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Dienstag, 18. Dezember 2018

Peter F. Bringmann – GAMBIT (1987)

In einem Bordell in Marrakesch stirbt ein deutscher Atomforscher, in Bochum führt eine junge Journalistin ein Interview mit einem Rechtsterroristen und in Bonn geht ein gefährlicher Erpresserbrief ein: wenn die Bundesregierung nicht eine Milliarde D-Mark in Gold zahlt, fliegt ein deutsches Atomkraftwerk in die Luft! Scheinbar haben diese drei Ereignisse nichts miteinander zu tun, bei näherer Betrachtung wird jedoch klar, dass sie ein gemeinsamer Hintergrund verbindet. Nachdem die Bochumer Journalistin Sybille Seeger (Despina Pajanou) ein Interview mit dem Terroristen Konrad Stromberg (Max Tidof) geführt hat, kommt es zu einer seltsamen Kette von unheimlichen Ereignissen: Stromberg wird wenig später ermordet, Sybilles Recherchen im Neonaziuntergrund führen sie zu einer weiteren Leiche und ein Abenteurer (Rolf Zacher), der mit den Papieren eines toten Wissenschafters reist, bietet ihr geheime Unterlagen über ein Atomkraftwerk an. Langsam fügen sich alle Puzzleteile zusammen und Sybille sieht klar: sie wittert die Story ihres Lebens, weiß aber auch, dass Sie es mit hochgefährlichen Gegnern zu tun hat, die bereit sind, Tausende von Menschenleben für das Erreichen ihres Ziels zu opfern. Die verbrecherische, rechtsradikale Organisation O. D. I. N. setzt auch bald ein Killerkommando auf sie an ...
mehr:
- GAMBIT (TEIL 1 & TEIL 2) (Krimihomepage)

GAMBIT Teil 1 {1:35:39}

Herbert K.
Am 01.10.2013 veröffentlicht 
Gambit 2 Teiler von 1985, absolut Spitzenfilm.

GAMBIT Teil 2 {1:50:26}

Herbert K.
Am 01.10.2013 veröffentlicht 
Gambit 2 Teiler von 1985, absolut Spitzenfilm.

siehe auch:
- Der GAU und das Mädchen (SPON, 09.02.1987)
- Peter F. Bringmann (Wikipedia)
- Kommentare zur Neuausstrahlung (Wunschliste, "Gambit"-Serienforum, seit 22.05.2004)
- Peter F. Bringmann – S e i n e F i l m e (Deutsches Filmhaus)


Sonntag, 12. März 2017

Atommüll: Risiko wird sozialisiert

Bundesregierung gibt den Konzernen eine doppelte Absicherung, diese klagen dennoch weiter gegen den Atomausstieg 

Mit einer nahezu inhaltsleeren Meldung, die von vielen Zeitungen übernommen wurde, informiert die Nachrichtenagentur dpa am Donnerstagnachmittag, dass die Bundesregierung einen Vertrag mit den deutschen AKW-Betreibern abgeschlossen habe, der die Entsorgung des radioaktiven Mülls regeln soll.

Dieser wurde bisher nicht veröffentlicht, aber im Grunde wurde bereits alles im vergangenen Dezember mit einem kleinen, für die Unternehmen recht vorteilhaftem Gesetzespaket geregelt. Allerdings haben diese noch darauf bestanden, einen öffentlich-rechtlichen Vertrag mit der Regierung abzuschließen.

Durch diesen sind auch künftige Regierungen und Parlamente gebunden, und die Grundlagen der Entsorgungen können nicht mehr ohne weiteres per Gesetz geändert werden. Insbesondere geht es den Unternehmen bei dem Vertrag um die Haftungsfrage, das heißt darum, dem Gesetzgeber die Möglichkeit zu nehmen, die Regelung mit anderen parlamentarischen Mehrheiten zu verschärfen.

Als Gegenleistung für den Vertrag, so hatten die Regierungsfraktionen und offensichtlich auch die Grünen gefordert – die Linkspartei wollte sich von vornherein nicht auf den Deal einlassen –, sollten die Konzerne auf ihre diversen Klagen gegen die Bundesregierung verzichten. Das ist allerdings nicht geschehen oder nur teilweise.

mehr:
- Atommüll: Risiko wird sozialisiert (Wolfgang Pomrehn, Telepolis, 11.03.2017)

siehe auch:
- Rückbau Atomkraftwerke: »Ein gigantischer Griff ins Klo« (Post, 29.07.2016)
- Die zehn schwersten atomaren Unfälle (Post, 25.03.2011)

Doku German Arte - Albtraum Atommüll {1:38:26}


Gilbert Ochsenkühn
Veröffentlicht am 23.07.2016
Dokumentation German Arte Albtraum Atommüll


Beinaheunfall im Kernkraftwerk? Interessiert nicht!

Die Ursache einer im Januar bekannt gewordenen radioaktiven Wolke über Europa scheint auf kein Interesse zu stoßen 

Ende Januar wurde die Öffentlichkeit mit spärlichen Meldungen über eine radioaktive Wolke informiert. Sie enthalte Jod 131 in geringer Konzentration und verteile sich über ganz Europa, wie Strahlenmessungen in Finnland, dann in Frankreich, Spanien und schließlich auch in Deutschland gezeigt hätten.
mehr:
- Beinaheunfall in Norwegen (Detlef zum Winkel, Telepolis, 09.03.2017)

Montag, 2. Januar 2017

Ein Rettungsschirm für Tepco

Die mit dem Fukushima-Unglück verbundenen Kosten wachsen rapide, die Regierung erhöht die zinslosen Kredite auf über 110 Milliarden Euro und denkt über weitere Hilfen nach
Der bereits 2012 verstaatlichte Energiekonzern Tepco, der wegen des Fukushima-Unfalls in die Pleite rutschte und mit Steuergeldern von einer Billion Yen (etwa 10 Milliarden Euro) unterstützt wurde. Vor kurzem wurde berichtet, dass der Konzern weiter mit zinslosen Krediten des Staates "gerettet" werden soll.

