seien "fachlich nicht fundiert und entbehren einer soliden Grundlage", so der Projektsprecher Wolfgang Drexler. "In Stuttgart wurden bereits 40 Kilometer Tunnel gebaut, teilweise in denselben geologischen Schichten, und es ist bisher nichts passiert."
Der Architekt Frei Otto hatte 1997 zusammen mit Ingenhoven den Wettbewerb um den Bau des Tiefbahnhofs gewonnen. Vor etwa einem Jahr zog er sich aus der S-21-Projektgruppe wegen "wachsender Sicherheitsbedenken" zurück. Nachdem er sich vor einigen Tagen bereits via Stuttgarter Zeitung geäußert hat, müsse er nun erneut laut werden, sagte er dem "Stern". "Aus moralischer Verantwortung heraus kann ich nicht anders handeln. Die Summe der Unzulänglichkeiten zwingt mich dazu."
Ein einziger Krümel Gips kann zum sofortigen Baustopp führen

Stuttgart 21 eine Stadt vor dem Einsturz Siehe staufen Ministerpräsident Günther H Oettinger in Staufen 3Teil {2:25}

Am 07.10.2010 veröffentlicht
derleitwolf1
gleicher Info-Text wie obiges Video

Unfälle durch abschüssige Bahnsteige - Fragliche Sicherheit auch bei Stuttgart 21 - Frontal 21 {8:13}

Am 25.05.2016 veröffentlicht
S21kompakt
http://www.zdf.de/ 
Die Bahn behauptet, Stuttgart 21 könne trotz drastischer Bahnsteigneigung genauso sicher betrieben werden wie ein ebener Bahnhof. Doch Frontal21 liegen exklusiv Videos vor, die das Gegenteil zeigen.

Stuttgart 21 - wie kam es dazu? Am Anfang stand eine Fehlentscheidung! #S21 #stuttgart21 {1:14:50}

Am 29.11.2017 veröffentlicht
S21Bau.TV
Stuttgart 21 eine Fehlentscheidung? Uwe Stuckenbrock ehemaliger Leiter der Projektgruppe Stuttgart 21 und der Abteilung „Städtebauliche Planung Mitte" im Stadtplanungsamt Stuttgart hat die Planung von Anfang an persönlich miterlebt und berichtet aus erster Hand über die Historie des Projektes.
Demnächst wieder aktuelle Berichte von der Baustelle! Möchtst Du automatisch informiert werden, wenn wir über den Stuttgart 21 Baufortschritt berichten? Dann abonniere unseren Kanal! https://goo.gl/J0HXKl
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Hintergrundinformation / background information
Was ist Stuttgart 21 ?
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Stuttgart 21 (auch kurz S21) ist ein in Bau befindliches Verkehrs- und Städtebauprojekt zur Neuordnung des Eisenbahnknotens Stuttgart.
Kernstück ist der Umbau des Kopfbahnhofes Stuttgart Hauptbahnhof in einen Durchgangsbahnhof. Die Zulaufstrecken werden in Tunnel verlegt und die frei werdenden Gleisflächen der Stadtentwicklung zur Verfügung gestellt.
Darüber hinaus entstehen mit dem Filderbahnhof am Flughafen, der S-Bahn-Station Mittnachtstraße und dem Abstellbahnhof Untertürkheim drei neue Bahnhöfe. Die im Projekt enthaltene Neubaustrecke Stuttgart--Wendlingen verbindet dabei den Hauptbahnhof über den Flughafen mit Wendlingen.
Was wird zur Zeit gebaut?
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Im Bereich des Stutgarter Bahnhofs hat der Rohbau für den Tiefbahnhofstrog begonnen: Im Baufeld 16, im Bereich des Mittleren Schlossgarten, wurden bereits die Bodenplatte und die Bahnsteige betoniert. Zur Zeit wird am Bau der sogenannten Kelchstützen gearbeitet. Während für drei Stützen schon das Unterteil betoniert wurde, wird bei der ersten Stütze momentan der wesentlich größere Oberteil eingeschalt.
Im Bereich des ehemaligen Kopfbahnhofs wird im Baufeld 12 bereits die Bodenplatte betoniert.
Die Hälfte der Zuführungstunnel ist inzwischen gegraben.
Ebenfalls werden zur Zeit die Tunnel der Stadtbahn, die dem Tiefbahnof im Weg sind verlegt.

