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Freitag, 5. Juli 2019

Interview der Financial Times mit Wladimir Putin

Vladimir Putin: the full interview {1:30:05}

Financial Times
Am 05.07.2019 veröffentlicht 
The Financial Times is the first major international newspaper to be granted an interview with the Russian leader for 16 years. Here is the exclusive interview with editor Lionel Barber and Moscow bureau chief Henry Foy in full
0:00:08 How has the world changed over the last 20 years?
0:01:49 Has the world become more fragmented?
0:02:27 What do you want to achieve in Osaka?
0:04:31 OPEC oil production agreements
0:07:27 How does Trump compare to other US presidents?
0:10:54 Trump’s criticisms of European alliances
0:15:10 Globalisation vs ‘America First’
0:16:25 Russia and China’s relationship
0:21:02 Danger of tensions between Russia America and China
0:24:05 Arms control
0:26:45 Potential for nuclear agreements
0:28:08 China’s maritime strength
0:30:45 North Korea
0:33:06 North Asia security situation
0:34:42 Has your appetite for risk increased?
0:36:51 Intervening in Syria
0:42:13 Venezuela
0:50:15 Anglo-Russian relations post Skripal
0:55:32 Did what happened in Salisbury send an unambiguous message to anyone who is thinking of betraying the Russian state that it is fair game?
0:57:04 Russia’s economy and foreign exchange reserves
1:04:18 Russia’s macro economic stability - oligarchs
1:06:05 Breakup of the Soviet Union vs China’s anticorruption campaign
1:09:30 Can Russian remain immune to backlashes against the establishment?
1:14:30 Did Angela Merkel make a mistake?
1:18:32 The end of the liberal idea
1:21:15 Religion is not the opium of the masses?
1:21:49 Is now the time for illiberals?
1:24:33 Who do you most admire?
1:26:10 How will your successor be chosen?
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Liberalism 'has outlived its purpose' — President Putin speaks exclusively to the Financial Times {6:42}

Financial Times
Am 28.06.2019 veröffentlicht 
► Read more at https://on.ft.com/2ISuvpm
Russian President Vladimir Putin speaks to FT editor Lionel Barber about foreign affairs and relations with the UK in an exclusive interview at the Kremlin
► Subscribe to FT.com here: http://bit.ly/2GakujT
► Subscribe to the Financial Times on YouTube: http://bit.ly/FTimeSubs
For more video content from the Financial Times, visit http://www.FT.com/video
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Putin On Washington Asking For Russian Help: Americans Are Interesting Folks {5:46}

Russia Insight
Am 14.12.2017 veröffentlicht 
Subscribe to Vesti News https://www.youtube.com/channel/UCa8M...
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Putin Shocked St. Petersburg Forum Participants with Frankness {19:19}

Vesti News
Am 03.06.2017 veröffentlicht 
Subscribe to Vesti News https://www.youtube.com/channel/UCa8M... Things that sometimes with humor, sometimes harshly, said Vladimir Putin today, have already spread to the headlines of the world media. Why does the West sit on our heads and chew bubble gum? Will Russia help break up NATO? Who restricts Germany's sovereignty? All this was said in St. Petersburg. The key event of the International Economic Forum is a plenary session. Participating, in addition to the Russian Leader, are the Prime Minister of India and the President of Moldova. The topic of the discussion is: the main international events, centered on Russia. Reporting, our political correspondent, Pavel Zarubin.

KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld ("Warum schweigen die Lämmer?") {1:38:19 – Start bei 1:14:22}

KenFM   
Am  02.10.2018 veröffentlicht
Video-Text: siehe Link

LIKE THE BOSS Putin: What's It Like To Be The Main Global Villain? I Don't Know, Ask The Villains! {0:57}

Russia Insight    
Am  08.03.2018 veröffentlicht
THIS IS EXCERPT FROM NEW RUSSIAN DOCUMENTARY MOVIE ABOUT PUTIN "THE WORLD ORDER 2018"
SOON WE WILL PUBLISH THE WHOLE MOVIE!
Subscribe to Russia Insight https://www.youtube.com/c/RussiaInsig...

zum Schluß ein journalistisches Glanzlicht von der New York Times – möglicherweise gedacht für all die Rednecks draußen im Lande:
How Russia Is Disrupting the World Order | NYT News {3:16}

The New York Times
Am 16.07.2018 veröffentlicht 
Cyberattacks. “Little green men.” Frozen conflicts. These are just a few of the tactics Russia and its leader, Vladimir V. Putin, have used to try to disrupt the world order.
Subscribe: http://bit.ly/U8Ys7n
More from The New York Times Video: http://nytimes.com/video
---------- Whether it's reporting on conflicts abroad and political divisions at home, or covering the latest style trends and scientific developments, New York Times video journalists provide a revealing and unforgettable view of the world. It's all the news that's fit to watch.

Für die, die es vergessen haben:

Donnerstag, 20. Juni 2019

Feindbild Putin – Gebetsmühlen und Blinde Flecken

Der Westen sollte mit Russland Klartext reden.
Wenn Partnerschaft Gefolgschaft heißen soll, müssen wir leider Gegner sein.

Seit dem Ausbruch des Ukraine-Russland-Konflikts haben Erklärungsmuster im Stil der „neorealistischen“ Schule der Außenpolitik wieder Hochkonjunktur. […]

Gemeinsam ist den neorealistischen Deutungen, dass sie die innenpolitischen Bedingungen und Vorgeschichten internationaler Konflikte meist ausblenden. Aus einem internen ukrainischen Konflikt zwischen alten postsowjetisch geprägten Eliten und neuen, westorientierten Mittelschichten, hinter denen unterschiedliche Wirtschaftsinteressen standen, wurde so ein Interventionsgeschehen – und ein geopolitischer Konflikt zwischen „westlichen“ und „russischen“ Interessen „um“ und „über“ ein ansonsten interessen-, geschichts- und willenloses Stück Territorium, die „gespaltene Ukraine“. Im Falle Russlands trug die neorealistische Deutung dazu bei, dass die innerrussischen Faktoren, welche Präsident Wladimir Putin veranlassten, in der Ukraine militärisch einzugreifen, bis heute systematisch unterschätzt werden.

