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Freitag, 22. März 2019

So schreiben die USA mit Sprache Geschichte: Die Krim wurde annektiert, die Golan-Höhen souverän kontrolliert

Israels Ministerpräsident Netanjahu freut sich über eine "mutige Äußerung". In der Diplomatie im Nahen Osten sind Schockwellen nicht ausgeschlossen

US-Präsident Trump twitterte am Donnerstag, dass die Zeit gekommen sei, um Israels Souveränitat über die Golan-Höhen nach 52 Jahren voll anzuerkennen. Das sei von kritischer strategischer und sicherheitspolitischer Bedeutung für den israelischen Staat und die regionale Stabilität, erklärte er.

Wer vor der kriegerischen Eskalation in Syrien war und das Wort "Golanhöhen" äußerte, entzündete eine Lunte, die zu einem emotionalen Pulverfass führte. Das wird jetzt von anderen Erfahrungen und Triggerwörtern überlagert sein, aber ziemlich sicher wird die Regierung in Damaskus die Ankündigung Trumps nicht mit einem gelassenen Lächeln abtun. Mit den Golanhöhen war auch seit dem Ausbruch der Kämpfe in Syrien die Befürchtung einer Eskalation verbunden.

Auch die arabische Welt wird sich nicht einfach abfinden, auch wenn Regierungen arabischer Länder wie in Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Irak, Kuweit erstmal keine politisch relevanten Zeichen von Entrüstung geben.

Im Fall Saudi-Arabien wäre eine deutliche scharfe Verurteilung der Ankündigung eine Überraschung angesichts dessen, dass der enge US-Nahostpartner mit Trumps Schwiegersohn in geheimen Verhandlungen über einen Friedensplan steht und also über solche diplomatisch gewichtigen Schritte informiert sein müsste.

Unsicher ist, wie die öffentliche Meinung in den arabischen Ländern dazu ausfallen wird und welches Gewicht sie bekommen kann.

mehr:
- Trump will Israels Souveränität über die Golanhöhen anerkennen (Thomas Pany, Telepolis, 22.03.2019)

mein Kommentar:
Die Unverfrorenheit, mit der die USA ihre Macht demonstrieren gibt mir zu denken…

Der Sechstagekrieg (1967) {4:58}

Geschichte in fünf
Am 28.07.2014 veröffentlicht 
Im Jahre 1967 erhöhten Ägypten, Syrien und Jordanien den Druck auf Israel und drohten, den jüdischen Staat im Nahen Osten zu vernichten. Israel konnten diese Gefahr in einem sechstägigen Präventivkrieg im Juni 1967 abwehren.
Die sechs wesentlichen Arabisch-Israelischen Kriege des 20. Jahrhunderts:
(1) Israelischer Unabhängigkeitskrieg (1947-1949): http://youtu.be/-oeR-OMO2WY
(2) Sueskrise (1956): http://youtu.be/LI6WE2cbOYA
(3) Sechstagekrieg (1967): aktuelles Video
(4) Abnutzungskrieg (1968-1970): http://youtu.be/Jsar2riPMPw
(5) Jom-Kippur-Krieg (1973): http://youtu.be/7eEFGeZsP2o
(6) Libanon-Feldzug von 1982: http://youtu.be/ngSdI0cFSOI

Der Nahostkonflikt einfach erklärt {11:38}

MrWissen2go
Am 25.04.2018 veröffentlicht 
"Nahostkonflikt" - dieses Wort taucht in den Nachrichten immer wieder auf. Aber was steckt eigentlich dahinter? Und warum ist dieser Jahrzehnte alte Konflikt gerade jetzt wieder so aktuell? Darum geht es in diesem Video.
Ein Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung zum Nahostkonflikt - http://www.bpb.de/themen/P7KQ9D,0,0,G…
Das Auswärtige Amt über die Palästinensischen Gebiete - https://www.auswaertiges-amt.de/de/au...
... und über Israel - https://www.auswaertiges-amt.de/de/au...
Ein Zeitstrahl zum Nahostkonflikt - https://www.br.de/nachrichten/spezial...
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Animationen: finally-studio