Die Abe-Regierung, die darauf drängt, die seit dem Unglück weiter ausgeschalteten AKW wieder anzufahren, ist offenbar bereit, die Atomenergie koste es, was es wolle, als Energiequelle zu erhalten. Die Kredite sollen auf insgesamt 14 Billionen Yen, über 110 Milliarden Euro, angehoben werden, damit der Konzern zahlungsfähig bleibt und die stark ansteigenden Kosten für Entschädigungen und vor allem für die Entsorgung stemmen kann. Die Kosten des Unglücks werden nun auf mehr als 20 Billionen Yen veranschlagt, 2013 war man noch von "nur" 11 Billionen ausgegangen (Die Kosten explodieren).

Wie Japan Times jetzt berichtet, wurden auch die Tepco-Stromkunden mit gestiegenen Stromkosten tatkräftig zur Rettung des Konzerns herangezogen. Seit der Erhöhung der Tarife haben die Kunden 2,4 Billionen Yen, fast 20 Milliarden Euro, zusätzlich an den Konzern gezahlt, um mit dem Fukushima-Unglück verbundene Kosten zu begleichen. So entstanden Kosten in von 25,9 Milliarden Yen, um Anträge auf Schadensersatz zu bearbeiten. 56,7 Milliarden wurden zur Rückzahlung von staatlichen Krediten beiseitegelegt und 41,4 Milliarden für zwei stillgelegte Reaktoren in Fukushima 1 und für die vier Reaktoren von Fukushima 2 sowie für die Wartung der übrigen Reaktoren, die noch nicht wieder angefahren werden konnten. Mit 47,2 Milliarden wurden weitere Maßnahmen in Fukushima 1 wie das Outsourcen der Strahlungskontrolle oder der Inspektion der Geräte für radioaktiv belastetes Wasser bezahlt.

mehr:
- Japans Pro-Atom-Regierung rettet mit immer mehr Steuergelder Tepco vor dem Ruin (Florian Rötzer, Telepolis, 02.02.2017)

siehe auch:
- Rückbau Atomkraftwerke: »Ein gigantischer Griff ins Klo« (Post, 29.07.2016)
- Die zehn schwersten atomaren Unfälle (Post, 23.03.2011)
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Mittwoch, 30. November 2016

Tschernobyl: Ein Verhüterli für 2 Milliarden Euro

Tausende Tonnen Stahl gegen lebensbedrohliche Strahlung: Ein neuer Sarkophag soll 100 Jahre vor den Folgen der Atomkatastrophe in Tschernobyl schützen. Die Ukraine will an dem symbolischen Ort künftig auch auf erneuerbare Energien setzen.


30 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl in der Ukraine haben Spezialisten in einem historischen Schritt die Atomruine mit einer gigantischen Schutzhülle verschlossen. "Yes, wir haben es geschafft", sagte Staatschef Petro Poroschenko bei einem Festakt am Dienstag nahe des havarierten Meilers. Der neue Sarkophag garantiere 100 Jahre Sicherheit vor radioaktiver Strahlung, sagte er.

Hendricks: Probleme nicht gelöst 

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks würdigte die Leistung der Ingenieure, doch seien die Probleme in Tschernobyl damit nicht gelöst. Auch in 100 Jahren sei die Ruine noch eine Belastung für künftige Generationen, warnte sie in Berlin. Deutschland hat sich nach Angaben des Ministeriums mit etwa 200 Millionen Euro am Bau der gigantischen Schutzhülle beteiligt.

Am 26. April 1986 war ein Test in Tschernobyl außer Kontrolle geraten, Reaktor 4 explodierte. Eine radioaktive Wolke breitete sich von der damaligen Sowjetrepublik über Weißrussland und Teile Russlands auch bis nach Westeuropa aus. Bis heute gelten manche Landstriche als verstrahlt. Die neue, mehr als 36.000 Tonnen schwere Schutzhülle gilt als Meilenstein im Kampf gegen die tödliche Strahlung. Sie soll einen Betonsarkophag ergänzen, der von der Sowjetunion nach der Kernschmelze vor 30 Jahren errichtet worden war.

mehr:
- Tschernobyl: Riesige Schutzhülle schließt Atomruine ein (heise News, 29.11.2016)

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Unmittelbar nach dem Unglück und bis Ende 1987 wurden etwa 200.000 Aufräumarbeiter („Liquidatoren“) eingesetzt. Davon erhielten ca. 1000 innerhalb des ersten Tages nach dem Unglück Strahlendosen im Bereich von 2 bis 20 Gray (Gy). Die später eingesetzten Liquidatoren erhielten demgegenüber wesentlich geringere Strahlendosen bis zu maximal etwa 0,5 Gy, bei einem Mittelwert von etwa 0,1 Gy. Die Zahl der Liquidatoren erhöhte sich nach Angaben der WHO in den folgenden Jahren auf 600.000 bis 800.000. Die Zahl ist nicht exakt bezifferbar, da nur 400.000 Liquidatoren registriert wurden und auch deren Daten unvollständig sind. Die Liquidatoren wurden später für ihre Arbeit mit einer Medaille gewürdigt.
Im Frühjahr und Sommer 1986 wurden etwa 116.000 Personen aus der 30-Kilometer-Zone rund um den Reaktor evakuiert. Später wurden zirka 240.000 weitere Personen umgesiedelt. Für die ukrainischen Evakuierten wurde ein mittlerer Dosiswert von 17 mSv (Schwankungsbereich 0,1 bis 380 mSv) errechnet, für die weißrussischen Evakuierten ein Mittelwert von 31 mSv (mit einem maximalen Durchschnittswert in zwei Ortschaften von 300 mSv).
In den ersten Tagen nach dem Unfall führte die Aufnahme von radioaktivem Iod mit der Nahrung zu stark schwankenden Schilddrüsendosen in der allgemeinen Bevölkerung von im Mittel etwa 0,03 bis 0,3 Gy mit Spitzenwerten bis zu etwa 50 Gy. Eine Ausnahme davon bildeten die wenigen Einwohner von Prypjat, die durch die rechtzeitige Ausgabe von Tabletten mit stabilem Jod (Iodblockade) wesentlich geringere Schilddrüsendosen erhielten.
Die nichtevakuierte Bevölkerung erhielt während der mehr als 20 Jahre seit dem Unfall sowohl durch externe Bestrahlung als auch durch Aufnahme mit der Nahrung als interne Strahlenexposition effektive Gesamtdosen von im Mittel etwa 10 bis 20 mSv bei Spitzenwerten von einigen 100 mSv. Heute erhalten die fünf Millionen Betroffenen in kontaminierten Gebieten generell Tschernobyl-bedingte Dosen von unter 1 mSv/Jahr, doch rund 100.000 erhalten immer noch mehr als 1 mSv pro Jahr.
Siehe auchAuswirkung von Strahlenbelastungen [Nuklearkatastrophe von Tschernobyl, Exponierte Personengruppen, Wikipedia, abgerufen am 30.11.2016]
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siehe auch:
- "Yes! Wir haben es geschafft!" (Tagesschau, 29.11.2016)
- Schutzhülle der Superlative für Tschernobyl (Tagesschau, 29.11.2016)
- Tschernobyl: Alle Artikel und Hintergründe (SPON, abgerufen am 30.11.2016)

