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Mittwoch, 24. Juni 2020

Bei neuen Gesetzen genau hinsehen:
Wo »Regen« draufsteht, könnte »Traufe« drin sein!


Im Namen des Schutzes vor Terrorakten verlässt die Schweiz den Pfad des Rechtsstaates.

Clevere Taktik: Man fordert Präventivhaft, der Vorschlag wird abgelehnt, die Schlagzeile lautet «Nationalarat kippt Präventivhaft» und es geht das grosse Aufatmen durch das Land. Dass stattdessen Hausarrest bis zu neun Monaten beschlossen wurde, der auch für Kinder ab 15 Jahren gilt, scheint dann nicht mehr so schlimm. So geschehen letzte Woche im Nationalrat, der das Bundesgesetz über polizeiliche Massnahmen zur Bekämpfung von Terrorismus behandelte. Dabei geht es um sogenannte Gefährder: Sie sollen künftig aufgrund des Verdachts, dass sie eine terroristische Tat planen, mit Zwangsmassnahmen wie Meldepflicht, Kontaktverbot, räumlicher Ein- und Ausgrenzung, Ausreiseverbot, elektronischer Überwachung und Mobilfunklokalisierung belegt werden. Polizeilich verordnet wohlgemerkt, nicht richterlich abgesegnet. Alle diese Massnahmen, ausser dem Hausarrest, sind bereits auf Kinder ab 12 Jahren anwendbar.

Bereits die Definition des «Gefährders» hat Kritik von der Menschenrechtsbeauftragten des Europarates hervorgerufen: «Das Fehlen einer klaren und präzisen Definition öffnet den Weg für eine breite Auslegung, die das Risiko von übermässigen und willkürlichen Eingriffen in die Menschenrechte birgt», warnte Dunja Mijatović.

mehr:
- Gefährder im eigenen Haus (Monique Ryser, Info-Sperber, 22.06.2020)
siehe auch:
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Samstag, 15. Februar 2020

Rubikon, die wichtigste Spionage-Operation, die jemals unternommen wurde

Die Schweiz hilft ausländischen Nachrichtendiensten – schon seit über hundert Jahren!

Crypto, eine in der Schweiz ansässige, von der CIA und dem deutschen Nachrichtendienst BND kontrollierte Firma, lieferte manipulierte Chiffriergeräte an ausländische Staaten. So konnten CIA und BND den vertraulichen Nachrichtenverkehr zahlreicher Regierungen und amtlicher Institutionen mitlesen. Das ist nichts Neues, wie Hans Ulrich Jost hier darlegt. Jost lehrte von 1981 bis 2005 an der Universität Lausanne Neuere Allgemeine Geschichte und Schweizer Geschichte.

Die Schweiz als Hort vertraulicher Nachrichtenvermittlung und Spionage beruht auf einer langen Tradition. Eine der diesbezüglich grössten Affären kam Anfang 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, ans Tageslicht. Zwei Obersten der Nachrichtenabteilung der Armee hatten regelmässig ihre Bulletins den deutschen und österreichischen Militärattachés zugestellt. (Infosperber berichtete über diese Affäre bereits ausführlich.) Man kann darin eine ähnliche Dienstleistung der Schweiz zugunsten ausländischer Mächte sehen, wie jene des Unternehmens Crypto zugunsten Deutschlands und den USA.

Es lohnt sich, die Affäre von 1916 näher anzuschauen. André Langie, einem zivilen, mit dem Dechiffrieren betrauten Angestellten der Nachrichtenabteilung des Generalstabes, war aufgefallen, dass die von ihm bearbeiteten Depeschen von den Deutschen offenbar mitgelesen wurden. Langie informierte die Chefredaktoren der «Gazette de Lausanne» und des «Journal de Genève», die ihrerseits beim Chef des Militärdepartements, Camille Decoppet, vorsprachen. Dieser versuchte die Affäre vorerst mit General Wille zu klären. Doch Wille weigerte sich einzugreifen und schrieb sogar an Decoppet, die «Herren» – gemeint sind die beiden Obersten – hätten «sich keines Verbrechens oder schweren Vergehens schuldig gemacht». Er schloss sein Schreiben an den Bundesrat mit den Worten, «dass es einfach Bürgerpflicht [sei], die Sache totzuschweigen». Totschweigen konnte man «die Sache» dann aber nicht. Gegen den Widerstand Willes kam es zu einem militärgerichtlichen Verfahren. Der General seinerseits griff in unziemlicher Weise persönlich in das Verfahren ein. Die «Herren» kamen denn auch mit wenigen Tagen Zimmerarrest davon.

Die Frage einer eventuellen Neutralitätsverletzung wurde heruntergespielt. Generalstabschef Sprecher gab zwar zu, dass man von Neutralitätsverletzung sprechen könne, meinte aber einschränkend, «in unserem Nachrichtendienst [seien] wir nicht gebunden an den strengen Begriff der Neutralität». Diese Ansicht wurde mit dem Argument untermauert, der schweizerische Nachrichtendienst könne sich nur wichtige Informationen beschaffen, indem er mit ausländischen Stellen zusammenarbeite. Dieses Argument gehört bis heute zum Standardrepertoire, mit dem neutralitätswidrige Zusammenarbeit mit dem Ausland gerechtfertigt wird.

mehr:
- «Es ist einfach Bürgerpflicht, die Sache totzuschweigen» (Hans Ulrich Jost, InfoSperber, 15.02.2020)
- Wenn der Recherchejournalist verleumdet wird (Echo der Zeit, srf.ch, 15.02.2020)
siehe auch:
Kaspar Villiger gibt zu, vom Spionageskandal gewusst zu haben (Urs P. Gasche, InfoSperber, 13.02.2020)
Crypto AG: Schweiz unter einer Decke mit der CIA (Monique Ryser, InfoSperber, 12.02.2020)
- Operation Rubikon Wie BND und CIA die Welt belauschten (Elmar Theveßen, Peter F. Müller, Ulrich Stoll, ZDF, 11.02.2020)

