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Montag, 29. Oktober 2018

Die Eine-Minute-Zeitmaschine

One-Minute Time Machine | Sploid Short Film Festival · Official Selection {5:40}

Sploid
Am 08.07.2015 veröffentlicht 
Every time the beautiful Regina rejects his advances, James pushes a red button and tries again, all the while unaware of the reality and consequences of his actions.
Directed by Devon Avery.
Selected for the Sploid Short Film Festival, a celebration of the coolest short films and the filmmakers that make them. Learn more details and submit your short here: http://sploid.gizmodo.com/announcing-...
Read more: http://sploid.gizmodo.com/short-film-...
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Montag, 17. September 2012

Eltern fragen, informieren sich und tauschen sich aus

Schultelternrat Lutherschule und Schulelternrat Goetheschule haben für das Schuljahr 2012/2013 wieder eine Veranstaltungsreihe von Eltern für Eltern organisiert.

Der Veranstaltungsflyer kann hier heruntergeladen werden.

Dienstag, 24. April 2012

Moment…



Well, it ain't no use to sit and wonder why, babe
Even you don't know by now
And it ain't no use to sit and wonder why, babe
It'll never do somehow

When your rooster crows at the break of dawn
Look out your window, and I'll be gone
You're the reason I'm a-traveling on
But don't think twice, it's all right.

And It ain't no use in turning on your light, babe
The light I never knowed
And it ain't no use in turning on your light, babe
I'm on the dark side of the road

But I wish there was somethin' you would do or say
To try and make me change my mind and stay
But we never did too much talking anyway
But don't think twice, it's all right.

So It ain't no use in calling out my name, gal
Like you never done before
And It ain't no use in calling out my name, gal
I can't hear you any more

I'm a-thinking and a-wonderin' walking down the road
I once loved a woman, a child I am told
I gave her my heart but she wanted my soul
But don't think twice, it's all right.

So long honey, baby
Where I'm bound, I can't tell
Goodbye's too good a word, babe
So I'll just say fare thee well

I ain't a-saying you treated me unkind
You could have done better but I don't mind
You just kinda wasted my precious time
But don't think twice, it's all right. Well, it ain't no use to sit and wonder why, babe
Even you don't know by now
And it ain't no use to sit and wonder why, babe
It'll never do somehow

When your rooster crows at the break of dawn
Look out your window, and I'll be gone
You're the reason I'm a-traveling on
But don't think twice, it's all right.

And It ain't no use in turning on your light, babe
The light I never knowed
And it ain't no use in turning on your light, babe
I'm on the dark side of the road

But I wish there was somethin' you would do or say
To try and make me change my mind and stay
But we never did too much talking anyway
But don't think twice, it's all right.

So It ain't no use in calling out my name, gal
Like you never done before
And It ain't no use in calling out my name, gal
I can't hear you any more

I'm a-thinking and a-wonderin' walking down the road
I once loved a woman, a child I am told
I gave her my heart but she wanted my soul
But don't think twice, it's all right.

So long honey, baby
Where I'm bound, I can't tell
Goodbye's too good a word, babe
So I'll just say fare thee well

I ain't a-saying you treated me unkind
You could have done better but I don't mind
You just kinda wasted my precious time
But don't think twice, it's all right.

Montag, 15. November 2010

Donnerstag, 4. November 2010

Frauen als Täter bei häuslicher Gewalt

Erhebungen zeigen, dass in jedem fünften bis siebten Fall von Gewalt in Beziehungen Frauen die Täter sind. Auch das Bundesfamilienministerium konstatiert, dass es sich um ein Phänomen ernsthaften Ausmaßes handelt.
Mehr bei der Tagesschau

siehe auch meinen Post Männer immer Täter, Frauen immer Opfer?

Dienstag, 1. Juni 2010

Männer leben kürzer, haben aber tänger Spaß

In 55-jähriger Mann darf damit rechnen, dass er noch etwa 15 Jahre sexuell aktiv sein wird. Erfreut er sich sehr guter Gesundheit, wird sein aktives Sexualleben noch fünf bis sieben Jahre länger währen.

Eine 55-jährige Frau wird hingegen nur noch elf Jahre sexuell aktiv sein, bei exzellenter Gesundheit drei bis was Jahre länger. Dies ergab eine Studie der Universität Chicago. Da Frauen älter werden als Männer, leben 72% der Männer, die ein Alter zwischen 75 und 85 Jahren erreichen, noch in einer Partnerschaft, während es bei den gleichaltrigen Frauen nur ca. 40% sind. Ein Trost für ältere Frauen: Während bei den Männern der Altersgruppe 75-85 Jahre noch 57% an Sex interessiert sind, sind es bei den Frauen dieser Altersgruppe nur noch 11%.
BMJ 2010;340:c810,doi:10.1136/bmj.c810
aus MMW-Fortschr. Med. Nr. 11/2010

Samstag, 20. September 2008

Daddy’s Girl forever

PÉCS – Kelly Osbourne, reizender Nachwuchs des unerschrockenen Black Sabbath-Sängers Ozzy Osbourne, wird sich vermutlich einen Partner nach Papas Ebenbild suchen. Provokation? Auch wenn die in der Familie liegt – nein, sondern Töchterchen wird nicht anders können: Das Aussehen des späteren Partners wird bereits in der Kindheit festgelegt. Das belegen die Untersuchungen der Psychologen um Tamas Bereczki von der ungarischen Universität Pécs. Söhne bevorzugten Partnerinnen, die ähnliche Gesichtszüge wie ihre Mutter haben, und Töchter wählen Männer, die ihrem Vater aus dem Gesicht geschnitten sind, berichten die Forscher in PROCEEDINGS OF THE ROYAL SOCIETY B.

Dazu wurden von 312 Erwachsenen aus 52 Familien jeweils 14 unterschiedliche Gesichtsabschnitte vermessen und verglichen. Die Psychologen entdeckten einen eindeutigen Zusammenhang zwischen den Gesichtszügen des Vaters und des Partners der Töchter und denen der Mutter und der Partnerin der Söhne. Umgekehrt wurden keine Ähnlichkeiten entdeckt. Die Forscher vermuten dahinter einen soziologischen Prozess. Kinder nehmen Eigenschaften vom andersgeschlechtlichen Elternteil auf und bevorzugen dann Partner mit besonderen Ähnlichkeiten zu diesen.