Sechs Tage Krieg Teil 1 {51:54}

Doku Channel
Am 13.12.2013 veröffentlicht 
Neue Videos auf den Kanal ! Der Sechstagekrieg (arabisch ‏حرب الأيام الستة‎ ḥarb al-ayyām as-sitta, hebräisch מלחמת ששת הימים milchémet schéschet haJamim) zwischen Israel und den arabischen Staaten Ägypten, Jordanien und Syrien dauerte vom 5. bis zum 10. Juni 1967. Als Teilaspekt des Nahostkonfliktes war er nach dem Israelischen Unabhängigkeitskrieg (1948) und der Sueskrise (1956) der dritte arabisch-israelische Krieg. Unmittelbarer Auslöser des Krieges waren die ägyptische Sperrung der Straße von Tiran für die israelische Schifffahrt, der von Nasser erzwungene Abzug der UNEF-Truppen vom Sinai und ein ägyptischer Aufmarsch von 1000 Panzern und fast 100.000 Soldaten an den Grenzen Israels. Der Krieg begann am 5. Juni mit einem Präventivschlag der israelischen Luftstreitkräfte gegen ägyptische Luftwaffenbasen, der einem befürchteten Angriff der arabischen Staaten zuvorkommen sollte. Jordanien, das am 30. Mai 1967 einen Verteidigungsvertrag mit Ägypten geschlossen hatte, griff daraufhin Westjerusalem und Netanja an. Am Ende des Krieges kontrollierte Israel den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, das Westjordanland und Ostjerusalem. Der Ausgang des Krieges beeinflusst die Geopolitik der Region bis auf den heutigen Tag.

Sechs Tage Krieg Teil 2 {51:54}

Doku Channel
Am 13.12.2013 veröffentlicht 
Gleicher Info-Text wie oben

Lang, lang ist’s her…
Volker Pispers - Der Russe etc. T2 {4:42}

kathidaddy
Am 07.01.2009 veröffentlicht 
Ausschnitt aus "Kabarett-Fest mit Urban Priol & Freunden"
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Montag, 11. März 2019

«Göttinger Friedenspreis» trotz aller Verhinderungsversuche feierlich übergeben

Trotz aller Verhinderungsversuche konnte der «Göttinger Friedenspreis» am Samstag feierlich übergeben werden. Was wurde erreicht? 

Infosperber hat darüber berichtet – hier und hier – und hätte fast drei Wochen lang jeden Tag darüber berichten können. Der von der Dr. Roland Röhl Stiftung gestiftete «Göttinger Friedenspreis», der seit 1999 jedes Jahr an eine Organisation oder an eine einzelne Person verliehen wird, sollte in diesem Jahr, so hat es die dafür zuständige Jury der Stiftung beschlossen, an die Vereinigung «Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.» gehen. Das aber sollte verhindert werden, so die Meinung des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und so die Meinung des Bundesbeauftragten gegen Antisemitismus Felix Klein. Und dies mit aktiver Unterstützung aus Göttingen selbst: Der Göttinger Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler sperrte alle stadteigenen Lokalitäten für die Preisübergabe, die Georg-August-Universität sperrte ihre Räumlichkeiten für die bisher in ihren Räumen durchgeführten Preisübergaben ebenfalls, die Sparkasse Göttingen annullierte die der Veranstaltung jeweils zugesicherten 2000 Euros. Zum Glück alles vergeblich. Dank eines privaten Spendenaufrufs kamen anstelle der 2000 Euro der Sparkasse 28'000 Euro zusammen. Und dank der Zivilcourage von Gisela Hyllow und Jörg Dreykluft, die ihre Kunstgalerie Alte Feuerwache für die Feierlichkeiten zur Verfügung stellten, konnte am Samstag auch die Preisübergabe zeitgerecht stattfinden – sogar mit deutlich höherer Beachtung als in den vergangenen Jahren. 

Einen Widerspruch aushalten müssen 

Alle Versuche, die Übergabe des Göttinger Friedenspreises an die «Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost» zu verhindern, basierten auf derselben Argumentation: die Unterstützung der Bewegung BDS sei antisemitisch. Aber können Jüdinnen und Juden, die sich gegen die Besatzungspolitik der israelischen Regierung wehren, antisemitisch sein?
mehr:
- «Israels Regierung spricht nicht in unserem Namen» (Christian Müller, InfoSperber, 11.03.2019)

Dienstag, 18. Dezember 2018

KenFM präsentiert: Dimona – Geheime Kommandosache

Israels Atombombe – aus dem Nazi-Schoß gekrochen?