Torwart hält alles mit dem Kopf. {4:45}

Am 23.11.2014 veröffentlicht

Dienstag, 28. November 2017

Heute vor zehn Jahren – 28.11.2007: Fliegerin Elly Beinhorn stirbt mit 100 Jahren

Traumpaar der 1930er-Jahre 

Sie war ein Aushängeschild des NS-Regimes: Elly Beinhorn (* 1907) machte 1929 ihren Pilotenschein und wurde unter Protektion des legendären Fliegerasses Ernst Udet Kunstfliegerin. 1931 unternahm sie einen abenteuerlichen Flug nach Afrika. Eine Weltumrundung im Alleinflug (1932), ein Flug über den amerikanischen Kontinent (1934) und ein Rekordflug über zwei Kontinente in 24 Stunden (1935) machten sie zum Star. 
Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten begrüßt Elly Beinhorn
nach einem Flug durch den Vorderen Orient und Südasien, 1939
Im selben Jahr lernte sie den draufgängerischen Grand-Prix-Rennfahrer Bernd Rosemeyer (1909-1938) kennen und heiratete ihn 1936. Als Rosemeyer die Europameisterschaft gewann (1936), bejubelte die NS-Presse das Paar als »Helden des neuen Deutschland«, Doch im Januar 1938 verunglückte Rosemeyer auf der Reichsautobahn bei Darmstadt tödlich, als sein Wagen bei über 429 km/h von einer Böe erfasst und in einen Wald geschleudert wurde. Beinhorn stellte bis 1939 noch zahlreiche Flugrekorde auf, flog aber im Krieg keine Einsätze. Erst 1951 setzte sie sich wieder in ein Flugzeug. Sie verfasste einige Bücher über ihr Leben und arbeitete als Rundfunkmoderatorin. 1979 gab sie ihren Pilotenschein freiwillig ab. 

Was am 28. November noch geschah: 
1943: Auf der Konferenz von Teheran beraten Churchill, Roosevelt und Stalin erstmals über eine Nachkriegsordnung. 
 Harenberg - Abenteuer Geschichte 2017

[Doku] ZDF-History - Elly Beinhorn - Die Dokumentation [HD] {43:51}

Veröffentlicht am 12.03.2017
MüllerMann
"Offenes Cockpit, eine Karte von Afrika - und eine Flasche Cognac gegen die Kälte: Als Elly Beinhorn 1931 zu ihrem Alleinflug quer über den Kontinent aufbricht, ist sie in Deutschland noch völlig unbekannt. Zurück kommt die todesmutige Flugpionierin als Star. Es folgen weitere lebensgefährliche Rekordflüge, die sie noch berühmter machen, sie kann sich über Zeitungsreportagen und Buchverträge freuen. Doch das Eheglück mit dem vom NS-Regime protegierten Rennfahrer Bernd Rosemeyer währt nicht lange.
Im Januar 1938 verunglückt Rosemeyer tödlich bei einer Geschwindigkeits-Rekordfahrt. Der gemeinsame Sohn ist damals gerade elf Wochen alt. Im Exklusivinterview mit ""ZDF-History"" setzt Bernd Rosemeyer jr. sich mit dem Leben seiner eigenwilligen, stets ihre Grenzen auslotenden Eltern auseinander.
Die Dokumentation erzählt das abenteuerliche Leben des Vorzeigepaares, das zugleich bestrebt war, sich der Vereinnahmung durch das NS-Regime zu entziehen. Aufnahmen aus dem erstmals vollständig erschlossenen Privatfilmarchiv von Elly Beinhorn zeigen Wagnis und Magie ihrer Flugexpeditionen."

Mercedes Autounion Automobilrennfahrer Bernd Rosemeyer 1936 Best Color Footage {7:30}