Vattenfall Werbung [0:33]

SnakeX82X Veröffentlicht am 20.05.2013

mein Kommentar:
Wenn eins sicher ist, dann das menschliche Restrisiko!

E.ON-Chef Dr. Johannes Teyssen vor der Ethikkommission Atomkraft [1:57]

StimmenDerWirtschaft Veröffentlicht am 18.07.2012
Dr. Johannes Teyssen, seit 2010 Vorstandsvorsitzender der E.ON AG, nimmt im April 2011 vor der Ethikkommission Atomkraft Stellung zu wirtschaftlichen und sozialen Aspekten einer "sicheren Energieversorgung".


Herbert Grönemeyer - Kinder an die Macht 1985 [3:20]

fritz5194 Hochgeladen am 03.09.2010

mein Kommentar:

Weiß gar nicht, was Du hast, Herbert, sind sie doch schon!

siehe auch:

- Die zehn schwersten atomaren Unfälle (Post, 25.03.2011)
- Drei Jahre Fukushima – verdrängt und vergessen? (Post, 21.05.2015)
dazu siehe auch:
- Fukushima: Die Kosten explodieren (Florian Rötzer, Telepolis, 28.11.2016)
- Massive Propaganda sorgt für Nein zur Schweizer Atomausstiegs-Initiative (Ralf Streck, Telepolis, 28.11.2016)
- Atomkraft ist ein Irrweg (Mirja Schneemann, Greeenpeace, 14.12.2010)
- Rückbau Atomkraftwerke: »Ein gigantischer Griff ins Klo« (Post, 29-07-2016)
- Bundesumweltministerin: Atomkraft war ein Irrweg (Andreas Wilkens, heise News, 07.04.2016)

Werbung: Sag mal E.ON... | extra 3 | NDR [0:31]


extra 3 Veröffentlicht am 03.12.2014
Risiken auslagern: Das machen ja inzwischen alle. Die Banken haben ihre Bad Banks. E.ON trennt sich von seiner Atom-, Kohle- und Gas-Sparte. Und wir uns von dieser Werbung.


Samstag, 29. Oktober 2016

AREVA, Kernkraft und Profiteure: verschwundene Milliarden…

Anne Lauvergeon (* 2. August 1959 in Dijon) ist eine französische Geschäftsfrau. Sie ist Mitglied in den Vorständen von SuezTotalSAFRANVodafone und der EADS.[1] Seit 2004 wird sie in der Liste der 100 mächtigsten Frauen der Welt des Forbes Magazine geführt. 2008 belegte sie auf der Weltrangliste Platz 8, 2007 Platz 14. In Frankreich gilt sie als Nummer 1 und in Europa belegte sie Platz 3.

