Die Psychologie betreffenden Posts habe ich in »Roths Psychoblog« eingestellt. Eine Liste der Musikvideos findet sich unter »Tornado’s Music Favourites« (siehe unter »Links«). Das Posten eines Videos schließt das Hinzufügen des Infotextes mit ein. (Ich bemühe mich, offensichtliche Werbung wegzulassen) Dieser gibt also nicht notwendigerweise meine Meinung wieder! Das verwendete Bild stammt aus Bob Dylan’s Video »Jokerman«. Ich speichere keine Daten!
Clemens Arvay - Rufmord in der Wikipedia, die Analyse | #44 Wikihausen {1:36:12}
wikihausen
Am 17.10.2020 veröffentlicht
Der Biologe und Gesundheitsökologe Clemens Arvay hat sich kritisch zu RNA Impfungen und zu den drastisch verkürzten Zulassungsverfahren geäußert.Seitdem wird er in der Wikipedia regelrecht attackiert.
Der Artikel zu seiner Person wird Stück für Stück gezielt umgeschrieben. Positive Rezeptionen werden trotz qualitativ hochwertigen Belege und Quellen gelöscht.Negatives wird regelwidrig sogar aus offensichtlich meinungsmachenden Blogs und Zeitungsartikeln in den Artikel eingebaut.
Federführend sind die einschlägig bekannten Wikipedianer Fiona B. und PerfectTommy.
Letzterer ist Vertreter der selbsternannten "Skeptiker", einer weltanschaulichen Gruppe, die Eugenik (="Transhumanismus") und Satanismus gut findet und dabei sehr viele Parallelen zur NS- Ideologie im dritten Reich zeigt.
Üblicher Weise diskreditieren aber genau diese Personen ihre als Gegner ausgemachten Opfer als Antisemiten, Rechtsradikale und Verschwörungstheoretiker.
Vielen Menschen gilt die Wikipedia immer noch als seriöses, neutrales Nachschlagewerk. Dass dies vor allem auf den geistes- und politikwissenschaftlichen Bereich der deutschsprachigen Wikipedia schon lange nicht mehr zutrifft, sollte aufmerksamen Lesern der NachDenkSeiten bereits bekannt sein. Zur Verteidigung der Wikipedia wurde bislang stets angeführt, dass die Qualität auf den naturwissenschaftlichen Themenfeldern immer noch akzeptabel sei; doch dieses Urteil muss nun auch revidiert werden. Ein erschreckendes Beispiel für den Missbrauch der Online-Enzyklopädie als ein Werkzeug für Rufmord und interessengeleitete Meinungsmache liefert die aktuelle Kampagne gegen den österreichischen Biologen Clemens Arvay. Der hatte sich in jüngster Vergangenheit mehrfach kritisch zu den verkürzten Zulassungsverfahren bei der Entwicklung der Corona-Impfstoffe geäußert. Das gefiel einigen Wiki-Aktivisten offenbar gar nicht. Von Jens Berger
Um möglichst schnell einen Impfstoff gegen Covid-19 auf den Markt zu bringen, wurden weltweit die gängigen Zulassungsverfahren verkürzt, oder wie man es wissenschaftlich korrekt nennen würde, „teleskopiert“. Darauf haben auch die NachDenkSeiten kritisch hingewiesen und dabei unter anderem auch ein Interview mit dem österreichischen Biologen Clemens Arvay verlinkt. Seitdem hat Arvay seine Kritik in zahlreichen weiteren Fachpublikationen, Interviews und Videos auf seinem eigenen YouTube-Kanal verfeinert und ergänzt. Inhaltlich sind diese Beiträge äußerst empfehlenswert und decken sich mit der Kritik des angesehenen amerikanischen Genetikers und Molekularbiologen William Haseltine. Auch der bekannte deutsche Virologe Alexander Kekulé äußerte in seinem Podcast beim MDR mehrfach (z.B. in Folge 105) die Kritikpunkte, die auch Arvay anführt.
Doch um Inhalte geht es bei der stellenweise hysterisch geführten Debatte zu Corona offenbar nicht. Kaum hatten sich Arvays Beiträge in Wort und Bild verbreitet, entflammte auf seinem Eintrag in der Wikipedia ein sogenannter „Edit-War“, bei dem sich vor allem zwei Wiki-Aktivisten besonders hervortaten. Wer sich den Verlauf der Änderungen in Arvays Eintrag und die begleitende Debatte anschaut, kann da kaum an einen Zufall glauben. Generalstabsmäßig wurde eine Kampagne lanciert, deren Ziel ganz offensichtlich der Rufmord und die Zerstörung der Glaubwürdigkeit des Biologen ist, der nun laut Wikipedia noch nicht einmal mehr als „Biologe“ bezeichnet werden soll. Ein vollkommen absurder Vorgang, da bereits zwei anerkannte Professoren in schriftlichen Stellungnahmen (hier und hier) den Wiki-Aktivisten versichert haben, dass Arvay als Biologe bezeichnet werden kann und sogar die ehemalige Fachbereichsleiterin der Wiener Uni, die Arvays Diplomarbeit seinerzeit betreute, der Wikimedia Foundation schriftlich bestätigt hat, dass Arvay den Titel „Biologe“ rechtmäßig führen darf. Aber was interessieren Primärquellen die Wikipedia? Arvay wird dort immer noch nicht als Biologe, sondern als Sachbuchautor bezeichnet. Ebenso skurril ist die Begründung – er arbeite nicht als Biologe, sondern er schreibe Sachbücher, so die bestechende Logik einer Wiki-Aktivistin, die sich bei der Kampagne gegen Arvay besonders hervortat. Demnach müsste beispielsweise ein Hans-Werner Sinn ebenfalls als Sachbuchautor und nicht als Wirtschaftswissenschaftler geführt werden, ist er doch schon lange nicht mehr im wissenschaftlichen Bereich tätig.
Vorbemerkung: Wenn ich die Geschichte von dieser Textänderung erzähle, muß ich immer wieder neu recherchieren. Um mir die Arbeit zu ersparen, hier also der Post zur Textänderung im Abschnitt »Unmittelbaren Vorgeschichte der Kubakrise« – zusammen mit einem aus verschiedenen Quellen zusammengestellten geschichtlichen Hintergrund:
Die Vorgeschichte zur Vorgeschichte:
Nach Ende des 2. Weltkriegs gab es mit den Vereinigten Staaten von Amerika und der Sowjetunion nur noch zwei globale Weltmächte. Da diese beiden Nationen völlig gegensätzliche Ideologien und Wirtschaftssysteme vertraten, kam es zu einem Konflikt, der als "Kalter Krieg" bezeichnet wurde. Ein typisches Merkmal des Kalten Krieges war das gegenseitige Wettrüsten, das in den 50-er Jahren einsetzte und zur Entwicklung von immer neuen Waffentechniken führte. Dazu gehörten zunächst vor allem Langstreckenbomber. 1957 gelang es der Sowjetunion jedoch, Interkontinentalraketen zu entwickeln, was bei den USA und ihren Verbündeten für Entsetzen sorgte. Aufgrund langer Vorwarnzeiten war ein Überraschungsangriff mit diesem Raketentypus allerdings nicht möglich. Das bedeutete, dass die Waffen näher an ihre Ziele herangeführt werden mussten, weshalb die Sowjetunion ab 1958 atomare Mittelstreckenraketen in der DDR stationierte. Die USA reagierten daraufhin mit der Stationierung von Atomraketen in Großbritannien, Italien und der Türkei. Ein nuklearer Erstschlag zur Vernichtung des jeweiligen Gegners wurde dabei nicht ausgeschlossen. [Kubakrise, geschichte-lexikon.de, undatiert – Hervorhebung von mir]
1958 eröffneten die USA mit der Stationierung von nuklearen Mittelstreckenraketen in Europa ein gefährliches Spiel, das in der Kubakrise gipfelte. In England stationierte man 60 Raketensysteme vom Typ THOR, in Italien 30 Raketensysteme und in der Türkei 15 Raketensysteme vom Typ Jupiter. Großbritannien verfolgte 1958 eine Counter-City-Strategy, die 131 Städte der Länder des Warschauer Vertrages ins nukleare Visier nahm (Siehe Luftmarschall Tuttle ans britische Verteidigungsministerium 1. April 1958). In Reichweite der THOR-Raketen lagen 46 Großstädte, darunter Moskau.