Veröffentlicht am 24.02.2017
Deutsche Wehrmacht

The Big Three In Teheran (1943) {5:04}

Veröffentlicht am 13.04.2014
British Pathé
Full title reads: "THE BIG THREE IN TEHERAN".
Teheran, Iran (Persia).
Aerial view shots of the Hamadan and Iraqi mountains. Shot along street in Teheran taken from a car window. Several shots of Britain's Foreign Secretary Mr Anthony Eden chatting with several men in the grounds of the British legation in the Soviet Embassy in Teheran.
Exterior of Soviet Embassy. Various shots of the ceremony at the embassy at which Britain's Prime Minister Mr Winston Churchill presents the Sword of Stalingrad to Soviet Premier Joseph Visarionovich Stalin who after kissing it, passes it to Marshal Kliment Voroshilov. At the ceremony are Mr Eden and Soviet Foreign Minister Mr Vyacheslav Molotov.
Various shots of Mr Churchill posing for press on his 56th birthday. He puts on a Persian style hat. Mr Churchill in car leaving legation. Various shots of the Shah of Persia chatting to Mr Churchill. The Shah enters his car and leaves.
Various shots of Mr Churchill reviewing British and Indian soldiers in grounds of legation. They present him with small gifts for his birthday. The soldiers then gather round for Mr Churchill to thank them, then they give three cheers in return.
Various shots of the leaders posing outside the Russian Embassy. Seated are Stalin, American President Franklin Delano Roosevelt and Churchill. Military Chiefs are seen standing behind them. Mr Eden, Mr Molotov and Mr Averell Harriman are seen coming to stand behind. Churchill's daughter Sarah stands behind her father.
Air Marshal Sir Charles Portal, General Lord Alanbrooke and Admiral Cunningham leaving the Embassy. Mr Churchill and Mr Eden leaving the Embassy.
(Mute & Track Negs.)
FILM ID:1099.05
A VIDEO FROM BRITISH PATHÉ. EXPLORE OUR ONLINE CHANNEL, BRITISH PATHÉ TV. IT'S FULL OF GREAT DOCUMENTARIES, FASCINATING INTERVIEWS, AND CLASSIC MOVIES. http://www.britishpathe.tv/
FOR LICENSING ENQUIRIES VISIT http://www.britishpathe.com/

Dienstag, 21. November 2017

Boris Becker: »Keiner hat gefragt, ob er das will.«

Boris Becker führt seit mehr als 30 Jahren ein Leben vor den Augen der Öffentlichkeit. Zwei Tage vor seinem 50. Geburtstag sendete die ARD eine Doku über die Tennislegende - und räumte darin mit einem grundlegenden Missverständnis auf.

Er ist noch immer der jüngste Wimbledonsieger aller Zeiten, konnte das Tennisturnier als erster Deutscher gewinnen und zählt zu den größten Sportlegenden, die das Land je hervorgebracht hat: Seit Boris Becker vor mehr als 30 Jahren seinen Matchball gegen Kevin Curren verwandelte und Wimbledon gewann, lebt er unter den Augen der Öffentlichkeit. Seither glaubt fast jeder, den gebürtigen Leimener zu kennen. Doch wer ist Boris Becker wirklich?

Anlässlich seines 50. Geburtstages am 22. November warf die ARD mit der Dokumentation "Boris Becker - Der Spieler" von Hanns-Bruno Kammertöns und Michael Wech einen Blick auf den Menschen. Und ließ dabei noch einmal alle Stationen seines Aufstiegs Revue passieren. Egal wie man das Leben betrachtet, der 7. Juli 1985 bleibt das entscheidende Datum. Der Tag, an dem aus einem jungen Tennisspieler ein Volksheld wurde. Oder wie es sein langjähriger Manager Ion Tiriac sagt: "Boris Becker wurde nicht in Leimen geboren. Boris Becker wurde in London geboren. An diesem Tag. Und ganz Deutschland hat ihn adoptiert." Keiner hat jedoch gefragt, ob er das will.


"Boris Becker - Der Spieler" ist noch in der ARD-Mediathek abrufbar. (bis 27.11.2017)
mehr:
- "Boris Becker - Der Spieler": Das Bobbele-Missverständnis (Carsten Heldböhmer, stern, 20.11.2017)
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Samstag, 18. November 2017

Kopfstöße können Hirnschäden erzeugen

Ob beim Boxen, Fuß- oder Football: Sämtliche Erschütterungen des Gehirns können zu degenerativen Hirnschäden führen, wie der jüngste Fall des Football-Stars Aaron Hernandez in den USA zeigt.

Als Ärzte das Gehirn des früheren Football-Stars Aaron Hernandez in feine Scheiben sezieren, bietet sich ihnen ein gruseliges Bild: Weite Teile des äußerlich normal aussehenden Hirns sind im Inneren löchrig und stark beschädigt. Chronische traumatische Enzephalopathie (CTE) dritten Grades lautet die Diagnose der Experten vom CTE-Center der Boston University. Hernandez hatte sich im April in einer Gefängniszelle das Leben genommen, wo er eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes verbüßen sollte. Derart heftige Schäden habe sie zuvor nur bei wesentlich älteren Menschen gesehen, betonte die Leiterin des CTE-Centers, Ann McKee.

