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Dienstag, 13. Oktober 2020

Maaßen zum Breitscheidplatz-Anschlag: Alle haben Schuld, nur der Verfassungsschutz nicht

Die Vernehmung des früheren BfV-Präsidenten im Untersuchungsausschuss des Bundestags zeigt immerhin, dass die Causa Amri ganz oben angesiedelt war

Die Frage sei nicht mehr, ob der frühere Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) Parlament und Öffentlichkeit belogen habe, sondern: Warum. Das sagte die Abgeordnete der Linksfraktion im Bundestag, Martina Renner, im Rahmen der Fraktionsstatements vor Beginn der Sitzung des Untersuchungsausschusses gegenüber der Presse.

Nach dem Anschlag vom 19. Dezember 2016 hatte Hans-Georg Maaßen mehrfach erklärt, Anis Amri, in offizieller Lesart der Attentäter, sei ein "reiner Polizeifall" gewesen, der Verfassungsschutz sei höchstens am Rande mit ihm befasst gewesen. Diese Darstellung pflegen BfV-Verantwortliche im Grundsatz bis heute. Im Ausschuss dagegen herrscht weitgehende Einigkeit, dass die These vom reinen Polizeifall "komplett widerlegt" (Fritz Felgentreu, SPD) sei.

Damit war die Front gezogen, entlang der Maaßen vernommen werden sollte. Das Grundproblem ist allerdings: Der Ausschuss kann inzwischen zwar darlegen, wie der Anschlagskomplex Breitscheidplatz und seine Hintergründe nicht waren. Aber wie es sich tatsächlich abgespielt hat, das bleibt im Dunklen. Und zwar nicht zuletzt auch dadurch, dass den Abgeordneten verweigert wird, Führungsbeamte von V-Leuten in der Szene zu vernehmen.

Das lässt den Geheimen Spielraum. Und Maaßen nutzte ihn in geradezu schamloser Weise. Dazu gehörten zunächst sogar Aussagen aus seiner politischen Agenda. Er verknüpfte islamistisch motivierten Terrorismus mit der Flüchtlingsbewegung und erklärte vor allem muslimische Männer zu einem Sicherheitsrisiko.

Mit Flucht, offenen Grenzen und dem Recht auf Schutz und Asyl hatte der Anschlag vom Breitscheidplatz in Berlin nichts zu tun. Die Tätergruppierung bestand nach allem, was man inzwischen weiß, mutmaßlich aus einem "deutschen" Teil in und um die Berliner Fussilet-Moschee sowie einem "ausländischen, tunesischen" Teil professioneller reisender Dschihadisten. Hinzu kommt ein bislang unbekannter dritter Teil von Personal des Sicherheitsapparates.

Maaßen, in Desinformationspolitik geübt, operierte im Ausschuss nach dem Motto "Haltet den Dieb!" und verteilte umfangreich Schuldzuweisungen an andere Stellen. In einer Mischung aus Wahrem und Unwahrem proklamierte er in rhetorischer Weise: Wie habe es sein können, dass sich Amri in Italien nach seiner Haftentlassung frei bewegen konnte; dass er dann nicht aus Deutschland nach Italien zurückgeschoben wurde; dass er nicht in Abschiebehaft kam; dass keine räumliche Aufenthaltsbeschränkung für ihn verhängt wurde; dass man hinnahm, dass sich Tunesien mit der Ausstellung der Papiere Zeit ließ; dass nicht der Botschafter des Landes einbestellt wurde; dass Amri nicht verboten wurde, ein Smartphone zu benutzen; dass Amri nicht in Haft genommen wurde; dass er am 19. Dezember 2016 noch in Deutschland gewesen sei. Das mache ihn fassungslos.
mehr:
siehe auch:
- xxx (Post, )
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Montag, 22. Juni 2020



Weder SRF, ARD noch ZDF informierten über neue Zeugenaussagen im Gerichtsverfahren in Spanien. Arte sendete eine grosse Reportage.

Die US-Administration liess bislang keine Gelegenheit ungenutzt, das Leben des WikiLeaks-Gründers zur Hölle zu machen. Seit Jahren führt sie einen schonungslosen Kampf gegen Julian Assange. Selbst in der ecuadorianischen Botschaft in London spähten die US-Geheimdienste Assange aus. Infosperber hatte in drei Teilen darüber berichtet. In die Botschaft war Assange 2010 geflüchtet, um einer Auslieferung an die USA zu entgehen.

Ende Juni informierte der deutsch-französische Kultursender Arte in der Reportage «Grossbritannien: Global Assange» ausführlich über die Bespitzelung Assanges. Die beiden Arte-Journalisten und Filmemacher Étienne Huver und Marina Ladous recherchierten seit diesem März zur Affäre. Sie sprachen mit mehreren involvierten Personen. Darunter mit Rafael Correa, dem Ex-Präsidenten von Ecuador, Aitor Martinez, dem spanischen Anwalt Assanges, Fidel Narváez, dem ehemaligen ecuadorianischen Konsul in London sowie auch mit John Shipton, dem Vater von Assange.

Zur Erinnerung: Vergangenen Sommer reichte Julian Assange in Madrid gegen David Morales, den CEO der spanischen Sicherheitsfirma UC Global, Strafanzeige ein. Morales hatte im Auftrag der US-Geheimdienste den WikiLeaks-Gründer in der ecuadorianischen Botschaft in London ausgespäht. Mittlerweile führt die spanische Justiz ein Untersuchungsverfahren. Ebenso wie Infosperber haben sich auch die Arte-Journalisten die spanischen Gerichtsdokumente beschafft.

mehr:
- Arte greift CIA-Bespitzelungen von Julian Assange auf (Rafael Lutz, Info-Sperber, 24.07.2020)
siehe auch:
- Großbritannien: Global Assange (Arte, vom 22.06.2020 bis 24.06.2023 in der Arte-Mediathek)
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Sonntag, 21. Juni 2020

Vault 7:
Was macht die CIA in Frankfurt? – Dummheiten!


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Vault 7 ist eine Reihe von Dokumenten, die WikiLeaks am 7. März 2017 zu veröffentlichen begann. Sie beschreibt die Aktivitäten und Fähigkeiten der Central Intelligence Agency der Vereinigten Staaten zur Durchführung von elektronischer Überwachung und Cyber-Kriegsführung detailliert. Die Dateien, die von 2013 bis 2016 datiert sind, enthalten Details zu den Softwarefunktionen der CIA, wie z. B. die Möglichkeit, Autos, Smart TVs, Webbrowser (einschließlich Google ChromeMicrosoft EdgeMozilla Firefoxund Opera Software ASA), und die Betriebssysteme der meisten Smartphones (einschließlich Apple iOS und Google Android) sowie andere Betriebssysteme wie Microsoft WindowsmacOS und Linux zu kompromittieren.[1] Die CIA zeigte sich besorgt über die Veröffentlichungen,[2] ging aber von der Echtheit der veröffentlichten Dokumente aus.Im Juni 2018 wurde Joshua Adam Schulte angeklagt, die geheimen Dokumente an Wikileaks weitergeleitet zu haben.[3]
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Vault 7, Wikipedia, abgerufen am 21.06.2020]
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Vor drei Jahren machte Wikileaks jede Menge brisanter Dokumente und Hacking-Werkzeuge der CIA öffentlich. Die hatte sie nur unzureichend gesichert.

Die Hacker hinter dem Diebstahl von "Vault 7" konnten die Hackingwerkzeuge der CIA nur erbeuten, weil die US-Agenten es für wichtiger erachteten, Cyberwaffen zu bauen, als ihre eigenen Systeme abzusichern. Das ist das Ergebnis einer internen Untersuchung der Vorgänge, die letztlich zur Veröffentlichung des CIA-Arsenals auf Wikileaks führten, berichtet die Washington Post. Der Report wurde demnach im Oktober 2017 für den damaligen CIA-Chef Mike Pompeo erstellt. Eine zensierte Fassung konnte die US-Zeitung nun einsehen. Darin komme teilweise deutliche Kritik zum Ausdruck.

Verlust wäre übersehen worden

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte im Frühjahr 2017 begonnen, unter dem Codenamen Vault 7, interne CIA-Dokumente zu veröffentlichen. Darin ging es um Tipps, um jede Menge IT-Geräte zu kompromittieren, also beispielsweise heimlich die Kameras in smarten Fernsehgeräten zu aktiveren. Öffentlich wurden auf diesem auch Werkzeuge des US-Geheimdiensts, um Schadecode-Programme einsatzbereit zu machen, dessen Herkunft zu verschleiern und falsche Fährten zu mutmaßlichen Hackern zu legen. Das war zwar nicht so brisant wie die Snowden-Enthüllungen, trotzdem handelt es sich um eines der wichtigsten Leaks der vergangenen Jahre.

