Wald statt Wüste: Die Große Grüne Mauer in der Sahel-Zone
Die Wälder brannten vor allem in Angola und in der Demokratischen Republik Kongo, den Ländern mit den zweitgrößten Regenwäldern der Welt. Im Kongo und im südlichen Afrika will man an Rohstoffe herankommen, aber auch Soja- und Palmölplantagen und Weideland schaffen. In Zentralafrika und in Nigeria werden Wälder angezündet, um fliehendes Wild leichter jagen zu können.
Brände in Afrika seien in dieser Jahreszeit normal, heißt es, sie gehören sogar zum Ökosystem. Die Asche gilt als Dünger, die verbrannte Erde hinterlässt mittelfristig Nährstoffe, weshalb sich neue Keime entfalten. Das gilt vor allem für das Buschland. Bei extremer Hitze entzünden sich in der Savanne schnell ausgedörrte Gräser und Zweige.
Auch auf Madagaskar wird systematisch Wald gerodet, um immer größere Flächen für die Landwirtschaft nutzen zu können, aber auch, um Holzkohle zu gewinnen. Allerdings verschwindet damit der Lebensraum von Tierarten, die es nur auf Madagaskar gibt. So war die Insel früher komplett bewaldet. Heute gibt es hier nur noch zehn Prozent des ursprünglichen Regenwaldes. Auch dieser Wald wäre fürs Erdklima wichtig gewesen.
Regen und Dürren im Sahel
Die Sahel-Zone, ein 6.000 Kilometer breiter Streifen südlich der Sahara zwischen dem Senegal im Westen und Eritrea im Osten, ist geprägt von Halbwüste und Trockensavanne. Besonders in den 1970er und 1980er Jahren herrschten hier lange und folgenreiche Dürreperioden. In den letzten Jahren jedoch hat die Zahl heftiger Regengüsse zumindest im Westsahel stark zugenommen, wie ein Team um Christopher Taylor vom britischen National Centre for Earth Observation herausfand.
mehr:
- Afrika soll grüner werden (Susanne Aigner)
Posts mit dem Label Afrika werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Afrika werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Dienstag, 10. September 2019
Freitag, 30. August 2019
Der böse Boslonaro und die Feuer in Brasiliens Regenwald
Am Amazonas, der grünen Lunge der Welt, brennt an vielen Stellen der Regenwald. Schlimm! Die Medien berichten darüber. Gut! Aber warum berichten die Medien so, wie sie berichten? Weil sie auf die Naturzerstörung aufmerksam machen wollen? Nein.
Denn dann müssten sie nicht fast ausschließlich über die Feuer in Brasilien, sondern über die Waldbrände in allen betroffenen südamerikanischen Ländern gleichermaßen berichten. Dann müssten sie insbesondere ebenso über die ähnlich intensiven Brände in Bolivien, dem Land des linksautoritären Machthabers Evo Morales informieren. Dann hätte es auch in den Vorjahren Artikel über die immer wiederkehrenden und ähnlich schlimmen Brände in der südamerikanischen Trockenzeit von Juli bis Oktober gegeben. Dann wären auch Berichte über die zahlreicheren alljährlichen Feuersbrünste in Afrika, Mittelamerika und Südostasien zu erwarten gewesen.
Die gesamte Berichterstattung der größten europäischen Medien zeigt eins ganz deutlich: Es geht nicht um die alljährlichen Waldbrände, sondern einzig und allein darum, den neuen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro zu diffamieren und als „Regenwald-Zerstörer“ beziehungsweise „Klimasünder“ darzustellen. Jair Bolsonaro betreibt nämlich nicht die Politik, die sich die zumeist linken Journalisten wünschen – ähnlich wie Donald Trump.