Anne Lauvergeon (2009)
2006 war sie die weibliche Vorgesetzte mit den meisten Mitarbeitern weltweit und eine der mächtigsten Frauen weltweit. Anne Lauvergeon sitzt dem Aufsichtsrat der École des Mines de Nancy vor und leitet einen Förder- und Freundeskreis des Institut François Mitterrand. Sie ist Mitglied der französischen sozialistischen Partei. Bekannte Widersacher der streitbaren sozialistischen Managerin sind die konservativen Politiker Thierry Breton und Jacques Chirac, bei einem Sieg der Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal war sie für ein Ministeramt im Gespräch. Einen 2007 angefragten Eintritt in die Regierung Sarkozy lehnte Anne Lauvergeon ab. [Anne Lauvergeon, Wikipedia, abgerufen am 29.10.2016]
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1999 wurde sie Chefin von Cogema und folgte dabei Jean Syrota nach. 2001 wurde Cogema mit Framatome und Siemens­anteilen zu Areva zusammengelegt.
Unter ihrer Führung zeigte der ehemalige Staatskonzern mehr Offenheit, etwa bei der umstrittenen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague.[3] Innerhalb der Areva hat sie den Frauenanteil von 10 auf 20 % erhöht und setzt sich für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein.
Das wichtigste Projekt für Areva ist der neue europäische Druckwasserreaktor EPR. Den ersten Auftrag für einen Reaktorneubau ("Block 3") im finnischen Olkiluoto erhielt AREVA 2003. Der EPR soll die französischen und deutschen Druckwasserreaktorlinien zusammenführen und galt als ein Schlüsselprojekt für eine mögliche europäische Renaissance der Kernenergie[4]. Baubeginn in Finnland war im August 2005. Anne Lauvergeon wurde für Verzögerungen und Probleme bei dieser Entwicklung und der Realisierung verantwortlich gemacht (zu Bauproblemen siehe hier).
Nach der Nuklearunfällen von Fukushima-Daiichi am 11. März 2011 hatten Vertreter der japanischen Opposition wie z.B. Tarō Kōno das Krisenmanagement der Tōkyō Denryoku (Tokyo Electric Power Company – TEPCO) heftig kritisiert und die umgehende Einbindung ausländischer Experten und Ausrüstung gefordert. Zwei Wochen später flog Lauvergeon mit einer Expertengruppe des Kernkraftwerkes Marcoule nach Japan.[5] Lauvergeon schien mit dieser öffentlichkeitswirksamen Aktion ihre Position an der Spitze des Arevakonzerns zu sichern[6][7], nachdem sie zuvor wegen mangelhaften Krisenmanagements unter heftiger öffentlicher Kritik stand[8]. Nachdem Areva im Juni 2011 jedoch für das Jahr 2010 einen operativen Verlust von 423 Millionen Euro bekanntgegeben hatte, musste Lauvergeon auf Entscheidung des Präsidenten der Republik, Nicolas Sarkozy, und entgegen der Empfehlung des Präsidenten des Aufsichtsrats, Jean-Cyril Spinetta, die Leitung von Areva abgeben[9][10]. Der zuständige Fachminister, Éric Besson, bescheinigte ihr eine «gute Bilanz» und gab der Überzeugung Ausdruck, dass Lauvergeons Nachfolger und bisheriger Stellvertreter, Luc Oursel, ihre Strategien fortführen werde[11]. Nach ihrem Ausscheiden bei Areva erhielt Lauvergeon eine Abfindung von 1,5 Millionen Euro, außerdem 319.045 Euro als Ausgleich für Unkosten in der 2.Jahreshälfte 2011 (für Sekretariat, Leibwächter und Sicherheitsdienst)[12] [Anne Lauvergeon, Tätigkeit in der Nuklearindustrie, Wikipedia, abgerufen am 29.10.2016]
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Im Januar 2012 wurde Anne Lauvergeon erstmals verdächtigt, in Betrügereien um die 2004 gegründete und auf den Britischen Jungferninseln registrierte kanadische Bergbau-Gesellschaft UraMin verwickelt gewesen zu sein. Areva hatte UraMin im Jahr 2007 zum hohen Preis von 1,8 Milliarden Euro (aus öffentlichen Mitteln) übernommen, ohne dass dieses Unternehmen bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt jemals Erz gefördert hatte. Lauvergeon hatte den Kauf des Unternehmens seinerzeit gegen den Rat ihrer Mitarbeiter beschlossen[25][26]. Eine von Areva rasch einberufene interne Untersuchungskommission entlastete die ehemalige Präsidentin[27][28]. Für die vermuteten Schmiergeld- und Kick-Back-Zahlungen an Politiker afrikanischer Länder, besonders der Republik Südafrika, in denen Erzminen der Gesellschaft liegen, fanden sich keine Beweise. Umso mehr wurde in der Folge Lauvergeons Ehemann, der auf Mineralerz-Handel spezialisierte Unternehmensberater Olivier Fric, des Insiderhandels verdächtigt, weil er 2007 ein großes Aktienpaket des Minenunternehmens erworben hatte, unmittelbar bevor dieses von Areva übernommen wurde[29]. Gegen Fric wird in diesem Zusammenhang seit 23. März 2016 offiziell gerichtlich ermittelt[30][31].
Der französische Rechnungshof untersucht 2014 Lauvergeons Tätigkeit bei Avera. Er kritisiert Lauvergeon Geschäfts-Aktivitäten, ihre Gehaltsentwicklung, insbesondere eine auf falschen Erfolgsangaben beruhende Gehaltserhöhung[32] sowie insbesondere den Misserfolg des EPR und den Kauf von UraMin. Die beiden letztgenannten Unternehmungen haben den französischen Staat auf Grund der schlechten Vorbereitung durch Areva mehrere Milliarden Euro gekostet[33]. Zu ihrer Rechtfertigung verweist Anne Lauvergeon darauf, dass der Aufsichtsratsvorsitzende Jean-Cyril Spinetta die Bedingungen des Erwerbs von UraMin nicht beanstandet habe und dass die Bilanzen von Areva durch mehrere Wirtschaftsprüfer bestätigt worden seien[34]. Der Rechnungshof eröffnete bezüglich Lauvergeons Geschäftsführung in den Jahren 2007 bis 2010 eine Voruntersuchung wegen «Vorlage oder Veröffentlichung einer ungenauen oder unzuverlässigen Bilanz» und «Verbreitung falscher oder betrügerischer Informationen»[35].
Am 17. Februar 2016 wurde Lauvergeon in der Magazinsendung "Pièces à conviction" des Senders France 3 für die zwischen 10 und 15 Milliarden Euro betragenden Verluste des Areva-Konzerns verantwortlich gemacht[36].
Im Mai 2016 wurde gegen Lauvergeon ein Verfahren wegen «Vorlage oder Veröffentlichung einer ungenauen oder unzuverlässigen Bilanz» eröffnet[37][38].  [Anne Lauvergeon, Die UraMin-Affäre, Wikipedia, abgerufen am 29.10.2016]
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Der französische Atomgigant AREVA ist wirtschaftlich schwer angeschlagen und hat im letzten Jahr über vier Milliarden Euro Verlust eingefahren. Hinzu kommen völlig aus dem Ruder gelaufene AKW-Neubauprojekte in Flamaville und im finnischen Olkiluoto. Erst vor wenigen Wochen kam die nächste Hiobsbotschaft für den Konzern. Materialfehler im Herzstück der Neubauten, den Reaktordruckbehältern, könnten die Projekte zum völligen Desaster machen. Auch Neubau-Aufträge z.B. in China sind betroffen. Damit nicht genug: Arte-TV berichtet nun auch von Ermittlungsverfahren der französischen Staatsanwaltschaft gegen den Konzern, die richtig unangenehm werden könnten und bei denen es um dubiose Geschäfte im Umfang von drei Milliarden Euro bei der Übernahme eines Unternehmens UraMin geht und nicht nur die Firmenspitze betrifft, sondern ein ganzes Netzwerk von Profiteuren bis in die Regierung hinein. Es geht um vermeintliche Uranminen, in denen es aber kein Uran gab. Arte spricht davon, dass es hier um die Enthüllung eines Skandals geht, der sich „in Frankreich zu einer Staatsaffäre auswachsen könnte.“