Einen Schritt zur Kompensierung des möglichen nuklearen Enthauptungsschlages stellte die Stationierung von 4 R-5M-Raketen (SS-3) in der DDR dar. Am Ende des Jahres 1958 verlegte die 72. Ingenieurbrigade - Kommandeur Oberst Cholopow - zwei Raketenabteilungen nach Vogelsang und Fürstenberg. Im Sommer 1959 zog die Sowjetunion diese Raketen wieder ab - vermutlich wegen der Indienststellung der Rakete R-12 (SS-4) - mit der vom sowjetischen Territorium die meisten Punkte in Europa bekämpft werden konnten. Erst nach Zerfall der Sowjetunion wurde dieser Teil der Geschichte des Kalten Krieges bekannt.
Im Brief vom 27. Oktober 1962 schreibt Chruschtschow an Kennedy: "Ihre Raketen stehen in Großbritannien, in Italien und sind gegen uns gerichtet. Ihre Raketen stehen in der Türkei. Sie sind beunruhigt über Kuba. Sie sagen, das beunruhigt Sie, weil es nur 150 Kilometer vor der Küste der Vereinigten Staaten von Amerika liegt. Aber die Türkei grenzt an unser Land; unsere Wachposten patrouillieren hin und her und können einander sehen. Meinen Sie denn, Sie hätten das Recht, Sicherheit für Ihr Land zu verlangen und den Abzug der Waffen zu fordern, die Sie offensiv nennen, uns aber dasselbe Recht nicht zuzugestehen? Sie haben vernichtende Raketenwaffen, die Sie offensiv nennen, in der Türkei stationiert, buchstäblich in nächster Nähe unseres Landes. Wie läßt sich denn die Anerkennung unserer gleichwertigen militärischen Stärke mit so ungleichen Beziehungen zwischen unseren großen Staaten vereinbaren? Das ist unvereinbar." Zwei Jahre nach der Kubakrise und ein Jahr nach dem Tod des US-Präsidenten wurden die Raketen abgezogen. [Stationierung von Mittelstreckenraketen in Europa ab 1958, peterhall.de, undatiert]
Mein Kommentar: Es wäre ja mal interessant herauszufinden, was mit den 60 Thor-Systemen auf der britischen Insel wurde. In Wikipedia wurden (und werden) sie nicht erwähnt…
Weiteres siehe unten…
Als Nikita Chruschtschow auf dem Höhepunkt der Karibischen Krise in einer Botschaft an den US-Präsidenten vorschlug, den Abzug der Sowjetraketen aus Kuba mit der Demontage der Nato -Raketenbasen in der Türkei zu honorieren, antwortete John F. Kennedy mit einem brüsken Nein.
Als Amerikas Uno-Chefdelegierter Adlai Stevenson sich im geheimen "Komitee der Neun" (SPIEGEL 51/1962), das Kennedy während des Kuba-Konflikts beriet, für diesen Raketen-Handel einsetzte und empfahl, auch die Raketenbasen in Italien und Großbritannien mit einzubeziehen, wurde ihm öffentlich vorgeworfen, er sei ein Weichling und propagiere ein "neues München".
Zu diesem angeblichen München entschloß sich die US-Regierung indes Mitte Januar aus eigenem Ermessen: Präsident Kennedy vereinbarte mit seinem italienischen Gast, dem Ministerpräsidenten Fanfani, die Demontage der 30 amerikanischen Jupiter-Mittelstrekkenraketen in den Dolomiten und auf Sardinien.
Zugleich ließ Washington die türkische Regierung wissen, daß auch die 15 Jupiter-Geschosse in der Türkei, die dem russischen Regierungschef von jeher ein besonderes Ärgernis waren, zurückgezogen werden sollen.
Die Raketenbasen in Großbritannien werden bereits abgebaut: Von den 60 auf vier ostenglische Stützpunkte verteilten Thor-Mittelstreckenraketen wurden inzwischen 15 wieder in die USA zurückgebracht, um dort für friedliche Weltraumzwecke umgebaut zu werden.
"Die Kennedy-Regierung ist freilich bemüht", kommentierte die Londoner "Times" diese amerikanische Raketen-Abrüstung in Europa, "zu versichern, daß kein Zusammenhang (mit Kuba) bestehe und daß wichtige strategische und technische Gründe diesen Schritt rechtfertigen."
Die technischen Gründe sind seit langem bekannt: Die mit flüssigem Treibstoff angetriebenen Thor- und Jupiter -Raketen mit Reichweiten von 2400 Kilometern sind veraltet. In ihren offenen, den Sowjets genau bekannten Feuerstellungen sind sie leicht verwundbar und würden einen ersten Schlag des Gegners nicht überstehen. Zudem sind ihre potentiellen Ziele längst durch wirksamere Waffen abgedeckt.
Die strategischen Gründe ergeben sich aus der neuen Verteidigungskonzeption Kennedys, der jüngst schon die für Großbritanniens Nuklearmacht bestimmte Skybolt-Rakete zum Opfer fiel. Es handelt sich dabei - so die "Times" - um "eine Politik, die das Hauptgewicht der nuklearen Abschreckungsmacht innerhalb der amerikanischen Grenzen konzentrieren will".
Strategische Atomwaffen sollen nicht länger auf dem Gebiet der Verbündeten stationiert werden, nur noch taktische Atomwaffen von hoher Beweglichkeit. Nach dem langsamen Abbau des strategischen Bomber-Kommandos soll sich die amerikanische Nuklearmacht künftig auf zwei wirksame Waffen konzentrieren:
- die "Minuteman"-Feststoffrakete, die bei einer Reichweite von vorläufig 10 200 Kilometern von amerikanischem Boden aus jeden strategisch wichtigen Punkt der Erde erreichen kann; bis 1966 sollen 1000 Minuteman-Raketen inunterirdischen Feuerstellungen bereitstehen.
- die Polaris-Rakete, die, von atomgetriebenen Unterseebooten aus abgeschossen, eine Reichweite von 2400 und später 4600 Kilometern hat; bis 1967 sollen 41 U-Boote mit je 16 Raketen zur Verfügung stehen.