mehr:
- Feuer in Brasilien: Bolsonaro und die Brandschreiber (Markus Kassel, AchGut, 28.07.2019)
==========
siehe dazu auch:
- Die Militarisierung des Weltraums: Zwei Zungen (Post, 30.07.2019)
- Weltraumschrott und Mount-Everest-Müll – Homo sapiens: erst müllen, dann denken… (Post, 26.07.2019)
- Umweltzerstörung so alt wie die Römer (Martina Keller, umweltnetz-schweiz.ch, 07.01.2015)
- Holz für den Schiffsbau im Mittelmeerraum (InaN, Geschichtsforum.de, 26.05.2014)
- Antike: "Sieger über die Natur" (Paul Munzinger, SZ, 19.05.2010)
- AIDS - Erbe der Kolonialzeit (Post, 27.11.2016)
- Die Antike und der Wald (Wolfschwerdt, GeschiMag, 11.10.2009)
LIEFERHELD Commercial Werbung Herbst 2017 {0:46 – Start bei 0:19}
Mein Kommentar:
Während schon die Römer die Gegenden im und rund ums Mittelmeer entwaldeten,
wenn erst die Impfkampagnen in Französisch-Aquatorialafrika in den 20er Jahren den entscheidenden Faktor darstellten dafür, daß sich das HIV-Virus zu einer Zeitbombe entwickelte,
[AIDS - Erbe der Kolonialzeit, Post, 27.11.2016]
jeder Idiot mit genügend Geld zum Mount Everest oder zur ISS kommt,
wir Kreuzfahrtschiffe durch die Gegend düsen lassen, von denen ein einziger soviel Dreck in die Atmosphäre schleudert wie 22 mio Passat,
das Verbot von Würstchen beim Umweltfest öffentlich-rechtlichen Unmut hervorruft,
[Freiheit vs. Nachhaltigkeit – das Einfache und das Komplizierte, Post, 21.06.2019],
Lieferdienste wie Amazon, Lieferheld, Durtsexpress usw. usw. wie Pilze aus dem Boden schießen
und die Zulassungszahlen von SUVs in Deutschland mit über einer Million im Jahr 2018 ein Rekordhoch erreichen
[2019 eine Million Neuzulassungen – SUV-Zulassungen erreichen Rekordhoch, n-tv, 23.06.2019]
weisen wir Bolsonaro, dem frauen- und schwulenfeindlichen Macho, die Verantwortung für die »grüne Lunge der Erde« zu.
Wie blöde ist das denn?
Denn dann müssten sie nicht fast ausschließlich über die Feuer in Brasilien, sondern über die Waldbrände in allen betroffenen südamerikanischen Ländern gleichermaßen berichten. Dann müssten sie insbesondere ebenso über die ähnlich intensiven Brände in Bolivien, dem Land des linksautoritären Machthabers Evo Morales informieren. Dann hätte es auch in den Vorjahren Artikel über die immer wiederkehrenden und ähnlich schlimmen Brände in der südamerikanischen Trockenzeit von Juli bis Oktober gegeben. Dann wären auch Berichte über die zahlreicheren alljährlichen Feuersbrünste in Afrika, Mittelamerika und Südostasien zu erwarten gewesen.
Die gesamte Berichterstattung der größten europäischen Medien zeigt eins ganz deutlich: Es geht nicht um die alljährlichen Waldbrände, sondern einzig und allein darum, den neuen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro zu diffamieren und als „Regenwald-Zerstörer“ beziehungsweise „Klimasünder“ darzustellen. Jair Bolsonaro betreibt nämlich nicht die Politik, die sich die zumeist linken Journalisten wünschen – ähnlich wie Donald Trump.
mehr:
- Feuer in Brasilien: Bolsonaro und die Brandschreiber (Markus Kassel, AchGut, 28.07.2019)
==========
Die Entwaldung in römischer Zeit war ein Ergebnis des Ausgreifens des Römischen Reichsund des damit einhergehenden Bevölkerungswachstums, der intensiven Landwirtschaft und beispielloser wirtschaftlicher Entwicklung. Die römische Periode markiert den Übergang des Mittelmeerraums von der Vorgeschichte (ab etwa 1000 v. Chr.) zur historischen Periode ab etwa 500 v. Chr. Während vor etwa 8000 Jahren nur einige Millionen Individuen die Erde bevölkert hatten, welche einen weitgehend unberührten Charakter aufwies,[1] sah der allgemeine Aufschwung in der Expansionsphase des Römischen Reiches eine großflächige Entwaldung der Mittelmeerländer.[2]
[Entwaldung in römischer Zeit, Wikipedia, abgerufen am 30.08.2019]==========
siehe dazu auch:
- Die Militarisierung des Weltraums: Zwei Zungen (Post, 30.07.2019)