Krise der Atomkonzerne: Französischer Atomgigant AREVA vor dem Super-GAU
 Atomkonzern AREVA: Krise und Stellenabbau in Deutschland

Dazu ist auf der Seite von ARTE-TV zu lesen: „Die französische Justiz setzt sich nun ernsthaft mit der Areva-UraMin Affäre auseinander. Am 28. Mai hat sie zwei neue Ermittlungsverfahren gegen “Unbekannt” eingeleitet – ein anderes läuft bereits seit April. Das erste Ermittlungsverfahren, das die Bedingungen und Umstände des UraMin-Kaufes betrifft, wurde wegen “Betrugs, Veruntreuung und Bestechung ausländischer Amtsträger” eingeleitet. Das zweite Verfahren wurde wegen der „Verbreitung falscher Informationen, Verwendung oder Vorlage falscher Bilanzen, Machtmissbrauch und der Fälschung von Dokumenten und der Verwendung von gefälschten Dokumenten” eingeleitet und soll sich in erster Linie gegen Anne Lauvergeon richten.“ Lauvergeon ist die ehemalige Chefin der Anfang 2000 neu gegründeten AREVA, die vom Uranbergbau über den Bau von Atomkraftwerken bis hin zur Wiederaufarbeitung und Plutonium tätig ist.

 Atomgigant AREVA schwer angeschlagen – Vier Milliarden Euro Verlust
 Atomkonzerne am Abgrund – “Französischer Atomkonzern Areva ist pleite”
 Rohstoff Uran – Konflikte und Verträge: Niger und AREVA einigen sich
 Französische Atom-Interessen – AREVA in Afrika

Die umfangreiche Recherche ist vollständig samt vieler Videos und interessanter grafischer Darstellungen auf der Homepage von Arte dokumentiert und gliedert sich in vier Episoden, deren „Überschriften“ ich hier gleich zum „anfüttern“ mal übernehme. Zur Einleitung heißt es u.a.: „Alles beginnt 2007: Damals erwirbt der französische Nukleargigant Areva das kleine kanadische Unternehmen UraMin, das in drei afrikanischen Ländern Uranminen besitzt. Diese Transaktion – eine der größten, die in Frankreich seit dem Jahr 2000 getätigt wurde – erweist sich für den von Anne Lauvergeon alias „Atomic Anne“ geleiteten Konzern als finanzielle Katastrophe. Welche Geheimnisse verbergen sich hinter diesem Fiasko? In dieser weltumspannenden Affäre treffen wir auf Staatschefs, Finanzhaie aller Art, zwielichtige Politiker, gescheiterte Industriebosse…“

mehr:
- Atomgigant AREVA am Abgrund: Eine Zeitbombe der französischen Atomindustrie (Dirk Seifert, umweltFAIRändern, 02.06.2015)


Doku Atomic Africa - Dokumentation German [1:28:51]

Veröffentlicht am 25.01.2015

Pièce à conviction - Affaire Areva Uramin 3 milliards en fumée [1:14:12]

Veröffentlicht am 17.02.2016
En 2007, Areva, leader mondial du nucléaire civil, achète Uramin, une petite société minière canadienne, pour 1,8 milliard d'euros. Mais rapidement, les gisements, situés notamment en Namibie et en République centrafricaine, se révèlent inexploitables. Depuis avril 2014, la justice enquête sur cette affaire et sur les 3 milliards d'euros investis par Areva, une entreprise détenue à 87% par l'Etat. Les investigations doivent permettre d'identifier les responsables de ce fiasco, mais aussi de déterminer si cet argent a été détourné. En outre, quel a été le rôle d'Anne Lauvergeon, l'ancienne patronne d'Areva ? Et celui de l'Etat ? En plateau, l'enquête est suivie d'un débat animé par Patricia Loison.
Documentaire réalisé par Pascal Henry
Reportage Monter par Vincent Liger
Pièces à conviction, France 3
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Durch die Nuklearkatastrophe von Fukushima (seit März 2011) geriet die Atombranche in eine schwere Krise. Die Areva-Chefin und -Gründerin Lauvergeon wurde zum 30. Juni 2011 abgelöst.[12] Die französische Regierung teilte mit, dass der Bergbauingenieur Luc Oursel an ihre Stelle treten solle, obwohl Gewerkschaftsvertreter und Abgeordnete sich intensiv für eine dritte Amtszeit der über Jahre sehr erfolgreichen Physikerin und Managerin einsetzten. Als Hintergrund wird ein Konflikt von Frau Lauvergeon mit dem EdF-Direktor (Électricité de France, französischer Staats-Energiekonzern) und Vertrauten des französischen Staatspräsidenten Nicolas SarkozyHenri Proglio, im Jahre 2010 vermutet, in dem sie eine Zerschlagung von AREVA und die Übernahme der Führung über die französische Atomwirtschaft durch die EdF verhindert hatte.[13]
Presseberichten im Herbst 2011 zufolge will der Konzern im Zuge drastischer Sparmaßnahmen an dreien seiner Standorte in Deutschland (Lingen (Ems)OffenbachErlangen) 800 Arbeitsplätze streichen, außerdem eine Fabrik in Dessel (Belgien) schließen sowie den Bau einer Brennelemente-Anreicherungs-Fabrik in Eagle Rock(USA) sowie Projekte zur Urangewinnung in Niger und Namibia verschieben bzw. aufgeben.[14] In diesem Zusammenhang erklärte auch der bisherige Deutschland-Chef Ulrich Gräber seinen Rücktritt.[15]
Ende 2014 gab Areva bekannt, dass der Konzern Verluste schreibt, zudem wurde die Gewinnprognose für 2015 und 2016 zurückgenommen. Daraufhin brach der Aktienkurs um 20 % ein. Hintergrund sind die Verzögerungen bei den laufenden Kernkraftwerksprojekten in Olkiluoto und Flamanville, bei denen die ursprünglich geplante Bauzeiten um einige Jahre verlängert und sich die Kosten von jeweils ca. 3 Mrd. Euro auf etwa 9 Mrd. Euro verdreifacht hatten. Zudem waren durch die weltweite Krise der Kernenergiebranche, die Nuklearkatastrophe von Fukushima und den Atomausstieg Neuaufträge eingebrochen; ein neues Kraftwerksprojekt war zuletzt sieben Jahre zuvor vereinbart worden. Um den Konzern vor der Insolvenz zu bewahren, soll der französische Staat weitere Anteile in Höhe von 2 Mrd. Euro übernehmen, zudem sollen defizitäre Teilbereiche des Konzerns in Bad Banks ausgelagert werden.[16][17][18]
Im Frühjahr 2015 wurde bekanntgegeben, dass der Standort Offenbach bis Mitte 2016 geschlossen wird und die Arbeitsplätze nach Erlangen und Karlstein verlagert werden.[19] Im Juni 2016 war die Verlagerung abgeschlossen.[20][Areva, Krise, Wikipedia, abgerufen am 29.10.2016]
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Areva, de fiasco en scandale d'Etat - Pièces à conviction [45:45]