Ein Film von Gaby Weber
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Am 13. Dezember 1960 alarmierte die „Time“ die Weltöffentlichkeit: Israel baue heimlich an der Atombombe. Wie war dem jungen Staat der Bau einer Atombombe gelungen? Die Aufregung war groß, niemand wollte etwas gewusst haben. Auch die erst drei Jahre zuvor gegründete Internationale Atomenergie-Organisation hüllte sich in Schweigen. Das tut sie bis heute.

Systematisch wurden die Öffentlichkeit und die Parlamente belogen. Die Wahrheit ist: Schon 1960 wussten die westlichen Regierungen Bescheid. Sie hatten den Bau abgenickt und unterstützt. Die israelischen Atombombe war mit deutschem Geld und deutscher Technologie entstanden, einer Technologie, die im Auftrag des Führers am Kaiser-Wilhelm-Institut entwickelt und patentiert worden war. Dieses Wissen wurde ab Ende der fünfziger Jahre in den Dienst Israels gestellt. Das Schwere Wasser kam aus Norwegen, wo es die Nazis während des Krieges produziert hatten. Das Uran lieferte – mit Wissen der USA und mit Hilfe Adenauers – die argentinische Atomkommission. Sie war nach 1945 von Nazi-Wissenschaftlern aufgebaut worden.

Die Patente aus dem Jahr 1941, angemeldet vom Oberkommando des Heeres, galten bis vor kurzem als verschwunden. Im Rahmen der Recherchen von Gaby Weber tauchten sie jetzt wieder auf.
mehr:
- KenFM präsentiert: Dimona – Geheime Kommandosache (Ein Film von Gaby Weber, KenFM, 18.12.2018)
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Montag, 17. Dezember 2018

Die unheilige Familie Trump

Geschenke von Mördern und Mordgehilfen.

Unerbittlich kommt Weihnachten näher. Während die Christenheit Geschenke verpackt, rüsten sich in den Straßen Jerusalems palästinensische Marschkapellen: Sie werden bald wieder mit Trommeln und Dudelsäcken die Weihnachtsprozession in Jerusalem begleiten. Wer Zimtsterne oder Spekulatius erwartet, der kann sich in den nächsten Tagen auf dem Weihnachtsbasar in der deutsch-lutherischen Erlöserkirche in Jerusalems Altstadt bedienen. „Heilig Abend“ wird im Heiligen Land gleich drei Mal gefeiert, am 24. Dezember, am 6. Januar bei den orthodoxen Christen und dann am 18. Januar schließlich bei den Armeniern.

Australiens Premier Morrison knallt in diesen Tagen ein besonderes Geschenk auf den Gabentisch: Australien erkennt West-Jerusalem als Hauptstadt Israels an. Seit Präsident Donald Trump die Verlegung der US-Vertretung in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem im vergangenen Dezember beschlossen hat, mehrt sich die Zahl der Follower. Jede weitere internationale Anerkennung des israelischen Anspruchs auf Jerusalem verschärft die ohnehin angespannte Konfliktlage zwischen Israel und den Palästinensern.

Seit 1947 sollte die UN-Resolution 181 gelten, die Jerusalem unter internationale Treuhandschaft stellen wollte. Als Hauptstadt für jeweils einen jüdischen und einen arabischen Staat auf dem britischen Mandatsgebiet Palästina. Bis heute beanspruchen Israel und die Palästinenser den historischen Ort als ihre Hauptstadt. Wer hier einseitig eine der streitenden Parteien begünstigt, der legt einen Brandsatz auf den Gabentisch. Einer der wichtigsten Attentäter auf das bisschen Frieden, das in dieser Gegend nur in den Atempausen der Kämpfe existiert, ist Jared Kushner. Der Trump-Schwiegersohn ist der Sonderbeauftragte des Präsidenten für den Nahen Osten. Der junge, schwer reiche Immobilien-Dealer gilt als treibende Kraft bei den Israel-First-Plänen Trumps.