Wie die Washington Post nun unter Berufung auf den Untersuchungsbericht schreibt, hätte die CIA ohne die Wikileaks-Veröffentlichung möglicherweise nicht einmal etwas von dem Diebstahl mitbekommen: "Wären die Daten zugunsten eines anderen Staates entwendet oder nie veröffentlicht worden, wüssten wir eventuell immer nichts von dem Verlust", zitiert die Zeitung den Bericht. Außerdem werde darin kritisiert, dass der Geheimdienst zu langsam auf andere Leaks reagiert habe – offenbar eine Anspielung auf die NSA-Dokumente, die Edward Snowden öffentlich machen konnte. Bei der CIA sei beispielsweise die Nutzung von USB-Sticks nicht effektiv kontrolliert worden und historische Daten seien unbefristet zugänglich gewesen.[…]

mehr:
Also jene Methoden, um Russen die Schuld zuzuschieben […]
[Kommentar von Michael aus LU, 16.06.2020 17:25]


siehe auch:
DIE ANDEREN DINGE, DIE DIE PRESSE VERPASST HAT, INDEM SIE DIE IN DER STAATSANWALTSCHAFT VON JOSHUA SCHULTE OFFENBARTEN DETAILS IGNORIERT HABEN

Die WaPo erhielt eine Kopie des Berichts der WikiLeaks Task Force, der als Beweis in der Joshua Schulte von Ron Wydens Büro eingeführt wurde, und erklärt den vernichtenden Bericht vier Monate nach seiner Veröffentlichung als „neu“. (Hinweis: WaPo gibt nicht bekannt, dass InnerCity Press diesen Bericht vor Monaten veröffentlicht hat, nachdem er für seine Veröffentlichung gekämpft hat.)
 
Wenn es sich bei dem Bericht um Nachrichten handelt, ist dies ein Beweis für alle Nachrichten aus dem Prozess, die nicht gemeldet wurden
Der Bericht ist vernichtend. Aber es beschreibt, was jede Nachrichtenagentur, die den Prozess genau behandelte, in Echtzeit berichtet hätte (sowie die Beweise, dass eine nach der anderen Schulte-Ablehnung durch Beweise widerlegt wurde, die bei der Verhandlung eingereicht wurden), und als solche ist dies ein Geständnis, das neben einigen vorübergehenden Berichterstattung, nur wenige nationale Sicherheitsjournalisten berichteten über diesen Prozess und all seine alarmierenden Enthüllungen. 
Die Studie hat gezeigt, dass Schulte Anfang Mai 2017 versucht hat, sicherzustellen, dass 1 TB Daten ordnungsgemäß übertragen wurden, und dann zwei TB-Laufwerke gelöscht hat. In diesem Bericht zu Beginn der Untersuchung wird bewertet, dass Schulte „mindestens 180 Gigabyte bis zu 34 Terabyte an Informationen“ gestohlen hat, worüber die CIA später mehr Sicherheit erhielt. Die Regierung legte Beweise dafür vor, dass Schulte externe CDs und USB-Sticks in seine CIA-Workstation eingelegt, eine Kopie einer monatelangen Sicherungsdatei erstellt und ein Administratorkennwort für die Dateien festgelegt hat, die ihm vorgeworfen werden, gestohlen zu haben, weshalb sich der Bericht so genau konzentriert Zu den Ergebnissen, dass "Benutzer Kennwörter auf Systemadministratorebene gemeinsam genutzt haben, es keine wirksamen Steuerelemente für Wechselmedien gab und den Benutzern auf unbestimmte Zeit historische Daten zur Verfügung standen".
[DIE ANDEREN DINGE, DIE DIE PRESSE VERPASST HAT, INDEM SIE DIE IN DER STAATSANWALTSCHAFT VON JOSHUA SCHULTE OFFENBARTEN DETAILS IGNORIERT HABEN, emptywheel.net, 21.06.2020 – Google-Übersetzer]
Der größte Datenverlust in der CIA-Geschichte (nournews.ir, 21.06.20 – Google-Übersetzer)
Die CIA entwickelte Hacking-Tools - vernachlässigte jedoch die Sicherheit (securityuser.com, 21.06.20 – Google-Übersetzer)
Datendiebstahl bei US-Geheimdienst CIA-System offenbar besorgniserregend schlecht geschützt (Markus Böhm, SPON, 17.06.20)
Heute im ZDF: Operation Rubikon (Post, 18.03.2020)
Das ohrenbetäubende Schweigen der MSM: Da muß was passiert sein! (Post, 13.03.2020)
Der Fall Julian Assange – eine Linksammmlung (Post, 03.03.2020)
USA skrupellos auf dem Weg zur Pax americana (Post, 17.01.2020)

- Reichstags-9/11: Vom Neocon-Putsch zur weltweiten Überwachung (Post, 10.08.2019)

mein Kommentar:
Die USA brauchen keinen Donald Trump, um zu beweisen, daß sie nicht nur von begrenzter Intelligenz sondern auch aggressiv – und damit außerordentlich gefährlich sind.
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Vault7: Was macht die CIA in Frankfurt? {8:50}

Simplicissimus
Am 06.05.2020 veröffentlicht 
An der Gießener Straße in Frankfurt liegt ein US-amerikanisches Generalkonsulat. Was geschieht dort? Und was ist Vault7? Weitere Links: YouTube
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Donnerstag, 19. März 2020

Ein Stasi-Maulwurf bei der NSA

Die Rekonstruktion dieser Spionage-Geschichte gibt erstaunliche Einblicke in den Agenten-Alltag und präsentiert Szenen, wie sie sonst nur in Hollywoodfilmen zu sehen sind. Die geheime Karriere des Ex-Agenten Jeffrey Carney zeigt aber auch, dass Verräter nicht mit Gnade rechnen können, welche Motive auch immer ihr Handeln bestimmt haben ...


mehr:
- Ein Stasi-Maulwurf bei der NSA Die unglaubliche Geschichte des Sergeant Carney (Jürgen Ast, Arte, 19.03.2020 – Verfügbar vom 19/03/2020 bis 25/03/2020)
siehe auch:
Norwegen, Russland und ein Spion, der sich erwischen ließ (Andrea Seliger, Telepolis, 06.03.2019)
Julian Assange – Ein Spion? (Post, 03.08.2019)
Medien: aufdecken oder offizielle Narrative verbreiten? (Post, 26.11.2018)
Die tolerierte Entführung des Jeffrey Carney (Andreas Förster, FR,  04.08.2017)
- Stasi-Spion Kid – Die Rekonstruktion von Jeffrey M. Carneys geheimen Leben (Jürgen Schreiber, FR, November 1999, der Link zur Quelle [Archiv des Tagesspiegel) funktioniert nicht mehr]

Interview Jens Karney am 24.6.2003 {22:38}

against all enemies
Am 08.08.2013 veröffentlicht 
Näheres unter : www.against-all-enemi.es
Erstmals durfte Jens Karney am 24.6.2003 im deutschen Fernsehen über seine illegale Entführung als deutscher Staatsbürger am 21.4.1991 aus Berlin Friedrichshain durch Agenten eines US Geheimdienstes berichten. Aber auch damals konnte er nicht alles erzählen. Dies macht er jetzt in seinem Buch "Against alle Enemies". Nach einem langwierigen Procedere der Prüfung/Zensur des Manuskriptes durch Pentagon, NSA und die US Air Force liegt es nun - leider noch mit sehr umfangreichen Streichungen - vor und ist ab 12.8.2013 erhältlich.
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Mittwoch, 18. März 2020

Heute im ZDF: Operation Rubikon

Ausführliche ZDF-Doku über die Beteiligung des BND an der Crypto AG
Normalerweise lautet das journalistische Narrativ über den BND, dass dieser in erster Linie Misserfolge und Skandale produziere. So galt die Aufklärung durch menschliche Quellen wie Geheimagenten gegen die Staaten der Sowjetunion als ausgesprochen schwach. Umgekehrt gelang den östlichen Diensten das Platzieren von Doppelagenten im BND, so dass der große Bruder CIA die deutschen "Pfadfinder" nur noch bedingt an Erkenntnissen teilhaben ließ - so die Legende. Die technische Aufklärung des BND hingegen genoss einen ausgezeichneten Ruf, das Material machte rund 50% des Informationsaufkommens aus und galt als zuverlässig.

Wie nunmehr im Februar ein Rechercheteam aus Journalisten des ZDF, des Schweizer Rundfunks sowie der Washington Post enthüllte, beruhten die Erfolge des BND-Abhörens auf Konspiration mit dem Weltmarktführer für Chiffriergeräte. Das langfristige Geheimprogramm, an welchem der BND beteiligt war, bewerten namhafte Geheimdiensthistoriker sogar schmeichelhaft als den größten Spionage-Coup des 20. Jahrhunderts: die CIA-Operation MINERVA, deutsche Bezeichnung RUBIKON.