Veröffentlicht am 16.06.2016
Le magazine « Pièces à conviction » enquête, à charge, sur les volets les plus sulfureux et coûteux du dossier Areva, et le rôle d'Anne Lauvergeon, qui a incarné le nucléaire français durant une décennie.
Documentaire diffusé sur France 3 dans Pièce à Conviction

Pièces à conviction - Uramin-Areva, la suite [21:52]

Veröffentlicht am 21.10.2016
Depuis trois ans, Pascal Henry enquête sur "l'affaire" Areva. A travers des témoignages inédits, "Pièces à conviction" révèle des enjeux politiques, des jeux de pouvoir jusqu'au plus haut sommet de l'Etat et des alliances secrètes entre les différents protagonistes. Le naufrage d'Areva résulte-t-il de mauvais choix ou est-il le fruit d'une opération qui visait à tuer et dépecer le géant français du nucléaire ?
En 2013, Areva a basculé dans la rubrique des faits divers après l'achat en 2007, à prix d'or d'une obscure société minière baptisée UraMin. Une acquisition en Afrique devenue un véritable boulet pour Areva. Mais au-delà d'UraMin, c'est la gestion et l'attitude d'Anne Lauvergeon, présidente du directoire de la multinationale française de 2001 à 2011, qui sont mis en cause.
CAT&Cie Productions

siehe auch:
- AREVA & URAMIN – Eine Zeitbombe der französischen Atomindustrie (Arte.tv, Info, Datum unbekannt)
- Wer gegen sie ist, wird überrannt (Michael Mönninger, ZON, 01.02.2007)
- Areva will weltweit ein Drittel der neuen Kernkraftwerke bauen (Florian Rötzer, Telepolis, 21.12.2007)
- "Atomic Anne" ist wieder da (Hans-Hagen Bremer, Tagesspiegel, 31.03.2011)
- Areva-Chefin Lauvergeon: Frankreichs bekannteste Topmanagerin muss gehen (Holger Alich, Wirtschaftswoche, 16.06.2011)
- Kernenergie: Erhöhte Aktivität (Gero von Randow, ZON; 22.06.2011)
- Deutsche Beteiligung an zweifelhaften EU-Missionen in der Demokratischen Republik Kongo (Christoph, Marischka, Telepolis, 06.07.2011, gefunden bei Informationsstelle Militarisierung e.V.)
- Atomenergie in Frankreich (Gar Nix, Ueberhauptgarnix, 21.07.2011)
- AREVA, EPR und Macht: AREVA Plutonium & Uran töten (nicht nur) in Fukushima (mitwelt, 09.01.2015)
- AREVA: Der tiefe Sturz der französischen Nuklear-Legende (n-24, 28.04.2015)
- Ex-Areva-Chefin Lauvergeon soll EADS-Verwaltungsratschefin werden (ZON, 28.01.2016)
- VIDEO. Pièces à conviction. Anne Lauvergeon, l'ancienne patronne controversée d'Areva (FrancetvInfo, 16.02.2016)
- Der verfängliche Ehemann von Anne Lauvergeon (Arte-Info, 24.05.2016)
- "Lauvergeon schummelt nicht" (Arte-Info, 24.05.2016)
- Uramin: Anne Lauvergeon chez les juges pour une confrontation (le Parisien, 28.09.2016)
- Areva : Anne Lauvergeon chez les juges sur le dossier Uramin (le Parisien, 28.09.2016)
- La justice met en cause un ex-dirigeant d'Areva pour le désastre financier qui a plombé le spécialiste du nucléaire (Reuters, Bussinessinsider.fr, 12.10.2016)
- Uramin : Anne Lauvergeon conteste avoir caché les difficultés d'Areva (La Tribune.fr, 20.10.2016)
- Anne Lauvergeon defends disastrous uranium deal (AFR Weekend, 28.10.2016)

mein Kommentar:

Ich werde den Verdacht nicht los, daß diese angebliche Pleite ein abgekartetes Spiel war: da hat eine Seilschaft gut vernetzter »Leistungsträger« Konkurs in die eigene Tasche gemacht!
Mit großem Genuß zitiere ich aus einem viereinhalb Jahre alten Artikel in der ZEIT:
Gleich zu Beginn der Finanzkrise sah das Magazin der Süddeutschen Zeitung, wie sich ein unheimlicher Penis der Zerstörung erhob. Neben dem Foto eines erigierten Büroturms und unter der moralstickigen Überschrift  Hochmut kommt vor dem Phall schrieb das Blatt: »Die Wirtschaftskrise ist vor allem eine Krise der Männer.« Um in Klammern und kokett hinzuzufügen: »Im Ernst: Wäre Frauen der ganze Mist passiert?« Die einzig sinnvolle Antwort »Klar, warum denn nicht?« fiel dem Autor nicht ein. [Geschlechterverhältnis – Das verteufelte Geschlecht, Christoph Kucklick, ZEIT Online, 08.05.2012, man beachte auch die Kommentare] 

Sonntag, 13. März 2016

Japan: Gericht schaltet AKW ab

Schwerer Rückschlag für Atomlobby zum Fukushima-Jahrestag. In Japan laufen nur noch zwei Reaktoren
Pünktlich zum Jahrestag der dreifachen Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima, die sich heute zum fünften Mal jährt, müssen Japans AKW-Betreiber und die regierende Rechte einen neuen Rückschlag einstecken. Die Japan Times berichtet, dass am Mittwoch ein Gericht die Genehmigung für den Neustart der beiden Reaktoren Takahama 3 und 4 aufgehoben hat. Damit laufen in Japan nur noch zwei Reaktoren und die Bemühungen rund zwei Dutzend der stillstehenden Atommeiler wieder ans Netz zu bringen erhielten einen empfindlichen Rückschlag.