aus „Der Kassenarzt“ Nr. 16, September 2008

Das Auf- und Davon-Gen

STOCKHOLM – Liebe Damen, hören Sie auf, Ihren Partnern ständig damit in den Ohren zu liegen, dass er sie wieder für eine andere sitzengelassen hat. Für seine Sprung- und Wechselhaftigkeit kann er nun wirklich nichts: Es liegt schlicht in seinen Genen. Das haben schwedische Forscher um Hasse Walum vom Karolinska-Institut bei Genuntersuchungen an 552 gleichgeschlechtlichen männlichen Zwillingspaaren herausgefunden. Dafür untersuchten die Wissenschaftler das Auftreten von drei verschiedenen Genvarianten, die einen Einfluss auf die Wirkung des Hormons Vasopressin aufweisen. Von Wühlmäusen sei bekannt, dass dieses Hormon die Bindungsfähigkeit beeinflusse, so die Forscher in PNAS. Und das scheint auch für die maskuline menschliche Gattung zu stimmen. Die untersuchten Männer mit der 334 genannten Ausprägungsform des Gens legten eine wankelmütige Partnerbindung an den Tag. Dementsprechend wenige Ehemänner fanden sich in dieser Gruppe. Die Partnerinnen dieser Männer waren mit der Bindung auch unzufriedener als diejenigen, bei deren Männern die 334-Ausprägung nicht vorhanden war. Ganz arme Schlucker, bei denen die 334-Variante doppelt vorhanden war, gaben an, im vergangenen Jahr eine Ehekrise durchlitten zu haben. Bei Frauen stellten die Forscher diesen Zusammenhang nicht fest.

aus „Der Kassenarzt“ Nr. 16, September 2008

Das ist so eine Sache mit der Wissenschaftlichkeit. Wie man jemandem, der einen sitzengelassen hat, ständig in den Ohren liegen kann, naja… Vielleicht könnte man das Gen auch »Sich eine Frau aussuchen, mit der man es nicht aushalten kann, weil sie nie zufriedenzustellen ist«-Gen nennen. Aber weil das zu lang ist, sieht man es halt einfacher so rum. Wie so oft…

Sonntag, 9. März 2008

Freu dich auf die nächste Krise

»Katastrophen können eine Ehe retten. Man muss sich trauen, alles zusammenbrechen zulassen.« Ein Gespräch mit den Bestseller-Autoren Eva-Maria und Wolfram Zurhorst
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Von Christoph Quarch

Publik-Forum: Frau Zurhorst, Sie haben ein Buch geschrieben, das zu einem großen Erfolg wurde: »Liebe dich selbst, und es ist egal, wen du heiratest«. Warum ist es egal, wen ich heirate, wenn ich mich nur selbst liebe?
Eva-Maria Zurhorst: Am Ende ist es natürlich nicht egal, wen ich heirate. Der Titel ist eine Provokation. Ich möchte mit diesem Titel dazu einzuladen, den Fokus zu ändern. Bei den meisten Partnerschaften richten wir unsere Aufmerksamkeit ganz auf den Partner. Wir erwarten, dass er mir ein schönes Leben macht und gute Gefühle bereitet, dass er zärtlich zu mir ist und die Leidenschaft in mir entfacht. Man stelle sich vor: Das alles soll dieser arme Mensch leisten! Und gesetzt den Fall, er leistete es tatsächlich, wäre ich selbst mit großer Wahrscheinlichkeit gar nicht in der Lage, all das entgegenzunehmen; weil es in mir -wie bei so vielen anderen Menschen auch – tief in der Seele das Gefühl gibt, wertlos zu sein, aus dem heraus die Sehnsucht danach wächst, vom Partner alles geboten zu bekommen.

Publik-Forum: Und deswegen empfehlen Sie, sich zunächst einmal selbst zu lieben?
Eva-Maria Zurhorst: Genau. Denn schauen Sie, bei vielen Frauen ist es so: Da kommt ihr Mann und sagt ihnen, dass er sie über alles liebt und sie schön findet – und dann schauen sie in den Spiegel und finden sich gar nicht so schön.Was passiert? Sie glauben ihrem Mann nicht, können seine Liebe nicht annehmen. Und deswegen sage ich: Was mich wirklich für die Liebe öffnet, das ist, den Blick von außen nach innen zu kehren und sich zu fragen: Wer bin ich eigentlich? Rabe ich es verdient, geliebt zu werden? Bin ich liebenswert?

Eva-Maria Zurhorst
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war ursprünglich Journalistin und Buchautorin. Später wechselte sie als Coach und Kommunikationsberaterin in die Wirtschaft. Heute arbeitet sie als Beziehungs- und Karrierecoach. 2004 erschien ihr Bestseller »Liebe dich selbst, und es ist egal, wen du heiratest«. 2007 folgte zusammen mit ihrem Mann das Buch »Liebe dich selbst, und freu dich auf die nächste Krise«.

Wolfram Zurhorst
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ist von Hause aus Kaufmann. Als Manager machte er Karriere in führenden Unternehmen der Textilbranche, bis er vor einigen Jahren entschied, sich als Beziehungscoach ganz dem Projekt »Liebe dich selbst« zu widmen.


Publik-Forum: Und dann?
Eva-Maria Zurhorst: Wenn ich mir diese Fragen vorlege und ihnen nachgehe, dann kann das Wunder geschehen, dass ich mit meinem Partner- auch wenn er kein Prinz ist-zu einer ganz neuen Beziehung finden kann. Denn entscheidend für das Gelingen einer Beziehung ist, sich selbst anzunehmen.

Publik-Forum: Herr Zurhorst, können Sie das bestätigen?
Wolfram Zurhorst: Absolut. Ich selbst bin jahrelang mit einer klaren Vorstellung davon durch die Gegend gelaufen, wie meine ideale Partnerin auszusehen hat. Ich war mir anfangs dessen nicht bewusst, aber heute kann ich sagen, dass diese Bilder völlig oberflächlich waren: Sie sollte hübsch anzuschauen sein, leicht in ihremWesen, fröhlich im Gemüt. Je mehr ich dann im Laufe unserer Beziehung genötigt wurde, mich in meiner Oberflächlichkeit zu durchschauen, desto mehr habe ich mich nach der tieferen Ebene gesehnt, die mir meine Frau anfangs zwar gezeigt hatte, die mich damals aber irgendwie genervt und überfordert hatte.

Publik-Forum: Auch hier der Perspektivwechsel von außen nach innen?
Wolfram Zurhorst: Ich war – wie so viele Männer – ganz auf den beruflichen Erfolg fixiert. Mir ging es um Anerkennung von außen. Und dabei habe ich mich komplett vergessen.

Publik-Forum: Da ist eine persönliche Erfahrung im Hintergrund.
Wolfram Zurhorst: Wir haben sehr früh geheiratet und sind früh Eltern geworden. Was habe ich getan? Ich bin nicht etwa neugierig in die Ehe hineingegangen, sondern habe mich aus dem Staub gemacht und in die Arbeit gestürzt. Tja, und das ging so lange, bis meine Frau und ich an dem Punkt waren, an dem wir definitiv keine Möglichkeit mehr hatten, miteinander zu reden. Wir sahen uns schlicht nicht mehr. Und dann kam es zum Crash. Es war an einem runden Geburtstag von mir, Ich wollte es besonders nett haben, und alle geladenen Freunde sollten sich wohlfühlen. Na ja, da ist meiner Frau der Kragen geplatzt.