CTE, eine schwere degenerative Hirnerkrankung, kommt oft bei Menschen vor, die viele Gehirnerschütterungen oder Schläge auf den Kopf erlitten haben. Lange war sie deshalb vor allem als Boxer-Enzephalopathie bekannt. Aber seit einigen Jahren ist klar, dass auch andere Kontaktsportarten betroffen sind, vor allem American Football. Viele Ex-Spieler leiden an Gedächtnisschwund, Wutausbrüchen, Depressionen oder Demenz. Bei mehr als 100 wurde nach ihrem Tod CTE diagnostiziert, einige davon hatten sich das Leben genommen.

mehr:
- Pathologen sind erschüttert: Kopfstöße können Hirnschäden erzeugen (n-tv, 16.11.2017)

siehe auch:
- Gefährliche Erschütterung: Hirnschäden bei Football und Co. (Merkur, 16.11.2017)
- Ex-Football-Spieler Hernandez: Machten Hirnschäden ihn zum Mörder? (SPON, 10.11.2017)
- Nach Hirnstudie schmeißt blitzgescheiter NFL-Profi hin (29.07.2017)
- Hirnverletzungen im Profisport: Neue Studie zu Hirntraumata schürt die Sorge (Marc Rehbock, Sportschau, 28.07.2017)
- Starke Gehirnschäden durch American Football (Jonas Schönfelder, Deutsche Welle, 26.07.2017)
- Gefahr von Hirnschäden: Wissenschaftler warnen vor Kopfbällen im Fußball (Martin Einsiedler, Tagesspiegel, 25.04.2016)
- American Football: Erschütternde Wahrheiten zum Super Bowl (Kerstin Zilm, Deutschlandradio Kultur, 07.02.2016)
- Football und Gewalt – Kaputte Helden (Sara Peschke, Benjamin Schulz, SPON, 30.01.2015)

Samstag, 21. Oktober 2017

Für Zivilcourage muß man bezahlen, auch heute noch

Colin Kaepernick war der erste US-Footballstar, der gegen Rassendiskriminierung protestierte und von Donald Trump beschimpft wurde. Jetzt findet er kein Team mehr. 

Für die Green Bay Packers ist der vergangene Sonntag nicht gut gelaufen. Die Niederlage bei den Minnsesota Vikings war schon die zweite in dieser Saison. Als noch schlimmer aber stellte sich die Verletzung des Quarterbacks Aaron Rodgers heraus. Der Superstar brach sich das Schlüsselbein, die Saison ist für ihn gelaufen und der Verein kann sie eigentlich auch vergessen. Ohne einen guten Quarterback ist in der NFL nichts zu holen, entsprechend hysterisch ist die Gemengelage im footballverrückten Green Bay: Was tun? Wer springt für den heiligen Aaron ein? Wo in aller Welt soll plötzlich mitten in der Saison adäquater Ersatz herkommen? 

Eigentlich liegt die Antwort auf der Hand. Schließlich ist seit Monaten ein vertragsloser Spieler auf dem Markt, der seine Klasse längst nachgewiesen und zufälligerweise sogar in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin geboren wurde. Colin Kaepernick, 29 Jahre alt, der schon zwei NFL-Rekorde aufgestellt hat, wäre die perfekte Besetzung, da sind sich die unzähligen Experten und Analysten ausnahmsweise mal einig. Dumm nur, das Kaepernick in der NFL einfach nicht mehr zu vermitteln ist.
mehr:
- Colin Kaepernick : Der Verstoßene (Christoph Dach, ZON, 20.10.2017)
siehe auch:
- Olympia-Protest Zwei Fäuste, ein Skandal (Martin Krauß, SPON, 19.08.2008)