Kurz bevor Kushner seinen Schwiegervater bei dessen ersten Präsidentenbesuch in Israel begleitete, konnte seine Immobilienfirma eine 30-Millionen-Dollar-Investition von „Menora Mivtachim“ verzeichnen – einem Versicherer und eine der größten Finanzinstitutionen Israels. Über die Kushner-Familienstiftung, die Charles und Seryl Kushner Foundation, fließen seit Jahren Zehntausende Dollar an Organisationen und Institutionen in jüdischen Siedlungen im Westjordanland. An jene Siedler, die sich als aggressive Kämpfer gegen die palästinensische Bevölkerung hervortun. Zwischen 2011 und 2013 spendete die Familienstiftung auch noch insgesamt 315.000 Dollar an die Friends of the IDF – eine US-amerikanische Organisation, die Geldmittel für die israelische Armee sammelt.
mehr:
- Die unheilige Familie Trump (Ulrich Gellermann, KenFM, 17.12.2018)

Samstag, 13. Oktober 2018

70 Jahre Israel: Das verdrängte Unrecht

70 Jahre Israel stehen für sieben Jahrzehnte Besatzung und Apartheid-Regime.

Mit der Staatsgründung Israels im Jahr 1948 begann für die Palästinenser die Katastrophe der Vertreibung — Naqba —, die noch heute andauert. Die Erklärungen aller Parteien im deutschen Bundestag haben diese Barbarei bei ihren Glückwünschen an Israel völlig ausgeblendet. Sie sprechen vom stolzen Rückblick auf 70 Jahre Demokratie. Wohin wird es führen, wenn sich die Staaten und Regierungen weiterhin vor der hässlichen und gefährlichen Seite der Realität drücken?


Es sollte keiner Gedenktage bedürfen, um auf einen schon Jahrzehnte schwelenden Konflikt aufmerksam zu machen, der periodisch in kurze, aber brutale Kriege aufflammt und die ganze Region in einer latenten Krisen- und Kriegsgefahr nicht zur Ruhe kommen lässt. Durch die regelmäßigen Gewaltexzesse der Siedler in den besetzten palästinensischen Gebieten, die unmenschlichen Existenzbedingungen im eingeschnürten und belagerten Gazastreifen und die politischen Wendungen eines ultrarechten Besatzungsregimes, wird uns immer wieder ein Katastrophenszenario in den Medien präsentiert, welches unter normalen Bedingungen die heftigsten Reaktionen der UNO und der EU hervorrufen würde.

Doch die Bedingungen sind nicht normal, die einflussreichsten Staaten der UNO und der EU sind durch die Fehler und Verbrechen ihrer eigenen Geschichte gelähmt und verwalten einen Kriegszustand, der zwar nicht ihren propagierten Werten entspricht, aber offensichtlich ihren Interessen nicht widersprechen muss. Sie verschließen die Augen vor einer Katastrophe, die sie selbst mit zu verantworten haben.

mehr:
- Das verdrängte Unrecht (Norman Paech, Rubikon, 13.10.2018)

siehe auch:
- Der Apartheid-Staat (Jochen Mitschka, Rubikon, 12.10.2018)
- Bedingungslos für Israel? (Post, 08.10.2018)
- US-Regierung steigt wegen Israel-Kritik aus dem UN-Menschenrechtsrat aus (Post, 20.06.2018)
- Heute vor 35 Jahren – 16. September 1982: Massaker in libanesischen Palästinenserlagern (Post, 16.09.2017)
Israels Siedlungsbau ist nicht illegal (Post, 30.12.2016)
Operation Ajax revisited (Post, 24.07.2016)
- 100 Jahre Sykes-Picot-Abkommen: ein Essay von Heiko Flottau. (Post, 15.05.2016)
Frieden von unten (Post, 03.02.2015)
- Israel und seine Palästinenser (Post, 07.01.2015)
KenFM im Gespräch mit: Moshe Zuckermann (Post, 09.08.2013)
- Freundschaft (Post, 16.05.2012)
- Norbert Blüm - Die Wahrheit über Israel und Palästina (Youtube-Video, hochgeladen am 30.04.2011)
Umkehr nach dem Schock (Post, 20.08.2009)
- Viel Palästina und ein bißchen türkische Toleranz (Post, 20.02.2009)
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Samstag, 6. Oktober 2018

Bedingungslos für Israel?

Was an der jüdischen Israel-Affinität aus der Perspektive der Leiderfahrung als unhinterfragbar erscheinen mag, erhält in der Israel-Rezeption von Deutschen gemeinhin einen ganz anderen Stellenwert, besonders dann, wenn Deutsche „Israel“ und „Juden“ in Beziehung zueinander setzen. Deutsche fühlen sich zu einer grundsätzlichen Israelsolidarität verpflichtet, da sie die Staatsgründung Israels als eine Art „Wiedergutmachung“ für ihre geschichtlichen Verbrechen am jüdischen Volk ansehen. Welches Kollektiv, wenn nicht das deutsche, müsste so „fühlen“?