Publik-Forum: Was war los?
Eva-Maria Zurhorst: Ich konnte nicht mehr. Ich konnte diese Rolle nicht mehr spielen: die Gastgeberin, die Ehefrau, die Mutter – all diese Hüllen. Ich hatte das Gefühl, eine einzige Aufeinanderschichtung von Hüllen zu sein. Und dann musste ich auch noch nett sein: Küsschen hier, Küsschen da …
Wolfram Zurhorst: Bis dann eine Freundin zu ihr in die Küche ging und fragte, was denn los sei. Und dann platzte es aus ihr heraus. In diesem Augenblick begann ein Prozess, bei dem wir uns beide gnadenlos die Wahrheit aufgetischt haben.
Eva-Maria Zurhorst: Für mich war klar: Jetzt geht nur noch Scheidung.
Wolfram Zurhorst: Und ich hatte zum ersten Mal den Mut zu sagen: Ich will schon lange nicht mehr.
Eva-Maria Zurhorst: Heute wissen wir aus vielen Gesprächen mit Paaren, dass das, was uns widerfahren ist, nicht ungewöhnlich ist: dass viele erst eine Leere zwischen ',ich spüren und sich dann davonstehlen: in Affären, Job, Kinder, egal was; und dass sie die Partnerschaft durch bloßes Funktionieren aufrechterhalten. Und genau das ist fatal. Was ich an diesem Abend gelernt habe, ist: Man muss sich trauen, alles zusammenbrechen zu lassen.

Publik-Forum: Warum?
Eva-Maria Zurhorst: Weil durch den Zusammenbruch des Falschen das Echte und Wahre eine Chance hat, zum Vorschein zu kommen. Wir haben das erst später verstanden, aber an diesem Abend war zum ersten Mal seit Jahren so etwas wie Nähe spürbar. Sie war zwar nicht schön, aber sie war wahr.
Wolfram Zurhorst: Da war klar: Jetzt beginnt eine Phase, wo jeder nur noch mit sich beschäftigt ist und klarkriegt, wer er ist und was er will. Und wissen Sie, was das mit mir gemacht hat? Ich habe gemerkt: Da ist überhaupt nichts. Ich weiß überhaupt nicht, wer ich bin!

Publik-Forum: Wie haben Sie es angestellt, in einer so schmerzvollen Situation so etwas wie Selbstliebe zu entwickeln?
Eva-Maria Zurhorst: Selbstliebe ist nicht ein euphorisierter Zustand, in dem ich selig vor mich hintaumle. Selbstliebe ist Selbsterkenntnis: in diesem Falle die Erfahrung, selbst den totalen Zusammenbruch zu überstehen: und in dem Zusammenbruch das Bewusstsein für eine echte und tiefe Verbundenheit unter all den falschen Rollen und Bildern zu entwickeln.
Wolfram Zurhorst: Für mich war es völlig neu, innezuhalten und in mich hineinzuhorchen, das anzunehmen, was sich in mir zeigen wollte, der Wahrheit ins Gesicht zu schauen. Das war nicht schön, aber es stimmte.
Eva-Maria Zurhorst: Und das ist Selbstliebe!

Publik-Forum: Nun haben Sie beide diesen Prozess durchgemacht und sitzen als Ehepaar vor mir …
Eva-Maria Zurhorst: Sorry, wenn ich Sie unterbreche, aber hier muss ich Einspruch einlegen: Es geht hier nicht um einen Prozess, den Sie irgendwann durchgemacht haben. Es ist ein lebenslanger Prozess. Ich stelle mir das Leben vor wie eine Rose, die ihre Blätter entfaltet. Jedes Blatt zeigt eine neue, bisher unbekannte Seite von mir. Je mehr dieser Seiten sich zeigen dürfen, desto schöner wird es. Und desto aufregender: Denn je mehr ich mich auf das Abenteuer der Selbstentfaltung einlasse, desto reicher und spannender wird das Beziehungsleben. Das erfordert auch den Mut, nicht irgendwo ankommen zu wollen – nach dem Motto: »So, Schatz, jetzt haben wir's geschafft« –, sondern immer weiterzugehen. Das Leben stellt uns permanent neue Aufgaben. Gerade das heißt lebendig sein.
Wolfram Zurhorst: Wir haben die Erfahrung gemacht, in einer scheinbar ausweglosen Situation doch einen Weg zu finden, wie es weitergehen konnte: einen Weg, der mitten durch die Krise hindurchgeführt hat einen Weg, den wir erst jeder für sich selbst, dann aber auch miteinander gegangen sind.

Publik-Forum: Darf ich kurz einhaken? Sie haben zueinandergefunden, indem jeder von Ihnen zunächst für sich und in sich gegangen ist?
Wolfram Zurhorst: Das ist so. Entscheidend dafür war der Punkt, an dem wir beide uns eingestanden haben: Wir können nicht mehr! An diesem Punkt, als alles ausgesprochen war und ich nur noch Schwarz sah, entdeckte ich ein kleines, glimmendes Gefühl tiefer Verbundenheit. Diese Verbundenheit war mir vorher überhaupt nicht bewusst. Aber das Gefühl war echt. Ihm verdanken wir, dass wir heute zusammen sind. Denn wir sind der Spur dieses Gefühls nachgegangen – haben uns gleichsam auf die Lauer gelegt, ganz vorsichtig und zart.
Eva-Maria Zurhorst: Das ist schön, was du da sagst. Da war dieses kleine Gefühl, das jeder von uns beiden gespürt hat, auch wenn wir es anfangs nicht benennen konnten. Aber es war da, und nun konnten wir damit arbeiten.


»Wir haben die Erfahrung gemacht,
in einer scheinbar ausweglosen Situation
doch einen Weg zu finden,
wie es weitergehen konnte.«


Publik-Forum: Das klingt so, als sei die Krise eine Art Dusche, die alle Schlacken unserer Bilder und Ideale abträgt, bis am Ende der wahre Kern der Liebe freigelegt ist.
Eva-Maria Zurhorst: Dazu fällt mir die Geschichte einer spirituellen Autorin namens Marianne Williamson ein. Die Frau hatte jede Menge Probleme: Alkoholexzesse, Männergeschichten, Drogen. Bis irgendwann ihre Freunde ihr sagten: »Miane, du musst dein Leben ändern. Du musst Gott in dein Leben lassen. Dann wird sich Ruhe über dich senken.« Sie hat sich aber nicht darum geschert, bis sie irgendwann mit einem Nervenzusammenbruch im Krankenhaus gelandet ist. Sie war so am Ende, dass sie sich sagte: »Okay, dann werde ich wohl beten müssen und Gott zu mir einladen!« Sie tat es, und offenbar kam Gott wirklich zu ihr. Aber nicht so, wie ihre Freunde es ihr in Aussicht gestellt hatten. Der Gott, der zu ihr kam, hatte eine große Abrissbirne dabei und hat auch noch die letzten Trümmer, die von ihrem alten Leben übrig geblieben waren, in Schutt gelegt.