Salute (trailer) {2:35}

Veröffentlicht am 08.12.2009
DOXAFestival
DOXA Documentary Film Festival screening Salute on February 25, 2010 as part of DOXA's Motion Pictures series.
One of 2008's biggest documentary films is about to be unleashed onto screens Worldwide. SALUTE is a film by Matt Norman, the nephew of 200m Silver Medalist Peter Norman who was involved in one of the most powerful moments in Olympic history where Tommie Smith and John Carlos gave their Black Power Salute at the 1968 Mexico City Olympics. Being released through Paramount Pictures and Transmission films in Australia on the 24th of July 2008, and then around the world shortly after Salute promises to be a wake up to what's happening today especially with the 2008 Beijing Olympics just around the corner.
Production Company
Salute The Movie Pty Ltd - Matt Norman
The Actors Cafe Pty Ltd
www.theactorscafe.com
Writer: Matt Norman
Director: Matt Norman
Producer: Matt Norman
Paramount Pictures
Transmission Films
More about DOXA at http://doxafestival.ca and http://blog.doxafestival.ca

Ob man Kaepernick wünschen soll daß er einen Verein findet?
- Studie zu CTE – Football ist gefährlich! (Jürgen Schmieder, Süddeutsche Zeitung, 27.07.2017)
- AMERICAN FOOTBALL: Wenn vom Hirn nur noch ein Klumpen übrig bleibt (Christoph Cöln, N24, 30.01.2014)
- AMERICAN FOOTBALL: Die Schattenseite des amerikanischen Lieblingssports (Frank Siering, N24, 11.01.2013)

Colin Kaepernick Highlights {4:34}

Veröffentlicht am 23.12.2015
Qik Logic
These are highlights of Colin Kaepernick! All proper rights go to the 49ers, the NFL & its brodcasters. I do not own the music and footage used in this video. No copyright infringements intended. This video is for entertainment purposes only :)
Colin Kaepernick
Height 6'4 Position :Quarterback Weight Weight:230lbs
College: Nevada
NFL draft:2011/Round 2/Pick:36
NFC Champion (2012)
2x USA Today-Joe Team (2012,2013)
Humanitarian Bowl MVP (2008)
2x WAC Offensive Player of the Year (2008,2010)
WAC Freshman of the Year (2007)
Firemans Award (2007)
NFL records
181 rushing yards in a posteseason game by a quarterback
58 yards run by a quarterback in a postseason game
Holds numerous other records and achievements

Colin Kaepernick explains why he won't stand during National Anthem {18:23}

Veröffentlicht am 29.08.2016
KTVU
Raw Video - 49ers quarterback Colin Kaepernick explains why he is refusing to stand during the National Anthem.

Colin Kaepernick remains unsigned amid national anthem controversy {3:19}

Veröffentlicht am 25.09.2017
ABC News
The former San Francisco 49ers quarterback found himself back in the spotlight after President Trump, at a political rally, blasted NFL owners for allowing players to kneel during the national anthem.

Sonntag, 15. Oktober 2017

Hertha kniet

Der Protest vieler US-Sportler gegen Diskriminierung und Polizeigewalt erreicht die Fußball-Bundesliga. Hertha BSC fällt vor dem Heimspiel gegen Schalke 04 auf die Knie, um ein Zeichen für Toleranz zu setzen. Das bleibt auch in den USA nicht unbemerkt.
mehr:
- US-Präsident Trump schweigt – Herthas kniender Protest geht um die Welt (n-tv, 15.10.2017)

Knieender protest der hertha findet beachtung auch in den usa {1:26}

Hochgeladen am 15.10.2017
German news
Knieender protest der hertha findet beachtung auch in den usa

Montag, 4. September 2017

Frustrierender Kampf gegen das System: Doping-Forscher Simon schmeißt hin

Perikles Simon will nicht mehr für einen sauberen Sport kämpfen. Nach der Veröffentlichung seiner aufsehenerregenden Studie sieht er kaum Hoffnung auf Besserung.

Der Sportmediziner und Dopingforscher Perikles Simon (44) hat aus Enttäuschung über die Strukturen im Anti-Doping-Kampf seinen Rückzug angekündigt.

"Ich werde die Dopingforschung definitiv aufgeben", sagte Simon der Allgemeinen Zeitung Mainz: "Wenn der Wille im Sport fehlt, eine gewisse Unabhängigkeit zu schaffen und man beim Thema Doping den ethischen Maßstäben nicht gerecht werden kann, dann muss man als Wissenschaftler Konsequenzen ziehen."