Eine Polaris-Flotte von sechs bis neun Booten soll als Ersatz für die demontierten Jupiter-Stellungen im Mittelmeer stationiert werden, sofern der Nato-Rat den amerikanischen Plänen zustimmt. Noch in diesem Jahr werden die ersten Boote im US-Flottenstützpunkt Rota (Spanien) eintreffen.
Diese schwimmenden Raketenbasen werden bis zu ihrer Eingliederung in die geplante multilaterale Nato-Polaris-Flotte unter US-Befehl bleiben, und zwar aus militärischen Führungsgründen. Aber ihre eventuellen Ziele werden vom Nato-Oberkommando bestimmt werden, dem zur Zeit auch die Raketenbasen in Italien und der Türkei unterstellt sind.
Der Abbau der veralteten Mittelstreckenraketen hat freilich nicht nur technische und militärische Gründe. Die Kennedy-Regierung verbindet damit zugleich eine Frontbegradigung gegenüber der Sowjet-Union, ein erstes Auseinanderrücken der Atommächte, das, wie sie hofft, von Chruschtschow als Geste des guten Willens gewertet wird, obgleich das eher von psychologischem als von praktischem Wert ist.
"Möge diese Entscheidung", so schrieb dazu das US-Nachrichtenmagazin "Newsweek", "von Chruschtschow als Zeichen dafür gewertet werden, daß die Möglichkeit besteht, mit dem Westen zu einer Verständigung über lebenswichtige Fragen zu gelangen."
Der Sowjetpremier, dessen Spitzendiplomaten nach der Kuba-Krise mit Kennedys Beratern wochenlang intime Verhandlungen geführt hatten, zeigte sich in der Tat willens, die amerikanische Anregung aufzugreifen. In einem Brief an den US-Präsidenten fand sich Chruschtschow zu Konzessionen in einer Frage bereit, die für die beiden Weltmächte angesichts der Gefahr einer weiteren Ausbreitung der Atomwaffen immer dringlicher wird: der Einstellung der Atomtests.
[NATO / RAKETEN-STRATEGIE: Rückzug angeordnet, Spiegel, 30.01.1963, Hervorhebungen von mir]
Dass es überhaupt zu dieser Krise kommen konnte, lag in der Logik des Widerspruchs zwischen atomarer Abschreckung und offensiver Atomkriegsführung.
Ginge es bei Atomwaffen ausschließlich um die Aufrechterhaltung einer atomaren Abschreckung, so würden wenige dieser Waffen verbunden mit einer gesicherten Zweitschlagskapazität ausreichen, um dem vermeintlichen Gegner glaubwürdig vernichtende Schläge anzudrohen. Doch mit der Logik des „Wer als erster schießt, stirbt als zweiter“, lässt sich kein atomarer Angriffskrieg planen. Dafür braucht die angreifende Seite zumindest die Hoffnung, einen solchen Krieg gewinnen zu können.
Mit der Aufstellung von atomaren Mittelstreckenraketen des Typs Thor in England sowie des Typs Jupiter in Südostitalien und in der Türkei ab Januar 1959 hofften die USA, ihre Raketen so nahe an Zielen in der UdSSR installiert zu haben, dass ein Überraschungsangriff möglich sein könnte. Ausdrücklich wurde von den USA in ihrer Militärdoktrin ein Ersteinsatz von Atomwaffen nicht ausgeschlossen. Im April 1962 waren diese Raketen einsatzbereit. Da sie nicht besonders geschützt, sondern leicht angreifbar waren, eigneten sie sich nur für einen Erstschlag. Unterstützung in einem solchen Atomkriegsszenario konnten die mit Polaris-Atomraketen bestückten U-Boote bieten, denen die UdSSR zu diesem Zeitpunkt nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen hatte.
Nach dem Bruch zwischen Kuba und den USA im Oktober 1960 eröffnete ein Bündnis mit Kuba der UdSSR auch neue militärstrategische Optionen. Ab Juli 1962 begann die UdSSR heimlich mit der Stationierung von Militär. Die sowjetische Marine und Handelsflotte brachte über 42.000 Soldaten und 230.000 Tonnen Ausrüstung nach Kuba, darunter auch 40 R-12- und 24 R-14-Mittelstreckenraketen mit dazugehörigen Atomsprengköpfen mit einer Sprengkraft von 0,65, bzw. 1,65 Megatonnen TNT. Zum Vergleich: Die von den USA über Nagasaki abgeworfene Atombombe hatte eine Sprengkraft von 0,024 Megatonnen.
Die UdSSR konnte ihre Truppen- und Raketenstationierung nach der mit verdeckter Unterstützung der CIA durch Exilkubaner ausgeführten Invasion in der Schweinebucht im April 1961 problemlos als Hilfe für die Verteidigung Kubas gegen eine drohende US-Invasion begründen und zugleich ein atomares Potenzial aufbauen, das die bisherigen Schwächen im strategischen Vergleich gegenüber den USA ausgleichen sollte.
Am 5. und 29. August 1962 konnte die CIA auf Fotos eines Aufklärungsflugzeugs des Typs U-2 Startvorrichtungen für sowjetische Luftabwehrraketen in der Provinz Pinar del Río nachweisen. Am 14. Oktober von U-2-Flugzeugen aufgenommene Fotos zeigten sowjetische Techniker und Soldaten beim Bau von Startrampen für sowjetische Mittelstreckenraketen des Typs SS-4 und SS-5 in der Nähe von San Cristóbal.
Die USA waren jetzt in einer vergleichbar ungünstigen Lage wie die UdSSR. Der Gegner im Kalten Krieg konnte in absehbarer Zeit ihr Territorium von Kuba aus mit atomaren Mittelstreckenraketen mit kurzen Vorwarnzeiten bedrohen, so wie sie die UdSSR bereits von europäischem und türkischem Territorium aus bedrohen konnten. Daraufhin berief Präsident John F. Kennedy am 16. Oktober einen Beraterstab ein, der zwei alternative Reaktionsmöglichkeiten erörterte: Hinnehmen der Stationierung oder Luftangriffe und Invasion.
[Otmar Steinbicker, Kuba-Krise – Nahe am Abgrund, Friedensforum 4/2015 – Hervorhebungen von mir]
Im Mai 1962 präsentiert der sowjetische Präsident Nikita Chruschtschow im engeren Machtzirkel der sowjetischen Führung seine Idee, auf Kuba Raketen mit Nuklearsprengköpfen zu stationieren.
Die USA hatten sich nach Auffassung von Chruschtschow mit der Stationierung von Jupiter-Raketen in der Türkei und in Italien einen unverhältnismäßig großen Vorteil verschafft. Außerdem waren sie in der Entwicklung strategischer Waffen klar überlegen. Dies könne mit der Stationierung von Raketen auf Kuba verändert werden. Ein zweites Motiv ist für Chruschtschow der Schutz der kubanische Revolution: "Die USA werden nach dem Scheitern in der Schweinebucht weitermachen, nicht mit Söldnern, sondern nun direkt intervenieren – nur Nuklearwaffen können sie stoppen".