Cryptoleaks: Wie BND und CIA Staaten ausspionierten {12:28}

ZDFheute Nachrichten
Am 11.02.2020 veröffentlicht 
Recherchen von ZDF, "Washington Post" und SRF belegen, wie BND und CIA von 1970 bis 1993 heimlich mehr als 100 Staaten ausspionierten , auch befreundete Länder. Grobe Menschenrechtsverletzungen wurden verschwiegen, unter anderem Erkenntnisse über staatlichen Massenmord.
Für die Spionage nutzten BND und CIA Chiffriermaschinen, die weltweit von anderen Nachrichtendiensten eingesetzt wurden. Diese Chiffriermaschinen manipulierten BND und CIA so, dass sie die Kommunikation von mehr als 130 Regierungen und Nachrichtendiensten mitlesen konnten. Das ZDF, die "Washington Post" und das Schweizer Fernsehen haben entsprechende Geheimdienstunterlagen ausgewertet und veröffentlichen ihre Recherchen nun unter #Cryptoleaks.
Auf den rund 280 Seiten, die von führenden BND- und CIA-Mitarbeitern verfasst wurden, wird die sogenannte Operation Rubikon als „eine der erfolgreichsten nachrichtendienstlichen Unternehmungen der Nachkriegszeit“ bezeichnet. Dem ZDF liegen die Dokumente vor. Diese zeigen, dass sich BND und CIA für ihre Abhöroperation der Schweizer Firma Crypto AG bedienten.
Seit 1970 waren die beiden Geheimdienste zu je 50 Prozent Eigentümer der Firma. Das Unternehmen stellte Verschlüsselungstechnik für abhörsichere Kommunikation her und verkaufte diese weltweit. Die Kunden wussten nicht, dass BND und CIA die Technik manipulieren ließen. Die Dokumente belegen erstmals, dass BND und CIA frühzeitig über den Sturz des chilenischen Präsidenten Allende 1973 und die schweren Menschenrechtsverletzungen durch die argentinische Militärjunta informiert waren.
Reaktionen auf die Veröffentlichungen der Geheimdienstoperation:
Die Schweizer Bundesregierung hat auf die Enthüllungen des ZDF, der "Washington Post" und der "Rundschau" des Schweizer Fernsehens (SRF) über die Crypto AG reagiert. Bundesrat Guy Parmelin hat die Generalausfuhrbewilligung für Verschlüsselungstechnik der Schweizer Firma gestoppt, "bis die Sachlage und die offenen Fragen geklärt sind".
Interne Dokumente des Bundesnachrichtendienstes (BND) und der CIA belegen, dass die beiden Geheimdienste seit 1970 Eigentümer der Schweizer Crypto AG waren und die Verschlüsselungsgeräte manipulieren ließen. Der Deckname der Geheimoperation war "Rubikon". Die Nachrichtendienste konnten jahrzehntelang die verschlüsselte Kommunikation von mehr als 100 Staaten mitlesen.
Der Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz (Bündnis 90 / Die Grünen), Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums, reagierte auf die Berichterstattung und teilte dem ZDF mit, er habe "kurzfristig für die nächste Sitzung des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestags einen Bericht der Bundesregierung beantragt. Von der Bundesregierung verlange ich Antworten bezüglich der durch den Bericht aufgeworfenen Fragen", sagte von Notz.
Mehr zu den #Cryptoleaks findet ihr hier: https://kurz.zdf.de/Bml/.

CX-52 Cipher Machine Lock Mechanism {6:38}

Mark's Tech Channel
Am 02.04.2016 veröffentlicht 
If you have a Hagelin CX-52 Cipher Machine and you can't get inside because you don't have the matching keys, then this peek inside my CX-52 might help you understand its locking mechanism so that you can get in without breaking stuff. 


Donnerstag, 15. August 2019

Grossbanken sind stärker subventioniert als die Landwirtschaft

Jedes Jahr profitieren Schweizer Grossbanken von rund 25 Milliarden Franken Subventionen, erklärt Finanzprofessor Marc Chesney.
Es geht nicht um direkte Subventionen aus der Staatskasse, sondern um indirekte Subventionen wie etwa in der Landwirtschaft oder bei den Fluggesellschaften. Die Flüge sind nur so billig, weil Fluggesellschaften für die gewaltigen verursachten Umweltschäden nichts zahlen müssen. Der Flugverkehr wird nicht mit Benzin- und Mehrwertsteuern belastet wie der Autoverkehr. Von einer CO2-Steuer ganz zu schweigen.
Andere indirekte Subventionen kommen der Landwirtschaft zugute. Neben den direkten Subventionen von jährlich rund 3,7 Milliarden Franken aus Steuergeldern müssen die Konsumentinnen und Konsumenten wegen des Grenzschutzes zusätzliche 3,5 Milliarden Franken in Form von höheren Preisen zahlen. Die Landwirtschaft profitiert also von insgesamt über sieben Milliarden Franken Subventionen jährlich. Das hat die OECD ausgerechnet.
Doch dies ist nur ein Bruchteil der Subventionen, von welchen die Grossbanken profitieren. Es handelt sich durchwegs um indirekte Subventionen, nur sind diese etwas weniger augenfällig als bei der Landwirtschaft oder beim Flugverkehr.
Finanzprofessor Marc Chesney von der Universität Zürich zitiert in seinem neusten Buch* eine wenig beachtete Berechnung des Internationalen Währungsfonds aus dem Jahr 2014. Der IWF wies die indirekten Subventionen an die Schweizer Grossbanken für die Jahre 2011 und 2012 mit jährlich 25 Milliarden Dollar aus, was ungefähr 26,7 Milliarden Franken entsprach. Hauptgrund: Grossbanken können sich viele Milliarden zu tieferen Zinsen beschaffen als andere Marktteilnehmer. Ihre Gläubiger und Investoren sind überzeugt, dass die Grossbanken nicht pleite gehen können, weil sie von einer impliziten Staatsgarantie profitieren. Dank diesem Vorteil können sich Grossbanken auf Kosten anderer Banken noch stärker ausbreiten. Das Gleiche gilt für die Grossbanken im Ausland: Für die Eurozone gab der IWF den Wert der impliziten Staatsgarantien mit jährlich 150 Milliarden Dollar an, für Grossbritannien und Japan mit je 55 Milliarden Dollar.
mehr:
- Grossbanken sind stärker subventioniert als die Landwirtschaft (Urs P. Gasche, Info-Sperber, 15.08.2019)
zum Umgang mit Banken siehe auch:
BMF will nach Cum-Ex-Skandal Verlust zurückholen (Salzburger Nachrichten, 23.07.2019)
Die geheime Macht der Bilderberg-Gruppe (Urs P. Gasche, Info-Sperber, 30.08.2019)
Schattenbanken wachsen den Aufsichtsbehörden über den Kopf (Urs P. Gasche, Info-Sperber, 05.08.2019)
Wo die Korruption ihr gemütliches Zuhause hat (Wolfgang J. Koschnick, Telepolis, 14.04.2019)

Ganze 20 Steuerfahnder sind in NRW mit den komplizierten Cum-EX Fällen betraut. Das ist nicht gerade viel. Es geht um Berge von Akten, Notizen und Mailverkehre. Die ersten Fälle aus dem Jahr 2008 drohen zu verjähren noch bevor es zu einer Anklage kommt. Doch die nordrheinwestfälischen Ministerien wiegeln ab: alles nicht so schlimm, es geht ja nur um gut 55 Milliarden Euro, die uns allen gestohlen wurden. […]

Experten schätzen, dass es allein in den laufenden Ermittlungsverfahren in NRW um 5 Mrd. Euro geht! […] Damit wäre der Digitalpakt bereits finanziert. Und vor allem: Davon lässt sich ein ganzes Heer an Ermittlern einstellen, und es bliebe immer noch was übrig.
Etwa 20 Personen kümmern sich in NRW um die Ermittlungen rund um die Cum-EX-Deals. Und die reichen nicht aus, um der Datenflut Herr zu werden. Dabei sind viele Fälle nicht einmal in der Bearbeitung. Und die Zeit drängt: die frühen Fälle vor 2009 drohen zu verjähren. Der Bund deutscher Kriminalbeamter meint, wir bräuchten mindestens 50 Fahnder, um die Fälle aus Akten und Emails schnell genug zu rekonstruieren.