Simon war Co-Autor einer aufsehenerregenden Studie von Wissenschaftlern der Universität Tübingen und der Harvard Medical School, die erst nach jahrelangem Rechtsstreit veröffentlicht wurde.

mehr:
- Perikles Simon tief enttäuscht: Werde die Dopingforschung aufgeben – Forscher gibt Anti-Doping-Kampf auf (Sport1, 03.09.2017)

siehe auch:
- Anti-Doping-Forscher Simon: „Verwerflich, wenn man da mitmacht“ (Anno Hecker, FAZ, 29.08.2017)
Zitat:
»Ohne strukturelle Anpassung können wir nichts erreichen. Die Zahlen (ein Drittel der WM-Teilnehmer und 45 Prozent der Athleten bei den Panarabischen Spielen 2011 räumten Doping ein (d.Red.) sprechen doch für sich. Die Ohnmacht Doping zu bekämpfen folgt einer gewissen Logik in der Vorgehensweise auf die immer wieder aufkochenden Skandale. Die dann folgenden sporttypischen Abwehrreflexe gehen zu Lasten der Athleten. Ihnen werden alle Verbindlichkeiten und Beschwerlichkeiten auf die Schultern geladen, während das Verbandssystem, Sportpolitik und die Handlungen Außenstehender reingewaschen werden. So wird es auch jetzt wieder sein. Da gebe ich mich keiner Illusion hin. Es wird wider besseren Wissens hauptsächlich das Testsystem hochgefahren und der Athlet belastet und in den Fokus genommen. Es werden wieder Schwarze Schafe gesucht und gefunden. Das war es dann, und wir gehen in die nächste Doping-Dekade. Wir müssen erkennen, auf welch unterirdischem Niveau wir uns im Anti-Doping-Kampf bewegen.«
Doping - Perikles Simon: "Es ist erstaunlich, dass ich da nicht drüber reden darf!" {11:31}

Veröffentlicht am 04.12.2014
Steve Barnes
Prof. Dr. Perikles Simon über Doping im Hochleistungssport -Sportstudio vom 20.07.2013 über zurückgehaltene Daten der IAAF

- Doping: Forscher Simon sagt Skandale in Deutschland voraus (Lorenz Vossen, N24, 16.07.2017)
Zitat:
»[…] dieses Hase-und-Igel-Rennen ist momentan nicht der Hauptgrund für unrealistische Dopingquoten. Das ist der mangelnde Wille der Verbände. Hat ein Verband den Willen und zeigt, dass geeignete Verfahren flächenmäßig eingesetzt werden, dann sähe es mit der Aufdeckungsquote anders aus.
Die Interessenskonflikte im Antidoping-Bereich müssten mal sauber aufgearbeitet werden. Ich sehe als Sportmediziner bei mir in der Ambulanz Nachwuchsathleten und kann mir ausmalen, wie viele von denen später an der Nadel hängen. Die im Prinzip Drogen nehmen wie ein Junkie am Bahnhof. Ich habe mit einem Kollegen eine Erhebung durchgeführt: Sieben Prozent der durchschnittlich 16-Jährigen gaben an, dass sie bereits Dopingmittel nehmen.«

- Dopingforscher Perikles Simon im Interview Doping im Fußball: "Unrat bis über beide Ohren" (Christian Hönicke,  Tagesspiegel, 05.03.2015)

Zitat:
»[…] weil es seit Jahrzehnten entsprechendes Wissen gibt, das auch aus dem Fußball nach außen getragen wurde. Wir haben Toni Schumacher mit den ganz klaren Anschuldigungen Richtung systematischen Missbrauchs bestimmter Substanzen. Wir haben Christoph Daum, der es aus Versehen vielleicht rausgelassen hat. Wir haben Epo im Kühlschrank des Vereinsarztes von Juventus Turin gefunden. Wir haben Arsène Wenger, der sich irgendwann genötigt sah zu sagen, ich bekomme hier Spieler aus europäischen Topklubs, und die haben alle auffällige Blutwerte, das ist doch hier womöglich systematisches Blutdoping. Wenn ein Trainer, der im Glaskasten sitzt, das so ganz klar sagen muss, dann wird einem schnell sonnenklar, dieses System reagiert wirklich nur, wenn ihm der Unrat bis über beide Ohren steht. Und das ist ein Zustand, der im Sinne der Kinder, die sich in diesem Sport befinden und des Eventcharakters, so nicht akzeptabel ist. Es wird nichts getan, nichts investiert, um den Missbrauch dieser Spieler und ihrer Körper zu stoppen. Das ist eine Unverschämtheit, nichts anderes. Ich kann es mir nur so erklären, dass allein die Frage nach Doping im Fußball ein absolutes Tabu ist. […]
Nach dem Buch von Toni Schumacher war es problemlos möglich, diesen Mann für längere Zeit aus dem System Fußball zu entfernen. Nach den Dopingenthüllungen um Juventus und Olympique Marseille ist quasi nichts passiert. Das würde es so etwa im Radsport nicht geben, da hätte sich die Presse draufgestürzt und die Sportler belagert, die Polizei hätte Razzien durchgeführt. Das ist alles im Fußball nicht geschehen. Und das geht nur mit einem sehr komfortablen Schutzschild. Dieser Schutzschild wird jetzt für den Fußball zum Bumerang. Wenn selbst die Basis den Nonsens nicht mehr hinnimmt, den die sogenannten Experten verbreiten, dann hat man ausgespielt.