- Weltraumschrott und Mount-Everest-Müll – Homo sapiens: erst müllen, dann denken… (Post, 26.07.2019)
- Umweltzerstörung so alt wie die Römer (Martina Keller, umweltnetz-schweiz.ch, 07.01.2015)
- Holz für den Schiffsbau im Mittelmeerraum (InaN, Geschichtsforum.de, 26.05.2014)
- Antike: "Sieger über die Natur" (Paul Munzinger, SZ, 19.05.2010)
- AIDS - Erbe der Kolonialzeit (Post, 27.11.2016)
- Die Antike und der Wald (Wolfschwerdt, GeschiMag, 11.10.2009)
Es begab sich das ein Skorpion eine Fluss überqueren musste. Am Ufer saß eine Schildkröte und sonnte sich. Der Skorpion ging zur Schildkröte und fragte sie, ob sie ihn über den Fluss bringen könne. Nein sagte die Schildkröte, mitten im Fluss stichst du mich und ich muss sterben, ich werde Dich nicht über diesen Fluss bringen! Aber wenn ich dich steche sterbe ich doch auch. Ja, dachte die Schildkröte und ließ den Skorpion auf ihren Rücken steigen. Mitten im Fluss angekommen stach der Skorpion die Schildkröte in den Hals. – Warum hast du das nur getan, sprach die Schildkröte mit zitternder Stimme – jetzt sterben wir doch Beide. Es liegt in mein Natur liebe Schildkröte, es liegt in meiner Natur..... [gefunden bei geschichten-kurzgeschichten]
„In einem natürlichen Urwald hat kein Schädling eine reale Ausbreitungschance. Wenn er einen Baum vernichtet hat, ist der Weg bis zum nächsten Vertreter der gleichen Art, der ihm seine weitere Vermehrung ermöglichen würde, viel zu ungewiß. [...] Die Schaffung einer planetaren, die ganze Erde umspannenden Monokultur einer einzigen Art, und sei es die eigene, stellt aus diesem Grunde aus biologischer Sicht ein mit absoluter Sicherheit selbstmörderisches Unterfangen dar.“
[Hoimar von Ditfurth, Die Wirklichkeit des Homo sapiens. Hamburg, 1995, S. 338, zit. in Wirtschaftswachstum als Quelle ökonomischer Wohlfahrt in: GLÜCKSKONZEPTE JENSEITS DER ÖKONOMIE, Morten Friedrichsen, Dissertation, 2013, S.44, gefunden in der Deutschen Nationalbibliothek, PDF]amazon Werbung 2017 {1:00 – Start bei 0:10}
flyact
Am 15.11.2017 veröffentlicht
Am 15.11.2017 veröffentlicht
Herbst/Weihnachten 2017
LIEFERHELD Commercial Werbung Herbst 2017 {0:46 – Start bei 0:19}
Werbung Live
Am 02.11.2017 veröffentlicht
Am 02.11.2017 veröffentlicht
Finde den Passenden Song zur Werbung
https://amzn.to/2KeuKhd
Dein Weg zum Minimalismus
https://amzn.to/2SL1z9k
Suchst du eine Werbung aus dem TV? Oder das passendes Lied dazu? Hier findest du jede Werbung. Egal ob alte/neue TV-Spots oder Super Bowl Commercials.
https://amzn.to/2KeuKhd
Dein Weg zum Minimalismus
https://amzn.to/2SL1z9k
Suchst du eine Werbung aus dem TV? Oder das passendes Lied dazu? Hier findest du jede Werbung. Egal ob alte/neue TV-Spots oder Super Bowl Commercials.
Mein Kommentar:
Während schon die Römer die Gegenden im und rund ums Mittelmeer entwaldeten,
wenn erst die Impfkampagnen in Französisch-Aquatorialafrika in den 20er Jahren den entscheidenden Faktor darstellten dafür, daß sich das HIV-Virus zu einer Zeitbombe entwickelte,
[AIDS - Erbe der Kolonialzeit, Post, 27.11.2016]
jeder Idiot mit genügend Geld zum Mount Everest oder zur ISS kommt,
wir Kreuzfahrtschiffe durch die Gegend düsen lassen, von denen ein einziger soviel Dreck in die Atmosphäre schleudert wie 22 mio Passat,
das Verbot von Würstchen beim Umweltfest öffentlich-rechtlichen Unmut hervorruft,
[Freiheit vs. Nachhaltigkeit – das Einfache und das Komplizierte, Post, 21.06.2019],
Lieferdienste wie Amazon, Lieferheld, Durtsexpress usw. usw. wie Pilze aus dem Boden schießen
und die Zulassungszahlen von SUVs in Deutschland mit über einer Million im Jahr 2018 ein Rekordhoch erreichen
[2019 eine Million Neuzulassungen – SUV-Zulassungen erreichen Rekordhoch, n-tv, 23.06.2019]
weisen wir Bolsonaro, dem frauen- und schwulenfeindlichen Macho, die Verantwortung für die »grüne Lunge der Erde« zu.