Unter der Überschrift „Löschen mit Benzin“ machte sich der ranghohe russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschow im April an eine neorealistische Interpretation des darniederliegenden westlich-russischen Verhältnisses. Ihm zufolge ist die „Ukraine-Krise“ direkte Folge eines Ausgreifens von EU-Interessen ins östliche Europa, wo sie eigentlich nichts zu suchen hätten. Dort seien sie, logischerweise, auf russische Interessen gestoßen, die dort etwas zu suchen hätten und dem Vormarsch eine „Grenze“ aufgezeigt hätten. Diese Grenze, das macht Kossatschow im Kontext deutlich, verläuft für Russland auf dem Territorium der Ukraine.

Kossatschow beklagt, dass EU und NATO alle Verständigungspolitik ihren eigenen Expansionsinteressen unterordneten. Dabei vergisst er, dass Russland im Kontext des Minsk-II-Prozesses die bis an die Schmerzgrenze gehende Kompromissbereitschaft seiner Verhandlungspartner ignoriert hat. […]

Denn zum Selbstverständnis Russlands des Jahres 2016 gehört, leider, das russisch-nationale Selbstverständnis von vor 1917, in das die Ukrainer als „Kleinrussen“ eingemeindet waren. Eine souveräne Ukraine mit eigenständiger Außenpolitik und selbstausgesuchten Wirtschaftspartnern passt nicht in dieses Schema. Denn Freiheit der Entscheidung oder gleichberechtigte Partnerschaft mit Russland ist für das „Brudervolk“ aus russischer Perspektive nicht vorgesehen. Das ukrainisch-russische Verhältnis ist aus russischer Sicht nur in einem Unterordnungs-, nicht einem Gleichordnungsverhältnis denkbar – und ein solcher Zustand wird auch für im genuinen Interesse der Ukrainer stehend gehalten. Das Integrationsangebot in der Eurasischen Zollunion, das die Ukraine mit Blick auf das EU-Assoziierungsabkommen ablehnte, hatte einen solchen Aspekt des Unterordnens.

Daher müssen wir in dieser Frage den Dissens feststellen und uns wieder trauen zu sagen: Hier sind wir Gegner. Wir sind nicht Partner, die gemeinsam ihre Interessen über die Köpfe der Kleinen hinweg regeln, sondern Gegner. Dem entspricht paradoxerweise sowohl die russische Wahrnehmung als auch die Motivlage der Balten, Polen und Ukrainer. Die russischen Eliten und ein großer Teil der russischen Bevölkerung sind überzeugt, in der Ukraine habe der Westen den Regimewechsel herbeigeputscht – und im Falle Russland plane er ähnliches. Nichts anderes behauptet auch Kossatschow in seinem Beitrag. Die westlichen Nachbarn Russlands wiederum trieb jene Angst vor Moskau in die NATO, die sich im Fall der Ukraine, die vor 2014 nie in die NATO wollte, als begründet herausstellte: dass nämlich Russland aus einer selbstzugeschriebenen Schutzmachtrolle für bedrohte russische Minderheiten ein Interventionsrecht in Nachbarstaaten ableitet.

Vielmehr sollte man nun feststellen: Die NATO war gegen die Sowjetunion gerichtet, sie wurde von Russland nie anders wahrgenommen, auch nicht in der Zeit des erfolglosen Ausprobierens von vertrauensbildenden Alternativen. Und sie ist jetzt wieder gegen Russland gerichtet, muss es heute zwangsläufig sein. Denn es gibt derzeit in Osteuropa keine gemeinsamen Interessen zwischen dem westlichen Bündnis und Russland, und das Scheitern des Minsk-Prozesses ist der Beleg.

Daher sollte man mit Moskau „Russisch sprechen“, das heißt die gleiche klare, harte Sprache sprechen, welche die Russen uns gegenüber benutzen. Da die Vorleistungen für die Aufhebung der Sanktionen nicht erbracht sind, müssen diese in Kraft bleiben. Da westliche Institutionen Russland aus bestimmten Gründen einstweilen nicht als vollgültiges Mitglied aufnehmen können – für die G8 fehlt ihm die Wirtschaftskraft, für die NATO-Russland-Modelle fehlt das gegenseitige Vertrauen – sollte man diese verlogene Symbolpolitik auch sein lassen. Denn sie wird nicht als Vertrauensbeweis respektiert. Die russische Führung akzeptiert aktuell nur Gefolgschaft oder Gegnerschaft. Ihr Begriff von Partnerschaft deckt sich nicht mit unserem und verlangt Akzeptanz von russischen Einflusszonen in den Ländern, ja, „Dritter“, für die zu entscheiden weder wir, noch die Russen berechtigt sind. Da weder die als Einflusszone auserkorenen Länder noch wir selbst bereit sind, in eine Partnerschaft neorussischen Stils einzuwilligen, nämlich die Partnerschaft als Gefolgschaft, müssen wir leider einstweilen Gegner sein.

