Die Psychologie betreffenden Posts habe ich in »Roths Psychoblog« eingestellt. Eine Liste der Musikvideos findet sich unter »Tornado’s Music Favourites« (siehe unter »Links«). Das Posten eines Videos schließt das Hinzufügen des Infotextes mit ein. (Ich bemühe mich, offensichtliche Werbung wegzulassen) Dieser gibt also nicht notwendigerweise meine Meinung wieder! Das verwendete Bild stammt aus Bob Dylan’s Video »Jokerman«. Ich speichere keine Daten!
In seinen Büchern und TV-Beiträgen zeigte er sich stets streitbar. Besonders umstritten war sein offensiver Umgang mit der Demenzerkrankung seines berühmten Vaters Walter Jens. Nun ist Tilman Jens mit 65 Jahren gestorben.
Tilman Jens, ebenso gefeierter wie umstrittener Autor von TV-Dokumentationen und Sachbüchern, ist tot. Das teilte der Anwalt seiner Familie mit. Jens starb am 29. Juli im Alter von 65 Jahren.
Zu seinen kontroversen publizistischen Erfolgen gehören das Buch "Demenz: Abschied von meinem Vater" (2009) über die Erkrankung seines berühmten Vaters, dem Rhetorikprofessor Walter Jens, sowie eine Reportage über den Tod des Schriftstellers Uwe Johnson. Für diese brach Jens in das Haus des Verstorbenen ein.
Auch die Veröffentlichung des Bestsellers "Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle" über den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl, den Jens zusammen mit Heribert Schwan 2014 veröffentlichte, war von Streit begleitet: Vor Gericht konnte Kohl durchsetzen, dass das Buch wegen nicht freigegebener Äußerungen aus Arbeitsgesprächen mit Schwan nur mit geschwärzten Seiten beziehungsweise gekürzt weiterverbreitet werden durfte.
Tilman Jens wurde 1954 in Tübingen geboren. An der Universität der schwäbischen Stadt hatte Vater Walter Jens den berühmten Lehrstuhl für Rhetorik inne. Seine Schullaufbahn führte nach dem Besuch einer Waldorfschule sowie eines humanistischen Gymnasiums auf die Odenwaldschule, wo Jens nach dem Abitur auch seinen Zivildienst ableistete. Als Reaktion auf die Aufdeckung von jahrzehntelangem systematischen sexuellen Missbrauchs von Schülern an der Odenwaldschule veröffentlichte Jens 2011 das Buch "Freiwild - die Odenwaldschule. Ein Lehrstück von Opfern und Tätern."
Inge Jens ringt um die Würde ihres Mannes, über die Grenzen allgemeinen Wissens über die Krankheit hinaus. Hinaus auch über die üblichen Definitionen dessen, was Menschsein ausmacht, wenn das Hirn nach und nach versagt. Mit viel Empathie und Vorurteilslosigkeit begleitet sie seinen Rückzug in eine unzugängliche Welt, von der ihr unklar ist, von wie viel Bewusstsein sie noch regiert wird. Denn Walter Jens konnte einige Zeit nach seiner Erkrankung so gut wie nichts mehr sprachlich mitteilen. Ausgerechnet er, der so viel über die Gesetze von Sprache wusste und sie so brillant beherrschte, vermochte keine verständlichen Botschaften mehr zu formulieren. Er sprach zwar grammatikalisch richtige Sätze, „doch ihr Sinn blieb meistens dunkel“, schreibt Jens. Das Schlimmste sei für sie gewesen, zu merken, dass er präzise Erinnerungen und Vorstellungen von dem hatte, was er vermitteln wollte. „Aber das Schaltzentrum, das die Umsetzung des Gedachten, Erinnerten, Gesehenen oder Empfundenen in Sprache ermöglicht, funktioniert nicht mehr. Und das ist einfach schrecklich.“
[Christine Adam, Das Buch „Langsames Entschwinden“ von Inge Jens, noz.de, 10.03.2016]
In Dostojewskijs letztem Roman Die Brüder Karamasow von 1880 gibt es eine seltsame Textpassage, scheinbar ohne Zusammenhang zur eigentlichen Handlung, eingeschaltet als mündliche Erzählung eines der Protagonisten. Im spanischen Sevilla des 16. Jahrhunderts erscheint ein Mann, der bei seinen öffentlichen Reden großen Zulauf hat und den viele für Jesus halten. Er wird beobachtet, denunziert und von der Inquisition verhaftet, der Großinquisitor selbst verhört ihn des Nachts in seiner Zelle. Das Gespräch kreist um Jesu berühmten Wüstenaufenthalt und die Versuchung durch den Satan, die Jesus von sich wies, ferner um die Konzepte „Sicherheit“ und „Freiheit“, wobei „Sicherheit“ hier durch die Brote symbolisiert wird, die Jesus aus Steinen hervorzaubern sollte.
Der Großinquisitor erklärt, Jesus hätte die Menschen überfordert, indem er ihnen die Freiheit zutraute. Doch die Freiheit könnten sie nicht lange ertragen, sie sei für die meisten von ihnen eine viel zu schwere Last. In Notzeiten vor die Entscheidung gestellt, ob sie lieber in Sicherheit oder in Freiheit leben wollten, würden sie sich für die Sicherheit entscheiden, für das Brot. „So wird es denn damit enden“, sagt der Großinquisitor, „dass sie uns ihre Freiheit zu Füßen legen und sagen: ‚Knechtet uns, aber macht uns satt‘.“ Beziehungsweise – Sättigung als Metapher für Sicherheit gesetzt – „gebt uns Sicherheit“.
Dostojewskijs Skepsis gegenüber der Haltbarkeit eines auf persönlicher Freiheit basierenden, demokratischen Systems gründete sich nicht nur auf die in den Evangelien überlieferte deprimierende Menschenkenntnis des Satan, sondern auch auf die schon früher, im biblischen Buch Samuel, beschriebene Transformation der proto-demokratischen Regierungsform der Israeliten in eine autoritäre Alleinherrschaft. Die Israeliten wurden in den ersten Jahrhunderten nach Eintritt ins „Gelobte Land“ von Juristen („Richtern“) regiert, die ihrerseits von einem Parlament („Ältestenrat“) gewählt waren, neben der judikativen und legislativen Gewalt gab es als dritte Säule die Priesterschaft, die allerdings ohne weltliche Macht blieb, da ihr nach dem Mosaischen Gesetz der Landbesitz versagt war.