Publik-Forum: Was bleibt uns da zu tun?
Eva-Maria Zurhorst: Wichtig ist es, ein Gespür dafür zu entwickeln, wann und wo Kurskorrekturen nötig sind: in meiner Beziehung, mit meinem Körper, mit meiner Seele. Ich weiß es, aber ich traue mich nicht, das Wissen umzusetzen. Weil ich Angst vor den Konsequenzen habe: vor Einsamkeit, Mangel an Sicherheit, Ungewissheit. Und dann kommt die Krise und hilft mir. Denn sie zwingt mich, mich in Bewegung zu setzen. Wie der liebe Gott mit der Abrissbirne.

Publik-Forum: Aber müssen wir es denn immer gleich zur Krise kommen lassen? Gibt es nicht auch andere Wege zu einem gelingenden Leben?
Eva-Maria Zurhorst: Ein Zehn-Punkte-Programm gibt es nicht. Worauf es ankommt, ist, immer wieder im Augenblick anzukommen. Auch wenn es wehtut. Denn je sensibler ich für mich werde, desto schmerzhafter fühlt es sich an, wenn ich mich verliere. Die Gefahr ist immens, denn wir bewegen uns dauernd in medial vermittelten Vorstellungen, die nicht von uns kommen. Deswegen: Bei sich bleiben, zu sich kommen. Wahrnehmen, was ich tue: bewusst das Essen genießen, in die Natur gehen. Das hört sich vielleicht kitschig an, aber es entspricht meiner Erfahrung. Denn wer ist schon noch bei der Sache? Wer genießt sein Essen? Alles passiert gleichzeitig und automatisch: Fernsehen, Telefonieren, Kaffeetrinken, Rauchen. Und jetzt kommt das Entscheidende: Wenn ich mich an diesen Punkten nicht ändere, habe ich auch keine Chance, meine Partnerschaft zu ändern. Wenn ich wirklich zu mir kommen will, kann das brutale Einschnitte in mein ganzes Leben fordern.
Wolfram Zurhorst: Es klingt vielleicht komisch, aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass ich mich über Krisen freuen kann. Denn sie zeigen mir genau, worum es im nächsten Schritt geht. Ich bin nicht immer achtsam im Augenblick. Ich werde immer auch aufbrausend oder traurig sein. Die Kunst besteht für mich dann darin, das anzunehmen, dem nicht davonzulaufen, sondern ihm nachzugehen.
Eva-Maria Zurhorst: Und sich davor zu hüten, zu glauben, man sei irgendwo angekommen – wisse Bescheid und mehr als die anderen. Hier lauert eine Falle für viele Frauen, die all die Bücher lesen und Seminare besuchen: »Ich weiß, wie's geht, aber mein Mann – der kriegt das gar nicht gebacken!« So läuft das nicht. Am Ende stehen nur drei Dinge: Achtsamkeit, Demut und die Fähigkeit, sich immer wieder vergeben zu können.

Publik-Forum: Wie meinen Sie das?
Eva-Maria Zurhorst: Ich vermassele es doch auch dauernd. Ich bin doch auch unaufmerksam, ich streite doch auch mit meinem Mann. Der Trick ist gerade nicht, ideal sein zu wollen, sondern sich anzunehmen und zu vergeben, demütig und sensibel zu sein.

Publik-Forum: Demut und Sensibilität sind Eigenschaften, die bei Männern nicht so ausgeprägt zu sein scheinen. Wie bringen Sie es Männern nahe, sich dafür zu öffnen?
Wolfram Zurhorst: Zunächst: Ich musste auch erst eins auf die Glocke bekommen, bevor ich gelernt habe, auf meine Gefühle zu achten. Immer hatte ich das Bild von mir vor Augen, als Ehemann und Familienvater nicht traurig oder verletzbar zu sein. Ich weiß noch genau, wie unsere Tochter mir eines Tages sagte: »Papa, ich hab dich noch nie heulen sehen.« Und in diesem Augenblick brach es aus mir heraus. Sie glauben nicht, wie wohltuend und heilsam diese Tränen für mich waren. Heute sage ich: Sensibel zu sein bedeutet, wahrhaftig zu sein. Durch meine wiederentdeckte Sensibilität bekomme ich viel mehr mit, entdecke ich viel mehr Feinheiten.

Publik-Forum: Werden Sie da nicht auch mal als Weichei denunziert?
Wolfram Zurhorst: Aber hallo, natürlich. Als ich durch die ganze Geschichte mit Eva auf meine Gefühle gebracht wurde und diese auch nicht mehr versteckt habe, hat das in meinen Umfeld große Irritation ausgelöst.
Eva-Maria Zurhorst: Mein Mann hatte Karriere gemacht. Das ging bei ihm ganz glatt. Aber für mich und meine Tochter stand er immer weniger zur Verfügung. Nach außen war das alles glänzend und herrlich. Aber wir spürten, dass es ihm nicht guttat. Und dann kam der Rausschmiss, der ihn in den Grundfesten seines Mannseins erschütterte. Ein Mann, der vor Erfolg strahlte, wurde über Nacht zu einer Wurst.
Wolfram Zurhorst: Nach der Riesenkrise mit Eva wurde ich so von heute auf morgen vor die Frage gestellt: Was will ich eigentlich beruflich erreichen? Was soll ich tun?
Eva-Maria Zurhorst: Damals brach äußerlich alles weg. Mein Mann war der große Verdiener. Uns brach die Sicherheit weg, ihm die Karriere. Und plötzlich hatten wir einen Mann zu Hause! Damit begann ein großartiger Prozess, denn nun stand ein Mann, der bis dahin alle Energie für seine Firma aufgewandt hatte, plötzlich seiner Familie zur Verfügung. Das bedeutete nicht nur eine Revolution für unsere Familie das ist für mich eine Revolution für die ganze Gesellschaft. Denn mir ist klar geworden, dass die Männer bei uns gezwungen sind, all ihre Kraft, die die Welt so dringend braucht, irgendwelchen Produkten und Firmen zur Verfügung zu stellen: und dass unsere Familien von dieser männlichen Kraft oft ganz entleert sind. Das Schlimme ist, dass dann oft Frauen in diese Rolle gehen und zu verzickten Bessermännern werden. Die Kinder haben meist keinerlei Ahnung von der Berufswelt, in der sich ihre Väter bewegen. Auf dieses gigantische Problem bin ich erst dadurch aufmerksam geworden, dass bei uns mit einem Schlag wieder ein Mann zu Hause war.