Doch die Landesregierung geht in Deckung und wiegelt ab: Von Verjährungen sei ihr nichts bekannt […] Das Innenministerium beruft sich auf zwei erfahrene Leiter von Ermittlungskommissionen im Bereich Wirtschaftskriminalität (wow, immerhin zwei) Cum-Ex habe höchste Priorität (ja, auf dem Papier).
[Cum-Ex: Strafverfolgung abgesagt wegen Personalmangel, Eva Lux auf ihrer Seite, 28.03.2019]
Ver­sanden die Cum-Ex-Straf­ver­fahren? (Anja Hall, Legal Tribune Online, 27.03.2019)
Cum-Ex-Verfahren: Verjährung statt Bestrafung? (dpa, SZ, 26.03.2019)
Steuern - Düsseldorf: Cum-Ex-Steuerdeals sorgen für Wirbel: Verjährung? (dpa, SZ, 25.03.2019)
Tagesdosis 24.11.2018 – Geldschöpfung per Mausklick – So funktioniert Finanzherrschaft (Post, 25.11.2018)
Finanzsystem und Steuerbetrug: Wenn Finanzeliten die staatliche Kontrolle unterlaufen (Post, 18.10.2018)
Ausgebremste Steuerfahnder (Post, 19.01.2018)
Cum-Ex-Geschäfte vor der Verjährung (Post, 03.11.2017)
- Cum-cum/Cum-ex: Steuerbetrug unter den Augen des Staates (Post, 03.03.2016)

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Weltfinanzkrise oder globale Finanzkrise bezeichnet eine globale Banken- und Finanzkrise als Teil der Weltwirtschaftskrise ab 2007. Die Krise war unter anderem Folge eines spekulativ aufgeblähten Immobilienmarkts (Immobilienblase) in den USA. Als Beginn der Finanzkrise wird der 9. August 2007 festgemacht, denn an diesem Tag stiegen die Zinsen für Interbankfinanzkredite sprunghaft an.[1] Ihren Höhepunkt hatte die Krise im Zusammenbruch der US-amerikanischen Großbank Lehman Brothers am 15. September 2008. Die Finanzkrise veranlasste mehrere Staaten, die Existenz großer Finanzdienstleister durch Kapitalerhöhungen enormer Größe durch vor allem staatliches Fremdkapital, aber auch Eigenkapital zu sichern. Einige Banken wurden verstaatlicht und später geschlossen. Die ohnehin hohe Staatsverschuldung vieler Staaten stieg krisenbedingt stark an, vor allem in den USA.
Auch wurden die Leitzinsen niedrig gehalten bzw. noch weiter gesenkt, um eine Kreditklemme zu verhindern bzw. abzumildern. Dennoch übertrug sich die Krise in der Folge in Produktionssenkungen und Unternehmenszusammenbrüchen auf die Realwirtschaft. Viele Unternehmen, wie der Autohersteller General Motors, meldeten Insolvenz an und entließen Mitarbeiter. Am 3. April 2009 schätzte der Internationale Währungsfonds (IWF) die weltweiten Wertpapierverluste infolge der Krise auf vier Billionen US-Dollar.[2][3]
Ab 2009 folgte die Eurokrise. Als ihr Auslöser gilt, dass die im Oktober 2009 neugewählte Regierung Griechenlands bekanntgab, dass die Nettoneuverschuldung 2009 nicht (wie von der Vorgängerregierung vorsätzlich falsch angegeben) rund 6 % des BIP betragen würde, sondern mindestens das Doppelte. 2010 wurde die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) gegründet und 2011 als Nachfolger der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM), um eine Staatsinsolvenz zu vermeiden.
[Weltfinanzkrise, Wikipedia, abgerufen am 20.08.2019]
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Geheimakte Finanzkrise {44:30 – Start bei 17:55 – Ingrid Matthäus-Maier: »Er [Josef Ackermann] hat diese Krise erst ausgelöst…«}

Wolfgang Uwe Bollinger
Am 18.09.2018 veröffentlicht 
Der Fall schien klar: Die US-Bank Lehman Brothers löste die Finanzkrise 2008 aus. ZDFzoom enthüllt nun, welche Verantwortung die Deutsche Bank trug und wie sie um ihr Überleben kämpfte.
Geheimakte Finanzkrise
ZDF 20.09.2018 - 22.45 h
Die Doku zeigt, dass die Deutsche Bank über Jahre wissentlich gefährliche Papiere verkaufte und 2007 provozierte, dass in Deutschland der Staat Banken stützen musste. Ihre eigenen Probleme vertuschte die Bank und rühmte sich, ohne staatliche Hilfe auszukommen.
Diese Strategie hat die einst größte Bank der Welt eingeholt. Seit Jahren hat sie mit den Folgen der Krise zu kämpfen. Der ehemalige Finanzminister Wolfgang Schäuble sagt über den einstigen Branchenprimus im Interview mit ZDFzoom: „Wenn Sie sich die aktuelle Situation der Deutschen Bank anschauen, ganz übern Berg, um es höflich zu sagen, sind sie immer noch nicht. Deswegen hätten sie früher mit ein bisschen mehr Demut vielleicht ein bisschen von den großen Schäden, die eingetreten sind, vermeiden können.“
So hat die Bank Schrott-Kreditbündel in aller Welt geschnürt – auch in Deutschland – obwohl man wusste, dass viele faule Hypotheken dabei waren.
Bis in den Juli 2007 verkaufte man die Papiere auch an die deutsche IKB – bis die insolvent wurde. Als die IKB Hilfe brauchte, strich die Deutsche Bank die Kreditlinie. Ingrid Matthäus-Maier, damals die Chefin der Staatsbank KfW – Anteilseignern der IKB – spricht in ZDFzoom erstmals offen über diese Zeit und Deutsche Bank -Chef Josef Ackermann: „Er hat diese Krise erst selber ausgelöst, um dann die anderen Beteiligten zu treiben, dass sie die Krise lösen, und zwar ohne dass die Privaten bluten. Wir fühlten uns erpresst als KfW-Vorstand insbesondere von Ackermann. Er war mit Sicherheit der Brandstifter, der war weder integer noch war er anständig, er war skrupellos und hat sich das Problem vom Hals gehalten.“
Auch aus der Bank selber kommt scharfe Kritik. Erstmals gibt der aktuelle Chefökonom David Folkerts-Landau ein ausführliches Fernsehinterview. Die Strategie Ackermanns, um jeden Preis den Umsatz zu steigern, eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent zu fordern sei „töricht“ gewesen: „ So voraus zustürmen, war also ein großes Risiko“. Geheime Unterlagen der Bank belegen, wieviel Risiko die Bank auf sich geladen hatte und wie schlecht es ihr schon im Oktober 2008 ging. Ackermann sagte damals: „Es wäre eine Schande, wenn wir einräumen müssten, dass wir Geld vom Steuerzahler brauchen.“ Der Chefökonom Folkerts-Landau dazu gegenüber ZDFzoom: „Ich war bei dieser Telefonkonferenz dabei, als Joe [Ackermann] diesen Satz sagte. Es war eine der egozentrischsten politischen Entscheidungen, die ich je von einem leitenden Banker, gesehen habe. Wenn wir das Geld genommen hätten, wäre Joe [Ackermann] seinen Job wohl losgeworden. Aber das hatte er offenbar so nicht vorgesehen.“ Durch die Aussage Ackermanns sei verhindert worden, dass die Bank rechtzeitig aufgeräumt habe: „Das war so ein schwerer politischer Fehler. Es ist einfach völlig unverständlich, wie ein hochrangiges Mitglied der Finanzindustrie diese Entscheidung treffen konnte.“
Heute ist bekannt: Allein in den USA lieh sich die Deutsche Bank in kurzer Zeit über 70 Milliarden Dollar. Außerdem profitierte sie von diversen direkten Finanzspritzen. Experten sind sich einig: längst droht eine neue, schlimmere Krise. Die Verschuldung ist weltweit höher als nach dem Zweiten Weltkrieg. Wolfgang Schäuble sagt, dass die Wahrscheinlichkeit dafür spreche, dass die nächste Krise kommt. Der Chefökonom der Deutsche Bank Folkerts-Landau teilt diese Sorge: „Ich wäre überrascht, wenn wir in den nächsten drei bis fünf Jahren nicht wieder eine sehr schwere Krise erleben würden. Ich glaube, da kommt eine Reihe von Elementen zusammen, die mich buchstäblich nachts wach halten.
Quelle
ZDF ZOOM
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfz...