Mit der folgenden Keynote eröffnete Jan Böttcher die Autor*innenwerkstatt »Gesellschaftliche Debatten und literarisches Schreiben«, die im Rahmen des 26. open mike im November 2018 stattfand.
Wir bemühen gerade in künstlerischen Zusammenhängen gern die Formel 1+1=2+x oder sogar 1+1=3; dass also die Summe mehr ist als die Einzelteile, so wie eine Band nicht aus vier Solist*innen besteht. Und nun darf man sich im (zumindest künstlerisch legitimen) Umkehrschluss fragen: Löst sich eine Band auf, bleiben dann vier Einsen zurück, oder erniedrigt sie die gemeinsame musikalisch-soziale Enttäuschung zu einem »weniger als 1«? Hält eine Gesellschaft aus 80 Millionen Menschen nicht mehr zusammen, wiegen ihre Einzelteile dann eventuell sogar weniger als 1?
Einigen wir uns darauf, dass es veränderte Druckverhältnisse gibt. Druck heißt natürlich in erster Linie: Wandel. Das Magazin DER SPIEGEL veröffentlicht ein 20seitiges Dossier, indem es die Me-Too-Debatte im eigenen Haus untersucht. Eine rühmliche Ausnahme, denn ansonsten werden die Filme der Emanzipation rückwärts abgerollt. Backlash oder: die von vielen Historikern vorhergesehene Re-Aktion auf den russischen Systemcrash und die 89er-Öffnungen, die nicht zuletzt auch Grenzöffnungen waren. Sprachwandel, dem Denkwandel nachkommt. In Ungarn wird das Universitätsfach Gender Studies verboten. Der türkische Präsident schimpft uns Deutsche alle Nazis. Eine Hirnforscherin will zeigen, dass Empathie erlernbar ist – aber ausgerechnet sie mobbt dabei ihre Mitarbeiter*innen. Eine Jagdhundkrawatte und ihr Vogelschiss. Der amerikanische Präsident wird in täglichen Lügen gemessen und gewogen.
Es ist viel Denkfaulheit in der Welt und Erschöpfung an der Zivilisation. Eine Frage ist: Was machen die (einfachen, dummen, faulen falschen, populistischen Sprachkörper und ihre oft ja durchaus smarten, aufschlussreichen Erwiderungen, die auch), was machen all diese Sprachkörper mit uns, die aus Debatten, in der digitalen Alltagssprache, zusammengestellt durch die Filter des/der Anderen auf uns wirken – schüchtern sie uns ein, werden wir sie noch los, wie lange hallen sie nach in den immer zu wenigen Stunden, in denen wir uns ausklinken und etwas GANZ EIGENES LITERARISCHES schaffen wollen? Nutzen wir unsere literarische Freiheit, oder ist diese Freiheit eine Utopie ohne Marktwert, schreiben wir schon nur noch an einem einzigen Text, der mal öffentlich ist und mal Manuskript sich nennt? Werden wir einsprachig, und wäre das hilfreich, weniger anstrengend? Wie weit ist der Weg von einsprachig zu einsilbig?
Nun hat sich ja die Literatur (seit und mit Knausgård) eine neue verspiegelte Trick- und Effektkiste gebaut, mit der sie jedes sogenannt »authentische Sprechen« zu »pseudo-authentischem Sprechen« machen kann. Zu Maria Stepanovas Nach dem Gedächtnis, einem Buch, das just bei Suhrkamp erscheint, heißt es von Verlagsseite: »Ein neues Genre ist erfunden: der ›Metaroman‹. Liebesgeschichten und Reiseberichte, Reflexionen über Fotografie, Erinnerung und Trauma verschmilzt die Stimme der Autorin zu einer spannungsvollen essayistischen Erzählung.« Klingt gut, nach Rachel Cusk, Annie Ernaux – nie war das Ich-Sprechen modischer, nie verlockender. Aber warum eigentlich immer die Stimme der Autorin? Gerade weil uns allen klar ist, dass Autorin und lyrisches Ich niemals zusammenfallen, dass es kein 1:1 zwischen Autor und Ich-Erzähler geben kann, müssen wir doch sehr aufpassen, dass dieses literarische ICH nicht noch weiter verabsolutiert wird. Denn so kunstvoll es gemacht sein kann, so kunstlos und verkürzt wird es oft rezipiert, und am Ende wird fast jede mitverdächtigt, ihr Ich so schutzlos ausliefern zu wollen wie Emmanuel Carrère. Die Literatur trägt den gleichen Schaden davon wie die Welt – weil gerade dieser Weg, der das Individuelle seit den 70er Jahren und dann vor allem nach 1989 fetischisiert, ein gesamtgesellschaftlicher Irrweg ist. Im Übrigen sind wir jetzt auch so weit, dass Literaturkritiker*innen und Leser*innen gar keinen Bock mehr auf das Individuum haben – und es mitunter gänzlich entleeren. Senthuran Varatharajah hat über diese Rezeption richtig und zugespitzt gesagt:
»Authentizität als literarisches Kriterium […] ist die Bestätigung dessen, was ich immer schon gewusst habe, über Menschen, von denen ich nichts weiß und nichts wissen möchte. Es ist ein Synonym für Ressentiment.«
Das hab ich erst in einer essayistischen Bestandsaufnahme zur deutschsprachigen Literatur gelesen, die Selim Özdoğan verfasst hat. Er widmet sich darin (ein ganz anderer Punkt) auch der Normsprache als Herrschaftsinstrument, die alle anderen Sprachformen neben sich herabstuft.
»Wir bejammern die Verrohung der Sprache, die Anglizismen, die fehlenden Artikel, die Verkürzungen, die Auslassungen, die Vulgarität, die Unfähigkeit, einen geraden Satz zu bilden, der womöglich auch noch mehrere Nebensätze hat. Wir übersehen dabei, dass Texte über literarische Qualitäten verfügen können, auch wenn sie von Menschen geschrieben wurden, deren Sprache nicht Normdeutsch ist.«
Das Nicht-Normdeutsch lagert sich um das Normdeutsch. Auch monologische, lyrische oder comicaffine Prosa gehört dazu. Jede Differenz ist Erweiterung. Und sollte immer zuerst als Bereicherung begriffen werden. Und bitte nicht erst gefeiert werden, wenn alle feiern, wenn man schon ein dekorierter Autor ist wie bspw. Georg Klein.
mehr: - Mehret die Sprachen, wehret der Glaubwürdigkeit (Jan Bötcher, Logbuch, Suhrkamp, undatiert) siehe auch: - xxx () x
Kein Platz für Aber-Sager: Die Debatte um Peter Handke und den Jugoslawien-Krieg ist zu einem Glaubenskampf verkommen
Nun hat Peter Handke also den Nobelpreis für Literatur bekommen. Was die einen freut, regt die anderen auf. Wochenlang tobte der Meinungskampf, der übrigens seit 1996 regelmäßig wieder aufflammt, wenn Handke einen Literaturpreis bekommt.