Wie berichtet, war Takahama 3 erst im Januar wieder hochgefahren worden. Reaktor Nummer 4 hätte bereits folgen sollen, doch kam es dort zu einem Kühlwasseraustritt. Das Leck konnte zunächst nicht gefunden werden. Ein ähnliches Problem war im letzten Jahr auch bei einem der beiden jetzt laufenden Reaktoren im AKW Sendai aufgetreten. Diese stehen übrigens am Fuße eines Vulkans.

Gegen das Urteil vom Mittwoch ist Revision möglich, allerdings müssen die Reaktoren zunächst einmal wieder abgeschaltet werden. Der Rechtsweg wird auf jeden Fall viele Monate in Anspruch nehmen. Im letzten Jahr war schon mal eine Neustartgenehmigung, für die beiden Takahama-Reaktoren, von einem Gericht kassiert worden

Die Urteilsbegründung von Mittwoch könnte derweil für andere Fälle in dem erdbebenreichen Land von großer Bedeutung sein, sollte das Urteil nicht von einer höheren Instanz aufgehoben werden. Die Richter folgten nämlich der Ansicht der Kläger, dass die Betreiber ihre Angaben über Erdbebenwahrscheinlichkeiten und Schadensausmaße nicht ausreichend begründet haben. In der Vergangenheit hatte sich wiederholt gezeigt, dass japanische AKW nicht ausreichend gegen starke Erdbeben abgesichert sind.

mehr:
- Japan: Gericht schaltet AKW ab (Wolfgang Pomrehn, Teleplis, 11.03.2016)

siehe auch:
- Fukushima: Nicht einmal für Roboter betretbar (Post, 11.03.2016)


Samstag, 19. Dezember 2015

Von Bombenbauern und Klimaverträgen

Die Energie- und Klimawochenschau: In der Oberpfalz jährt sich der erfolgreiche Widerstand gegen die Wackersdorfer Plutoniumfabrik und in Paris gelang ein diplomatischer Durchbruch
In Paris ist, wie berichtet, am Wochenende die diesjährige UN-Klimakonferenz zu Ende gegangen. Doch bevor wir einen Blick auf ihre Ergebnisse und die zum Teil ausufernde Polizeigewalt in ihrem Umfeld werfen sei an einen wichtigen Jahrestag aus der Geschichte der Anti-AKW-Bewegung erinnert: Am 14. Dezember vor 30 Jahren besetzten 40.000 Demonstranten im oberpfälzischen Wackersdorf den Bauplatz der geplanten WAA.

Hinter diesem Kürzel, das in der zweiten Hälfte der 1988er vermutlich der Mehrheit der Bevölkerung geläufig gewesen sein dürfte, verbirgt sich der etwas euphemistische Begriff einer Wiederaufarbeitungsanlage. Die Franzosen sind da direkter und sprechen von Plutoniumfabrik (usine de plutonium), was die Sache besser beschreibt. Denn in einer solchen Anlage wird aus den in den AKW abgebrannten Brennstäben das Plutonium extrahiert.

Dieses ist ebenfalls höchst radioaktiv und damit als Energielieferant geeignet. Zusammen mit angereichertem Uran wird es zu sogenannten Mischoxid verarbeitet, aus dem wiederum neue Brennstäbe gemacht werden. In Deutschland waren derartige Brennstäbe 2011 in zehn der damals noch 17 Reaktoren im Einsatz. In gewisser Weise erzeugen die AKW damit einen Teil ihres Brennstoffes selbst.

Das hört sich zunächst ganz clever an, doch die Tücken liegen im Detail. Die notwendigen Prozesse sind aufwendig und erfordern nicht nur viel Energie, sondern vor allem auch erhebliche Sicherheitsmaßnahmen. Plutonium ist nämlich zum einen extrem giftig und kann zum anderen aufgrund seiner hohen Radioaktivität schon in kleinsten Dosen Krebs auslösen. Einige Billionstel Gramm reichen dafür, sofern sie inhaliert werden. Hinzu kommt, dass das Plutonium auch für den Atombombenbau geeignet ist.

mehr:
- Von Bombenbauern und Klimaverträgen (Wolfgang Pomrehn, Telepolis, 16.12.2015)
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Samstag, 20. Juni 2015

Bayerns Umgang mit Atommüll: Nehmt's ihr den Dreck

Erst sollen die Baden-Württemberger die Stromtrassen nehmen, die Seehofer nicht haben will, nun will Bayern auch keinen Atommüll lagern: Die bayerische Landesregierung verhält sich zunehmend asozial.
Atommüll? Nach Bayern? Seid's ihr narrisch? "Dreist" sei die Idee, von 26 Castoren, voll mit deutschem Atommüll, ein paar zum Atomkraftwerk Isar zu bringen – so sieht das der Chef der Bayerischen Staatskanzlei persönlich. Wenn die Haltung mal nicht dreist ist.

Seit geraumer Zeit entwickelt der Freistaat einige Fertigkeit, seinen Nachbarn vor die Füße zu kippen, wofür sich Bayern zu fein ist. Mit den ungeliebten Leitungen für Windstrom sollen sich bitte schön die Baden-Württemberger herumplagen - das schöne Bayern würden sie ja doch nur verschandeln. Ökostrom an sich findet die Staatskanzlei zwar nicht schlecht. Aber die Windräder? Bitte nicht bei uns. Entsprechende Verbotsgesetze sind schon verabschiedet. Die Entrüstung über neun Castor-Behälter, die möglicherweise einmal in dem Zwischenlager bei Landshut landen könnten, ist so gesehen die konsequente Fortschreibung desweißblauen Sankt-Florians-Prinzips: Nehmt's ihr doch den Dreck.