Liberalism 'has outlived its purpose' — President Putin speaks exclusively to the Financial Times {6:42 – Start bei 0:47}

Financial Times
Am 27.06.2019 veröffentlicht 
Russian President Vladimir Putin speaks to FT editor Lionel Barber about foreign affairs and relations with the UK in an exclusive interview at the Kremlin ► Subscribe to FT.com here: http://bit.ly/2GakujT ► Subscribe to the Financial Times on YouTube: http://bit.ly/FTimeSubs For more video content from the Financial Times, visit http://www.FT.com/video

Putin im Video ab 1:06:
»Die regierenden Eliten haben sich von den Menschen losgesagt.«
Eric Frey, transatlantisches Sturmgeschütz beim angesehenen österreichischen Standard über den bösen Putin:

Dirk Müller bei PULS 4 Lachanfall {51:22 – Start bei 2:27}

Abzocke Pur
Am 19.12.2014 veröffentlicht 
Dirk Müller bei PULS 4 24 11 2014
Der Standart Reporter is mal richtig peinlich..

Im Folgenden einige Brzezinski-Zitate zur Ukraine aus der einzigen Weltmacht:
S. 74f.: » Die Ukraine, ein neuer und wichtiger Raum auf dem eurasischen Schachbrett, ist ein geopolitischer Dreh- und Angelpunkt, weil ihre bloße Existenz als unabhängiger Staat zur Umwandlung Rußlands beiträgt. Ohne die Ukraine ist Rußland kein eurasisches Reich mehr. Es kann trotzdem nach einem imperialen Status streben, würde aber dann ein vorwiegend asiatisches Reich werden, das aller Wahrscheinlichkeit nach in lähmende Konflikte mit aufbegehrenden Zentralasiaten hineingezogen werden würde […]
Wenn Moskau allerdings die Herrschaft über die Ukraine mit ihren 52 Millionen Menschen, bedeutenden Bodenschätzen und dem Zugang zum Schwarzen Meer wiedergewinnen sollte, erlangte Rußland automatisch die Mittel, ein mächtiges Europa und Asien umspannendes Reich zu werden.
«
S. 127f.: »Irgendwann zwischen 2005 und 2010 sollte die Ukraine für ernsthafte Verhandlungen sowohl mit der EU als auch mit der NATO bereit sein, insbesondere wenn das Land in der Zwischenzeit bedeutende Fortschritte bei seinen innenpolitischen Reformen vorzuweisen und sich deutlicher als ein mitteleuropäischer Staat ausgewiesen hat.«
 [Fundstück 33: Schach, Ukraine und Russland, Ein Blick in das Buch von Zbigniew Brzezinski "Die einzige Weltmacht - Amerikas Strategie der Vorherrschaft", Taschenbuchausgabe 1999, Hans Springstein, Freitag-Community, 20.02.2014 – Hervorhebungen von mir]

»Am wichtigsten allerdings ist die Ukraine. Da die EU und die NATO sich nach Osten ausdehnen, wird die Ukraine schließlich vor der Wahl stehen, ob sie Teil einer dieser Organisationen werden möchte. Es ist davon auszugehen, dass sie, um ihre Eigenständigkeit zu stärken, beiden beitreten möchte, wenn deren Einzugsbereich einmal an ihr Territorium grenzt und sie die für eine Mitgliedschaft notwendigen inneren Reformen durchgeführt hat. Obwohl dies Zeit brauchen wird, kann der Westen – während er seine Sicherheits- und Wirtschaftskontakte mit Kiew weiter ausbaut –‚ schon jetzt das Jahrzehnt zwischen 2005 und 2015 als Zeitrahmen für eine sukzessive Eingliederung der Ukraine ins Auge fassen.«
 [Russland, die Ukraine und Zbigniew Brzezinski, Gregor Keuschnig, begleitschreiben.net, 07.12.2014 – Hervorhebungen von mir]

Victoria Nuland's Admits Washington Has Spent $5 Billion to "Subvert Ukraine" {8:46 – Start bei 7:43}

ALL Gaming Exploits
Am 09.02.2014 veröffentlicht 
American Conquest by Subversion: Victoria Nuland's Admits Washington Has Spent $5 Billion to "Subvert Ukraine"
"After three visits to Ukraine in five weeks, Victoria Nuland explains that in the past two decades, the United States has spent five Billion dollars ($5,000,000,000) to subvert Ukraine, and assures her listeners that there are prominent businessmen and government officials who support the US project to tear Ukraine away from its historic relationship with Russia and into the US sphere of interest (via "Europe").
Victoria Nuland is the wife of Robert Kagan, leader of the younger generation of "neo-cons". After serving as Hillary Clinton's spokesperson, she is now undersecretary of state for Europe and Eurasia." Diana Johnstone
Hear Victoria Nuland's very concise, almost victorious speech

Jobs for the boys: Biden's son signs for Ukraine gas giant {3:35}

RT
Am 14.05.2014 veröffentlicht 
A son of the US Vice-President has joined the board of directors of Ukraine's largest private gas producer. Hunter Biden now leads the company's legal unit - getting the position a few weeks after his father's trip to Kiev. And, as Marina Portnaya explains, this could be more than just a coincidence. READ MORE: http://on.rt.com/bisl8z
RT LIVE http://rt.com/on-air
Subscribe to RT! http://www.youtube.com/subscription_c...
mehr dazu:
- Ukraine 10 - Joe Bidens Sohn fällt die Treppe hoch (Post, 12.05.2014)

Georg Schramm - Wir sind im Krieg - REICH gegen ARM {9:17}


Krieg den Milliardären
Am 08.07.2014 veröffentlicht 
Ist es Kabarett? Ist es ernst gemeint?
Ich meine, es ist TOT-ERNST gemeint!
Georg Schramm referierte auf einer Veranstaltung der GLS Bank im Juni 2014 über den Konflikt des 21. Jahrhunderts: Den Krieg der Reichen gegen die Armen
mehr dazu:
Nick Hanauer: »Ich sehe Mistgabeln« (Post, 23.07.2014)

Sonntag, 10. März 2019

Schweiz: aufrechter Ombudsmann gesichtet!

Der Pestizid-Konzern Syngenta fuhr gegen einen Beitrag von «10vor10» schweres Geschütz auf und fiel ziemlich unsanft auf die Nase.

Mehrere Todesopfer forderte 2017 der Pestizideinsatz im indischen Distrikt Yavatmal, 800 Menschen mussten mit Vergiftungen ins Spital. Darüber berichtete das SRF-Magazin «10vor10» am 17. September 2018 und ging dem Vorwurf nach, der Basler Pestizid-Konzern Syngenta gehöre mit seinem Pestizid Polo zu den Mitverursachern.