Damals hatte der Schriftsteller nach seiner Serbien-Reise das Buch "Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina" veröffentlicht, und damit im Feuilleton das ausgelöst, was man heute in den sozialen Netzwerken einen Shitstorm nennt. Schon damals hatte sich gezeigt, was im Kontext der Nobelpreisverleihung erneut sichtbar wurde: tertium non datur.
Mit wenigen Ausnahmen fanden und finden sich in der massenmedialen Aufregung um Handke und Jugoslawien, unterfüttert durch Verkürzungen und losgelöst von der Beschäftigung mit Primärwerken, nur noch zwei Positionen. Man ist entweder für oder gegen Peter Handke. Ein "Aber" existiert nicht mehr.
Denn wer "aber" sagt, relativiere die Verbrechen, relativiere das Leid und verhöhne die Opfer, sagen die Kritiker. "Peter Handke leugnet den Genozid von Srebrenica." "Nein, aber er rückt ihn in den Kontext des Krieges." "Er verhöhnt die Opfer." "Nein, aber es gab Opfer auf allen Seiten." "Handke relativiert die serbischen Verbrechen." "Nein, aber es gab auch kroatische und bosnisch-muslimische Kriegsverbrecher."
Wer in der Handke-Debatte versucht, so zu argumentieren, hat bereits verloren. Denn das "Aber" ist, darauf weisen Kritiker zu Recht hin, ein Zugang, dessen sich auch Holocaust-Leugner bedienen. "Die Nationalsozialisten haben sechs Millionen Juden umgebracht." "Aber die Alliierten haben auch Verbrechen begangen, zum Beispiel durch die Bombardierung Dresdens." Die unterstellte Behauptung: Beide Seiten haben Verbrechen begangen, also sind auch beide schuldig, am liebsten gleichwertig.
Am Beispiel des Zweiten Weltkriegs kann man sehen, wie absurd diese Unterstellungen sind, wie verkürzt und damit unlogisch diese vermeintliche Logik auftritt. Kein Verbrechen einer Seite kann ein anderes relativieren, solange man sachlich und nüchtern die Fakten festhält.
Fakten statt Emotionen Doch weil Letzteres viel zu wenig geschieht, steckt die Handke-Debatte in einer Sackgasse, aus der sie vermutlich so rasch nicht mehr herauskommen wird. Denn der Zugang zum Thema ist von beiden Seiten fast nur noch darauf beschränkt, die eigene Position als richtige und die gegnerische als falsche zu charakterisieren. Das ist die Schwarz-Weiß-Logik einer Debatte, die zum Glaubenskampf verkommen ist.
Ein beliebtes Muster ist hier, Täter und Opfer ethnisch zu definieren. Dadurch erreicht die Seite, welche die meisten Opfer aufzuweisen hat, pauschalen Opferstatus, während die Gegenseite als Tätervolk definiert wird.
Dabei zeigten die Fakten, dass Menschen aller Ethnien Täter und Opfer in den Jugoslawien-Kriegen wurden. Rund zwei Drittel (64.036) der 97.207 Getöteten im Bosnien-Krieg waren Muslime, zirka ein Viertel (24.905) waren Serben und acht Prozent (7.788) waren Kroaten. Im Kosovo-Krieg waren die meisten Opfer Albaner (10.527), proportional zum Bevölkerungsanteil starben ähnlich viele Serben (2.170) sowie Angehörige anderer Minderheiten. Über serbische Opfer zu sprechen, relativiert nicht das Leid auch nur eines einzigen Angehörigen der über 8.000 Toten des Genozids von Srebrenica.
Was treibt einen zu einer solchen Kraftanstrengung, die das Schreiben eines Buches immer verlangt? Erstens erreichen wir mit den NachDenkSeiten nicht jene Menschen, die lieber Gedrucktes auf Papier lesen. Zweitens, und das ist auch die Erfahrung vieler unserer Leserinnen und Leser, gibt es immer noch sehr viele, die eins zu eins das glauben, was gesagt, geschrieben und gesendet wird, und eben nicht kritisch hinterfragen. Drittens gibt es andere, für die ihre und unsere Welt immer rätselhafter wird. Ihnen will ich mit dem Buch kompakt vermitteln, dass ihre Zweifel berechtigt sind. Allen zusammen werden Hilfen angeboten, die täglichen Manipulationen schneller zu erkennen.
Der französische Zeichner, Autor und Illustrator Tomi Ungerer veröffentlichte mehr als 140 Bücher. Nun ist er im Alter von 87 Jahren gestorben. x
Der französische Zeichner, Karikaturist und Kinderbuchautor Tomi Ungerer ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahren in Irland im Haus seiner Tochter, wie mehrere französische Medien übereinstimmend berichteten. Er hat insgesamt mehr als 140 Bücher veröffentlicht und illustriert und etwa 40.000 Zeichnungen, über 300 Plakate, Dutzende Ölbilder, Lithografien und Skulpturen geschaffen.
Bekannt geworden ist Ungerer vor allem mit seinen Kinderbüchern wie Die drei Räuber. Dennoch sagte er: "Die Kinderbücher waren für mich immer so eine Art von Nebengeschäft, für meinen Spaß."
Tomi Ungerer wurde 1931 in Straßburg geboren, im Jahr 1956 wanderte er nach New York aus, wo er als Zeichner berühmt wurde. Seit 1976 lebte er mit seiner dritten Frau in Irland. Ungerer gehörte zu den wenigen Künstlern aus Frankreich, die zu Lebzeiten ein eigenes Museum erhalten haben. Seit 2007 gibt es in Straßburg das Tomi-Ungerer-Museum.