Publik-Forum: Das hat Ihnen gutgetan?
Eva-Maria Zurhorst: Und wie. Ich habe mich verändert, unsere Tochter ist aufgeblüht, und auch er hatte nun das Umfeld, aus dem heraus er neue Aufgaben angehen konnte.

Publik-Forum: Durch die große Krise ist also nicht nur Ihrer beider Partnerschaft echter geworden, sondern Sie beide haben auch Ihre Geschlechteridentität neu entdeckt?
Eva-Maria Zurhorst: Absolut. Wissen Sie, wir Frauen legen heute ein Verhalten an den Tag, das mich an die Nachkriegsfrauen erinnert. Wir gehen voll in die Rolle von Männern und reden uns ein, alles allein hinzubekommen: »Karriere, Kinder – kein Thema, das schaffe ich!« Das ist der Horror. Ich selbst habe auch so gelebt. Und die Männer sind in ihrer Männlichkeit vollkommen verirrt.

Publik-Forum: Und wie erleben Sie sich heute in Ihrer Weiblichkeit?
Eva-Maria Zurhorst: Heute habe ich gelernt, meine Grenzen – gerade auch meine Grenzen als Frau – anzuerkennen und wahrzunehmen. Ich bin wahrlich kein Heimchen am Herd, aber als mein Mann wieder zu Hause war, habe ich erstmals gefühlt, wie überfordert, wie überlastet und einsam ich früher war.
Wolfram Zurhorst: Mein Mannsein war zu dieser Zeit eine absolut leere Hülle. Heute kann ich sagen, dass ich eine ganz andere Form von Mannsein entdeckt habe. Ich habe diese Hülle heruntergerissen und gemerkt, dass darunter meine wirkliche Kraft verborgen war. Ich hatte immer viel Energie in den Job gesteckt. Heute arbeite ich phasenweise sogar mehr, aber ich arbeite mit einer ganz anderen inneren Kraft. Ich bin viel präsenter – und erfolgreicher. Wobei das nicht ein Erfolg ist, der sich in Zahlen ausdrücken lässt, sondern der wahre Erfolg, der darin besteht, dass eine neue Qualität ins Leben kommt.

Publik-Forum: Das heißt konkret?
Wolfram Zurhorst: In meiner neu entdeckten Männlichkeit darf ich Schwächen zeigen und verletzlich sein. Und trotzdem bekomme ich die Dinge geregelt. Ich würde sogar sagen: besser und erfolgreicher als in meinem alten Muster.
Eva-Maria Zurhorst: Mir geht es genauso. Ich traue mich jetzt, Dinge zu sagen, bei denen ich früher gedacht hätte, dass mich alle für ein Heimchen oder eine Mutti halten.

Publik-Forum: Man hat Ihr Buch auch als ein Plädoyer für die Ehe bezeichnet. Zu Recht?
Eva-Maria Zurhorst: In gewisser Hinsicht ja. Aber nicht in dem Sinne, dass Sie in einer Beziehung um jeden Preis durchhalten und alles mitmachen müssen. Was ich sagen will, ist, dass Sie auf dem Weg echter Liebe zuweilen ein deutliches Nein sagen müssen – dass Sie Grenzen setzen müssen. Und dass Sie, wenn Sie das tun, entdecken werden, dass Sie etwas wert sind. Und dass Sie vielleicht ganz anders sind als das, was Ihre Eltern, Ihr Partner, Ihre Kollegen immer von Ihnen erwartet haben. Sie werden ein Gefühl für sich entwickeln. Und dieses gar nicht euphorische, sondern eher stille Gefühl ist es, das ich meine, wenn ich von Selbstliebe rede.

Publik-Forum: Vieles von dem, was Sie sagen, erinnert an das, was auch spirituelle Lehrer sagen. Und die Titel ihrer Bücher lassen das biblische Wort anklingen, wonach wir unseren Nächsten lieben sollen wie uns selbst. Hat diese religiöse Dimension für Sie eine Bedeutung?
Eva-Maria Zurhorst: Wo Sie das so sagen, da kommt mir die Vorstellung, dass es dem lieben Gott gefallen hat, mich in eine Frau zu verkleiden, die gerne Schuhe kauft, die einen Mann aus der Modebranche geheiratet hat und auch sonst völlig unverdächtig ist, im Auftrag des Herrn unterwegs zu sein. Will sagen: Ich fühle mich wie eine Undercoveragentin Gottes. Ich glaube, er hat mir die Chance gegeben, auf eine Weise von ihm zu reden, mit der ich die vielen Menschen nicht verschrecke, die Berührungsängste gegenüber Gott haben. Aber ich sage Ihnen auch: Ich fühle mich in der normalen Welt oft ganz verloren weil ich mich in dieser Agentenrolle einsam fühle und manchmal wütend bin, dass ich sie spielen muss. Doch tief in mir weiß ich, dass es am Ende nur um Gott geht.

Publik-Forum: Nur um Gott?
Eva-Maria Zurhorst: Ja, dieser ganze Weg, von dem wir reden: Ich kann ihn gut beschreiben, aber ich kann ihn nicht machen. Ich kann darauf vertrauen, dass ich durch Krisen hindurchkomme, aber ich schaffe es nicht aus eigener Kraft. Früher war ich eine glühende Gegnerin der Kirche. Ich hatte dort als Kind jede Menge Schlechtes erlebt. Aber als ich mitten in der Krise steckte, da habe ich angefangen zu beten. Und von da an habe ich meinen Weg wieder gefunden.
Wolfram Zurhorst: Auch ich fand Kirche, so wie ich sie als Kind kennenlernte, total unattraktiv – als leeres Ritual, das nichts mit mir zu tun hatte. Aber dann kam ich an diesen Punkt, an dem ich auf mich zurückgeworfen wurde und dadurch diese tiefe Verbindung zu meiner Frau entdeckte. Diese Entdeckung hatte für mich etwas mit dem Göttlichen zu tun. Wo alles, was ich mir aufgebaut hatte, zum Einsturz kam, blieb nur diese tiefe göttliche Verbundenheit. Nun erlebte ich zum ersten Mal, dass ich nie alleine bin, sondern dass da immer eine stille Kraft wirkt, die bei mir ist. Und es ist dieses Etwas, das es mir heute erlaubt, viele Dinge loszulassen. Heute kann ich mich fallen lassen.
Eva-Maria Zurhorst: Wir beten täglich. Wir suchen täglich nach diesem Raum der Verbindung mit Gott.