Syngenta heulte auf…

Rund drei Wochen nach der Ausstrahlung des Beitrages fuhr Syngenta schweres Geschütz gegen das SRF-Magazin «10vor10» auf, und zwar mit einer Beanstandung beim Ombudsmann der SRG Deutschschweiz. Darin spricht Syngenta von «vorsätzlicher und konstruierter Rufschädigung», von «extrem rufschädigender Unterstellung», von «falschen Fakten», von «Vorwürfen», die «wie ein Kartenhaus» in sich zusammenfallen, von «fahrlässigem und verwerflichem Thesenjournalismus», von «Verschleierung», von «reiner Polemik», von unterstellter «Illegalität», von «polemischer Pseudo-Recherche», von der «Verletzung grundlegender journalistischer Regeln» und von «fehlender Fairness».

…und krebste zurück

Inzwischen fielen die happigen Vorwürfe des Syngenta-Konzerns gegen «10vor10» wie ein Kartenhaus zusammen, wie dem Bericht des Ombudsmanns Roger Blum vom 8. Januar 2019 zu entnehmen ist. Blum kommt nämlich zum Schluss: «Keine Rufschädigung im Syngenta-Bericht von ‚10vor10‘.» Und: «Der Beitrag war, wie die Redaktion in Ihrer Stellungnahme nachweist, sachgerecht – mit geringfügigen Ausnahmen.»

mehr:
- Syngenta-Rohrkrepierer gegen SRF-Magazin «10vor10» (Kurt Marti, InfoSperber, 08.03.2019 – Zitat:)
Mit der Behauptung Syngentas, Polo sei in der Schweiz nicht verboten, bekommt auch der folgende Vorwurf von Syngenta Schlagseite:
«Der Bericht (von «10vor10»; Anm. d. Red.) suggeriert, Syngenta verkaufe in Schwellenländern etwas Gefährliches, das man in der Schweiz weder der Umwelt noch den Bauern zumuten könne. Das ist zwar eine süffige Geschichte, doch sie ist falsch. Und die Unterstellung ist extrem rufschädigend.»
Fakt ist: Das Syngenta-Produkt Polo mit seinem Wirkstoff Diafenthiuron darf «in der Schweiz wegen der Gesundheits- oder Umweltrisiken nicht in Verkehr gebracht werden», wie der Bundesrat auf eine Frage der SP-Nationalrätin Claudia Friedl im September 2018 erklärte. Gleichzeitig hielt der Bundesrat fest, dass es in der Schweiz «weder ein Herstellungs- noch Ausfuhrverbot für das Produkt Polo und seinen Wirkstoff Diafenthiuron» gibt.
siehe auch:
Keine Rufschädigung im Syngenta-Bericht von «10vor10» (SRG Deutschschweiz, 08.01.2019)
Stellungnahme: Medienberichterstattung – Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Yavatmal (Indien) (Syngenta, 18.09.2018)
Syngenta exportiert in der EU verbotenes Pestizid (S. Strittmatter, 20min.ch, 18.09.2018)
In der Schweiz produziertes Pestizid mitver­ant­wortlich für Vergiftungs­welle in Indien (Public Eye, 18.09.2018)
Syngenta macht hinter den Kulissen Druck gegen Brasiliens Paraquat-Verbot – mit Unterstützung der Schweiz (Public Eye, 17.11.2017)
- Biodiversität 65‘000 Menschen gegen Syngenta-Patent (Schweizer Bauer, 12.05.2016)

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Syngenta ist weltweit einer der grössten Konzerne im Agrargeschäft und eine Tochtergesellschaft der ChemChina. Das Unternehmen ist in der Sparte chemische Pflanzenschutzmittel (Fungizide, Herbizide, Insektizide: Syngenta Crop Protection) Marktführer und in der Sparte «kommerzielles Saatgut» (Mais, Soja, Sonnenblumen, Raps, Zuckerrüben, Getreide: Syngenta Seeds) auf Platz drei. Der Umsatz 2015 (2014) betrug 13,4 (15,1) Milliarden US-Dollar. Syngenta beschäftigt derzeit 28'700 Mitarbeiter in über 90 Ländern. Der grösste Mitbewerber ist Monsanto. Syngenta ist ebenso in der Biotechnologie tätig. 
[Syngenta, Wikipedia, abgerufen am 10.03.2019]
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Syngenta brand video: We all have to eat {3:03}

Syngenta
Am 24.08.2017 veröffentlicht 
We’re inspired by plants’ amazing ability to provide food, clothing and energy. Driven by their power to meet some of humanity’s most pressing needs, we constantly find new ways of bringing plant potential to life. By improving crop productivity and farming methods, we enable growers to feed a growing global population safely and sustainably.
For more information, visit our website at www.syngenta.com

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Das Herbizid Atrazin wurde in der EU 2004 verboten, weil seine Rückstände häufig im Grundwasser nachweisbar waren.[12] In den USAwurden 2003 jährlich noch etwa 34'500 Tonnen Atrazin eingesetzt.[13] 
Kritiker warfen dem Unternehmen sein Engagement auf dem Gebiet der Gentechnik vor. Zudem wurde Syngenta bezichtigt, durch den Verkauf des Herbizids Paraquat Vergiftungs- und Todesfälle von Landarbeitern in Kauf zu nehmen.[14][15] Dieses Produkt sollte beispielsweise in Entwicklungsländern auf Palmöl-Plantagen, entgegen den Anwendungsvorschriften des Herstellers, ohne die notwendige Schutzkleidung eingesetzt werden. Paraquat ist in der EU und der Schweiz auch wegen seiner hohen Humantoxizität verboten.[16] Im Jahr 2012 wurde der Konzern deshalb für die Negativ-Auszeichnung Public Eye Award nominiert.[17]

Im Rahmen von Protestaktionen gegen das Unternehmen kam es zu Erstürmungen von Syngenta-Anlagen durch die Bauernbewegung Via Campesina, im Oktober 2006 im Süden Brasiliens und im Dezember 2007 im Nordosten in der Nähe von Cajazeiras; dabei wurden Teile der Firmeneinrichtung zerstört, zwei Menschen starben.[18] Um den Konflikt zu beenden, übergab Syngenta im Oktober 2008 die Forschungsfarm an die brasilianische Regionalverwaltung, die erklärte, künftig Saatgut von Regionalsorten auf dieser Farm zu produzieren.[19]
[Syngenta, Produkte und Auswirkungen – Kritik, Wikipedia, abgerufen am 10.03.2019]
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Endocrine disruption, environmental justice, and the ivory tower | Tyrone Hayes | TEDxBerkeley {15:45}

TEDx Talks
Am 08.03.2018 veröffentlicht 
Dr. Tyrone Hayes discusses his journey as a scientist: initially just a “young boy who really liked frogs,” he would go on to earn worldwide fame for his work on the harmful effects of the pesticide atrazine. Arguing that “those who have the privilege to know, have the duty to act,” Dr. Hayes details his decade-long feud with Syngenta, the manufacturer of atrazine, as well as his acute observation that those who suffer most from the environmental impacts of harmful chemicals tend to be the socioeconomically-disadvantaged and racial or ethnic minorities.
At the University of California, Berkeley, and in ponds around the world, professor Tyrone Hayes studies frogs and other amphibians. He's become an active critic of the farm chemical atrazine, which he's found to interfere with the development of amphibians' endocrine systems. This talk was given at a TEDx event using the TED conference format but independently organized by a local community. Learn more at https://www.ted.com/tedx
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Mittwoch, 23. Januar 2019

Heute vor 300 Jahren – 23. Januar 1719: Gründung des Fürstentums Liechtenstein

Ein Zwergstaat entsteht 

Das Haus Liechtenstein ist ein weitverzweigtes, seit dem 12. Jahrhundert bezeugtes Fürstengeschlecht. Die Habsburger erhoben die verschiedenen Linien im 17. Jahrhundert zu erblichen Fürsten. Den meisten Landbesitz, etwa zehnmal so groß wie das heutige Fürstentum, hatte das Haus Liechtenstein in Böhmen und Mähren. Er wurde 1945 enteignet. 
Das im 12. und 13. Jahrhundert errichtete Schloss Vaduz, bis heute Residenz der Fürsten von Liechtenstein und Wahrzeichen der Stadt Vaduz.