Nach mehreren Debatten entscheidet sich der Sicherheitsrat der UdSSR für eine Stationierung von Nuklearwaffen auf Kuba. Eine Abordnung der sowjetischen Luftwaffe und der Roten Armee reist auf die Karibikinsel, um Fidel Castro die Pläne zu übermitteln. Dieser berät sich mit der kubanischen Führungsrunde, den „Vereinigten Revolutionären Organisationen“, über den Vorschlag. Neben Sicherheitsbedenken gegen die gefährlichen Nuklearwaffen auf der Insel, die mit der Stationierung der Waffen automatisch zur sowjetischen Militärbasis wird, überwiegen für die Kubaner jedoch die positiven Auswirkungen des sowjetischen Plans. Sie bedeuten eine Stärkung des sozialistischen Lagers und eine gewaltige Erhöhung der Verteidigungskraft Kubas, die eine Abschreckung jeglicher Invasion von außen bedeutet. Kuba stimmt dem Plan der UdSSR zu.
[Raimund Krämer, Ost-West: Ein Wettlauf atomarer Aufrüstung, planet-schule.de, undatiert]
Zu den beiden Versionen:
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Von 1959 an stationierten die USA in Italien eine Staffel mit 25 und in der Türkei zwei Staffeln mit je 25 nuklear bestückten Mittelstreckenraketen vom Typ Jupiter, die auf die UdSSR gerichtet waren.
Am 26. und 27. Oktober 1960 starteten die USA von der Laughlin Air Force Base in Texas erstmals auch U-2-Aufklärungsflüge über Kuba. Am 5. September 1961 wurden erstmals Aufnahmen von Flugabwehrraketen vom Typ S-75 und von Kampfflugzeugen vom Typ MiG-21 Fishbed gemacht.
Im April 1962 wurden die amerikanischen Thor- und Jupiter-Atomraketen in der Türkei einsatzbereit gemacht. Weil sie wegen ihrer ungeschützten Aufstellung leicht angreifbar waren, konnten sie nur zu einem atomaren Erstschlag genutzt werden.
Zudem fuhren auf den Meeren US-U-Boote mit Polaris-Atomraketen. Diese Submarine Launched Ballistic Missiles konnten auch unter Wasser abgefeuert werden und waren entsprechend schwer zu treffen. Die Sowjetunion hatte zu dem Zeitpunkt nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen. [Kubakrise, Unmittelbare Vorgeschichte, Wikipedia, freigegeben am 15.05.2015 – Hervorhebung von mir]
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Von 1959 an stationierten die USA in Italien eine Staffel mit 25 und in der Türkei zwei Staffeln mit je 25 nuklear bestückten Mittelstreckenraketen vom Typ Jupiter, die auf die UdSSR gerichtet waren.
Am 26. und 27. Oktober 1960 starteten die USA von der Laughlin Air Force Base in Texas erstmals auch U-2-Aufklärungsflüge über Kuba. Am 5. September 1961 wurden erstmals Aufnahmen von Flugabwehrraketen vom Typ S-75 und von Kampfflugzeugen vom Typ MiG-21 Fishbed gemacht.
Im April 1962 wurden die amerikanischen Thor- und Jupiter-Atomraketen in der Türkei einsatzbereit gemacht.
Zudem fuhren auf den Meeren US-U-Boote mit Polaris-Atomraketen. Diese Submarine Launched Ballistic Missiles konnten auch unter Wasser abgefeuert werden und waren entsprechend schwer zu treffen. Die Sowjetunion hatte zu dem Zeitpunkt nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen. [Kubakrise, Unmittelbare Vorgeschichte, Wikipedia, freigegeben am 20.05.2015]
========== mein Kommentar: Ein kurzer Satz in Wikipedia, eine große Veränderung im Kopf des Lesers. Stellen wir uns zwei Leser vor, von denen der erste den Satz »Weil sie wegen ihrer ungeschützten Aufstellung leicht angreifbar waren, konnten sie nur zu einem atomaren Erstschlag genutzt werden.« liest (also vor dem 20. Mai 2015 sich den Artikel »Kubakrise« bei Wikipedia zu Gemüte führt). Der zweite Leser schaut nach dem 20. Mai 2015 in den Artikel rein und liest diesen Satz nicht. Preisfrage: Welcher der beiden Leser hat für den Versuch der sowjetischen Regierung, Atomraketen auf Kuba zu stationieren, (zumindest ein wenig) mehr Verständnis?
Und dann stellen wir uns die beiden in einem Streitgespräch über die Kubakrise – und den damit verbundenen sowjetischen Stationierungsversuch – vor.
Wenn man jetzt einen psychologischen Test machen würde und 100 Menschen den Wikipedia-Artikel mit und weiteren 100 Menschen den Wikipedia-Artikel ohne den Satz über die Verwendbarkeit der Thor-Raketen zu lesen geben würde: Wie würden die 100 Wikipedia-Leser »mit dem Satz«, und wie würden die anderen 100 Leser »ohne den Satz« den Grad der Agressivität der Sowjets einschätzen?
Um es noch ein wenig komplizierter zu machen: Ich selbst habe 1974 Abitur gemacht (und hatte noch das Bild der bösen sowjetischen Morlocks im Kopf, die der Lichtgestalt Kennedy das Leben schwer und der gesamten US-Nation Angst machen wollten). Erst im Jahr 2005 – also 30 Jahre später – erfuhr ich durch Zufall (ich las die damalige Wikipedia-Version des Artikels über die Kubakrise) von der Stationierung der US-Raketen in Italien und in der Türkei zwei bis drei Jahre zuvor. Gestern erst erfuhr ich, daß neben den von Wikipedia erwähnten Jupiter- und Thor-Raketen noch weitere 60 Thor-Raketen in den Jahren 1958 bis 1963 in Großbritannien stationiert worden waren. (siehe dazu das obige Spiegel-Zitat, 5. Absatz) Man kann mich jetzt gern als Verschwörungstheoretiker abtun, aber es gibt da eine zeitliche Koinzidenz zur Änderung des Wikipedia-Artikels, die mich nach meiner Beschäftigung mit den Wikipedia-Manipulationen nicht erstaunt:
Anfang Februar 2015 bargen niederländische Soldaten Leichenteile, persönliche Gegenstände und Wrackteile, die Bewohner der Absturzregion gefunden hatten. Experten hoffen, unter den menschlichen Überresten Teile der drei letzten nicht gefundenen Todesopfer identifizieren zu können. Die unbewaffneten Soldaten verzichteten angesichts von Winter und Kampfhandlungen in der nahe gelegenen Kleinstadt Debalzewe auf eine eigene Suche.[118]Anfang Mai trafen die letzten sieben Särge in den Niederlanden ein.[119] [Malaysia-Airlines-Flug 17, Weitere Funde ab Februar 2015, Wikipedia, abgerufen am 18.08.2020 – Hervorhebung von mir]
weitere Quellen zur Stationierung von Thor-Raketen in Großbritannien: - Vandenberg AFB Space Launch Emplacement 8 (physik.cosmos-indirekt.de, undatiert) - Erste Anläufe zur Teilung der nuklearen Verfügungsgewalt (in: Burkhard Schmitt, Frankreich und die Nukleardebatte der Atlantischen Allianz 1956–1966, R. Oldenbourg Verlag München 1998, S. 39, 2. Abs. – Google-Books) - Thor (raumfahrer.net, 3. Abs., undatiert)
Unterschied zwischen der Wikipedia-Version vom 11.05.2015 (links) und der Wikipedia-Version vom 20.05.2015 (rechts, Bearbeitung durch Hvd69) (die gelbe Markierung in der linken Hälfte des Screenshots bzw. die himmelblaue Randmarkierung rechts entspricht dem jeweils dritten Absatz der beiden obigen Wikipedia-Zitate)
Aktuelles und wegweisendes Urteil des OLG Hamburg zur De-Anonymisierung von Autoren politischer Beiträge und Hetze im Internet wird in den Massenmedien komplett ignoriert. x
„Hass ist ein Gift in unserer Gesellschaft“ zitiert die Tagesschau am 20.02.2020 (1) Angela Merkel nach den Ereignissen in Hanau, bei denen 11 Menschen getötet wurden und das als rechtsextremistisch motiviertes „Massaker“ (2) bezeichnet wird. Während die massenmedialen Blätter in diesen Tagen über rechtsextremen Terror und Hetze in Hanau fabulieren und sich echauffieren, regt sich kein Hauch im Blätterwald in Bezug auf ein Urteil, das Prozess- und Mediengeschichte schreiben könnte.