Während seiner Zeit in den USA in den Fünfziger- und Sechzigerjahren kritisierte Ungerer mit seinen Karikaturen den Vietnamkrieg und die sogenannte Rassentrennung. Zurück in Europa setzte er sich für die deutsch-französische Freundschaft ein und bekam dafür das Bundesverdienstkreuz.
Als Elsässer lernte Ungerer früh neben Französisch auch Deutsch und bald auch den dortigen Dialekt, mit den "Straßenjungen", wie er selbst sagte. Ein Vaterland habe er nie gehabt. "Das Wort ist mir total unheimlich. (...) Für ein Vaterland muss man schon ein Patriot sein. Aber ich kann nicht Patriot sein für die Franzosen und die Deutschen. Allein für Europa, das schon."
Ungerers Werk ist geprägt vom Spiel mit der Sprache. Er zitierte, entwickelte weiter. Das Buch über seine Jahre in Kanada trägt angelehnt an das Lied Heute hier, morgen dort den Titel Heute hier, morgen fort. Aus dem altindischen Lehrbuch der Liebeskunst machte er Das Kamasutra der Frösche – in Deutschland sein erfolgreichstes Buch für Erwachsene. mehr: - Tomi Ungerer ist tot (ZON, 09.02.2019)
Das Leben anlächeln: Tomi Ungerers Überlebensstrategie, Kulturplatz, 28.10.2015 {5:26}
SRF Kultur
Am 31.01.2019 veröffentlicht
Mehr zum Thema: http://www.srf.ch/kultur/kunst/tomi-u...
Leicht hatte er es nie im Leben. Mit knapp vier Jahren starb sein Vater. Später kam der Krieg – und immer wieder kamen die Krankheiten. Tomi Ungerer entwickelte früh Strategien, um sich mit seinem Schicksal zu versöhnen. Jetzt wird der grosse Zeichner, Kinderbuchautor und Geschichtenerzähler mit einer Einzelausstellung im Kunsthaus Zürich geehrt. «Kulturplatz» sprach mit dem Künstler darüber, wie er die Krisen und Traumata seines Lebens überwunden hat.
Die Sendung «Kulturplatz»: http://www.srf.ch/sendungen/kulturplatz
Mehr Kulturberichterstattung auf: http://www.srf.ch/kultur
Michel Houellebecq hält in „Serotonin“ einer erkrankten Gesellschaft den Spiegel vor und nimmt dafür in Kauf, zum Vorzeigeautor der Neuen Rechten zu werden. Zu Unrecht?
Der Fehler, den nicht wenige Leser und Kritiker mit den Romanen Michel Houellebecqs machen, besteht weniger in der Identifikation von Autor und Erzähler, sondern vielmehr in einem unsicheren Umgang mit der in den Texten sowie in öffentlichen Äußerungen zur Schau gestellten affirmativen Haltung angesichts der kontroversen Themen, die dort zu lesen sind. Da ist schnell die Rede vom ‚Provokateur‘, mal als Vorwurf, mal als Lob. Ein Intellektueller, der die emotional diskutierten Themen unserer Zeit anpackt und sie zum Romanstoff verarbeitet.
Houellebecq ist ein Autor, der sich nicht der publikumswirksamen Identifikation mit seinen Ich-Erzählern verweigert; einer, der erst gar nicht versucht, mit dem steten Verweis auf die Fiktionalität eines Textes diesen als Rollenprosa zu deklarieren, sondern der mit seinem zwiespältigen Auftreten die Diskussionen um den autobiographischen Gehalt jener Texte zusätzlich anheizt. Dies bezieht sich zum einen auf den überbordenden Sexualdrang seiner Protagonisten, aber in letzter Zeit verstärkt auch auf deren nationalkonservatives Weltbild. Wenn man dazu noch vor Erscheinen seiner Romane mit Aufsehen erregenden Interviews von sich reden macht – der Islam sei die „bescheuertste Religion“ von allen (vor Unterwerfung) und jetzt mit einer ideologischen Sympathiebekundung hinsichtlich Donald Trump –, ist der Ruf als ‚Skandalautor‘ irgendwann fest zementiert. Erstaunlicherweise erntet Houellebecq dafür viel Zuspruch, sowohl von Lesern, die sich mit den Protagonisten und ihrem misogynen, homophoben und xenophoben Weltbild identifizieren können, wie auch von denen, die darin nur eine Maske sehen, welche die emotionalen Defizite eines westlichen Durchschnittsmanns verstecken soll, was letztlich scheitert, weil sie gerade aufgrund dieses halbherzigen Maskierungsversuchs erst recht exponiert werden.
mehr: - Zwischen Hass und Nostalgie (Sascha Seiler, Literaturkritik.de, 20.01.2019) siehe auch: - Rezensionsnotizen (Perlentaucher) x
Es gibt immer wieder lesenswerte und den Durchblick fördernde Bücher. Manche sind bei einem breiteren Publikum gar nicht angekommen, manche sind schon wieder aus dem Bewusstsein verschwunden. Die NachDenkSeiten versuchen gelegentlich, die entstandenen Lücken zu schließen – heute mit einigen Informationen zu: Perkins, Bekenntnisse eines Economic Hit Man.
Das Buch ist 2005 in deutscher Sprache erschienen. Der Autor schildert seine Tätigkeit als Economic Hit Man im Dienste des Imperiums, im Dienste der USA. Seine Tätigkeit, andere Völker, ihre Präsidenten und Regierungen, in ökonomische Schwierigkeiten und finanzielle Abhängigkeit zu bringen, ist ausgelagert in private Firmen – so immer schon manche militärischen Operationen privaten Firmen übertragen waren. (Zu Letzterem gab es übrigens im Deutschlandfunk am 22.11.2018 einen „Hintergrund“; siehe hier „Wie die Privatisierung des Krieges voranschreitet“.) mehr: - Aus dem Bewusstsein verdrängte Bücher: Perkins, Bekenntnisse eines Economic Hit Man (NachDenkSeiten, 23.11.2018) x
Ich danke dir: Ich bin ein Kind geblieben,
Ward äußerlich auch meine Schwarte rauh.
Zu viele Sachen weiß ich zu genau
Und lernte mehr und mehr die Wände lieben.
Doch zwischen Wänden, wenn die Fantasie
Ein kleines Glück so glücklich zu erfassen
Imstande ist, daß wir uns sagen: Nie
Uns selber lieben! Nie das andre hassen!
