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Montag, 6. Mai 2019

Kiefer-Fund löst mehrere Rätsel: Denisova-Menschen lebten auf dem Dach der Welt

Vor 160.000 Jahren lebten auf der Erde außer dem Homo sapiens verschiedene andere Menschenarten. Sogar das Tibetische Hochland war schon besiedelt, wie ein Kiefer nun zeigt. Der Fund klärt gleich mehrere Rätsel und offene Fragen.

Manchmal löst ein einzelner Fund gleich mehrere Rätsel - und mitunter erst mit jahrzehntelanger Verzögerung. Im Jahr 1980 fand ein buddhistischer Mönch in einer großen Karsthöhle im Nordosten der Tibetischen Hochebene einen gut erhaltenen Unterkiefer. Nun, fast 40 Jahre später, liefern Analysen des Knochens etliche Erkenntnisse zur Besiedlung Asiens durch Frühmenschen - zu einer Zeit vor etwa 160.000 Jahren. Damals, lange bevor der moderne Mensch (Homo sapiens) sich von Afrika aus über die Erde verbreitete, wurden Afrika, Europa und Asien von verschiedenen Menschenarten bewohnt.


Und diese scheuten offensichtlich sogar extreme Regionen wie das Dach der Welt nicht: Der Fundort des Kiefers, die Baishiya-Höhle, liegt auf dem Tibetischen Plateau in fast 3300 Metern Höhe im Bezirk Xiahe in der chinesischen Provinz Gansu. Der Mönch übergab den Xiahe-Kiefer, wie der Fund inzwischen genannt wird, einem hohen buddhistischen Würdenträger, dem 6. Gungthang Rinpoche. Dieser überließ den Knochen wiederum der chinesischen Universität Lanzhou.


Deren Forscher, darunter Ko-Studienleiter Dongju Zhang, untersuchten den Kiefer wie auch den Fundort zuletzt zusammen mit Wissenschaftlern des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie um Institutsdirektor Jean-Jacques Hublin. Ihre Erkenntnisse, die sie nun im Fachblatt "Nature" vorstellen, werfen ein neues Licht auf die recht rätselhaften Denisova-Menschen, über die bislang nur wenig bekannt war.
mehr:
- Denisova-Menschen lebten auf Dach der Welt (n-tv, 02.05.2019)

Die rätselhaften Ur-Menschen aus der Denisova-Höhle {10:10}

MaxPlanckSociety
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
Zunächst glaubte Bence Viola vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig an einen Zahn eines Höhlenbären, als er das unscheinbare Fundstück vor sich sah. Er hatt es zusammen mit russischen Kollegen in der Denisova-Höhle im Altai-Gebirge gefunden. Doch als der restliche Zahn auftauchte, war klar, dass sie den Zahn eines Ur-Menschen gefunden hatten. Allerdings konnte der Zahn weder von einem modernen Menschen noch von einem Neandertaler stammen, denn dazu war er zu groß. Den Forschern gelang es schließlich, das Erbgut aus dem Zahn zu entschlüsseln und ihre Vermutung zu bestätigen: Er stammt von einer bislang unbekannten Menschenform, die vor mindestens 30.000 Jahren in Asien weit verbreitet waren.
Mehr Infos:
Weder Neandertaler noch moderner Mensch:
www.mpg.de/610845/pressemitteilung201012032 Viele Wege führen nach Asien: www.mpg.de/4427405/migration_asien
siehe auch:
Spuren einer mysteriösen Art – Afrikaner haben Gene von "Geistervorfahren" (Kai Stoppel, n-tv, 29.04.2019)
Der erste Fußabdruck auf dem fünften Kontinent (Post, 21.05.2017)
Knoten im Stammbaum (Kay Prüfer, archaeologie-online.de, 20.12.2013)

Samstag, 3. Juni 2017

Ältester Vormensch lebte möglicherweise in Europa

Die gemeinsame Linie von Schimpansen und Menschen hat sich möglicherweise mehrere hunderttausend Jahre früher getrennt als bislang angenommen: Diese These veröffentlichte ein internationales Forschungsteam um Professorin Madelaine Böhme vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen jetzt in zwei zeitgleich erschienen Publikationen im Fachjournal PLOS One. 

Heute ist der Schimpanse der nächste Verwandte des Menschen. Wann ihr letzter gemeinsamer Vorfahr lebte, ist ein zentrales und sehr umstrittenes Forschungsthema der Paläoanthropologie. Bislang nimmt die Forschung an, dass sich die Linien vor fünf bis sieben Millionen Jahren trennten und die erste Vormenschenart im heutigen Afrika entstand. Nach der Theorie des französischen Paläoanthropologen Ives Coppens von 1994 könnten dabei Klimaveränderungen in Ostafrika eine entscheidende Rolle gespielt haben. Mit der neuen Studie entwirft das Forscherteam aus Deutschland, Bulgarien, Griechenland, Kanada, Frankreich und Australien nun ein völlig anderes Szenario für die früheste Menschheitsgeschichte.
mehr:
- Ältester Vormensch lebte möglicherweise in Europa (ArchäologieOnline, 26.05.2017)

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Friedemann Schrenk, einer der führenden deutschsprachigen Paläoanthropologen, schlug zu Beginn des 21. Jahrhunderts folgende Sprachregelung vor: die Australopithecinen werden als VormenschenHomo habilis und Homo rudolfensis als Urmenschen; alle späteren Arten der Gattung Homo (außer Homo sapiens) als FrühmenschenHomo sapiens als Jetztmensch oder „moderner Mensch“ bezeichnet.[13] Die zeitliche Reihung des Urmenschen vor den Frühmenschen weicht von früheren Gliederungen ab.
Ein einheitlicher Sprachgebrauch ist bis heute nicht zu verzeichnen. So werden in anderer Fachliteratur alle auf die Vormenschen folgenden Arten (vor Homo sapiens) als Urmenschen bezeichnet.[14] Ernst Probst verwendet zum Beispiel im Jahre 2008 Frühmensch im Sinne der von Schrenk eingeführten Gliederung, hier jedoch nur für Homo erectus bzw. Homo heidelbergensis und nicht für den Neandertaler.[15] In Lexika und Schulbüchern des 21. Jahrhunderts werden Urmensch und Frühmenschzuweilen als austauschbare Begriffe verwendet.[9][16]
Der Cro-Magnon-Mensch wird trotz zeitlicher Überschneidung mit späten Vertretern von Homo erectus und dem Neandertaler einhellig als Jetztmensch oder Neumensch bezeichnet.[17][13] Darin spiegelt sich die Zugehörigkeit zum anatomisch modernen Menschen (Homo sapiens) als einziger heute noch existierenden Menschenart. [Urmensch, Mitte des 20. Jahrhunderts bis heute, Wikipedia, abgerufen am 03.06.2017]
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