Quelle:
Einstweilen Gegner (Anna Veronika Wendland, , IPG-Journal, Internationale Politik und Gesellschaft, 20.06.2016)

Zu dem Artikel einige Leserkommentare: 
Keine Silbe zu den westlichen Beratern und der finanziellen Unterstützung der rechten, ja faschistischen Treiber auf dem Maidan-Platz. Keine Silbe zu den nachvollziehbaren Ängsten der Russen aus ihren gemachten Erfahrungen und den Wortbrüchen aus dem Westen.
[Johann Rösch am 22.06.2016]
Ein plump manichäisches Pamphlet: Westen gut - Iwan böse! Auch von der neo-realistischen Schule malt diese kalte Kriegerin nur ein plattes Zerrbild. Ihre kulturalistische Deutung der russischen Außenpolitik fällt auf die konservative Strömung der russischen Propaganda herein. So doof ist Putin nicht. Von wegen "Brudervolk" - tausend mal wichtigeres Motiv für das russische Vorgehen auf der Krim war es, einen NATO-Flottenstützpunkt in Sebastopol zu verhindern. Die erste Forderung des unter rechtsradikaler Hegemonie erfolgreichen Maidan war nicht nur, die russische Sprache wieder zu diskriminieren, sondern auch den Stützpunktvertrag für die Schwarzmeerflotte zu kündigen.
[Peter Wahl am 22.06.2016]
Zu einer Analyse müsste auch eine Darstellung der USA-Geopolitik, der Rolle seiner Verbündeten und Marionetten gehören, z.B. der nationalistische Irrsinn in Polen, im Baltikum und Teilen der Ukraine. [Uwe Miltsch am 22.06.2016]
Dieser Artikel füllt bildlich gesprochen eine Schale der Waage.
Wird die IPG auch einen Artikel bringen, der die andere Seite differenziert darstellt?
[Jörg Berlin am 22.06.2016]
[…] erwähnt mit keinem Wort, die Konflikte zwischen ukrainischen Oligarchen und den jeweiligen Freikorps mit denen die Herren liiert sind.
Wendland hätte auch erklären können, warum so viele Menschen in der Ostukraine die Kiewregierung fürchten.
Das ist nicht Wissenschaft sondern Agitation.
[Hellmut am 23.06.2016]
Den aggressiven Charakter der us-dominierten Nato zu übersehen bzw. verschleiern, das zeichnet generell die westliche Berichterstattung und auch den Beitrag von Frau Wendland aus: Was in ihrer Argumentation ausgeblendet wird, das sind die strategischen Zielsetzungen des Pentagon, wie sie z. B. von Brzezinski und Friedman (STRATFOR) veröffentlicht worden sind.
Was würde passieren, wenn Russland Kuba oder Mexiko "motivieren" könnte, russische Truppen an der Grenze zu den USA zu stationieren?! Das selbe, wie in der Ostukraine
[Gerd Weghorn am 24.06.2016]
Frau Dr. Wendland lässt – ähnlich wie alle anderen "Experten" – lassen alle Fakten weg, die auch die russ. Seite erklären könnten. Ich empfehle allen, sich mit US-Geopolitik zu befassen (z. B. Wolfowitz, Kagan, Brzezinski, Friedman etc.). Dann wird vielleicht verständlicher, warum man sich in Moskau Sorgen macht. Ich empfehle außerdem einen radikalen Perspektivwechsel: Was würden die USA sagen, wenn Russland einseitig den ABM Vertrag gekündigt hätte, versuchen würde, Kanada und Mexiko als militärische Bündnispartner zu gewinnen, in beiden Ländern Raketenabwehrsysteme installieren würde und regelmäßig seine Marine vor den US-Küsten patrouillieren lassen würde? Das erscheint uns zu Recht völlig abwegig, aber genauso nimmt Moskau das Agieren des Westens wahr. [Dr. Svensson am 26.06.2016]
Wir haben uns trotz 68 als Gesellschaft nicht wirklich emanzipiert. Vielleicht ist es auch eine anthropologische Konstante, dass der Mensch aus einer Art Überlebensstrategie dazu neigt, sich unterzuordnen, um zu überleben und sich und seine Familie nicht zu gefährden. Aber immer mehr Menschen spüren, dass ihr Denken und Handeln von Geheimdiensten, Denkfabriken, Wirtschaftsverbänden, Lobbygruppen etc. manipuliert wird. Leider treibt das die Massen zu den Rechtspopulisten, die aus meiner Sicht nur gefährliche und unbrauchbare Lösungen anbieten. Wir sollten uns im Sinne Kants von den Denkverboten lösen und einen wirklich demokratischen Diskurs führen. [Dr. Svensson am 04.07.2016]
Mein Kommentar:
Erstens:
Anscheinend sind Frau Wendland 
Dort seien sie, logischerweise, auf russische Interessen gestoßen, die dort etwas zu suchen hätten und dem Vormarsch eine „Grenze“ aufgezeigt hätten. Diese Grenze, das macht Kossatschow im Kontext deutlich, verläuft für Russland auf dem Territorium der Ukraine.«) 
folgende CIA-Operationen sind in der Öffentlichkeit weithin nicht bekannt:
- Operation Mongoose (1961-65) und Operation Northwoods (ab 1962, gegen Kuba)
- Operation PBSUCCESS (1954 – vorbereitet durch die False-Flag-Operation Washtub gegen den guatemaltekischen Präsidenten Guzmán)
- Project FUBELT (gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Chiles, Salvador Allende)