Bereits bei den einst gegnerischen Vorgängern von CIA und BND hatte Verschlüsselungstechnik im Zweiten Weltkrieg eine gewichtige Rolle gespielt: Das deutsche Chiffriergerät Enigma schloss lange die westlichen Lauscher durch zuverlässig verschlüsselte Fernkommunikation aus. Als dann den Briten der Einbruch in die vermeintlich unknackbare Enigma gelang und dieser den Krieg entscheidend verkürzte, galt den Beteiligten der Ertrag als so wertvoll, dass sie diesen Vorsprung fast drei Jahrzehnte lang als größtes Staatsgeheimnis bewahrten. Die britischen und US-amerikanischen Strategen verschwiegen ihr Geheimnis auch der eigentlich verbündeten Roten Armee, der man unnötige Verluste gegen Nazi-Deutschland hätte ersparen können.

Nach dem Krieg überließen die Briten den Israelis die tatsächlich geknackte Enigma, doch das Danaergeschenk wurde gewittert. Man musste sich also etwas Neues einfallen lassen, um Gegnern unsichere Kryptierverfahren unterzujubeln.

mehr:
- Operation Rubikon (Markus Kompa, Telepolis, 18.03.2020)
siehe auch:
Gladio – Materialsammlung (Post, 17.03.2020)
- Rubikon, die wichtigste Spionage-Operation, die jemals unternommen wurde (Post, 15.02.2020)
Tiefer Staat (Post, 06.01.2019)

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Dienstag, 17. März 2020

Gladio – Materialsammlung

Gladio – Geheimarmeen in Europa (arte Doku) {1:45:50}

wurskia
Am 07.01.2018 veröffentlicht 
Die geheimen Armeen der NATO (Doku) Operation Gladio GERMAN Dokumentation Deutsch Von den späten 1960er bis in die 1980er-Jahre erschütterte . Während des Kalten Krieges unterhielten.
Während des Kalten Krieges unterhielten die NATO, der CIA, der britischen MI6 und andere europäische Geheimdienste paramilitärische Geheimorganisationen in ganz Westeuropa. Diese sollten.
Terror im Namen von Regierungen ist für einen normal denkenden Menschen unglaublich. Mit Stay-behind Organisationen wie Gladio soll sich dieses aber genau seit 1950 in Europa abgespielt haben..
[das Video ist nicht Teil des nachfolgenden Artikels!]



Interview mit Daniele Ganser über die NATO-Armee Gladio. Teil 1

Daniele Ganser ist Historiker an der Universität Basel. In seinem Buch “NATO Geheimarmeen in Europa“ untersuchte er die Verstrickungen der Organisation Gladio, die im Kalten Krieg Rechtsextremisten rekrutierte und für verschiedene Terroranschläge verantwortlich war.

▶︎Herr Ganser, zuerst einmal eine technische Frage: Wie schreibt man eine Doktorarbeit über ein Thema über das es nur wenige offizielle Dokumente gibt, weil die staatlichen Stellen die Existenz von militärischen Geheimtruppen in ihren Ländern leugnen?

Daniele Ganser: Ich konnte auf ein Dokument des italienischen Geheimdiensts SIFAR zurückgreifen, welches in den 50er Jahren verfasst wurde. Das Dokument trägt den Titel “Die Spezialeinheiten des SIFAR und die Operation Gladio“. Dieses bestätigte, dass es in Italien eine Geheimarmee gab, dass zweitens diese Geheimarmee den Namen Gladio trug, dass drittens diese von der CIA aufgebaut, ausgerüstet und unterstützt wurde, dass viertens Gladio organisatorisch innerhalb des italienischen militärischen Geheimdienst angesiedelt war und dass fünftens ähnliche Geheimarmeen auch im Ausland existieren und durch spezielle Ausschüsse innerhalb der NATO koordiniert werden.

Diese geheimen Ausschüsse sind in diesem Dokument auch noch benannt: Es sind das Allied Clandestine Commitee und das Clandestine Planning Committee. Dieses Dokument habe ich als Basis genommen und durch parlamentarische Untersuchungsberichte zu den Geheimarmeen in Italien, Belgien und der Schweiz und einschlägige Werken wie Memoiren und Erinnerungen von Generälen und Geheimdienstoffizieren und Forschungen von Journalisten ergänzt.

▶︎Sie schreiben in ihrem Buch es hätte im NATO-Vertrag einen Geheimpassus gegeben, der jedes Mitgliedsland verpflichtete inoffizielle militärischer Strukturen aufzubauen, um im Falle einer Machtübernahme der Kommunisten im Verbund mit Rechtsradikalen den Gegenschlag anzutreten... 


Daniele Ganser: Dazu muss man zunächst sagen, dass solche geheimen Zusätze zu den NATO-Verträgen im Original den Historikern nicht zugänglich sind, wenn es sie denn gibt. Ich nehme hier eine Diskussion auf, die existiert: Verschiedene Leute in der Forschung zu den Geheimarmeen haben behauptet, dass es diese geheimen Zusätze gab, aber erwiesen ist das nicht.

Das muss man schon unterscheiden. Wenn ein Land Mitglied der NATO wird, unterzeichnet es einen Vertrag und der ist auch öffentlich einsehbar. Aber ob es dazu geheime Zusätze gibt, die den Aufbau einer Geheimarmee explizit fordern, kann man bis heute nicht beweisen. Was man aber weiß ist, dass in der Tat in allen NATO-Ländern Geheimarmeen aufgebaut wurden und da dies geschehen ist deutet dies darauf hin, dass dies von der NATO gefordert wurde.

mehr:
- Inszenierter Terror (Reinhard Jellen, Telepolis, 25.09.2008)
siehe auch:
- Operation Gladio (Linksammlung, SIPER [Swiss Institute for Peace and Energy Research], undatiert, letzte Aktualisierung wohl 2006)
In den 70er und 80er Jahren kam es zu zahlreichen Terroranschlägen in Italien. Im Jahr 1984 begann der italienische Richter Felice Casson mit Ermittlungen zu einem Autobomben-Anschlag aus dem Jahr 1972 bei dem mehrere Polizisten in der Stadt Peteano getötet wurden. Casson fand heraus, dass am Tatort keinerlei polizeiliche Untersuchungen stattgefunden hatten und dass der Bericht über den verwendeten Sprengstoff gefälscht wurde, um die links-extremen Roten Brigaden zu belasten. Casson konnte nachweisen, dass bei dem Anschlag der Spezialsprengstoff C4 verwendet wurde, der auch von der NATO verwendet wurde. Durch weitere Ermittlungen deckte Casson auf, dass nicht die Roten Brigaden sondern rechtsextreme Gruppen und der militärische Geheimdienst in den Anschlag von Peteano verwickelt waren und dass italienische Regierung und Geheimdienst zahlreiche Versuche unternommen hatten, diese Tatsache geheim zu halten. Casson identifizierte Vincenzo Vinciguerra als einen der Verantwortlichen für den Anschlag von Peteano, Vinciguerra wurde verhaftet und gestand im Auftrag eines Netzwerks gehandelt zu haben, das ihm zusicherte gedeckt zu werden. Der Innenminister, die Zollbehörden und der militärische sowie der zivile Geheimdienst hätten die ideologischen Überlegungen hinter dem Anschlag mitgetragen, so Vinciguerra. Casson verstand, dass er es mit staatlich inszeniertem Terrorismus zutun hatte, der durch Steuergelder finanziert wurde.

Um die Aussagen von Vincenzo Vinciguerra zu verifizieren, beantragte Casson im Januar 1990 Zugang zum Archiv des italienischen Geheimdienstes SISMI in Rom. Dort entdeckte Casson Dokumente, welche die Existenz der NATO Geheimarmeen nicht nur in Italien bewiesen. Er nahm daraufhin Kontakt zur parlamentarischen Untersuchungskommission auf, die für die Aufklärung von inländischem Terrorismus zuständig war. Am 2. August 1990 gab der Untersuchungsausschuss dem italienischen Premierminister Giulio Adreotti den Auftrag, das Parlament binnen 60 Tagen über die Existenz der Geheimarmeen in Italien zu informieren. Am 3. August 1990 sagte Andreotti vor der Untersuchungskommission aus und gab die Existenz der Geheimarmeen öffentlich zu. Er sagte zu, einen schriftlichen Bericht über die Geheimstruktur binnen 60 Tagen vorzulegen. Am 18. Oktober wurde dieser Bericht per Eilbote an die Untersuchungskommission übergeben. Der Leiter der Kommission Senator Gualtieri erhielt den Bericht, doch bevor er ihn lesen konnte, forderte Andreotti den Bericht umgehend zurück, da er "überarbeitet" werden müsse. Gualtiere machte eine Kopie und schickte das Original zurück. Nachdem er den überarbeiteten Bericht erhielt, stellt er fest, dass kritische Passagen entfernt wurden und der Bericht statt 12 nur noch 10 Seiten lang war. Die italienische Presse berichtete ausführlich über diese Aktion Andreottis wodurch die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die geänderten Passagen gelenkt wurde. Die Enthüllungen über eine Geheimarmee in Italien, die über 139 Waffenlager sowie über große Mengen an Sprengstoff, Handgranaten und Schusswaffen verfügt, schockierten Italien.