Die von Fürst Hans-Adam I. (reg. 1699-1712) gekauften Besitzungen Schellenberg und Vaduz wurden heute vor 300 Jahren, am 23. Januar 1719, zum Reichsfürstentum Liechtenstein vereinigt. Sie bilden das heutige Staatsgebiet. Das Fürstentum konnte seine Selbstständigkeit über alle Zeitläufe wahren. In vielem lehnt es sich an die Schweiz an: Mit der Eidgenossenschaft ist Liechtenstein u. a. durch eine Währungsunion verbunden. Das Fürstentum wird als stabiler Wirtschaftsstandort geschätzt – nicht nur von Briefkastenfirmen auf Steuerflucht. 

Fürstentum Liechtenstein 
  • Staatsform: Parlamentarische Monarchie 
  • Fürst: Hans-Adam II. (ab 1989) 
  • Regent: Erbprinz Alois (ab 2004) 
  • Fläche: 160,477 km2; sechstkleinster Staat der Welt 
  • Einwohner: 37 468 (Juni 2015) 
  • Hauptstadt: Vaduz 
  • Amtssprache: Deutsch 
  • Währung: Schweizer Franken 

Harenberg – Abenteuer Geschichte 2019

Dienstag, 20. Februar 2018

Heute vor 80 Jahren – 20. Februar 1938: Rätoromanisch wird Nationalsprache der Schweiz

Rätoromanische Sprachkultur 

Das Räto- oder Bündnerromanische wird vor allem im Schweizer Kanton Graubünden gesprochen; zu ihm gehören aber auch das Dolomitenladinische und das Friaulische. Sprache und Kultur gehen auf das antike Alpenvolk der Räter zurück, das zunächst von den Kelten, dann von den Römern und ab dem 8. Jahrhundert von den Germanen zurückgedrängt wurde. Im Mittelalter wurde Deutsch die Amtssprache und Rätoromanisch als »Bauernsprache« abgewertet. In der Zeit der Reformation erhielten das Rätoromanische und seine Dialekte ihre eigene Schriftsprache. Im 19. Jahrhundert schließlich wurden alle Bündnersprachen unter dem Begriff »Rätoromanisch« zusammengefasst und der Sprachwissenschaftler Heinrich Schmid (1921-1999) schuf das »Rumantsch Grischun« (Bündner Romanisch) als gemeinsame Schriftsprache. Seit 1919 existiert die »Lia Rumantscha« mit Sitz in Chur als Dachverband aller bündnerromanischen Sprachvereine. 
In einer Grundschule in Disentis, Kanton Graubünden, wird Rätoromanisch unterrichtet, April 2005
Nach der Anerkennung als vierte Nationalsprache der Schweiz 1938 wurde Rätoromanisch Amtsschriftsprache in Graubünden. Seit etwa 2000 wird sie auch verstärkt an den Schulen unterrichtet, ist aber dennoch rückläufig. 

Was am 20. Februar noch geschah: 
1810: Der Tiroler Freiheitsheld Andreas Hofer wird in Mantua standrechtlich erschossen. 

Harenberg – Abenteuer Geschichte 2018 

4. Landessprache Rätoromanisch {4:53}

Am 13.06.2013 veröffentlicht
SRF Archiv  
Am 20.2.1938 wird Rätoromanisch als 4. Landessprache der Schweiz anerkannt. Aber Rätoromanisch ist nicht gleich Rätoromanisch und je nach Region unterscheidet man 5 unterschiedliche Idiome. Der Bund und der Kanton Graubünden investieren viel in den Erhalt der romanischen Sprache und doch ist die Zukunft ungewiss. ("Antenne", 20.2.1963).

Graubünden der Film {9:29}

Am 11.12.2012 veröffentlicht
Kanton Graubünden  
Der Kanton Graubünden erhält ein neues visuelles Gesicht. Der Imagefilm "Graubünden Grischun Grigioni" ist im Kasten.

Mittwoch, 7. Juni 2017

Mein Schnellkurs in moralischem Höhenflug

Biel ist eine Arbeiterstadt in der Westschweiz mit 54.000 Einwohnern, für deutsche Verhältnisse ein Provinzstädtchen. Das sahen auch die deutschen Medien so, als herauskam, dass die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel dort eine Aufenthaltsgenehmigung hat, weil ihre Lebenspartnerin in dieser Stadt lebt. Der „Spiegel“ nannte Biel ein Städtchen, die „Süddeutsche“ ein Dorf. Weltweit berühmt sind hingegen die beiden Uhrenmarken Rolex und Swatch, die in Biel ihren Sitz haben. Biel hat die höchste Sozialquote in der Schweiz (über 11Prozent) und jeder fünfte Jugendliche bezieht staatliche Unterstützung. Selbstredend ist Biel auch eine linke Stadt mit einer linken Regierung und hat auch ein Stadtparlament, das in der föderalen Schweiz relativ viele Kompetenzen besitzt.

Wenn im eher beschaulichen Bieler Stadtrat Weltpolitik gemacht wird, getreu nach dem Motto „Global denken, lokal handeln“, ist aber jeweils für Stimmung gesorgt. Das war schon in der letzten Legislatur so, als die grüne Stadträtin Lena Frank den Gemeinderat dazu verpflichten wollte, sich gegen das Freihandelsabkommen TTIP einzusetzen. Der leicht genervte Stadtpräsident, ein Sozialdemokrat, versuchte damals vergeblich, seine Genossinnen zu überzeugen, dass hier Kompetenzen überschätzt werden.

Aber eben, was ist schon eine Diskussion über die Sanierung der Abwasserleitung im einem Stadtquartier gegen eine Debatte über die Globalisierung und den Raubtierkapitalismus? Es gehe darum, so die grüne Stadträtin, ein Zeichen zu setzen. Nun, seit sich US-Präsident Donald Trump zu den Globalisierungsgegnern gesellte, haben die weltweiten Demonstrationen aufgehört und auch unsere Exekutive wird in nächster Zukunft kaum mehr aufgefordert werden, sich gegen den Freihandel zu wehren. Denn wer will schon neben so einem Verbündeten marschieren?

mehr:
- Mein Schnellkurs in moralischem Höhenflug (Alain Pichard, Achgut.com, 07.06.2017)

Dienstag, 14. Februar 2017

Volksabstimmung: Schweiz lehnt Steuerreform für Unternehmer ab

Die Schweizer haben entschieden: Großkonzerne bekommen weiterhin Steuerprivilegien. Damit stellt sich das Land gegen EU- und OECD-Vorgaben, Sanktionen drohen.
Die Schweizer haben in einer Volksabstimmung laut Hochrechnungen die Vorlage zu einer Unternehmenssteuerreform abgelehnt. Das berichteten die Zeitung NZZ und der Radiosender SRF unter Berufung auf Zahlen des Forschungsinstituts GfS. Demnach stimmten rund 60 Prozent der Teilnehmer gegen die Abschaffung von Steuerprivilegien für Großkonzerne. Neben der Steuerreform stimmten die Schweizer über weitere Themen ab: zur Vorlage über die erleichterte Einbürgerung der dritten Ausländergeneration, über die Vorlage für die Schaffung eines Fonds für Nationalstraßen und im Kanton Graubünden über die Olympischen Winterspiele 2026.