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Nachdem Pinochet die Macht ergriffen hatte, sagte US-Außenminister Henry Kissinger, dass die Vereinigten Staaten „es nicht getan haben“ (bezüglich des Putsches selbst), aber dass sie „die größtmöglichen Voraussetzungen geschaffen haben“.[24] Um die Jahrhundertwende veröffentlichte Dokumente zeigen, dass die US-Regierung und die CIA den Sturz Allendes 1970 angestrebt hatten (Project FUBELT). Eine direkte Beteiligung am Putsch von 1973 konnte durch die bisher veröffentlichten Regierungsdokumente nicht nachgewiesen werden. Im Zeitraum vor dem Putsch steigerten die USA ihre Militärhilfe an Chile massiv. Viele relevante Dokumente unterliegen jedoch noch immer der Geheimhaltung.
Die CIA unterrichtete den Bundesnachrichtendienst bereits einige Tage vor dem Umsturz vom geplanten Putsch. Der Bundesnachrichtendienst soll es unterlassen haben, den damaligen Bundeskanzler Willy Brandt davon zu unterrichten. Über Alfred Spuhler, einen Stasi-Spion im BND, gelangte die Information in die DDR. Eine Warnung an Allende aus Ost-Berlin kam jedoch zu spät.[25]
[Salvador Allende, Rolle der USA, Wikipedia, abgerufen am 21.09.2019]
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- Operation Condor (1970/80er Jahre, zusammen mit den jeweiligen Geheimdiensten gegen politische oppositionelle Kräfte in folgenden lateinamerikanischen Staaten: Argentinien, Chile, Paraguay, Uruguay, Bolivien und Brasilien) 
- Operation Charly (1977-85, Argentinien, Guatemala, San Salvador); Ziel: Export sogenannter „Techniken zur sozialen Kontrolle“. Zu diesen Counterinsurgencymethoden gehörten die systematische Anwendung der Folter, der Einsatz von Todesschwadronen sowie die Technik des Verschwindenlassens von Personen.
Nicht zu vergessen die Operationen:
- CHAOS (Überwachung und Bespitzelung von 300.000 Gegnern des Vietnamkriegs sowie von Bürgerrechtsgruppeninnerhalb der USA.[2])
- Mockingbird (geheimes Projekt des Außenministeriums der Vereinigten Staaten zur Medienbeeinflussung in den Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.) und
- Artischocke (Möglichkeiten der Bewusstseinskontrolle vom 20. August 1951 bis 20. April 1953. Vorgängerprojekt war das Projekt BLUEBIRD, Nachfolger das Projekt MKULTRA.[1])
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Deutschland fiel ab 1945 unter besondere Beobachtung der CIA, da die Besatzungszone der Sowjets an die der USA angrenzte und so einige Überläufer zu vermerken und zu erwarten waren. Im Rahmen des Projekts Paperclip warben die USA zahlreiche deutsche Wissenschaftler an, darunter auch ehemalige deutsche KZ-Ärzte, die erwiesenermaßen in großem Stil an den Experimenten mitwirkten. Im Jahre 1952 erhielt CIA-Direktor Allen W. Dulles einen Bericht über die Operation Artischocke, um auch in Deutschland derartige Verhörtechniken an Überläufern anzuordnen.
In der damaligen Villa Schuster am Rande der Stadt Kronberg im Taunus, heute bekannt unter dem Namen Haus Waldhof, fanden Verhöre an Gefangenen statt, bei denen Folter, Drogen und Hypnose angewandt wurden. Aufzeichnungen belegen, wie sowjetischen Agenten Mittel verabreicht wurden, um sie einer Gehirnwäsche zu unterziehen und so Geheimnisse und Informationen zu erlangen.
[Operation Artischocke, Situation in Deutschland, Wikipedia, abgerufen am 21.09.2019]
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Zweitens:
Anscheinend ist Frau Wendland 
(»Eine souveräne Ukraine mit eigenständiger Außenpolitik und selbstausgesuchten Wirtschaftspartnern passt nicht in dieses Schema.«)
der militärische Teil des Assoziierungsabkommens (Artikel 7 und 10) zwischen der Ukraine und der EU nicht bekannt.
dazu siehe:
- Der militärische Teil des EU-Assoziierungsabkommens mit der Ukraine (Post, 21.05.2015)
- Die Ukraine-Krise für den Durchschnitts-Bürger: Unsere offiziellen Russland-Versteher konnten sie angeblich nicht kommen sehen! (Post, 04.07.2014)

Gabriele Krone-Schmalz - Das darf nicht sein - NDR / ZAPP 16.04.2014 {24:12 – Start ab 0:29}

Jörg Cölsmann
Am 16.04.2014 veröffentlicht
Bei der Berichterstattung über den Konflikt zwischen der Ukraine und Russland gäbe es "entlarvende Automatismen", erklärt die Dozentin für Journalistik, Gabriele Krone-Schmalz.
NDR / ZAPP - 16.04.2014 23:20 Uhr
»Ein großer Fehler hat sich eigentlich schon Ende letzten Jahres abgespielt. Man hätte im Zusammenhang mit der Ukraine viel, viel früher, das EU-Assoziierungsabkommen, über das jeder geredet hat, mal erklären sollen. Ich geh’ mal davon aus, daß die meisten unserer Kollegen dieses Abkommen nicht gelesen haben, sonst wären sie möglicherweise über § 7 gestolpert. Darin ist nämlich von militärischer Zusammenarbeit die Rede. Zum Beispiel über Konvergenz auf diesem Gebiet… 
Also: Wir, die Medien, hätten zu einem frühen Zeitpunkt wissen müssen und es auch verkünden müssen, daß dieses Assoziierungsabkommen die Ukraine zerreißt.«

Eine Anmerkung:
Das Assoziierungsabkommen im Wortlaut finde ich nur noch auf österreichischen Servern…
- Vertragstext in deutscher Sprachfassung S. 1-387 (Republik Österreich, Parlament, undatiert – PDF)