Premierminister Andreotti war nicht bereit die Verantwortung für die Aktion alleine zu tragen und gab am Tag der Übergabe des endgültigen Berichts im italienischen Parlament bekannt, dass alle beteiligten Regierungschefs der Euroländer über die Geheimarmeen informiert waren. In einer öffentlichen Ansprache am 9. November 1990 betonte Andreotti, dass die NATO, die Vereinigten Staaten und zahlreiche Länder Europas – darunter Deutschland, Griechenland, Dänemark und Belgien in die Verschwörung um Geheimarmeen verwickelt gewesen sind. Um dies zu beweisen, wurden geheime Dokumente an die Presse lanciert und das italienische Politmagazin Panorama veröffentlichte den kompletten Bericht von Andreotti an den Untersuchungsausschuss.

Als Frankreich versuchte, seine Beteiligung am Gladio-Netzwerk zu leugnen, sagte Andreotti gnadenlos, dass Frankreich am letzten Treffen des ACC-Kommittes am 23. und 24. Oktober 1990 in Brüssel anwesend war, woraufhin Frankreich peinlich berührt seine Beteiligung an Gladio zugab.

Der parlamentarische Untersuchungsausschuss kam im Jahr 2000 zu folgendem Schluss : "Diese Massaker, diese Bomben, diese militärischen Aktionen wurden von Männern innerhalb italienischer staatlicher Einrichtungen organisiert oder gefördert oder unterstützt und, wie kürzlich aufgedeckt wurde, auch von Männern aus dem Umfeld der Geheimdienste der USA".
[Die Geheimarmeen der NATO - Operation Gladio, Aufdeckung, matrixwissen.de, undatiert]
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In Italien war der Einsatz von Gladio auch für den möglichen Fall einer demokratischen Regierungsübernahme durch die Kommunistische Partei Italiens gedacht, die zeitweilig die stärkste Partei im italienischen Parlament war.
Mitglieder von Gladio waren in in den 70er und 80er Jahren Urheber zahlreicher Terroranschläge in Italien, die von offizieller Seite durch Fälschung von Beweismitteln linksradikalen Terrorgruppen zugeordnet wurden, vor allem den Roten Brigaden. Durch die Empörung der öffentlichkeit über die Anschläge sollte die in Italien traditionell starke Kommunistische Partei geschwächt werden. Dies stellte den Höhepunkt einer bereits in den 1950er Jahren mit der verdeckten Operation "Demagnetize" der CIA begonnenen Strategie dar. In diesem Zusammenhang ist auch die in Gerichtsverfahren festgestellte Verbindung zu der Geheimloge Propaganda Due (P2) relevant. Das wegen Mordes verurteilte Gladio- und Ordine Nuovo-Mitglied Vincenzo Vinciguerra prägte für die gemeinsame Strategie hinter den Verbrechen den Begriff Strategie der Spannung (siehe Zitate).
Einer der schlimmsten Terroranschläge war der Bombenanschlag auf den Hauptbahnhof von Bologna mit 85 Toten und 200 Verletzten im Jahr 1980. Die rechtsextremistischen Gladio- und Nuclei Armati Rivoluzionari-Mitglieder Giusva Fioravanti und Francesca Mambro wurden 1995 für diese Tat vor Gericht gestellt und verurteilt. Die Roten Brigaden waren laut einer Untersuchung des italienischen Parlaments ihrerseits von Gladio-Mitgliedern unterwandert, unter anderem in Person des Fallschirmjägers Francesco Marra. Es gibt in diesem Zusammenhang Hinweise auf eine Beteiligung von Gladio-Mitgliedern an der Entführung und Ermordung des italienischen Spitzenpolitikers Aldo Moro, siehe dazu ebenfalls Rote Brigaden. 
[
Gladio, Italien: Terror gegen die Zivilbevölkerung Verschwörungtheorien-Wiki, abgerufen am 17.03.2020]
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GLADIO, NATO: Aldo Moro {11:49 – Start bei 9:43 – Off-Sprecher: »Die Theorie lautet, daß ??? ein Undercove-Agent der CIA war, der mit Hilfe von Gladio die Entführung von Aldo Moro plante und durchführte.«}

theDossier
Am 20.08.2016 veröffentlicht 
The case of #AldoMoro, former Prime Minister of Italy, who was kidnapped and murdered in 1978. Evidence suggests that his murder may have been orchestrated by the #CIA and the clandestine NATO operation codenamed #GLADIO.
http://www.thedossier.info/
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Geheimarmeen der NATO Gladio und Stay Behind Dienste im Kalten Krieg DOKU 2014 {43:58}

GameOverBilderberger
Am 01.08.2017 veröffentlicht 
1980 Oktoberfest München
1980 Hauptbahnhof Bolonge (Italien)
AZ: Herr Kramer, Sie haben vor Gericht unter Eid ausgesagt, dass der Geheimdienst hinter dem Bombenanschlag auf das Münchner Oktoberfest steckt. Sind Sie sich da ganz sicher?
ANDREAS KRAMER: Natürlich bin ich mir sicher, sonst würde ich so einen schweren Vorwurf nicht erheben. Es war mein Vater, der maßgeblich daran beteiligt war. Er hat es mir selbst erzählt.
http://www.abendzeitung-muenchen.de/i…
Hermann Scheer über die Gladios (* 29. April 1944 in Wehrheim; † 14. Oktober 2010 in Berlin) war ein … Scheer war seit 1980 Mitglied des Deutschen Bundestages.
https://www.youtube.com/watch?v=olOfy…
25.09.2014
08:00 Uhr Stay Behind Die Schattenkrieger der NATO | PHOENIX
Zum ersten Mal berichtet ein Mitglied der geheimen BND-Partisanentruppe "Stay behind" über seinen Auftrag im Kalten Krieg. "Dieter Gerlach", so sein Deckname, sollte im Fall einer sowjetischen Besetzung der Bundesrepublik im Rücken des Feindes Widerstandsgruppen aufbauen. Die BND-Partisanen übten bis in die 70er Jahre Sprengstoffanschläge, später Funk- und Schleusungsoperationen im besetzten Gebiet. Als 1990 bekannt wurde, dass die italienische Partnerorganisation von "Stay behind" in Terroranschläge verstrickt war, leugnete die Bundesregierung zunächst die Existenz des Partisanennetzwerks.
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Dr. Daniele Ganser: NATO-Geheimarmeen und Operation Gladio (Basel 14.9.2009) {1:28:44}

Daniele Ganser
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
Der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser sprach am 14. September 2009 an der Universität Basel über die NATO-Geheimarmeen, die er als illegal einstuft, weil sie weder der Bevölkerung noch den Parlamenten in den betroffenen Ländern bekannt waren.
Im Vortrag stützt sich Ganser auf seine Doktorarbeit im Fachbereich Geschichte, welche er an der Universität Basel zu diesem Thema verfasst hat. Das Buch wurde in zehn Sprachen übersetzt und erschien auf Deutsch 2008 im Orell Füssli Verlag unter dem Titel: "NATO Geheimarmeen in Europa. Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung".
Die NATO-Geheimarmeen wurden vom US-Geheimdienst CIA und vom britischen Geheimdienst MI6 in Westeuropa nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut. Ihre Existenz war streng geheim. Erst am 3. August 1990 bestätigte der italienische Premierminister Giulio Andreotti die Existenz der Geheimarmeen.
Die NATO-Geheimarmeen hatten in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Namen. In Italien hiess die Geheimarmee “Gladio”, in der Schweiz “P26” und in Deutschland “stay-behind”.
“Ich bin ins Gefängnis gegangen, weil ich die Existenz dieser super geheimen Organisation nicht zugeben wollte. Und nun kommt Andreotti daher und informiert das Parlament!” protestierte damals General Vito Miceli, der Direktor des italienischen Militärgeheimdienstes SISMI, die Enthüllungen durch Andreotti 1990.
Ein Sprecher der NATO sagte 1990, die NATO habe nie verdeckte Operationen und Guerillakrieg geplant. Am nächsten Tag sagte ein anderer Sprecher, diese Aussage sei falsch gewesen, aber man könne leider keine weiteren Aussagen zu Operation Gladio und den stay-behind Armeen machen, weil diese streng geheim seien.
Das EU-Parlament forderte eine gründliche Untersuchung in allen Ländern, was indes nicht geschah.
Die Geheimarmeen bereiteten sich auf eine Invasion von Westeuropa durch die Sowjetunion vor, welche nie kam. Sie legten geheime Waffenlager an, in denen auch Sprengstoff gelagert war.
Gemäss einer Untersuchung des italienischen Parlaments aus dem Jahre 2000, haben die Gladio Agenten nicht nur auf die Invasion durch die Sowjets gewartet, sondern in Friedenszeiten auch in die Innenpolitik eingegriffen, und False Flag Terroranschläge verübt, welche den italienischen Kommunisten angehängt wurden, um sie in den Wahlen zu schwächen. «Diese Massaker, diese Bomben, diese militärischen Aktionen wurden von Männern innerhalb italienischer staatlicher Einrichtungen organisiert oder gefördert oder unterstützt und, wie kürzlich aufgedeckt wurde, auch von Männern, die mit den Strukturen der Geheimdienste der USA in Verbindung standen”, so der Bericht.
Bis heute ist vielen Menschen unbekannt, dass die NATO Geheimarmeen unterhalten hat, weil in den Medien nur wenig darüber gesprochen wird.
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Daniele Ganser:
https://www.danieleganser.ch
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Freitag, 21. Februar 2020

Die Bedrohungs-Inszenierung der US-Geheimdienste

Der neue Geheimdienstbericht "Nationale Spionageabwehr-Strategie 2020-2022" hat es in sich und sieht überall Bedrohungen

Vergangene Woche veröffentlichte das National Counterintelligence and Security Center (NCSC), das der obersten Geheimdienstbehörde ODNI (Office of the Director of National Intelligence) untersteht, die Nationale Spionageabwehr-Strategie 2020-2022. Darin soll ein neuer Ansatz der Spionageabwehr ausgeführt werden, um die nach 2016, als der letzte Bericht erschienen war, entstandenen Bedrohungen zu bekämpfen.