Wie blöde ist das denn?
Dienstag, 22. Januar 2019
Vor 537 Jahren – Januar 1482: Portugiesen bauen das erste Fort in Westafrika
Denkmal des Kolonialismus
An der Küste des heutigen Ghana in Westafrika bauten die europäischen Mächte ab dem 15. Jahrhundert rund 60 Befestigungsanlagen, mehr als irgendwo sonst in Afrika. Als Erste errichteten die Portugiesen ein Fort: Mit Erlaubnis der einheimischen Herrscher legten sie
am 21. Januar 1482 bei Elmina den Grundstein für Sāo Jorge da Mina. Die Anlage diente als befestigter Handelsstützpunkt; von dort aus legten die Portugiesen weitere Forts an der »Goldküste« an. Sie tauschten Stoffe und Glasperlen gegen Elfenbein, Gold, Pfeffer, Zucker, Palmöl und vor allem Sklaven ein. Dazu verbündeten sie sich mit einzelnen Stämmen, die ihnen Sklaven lieferten. In vielen Küstenforts gab es finstere Verliese, in denen die geraubten Menschen oft monatelang bis zum Abtransport vegetierten.
![]() |
| Das Fort Sāo Jorge da Mina an der westafrikanischen Goldküste |
Um 1600 machten die Niederländer den Portugiesen den Afrikahandel streitig. Dazu unternahmen sie auch Angriffe auf Sāo Jorge da Mina, die zunächst abgewehrt wurden. Im August 1637 eroberten die Niederländer das Fort – und behielten es fast zweieinhalb Jahrhunderte. 1872 verkauften sie es wie auch ihre übrigen Besitzungen an der Goldküste an die Briten, die das nun St. George's Castle genannte Fort zum Sitz eines Gouverneurs machten. Als Denkmal aus dem Zeitalter der Entdeckungen bzw. des frühen Kolonialismus gehört Sāo Jorge da Mina seit 1979, wie auch zehn weitere Befestigungsanlagen, zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2019
Donnerstag, 17. Januar 2019
Helfen statt Plündern!
Die Fluchtursachen zu bekämpfen würde bedeuten, Afrika endlich mit Respekt zu behandeln.
Fluchtursachen bekämpfen wollen eigentlich alle Parteien. Vor allem, um die Opfer der eigenen Politik nicht anschauen zu müssen, wenn diese „plötzlich“ vor der Tür stehen. Fluchtursachen-Erzeuger fordern deshalb am eifrigsten deren Bekämpfung. Es müsste nicht nur viel getan, sondern vor allem auch viel Destruktives unterlassen werden, um Menschen in Afrika in die Lage zu versetzen, ein menschenwürdiges, selbstbestimmtes Leben zu führen. Doch die Antwort der Europäer sind vielfach „Freihandelsverträge“, die durch die freiwilligkeitserzwingende Erpressung der afrikanischen Länder zustande kommen. Industriell gefertigte Produkte aus dem Norden überschwemmen die Märkte im Süden und zerstören dort die heimische Agrikultur.
Seit einigen Monaten ist beim Thema Migration viel von der Bekämpfung der Fluchtursachen die Rede. Das ist sicher ein besserer Ansatz als die Bekämpfung der Flüchtlinge! Aber diese Aufgabe ist sehr komplex und ohnehin nicht kurzfristig zu lösen. Fluchtbewegungen gibt es schon lange, noch länger bestehen die Fluchtursachen, die Menschen dazu bringen, ihre Heimat, meist auch ihre Familie, zu verlassen.
Diese Ursachen werden teils in afrikanischen Ländern selbst erzeugt: ethnische Konflikte, religiöser Terrorismus, Diktaturen und ihre Repressionen, interne Ausbeutungsstrukturen, Misswirtschaft, Korruption und fehlende Rechtsstaatlichkeit. Viele aber werden von außen, das heißt von Europa und den USA, geschaffen oder verschärft: Kriege als Folgen der Kolonialzeit, Terror und Gewalt im Hinblick auf Rohstoffe, ungerechte Handelsbeziehungen, Landraub, Umweltzerstörung und Klimaveränderung. Dabei gehört Deutschland zu den größten Waffenexporteuren, gerade auch für Kleinwaffen, die in diesen Konflikten besonders verbreitet sind. Die aus unseren Ländern erzeugten Fluchtursachen sollen in diesem Beitrag näher angesehen werden.