Ein zweiter Aufschrei lässt sich an dieser Stelle vernehmen: Ist es zulässig, im hier erörterten Zusammenhang pauschal von „Deutschen“, von „deutschem Antisemitismus-Diskurs“ und von „deutscher Auseinandersetzung mit der Vergangenheit“ zu reden?

Verbietet sich eine solch generalisierende Nomenklatur nicht schon deshalb, weil doch sehr unterschiedliche, gar gegensätzliche Stimmen und jedenfalls eine heterogen gestimmte deutsche Öffentlichkeit auf kurzfristige tagespolitische Aufloderungen wie auf geschichtlich verfestigte Ideologeme beziehungsweise Tabuübertretungen reagieren?

Dem ist gewiss so, und gewiss ist der eine oder andere Punkt in der vorliegenden Erörterung überspitzt formuliert worden. Und doch lässt sich darauf insistieren, dass die plurale Stimmenvielfalt einem umfassenden (hier idealtypisch angesprochenen) Muster subsumiert sei, das sich an der elementaren Neuralgie des Verhältnisses von Deutschen-und-Juden-nach-Auschwitz schärft und bei periodisch aufflammenden Debatten um die nun mal als „deutsch“ apostrophierte und als ebendiese verhandelte „Vergangenheit“ in einer sich stets zugleich einstellenden Polarisierung mit besonderer Deutlichkeit zutage tritt.

Antisemitische Abneigung gegen Juden und philosemitische „Judenliebe“ erweisen sich dabei, ebenso wie vorgebliche, vor allem bei Jugendlichen anzutreffende „Indifferenz“ Juden gegenüber, als exemplarische Reaktionsmuster, die eines gemeinsam haben: die abschätzige, verklärende oder eben „teilnahmslose“ Abstraktion von „Juden“, die als solche zur Projektionsfläche für selbstbezogene Befindlichkeitskämpfe und Identitätsgerangel, welche sich einzig der unhintergehbaren neuralgischen Verfasstheit eines jeden „Deutschen“ gegenüber „dem Juden“ verdankt, reduziert werden. Ob es in der gegenwärtigen Geschichtsphase einen Ausweg aus diesem Zirkel gibt, sei dahingestellt. Ganz gewiss findet er sich jedoch ebenso wenig in der normalisierungssüchtigen Abkopplung von der deutschen Vergangenheit wie in der „Bekämpfung“ eines katastrophisch herbeigeschrienen Antisemitismus, so als stünde nichts weniger als die Heraufkunft des Vierten Reiches bevor.

mehr:
- Eine kranke Beziehung (Moshe Zuckermann, Exklusivabdruck aus „Der allgegenwärtige Antisemit“, Rubikon, 06.10.2018)
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Rezensionen:
Die Antisemitenmacher oder wie Kritik an der Politik Israels verhindert wird (Moshe Zuckermann, NachDenkSeiten, 01.10.2018)
- Der allgegenwärtige Antisemit (asansörpress35, Freitag-Community, 18.09.2018)
- Polemische Kritik am deutsch-israelischen Verhältnis (Arno Orzessek, Deutschlandfunk Kultur, 03.09.2018)
- Wenn der Blick auf das Ganze fehlt (FAZ, 28.12.2010)
- Moshe Zuckermann: "Antisemit!" (Tamar-Amar Dahl, Sehepunkte, 15.11.2011)
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KenFM im Gespräch mit: Moshe Zuckermann {1:12:53}

KenFM
Am 09.08.2013 veröffentlicht 
Moshe Zuckermann ist Soziologe und Professor für Geschichte und Philosophie an der Universität Tel Aviv. Hier, in der zweitgrößten Stadt Israels, wurde er 1949 als Sohn von Holocaust-Überlebenden geboren, verbrachte jedoch zehn Jahre seiner Jugend in Deutschland, da seine Eltern 1960 aus finanziellen Gründen nach Frankfurt am Main emigrierten. Die historische Brisanz dieses Umzugs wurde ihm erst im Lauf der Jahre bewusst, als er vom Holocaust und der jüngsten deutsch-jüdischen Geschichte erfuhr. Diese Beziehung zu Israel und Deutschland spiegelte sich auch in seiner beruflichen Laufbahn wieder, so leitete er unter anderem das Institut für Deutsche Geschichte an der Universität Tel Aviv.
Ken Jebsen im Gespräch mit Moshe Zuckermann.
http://www.kenfm.de
http://kenfm.de/blog/2013/08/10/moshe...
http://www.facebook.com/KenFM.de
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siehe auch:
- Europäischer Antisemitismus 1880 – 1945 (Michael Kuhlmann, Deutschlandfunk, 27.02.2017)
Noch lebt er: KenFM im Gespräch mit Arnold Hottinger über den Nahen Osten (Post, 07.01.2014)
- Die deutsche Besessenheit (Henryk M. Broder, Welt, 17.12.2012)
- Antisemitismus im 19. und 20. Jahrhundert (Wolfgang Benz, Bundeszentrale für politische Bildung, 27.11.2006)