Bei der Abstimmung zur Unternehmenssteuerreform ging es um eine höhere Besteuerung von rund 24.000 internationalen Holdingfirmen, die ihren Umsatz vor allem im Ausland machen. Die Schweiz hat sie mit niedrigen Steuern angelockt und damit die Europäische Union sowie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verärgert, die gegen Steuerflüchtlinge vorgehen. Um den Konflikt beizulegen, wollte die Regierung in der Schweiz die Privilegien nun abschaffen und in- und ausländische Firmen gleich besteuern.

Kritiker der Reform hatten vor milliardenhohen Steuerausfällen gewarnt, für die die Bevölkerung aufkommen müsse. Ohne Reform könnten der Schweiz international Sanktionen drohen. Wie der Politologe Claude Longchamp gegenüber dem Radiosender SRF ausführte, gilt die Ablehnung der Unternehmenssteuerreform als erste "Niederlage von Bundesrat und Parlament" in der neuen Legislatur.

mehr:
- Volksabstimmung: Schweiz lehnt Steuerreform für Unternehmer ab (ZON, 12.02.2017)

Donnerstag, 23. Juni 2016

Zum 10-jährigen meines Austritts aus der linken Bewegung

In diesem Sommer jährt sich zum 10. Mal ein Ereignis, das in meinem persönlichen Leben tiefe Spuren hinterliess. Es war gleichbedeutend mit einer Zäsur. In diesem Sommer 2006 debattierte die Schweiz heftig um die Revision des Asyl- und Ausländergesetzes. Dieses Gesetz war zwar in den Grundzügen schon vorher in wesentlichen Teilen aufgegleist worden. Verschärft und vertreten wurde es aber durch den damaligen Bundesrat Christoph Blocher. Dieser Umstand war sicher auch ein Grund dafür, wie heftig dieser Abstimmungskampf geführt wurde. Fast alle Medien, viele Kulturschaffende und unser eigenes linksgrünes Umfeld kämpften erbittert gegen diese Vorlage, wetterten gegen einen «Lügenbundesrat», der Probleme aufbauschte und Fremdenfeindlichkeit schürte

Ich war damals ein aktives Mitglied der Grünen Partei und überzeugtes Mitglied der Gewerkschaft VPOD. Ich war aber auch Lehrer an einem Oberstufenzentrum der Stadt Biel und als solcher konfrontiert mit den vielen realen Problemen, welche uns Teile der zweiten und zum Teil dritten Generation der Migranten in der Schule bescherten. Es war eine schwierige Zeit. Unsere auf Toleranz und Verständnis eingestellten Schulen waren teilweise überfordert mit dem flegelhaften Verhalten von Teilen dieser Schülergeneration. Massive Unterrichtsstörungen, unzählige nervenaufreibende Gespräche mit den Eltern dieser Jugendlichen, der Auftritt immer zahlreicherer Institutionen, welche einbezogen werden mussten oder wollten, führten unter anderem zu einer enormen Fluktuation im Lehrkörper.

Die Schweizer zogen weg oder suchten sich eine Privatschule


Die tiefer eingestuften Realklassen füllten sich mit fremdsprachigen Schülerinnen und Schülern, die Schweizer Eltern nahmen ihre Kinder aus diesen Klassen, zogen in andere Wohngegenden oder suchten sich eine Privatschule. Darunter auch mir bestens bekannte linke Persönlichkeiten, welche in Sonntagspredigten das Hohelied der Toleranz und des Willkommens sangen, ihre eigenen Kinder aber nicht als Klempner einer schief gelaufenen schulischen Integration sahen und sie nicht in den Brennofen multikultureller Schwärmereien schicken mochten.

Ich sass mit Kurt, Bruno und Peter, alles solide linke Lehrerkollegen in der symbolträchtigen Rotonde, das Restaurant des ehemaligen Volkshauses. Wir standen vor einem schwerwiegenden Entscheid. In zahlreichen Vorgesprächen war es uns längstens klar. Wir würden alle für diese Gesetzesrevision stimmen. Unsere Erfahrungen aber auch unsere nüchternen Analysen liessen uns eigentlich keine Wahl. Die hysterische Kampagne unserer linksgrünen Freunde hatte nichts mit dem vorliegenden Problem zu tun. Am meisten aber bekümmerte uns die Erosion der Bildungsqualität und damit verbunden die Tatsache, dass sich mit dieser Entwicklung ein nachhaltiger Schulerfolg für unsere Migrantenkinder unmöglich einstellen konnte. Kein Lehrer hat es gerne, wenn seine Schüler nichts lernen.

Wir hatten deshalb beschlossen, unseren Dissenz öffentlich zu machen und verfassten dazu eine Art Erklärung. Diese schickten wir dem VPOD-Lehrermagazin, unserem Verbandsblatt. Ich selber hatte einen wesentlichen Teil meiner linken gewerkschaftlichen Tätigkeit mit der Herausgabe dieser Zeitung verbracht und war lange Zeit Mitglied der Redaktion. Wir erhielten keine Antwort. Darauf schickten wir den Artikel der WOZ, quasi als Diskussionsbeitrag. Auch hierauf gab es keine Antwort. Die Zeit drängte und ich war beleidigt.

mehr:
- Zum 10-jährigen meines Austritts aus der linken Bewegung (Alain Pichard, Achgut.com, 23.06.2016)
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Mittwoch, 16. März 2016

Fernsehempfehlung: Zwei Seiten der Wahrheit

heute Abend 20:15h auf 3sat:

Eine Mutter bringt ihre Kinder um, weil sie nicht will, dass sie zurück ins Heim müssen. Seither steht die Schweizer Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde unter Dauerkritik.

Acht Monate später erhängt sich die Mutter in ihrer Gefängniszelle: Dieses Familiendrama war Auslöser einer landesweiten Empörung über die zuständige Behörde. Ihr wird Fehlentscheidungen, Überforderung, Inkompetenz und willkürliches Handeln vorgeworfen.

Für betroffene Eltern und Angehörige wurde sie innerhalb kurzer Zeit zum Feindbild, der Ruf nach Abschaffung wird lauter, Widerstand organisiert sich. Eine Gruppe von 'Kesb' Gegnern fand sich 2015 zusammen, um eine Volksinitiative zu lancieren, die die Kompetenzen dieser Behörde einschränken soll. Zwei Aspekte stehen bei der Diskussion im Vordergrund: Die Kosten der Behörde und der sinkende Einfluss der Gemeinden.

Wie aber sieht es hinter den Mauern der verhassten Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde aus? Ist sie tatsächlich ein Bürokratiemonster, ein kaltherziger Haufen von Paragrafenreitern, beseelt vom Gedanken, Familien auseinanderzubringen? Was viele verkennen, ist, dass die 'Kesb' unter Schweigepflicht steht, weshalb die von den Medien breit ausgewalzten Einzelfälle oft nur einseitig wiedergegeben werden.