Drittens:
Was Frau Wendland meint, wenn Sie sagt:
»Die NATO war gegen die Sowjetunion gerichtet, sie wurde von Russland nie anders wahrgenommen, auch nicht in der Zeit des erfolglosen Ausprobierens von vertrauensbildenden Alternativen.«
ist mir schleierhaft, was sie mit »vertrauensbildenden Alternativen« meint.
Was Putin meint, wenn er vor dem Deutschen Bundestag im Jahr 2001 sagt:
»Trotz allem Positiven, das in den vergangenen Jahrzehnten erreicht wurde, haben wir es bisher nicht geschafft, einen effektiven Mechanismus der Zusammenarbeit auszuarbeiten. Die bisher ausgebauten Koordinationsorgane geben Russland keine realen Möglichkeiten, bei der Vorbereitung der Beschlussfassung mitzuwirken. Heutzutage werden Entscheidungen manchmal überhaupt ohne uns getroffen. Wir werden dann nachdrücklich gebeten, sie zu bestätigen. Dann spricht man wieder von der Loyalität gegenüber der NATO. Es wird sogar gesagt, ohne Russland sei es unmöglich, diese Entscheidungen zu verwirklichen. – Wir sollten uns fragen, ob das normal ist, ob das eine echte Partnerschaft ist.«
kann ich nachvollziehen.

siehe dazu:
Wie Realität hergestellt wird: Ignorieren, Kausalverschiebungen, scheinbare Gewissheiten und Geschichtsklitterung(Post, 05.11.2016)
- Putin stieß auf taube Ohren oder In Propaganda sind die Amis einfach besser… (Post, 14.03.2016)
27 000 PR-Berater polieren Image der USA (Post, 25.06.2014)

Viertens:
Bei der Lektüre dieses Posts bekommt man vielleicht eine Idee, was das mit Putins »harter Sprache« auf sich hat.
Übrigens ist das das, was die US-Falken seit zig Jahren sagen, nämlich, daß die Russen/Sowjets nur eine Sprache der Stärke verstehen.
Und wenn Wendland sagt:
»Die russische Führung akzeptiert aktuell nur Gefolgschaft oder Gegnerschaft. Ihr Begriff von Partnerschaft deckt sich nicht mit unserem und verlangt Akzeptanz von russischen Einflusszonen in den Ländern, ja, „Dritter“, für die zu entscheiden weder wir, noch die Russen berechtigt sind.«,
habe ich das Gefühl, ich bin im falschen Film und kann sie nur noch einmal auf die oben angeführte Liste von CIA-Operationen in Südamerika und Deutschland hinweisen.

Mir kam das Agieren Putins während der Ukrainekrise sehr defensiv vor. Dagegen fühlte ich mich bei der Lektüre der Nachrichten von einem Haufen hysterisch angestochener Politiker und Mainstream-Journalisten umgeben, die nichts anderes zu tun hatten als Schuldzuweisungen zu verteilen und Krokodilstränen zu produzieren.

Die Gelegenheit, zu Russland ein gutnachbarschaftliches Verhältnis aufzubauen ist auf Jahrzehnte hinaus vertan. Für sowas brauchten wir Politiker eines Schlages von Willy Brandt, Egon Bahr oder Olof Palme. Aber die passen wahrscheinlich nicht mehr in die heutige Zeit, und wenn doch, werden sie abgemurkst.
A propos »abgemurkst«:
Ich weiß ja nicht, wie Putin mit einem russischen Assange umgehen würde, aber ich bin relativ sicher zu wissen, wie unsere Medien damit umgehen würden…


aktualisiert am 13.09.2019





Freitag, 1. März 2019

Thomas Röper: Über Putin ist fast alles erlogen

(Echter) Russland-Experte: Über Putin fast alles erlogen - Thomas Röper im Gespräch {56:36}

Hagen Grell
Am 01.03.2019 veröffentlicht 
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▷ Ukraine E-Book : https://kutt.it/JFpZoh
Thomas Röper im Gespräch, Autor von "Vladimir Putin: Seht Ihr, was Ihr angerichtet habt?"
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zum Putin-Interview von Thomas Roth am 29.08.2008 siehe:
KenFM im Gespräch mit: Wolfgang Bittner (Die Eroberung Europas durch die USA) (Post, 21.05.2016)
ARD-Gniffke stellt sich – Und stellt doch nur dem Staatsvertrag ein Bein (DL-Redaktion, Demokratisch – Links, 12.03.2016)
Kanzleramt will Aufklärung über mögliche russische Medienkampagne (Post, 20.02.2016)
Kommentar #22 zu: Ulrich Greiner: Das Leben und die Dinge (Gregor Keuschnig, 23.11.2015 um 10:31)
Unsere Qualitätsmedien: Das sind keine Irrtümer; das sind Lügen, Propaganda und Zensur! (Post, 09.12.2014)
Der Ukraine-Konflikt 4 – Um was geht es eigentlich? (Post, 28.03.2014)
- Der Ukraine-Konflikt 3 – Westliche Naivität oder westliche Machtpolitik? (Post, 25.03.2014)
Das Putin-Interview in der ARD – Kommentare zu Thomas Roths geschnittenem Interview vom 29.8.2008 – Seite 6 der Kommentare auf blog.tagesschau.de (#501 bis #600) (tagesshowblogspiegel, 06.09.2008)
Langfassung des Interviews mit Wladimir Putin "Natürlich haben wir im Rahmen des Völkerrechts gehandelt" (Tagesschau, 02.09.2008)
- Die Behandlung des Putin-Interviews in der ARD – Platz 1 der „Manipulation des Monats“ (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 01.09.2008)

Donnerstag, 12. Januar 2017

Putin, Trump, Geheimdienste, ein Pipi-Video – und die Medien spielen mit!