Donnerstag, 3. Mai 2018

Arte: Wenn Kritik auf Humor trifft

In Israel erzählt man sich folgenden Witz: Putin, Trump und Netanjahu werden zum lieben Gott gerufen. Dort erklärt er Ihnen: „Ihr seid die wichtigsten Staatsmänner der Welt. Deshalb habe ich euch zu mir gerufen, um gebe euch folgende Botschaft mit. Sagt euren Völkern, dass ich in drei Monaten die Welt untergehen lasse.“

Putin geht daraufhin zu seinen Genossen und sagt ihnen: „Genossen, ich habe zwei schlechte Nachrichten. Erstens, Gott existiert, zweitens, in drei Monaten geht die Welt unter.“

Trump kehrt ebenfalls zu seinen Leuten zurück und erklärt ihnen: „Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute ist, dass Gott existiert, die schlechte lautet: In drei Monaten geht die Welt unter.“

Netanjahu geht in sein Kabinett und verkündet dort: „Ich habe zwei gute Nachrichten. Erstens, ich bin der wichtigste Staatsmann der Welt und zweitens, in drei Monaten sind wir die Araber los.“

Darüber können auch eingefleischte Likud-Anhänger lachen.

Als man die säkuläre Premierministerin Golda Meir auf die Wurzeln ihres Volkes ansprach, meinte sie: „Was ist das für ein Gott, der uns dreißig Jahre in der Wüste herumführt, um uns danach auf dem einzigen Flecken abzusetzen, der kein Erdöl hat.“ Historisch verbürgt ist auch die Aussage dieser Frau gegenüber einem jordanischen Unterhändler: „Wir haben zur Kenntnis genommen, dass Sie uns ins Meer werfen wollen, aber Sie werden verstehen, dass wir Ihnen dabei nicht behilflich sein werden.“

Ostentativer Sarkasmus der Hochschule für Gestaltung

Durchaus souverän reagierte die israelische Botschaft in Deutschland auf die Website von Bushido, dem Träger des Integrationspreises. Auf derselbigen sah man das Gebiet von Palästina, ohne den Staat Israel. In einer Presseerklärung kommentiertee die diplomatische Abteilung diesen Fall lakonisch: „Zuerst die Frauen, dann die Homosexuellen, und nun wir. Wir sind stolz, auf der Abschussliste des Preisträgers für Integration zu stehen.“

Die Hochschule für Gestaltung in Tel Aviv gab ihren Studentinnen und Studenten für die Abschlussprüfung ein ziemlich unverfrorenes Prüfungsthema. Sie erhielten die Aufgabe, all die feindlichen Webseiten in ihren Nachbarstaaten, welche ohne Unterlassen Hass und Vernichtung des israelischen Staates predigen, grafisch auf Pepp zu bringen.

Gewiss ist ein derart ostentativer Sarkasmus aufreizend, provokativ und für die Gegenseite ab und zu auch demütigend. Und er lässt sich in dieser Mannigfaltigkeit nur mit einem gewissen Fatalismus erklären. Die Fähigkeit zur Selbstironie könnte allerdings auch ein Grundstein für die Stärke des „Halbstarken“ (Henryk M. Broder) sein, dann nämlich, wenn sie einhergeht mit Selbstkritik und Reflexion.

Pünktlich zum 70-jährigen Jubiläum hat ARTE einen Themenabend zu Israel gestaltet. In der Dokumentation „70 Jahre Israel“ traten drei palästinensische und fünf israelische Historikerinnen und Historiker auf. Dabei fiel auf, wie stromlinienförmig die palästinensischen Experten die eigene Sache vertraten. Da passte kein Blatt zwischen die Phalanx der uniformen Argumentationskette. Einzig der Satz „Unsere Rhetorik war hier nicht ganz hilfreich“ ließ ein klein wenig Raum zum Nachdenken. Er bezog sich auf die martialischen Drohungen der Araber, die von „Massakrierung der Juden“, der „Vernichtung Israels“, „Ausradierung“ usw. im Vorfeld des Sechs-Tage-Krieges phantasierten.