Die Dokumentation wirft einen Blick hinter die Fassade dieser Behörde. Der Film von Béla Batthyany zeigt auf, wie komplex die Thematik ist und in welcher schwierige Situationen die Betroffenen geraten können. Auf beiden Seiten: Auf Seiten der Eltern, Familien oder Angehörigen, wie auch auf Seiten der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der 'Kesb' selbst. (Senderinfo)
 
(gefunden auf TV Spielfilm)

Zwei Seiten der Wahrheit – die Kesb in der Kritik [50:33]

Veröffentlicht am 04.03.2016
Eine verzweifelte Mutter bringt ihre beiden Kinder um, weil sie nicht will, dass die Kleinen zurück ins Heim müssen. Acht Monate später erhängt sie sich im Gefängnis. Das Familiendrama in Flaach war Auslöser einer landesweiten Empörung über die Kesb, die seit ihrer Gründung 2013 in der Kritik steht.

KESB-Erfahrungen unfassbar - Eine Mutter erzählt [18:26]

Veröffentlicht am 30.09.2015
Eine Mutter erzählt, wie ihr Kind von KESB weggenommen und in ein Heim gesteckt wurde. Der Reispass des Kindes sowie Krankenausweis müssen abgegeben werden. An wen können sich Eltern wenden, wenn der Staat den Familien die Kinder weg nimmt?

Kindswohl gefährdet -- was tun? - Club vom 18. Februar 2014 [1:15:32]

Veröffentlicht am 19.02.2014
Der «Club» über die schwere Kindheit von Michelle Halbheer mit ihrer Junkie-Mutter hat weitere Fälle ans Licht gebracht, bei denen fundamentale Kinderrechte mit Elternrechten kollidieren. Wie entscheidet die neue Behörde KESB, wenn das Kindswohl gefährdet ist? Ein Dilemma mit Konfliktpotenzial. 

SRF 1, 18. Februar 2014
mit Mona Vetsch, Michelle Halbheer, Patrick Fassbind, Aleksandra Kocierz, Christoph Häfeli, Ernst Elsener, Therese Leutert Hungerbühler

Sendung
http://www.srf.ch/sendungen/club/kind...

Trotz psychischer Krankheit, Drogen- und Alkoholexzessen darf eine Mutter ihr Kind behalten. Einer anderen hingegen wird es weggenommen, weil ihre Unzuverlässigkeit zu seinem Schaden sei. Zwei dem «Club» zugespielte Fälle, die Kopfschütteln auslösen und Kritik an der neuen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde KESB laut werden lassen.

Ihr Auftrag ist, das Wohl der Kinder zu garantieren. Sie muss aber auch die Elternrechte respektieren. Das kann sich in der Praxis als Teufelskreis erweisen, weil gleichwertige Rechte aufeinander prallen. Doch die Behörde sorgt auch sonst für Schlagzeilen. Sie hat mit reduziertem Personal 80'000 pendente Fälle nach neuem Recht zu bewältigen. 1'400 über die Schweiz verteilte Vormundschaftsbehörden wurden anfangs 2013 mit einem Schlag auf 150 regionale KESB gestutzt. Unter dem Druck und der Aufgabenlast kommt es gehäuft zu Fehlern und Verzögerungen.

Nach dem «Club» des vergangenen Jahres «Meine Mutter -- ein Junkie» haben sich Zuschauerinnen mit selbst erlebten Problemfällen gemeldet. Diese nimmt Mona Vetsch zum Anlass, um in einer Folgesendung erneut das Kindswohl im Licht der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde KESB unter die Lupe zu nehmen.


Montag, 29. Februar 2016

Heute vor 136 Jahren – 29. Februar 1880: Durchstich des St.-Gotthard-Tunnels

Mit der Eisenbahn durch den Gotthard 

Nachdem am Vortag der von Süden kommende Bohrer den ersten Durchbruch geschafft hatte, erfolgte am Vormittag des 29. Februar 1880 der Durchstich des heutigen, 19 km langen St.-Gotthard-Eisenbahntunnels durch das gleichnamige Bergmassiv zwischen Göschenen im Kanton Uri und Airolo im Kanton Tessin. Der 1882 fertiggestellte Tunnel entlastete die alte Passtraße, die seit dem Mittelalter – zunächst als Saumstraße und ab 1830 als Fahrstraße u. a. für den Postkutschenverkehr – die wichtigste Nord-Süd-Verbindung der Alpen war. 
Zeichnungen vom Bau des Einsenbahntunnels am Sankt Gotthard: oben der Bauplatz Ariolo, unten die Arbeiten mit der Bohrmaschine, 1875

Es hatte zwei Jahrzehnte der Planung gebraucht, bis im September 1872 die Bauarbeiten durch eine Genfer Firma beginnen konnten. Die durch Sprengungen, Steinschlag und Belüftungsprobleme äußerst gefährlichen Arbeiten verzögerten sich immer wieder durch Streiks und Unfälle – 199 der insgesamt rd. 3000 Arbeiter starben. Nach einer großen Einweihungsfeier konnte der Bahnbetrieb am 1. Juni 1882 aufgenommen werden. 

Inzwischen ist der neue Gotthard-Basistunnel im Bau, der mit 57 km der längste Eisenbahntunnel der Welt werden soll. Seine Eröffnung ist frühestens für Ende 2016 vorgesehen. 

Die längsten Eisenbahntunnel 
▪︎ Seikan-Tunnel (Japan; 1988): 53,85 km 
▪︎ Eurotunnel (Großbritannien, Frankreich; 1994): 50,45 km 
▪︎ Lötschberg-Basistunnel (Schweiz; 2007): 34,576 km 

Harenberg - Abenteuer Geschichte 2016
[Doku] Die Eroberung der Alpen - Der Durchbruch [HD] [43:11]

Veröffentlicht am 17.01.2015
Der Film schildert das packende Drama rund um den Bau des alten Gotthardtunnels, in den der Ingenieur Louis Favre sein ganzes Wissen und Vermögen investierte und in dem er, nur wenige Wochen, bevor die Welt den Durchstich feiern konnte, sein Leben ließ.
Im 19. Jahrhundert erobert die Eisenbahn Europa. Doch die Alpen bleiben ein unüberwindbares Hindernis. Keine Lokomotive schaffte es, die steilen Höhen zu überwinden oder in den winterlichen Bedingungen des Hochgebirges zu bestehen. Da entsteht der gewagte Plan, einen Tunnel durch die Berge zu treiben. Der Mont Cenis-Tunnel soll eine zwölf Kilometer lange, direkte Verbindung zwischen Frankreich und Italien schaffen. Von zwei Seiten wird das Projekt in Angriff genommen, immer mit der Furcht, sich nach jahrelanger Schwerstarbeit im Inneren des Berges zu verfehlen. Ganz Europa blickt gebannt auf die Fortschritte der Tunnelbauer.
Auf der Hightech-Baustelle im neuen Gotthard-Basistunnel: 57 Kilometer führt der längste Eisenbahntunnel der Welt durch die Berge. Knapp einen Kilometer tief geht es hinab in eine unbekannte Welt. Gigantische Tunnelbohrmaschinen ermöglichen heute Bauten dieser Dimensionen. Doch die Leistung der Tunnelpioniere des 19. Jahrhunderts steht dem in nichts nach.

Baustelle der Superlative- der Gotthard-Basis-Tunnel [11:58]

Hochgeladen am 15.10.2010
37 km- der längste Tunnel der Welt- entsteht zur Zeit.
Die BWK-Bezirksgruppe Darmstadt besuchte die Baustelle im Rahmen der Jahresexkursion 2002.
Eingerahmt von TV-Dokus.