Neu daran soll sein, dass die Aktivitäten der amerikanischen und der gegnerischen Geheimdienste nicht mehr nur auf Politik und Militär ausgerichtet sind, sondern letztlich die gesamte zivile Struktur eines Landes zum Ziel geworden ist. Genannt werden als Angriffsziele: die kritische Infrastruktur, Hauptlieferketten der USA, die US-Wirtschaft, amerikanische demokratische Institutionen und Cyber- sowie technische Operationen. Das NCSC arbeite daher nicht nur mit allen Behörden zusammen, sondern auch mit dem privaten Sektor, den Universitäten und den ausländischen Partnern.

Wirklich neu ist das nicht, im Kampf gegen den Terror wurden auch schon die Grenzen zwischen Außen-, Wirtschafts-, Gesundheits- und Innenpolitik oder zwischen Krieg und Frieden eingerissen. Die Nationale Sicherheit hat sich auf alles wie in Kriegszeiten ausgedehnt. Thematisiert wurde das bereits in den 1990er Jahren nach dem Ende des Kalten Kriegs und der Auflösung der Grenzen, vor allem im Cyberspace durch Cyberterrorismus und Cyberwar. Schon die Nationale Sicherheitsstrategie von 1998 ging davon aus, dass die "Grenze zwischen der Innen - und Außenpolitik zunehmend verschwimmt", weswegen die einst getrennten Aufgabenbereiche des Militärs, der Geheimdienste, der Polizei und der Wirtschaftspolitik unter dem Oberbegriff der Sicherheit miteinander verknüpft werden müssen. Gerade der Schutz der Infrastruktur verlange nach "neuen Partnerschaften zwischen Regierung und Industrie" erfordere, was vor allem die Computerindustrie betrifft. Da denkt man gleich an die Auseinandersetzung über Huawei.

mehr:
- "Hacktivisten, Leaktivisten und Enthüllungsorganisationen stellen schwere Bedrohungen dar" (Florian Rötzer, Telepolis, 21.02.2020)
siehe auch:
Von der Heartland-Theorie über Brzezinski zur nahen Zukunft (Post, 20.10.2019)
Geheimdienste und Leitmedien: unbekannte Fakten plus eindeutige Schlussfolgerungen ergeben unvoreingenommenes, faktenfreies Geschwurbel (Post, 15.03.2019)
Alle reden von Framing – ich jetzt auch! (Post, 19.02.2019)
- Ein propagandistisches Meisterstück des militärisch-industriellen Komplexes: Die Raketenlücke (Post, 15.03.2015)

Dirk Pohlmann über "Der duale Staat: Recht, Macht und Ausnahmezustand" {2:06:59 – Start bei 41:48
Pohlmann: »Powers ist die Vorlage für Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben; der verrückte Offizier ist nach ihm modelliert, weil der Typ hat wirklich nicht alle Tassen im Schrank […] Bei der Planung eines Atomkriegs wurden die Verluste nur in Größenordnungen von hunderten von Millionen geplant. Als man ihn dann fragte, ob man Menschenleben nicht einen höheren Wert einräumen sollte, antwortete er: ›Warum sind sie so besorgt darum, daß man Leben schützen sollte? Die ganze Idee, das worum’s geht, ist doch, daß wir diese Bastarde killen. Wenn am Ende des Krieges zwei Amerikaner und ein Russe übrig sind, dann haben wir gewonnen.«
bis 45:55 – Pohlmann: »Die warten darauf endlich losschlagen zu können und werden von diesen Weichei-Politikern daran gehindert. Da ist das ganze Militär, das sagt: ›Gefahr auf Leben und Tod, und die Politik ist zu weich; wir müssen jetzt die Entscheidung treffen: Lasst uns die Sowjets vernichten, solange es noch geht!‹ […] 1954 gibt es Flüge in den sowjetischen Luftraum, und da sagt LeMay: ›Wenn wir diese Überflüge [Eindringflüge in den sowjetischen Luftraum] richtig machen, dann können wir mit dem 3. Weltkrieg loslegen.‹«}

Gruppe42
Am 16.05.2018 veröffentlicht 
"Der Staat - das klingt in unseren Ohren nicht unbedingt freundlich, aber es klingt nach Recht und Ordnung. In der Schule und an der Universität erfahren wir von den ehernen Regeln der Demokratie. Gewaltenteilung, Rechtsstaat, Wahlen, parlamentarische Repräsentanz, alles scheint altehrwürdig und wohlgeregelt im Staats und Verfassungsrecht. Bis in die Details und bis in die letzten Winkel ist festgelegt, wer nach welchen Regeln für was zuständig und verantworlich ist. Dass daran nicht gerüttelt wird, dafür sorgt die Demokratie, sie bezeichnet sich selbst gerne als „wehrhaft“.
Da ist ein Begriff wie „Deep State“ oder „Dualer Staat“ störend. Er legt nahe, dass es neben dem bekannten, demokratisch legitimierten Staat noch einen anderen gibt, der nicht gewählt wird, der sich selbst ermächtig, der eingreift, wann es passt. Aber wann? Wer bildet ihn? Was tut er? Wann tötet er? Warum liest man darüber so wenig? Und warum beschäftigen sich „seriöse“ Medien damit eigentlich überhaupt nicht? Medien, Politiker und Universitätslehrer verweisen den Begriff des „parallelen Staates" gerne in den Bereich der „Verschwörungstheorien“.
Und doch ist er real. In allen Staatsformen, aber insbesondere in der Demokratie, gibt es im Unterschied zum normativen Ideal die realpolitische Existenz eines „Machtstaates“ oder „Maßnahmenstaates“, des "Deep State". Auch akademische Politologen und Rechtswissenschaftler haben sich damit beschäftigt, ausnahmslos Personen, die sich mit dem Widerspruch zwischen Realpolitik einerseits und der Idee des liberalen Rechtsstaates andererseits beschäftigt haben. Sie haben erkannt: Der „Deep State" hängt mit den Erfordernissen der Hegemonialmacht im „Grossraum“ zusammen.
Dementsprechend gibt es Länder, in denen der „Tiefe Staat“ Alltagswissen ist, z.B. die Türkei oder Italien. Dort ist die Realität des parallelen Staates so unübersehbar zutage getreten, dass auch Staatspräsidenten von ihm reden - müssen. Und es gibt Länder, in denen man in öffentlichen Ämtern nicht von ihm sprechen kann, ohne Reputation und Karriere zu riskieren.
Die staatstragenden Kräfte vieler Länder blenden diese Realität deshalb weiter aus. Oder sie versuchen es zumindest. Aber auch in diesen Ländern ist der „Deep State“ aktiv geworden. Nicht nur in Vasallenstaaten, sondern auch im Zentralreich des Hegemons selbst.
Anhand praktischer Beispiele legt der Journalist Dirk Pohlmann praktisch und theoretisch dar, was es mit dem "Deep State“ auf sich hat. Sein Vortrag ist eine Mischung aus staatsrechtlicher Analyse und Bericht, wann und wo der Deep State sichtbar geworden ist. Ein spannendes Thema, dessen Bedeutung kaum überschätzt werden kann. Es ist besser, darüber Bescheid zu wissen, als nur die Konsequenzen verständnislos erleben zu müssen.
https://gruppe42.com/
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Samstag, 15. Februar 2020

Rubikon, die wichtigste Spionage-Operation, die jemals unternommen wurde

Die Schweiz hilft ausländischen Nachrichtendiensten – schon seit über hundert Jahren!

Crypto, eine in der Schweiz ansässige, von der CIA und dem deutschen Nachrichtendienst BND kontrollierte Firma, lieferte manipulierte Chiffriergeräte an ausländische Staaten. So konnten CIA und BND den vertraulichen Nachrichtenverkehr zahlreicher Regierungen und amtlicher Institutionen mitlesen. Das ist nichts Neues, wie Hans Ulrich Jost hier darlegt. Jost lehrte von 1981 bis 2005 an der Universität Lausanne Neuere Allgemeine Geschichte und Schweizer Geschichte.