Frau Merkel hat natürlich vollkommen Recht. Hetze im Internet geht gar nicht. Da sind wir uns alle einig. Sogar das Oberlandesgericht in Hamburg. Es hat in einem entscheidenden Urteil vom 18.2 2020 zugelassen, dass Autoren, die politisch motivierte Beiträge in der Enzyklopädie Wikipedia veröffentlichen de-anonymisiert werden dürfen. Das betrifft etwa 300 Autoren auf Wikipedia, denen es erlaubt ist, kontroverse Beiträge zu kontrollieren, und das unter einem Pseudonym. Den Journalisten Dirk Pohlmann und Markus Fiedler ist es gelungen, die Identität eines der Autoren offenzulegen, der unter dem Namen „Feliks“ Beiträge subjektiv redigiert hat. Das sah so aus, dass er Wikipedia-Einträge zu Biographien von Politikern der Linkspartei redigiert hat, obwohl er selbst Mitglied der Linken ist und sogar mal im Vorstand der bayerischen PDS war. Weiterhin hat er Beiträge gebrandmarkt und verächtlich gemacht, die nicht seiner politischen Haltung zum Nahost-Konflikt entsprachen. (3 kompa)
Nachdem „Feliks“ versucht hat per einstweiliger Verfügung zu erreichen, dass er anonym bleiben kann, hatte im Februar 2019 das Landgericht Hamburg bereits entschieden, dass die Offenlegung zulässig ist, und das Oberlandesgericht Hamburg hat dieses Urteil nun vor wenigen Tagen, am 18.02.2020 bestätigt. Wie der Anwalt der Journalisten schreibt, hat das Oberlandesgericht außerdem die Hürden zur De-Anonymisierung von Autoren, die nachweisbar Interessenkonflikte haben und die sich politisch äußern und abwertend kommentieren, herabgesenkt.
Eine solche Entscheidung hat es im Medienrecht noch nicht gegeben. Es hat jemand im Internet manipuliert und Hetze gegen Andersdenkende betrieben, im Verborgenen. Jetzt gibt es ein Urteil des Oberlandesgerichtes Hamburg, das es zulässt, dass derjenige dies nicht mehr im Verborgenen tun kann. „Ein medialer Heckenschütze wurde enttarnt.“, „Gericht stützt Investigativ-Journalisten“, oder „Keine Chance für heimliche Zensur“ wären mögliche Schlagzeilen in den Medien, doch es herrscht mediales Massenschweigen.
Warum passt diese Erzählung nicht in das mediale Narrativ? Was ist da los im Mediensystem?
mehr: - Tagesdosis 22.2.2020 – Presse-Feigheit 2.0 (Kommentar von Christiane Borowy, KenFM, 22.02.2020) siehe auch: - Tagesdosis 26.2.2019 – Wikipedia-Manipulationen (Post, 26.02.2019) mein Kommentar: neun von zehn Leuten sagt der Name »Assange« nichts. Ich schätze, neun von zehn Leuten können sich überhaupt nicht vorstellen, daß Wikipedia teilweise und gezielt manipuliert wird. Wozu dann also kostbare Sendezeit verschwenden?! Weshalb unsere Demokratie den Bach runtergeht? Weil sich neun von zehn Leuten unter »Aufklärung« – wenn überhaupt – nur Oswald Kolle vorstellen.
Unter die ersten 100 schafften es etwa "Deutschland-sucht-den-Superstar"-Dritter Daniel Küblböck (Platz 16), die ostdeutsche SPD-Politikerin Regine Hildebrandt (Platz 23), Plattenmillionär Dieter Bohlen (Platz 30) und Satire-Künstler Loriot (Platz 54). Weiter hinten als erwartet landeten unter anderem die Schauspieler Heinz Rühmann (Platz 40) und Marlene Dietrich (Platz 50) sowie die Dichter Friedrich Schiller (Platz 68), Thomas Mann (Platz 76) und Hermann Hesse (Platz 77).
[ZDF-Aktion "Unsere Besten" – Marx, Einstein und Adenauer in den Top Ten, SPON, 08.11.2003]
Es würde mich nicht wundern, wenn Franz Beckenbauer oder Boris Becker knapp vor Immanuel Kant landen würden…
[…] Die politische Handlung im emphatischen Sinne braucht aber eine Vision und einen hohen Einsatz. Sie muss auch verletzen können. Das tut aber die glatte Politik von heute nicht. Nicht nur Angela Merkel, sondern die Politiker von heute sind nicht fähig dazu. Sie sind nur noch gefällige Handlanger des Systems. Sie reparieren da, wo das System ausfällt, und zwar im schönen Schein der Alternativlosigkeit. Die Politik muss aber eine Alternative anbieten. Sonst unterscheidet sie sich nicht von der Diktatur. Heute leben wir in einer Diktatur des Neoliberalismus. Im Neoliberalismus ist jeder von uns Unternehmer seiner selbst. Kapitalismus zu Zeiten von Marx hatte eine ganz andere Arbeitsstruktur. Die Wirtschaft bestand aus Fabrikbesitzern und Fabrikarbeitern, und kein Fabrikarbeiter war der Unternehmer seiner selbst. Es fand eine Fremdausbeutung statt. Heute findet eine Selbstausbeutung statt – ich beute mich aus in der Illusion, dass ich mich verwirkliche.
"Freiheit ist eine Gegenfigur des Zwanges"
ZEIT Wissen: Der Begriff Neoliberalismus wird deshalb gern auch als Kampfbegriff der Linken bezeichnet.
Han: Das stimmt nicht. Neoliberalismus bezeichnet den Zustand der heutigen Gesellschaft sehr gut, denn es geht um die Ausbeutung der Freiheit. Das System will immer produktiver werden, und so schaltet es von der Fremdausbeutung auf die Selbstausbeutung, weil dies mehr Effizienz und mehr Produktivität generiert, alles unter dem Deckmantel der Freiheit.
ZEIT Wissen: Ihre Analyse klingt nicht besonders ermutigend. Wir beuten uns selbst aus, wir riskieren nichts, weder in der Liebe noch in der Politik, wir wollen nicht verletzt werden und nicht verletzen.
Han: Tut mir leid, aber das ist eine Tatsache.
ZEIT Wissen: Wie kann ein Einzelner in dieser Gesellschaft sein Glück finden – sollen wir uns mehr für unsere Ideale engagieren?