Publik-Forum: Was heißt das konkret?
Eva-Maria Zurhorst: Ich bin im Gespräch mit Gott, bitte dauernd um Führung – darum, dass er mir zeigt, was ich als Agentin für ihn tun kann; und darum, dass er mich zurückholt, wenn ich mich verirre. Während ich hier im Interview sitze, schmunzle ich innerlich und denke: »Okay, jetzt hast du mir alle Antworten gegeben.« Ich habe mir in diesem Interview selbst gesagt, was ich in den letzten Tagen vergessen hatte. Ich sage das scheinbar Ihnen oder anderen Leuten, aber in Wahrheit schmunzle ich und weiß, dass durch mich Gott zu mir selbst spricht. Ist das nicht schön?

Die Bücher von Eva-Maria und Wolfram Zurhorst sind über den Publik-Forum Shop zu beziehen: »Liebe dich selbst, und es ist egal, wen du heiratest«, Bestell-Nr. 7724; »Liebe dich selbst, und freu dich auf die nächste Krise«, Bestell-Nr. 7723

aus Publik-Forum Nr. 1 • 2008

Ich zucke immer zusammen, wenn sich die Dinge so gut anhören. Hier noch zwei Links:
zu myself.de und
zu Maischberger


Samstag, 8. März 2008

Hungrige Kinder

Hartz IV deckt nicht einmal die Grundbedürfnisse

Die Konjunktur boomt. Doch: Ein Viertel aller Kinder unter fünfzehn Jahren lebt in Armut: 2,8 Millionen. In Großstädten ist etwa ein Drittel der Kinder in West- und über die Hälfte der Kinder in Ostdeutschland von Armut betroffen.

Bedarf von Schulkindern gekürzt
»Die Bundesregierung stellt die Förderung von Kindern und deren Familien in den Mittelpunkt ihres Handelns. Alle Kinder und Jugendlichen sollen von Anfang an gleiche Chancen haben, ihre vielfältigen Fähigkeiten und Talente zu entwickeln«, schreibt das Bundesfamilienministerium. Die Realität sieht anders aus. Mit Einführung von Hartz IV wurde der Regelsatz für die Sieben- bis Vierzehnjährigen von 65 Prozent auf 60 Prozent des Eckregelsatzes – 347 Euro gesenkt. Ferner ist das Niveau der früheren einmaligen Beihilfen nur in gekürzter Form in den neuen Regelsatz übernommen worden. Der Regelsatz der Vierzehn- bis Achtzehnjährigen, der bis dahin immer neunzig Prozent des Eckregelsatzes betragen hatte, ist mit Hartz IV auf das Niveau von erwachsenen Haushaltsangehörigen – achtzig Prozent des Eckregelsatzes – gesenkt worden. Der Wachstumsbedarf von Kindern wird nicht mehr anerkannt.

Mangelernährung
Ist für Vorschulkinder aus Armutsfamilien noch eine gesunde Ernährung möglich, trifft das auf Schulkinder nicht mehr zu. Für Kinder zwischen sieben und vierzehn sind inklusive Genussmitteln nur 2,57 Euro pro Tag im Regelsatz enthalten, obwohl sie für ihren durchschnittlichen Energiebedarf von 2042 Kilokalorien 4,76 Euro bräuchten. Bet den Vierzehn- bis Achtzehnjährigen ist die Lage ähnlich. Im Regelsatz von Schulkindern aus armen Elternhäusern ist zudem kein Geld für ein Mittagessen in Schulen und Horten vorgesehen. Fünf von sechzehn Bundesländern (Rheinland-Pfalz, Saarland, NRW, seit 1. Januar 2008 Berlin und Hessen) zahlen die Differenz zwischen einem Eigenanteil von einem Euro und den tatsächlichen Essenskosten in Ganztagsschulen. Hungrige Kinder im Unterricht scheinen die restlichen Bundesländer nicht zu stören.

Kosten für Lehr- und Lernmittel
Vor Hartz IV bekamen Sieben- bis Vierzehnjährige inklusive einmaliger Beihilfen 232 Euro, heute gesteht man ihnen lediglich 208 Euro zu. Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz tritt inzwischen für eine Schulmaterialienpauschale von zwanzig Prozent des Regelsatzes pro Schulhalbjahr ein. Kosten für Schulbücher, die in immer stärkerem Maße anfallen, werden dabei allerdings ebenso wenig berücksichtigt wie Kosten, die diese Pauschale übersteigen.

Was tun?
Alle mit dem Schulbesuch anfallenden notwendigen Kosten müssen wieder über einmalige Beihilfen beantragt werden können. Solange es keine bundesweite Regelung gibt, sollten Kommunen und Landkreise zumindest Schulfonds einführen. Von den rund 450 Städten und Landkreisen und über 12.000 Gemeinden haben erst auf öffentlichen Druck hin rund dreißig Maßnahmen in diese Richtung beschlossen. Ferner muss wieder anerkannt werden, dass der Regelsatz von Schulkindern unter vierzehn zwanzig Prozent höher ist als der von Säuglingen und dass der von Heranwachsenden höher ist als der von Erwachsenen. Das wäre das Mindeste, solange die notwendige deutliche Erhöhung des Eckregelsatzes verweigert wird. • Rainer Roth

Der Autor ist Professor für Sozialwissenschaften an der Fachhochschule Frankfurt am Main. Seine Broschüre »Ein Hartz für Kinder« ist für einen Euro plus Versandkosten über info@klartext-info.de erhältlich.

aus Publik-Forum Nr. 1 • 2008

Samstag, 16. Juni 2007

Ein guter Freund …

transzendiert grad den Sex. Toi, toi, toi!!

Montag, 4. Juni 2007

Wenn der Prinz zum Frosch wird

Die Partnersuche im Internet interessiert inzwischen auch Sozialforscher. Erstes und nicht gerade neues Ergebnis: Gleich und gleich gesellt sich gern.

zum Artikel im Allgemeinen Frankfurter Sonntagsblatt vom 3.6.2007
und hier: »Es herrscht ein traditionelles Rollenverständnis« (in der gleichen Ausgabe)

Im Original-FASZ ist der Titel der Gleiche wie der dieses Posts, deshalb noch einige Verweise auf Frösche:

- mein Post vom 25.5.07
- Flirthilfen für Frösche und solche, die keine sein wollen (wichtiger Hinweis: »Als Prinz bist Du in all Deinem Streben stets prozessorientiert, nicht zielorientiert.«)
- Prinz gesucht – Frosch gefunden? (Verdammt nochmal, fällt es keinem auf, daß anscheinend immer nur die Frauen sich täuschen? Früher gingen nur die Männer fremd und keiner hat sich gefragt, mit wem. Und heute täuschen sich die Frauen, und die Männer sind glücklich? Wie sagte Osho so schön: »A princess falling in love with a frog? Foolish idea! Frogs are falling in love with other frogs.«) In dem gelinkten Artikel heißt es übrigens so schön: »Gegensätze ziehen sich an.« Ja, was denn jetzt? Ach so, wir Psychotherapeuten sagen so schön: Beides ist richtig! Zur Erläuterung sei auf den Post »Beziehungsknatsch« vom 30.3.2006 verwiesen (Abschnitt »Geheime Schwierigkeiten und Hoffnungen«).
Und wenn’s nun doch ein Prinz ist (Über weibliches Träumen und den Umgang mit Kaulquappen)
Frosch oder Prinz (warum die Männer möglicherweise so sind, wie sie sind – klar, wenn’s schon nicht die Männer sind, dann wenigstens die Väter)
Moderne Prinzessinnen (wie man als Frau sich selbst küßt und daher keinen Prinzen mehr braucht – die Geschichte für Enthaltsame; steht bezeichnenderweise auf der Homepage »Sarah Sex & the City«, im Konterfei hat Sarah einen berühmten, inzwischen recht faltigen Breitmaulfrosch nachgemacht – für was Frösche alles gut sind!)
Damen und Trolle (von Fröschen und Gentlemen, die die Tür aufhalten)
Froschgeschichten (endlich mal was Positives: Frösche können recht ausdauernd sein)
Tantra 2 (14. Abschnitt, endlich hab’ ich das Osho-Zitat gefunden!); damit es nicht verloren geht, hier im Original: »The real master cannot give you solace, he can only give you freedom. He can give you bliss, but he cannot give you consolation. And he will have to destroy many things in you which you have cherished for long, nourished for long. He will have to take away all the clothes that protect you, he will have to leave you nude in reality. It frightens, it scares, but that is the only way you can grow. Growth has to be with reality, not against reality. And once you have tasted something of reality as it is, you will never gather any other buffers, shock-absorbers, around you again. Saguna, you say, "I feel like the frog in the fairy tale who gets kissed and starts growing up to be the handsome prince." You must be dreaming. Things are not done that way here. You came here, Saguna, as a charming prince. You have been kissed, and now you are a frog. But there is nothing wrong with being a frog -- frogs are beautiful people. You say, "But I'm still wearing froggy clothes...." Of course -- you are still a frog! "And they are too tight" -- you are imagining -- "and the princess isn't interested and wouldn't it be nice just to be a frog again?" What are you talking about? You don't need any help, you already are one! Accept your frogginess and forget all about the princess. In fact I have never seen a frog interested in a princess -- foolish idea! Become interested in another frog! And in that way I can help you. I have so many frogs here.«

(und da ich grad dabei bin: Ein Link zur oshofriendsinternational, einer Absplitterung von der offiziellen Osho-Bewegung)


Donnerstag, 30. März 2006

Beziehungsknatsch oder …

Der unbewußte Paß in die Tiefe des Raumes

[…] Dabei ist die Freundin, ähnlich wie der Kurschatten, zunächst nur ein Selbsthilfeversuch und eine taktische Möglichkeit im Ehekrieg. Merkwürdiger- und bezeichnenderweise sorgt nämlich derjenige, der fremd geht, unbewußt dafür, daß der Partner das erfährt: Durch einen Brief, ein Bild oder eine Telefonnummer, die man »versehentlich« in der Tasche oder sonstwo liegen läßt, durch angeblich anonyme Telefonanrufe, merkwürdige Zeitplanungen, phantasiereiche aber durchsichtige Alibis … Neue oder außereheliche Partnerschaften sind einerseits der Versuch, die eigenen Schwierigkeiten mit einem anderen Partner zu lösen, gleichzeitig aber auch eine sehr indirekte und mißverständliche Liebeserklärung an den »alten« Partner (»Kümmere dich mehr um mich! So geht es nicht weiter!«). Sie sind aber oft nur eine Wiederholung der alten Schwierigkeiten, eine unveränderte Neuauflage, »mehr Desselben« (nach Watzlawick). So wie es eine Patientin ausdrückte, nachdem sie während einer stationären Psychotherapie ihre vierte Scheidung hinter sich gebracht hatte: »Merkwürdig - es waren immer die gleichen Typen!« Am Anfang der Partnerschaft gab es noch Unterschiede zwischen den vier Partnern, am Ende der Beziehung, wenn sie mit ihren Männern vor dem Scheidungsrichter stand, waren sie gleich geworden. Jeder schafft sich eben immer wieder mit den verfügbaren Partnern und Möglichkeiten seine eigene Welt!


Geheime Schwierigkeiten und Hoffnungen

Die Schwierigkeiten in der Partnerschaft liegen oft nicht am Partner, sondern tiefer, sozusagen in einer gemeinsamen Tiefe. Der Züricher Paartherapeut Jürg Willi hat in seinen Büchern über die Zweierbeziehung Partnerschaften als Kollusionen beschrieben (nach lat. colludere: spielen mit …, unter einer Decke stecken mit …), als ein geheimes Zusammenspiel zur Lösung eines gemeinsamen unbewußten Grundkonfliktes. Das bedeutet, daß beide Partner, beide Eheleute eine gemeinsame Schwierigkeit haben, die ihnen aber unbewußt ist. Bei Adam und Eva ging es um die gemeinsame Aufgabe, ganz Mensch in der Zweisamkeit zu werden. Bei der Kollusion, dem geheimen Zusammenspiel, übernimmt und lebt einer der Partner die aktive Rolle, der andere die passive. Das erklärt auch, warum der Volksmund meint: »Gleich und Gleich gesellt sich gern« und »Gegensätze ziehen sich an!« Gleich ist in der Partnerschaft der Grundkonflikt, gegensätzlich sind die gelebten Lösungsmöglichkeiten. Dabei kann – wie bei Adam und Eva – die vermeintlich schwache Frau insgeheim die Führung übernehmen, und der vermeintlich starke Mann ist vorwiegend das, was seine Frau aus ihm macht (Ich weiß, wovon ich rede!). Diese nach vorwärts oder rückwärts gerichteten Selbstheilungsversuche scheitern schließlich doch durch die Wiederkehr und die Dennochdurchsetzung des Verdrängten. Partnerschaftliche Schwierigkeiten können dann zu psychosomatischen Symptomen und Erkrankungen führen oder zu schwerwiegendem »krankhaften« Verhalten.