Die Schweiz als Hort vertraulicher Nachrichtenvermittlung und Spionage beruht auf einer langen Tradition. Eine der diesbezüglich grössten Affären kam Anfang 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, ans Tageslicht. Zwei Obersten der Nachrichtenabteilung der Armee hatten regelmässig ihre Bulletins den deutschen und österreichischen Militärattachés zugestellt. (Infosperber berichtete über diese Affäre bereits ausführlich.) Man kann darin eine ähnliche Dienstleistung der Schweiz zugunsten ausländischer Mächte sehen, wie jene des Unternehmens Crypto zugunsten Deutschlands und den USA.

Es lohnt sich, die Affäre von 1916 näher anzuschauen. André Langie, einem zivilen, mit dem Dechiffrieren betrauten Angestellten der Nachrichtenabteilung des Generalstabes, war aufgefallen, dass die von ihm bearbeiteten Depeschen von den Deutschen offenbar mitgelesen wurden. Langie informierte die Chefredaktoren der «Gazette de Lausanne» und des «Journal de Genève», die ihrerseits beim Chef des Militärdepartements, Camille Decoppet, vorsprachen. Dieser versuchte die Affäre vorerst mit General Wille zu klären. Doch Wille weigerte sich einzugreifen und schrieb sogar an Decoppet, die «Herren» – gemeint sind die beiden Obersten – hätten «sich keines Verbrechens oder schweren Vergehens schuldig gemacht». Er schloss sein Schreiben an den Bundesrat mit den Worten, «dass es einfach Bürgerpflicht [sei], die Sache totzuschweigen». Totschweigen konnte man «die Sache» dann aber nicht. Gegen den Widerstand Willes kam es zu einem militärgerichtlichen Verfahren. Der General seinerseits griff in unziemlicher Weise persönlich in das Verfahren ein. Die «Herren» kamen denn auch mit wenigen Tagen Zimmerarrest davon.

Die Frage einer eventuellen Neutralitätsverletzung wurde heruntergespielt. Generalstabschef Sprecher gab zwar zu, dass man von Neutralitätsverletzung sprechen könne, meinte aber einschränkend, «in unserem Nachrichtendienst [seien] wir nicht gebunden an den strengen Begriff der Neutralität». Diese Ansicht wurde mit dem Argument untermauert, der schweizerische Nachrichtendienst könne sich nur wichtige Informationen beschaffen, indem er mit ausländischen Stellen zusammenarbeite. Dieses Argument gehört bis heute zum Standardrepertoire, mit dem neutralitätswidrige Zusammenarbeit mit dem Ausland gerechtfertigt wird.

mehr:
- «Es ist einfach Bürgerpflicht, die Sache totzuschweigen» (Hans Ulrich Jost, InfoSperber, 15.02.2020)
- Wenn der Recherchejournalist verleumdet wird (Echo der Zeit, srf.ch, 15.02.2020)
siehe auch:
Kaspar Villiger gibt zu, vom Spionageskandal gewusst zu haben (Urs P. Gasche, InfoSperber, 13.02.2020)
Crypto AG: Schweiz unter einer Decke mit der CIA (Monique Ryser, InfoSperber, 12.02.2020)
- Operation Rubikon Wie BND und CIA die Welt belauschten (Elmar Theveßen, Peter F. Müller, Ulrich Stoll, ZDF, 11.02.2020)

Cryptoleaks: Wie BND und CIA Staaten ausspionierten {12:28}

ZDFheute Nachrichten
Am 11.02.2020 veröffentlicht 
Recherchen von ZDF, "Washington Post" und SRF belegen, wie BND und CIA von 1970 bis 1993 heimlich mehr als 100 Staaten ausspionierten , auch befreundete Länder. Grobe Menschenrechtsverletzungen wurden verschwiegen, unter anderem Erkenntnisse über staatlichen Massenmord.
Für die Spionage nutzten BND und CIA Chiffriermaschinen, die weltweit von anderen Nachrichtendiensten eingesetzt wurden. Diese Chiffriermaschinen manipulierten BND und CIA so, dass sie die Kommunikation von mehr als 130 Regierungen und Nachrichtendiensten mitlesen konnten. Das ZDF, die "Washington Post" und das Schweizer Fernsehen haben entsprechende Geheimdienstunterlagen ausgewertet und veröffentlichen ihre Recherchen nun unter #Cryptoleaks.
Auf den rund 280 Seiten, die von führenden BND- und CIA-Mitarbeitern verfasst wurden, wird die sogenannte Operation Rubikon als „eine der erfolgreichsten nachrichtendienstlichen Unternehmungen der Nachkriegszeit“ bezeichnet. Dem ZDF liegen die Dokumente vor. Diese zeigen, dass sich BND und CIA für ihre Abhöroperation der Schweizer Firma Crypto AG bedienten.
Seit 1970 waren die beiden Geheimdienste zu je 50 Prozent Eigentümer der Firma. Das Unternehmen stellte Verschlüsselungstechnik für abhörsichere Kommunikation her und verkaufte diese weltweit. Die Kunden wussten nicht, dass BND und CIA die Technik manipulieren ließen. Die Dokumente belegen erstmals, dass BND und CIA frühzeitig über den Sturz des chilenischen Präsidenten Allende 1973 und die schweren Menschenrechtsverletzungen durch die argentinische Militärjunta informiert waren.
Reaktionen auf die Veröffentlichungen der Geheimdienstoperation:
Die Schweizer Bundesregierung hat auf die Enthüllungen des ZDF, der "Washington Post" und der "Rundschau" des Schweizer Fernsehens (SRF) über die Crypto AG reagiert. Bundesrat Guy Parmelin hat die Generalausfuhrbewilligung für Verschlüsselungstechnik der Schweizer Firma gestoppt, "bis die Sachlage und die offenen Fragen geklärt sind".
Interne Dokumente des Bundesnachrichtendienstes (BND) und der CIA belegen, dass die beiden Geheimdienste seit 1970 Eigentümer der Schweizer Crypto AG waren und die Verschlüsselungsgeräte manipulieren ließen. Der Deckname der Geheimoperation war "Rubikon". Die Nachrichtendienste konnten jahrzehntelang die verschlüsselte Kommunikation von mehr als 100 Staaten mitlesen.
Der Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz (Bündnis 90 / Die Grünen), Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums, reagierte auf die Berichterstattung und teilte dem ZDF mit, er habe "kurzfristig für die nächste Sitzung des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestags einen Bericht der Bundesregierung beantragt. Von der Bundesregierung verlange ich Antworten bezüglich der durch den Bericht aufgeworfenen Fragen", sagte von Notz.
Mehr zu den #Cryptoleaks findet ihr hier: https://kurz.zdf.de/Bml/.

CX-52 Cipher Machine Lock Mechanism {6:38}

Mark's Tech Channel
Am 02.04.2016 veröffentlicht 
If you have a Hagelin CX-52 Cipher Machine and you can't get inside because you don't have the matching keys, then this peek inside my CX-52 might help you understand its locking mechanism so that you can get in without breaking stuff. 


Montag, 21. Oktober 2019

Pressefreiheit: Geschwärzte Titelseiten, Staatsgeheimnisse und seltsame Todesfälle

In Australien haben Medienhäuser für mehr Pressefreiheit protestiert. Gegen mehrere Journalisten wird wegen der Veröffentlichung geheimer Informationen ermittelt.

Mit weitgehend geschwärzten Titelseiten haben Zeitungen in Australien eine Beschneidung der Pressefreiheit durch die Regierung angeprangert. In großen Tageszeitungen wie The Australian, The Sydney Morning Herald und The Daily Telegraph verdeckten schwarze Balken Text und Fotos. Die Zeitungen stellten die Frage: "Wenn die Regierung die Wahrheit verschweigt, was vertuscht sie?" Die koordinierte Aktion stand unter dem Motto "Your Right to Know" ("Ihr Recht, zu wissen"), insgesamt beteiligten sich 19 Zeitungen und Journalistenverbände.

Hintergrund sind Polizeidurchsuchungen beim öffentlich-rechtlichen Sender ABC und in der Wohnung einer Zeitungsjournalistin im Juni. In beiden Fällen ermittelt die Polizei wegen der Veröffentlichung geheimer Informationen aus Regierungs- und Sicherheitskreisen. Gegen einen ehemaligen Anwalt der Armee ist in dem Fall bereits ein Strafverfahren eingeleitet worden, etlichen Journalisten droht dies ebenfalls.