Nur einsam sein! – –
Spricht oft mein Innerstes zu solcher Weisheit: Nein!
Denn all mein Sinnen lauscht, ob fremde Hände
Jetzt etwa klopfen werden an mein einsam Wände,
Und wenn's geschähe, rief es laut: Herein!!!
aus: Joachim Ringelnatz Die Gedichte
Ringelnatz: Alle Gedichte in einem Band. Nur bei Zweitausendeins 1.003 Seiten. Nur 9,99 €. „Die wohl vollständigste Sammlung“ (WAZ). Sie enthält die von Ringelnatz selbst herausgegebenen Gedichtbände (Kuttel Daddeldu, Turngedichte, Kasperle-Verse u.a.) sowie alle verstreut veröffentlichten Gedichte in originaler Orthografie und Interpunktion. „Seine aufrührerischen Kindergedichte lassen Pippi Langstrumpf wie ein braves Mädchen aussehen und im Vergleich zu seinen schrägsten Versen, die ihm wohl der Teufel Alkohol diktiert hat, wirken die Gedichte von Bukowski geradezu stocknüchtern“ (Badische Neueste Nachrichten). 1.002 Seiten. Fester Einband. Haffmans Verlag. Nur bei Zweitausendeins.
Ich liebe dich nicht, wie ich eine Rose aus Salz lieben würde,
einen Topas, einen Nelkenstengel, der das Feuer entfacht:
ich liebe dich, wie man die dunklen Dinge liebt,
heimlich, zwischen Seele und Schatten.
Ich liebe dich wie die Pflanze die nicht blüht und die
in ihrem Innern andrer Blumen Licht versteckt,
und dank deiner Liebe lebt in meinem Leibe dunkel
das dichte Arom, das aufstieg aus der Erde.
Ich liebe dich und weiß nicht wie noch wann noch wo,
ich liebe dich geradezu ohne Fragen noch Übermut,
so lieb ich dich, weil anders ich nicht lieben kann,
vielmehr auf diese Weise, in der ich und du nicht sind,
so nah, dass deine Hand auf meiner Brust ganz mir gehört,
so nah, dass ich in meinem Schlaf deine Augen schließe.
„Doktor Murkes gesammeltes Schweigen“ gehört seit 1956, seit BBC London (!) im Mai jenes Jahres die erste Lesung der Satire ausgestrahlt hat (in englischer Sprache), zu den populären Radiostücken. Gelesen unter anderem von Joseph Offenbach, Gert Westphal, Dieter Hildebrandt oder Heinrich Böll selbst. Fürs HR-Fernsehen inszeniert von Rolf Hädrich (vgl. FK-Kritik) und fürs ZDF von Per Berglund (ZDF). Als Hörspiel in Szene gesetzt von Hermann Naber (vgl. FK-Kritik). Seit Jahrzehnten ins öffentlich-rechtliche Programm gehievt, gründlich missverstanden und verharmlost als humoristisch-feuilletonistische Kritik an den Zuständen des Rundfunks der 1950er Jahre.
Aus der Zeit heraus verstanden, in der die Erzählung geschrieben wurde, und auf die Verhältnisse heute übertragen, ist „Doktor Murke“ immer noch ein Paradigma dafür, was in den Köpfen derer steckt, die im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Programmverantwortung tragen. Wenn Heinrich Böll Schwendling sagen lässt: „Muckwitz verfeaturt die Taiga“, Murke diesen Faden aufnimmt: „Was macht Fenn?“, die Antwort lautet: „Der verfeaturt die Tundra“, die Frage folgt: „Und Weggucht?“, woraufhin Schwendling antwortet: „Weggucht macht ein Feature über mich, und später mache ich eins über ihn nach dem Wahlspruch: Verfeature du mich; dann verfeature ich dich“, dann ist das mehr als der seit Jahrzehnten zitierte Kalauer. Der Dialog wirft die Frage nach Distanz und Nähe auf. Wer protegiert wen und weshalb?
[Herbert Hoven, Böll – was bleibt? – Ein Rückblick auf Sendungen zum 100. Geburtstag: Heinrich Böll und die Medien, medienkorrespondenz.de, 23.03.2018]
Mit der Absage des diesjährigen Nobelpreises sollte das Komitee eigentlich beginnen, sich neu zu ordnen. Aber im edelsten Gremium des Literaturbetriebs toben die bösen Geister.
Mehr als zwei Wochen währte die Pause im fortlaufenden Skandal um die Schwedische Akademie: Der Literaturnobelpreis für das Jahr 2018 war abgesagt, die Zeit zur Neuordnung schien gekommen. Doch nun toben sie wieder, die bösen Geister im edelsten Gremium, das es innerhalb des literarischen Betriebs gibt.
Am Dienstagabend veröffentlichten drei Mitglieder der Akademie, die im Laufe des Skandals ihre Funktionen vorläufig aufgegeben hatten, aber nicht formell ausgeschieden waren, einen Brief an die Rest-Akademie: Sie könnten sich eine Rückkehr vorstellen, um die Institution zu retten, doch nur unter der Bedingung, dass eines der im Amt verbliebenen Mitglieder, nämlich der Literaturkritiker Horace Engdahl, seinen Sitz in der Akademie aufgebe. Dieser antwortete postwendend: Die Hobbys der ausgeschiedenen Mitglieder interessierten nicht. Er sei auf Lebenszeit zum Mitglied der Akademie bestimmt, und er gedenke, es bis zu seinem Tod zu bleiben.
Die Zeit vergeht.
Die kleinen Lichter flammen.
Ein Duft von Knistertannen weht.
Ich reim mir dies und das zusammen …
Die Zeit vergeht.
Wie festtags Seine Augen glänzen,
wie Er leis lacht vor Wohlergehn
inmitten Tannennadelkränzen –
Ich weiß es nicht. Ich hab es nie gesehn.
Ich seh nur durch das Lichtgeflimmer
Ein seidenweiches blondes Haar.
Und auf mich sieht im Kerzenschimmer
Ein unvergeßlich Augenpaar.
[aus der 2001-Kurt-Tucholksy-Gedichte-Ausgabe (Werbung:
1.056 Seiten auf edlem Dünndruckpapier. Fadenheftung. Lesebändchen. Halbleinen. Haffmans Verlag. Nur bei Zweitausendeins.