Partner sind bedarfsgerecht

Im Rahmen der Neurosenlehre hat man sogar von »neurotischer Partnerwahl« gesprochen. Dabei ist das vermeintlich Neurotische etwas zutiefst Menschliches. Jeder Partner sucht sich seine Ergänzung, sucht seine (bessere) Hälfte. Von der Neurosenlehre her gesehen bedeutet das, daß z. B. vorwiegend schizoid Strukturierte von vorwiegend depressiv Strukturierten angezogen werden und umgekehrt. Denn jeder hat das, was dem anderen fehlt. Der kühle zurückhaltende Schizoide sucht die Wärme und Gebefreudigkeit des Depressiven, der überanstrengte Depressive sucht die Abgrenzungsfähigkeit und Sicherheit des Schizoiden. Ähnlich ist es bei Partnerschaften zwischen vorwiegend zwanghaft Strukturierten und vorwiegend hysterisch Strukturierten. Der Zwanghafte soll in das Chaos des hysterischen Partners mehr Ordnung bringen, der hysterische Partner soll mehr Leben und Farbe in die im Ordnungssinn erstarrte Welt des Zwanghaften bringen. Andererseits ist die Partnerin, der Partner im narzißtischen Bereich (im Bereich der eigenen Großartigkeit) eine lebensnotwendige Aufwertung. Der von seiner Großartigkeit überzeugte Narzißt heiratet den ihn bewundernden Komplementär-Narzißten, also seine eigene Fan-Gemeinde, die die schmerzliche Lücke im Selbst füllt. Wenn dieser im Grunde gesichtslose Lückenfüller eigene Bedürfnisse entwickelt, wird er für den Narzißten unbrauchbar.
An diesen Beispielen wird deutlich, daß es in der Partnerschaft um gegenläufige Wünsche geht, deren gleichzeitige Erfüllung unmöglich ist. So gesehen ist jede Partnerschaft ein Selbsthilfeversuch. Gelingt er, dann nennt man das eine glückliche Ehe, gelingt er nicht, dann wird daraus ein manchmal behandlungsbedürftiger Partnerkonflikt. In der Behandlung dieser Partnerkonflikte wird dann oft deutlich, daß es gleichzeitig geheime und geheimste Zusätze zum Ehevertrag gibt, die sich gegenseitig ausschließen und zu allem Unglück auch noch unbewußt sind. Es kann also nicht darüber gesprochen werden, aber jeder besteht auf der Erfüllung seiner unbewußten und (damit) unerfüllbaren Forderungen.


Geheime und streng geheime Zusätze zum Ehevertrag

Die geheimen Forderungen, die geheimen Zusätze zum Ehevertrag haben etwa folgenden Wortlaut: »Ich will Dich als Partner oder Ehepartner, weil du … und damit du…«. Die streng geheimen Zusätze lauten dann: »Ich mache Dir die Erfüllung meiner Forderungen so schwer wie möglich oder sogar unmöglich, weil ich Angst vor dieser neuen Erfahrung habe.« Bei Adam könnte der geheime Zusatz in etwa so gelautet haben: »Ich will Dich als meine Partnerin, weil du ein Geschenk des Himmels bist und damit du mir im Paradies den Himmel auf Erden bereitest.« Der streng geheime Zusatz wäre dann gewesen: »Ich werde Dir dabei überhaupt nicht helfen. Wenn Du mich brauchst, bin ich nicht da. Wenn es schwierig wird, sage ich kein Wort. Wenn du abrutschst, mache ich daraus einen Absturz.« Evas geheimer Zusatz zum Ehevertrag hätte lauten können: »Ich will dich als Partner, weil du männlich und stark bist und damit du mir die Sterne vom Himmel holst.« Der streng geheime Zusatz in ihrem Vertrag: »Ich neige zu Alleingängen. Ich werde dich oft überfahren, ich werde dich nicht fragen, ich werde bestimmen. Ich werde dich scheitern lassen, ohne daß du ein Wort zu sagen brauchst!«
Was ist aus diesen gegenläufigen, widersprüchlichen, unerfüllbaren Forderungen bei Adam und Eva geworden? Der Sündenfall, die Vertreibung aus dem Paradies, ein mühevolles Leben nach dem Absturz. Wie viele Ehepaare beklagen, daß sie gerade das Gegenteil dessen erreicht haben, was sie wollten. Dabei haben sie es mit Hilfe der geheimen und der streng geheimen Zusätze zum Ehevertrag fast unausweichlich angesteuert. […]

aus einem Vortrag von Dr. med. Wolfgang Scherf, gehalten auf dem 54. Psychotherapie-Seminar in Freudenstadt, 1997
(auf seiner Seite kann man sich auch den ganzen Text ansehen)


Dienstag, 13. September 2005

Liebe…

Der Soziologe John Alan Lee [Colors of Love, 1976] führt in seiner Studie über die Liebe sechs Haupttypen der romantischen Liebe auf:
1. Eros: Dieses Form von Liebe basiert auf körperlicher Anziehungskraft. Meist ist diese so schnell wieder vorüber, wie sie begonnen hat. Eine feste, dauerhafte Beziehung ist hier in den seltensten Fällen zu erwarten.
2. Ludus: (lat. Spiel) beschreibt die spielerische Liebe, mit Täuschungsmanövern, Eifersüchteleien etc. In der Regel zeigen die Partner kein großes Verantwortungsbewußtsein gegenübereinander.
3. Storge: bedeutet Wärme und Zuneigung. Eine Liebe die sich langsam, ohne Verrücktheiten aufeinander zubewegt. Storge entspringt der Freundschaft. Es ist die beständige Form der Liebe.
4. Mania: ist die stürmische Art der Liebe. Der manisch Liebende wird von starken Antrieben bestimmt - das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Zuwendung seitens der geliebten Person ist unstillbar.
5. Pragma: eine eher pragmatische, unterkühlte Form der Liebe. Der pragmatisch Liebende sucht sich seinen Partner nach einer gedanklichen "Checkliste" aus, der die von ihm gewünschten Eigenschaften aufweist.
6. Agape: bezieht sich auf das christliche Konzept der Liebe, als nichts fordernd, geduldig, freundlich und allumfassend. Interessant ist, daß Lee eingesteht, er selbst habe nicht ein einziges Beispiel uneingeschränkter Agape finden können, so daß man wohl annehmen darf, daß diese Form der Liebe eher ein Ideal bleiben wird.

Lee ist überzeugt, daß die zufriedenstellendsten Beziehungen jene sind, in denen die Liebenden mit den gleichen Erwartungen an die Liebe heran gehen und unter Liebe das Gleiche verstehen.
mehr unter
http://www.soc.psy.ruhr-uni-bochum.de/publikationen_und_berichte/Projekt%20Enge%20Beziehungen.pdf
http://www.merian.fr.bw.schule.de/mueller/SchuelerII/Facharbt/Liebe/liebe2.htm
http://www.psychologie.unizh.ch/klipsa/team/boothe/lehre/ws03/documents/LiebeWerlenReferatVorlEntwicklpsychWS030412.pdf
http://www.psychologie.unizh.ch/klipsa/team/boothe/lehre/ws03/documents/ProtokollVorlEntwckpsychWS0304LIEBE120104Gemperle.pdf
http://www.psychologie.unizh.ch/klipsa/team/boothe/lehre/ws03/documents/ProtokollVorlEntwcklpsychWS0304LIEBE120104Arboleda.pdf
… und noch mehr unter
http://www.psychologie.unizh.ch/klipsa/team/boothe/lehre/ws03/PsaGrundlagenMaterialiena.shtmlzu wenig Sex?

Auf immer und ewig…