Der Sender ABC hatte 2017 Regierungsdokumente erhalten, die belegen sollen, dass australische Sondereinsatzkräfte in Afghanistan Zivilisten töteten. Die Zeitungsjournalistin wiederum hatte über Versuche der Behörden berichtet, die heimische Kommunikation von Australiern umfassend ausspionieren zu dürfen. Die Ermittlungen gegen die Journalisten basieren auf strikten Gesetzen zum Schutz der nationalen Sicherheit. Australische Medien sehen in ihnen jedoch eine Einschüchterung der Presse sowie eine Einschränkung der Pressefreiheit, weil Journalistinnen und Journalisten wegen der Veröffentlichung geheimer Informationen strafrechtliche Konsequenzen befürchten müssen.

mehr:
Australische Zeitungen erscheinen mit geschwärzten Titelseiten (ZON, 21.10.2019)
siehe auch:
Julian Assange beklagt unfaires Verfahren (Harald Neuber, Telepolis, 21.10.2019)
Warum Australiens Zeitungen ihre Titelseiten schwärzen (Welt, 21.10.2019)
WikiLeaks-Gründer Assange hinterlässt vor Gericht verwirrten Eindruck (SPON, 21.10.2019)
Protestaktion "Your Right to Know" Warum Australiens Zeitungen heute ihre Titelseiten schwärzen (SPON, 21.10.2019)
Australische Tageszeitungen schwärzen ihre Titelseiten (Welt, 21.10.2019)
Protest für mehr Pressefreiheit : Australische Zeitungen erscheinen mit geschwärzten Titelseiten (SZ, 21.10.2019)
Assange wird fertiggemacht… (SZ, 05.09.2019)
Die Verbannung der Wahrheit (SZ, 24.01.2019)


Obwohl die Anti-Geheimhaltungsorganisation diesbezüglich keine besonderen Anklagen erhebt, werfen diese Informationen neue besorgniserregende Fragen zum Autounfall auf, bei dem der Journalist Michael Hastings im Juni 2013 getötet wurde.[…]

Zum Zeitpunkt seines Todes untersuchte Hastings eine weitere wichtige Persönlichkeit im Militär- und Geheimdienstapparat der Obama-Regierung, den damaligen CIA-Direktor John Brennan. Zu diesem Zeitpunkt erklärte die Polizei, dass es sich nicht um ein „Foulspiel“ handele. Vor dem Unfall hatte Hastings jedoch seinen Kollegen mitgeteilt, dass er unter staatlicher Überwachung stehe. Er vermutete auch, dass sein eigenes Fahrzeug manipuliert worden war, nachdem er einen Nachbarn gebeten hatte, ihm ein Auto zu leihen.[…]

Aus den WikiLeaks-Dokumenten geht hervor, dass Hastings 'Verdacht auf sein Fahrzeug durchaus berechtigt gewesen sein könnte. Die Sitzungsnotizen vom Oktober 2014 zeigen, dass die CIA über eine Abteilung namens Embedded Development Branch verfügt, in der „potenzielle Missionsbereiche“ wie Software und Netzwerkgeräte als Ziele für Hacking aufgeführt sind. Eines der aufgelisteten Ziele sind "Fahrzeugsysteme (z. B. VSEP)", die sich wahrscheinlich auf die eingebetteten Computersysteme beziehen, die beim Betrieb moderner Autos eine wichtige Rolle spielen (obwohl das Akronym nicht ausgesprochen wird).[…]

Weitergehend wäre es der CIA anscheinend auch möglich, ein Auto (oder eine Fabrik oder einen Zug) anzugreifen und es so aussehen zu lassen, als ob ein anderes Land es getan hätte. Teil der WikiLeaks-Enthüllungen ist ein Programm namens „Umbrage“, eine Bibliothek von Cyberattack-Techniken, die in anderen Ländern, einschließlich Russland, entwickelt wurden. Wenn eine dieser Methoden zum Angriff auf eingebettete Systeme entwickelt wurde oder wenn die CIA den Eindruck erwecken kann, dass ihr Code in einem anderen Land entwickelt wurde, könnte dies der Fall sein, wenn ein Journalist, der die CIA untersucht, das nächste Mal bei einem Autounfall stirbt war der "Chinese" oder die "Russen", die es taten.
[Bryan Dyne, WikiLeaks revelations raise new questions about the death of journalist Michael Hastings, World Socialist Website, 09.03.2017 – Google-Übersetzer]
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Nach dem Unfall von Hastings traten Spekulationen auf, der Autounfall sei gezielt herbeigeführt worden. Da Hastings im Februar 2012 ein hoch brisantes Dokument des United States Department of Homeland Security veröffentlichte, welches zeigt, wie die US-Regierung die Demonstranten der Occupy Wall StreetBewegung überwacht und Einfluss nimmt[22] und Hastings unter anderem an einer Veröffentlichung über den CIA-Direktor John O. Brennan arbeitete, wurde seine journalistische Arbeit als Gefährdung nachrichtendienstlicher Interessen gesehen und eine Verstrickung von Geheimdiensten in seinen Tod vermutet.[23]
Das erscheint auch deshalb nicht abwegig, weil der Ex-NSA und CIA-Chef, General Michael V. Hayden laut Süddeutscher Zeitung sagte: „Ja, wir nutzen gezielte Tötungen und ich hoffe, dass die Fähigkeiten der NSA dabei in vollem Umfang genutzt werden“[24][25] Solche gezielte Tötung ("Targeted Killing") hatten öffentlich auch US-Vize-Präsident Joe BidenSarah PalinMike HuckabeeGordon Liddy und diverse weitere Personen direkt oder indirekt für Julian Assange gefordert und (Ex-)Whistleblower wie Daniel Ellsberg hatten davor gewarnt.[26]
Wie ehemals in der Operation Mockingbird oder wie von Hastings aktuell in Sachen Occupy Wall Street publiziert wurde,[22] werden das FBI (und z. T. auch andere US-Geheimdienste) angewiesen, gegen US-Bürger vorzugehen, wenn sie zum Beispiel Whistleblowern und Menschenrechts-Schützern wie Edward Snowden oder Thomas Drake (auch nur indirekt) Unterstützung bieten[27][28] (s. auch unter Lavabit). So berichtet es der regierungskritische ehemalige Polizist Allen Duncan (damals New Jersey) bereits 2001 im WDR. Duncan: „Im Moment wird in unserem Land gegen jede Kritik und abweichende Meinung hart durchgegriffen. Eine ganze Reihe von Leuten mit Internetseiten wurden vom Geheimdienst belästigt für Sachen, die sie geschrieben hatten. Ihre Websites wurden geschlossen, ihre Wohnungen durchsucht. Ich wurde gewarnt, dass ich beobachtet würde und mich in Gefahr begeben könnte.“[29] Die Vorfälle scheinen durch die neue Behörde United States Cyber Command (Die Planungspunkte siehe unter U. S. Department of Defense Strategy for Operating in Cyberspace) und den Ausbau der National Security Agency (NSA) weiter vorangetrieben zu werden.
Betreffend Hastings sagte der langjährige US-Sicherheitskoordinator Richard Clarke in der Huffington Post: „meine Regel war es immer, man gibt eine Verschwörungstheorie erst auf, wenn wirklich bewiesen ist, dass sie nicht stimmt. Und im Fall von Michael Hastings legen die öffentlich verfügbaren Informationen einen Cyber-Angriff auf das Auto nahe.“[10][30] Am 18. Juni 2013 schürte ein Tweet von Wikileaksweitere Diskussionen: „Bei Michael Hastings’ Tod gibt es sehr ernst zu nehmende, nicht-öffentliche Verstrickungen. Mehr Details später.“ Wikileaks gaben dann bekannt, dass Hastings auch Wikileaks-Anwältin Jennifer Robinson kontaktiert hatte, um ihr mitzuteilen, dass er vom FBI überwacht werde. Und auch Buzz-Feed Chef-Redakteur Ben Smith bestätigte, dass Hastings, kurz bevor er starb, besorgt gewesen sei, unter der Beobachtung des FBI zu stehen. Selbst das Dementi des FBI, in solchen Fällen unüblich, nährte die Spekulationen. Das Nachrichtenmagazin des Senders CBS „Inside Edition“ berichte in „Tragischer Unfall oder Mord?“ über die verschiedenen Verschwörungstheorien.[31]
Hastings Unfall war im Juli 2014 für den NDR-Reporter Klaus Scherer und den Filmemacher Rudolph Herzog Anlass, der Fragen nachzugehen ob der Bordcomputer von Hastings Mercedes gehackt und ferngesteuert worden sein könnte.[32][4] 
[Michael Hastings (Journalist), Mögliche Hintergründe und Spekulationen zu seinem Tod, Wikipedia, abgerufen am 23.10.2019 – Hervorhebung von mir] 
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- Der CIA-Folterreport (SZ, 18.12.2014)
27 000 PR-Berater polieren Image der USA (Post, 12.02.2009)

Who Killed Michael Hastings? {9:14 – Start bei 3:54 »Was hat Michael Hastings zur Zeit seines Todes recherchiert?«}

Thom Hartmann Program
Am 29.10.2013 veröffentlicht 
Thom Hartmann talks with Carl Gibson, Investigative Journalist - Occupy.com
Website: www.occupy.com, about the mysterious death of reporter Michael Hastings.
If you liked this clip of The Thom Hartmann Program, please do us a big favor and share it with your friends... and hit that "like" button!
http://www.thomhartmann.com