Sportmediziner Dr. Perikles Simon im Interview: Doping und Leistungssport gehen Hand in Hand {23:33}

Veröffentlicht am 08.08.2016
RT Deutsch
Prof. Dr. Dr. Perikles Simon, Sportmediziner an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz erklärt im Interview mit Jasmin Kosubek, warum Doping und Leistungssport heute kaum noch voneinander zu trennen sind. Trotz regelmäßiger Doping-Skandale ändert sich substantiell nichts an dem System.

- Studie "Doping in Deutschland": Berliner Forscher erneuern Vorwürfe (SPON, 08.11.2012)
Zitat:
Hamburg - Die Berliner Forscher haben ihre Vorwürfe im Zusammenhang mit dem vorläufigen Scheitern der Studie zur Dopingvergangenheit in Deutschland erneuert. Sie könnten ihre Ergebnisse nicht vorstellen, sagten sie in Frankfurt an der Oder. "Wir können unsere Daten leider nicht veröffentlichen, weil wir vertragstreu zum Projektträger sein müssen. Andererseits können wir rechtlich belangt werden", sagte Professor Giselher Spitzer.

- Doping-Forscher bricht mit Uni: Neuer Streit um Aufklärung in Freiburg / Disput über Honorar. (Andreas Strepnick, Badische Zeitung, 15.03.2017)
Zitat:
Der Streit um die Vergangenheit der Freiburger Sportmedizin währt nun fast zehn Jahre. Die Aufklärung verschliss zwei Untersuchungskommissionen, denen 16 zum Teil hochrangige Wissenschaftler angehörten. Die schlagkräftige Forschergruppe unter der Kriminologin und Mafia-Expertin Letizia Paoli von der Universität Leuven in Belgien war im März 2016 unter Protest zurückgetreten. Paoli und Co. warfen der Uni wiederholt Behinderungen ihrer Arbeit vor und sahen zum Schluss ihre Unabhängigkeit nicht mehr gewährleistet.
- "Testsystem in die Tonne treten" – Dopingstudie schreckt Leichtathletik auf (n-tv, 29.08.2017)
Zitat:
Die spektakuläre Dopingstudie beschäftigte sechs Jahre lang die Juristen, der Leichtathletik-Weltverband IAAF wollte die Veröffentlichung verhindern - nun sind die erschütternden Zahlen Gewissheit. Etwa 40 Prozent der Leichtathleten bei der WM 2011 in Daegu/Südkorea waren gedopt. Die Zahl ist ebenso erschreckend wie die Tatsache, dass damals nur 0,5 Prozent der getesteten Athleten als Sünder enttarnt wurden.
Experten sehen in der Studie einen weiteren, äußerst belastbaren Beleg, dass die Zahl dopender Spitzensportler dramatisch höher liegt als von den internationalen Verbänden und Institutionen anerkannt. "Über Jahrzehnte wurde uns vorgegaukelt, dass man das Dopingproblem marginalisieren und individualisieren dürfe. Die schwarzen Schafe sind einzelne Sportler, oder 'nur' Russland – und auf jeden Fall immer die anderen", sagte der Sportmediziner und Dopingforscher Perikles Simon, der Co-Autor der Studie ist: "Die Wahrheit ist: Dieses Testsystem können wir komplett in die Tonne treten. Da gibt es gar nichts, keine Struktur, keine Idee, keine funktionierende Methodik."

Warum gerade Russland so oft am Doping-Pranger steht {7:16}

Veröffentlicht am 08.08.2016
RT Deutsch
Am Freitag haben die 27 Council-Mitglieder des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF in Wien über die Suspendierung des russischen Verbandes und somit über den Ausschluss von den Olympischen Spielen in Rio entschieden. Prof. Dr. Dr. Perikles Simon von der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz beantwortet im RT Deutsch Interview, warum gerade russische Athleten beim Thema Doping so oft am Pranger stehen. Mehr auf unserer Webseite: https://deutsch.rt.com/ .