Was sich hier entwickelt, ist rücksichtsloser Individualismus in Gestalt einer Landesregierung, ist Politik ohne eine Spur von Gemeinsinn. Bayern ist schön, freilich - das sind aber auch Baden-Württemberg, Hessen, Schleswig-Holstein. Doch alle Schönheit ändert nichts daran, dass in diesem Staat Aufgaben zu schultern sind, die nicht nur regionale Grenzen sprengen, sondern auch die der Generationen. Keine davon ist absehbar so schwierig zu lösen, verlangt so viel Verantwortungsbewusstsein gegenüber einer Vergangenheitstechnologie wie die Bewältigung des Atommülls.

mehr:
- Bayerns Umgang mit Atommüll: Nehmt's ihr den Dreck (Michael Bauchmüller, 19.06.2015)

"Die Atomlüge" - NDR Doku - 23.02.2010 [44:41]

Hochgeladen am 17.03.2011
Bevor dieser Dokumentations-Meilenstein depubliziert wird... hier ein Mirror.
Beschreibung:
Was sagt die Atomwirtschaft zu Reaktorsicherheit und Terrorgefahr? Mit diesen Fragen hat die Autorin Gesine Enwaldt ihre Spurensuche für 45 Min begonnen. Hier bieten wir Ihnen die Doku in voller Länge.

billiger Strom durch Atomkraft? - ZDF WISO [4:04]

Hochgeladen am 03.08.2010
ZDF WISO vom 02.08.2010
Taugt Atomkraft als Brückentechnologie?

AKW Betreiber und die Werbung für Atomkraft - ZAPP 25.08.2010 [6:26]

Hochgeladen am 21.09.2010
Ein Werbe- Schnellschuss der nach hinten losging.
Zapp -- Das Medienmagazin moderiert von Inka Schneider wirft einen kritischen Blick auf die Medien und deren Berichterstattungen. Zapp wird immer Mittwochs nach 23 Uhr ausgestrahlt. Alle Beiträge der letzten Sendungen und weitere Informationen finden sie unter:
www.ndr.de/zapp 

Strahlendes Vermachtnis - 100 000 Jahre Endlagerung [52:02]

Veröffentlicht am 26.03.2012
100.000 Jahre lang muss der anfallende Atommüll sicher verwahrt werden. Im Moment sind es 250.000 Tonnen, die auf eine Endlagerung warten. Wissenschaftler in Finnland und Schweden meinen, eine Lösung gefunden zu haben. Sie wollen radioaktiven Abfall tief unten im Granit lagern. Könnte der finnische oder schwedische Boden eine Lösung für die gesamte europäische Kernindustrie werden?
"Eine verführerische Idee - und wirtschaftlich nachhaltig", sagt Ralf Güldner, Präsident des deutschen Atomforums. 2011 hat sich die deutsche Regierung angesichts der atomaren Katastrophe von Fukushima entschieden, die Kernkraft aufzugeben und die letzten Kraftwerke vor 2022 abzuschalten. Eine Lösung für den atomaren Müll hat sie nicht.
„Strahlendes Vermächtnis - 100.000 Jahre Entlagerung"

Drehbuch & Regie:
Ari Lehikoinen
Vesa Toijonen
Recherche:
Domas Burkauskas
Nadežda Titova
Sirkku Salovaara
Silvia Schulze
Produktion:
Vesa Toijonen
YLE Factual
Kamera:
Ivar Heinmaa
Marku Korpi-Hallila
Jari Pussinen
Juri Zujev
Schnitt:
Sami Antinniemi
Produktionsassistentin:
Nina Varis
Graphik:
Tero Juuti
Musik:
Kimmo Kajasto
Geräusche:
Petri Kettunen
Archivmaterial:
YLE
Ahrens Film
Buyout Footage
Fulmidas Medienagentur
Greenpeace, Moskova
NASA
TVO
Deutsche Bearbeitung:
Christine Peters
Eine Co-Produktion zwischen YLE, dem Bayerischen Rundfunk, SHDM und SVT mit Unterstützung des Scandinavian Cable Fund in Zusammenarbeit mit ARTE.
Copyright der deutschen Fassung: © Bayerischer Rundfunk und ARTE 2012
Diese Sendung wurde zum ersten mal am 06.03.2012 um 22:30 Uhr auf ARTE gezeigt.
Weiter Informationen zur Sendung:
http://videos.arte.tv/de/videos/strah...

An die Veröffentlichung dieses Videos sind keine kommerziellen Ziele oder Absichten geknüpft.

Quarks &Co.: Atommüll Endlager verzweifelt gesucht, WDR 9.11.2010 (1/3) [14:44]

Hochgeladen am 14.11.2010
Was in der Bevölkerung niemand will, ein verlängerter Einsatz der Atomenergie, soll soeben von den augenblicklichen politischen Eintagsfliegen ohne Gewissen und Verstand und mit abenteuerlichen Begründungen skrupellos durchgedrückt werden.
Die tragischen Folgen wird später die Allgemeinheit auszubaden haben.
Ein Beitrag, der einem die Augen öffnet.

Teil 2+3: http://www.youtube.com/watch?v=nfDcbQ...
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auch aufschlußreich:
Monitor 23.7.2009  http://www.wdr.de/tv/monitor/sendunge...
Doku Fukushima pervers Atommafia Staat Yakuza und ihre Lügen Dokumentation [1:04:31]

Veröffentlicht am 02.05.2015
Dies beweist mal wieder wie es in Japan abläuft !! . Filme schauen, Legal Dokumentarfilmen ansehen, Filme sehen, Filme ansehen, Dokumentation kostenlos, Doku. Die Atommafia kann Ministerpräsid.