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Gary Stephen Webb (* 31. August 1955 in CoronaKalifornien; † 10. Dezember 2004 in Sacramento, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Investigativjournalist und ein Gewinner des Pulitzer-Preises. Webb wurde vor allem durch seine Artikelserie Dark Alliancebekannt, in der er 1996 Verbindungen des US-amerikanischen Auslandsgeheimdiensts CIA zum organisierten Drogenhandel beschrieb. Infolge der scharfen Kritik großer US-Zeitungen an der umfangreich dokumentierten Artikelserie verlor er seinen Job und konnte beruflich nie wieder Fuß fassen. 2004 beging Webb laut Untersuchungsergebnis des zuständigen Coroners Suizid. Die Tatsache, dass er durch zwei Schüsse in den Kopf starb, ist seither vielfacher Anlass für Verschwörungstheorien. […] 

Die Serie traf auf große Resonanz, die Internetseite der Zeitung verzeichnete in der Hochphase 1,3 Millionen Besucher pro Tag. Die Enthüllungen lösten einen Aufruhr in der Black Community aus, da vor allem die Afro-Amerikaner Opfer der durch den Zustrom von billigem Kokain nach Kalifornien ausgelösten Crack-Welle der 1980er Jahre waren. Auf dem Höhepunkt des Aufruhrs der öffentlichen Meinung sah sich der damalige CIA-Chef John Deutch bei einer öffentlichen Veranstaltung in Los Angeles einer aufgebrachten Menge gegenüber, die er nur durch das Versprechen einer offiziellen Untersuchung besänftigen konnte. Auf der Veranstaltung trat auch Michael C. Ruppert auf, ein ehemaliger Drogenfahnder des Los Angeles Police Department. Er konfrontierte Deutch mit dem Vorwurf, dass die CIA auch dafür gesorgt habe, dass die Polizei die Verteilung des Kokains in den Innenstädten nicht behindere. Insbesondere sei er selber Ende der 1970er Jahre von der CIA kontaktiert worden, um bei der Vertuschung von Drogenaktivitäten mitzuwirken. Er nannte dabei drei entsprechende verdeckte Operationen der CIA: Amadeus, Pegasus und Watchtower.[3]
Hauptthesen von Webb in den Dark-Alliance-Artikeln
Die Dark-Alliance-Serie bestand aus an drei aufeinanderfolgenden Tagen publizierten Artikeln mit zusammen rund 20.000 Wörtern (siehe Weblinks).[4]
  • Die von der CIA organisierten Contras hatten tatsächlich Kokain verkauft, um ihre Aktivitäten zu finanzieren. Diese Behauptung hatten die großen Medien und die CIA heftig bestritten, seit Journalisten Mitte der 1980er Jahre (siehe Weblinks) erstmals über den Drogenhandel der Contras berichtet hatten.
  • Die Contras hatten in den Ghettos von Los Angeles Kokain verkauft, und ihr wichtigster Kunde war der größte Crack-Dealer von Los Angeles gewesen. 
  • Elemente in der US-Regierung wussten damals über die Aktivitäten des Drogenrings Bescheid und unternahmen wenig oder nichts, um ihnen ein Ende zu setzen.
  • Der Drogenring spielte bei Entstehung und Aufrechterhaltung des ersten großen auf Crack basierenden Kokainmarkts in den USA eine zentrale Rolle.
  • Die ursprünglich auf Los Angeles beschränkten Banden Crips und Bloods konnten mittels ihrer Gewinne aus dem Crack-Verkauf auch in anderen Städten Fuß fassen und den Crack-Missbrauch auch dort in den Vierteln der Schwarzen verbreiten, so dass aus einem schweren regionalen Problem ein schweres nationales Problem wurde.
Webb warf der CIA dabei keinesfalls vor, dass sie die Vorgänge gezielt oder im Sinne einer Verschwörung gegen die schwarze Bevölkerung der USA gefördert hätte, wie ihm viele Kritiker entgegenhielten. Vielmehr bewertete er das Geschehen folgendermaßen: Eine dumme Idee hatte dank dummer politischer Entscheidungen und verheerendem historischen Timing zur Katastrophe geführt.(Zensor USA, S. 252)
[Gary Webb (Journalist), Dark AllianceWikipedia, abgerufen am 23.10.2019 – Hervorhebung von mir]
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Geheime Befugnisse: Ausnahmezustand 9/11 - Dirk Pohlmann (Teil 2) | ExoMagazin {13:42 – Start bei 11:43 – Pohlmann über DeFazio-Nachfrage: »Das geht Dich nichts an.«}

ExoMagazinTV
Am 03.08.2018 veröffentlicht 
Seit dem 11. September 2001 operiert die US-Regierung im "Continuity of Government"-Modus - ein Ende des Ausnahmezustands ist nicht in Sicht.
Der investigative Journalist und Filmemacher Dirk Pohlmann deckt im zweiten Teil seines Vortrags auf, wie und von welchen Akteuren der in den USA ausgerufene Ausnahmezustand unter großer Geheimhaltung vorbereitet wurde. Patriot Act, Total Information Awareness, extralegale Hinrichtungen, Geheimgefängnisse der CIA – sie dienen nicht nur der zeitweiligen Verfolgung von Terrorverdächtigen, sondern wurden für einen langen Zeitraum eingerichtet, dessen Ende nicht abzusehen ist.
►►Den gesamten Beitrag hier anschauen: http://bit.ly/2AzYdNH

Kill The Messenger - Offizieller Trailer [2K] [UHD] (Deutsch/German) {2:03 – Start bei 1:33}

2K Trailer
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
2K-Trailer abonnieren: ► http://ytb.li/2KTrailer ✔
Stream or buy ► http://2k.fty.li/buy
Kill The Messenger:
1996 veröffentlicht Webb die Artikelserie „Dark Alliance“. Daran belegt er an Hand zahlreicher Dokumente, dass die CIA in den 1980er Jahren nicaraguanische Contra-Rebellen Kokain in die USA schmuggeln ließ. Damit wollten die Rebellen den Guerillakrieg gegen die Sandinisten finanzieren. Die Resonanz der Enthüllung ist gigantisch, stößt mit zunehmender Zeit aber auf immer mehr Kritik. Dies kostet Webb sogar seinen Job. Für 2005 kündigt der Journalist einen Dokumentarfilm und ein Buch mit neuen Enthüllungen an. Doch dazu kommt es nicht mehr: Gary Webb wird am 10. Dezember 2004 mit zwei Kopfschüssen Tod in seiner Wohnung aufgefunden. Noch vor Ende der Untersuchungen entscheidet der zuständige Richter auf Selbstmord.
Regie: Michael Cuesta
Cast: Jeremy Renner, Mary Elizabeth Winstead, Michael Sheen

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Adler Berriman „Barry“ Seal (* 16. Juli 1939 in Baton RougeLouisiana; † 19. Februar 1986 in Baton Rouge, Louisiana) war ein Drogenschmuggler und DEA-Informant, der große Mengen Kokain in die USA flog. Er gilt als einer der erfolgreichsten Drogenschmuggler in der Geschichte. Der Straßenverkaufswert der von ihm eingeführten Drogen wird von Behörden auf drei bis fünf Milliarden US-Dollar geschätzt. […]
Auf einem der von Seal gelieferten Fotos waren neben sandinistischen Soldaten, die Kokain in ein Flugzeug verluden, auch Pablo Escobar und andere Mitglieder des Medellin-Kartells zu sehen. Nachdem das Foto öffentlich gemacht worden war, wurde Seal durch einen Zeitungsartikel als Informant enttarnt. Daraufhin stellte er seine weiteren Aktivitäten ein. Am 19. Februar 1986 wurde er auf offener Straße von einem kolumbianischen Killerkommando erschossen.
[Barry Seal (Drogenschmuggler)Wikipedia, abgerufen am 23.10.2019 – Hervorhebung von mir]
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siehe dazu auch:
- Verschwörungstheorien #3: Iran-Contra Affäre - mit Claire Schieffer und Dirk Pohlmann (Post, 06.06.2018 – Start bei 7:32 – 1973/74: Barry Seal’s Deal mit der DEA)
Narcos | Barry Seal | American Dope {18:02}

Al Profit
Am 06.01.2019 veröffentlicht 
Subscribe: http://bit.ly/2qtkeWE
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Merch: http://Www.AmericanDope.com
American Dope Podcast:
Itunes: https://apple.co/2EHxlgQ
Spotify: https://spoti.fi/2ytebpq
Stitcher: http://bit.ly/2AoAyxs
Barry Seal is a major figure in the history of the underground economy during the 70's and 80's. He smuggled huge loads for the Medellin Cartel and, at times, worked as a CIA operative. His secret photos of Pablo Escobar and Communist officials loading up one of his planes with product was so important that Ronald Reagan showed them live on national TV. This is a long form excerpt from the forthcoming "Kokaine Kondor"
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Please watch: "Original Black Mafia Chronicles part 1 - Motown Mafia"
https://www.youtube.com/watch?v=8OkQD...