)]
Thomas Mann: "Der einfache Gedanke daran, wer die Menschen sind, denen die erbärmlich äußerliche Zufallsmacht gegeben ist, mir mein Deutschtum abzusprechen, reicht hin, diesen Akt in seiner ganzen Lächerlichkeit erscheinen zu lassen." So reagierte Thomas Mann auf seine Ausbürgerung durch das nationalsozialistische Regime am 2. Dezember 1936. Im "Völkischen Beobachter" veröffentlichten die Nazis so genannte Ausbürgerungslisten. Die Namen von Thomas Mann, seiner Frau und seinen jüngeren Kindern standen auf der Liste Nummer Sieben - die älteren Kinder, Erika und Klaus, waren schon früher ausgebürgert worden. Für Thomas Mann kam dieser Schritt nicht unerwartet. mehr: - 2.12.1936: Thomas Mann ausgebürgert (Kalenderblatt.de)
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REQUIEM FOR THE AMERICAN DREAM is the definitive discourse with Noam Chomsky, widely regarded as the most important intellectual alive, on the defining characteristic of our time - the deliberate concentration of wealth and power in the hands of a select few. Through interviews filmed over four years, Chomsky unpacks the principles that have brought us to the crossroads of historically unprecedented inequality - tracing a half-century of policies designed to favor the most wealthy at the expense of the majority - while also looking back on his own life of activism and political participation. Profoundly personal and thought provoking, Chomsky provides penetrating insight into what may well be the lasting legacy of our time - the death of the middle class and swan song of functioning democracy. A potent reminder that power ultimately rests in the hands of the governed, REQUIEM is required viewing for all who maintain hope in a shared stake in the future.
Revolution Noam Chomskys 10 Prinzipien in „Requiem für den amerikanischen Traum“ sollten alle lesen, die noch Fragen haben Noam Chomskys neuestes Buch ist seine „definitive Auseinandersetzung“, so auf dem Cover zu lesen, „mit den drängendsten Fragen unserer Zeit: der Konzentration von Reichtum und Macht in den Händen Weniger“. Tatsächlich ist es in „zehn Prinzipien“ dieser Konzentration gegliedert. Seine Brisanz liegt aber in der zeitgeschichtlichen Entwicklung, die es nachzeichnet. Chomsky geht von der US-amerikanischen Demokratiebewegung in den 1960er-Jahren aus. Er weist darauf hin, dass es so ein Erwachen, in dem sich die Gesellschaft ihrer Möglichkeiten und Rechte bewusst wird, vorher nicht gegeben hat, in diesem Ausmaß und dieser Breite jedenfalls nicht. Wenn man das liest, wird einem die Enge eines europäischen Blicks bewusst, der nur auf „1968“ schaut. In den USA begann die Bewegung um 1960 und weitete sich immer mehr aus. 1968 lässt sich nur darin besonders hervorheben, dass es das Jahr war, in dem endlich die Reaktion zuschlug. Martin Luther King wurde ermordet. Man sieht schon an diesem Namen, dass in den USA nicht nur Studenten in Bewegung waren. Chomsky zitiert aus Luther Kings Rede vom 16. August 1967: „Aber irgendwann müssen wir einsehen, dass eine Gesellschaft, die Bettler erzeugt, umgebaut werden muss. Das heißt, es müssen Fragen gestellt werden (...). Wem gehört das Öl? Wem gehört das Eisenerz?“ Politische Morde allein konnten diese Bewegung nicht stoppen. Chomsky erinnert daran, dass die Reaktion nach einem Konzept suchte, und zitiert das Powell Memorandum aus dem Jahr 1971. Lewis F. Powell jr., ein Rechtsanwalt, der wenig später in den Supreme Court berufen wird, erkennt, „dass das Wirtschaftssystem der USA auf breiter Front angegriffen wird“.
Extreme Linke, so Powell, erhielten mehr Unterstützung aus der Gesellschaft als jemals zuvor. Der Chor der Kritiker rekrutiere sich aus „absolut respektablen Kreisen“. Als einflussreichsten Linken benennt er Ralf Nader, das ist der Ökologie, der 1998 gegen Al Gore kandidieren und dessen Präsidentschaft verhindern wird. Nader sei „längst eine Legende und ein Idol für Millionen Amerikaner geworden“. Powell appelliert an die Unternehmen: Es gehe um ihr Überleben und sie müssten „ihre großen Talente mit Nachdruck zur Bewahrung des Systems einsetzen“. Wichtiger noch ist der Bericht an die Trilaterale Kommission aus dem Jahr 1975. Hier lesen wir, dass ein „Übermaß an Demokratie“ zu Problemen der Regierbarkeit führe: „Was stattdessen nottut, ist eine maßvollere Demokratie.“
Von der Wirtschaft wie vom Staat sind diese Warnrufe gehört worden. Chomsky meint, seitdem habe sich die Architektur der Hochschulen verändert: Bei Neubauten seien keine Versammlungsgelegenheiten für Studierende mehr geschaffen worden. Dass der Neoliberalismus als Neuausrichtung der Wirtschaft nicht nur auf ökonomische Probleme geantwortet hat, sondern ein politisches Rollback war, haben vor Chomsky schon andere beschrieben. Es ist aber nützlich, wie er die Kernpunkte dieser Konterrevolution noch einmal auf engstem Raum zusammenstellt.
mehr: - Demokratie, over (Michael Jäger, der Freitag 41/2017) Flashback - Trailer
{1:32}
Veröffentlicht am 16.01.2015
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At last the Feds have caught him! Infamous 60's radical Huey Walker (Dennis Hopper) is heading for jail. So how come it's Huey's yuptight FBI escort (Kiefer Sutherland) who ends up behind bars? And why do they soon team up as uneasy riders on the lam? With Dennis Hopper as Huey, you couldn't ask for a better match of actor and role. He helped usher in the Age of Aquarius with Easy Rider. Now he takes a look back with Flashback, a comic collision course between the tie-dyed 60's and pin-striped 80's. "The 90's are going to make the 60's look like the 50's," Huey predicts. Put your love beads over your power tie and get in on the good times!
flashback-soundtrack.mpg
{4:00}
Veröffentlicht am 01.12.2009
A Mensagem Real
...uma homenagem para quem curte filmes alternativos e saudosistas,com uma boa trilha sonora,…
SINOPSE: Um velho hippie, foragido desde os anos sessenta, é finalmente preso. No trem, a caminho da prisão, ele acaba enganando um jovem policial, dizendo que colocou LSD em sua bebida, levando o oficial a acreditar que está tendo visões. Com isso ele garante sua fuga e assume a identidade do policial.
lilyisreal
Kiefer Sutherland and Dennis Hopper. RIP Dennis.