Han: Das System erschwert das. Wir wissen ja nicht einmal, was wir wollen. Die Bedürfnisse, die ich als meine Bedürfnisse wahrnehme, sind nicht meine Bedürfnisse. Nehmen Sie den Textildiscounter Primark. Menschen organisieren sich in Fahrgemeinschaften, weil es Primark nicht in jeder Stadt gibt. Dann kommen sie an und plündern fast den Laden. In einem Zeitungsartikel wurde neulich von einem Mädchen berichtet: Als es erfuhr, dass Primark auf dem Alexanderplatz neben C&A einzieht, schrie es vor Freude auf und sagte, wenn Primark hier entsteht, ist mein Leben perfekt. Ist dieses Leben wirklich ein perfektes Leben für sie, oder ist es eine Illusion, die diese Konsumkultur erzeugt hat? Schauen wir genau hin, was da passiert. Mädchen kaufen hundert Kleider, jedes Kleid kostet vielleicht fünf Euro – was schon für sich genommen ein Wahnsinn ist, weil für solche Klamotten Menschen in den Ländern wie Bangladesch sterben, wenn eine Kleiderfabrik einstürzt. Die Mädchen kaufen also hundert Kleider, aber sie ziehen sie kaum an. Wissen Sie, was die damit machen?
ZEIT Wissen: Sie präsentieren die Kleidung auf YouTube, in Haul-Videos.
Han: Genau, sie machen damit Werbung! Sie erstellen massenweise Videos, in denen sie die Kleider anpreisen, die sie gekauft haben, und Model spielen. Jedes YouTube-Video wird eine halbe Million Mal angeklickt. Konsumenten kaufen Kleider oder andere Dinge, aber sie gebrauchen sie nicht, sondern sie machen Werbung, und diese Werbung generiert neuen Konsum. Das heißt, es ist ein absoluter Konsum entstanden, der vom Gebrauch der Dinge abgekoppelt ist. Das Unternehmen hat die Werbung an die Konsumenten deligiert. Es macht selbst keine Werbung. Das ist ein perfektes System.
ZEIT Wissen: Sollte man dagegen protestieren?
Han: Warum sollte ich dagegen protestieren, wenn Primark kommt und mein Leben perfekt wird?
ZEIT Wissen: "Die Freiheit wird eine Episode gewesen sein", schreiben Sie in Ihrem neuen Buch Psychopolitik. Warum?
Han: Freiheit ist eine Gegenfigur des Zwanges. Wenn man den Zwang, dem man unbewusst unterworfen ist, als Freiheit empfindet, ist das das Ende der Freiheit. Deshalb sind wir in einer Krise. Die Krise der Freiheit besteht darin, dass wir den Zwang als Freiheit wahrnehmen. Da ist kein Widerstand möglich. Wenn Sie mich zu etwas zwingen, kann ich mich gegen diesen äußeren Zwang wehren. Aber wenn kein Gegenüber mehr da ist, das mich zu etwas zwingt, dann ist kein Widerstand möglich. Deshalb lautet das Motto, das ich meinem Buch als Motto vorangestellt habe: "Protect me from what I want." Der berühmte Satz der Künstlerin Jenny Holzer.
ZEIT Wissen: Wir müssen uns also vor uns selbst beschützen?
Han: Wenn ein System die Freiheit angreift, muss ich mich wehren. Das Perfide ist aber, dass das System heute die Freiheit nicht angreift, sondern sie instrumentalisiert. Ein Beispiel: Als es in den achtziger Jahren die Volkszählung gab, sind alle auf die Barrikaden gegangen. In einer Behörde ist sogar eine Bombe hochgegangen. Die Menschen sind auf die Straßen gegangen, weil sie einen Feind hatten, nämlich den Staat, der ihnen gegen ihren Willen Informationen entreißen wollte. Heute geben wir mehr Daten über uns preis als jemals zuvor. Warum kommt es zu keinem Protest? Weil wir uns im Gegensatz zu damals frei fühlen. Die Menschen damals fühlten sich in ihrer Freiheit angegriffen, eingeschränkt. Und deshalb sind sie auf die Straße gegangen. Heute fühlen wir uns frei. Wir geben unsere Daten freiwillig heraus.
ZEIT Wissen: Vielleicht, weil das Smartphone uns dabei helfen kann, dahin zu kommen, wo wir hinwollen. Wir schätzen den Nutzen größer ein als den Schaden.
Han: Mag sein, aber von der Struktur unterscheidet sich diese Gesellschaft nicht vom Feudalismus des Mittelalters. Wir befinden uns in einer Leibeigenschaft. Die digitalen Feudalherren wie Facebook geben uns Land, sagen: Beackert es, ihr bekommt es kostenlos. Und wir beackern es wie verrückt, dieses Land. Am Ende kommen die Lehnsherren und holen die Ernte. Das ist eine Ausbeutung der Kommunikation. Wir kommunizieren miteinander, und wir fühlen uns dabei frei. Die Lehnsherren schlagen Kapital aus dieser Kommunikation. Und Geheimdienste überwachen sie. Dieses System ist extrem effizient. Es gibt keinen Protest dagegen, weil wir in einem System leben, das die Freiheit ausbeutet.
"Die heutige digitale Gesellschaft ist keine klassenlose Gesellschaft"
Wissen: Wie gehen Sie persönlich damit um?
Han: Ich werde wie jeder von uns unruhig, wenn ich nicht vernetzt bin, klar. Ich bin auch ein Opfer. Ohne diese ganze digitale Kommunikation kann ich meinen Beruf nicht ausüben, als Professor und als Publizist. Jeder ist eingebunden, eingespannt.
ZEIT Wissen: Welche Rolle spielen die Big-Data-Technologien?
Han: Eine wichtige, weil Big Data nicht nur für die Überwachung eingesetzt wird, sondern vor allem für die Steuerung des menschlichen Verhaltens. Und wenn das menschliche Verhalten gesteuert wird, wenn die Entscheidungen, die wir treffen, in dem Gefühl, frei zu sein, total manipuliert sind, ist unser freier Wille gefährdet. Das heißt, Big Data stellt unseren freien Willen infrage.
ZEIT Wissen: Sie schreiben, Big Data lasse eine neue Klassengesellschaft entstehen.
Han: Die heutige digitale Gesellschaft ist keine klassenlose Gesellschaft. Nehmen Sie die Datenfirma Acxiom: Sie unterteilt Menschen in Kategorien. Die letzte Kategorie heißt "waste" – Müll. Acxiom handelt mit den Daten von rund 300 Millionen US-Bürgern, also von beinahe allen. Die Firma weiß inzwischen mehr über die US-Bürger als das FBI, wahrscheinlich sogar mehr als die NSA. Bei Acxiom werden die Menschen in siebzig Kategorien eingeteilt, im Katalog werden sie wie Waren angeboten, und für jeden Bedarf gibt es etwas zu kaufen. Konsumenten mit hohem Marktwert finden sich in der Gruppe "Shooting Stars". Sie sind zwischen 26 und 45 Jahre alt, dynamisch, stehen zum Joggen früh auf, haben keine Kinder, sind aber vielleicht verheiratet und pflegen einen veganen Lebensstil, reisen gern, schauen die Fernsehserie Seinfeld. So lässt Big Data eine neue, digitale Klassengesellschaft entstehen.
ZEIT Wissen: Und wer gehört alles zur "Waste"-Klasse?