Die drei Historikerinnen und zwei Historiker aus Israel hingegen argumentierten außerordentlich kritisch gegenüber ihrem Heimatland. Ihre Voten waren differenziert, selbstkritisch und zuweilen auch radikal israelfeindlich.

mehr:
- Arte: Wenn Kritik auf Humor trifft (Alain Pichard, Achgut.com, 03.05.2018)

Freitag, 23. Februar 2018

9/11 Verdächtige: Die Tanzenden Israelis

9/11 Suspects: The Dancing Israelis {17:06}

corbettreport
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
TRANSCRIPT AND SOURCES: https://www.corbettreport.com/?p=19760
In the days after 9/11, while Ground Zero continued to smoulder, millions heard Dan Rather and various media outlets repeat vague and unconfirmed reports of arrests that took place that day. These rumors held that Middle Eastern men, presumably Arabs, were arrested in explosive-packed vans in various places around the city on September 11th, and that some had even been photographing and celebrating those events. What most do not realize is that those reports were not mere rumors, and we now have thousands of pages of FBI, CIA and DOJ reports documenting those arrests.
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Dienstag, 19. September 2017

Heute vor 150 Jahren – 19. September 1867: Alfred Nobel erhält ein Patent auf Dynamit

Sprengstoff und Menschenliebe 

Der Schwede Alfred Nobel (1833-1896) war Chemiker und Physiker. Er versuchte den unberechenbaren Sprengstoff Nitroglycerin unter Kontrolle zu bringen. 1863 entdeckte er die Initialzündung und erreichte die sichere Lagerung des Sprengstoffs durch Beimischungen. Bei seinen Experimenten kam es zu mehreren Explosionen mit Toten, darunter war auch sein Bruder. Nobel nannte den neuen Sprengstoff Dynamit und verkaufte ihn weltweit. Zu Reichtum gekommen, lebte er ab 1870 in einer Villa in Sanremo an der italienischen Riviera. 
Alfred Nobel bei Experimenten zur
Entwicklung des Dynamits,
Schokoladen-Sammelbild um 1900

Der Einsatz des Dynamits in Kriegen belastete Nobels Gewissen. 1895 verfügte er daher die Stiftung des Nobelpreises aus 94% seines Privatvermögens. 1905 wurden die Preise erstmals verliehen. Besonders wichtig war Nobel der von einer Kommission des norwegischen Parlaments verliehene Friedensnobelpreis für das Bemühen um die »Verbrüderung der Völker«. 

Nobelpreiskategorien 
• Physik 
• Chemie 
• Physiologie oder Medizin 
• Literatur 
• Verdienste um die Erhaltung des Friedens 
• Wirtschaftswissenschaften (1968 gestiftet)

Was am 19. September noch geschah: 
1941: Alle Juden im Deutschen Reichsgebiet werden gezwungen, sichtbar an ihrer Kleidung den gelben Davidstern zu tragen
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2017 

Freitag, 9. August 2013

KenFM im Gespräch mit: Moshe Zuckermann

KenFM im Gespräch mit: Moshe Zuckermann {1:12:53}

KenFM
Am 09.08.2013 veröffentlicht 
Moshe Zuckermann ist Soziologe und Professor für Geschichte und Philosophie an der Universität Tel Aviv. Hier, in der zweitgrößten Stadt Israels, wurde er 1949 als Sohn von Holocaust-Überlebenden geboren, verbrachte jedoch zehn Jahre seiner Jugend in Deutschland, da seine Eltern 1960 aus finanziellen Gründen nach Frankfurt am Main emigrierten. Die historische Brisanz dieses Umzugs wurde ihm erst im Lauf der Jahre bewusst, als er vom Holocaust und der jüngsten deutsch-jüdischen Geschichte erfuhr. Diese Beziehung zu Israel und Deutschland spiegelte sich auch in seiner beruflichen Laufbahn wieder, so leitete er unter anderem das Institut für Deutsche Geschichte an der Universität Tel Aviv.
Ken Jebsen im Gespräch mit Moshe Zuckermann.
http://www.kenfm.de
http://kenfm.de/blog/2013/08/10/moshe...
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