Flashback - bar scene {8:35}
Veröffentlicht am 08.06.2007
lilyisreal
Dennis Hopper. RIP Dennis.
Flashback - crying scene
{8:35}
Veröffentlicht am 13.06.2007
lilyisreal
Kiefer Sutherland crying.
RIP Dennis.
Flashback theme - mud scene {2:32}
Veröffentlicht am 01.06.2007
lilyisreal
Kiefer Sutherland and Dennis Hopper. RIP Dennis.
Flashback –
"Further" Clip {1:19}
Veröffentlicht am 09.01.2011
DEADHORSE2010
The moment when the 1960's truck "Further" bursts from the shed in the 1990 film 'Flashback' - featuring Kiefer Sutherland & Dennis Hopper.
Flashback theme - FREE by Big Audio Dynamite {3:37}
Veröffentlicht am 02.04.2013
The Kwaze
I kind of prefer this edited version to the full 8 minute version and of course it saves me having to make a video for it - Classic 80's/90's keyboard sound - Roland XP50 if I'm not mistaken.
Wie das Skandalbuch „Finis Germania“ von der Bestsellerliste verschwand
Wer sich am Donnerstagnachmittag gegen 17 Uhr über den Stand der „Spiegel“-Bestseller, die bei Amazon angeboten werden, schlau machen wollte, fand auf der Bestenliste der Sachbücher folgende Reihenfolge vor:
Platz 1: „Heilen mit der Kraft der Natur“, Andreas Michalsen.
Platz 2: „Wunder wirken Wunder“, Eckart von Hirschhausen.
Platz 3: „Das geheime Leben der Bäume“, Peter Wohlleben.
Platz 4: „Homo Deus: Eine Geschichte von Morgen“, Yuval Noah Harari.
Platz 5: „Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur“, Andrea Wulf.
Auf Platz 6 klaffte eine weiße Lücke, ohne jede bibliografische Angabe. Da musste mal etwas gewesen sein, wobei nur der Raum, den das Etwas eingenommen hatte, zu sehen war. Auf Platz 7 folgte dann „Penguin Bloom: Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete“, von Cameron Bloom und Bradley Trevor Greive.
Wer die gleiche Recherche Freitagfrüh anstellte, allerdings nicht bei Amazon, sondern bei Thalia, fand die gleiche „Spiegel“-Liste vor, nur ohne die Leerstelle auf Platz 6. Da stand ein Buch des Philosophen Rolf Peter Sieferle, der sich letzten September das Leben genommen hatte: „Finis Germania“, eine Art Nachruf auf sich selbst und die Bundesrepublik in, so der Verlag, „30 Miszellen“ über „die deutsche Lage“ im Laufe der Zeiten: „Von Deutscher Sonderweg und Siegerperspektive über Politiker und Intellektuelle bis zur Logik des Antifaschismus.“ Um das Buch hatte es in den Feuilletons große Aufregung gegeben. Die Meinungen waren extrem geteilt, für die einen war es ein „philosophisches Meisterwerk“, für die anderen ein „völkisch-antisemitisches Machwerk“. Dabei spielte es auch eine Rolle, dass Sieferle, dessen Arbeiten in renommierten Verlagen erschienen waren, sein „Nachwort“ einem Verleger anvertraut hatte, der als „Vordenker der Rechten“ gilt, Götz Kubitschek, in dessen Antaios-Verlag Bücher erscheinen, an denen sich kein anderer Verleger die Finger verbrennen möchte.
Der legendäre Satz von „Spiegel“-Gründer Rudolf Augstein, mit dem sich das Nachrichtenmagazin heute noch manchmal schmückt, lautet: „Sagen, was ist.“ Der aktuelle Werbespruch des “Spiegel” lautet: „Keine Angst vor der Wahrheit.“
Aber der „Spiegel“ traut sich nicht zu sagen, was ist. Der ganze Artikel ist ein Dokument der Angst.
Und dies zu einem Zeitpunkt, an dem es ohnehin nicht mehr darum ging, ob die Wahrheit rauskommt. Zu diesem Zeitpunkt, an Tag fünf der Eskalation, hätte der „Spiegel“ nur noch beweisen können, dass er der Wahrheit nicht ausweicht. Dass er sich ihr stellt. Mit einer offenen, schonungslosen, selbstkritischen, auch selbstbewussten Analyse des Debakels.
Nicht einmal das hat er gewagt. Er veröffentlicht einen Artikel, der kein „Spiegel“-Artikel ist, sondern ein Stück trauriger PR-Verdruckstheit, das sich nicht einmal traut, die heiklen Fragen zur Kenntnis zu nehmen.
Der „Spiegel“ scheut die Öffentlichkeit. Das klingt irre, aber es ist so. Ausgerechnet das traditionsreiche deutsche Nachrichtenmagazin misstraut der Möglichkeit, dem Publikum Dinge erklären zu können. Nicht nur mitzuteilen, sondern zu erklären – sich zu erklären. […]
Man mag die Aufregung um diese Liste für übertrieben halten, aber sie trifft eine zentrale Unterstellung der „Lügen“- oder „Lückenpresse“-Rufer. Sie vermuten geheime Manipulationen der „Wahrheit“, und sei es nur der „Wahrheit“ einer Bestseller-Liste. Und plötzlich stellt sich raus: Solche Manipulationsversuche gibt es tatsächlich. [Manipulierte Bestsellerliste: Der „Spiegel“ und seine Angst vor der Wahrheit (Stefan Niggemeier, ÜberMedien, 26.07.2017]
Gabriele Krone Schmalz über NATO in Zivil in der Ukraine, Russland und Medienpropaganda1 [13:24]
Veröffentlicht am 13.09.2014 Zitat Gabriele Krone-Schmalz:
»Das macht mir insofern Sorge: Wenn Menschen nicht mehr glauben, was in den Medien informiert wird, wenn Menschen auch Politikern nicht mehr glauben, dann fliegt uns unser wunderschönes System Demokratie früher oder später um die Ohren.« (Video ab 8:00)
Der Schweizer Kinderarzt Remo Largo hat mit Ratgebern wie "Babyjahre" und "Kinderjahre" Millionenbestseller verfasst. In seinem neuen Buch "Das passende Leben" berät er die Erwachsenen.