Han: Diejenigen mit schlechtem Score-Wert. Sie bekommen beispielsweise keine Kredite. Und so tritt neben das Panoptikum, das ideale Gefängnis Jeremy Benthams, ein "Bannoptikum", wie der Soziologe Zygmunt Bauman es genannt hat. Das Panoptikum überwacht die eingeschlossenen Insassen des Systems, das Bannoptikum ist dagegen ein Dispositiv, das die systemfernen oder systemfeindlichen Personen als unerwünscht identifiziert und ausschließt. Das klassische Panoptikum dient der Disziplinierung, das Bannoptikum dagegen sorgt für Sicherheit und Effizienz des Systems. Interessant ist, dass NSA und Acxiom zusammenarbeiten, also Geheimdienst und Markt.
ZEIT Wissen: Wäre es vorstellbar, dass die "Waste"-Klasse irgendwann eine gewisse kritische Größe erreicht, sodass sie für die Kontrollgesellschaft nicht mehr zu handhaben ist?
Han: Nein. Die verstecken sich, die schämen sich, das sind zum Beispiel "Hartzer". Sie werden ständig in Angst versetzt. Es ist Wahnsinn, in welcher Angst die Hartzer hier leben. Sie werden festgehalten in diesem Bannoptikum, auf dass sie nicht ausbrechen aus ihrer Angstzelle. Ich kenne viele Hartzer, sie werden wie Müll behandelt. In einem der reichsten Länder der Welt, in Deutschland, werden Menschen wie Abschaum behandelt. Ihnen wird die Würde genommen. Diese Menschen protestieren natürlich nicht, weil sie sich schämen. Sie beschuldigen sich selbst, anstatt die Gesellschaft verantwortlich zu machen, anzuklagen. Von dieser Klasse kann man keine politische Handlung erwarten.
ZEIT Wissen: Ganz schön deprimierend. Wo wird das alles enden?
Han: Es wird jedenfalls nicht so weitergehen, schon aufgrund der materiellen Ressourcen. Das Öl reicht vielleicht noch für 50 Jahre. Wir leben hier in Deutschland in einer Illusion. Wir haben die Produktion weitgehend verlagert. In China werden unsere Computer, unsere Kleidung, unsere Handys produziert. Aber die Wüste kommt Peking immer näher. Und man kann dort wegen des Smogs kaum noch atmen. Als ich in Korea war, habe ich erlebt, dass diese gelben Staubwolken bis nach Seoul kamen. Man musste eine Schutzmaske tragen, weil der Feinstaub die Lungen beschädigt. Es ist dramatisch, wie sich die Dinge da entwickeln. Selbst wenn es noch eine Weile gut läuft – was für ein Leben ist das? Oder schauen Sie sich die Menschen an, die ihren Körper mit allen möglichen Sensoren ausstatten und rund um die Uhr Blutdruck, Blutzuckerwert und Fettanteil messen und diese Daten ins Netz stellen! Man nennt das Self-Tracking. Diese Menschen sind bereits Zombies, sie sind Puppen, die von unbekannten Gewalten am Draht gezogen werden, wie Georg Büchner in Dantons Tod gesagt hat.
[Byung-Chul Han: "Tut mir leid, aber das sind Tatsachen", ZON, 07.09.2017]
Die Spiegel-Affäre II – hausoffizielle Sprachregelung: „Der Fall Relotius“ – gebiert fortwährend Skurriles. Vermutlich kommt man bei der Filmproduktionsfirma „Ufa Fiction“, die aus dem Sturmgeschütz-Krepierer eine Komödie im Stil der wunderbaren Hitlertagebücher-Satire „Schtonk!“ destillieren möchte, mit den fälligen Drehbuch-Aktualisierungen kaum noch nach. Alle naselang spendiert die Realität der Angelegenheit einen frischen Gag.
Neuerdings geht es um den Wikipedia-Eintrag über Claas Relotius. Wikipedia-Hiwis haben den Artikel manipuliert,sogar Screenshots gefälscht, um den amtierenden König der Fälscher besser aussehen zu lassen und etwa als einen „Karl May unserer Tage“ zu adeln. Vorwürfe gegen ihn wurden aus dem Text getilgt, manche seiner Tricksereien entfernt. Das Internet-Kommando Claas Relotius (wenn es denn eine Gruppe war und kein Einzeltäter) verfügte über acht Wikipedia-Konten. Eines davon offenbarte, zufällig oder nicht, eine IP-Adresse. Sie konnte der norddeutschen Region zugeordnet werden, in welcher der Ort Tötensen liegt. Aus dem Relotius stammt, ebenso wie Dieter Bohlen.
Ein Brüller, den kein Drehbuchschreiber besser erfinden könnte.
Enthüller der Wikifakes war der Schweizer „Tages-Anzeiger“. Er nannte die Aktion „eine der größten Manipulationsoperationen in der deutschsprachigen Ausgabe von Wikipedia“. Letzteres ist so nicht ganz richtig. Eher trifft die Feststellung zu, dass Teile speziell des deutschsprachigen Nachschlagewerks seit langem manipuliert werden.
Markus Fiedler - Die Wikipedia als Propagandainstrument, 27. Juli 19, PAX TERRA MUSICA 2019 {1:45:52}
NuitDebout Munich Am 04.08.2019 veröffentlicht
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Der Niedergang der Wikipedia {34:00}
Unzicker's Real Physics Am 24.04.2019 veröffentlicht
Vortrag von Dr. Alexander Unzicker auf dem Elevate Festival Graz, aufgezeichnet im März 2019. Mit freundlicher Genehmigung der Veranstalter.
Mehr zum Thema u.a. in dem Buch "Wenn man weiß, wo der Verstand ist, hat der Tag Struktur", www.westendverlag.de/buch/wenn-man-weiss-wo-der-verstand-ist-hat-der-tag-struktur/
Korrektur: Craig Murray war Botschafter in Usbekistan, nicht Afghanistan
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KenFM im Gespräch mit: Markus Fiedler ("Zensur") {1:51:36}
KenFM Am 16.02.2017 veröffentlicht
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KenFM im Gespräch mit: Markus Fiedler (Die dunkle Seite der Wikipedia) {1:41:03}
"Die Wikipedia: Das mächtigste Medium Deutschlands" – Dirk Pohlmann {37:12}
Der Fehlende Part
Am 15.04.2019 veröffentlicht
Dirk Pohlmann ist Filmemacher und ein scharfer Kritiker von Wikipedia. Er bezeichnet die Online-Enzyklopädie als "manipulativ und monopolitisch". Auf dem YouTube-Kanal "Gruppe 42" deckt er mit Markus Fiedler in der Reihe "Geschichten aus Wikihausen" die Fälschungen von Wikipedia auf.
Nur ein Beispiel für die zahlreichen Manipulationen des Nachschlagewerkes ist der des "hyperaktiven Wikipedia-Autors“ Feliks, der zahlreiche Artikel vor allem zu Israel und der Partei "Die Linke" nach seinen Vorstellungen bearbeitet hat. "Feliks", der mit Klarnamen Jörg Matthias Claudius Grünewald heißt, zog daraufhin vor Gericht. Pohlmann gewann die Verhandlung im März 2019 und darf weiterhin den Klarnamen des Wikipedia-Autors nennen. Warum Wikipedia für Pohlmann eine so wichtige Rolle spielt, dass er sogar Gerichtsverfahren auf sich nimmt, ist nur eine der Fragen, die ihm Jasmin Kosubek im Gespräch gestellt hat.