Was der künftige amerikanische Präsident vor vier Jahren in Moskau in einem Hotel veranstaltet haben soll, könnte seine Privatsache sein - doch ein russischer Geheimdienst soll mitgefilmt haben.

Viele berühmte und reiche Leute, die in Moskau zu tun haben, steigen im Ritz Carlton ab. Im November 2013 verbrachte offenbar auch Donald Trump mindestens eine Nacht in dem Hotel. Von dieser Stelle an wird die Geschichte eklig.

Allerding muss man, bevor man weitererzählt, einige Anmerkungen machen. Erstens: Trump war 2013 noch kein Politiker. Er war Immobilienunternehmer, Hotelbetreiber und Fernsehstar. In Moskau war er, weil er dort die Wahl der "Miss Universe" ausrichtete, einen Schönheitswettbewerb, dessen Rechte er besaß. Er war weder der republikanische Präsidentschaftskandidat, noch gar der President-elect der Vereinigten Staaten.

Zweitens: Es gibt verschiedene Versionen dazu, was Trump in Moskau gemacht oder nicht gemacht hat. Die eine Version stammt aus einem Satz geheimer Dokumente, die seit Monaten in Washington herumgereicht, aber erst jetzt veröffentlich wurden. In diesen Dokumenten sind auf 35 Seiten detailliert die Beziehungen zwischen Trump und Russland aufgeschrieben. Nichts von dem - auch das muss man vorweg sagen -, was in diesen Dokumenten unterstellt wird, ist bislang belegt.

Und: Donald Trump selbst erzählt eine ganz andere Version der Geschichte. Er bestreitet alles, was in diesen Dokumenten steht.

Zurück nach Moskau im November 2013. Glaubt man den Dokumenten, dann passierte damals dies: Trump mietete sich im Ritz Carlton die Präsidententensuite und heuerte russische Prostituierte an, die für ihn eine Orgie auf diesem Bett veranstalteten. Die Einzelheiten sind unappetitlich, in den Dokumenten ist von "goldenen Duschen" die Rede, was, grob gesagt, Urinieren beim Sex bedeutet.

Wie gesagt: eklig, in den Augen der meisten Menschen vielleicht pervers, im Großen und Ganzen aber die Privatsache eines reichen Mannes, der in Moskau die Sau rauslässt.
Allerdings - und da wird die Sache politisch - sollen russische Geheimdienste Trumps Orgie mitgefilmt haben. Wenn das stimmen sollte, dann ist die russische Regierung in Besitz eines Videos, das den künftigen amerikanischen Präsidenten mit Sexarbeiterinnen zeigt. Eine heikle, weil kompromittierende Angelegenheit.
mehr:
- Hätte Putin Trump in der Hand - wegen eines heiklen Videos? (Hubert Wetzel, SZ, 12.01.2017)

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Siehe auch„Vorwürfe geheimer Absprache mit russischen Behörden“ im Artikel Donald Trump
Steele begann seine Untersuchung der Kontakte zwischen Trumps Wahlkampfteam und russischen Stellen im Juni 2016 im Auftrag der in Washington, D.C.ansässigen Firma Fusion GPS. Fusion GPS war von Personen aus der Demokratischen Partei dafür bezahlt worden, nachdem die Firma bereits seit Anfang 2016 – damals für einen Republikaner im Rahmen des parteiinternen Vorwahlkampfs – belastendes Material gegen Trump gesammelt hatte; Steele hatte für andere Auftraggeber zuvor russische Einflussnahmen auf europäische Wahlen untersucht. Bereits im Juni 2016 verfasste Steele einen Bericht, in dem er auf die jahrelangen Bemühungen Präsident Putins einging, Trump zu umwerben; dieser gelangte nach der Democratic National Convention im Juli über Mittelsmänner an das FBI und Geheimdienststellen, nachdem erste gehackte E-Mails der Parteiorganisation der Demokraten (DNC) veröffentlicht worden waren. Das FBI hatte Ende Juli 2017 eigene Ermittlungen in der Sache einer möglichen Kollusion zwischen Trumps Team und russischen Behörden aufgenommen; im Oktober vereinbarte Steele mit dem FBI, dass dieses ihn für seine fortgesetzte Arbeit an dieser Untersuchung zahlen solle, da sein Auftraggeber aus den Reihen der Demokraten die Finanzierung Steeles vor dem Wahltag einstellen wollte. Es kam allerdings nicht zu einer solchen Bezahlung durch das FBI.[16]
Laut Steeles Dossier soll die russische Regierung Trumps Wahlkampf unterstützt haben. Außerdem sollen russische Behörden über kompromittierende Beweise von Trumps Verhalten verfügen, welche benutzt werden könnten, diesen zu erpressen.[17] Dem Trump-Dossier nach soll Igor Setschin, Chef des russischen Mineralölunternehmen Rosneft, Trump einen 19-Prozent-Anteil an dem Ölkonzern im Gegenzug für die Aufhebung der Sanktionen geboten haben. Setschin habe das Angebot Wahlkampfmanager Carter Page in Moskau unterbreitet. Gegen Setschin und den Ölkonzern waren Sanktionen in Kraft, die die Vorgängerregierung von Barack Obama 2014 im Zuge der Krimkrise verhängte.[18]
Eine zweiseitige Zusammenfassung des 35-seitigen Dossiers wurde einem Dokument beigefügt, mit dem der noch amtierende US-Präsident Obama und der gewählte Präsident Trump Anfang Januar 2017 über den Stand der Ermittlungen in der Russland-Affäre informiert wurden. BuzzFeed machte das vollständige Dokument, am 10. Januar der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich, was für weltweites Aufsehen sorgte.[19]
Donald Trump bezeichnete am 12. Januar 2017 Steele als „gescheiterten Agenten“ („failed spy“).[20] Am 16. Januar 2017 forderte er, dass Großbritannien gegen Steele ermitteln soll.[21] Der russische Außenminister Sergei Lawrow bezeichnete in einer Pressekonferenz Steele als „davongelaufenen Gauner“ („runaway crook“).[22]
Andrew Woodbritischer Botschafter in Moskau von 1995 bis 2000, war von dem Dossier „derart beunruhigt“, dass er Senator John McCain während des Halifax International Security Forums in Kanada am 18. November 2016 darauf ansprach.[23] Wood soll den genauen Inhalt des Dossiers zwar nicht gekannt, sich aber in dem Gespräch für Steeles Professionalismus und Integrität verbürgt haben.[24] Gegenüber der Zeitung The Times erklärte Wood, das Dossier „habe Informationen bestätigt, die er anderswo gehört habe, und ihnen müsste nachgegangen werden, denn wenn sie stimmen, wäre der künftige US-Präsident erpressbar“.[25] Über seinen ehemaligen Mitarbeiter Steele sagte Wood in einem Interview mit CBS News, dass dieser ein „rechtschaffener Fachmann“ („an honest professional“) sei.[26]
Anfang Februar 2018 gab Präsident Trump ein vierseitiges Memorandum zur Veröffentlichung frei, das Devin Nunes (Republikaner) als Vorsitzender des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses verfassen ließ. Das Schriftstück soll die FBI-Untersuchung gegen Präsident Trump diskreditieren, indem es darlegt, dass die Überwachung von Trumps Wahlkampfmitarbeiter Carter Page ohne das Steele-Dossier nicht vom FBI beantragt worden wäre, aber die Finanzierung des Dossiers dem zuständigen Gericht verschwiegen worden sei.[27] Auch legt es nahe, die FBI-Untersuchung hätte mit den Informationen von Christopher Steele begonnen und nicht mit denen von Trumps Wahlkampfberater George Papadopoulos.[28]
Nach der Veröffentlichung des FBI-Antrags im Juli 2018 zeigte sich, dass Nunes in dem Memo Fakten und Zusammenhänge grob falsch dargestellt hatte und die zentralen Anschuldigungen keinerlei Grundlage hatten.[29]
Der republikanische Kongressabgeordnete Trey Gowdy erklärte am 6. Februar 2018, möglicherweise habe der enge Vertraute der Familie Clinton Sidney Blumenthal Informationen, die in das Dossier gelangten, an Steele weitergegeben.[30]
[Christopher Steele, Trump-Dossier, Wikipedia, abgerufen am 25.08.2019]
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Die Russlandaffäre um Donald Trump gewinnt an Brisanz. Die Republikaner versuchen, die Ermittlungen zu bremsen - doch neue Details über das berüchtigte "Steele-Dossier" belasten den US-Präsidenten.