Gen-Forscher Perikles Simon hält den Anti-Doping-Kampf für ineffektiv und unglaubwürdig (Ute Gallbronner, Schwäbisches Tagblatt, 10.11.2010)
Zitat:
Grund für [Simons] Skepsis sind Umfragen, wonach beispielsweise 8 Prozent aller Athleten in den (kontrollierten) Nachwuchskadern Doping zugegeben haben. "Mit Kollegen aus den USA und Kanada bin ich mir einig, dass eine vernünftige Expertenschätzung für Doping unter Eliteathleten im Erwachsenenbereich bei rund 40 bis 60 Prozent liegt", sagt Simon. Beweise gibt es dafür derzeit nicht. Aber auch wenn man die Zahl niedriger ansetzt, nehmen sich die 0,3 Prozent derer, die erwischt werden, mager aus.

- Bayreuther Anti-Doping-Forscher fordert Gesetzesänderungen (Nordbayerischer Kurier, 12.08.2013)
Zitat:
„Bei vielen Gruppen besteht deshalb gar kein Interesse daran, Dopingsünder auffliegen zu lassen. Im Gegenteil: Sie werden oft von ganz oben gedeckt.“ […] Die Nationale Antidoping Agentur (Nada) gibt derzeit jährlich etwa fünf Millionen Euro aus. Vergleicht man das mit Ablösesummen im Fußball, sind das „nur Kleckerbeträge“. So können Doping-Fahnder den Wettlauf mit dopenden Sportlern nicht gewinnen. Vor allem, da die Doping-Palette ständig wachse. „Ich könnte Methoden nennen, die mit heutigen Testverfahren erst in fünf bis zehn Jahren enttarnt werden könnten“, erklärt Schmidt die immer fortschreitende Entwicklung von Dopingmitteln. „Manche Substanzen bekommt man für fünf Euro im Internet.“ So erziele zum Beispiel das Einatmen bestimmter Gase die gleiche Wirkung wie ein Höhentraining. „Dieses Doping hat teilweise schon Einzug in den Sport gehalten, die Gefahr ist aber: Wenn man zu viel einatmet, ist das tödlich.“
- Die Doping-Erkenntnisse der DDR-Wissenschaftler werden weltweit bis heute genutzt Doping in der DDR (6): Die Geschichte der Anabolika -- von Margitta Gummel bis zum Amerikaner Mike Stulce – Aus Jena rund um den Globus (Berliner Zeitung, 11.04.1994)
Zitat:
»Der positive Wert der anabolen Steroide für die Leistungsentwicklung ist unbestritten. Spitzenleistungen oder ihre Weiterentwicklung ist durch alleinige trainingsmethodische Maßnahmen heute nicht mehr möglich. In Sportarten mit meßbaren Leistungen läßt sich dies durch Meter, Sekunden oder Kilogramm eindeutig nachweisen. Steigerungsraten:
Die Leistungen konnten mit Unterstützung dieser Mittel innerhalb von vier Jahren wie folgt gesteigert werden (diese Entwicklungsraten waren in den vergangenen vorherigen olympischen Perioden mit reinen Trainingsmaßnahmen nicht möglich gewesen):
Kugelstoßen (Männer) 2,5-4 Meter; Kugelstoßen (Frauen) 4,5-5 Meter; Diskuswurf (Männer) 10-12 Meter; Diskuswurf (Frauen) 11-20 Meter; Hammerwurf 6-10 Meter; Speerwurf (Frauen) 8-15 Meter; Fünfkampf […] eine ca. 20prozentige Steigerung der bisher für möglich gehaltenen Punktzahlen; 400 m Frauen 4-5 Sekunden; 800 m Frauen 5-10 Sekunden; 1 500 m 7-10 Sekunden. Ein 100-m-Lauf der Frauen unter 11,2 Sekunden ohne die Anwendung von unterstützenden Mitteln wird von allen Fachleuten als ausgeschlossen betrachtet.« [aus der Vertraulichen Verschlußsache »Zum Stand der Anwendung von unterstützenden Mitteln« Dr. Höppner, Chefarzt des Sportmedizinischen Dienstes (SMD), Frühjahr 1977]