Wer kennt das nicht: müde im Internet gewesen oder vor dem Fernseher gesessen oder beides. Alleine oder höchstens zu zweit. "Wenn der Abend zu Ende geht, bleibt ein schales Gefühl sinnlos verbrachter Stunden zurück, weil auch die beste aller virtuellen Welten reales Zusammenleben nicht ersetzen kann." Aber ein bisschen Entspannung muss doch jedem vergönnt sein! Und vielleicht waren wir sogar den ganzen Abend auf der Suche nach etwas Wertvollem, nach Kontakten zu Abwesenden, nach interessanten Informationen, guten Geschichten, kluger Unterhaltung? Oh nein, etwas anderes ist passiert: Wir haben uns verabschiedet vom "ursprünglichen Auftrag von Kultur, nämlich Räume für ein aktives gemeinsames Erleben zu schaffen". Mehr noch: "Wir sitzen in einem komfortabel eingerichteten Käfig." Und in dieser selbstgeschaffenen Einzelhaft herrschen immer mehr "emotionale Verunsicherung und soziale Vereinsamung". Diese Sätze stammen aus dem neuesten Buch von Remo H. Largo. Der Schweizer Kinderarzt ist Millionen Eltern vertraut, die seine Bestseller-Handbücher zu Rate ziehen: "Babyjahre", "Kinderjahre", "Jugendjahre" und vieles mehr. Jetzt aber hat Remo Largo sein sympathisches Beratungsimperium ausgeweitet auf uns alle, auf die Erwachsenen. Das neue Buch sieht der 73-Jährige als eine notwendige Fortsetzung, ja als Summe seines Lebenswerks an: "Das passende Leben. Was unsere Individualität ausmacht und wie wir sie leben können" (S. Fischer Verlag, 480 Seiten, 24 Euro, E-Book 19,99 Euro).
mehr: - Philosophie: Selbstoptimierung jenseits der Yogamatte (Johann Schloemann, Süddeutsche Zeitung, 31.05.2017)
Die Bücher des Schweizer Kinderarztes, Remo Largo, über kindliche Entwicklung gelten als Standardwerke. Für ihn liegt das Problem zunehmender ADHS-Diagnosen in der Gesellschaft. Was als psychische Störung gilt, bestimmt der Diagnosekatalog DSM-5, dessen neueste Ausgabe gerade in den USA erschienen ist. Psychiater Allen Frances, der viele Jahre an diesen Diagnosekatalogen mitgewirkt hat, ist inzwischen ein scharfer Kritiker. Denn im Gegensatz zu den früheren Katalogen können jetzt unter anderem auch schon extreme und keinem Anlass entsprechende Wutausbrüche bei Kindern ab sechs Jahren als eigenständige psychische Störung diagnostiziert werden. Die Folge: Immer mehr Kinder würden als psychisch krank abgestempelt und bekämen starke Psychopharmaka, ohne dass es nötig wäre. Für den Schweizer Kinderarzt, Remo Largo, liegt das Problem in der Gesellschaft. Im Interview mit Frontal21 kritisiert er, dass immer mehr Kinder, die nicht den Leistungsanforderungen entsprechen, völlig zu Unrecht die Diagnose ADHS und in der Folge häufig starke Medikamente wie Ritalin erhalten. Seine Bücher über kindliche Entwicklung gelten als Standardwerke. Dabei seien das Problem nicht die Kinder, sondern die Erwachsenen. Eltern, Lehrer und Behörden stünden heutzutage enorm unter Druck und seien nicht mehr bereit, Kinder so zu nehmen wie sie sind, so der Erziehungsexperte gegenüber Frontal21.
Sternstunden - Pasqualina Perrig-Chiello und Remo H. Largo {54:57}
Hochgeladen am 07.08.2008
Schweizer Fernsehen - Sternstunde Philosophie: Familien-Bande Jeder Mensch hat seine Erfahrungen mit Familie und ist geprägt von Familien-Banden - im Guten, wie auch im Schlechten. Wie aber sieht die Familie der Zukunft aus angesichts der hohen Scheidungsrate? Was ist wichtiger: das Wohl des Kindes oder die berufliche Selbstverwirklichung der Eltern? Was muss der Staat für Familien leisten? Diese Fragen diskutieren in der Sternstunde Philosophie die Psychologin Pasqualina Perrig-Chiello und der Kinderarzt und Buchautor Remo H. Largo. Perrig-Chiello ist zudem Präsidentin des Nationalen Forschungsprogramms "Kindheit, Jugend und Generationenbeziehungen im gesellschaftlichen Wandel" (NFP) und gibt Einblick in deren Resultate. Pasqualina Perrig-Chiello und Remo H. Largo im Gespräch mit Norbert Bischofberger. (Sendung vom 18.5.2008)
[…] Ich habe gar nichts gegen die Menge; Doch kommt sie einmal ins Gedränge, So ruft sie, um den Teufel zu bannen, Gewiß die Schelme, die Tyrannen. […] Was ich sagen wollt, Verbietet mir keine Zensur! Sagt verständig immer nur, Was jedem frommt, Was ihr und andere sollt; Da kommt, Ich versichr’ euch, so viel zur Sprache, Was uns beschäftigt auf lange Tage.
O Freiheit süß der Presse! Nun sind wir endlich froh; Sie pocht von Messe zu Messe In dulci jubilo. Kommt, laßt uns alles drucken Und walten für und für; Nur sollte keiner mucken, Der nicht so denkt wie wir.
Was euch die heilige Preßfreiheit Für Frommen, Vorteil und Früchte beut? Davon habt ihr gewisse Erscheinung: Tiefe Verachtung öffentlicher Meinung. […] Nichts schmerzlicher kann den Menschen geschehn, Als das Absurde verkörpert zu sehn.
Dummes Zeug kann man viel reden, Kann es auch schreiben, Wird weder Leib noch Seele töten, Es wird alles beim alten bleiben.
Dummes aber, vors Auge gestellt, Hat ein magisches Recht; Weil es die Sinne gefesselt hält, Bleibt der Geist ein Knecht. […] Das Tüchtige, und wenn auch falsch, Wirkt Tag für Tag, von Haus zu Haus; Das Tüchtige, wenn’s wahrhaft ist, Wirkt über alle Zeiten hinaus.
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