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Kampfplatz Wikipedia: "Monopolistisch und manipulativ mit Zensurfunktion" [DFP 27] {31:24}
Der Fehlende Part Am 12.04.2019 veröffentlicht
Nach fast sieben Jahren ist es nun passiert: Wikileaks-Gründer Julian Assange wurde festgenommen. In aller Kurzfristigkeit haben wir es geschafft, mit dem ehemaligen Agenten der DDR und heutigen Geheimdienstexperten, Herrn Rainer Rupp, eine erste Einschätzung zu dieser Gemengelage einzuholen.
Wo das Internet und die Einbindung digitaler Medien in deutschen Schulen noch Neuland sind, sieht es bei unseren Nachbarn ein bisschen anders aus. In den Niederlanden, zum Beispiel, gibt es schon Steve-Jobs-Schulen, die mit ihrem interaktiven und multimedialen iPad-Unterricht weitaus progressiver sind als unsere Kreidetafel-Erziehung. Wir werfen einen Blick in die Schulen des digitalen Zeitalters.
Dirk Pohlmann ist Filmemacher und ein scharfer Kritiker von Wikipedia. Er bezeichnet die Online-Enzyklopädie als "manipulativ und monopolitisch". Pohlmann machte sogar den Klarnamen eines "hyperaktiven Wikipedia-Autoren" ausfindig, da er ihm Einseitigkeit und Manipulation vorwarf. "Feliks", der mit Klarnamen Jörg Matthias Claudius Grünewald heißt, zog daraufhin vor Gericht. Pohlmann gewann die Verhandlung und darf weiterhin den Klarnamen des Wikipedia-Autors nennen. Warum Wikipedia für Pohlmann eine so wichtige Rolle spielt, dass er sogar Gerichtsverfahren auf sich nimmt, ist nur eine Frage, die Jasmin Kosubek ihm im Gespräch gestellt hat.
Außerdem haben wir uns das große Thema des Paradigmenwechsels um das neue Mobilfunk-System "5G" zur Brust genommen: Ist das System wirklich so ungefährlich, wie es uns Politik und Industrie größtenteils weismachen wollen? Wir haben für euch ein paar Experten gefragt. Seit März 2019 werden die Frequenzen für den neuen Funk-Standard versteigert. Ab nächstem Jahr soll es in der Bundesrepublik losgehen.
Weiterführende Links:
siehe auf Youtube
KenFM am Set: Dirk Pohlmann und Markus Fiedler zum "Feliks-Prozess" {1:32:14}
KenFM
Am 10.04.2019 veröffentlicht
(!) User-Info: Bitte aktiviert nach abgeschlossenem Abonnement unseres YouTube Channels das Glockensymbol rechts neben dem Abokästchen! Damit erhält jeder Abonnent automatisch eine Info nach Veröffentlichung eines Beitrags auf unserem Channel. Danke. Eure KenFM-Crew. (!)
Dem Online-Lexikon Wikipedia ist es binnen weniger Jahre gelungen, alle anderen gedruckten Lexika, wie etwa den Brockhaus, zu ersetzen. Wer heute etwas wissen will und dazu auch im Netz recherchiert, wird z. B. von Google automatisch auf Wikipedia verwiesen. Damit hat das Lexikon eine Monopolstellung aufgebaut, die missbraucht werden kann, missbraucht wurde und wird.
Wikipedia ist weit davon entfernt, ein neutrales oder ideologiefreies Nachschlagewerk zu sein. Immer wenn es um politische Themen oder Personen geht, die sich politisch gegen den Mainstream positionieren, wird die Online-Enzyklopädie als Werkzeug genutzt, um Menschen zu denunzieren oder an den Pranger zu stellen.
Es reicht der Wikipedia-Meinung zu Fragen der Geopolitik zu widersprechen und schon mutiert das Lexikon zum Rufmordwerkzeug. So wurden speziell Einträge von z. B. NATO-kritischen Journalisten oder Historikern maximal negativ frisiert, ohne dass die Betroffenen sich dagegen wehren konnten, denn die tätigen Wikipedia-Denunzianten agierten über Jahre anonym.
Damit ist seit einiger Zeit Schluss, denn Markus Fiedler und Dirk Pohlmann gelang es in langer Recherche, zahlreiche Profidenunzianten innerhalb der Wikipedia zu enttarnen. Kaum war das gelungen, bekamen beide Post vom Anwalt mit der Aufforderung, das Nennen der Klarnamen zu unterlassen. "Persönlichkeitsrecht".
Wann endet das Persönlichkeitsrecht und kann es nicht aufgehoben werden, wenn eine justiziable Handlung vorliegt? In diesem Fall: Rufmord und Verleumdung?
Ein Hamburger Gericht entschied jetzt gegen die Täter bei Wikipedia.
Fiedler und Pohlmann dürfen z. B. den mit Abstand fleißigsten Wikipedia-Manipulator "Feliks" mit seinem Klarnamen nennen: Jörg Matthias Claudius Grünewald.
Inhaltsübersicht:
0:02:19 Wikipedia – die „freie“ Enzyklopädie
0:09:25 Ein Welt-Lexikon mit Meinungen als Quellenangaben
0:23:27 Organisierte Korruption
0:40:01 Ein Skandal für die Mainstream-Medien
0:55:05 Wikimedia und die Strukturen der Immunität
1:10:57 Die Bevölkerung informieren, Manipulatoren enttarnen
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[…] Ich habe gar nichts gegen die Menge; Doch kommt sie einmal ins Gedränge, So ruft sie, um den Teufel zu bannen, Gewiß die Schelme, die Tyrannen. […] Was ich sagen wollt, Verbietet mir keine Zensur! Sagt verständig immer nur, Was jedem frommt, Was ihr und andere sollt; Da kommt, Ich versichr’ euch, so viel zur Sprache, Was uns beschäftigt auf lange Tage.
O Freiheit süß der Presse! Nun sind wir endlich froh; Sie pocht von Messe zu Messe In dulci jubilo. Kommt, laßt uns alles drucken Und walten für und für; Nur sollte keiner mucken, Der nicht so denkt wie wir.
Was euch die heilige Preßfreiheit Für Frommen, Vorteil und Früchte beut? Davon habt ihr gewisse Erscheinung: Tiefe Verachtung öffentlicher Meinung. […] Nichts schmerzlicher kann den Menschen geschehn, Als das Absurde verkörpert zu sehn.
Dummes Zeug kann man viel reden, Kann es auch schreiben, Wird weder Leib noch Seele töten, Es wird alles beim alten bleiben.
Dummes aber, vors Auge gestellt, Hat ein magisches Recht; Weil es die Sinne gefesselt hält, Bleibt der Geist ein Knecht. […] Das Tüchtige, und wenn auch falsch, Wirkt Tag für Tag, von Haus zu Haus; Das Tüchtige, wenn’s wahrhaft ist, Wirkt über alle Zeiten hinaus.
Ich übernehme keine Haftung für die Inhalte externer Links, verweise diesbezüglich auf RogerMurtaughund gehe im übrigen davon aus, daß die Besucher meines Blog imstande sind, sich ihre eigenen Gedanken zu machen.
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