Es war so spektakulär und anzüglich, dass es kaum jemand wörtlich zu zitieren wagte: Vor einem Jahr veröffentlichte die US-Website "BuzzFeed" das berüchtigte "Steele-Dossier", einen unbestätigten Geheimbericht über angebliche Russlandkontakte Donald Trumps. In seiner Notizensammlung erhob der britische Ex-Agent Christopher Steele haarsträubende Vorwürfe gegen Trump, nur zehn Tage vor dessen Amtseinführung. Erpressbarkeit war dabei nur die harmloseste Anschuldigung.

Das 35-seitige Dossier, das auch dem FBI vorlag, wurde zur Bibel des Trump-Widerstands – und zum roten Tuch für die Anhänger des Präsidenten, der es bis heute als "Fake News" bezeichnet. Seither verschwand die Akte aber aus dem Bewusstsein der meisten Amerikaner – ein Mythos, über den man nur tuschelte. 
Bis jetzt. Diese Woche drängte sich das "Steele-Dossier" wieder in den Mittelpunkt der Debatte. 

Grund: die Aussage des Mannes, der das Dossier in Auftrag gegeben hatte. Glenn Simpson, Chef der Detektei Fusion GPS, trat schon im August hinter verschlossenen Türen als Zeuge vor den Justizausschuss des Senats, doch die Republikaner hielten das Transkript unter Verschluss. Warum, wird klar, wenn man sich durch die 312 Seiten kämpft, die die Demokratin Dianne Feinstein jetzt im Alleingang freigab – ausgerechnet, als zugleich bekannt wurde, dass Robert Mueller, der Russland-Sonderermittler, Trump vielleicht sogar persönlich verhören will. Auch wenn der Präsident seine Bereitschaft dazu jetzt einschränkte.
mehr:
- "Steele-Dossier" über Trump: "Von einer feindlichen Staatsmacht kompromittiert" (Marc Pitzke, SPON, 11.01.2018)
zum Steele-Dossier (auch »Trump-Dossier« genannt) auch:
“Nervengift!”, “Kampfstoffe!” Russen!” (broeckers.com, 05.04.2018)
- 'Buzzfeed' hat einen Ex-FBI-Agenten engagiert, um die Existenz von Trumps "Pipi-Tape" zu beweisen (vice.com, 14.02.2018)
siehe auch:
Der Mueller-Report, die Alfa Bank und der tiefe Staat (Peter Dale Scott, Übersetzung ins Deutsche von Lars Schall, Lars Schall, 02.05.2019 – Original bei tlaxcala-int.org)
Groteskes politisches Spiel nach dem Trump-Putin-Treffen (Florian Rötzer, Telepolis, 21.07.2018)
"Russland-Dossier" über Trump: Vorwürfe gegen Hillary Clinton und die Demokraten (Thomas Pany, Telepolis, 25.10.2017)
- These Reports Allege Trump Has Deep Ties To Russia (Ken Bensinger, Miriam Elder, Marc Schoofs, BuzzFeed News, 10.01.2017 – Google-Übersetzer funktioniert oft nicht)

„Da der britische Staat eine mehrere Millionen teure, illegale Überwachungsoperation gegen meine Besucher betreibt, die von den Hi-Tech-Überwachungskameras aufgezeichnet werden, die an gegenüberliegenden Gebäuden angebracht wurden, bin ich sicher, dass es ihnen gefallen wird, die Frage zu beantworten, ob Mr. Farage mich im Jahr 2016 besucht hat.“ hat Assange im Januar 2018 getweetet. [210]
Dies war die Entgegnung zu einer Zeugenaussage im Kongress, die der frühere Wallstreet Journal Reporter Glenn Simpson machte, dessen Firma Fusion GPS für das verrufene Steele-Dossier verantwortlich ist. Hier ist seine Aussage [211] vor dem Geheimdienstausschuss:
Mir wurde berichtet und ich habe es nicht bestätigt, dass Nigel Farage öfter in der ecuadorianischen Botschaft war, als nur das eine Mal, von dem die Zeitungen berichten, und dass er Daten an Julian Assange geliefert hat.“
„Mir wurde berichtet und ich habe es nicht bestätigt.“ Von dem GPS-Fusion-Typen, mitten in einer Verleumdungskampagne des ecuadorianischen Geheimdienstes. OK, vergesst es.Das völlige Fehlen von irgendetwas Greifbarem hat Russiagate-Deppen wie Seth Abramson, Marcy Wheeler [212] und den üblichen Aufmarsch von konspirativen Mainstreampresse-Krämern nicht davon abgehalten, es für bare Münze zu nehmen, statt es für unbestätigtes Hörensagen eines Typen zu behandeln, der seinen Durchbruch zur Berühmtheit in Verbindung mit einem berüchtigten Dossier hatte, welches komplett vom Mueller-Bericht widerlegt wurde.
Die Antwort des Guardian auf Rachel Maddow, Carole Cadwalladr, nahm diese komplett ausgedachte Verbindung zwischen Assange und Farage und schaufelte sie in das durchschnittliche britische Bewusstsein mit Artikel [213] über Artikel [214] über Artikel [215], gefüllt mit konspirativen Andeutungen und Verdrehungen, und die Verleumdung ging in Fleisch und Blut über. Cadwalladr hat eine solide Liste von Gelegenheiten, zu denen sie unehrliche und unprofessionelle Strategien [216] einsetzte, um WikiLeaks absichtlich zu verleumden.
Man sieht also, dass dies ein weiteres Beispiel dafür ist, Halbwahrheiten und pure Erfindungen in einer Art zu verbinden, die Assange unglaubwürdig und schrecklich erscheinen lassen, diese unermüdlich zu wiederholen und zu verbreiten, bis dann der „Wahrheitseffekt“ [217] einsetzt.
[Moritz Müller, Neue Anklagepunkte gegen Assange werfen Fragen zur Pressefreiheit auf, und eine detaillierte Antwort auf Gerüchte über Assange., NachDenkSeiten, 24.05.2019]

Der SZ-Redakteur Hubert Wetzel garniert sein Elaborat gern mit Sätzen wie "Nichts ist bewiesen, aber die Details reichen klar, um die Dienste in Alarm zu versetzen." Der erste Teil des Satzes muss als eine Art Rückversicherung gewertet werden. Der zweite Teil, die Berufung auf ungenannte aber alarmierte "Dienste", ist der schlichte Versuch, ausgerechnet interessengesteuerte Geheimdienste als "Beweis" einzuführen. Erst recht gilt das für den nächsten Satz, in dem das Wort "scheinen" nur eine Feigenblatt-Funktion erfüllt: "Damit scheinen die Dokumente genau das zu bestätigen, was die US-Geheimdienste seit Monaten befürchten: Dass die russische Regierung versucht hat, die amerikanische Präsidentenwahl zu manipulieren, um den verhassten Westen zu schwächen." Wetzels Dokumente liegen nicht vor, eine überprüfbare Quelle wird nicht genannt. Genau deshalb hält Gellermann die Machart des SZ-Artikels für "postfaktisch".

Immer wieder benutzt der SZ-Autor dieselbe Masche: "Allein die Tatsache, dass eine Information in die Briefing-Unterlagen für den US-Präsidenten aufgenommen wird, gibt dieser Information jedoch zumindest einen Hauch von Authentizität." Das ist der Satz, der die "Echtheit" der Quelle unterstellen soll. Mit dem nächsten Satz nimmt Hubert Wetzel zwar nichts zurück, aber er sichert sich ab: "Vielleicht sind die Dokumente nur eine Ansammlung kruder Gerüchte, vielleicht stimmen aber auch alle Informationen." Das beklagt Gellermann als eine JA-Aber-Methode, in der das Wort "Vielleicht" nur zur Verschleierung dient. Es sind dubiose Formulierungen wie "Glaubt man dieser Darstellung, dann ist Trump nicht nur wegen des Sexvideos erpressbar, sondern als Politiker kaum mehr als eine Marionette von Präsident Wladimir Putin", die den Duktus des Artikels ausmachen. Nach Gellermann verkommt hier der Konjunktiv zum Sprachwerkzeug der Meinungsmache. 
 
[Ulli GellermannMedien-Konzern verfolgt Blogger strafrechtlich, Rationalgalerie, 11.06.2018 – Kursivsetzung durch mich]

Beeindruckende Beispiele aus unseren Leitmedien, die ganz ähnlich gestrickt sind: 
zuletzt aktualisiert am 25.08.2019