mehr:
- Helfen statt Plündern! (Sepp Stahl, Gerhard Breidenstein, Rubikon, 17.01.2019)
- Tagesdosis 15.1.2019 – Der Mord an Dag Hammarskjöld ist aufgeklärt: und warum sie nichts darüber erfahren (Post, 15.01.2019)
- EPA – TTIP für Arme und die Werte des »alten Europa« (Post, 23.09.2015)
- Westafrika: Europa erzeugt die Flüchtlinge selbst (Post, 02.08.2016)
- Jean Ziegler: „Geierfonds - Quintessenz krimineller Bankenaktivitäten“ (Post, 09.10.2014)
- Aushöhlung der Demokratie – Eine neue Studie zeigt: Wirtschaftslobbyisten gehören zu den zentralen Akteuren bei der Ausgestaltung des Freihandelsabkommens TTIP (Post, 10.07.2014)
- »Der größte Einzelerfolg der CIA« (01.05.2012)
Fluchtursachen bekämpfen wollen eigentlich alle Parteien. Vor allem, um die Opfer der eigenen Politik nicht anschauen zu müssen, wenn diese „plötzlich“ vor der Tür stehen. Fluchtursachen-Erzeuger fordern deshalb am eifrigsten deren Bekämpfung. Es müsste nicht nur viel getan, sondern vor allem auch viel Destruktives unterlassen werden, um Menschen in Afrika in die Lage zu versetzen, ein menschenwürdiges, selbstbestimmtes Leben zu führen. Doch die Antwort der Europäer sind vielfach „Freihandelsverträge“, die durch die freiwilligkeitserzwingende Erpressung der afrikanischen Länder zustande kommen. Industriell gefertigte Produkte aus dem Norden überschwemmen die Märkte im Süden und zerstören dort die heimische Agrikultur.
Seit einigen Monaten ist beim Thema Migration viel von der Bekämpfung der Fluchtursachen die Rede. Das ist sicher ein besserer Ansatz als die Bekämpfung der Flüchtlinge! Aber diese Aufgabe ist sehr komplex und ohnehin nicht kurzfristig zu lösen. Fluchtbewegungen gibt es schon lange, noch länger bestehen die Fluchtursachen, die Menschen dazu bringen, ihre Heimat, meist auch ihre Familie, zu verlassen.
Diese Ursachen werden teils in afrikanischen Ländern selbst erzeugt: ethnische Konflikte, religiöser Terrorismus, Diktaturen und ihre Repressionen, interne Ausbeutungsstrukturen, Misswirtschaft, Korruption und fehlende Rechtsstaatlichkeit. Viele aber werden von außen, das heißt von Europa und den USA, geschaffen oder verschärft: Kriege als Folgen der Kolonialzeit, Terror und Gewalt im Hinblick auf Rohstoffe, ungerechte Handelsbeziehungen, Landraub, Umweltzerstörung und Klimaveränderung. Dabei gehört Deutschland zu den größten Waffenexporteuren, gerade auch für Kleinwaffen, die in diesen Konflikten besonders verbreitet sind. Die aus unseren Ländern erzeugten Fluchtursachen sollen in diesem Beitrag näher angesehen werden.
mehr:
- Helfen statt Plündern! (Sepp Stahl, Gerhard Breidenstein, Rubikon, 17.01.2019)
Nun, wer nicht will, der muss wohl zu seinem Glück gezwungen werden. Denn als Kenia, das wirtschaftliche Schwergewicht der Region, das Abkommen nicht unterschreiben wollte, spielte die EU im vergangenen Oktober ihre Wirtschaftsmacht aus mit ihrem riesigen Absatzmarkt – und verhängte umgehend Zölle auf kenianische Waren – von 8,5 Prozent bis weit über 30 Prozent etwa auf Schnittblumen, eines der wichtigsten Exportgüter, Röstkaffee, Dosenananas oder verpackten Tee. Diese „Erpressung“, wie man in Kenia sagt, hat schnell gewirkt – wenige Wochen später unterschrieb auch die kenianische Regierung das Freihandelsabkommen. Kritik an den rüden Verhandlungsmethoden haben viele geübt – unter anderem auch der Afrikabeauftragte der Bundesregierung, Nooke.
[„Erpressung“ beim Handelsabkommen mit Ostafrika, Jochen Zierhut, Deutschlandfunk, 08.06.2015]siehe auch:
- Tagesdosis 15.1.2019 – Der Mord an Dag Hammarskjöld ist aufgeklärt: und warum sie nichts darüber erfahren (Post, 15.01.2019)
- EPA – TTIP für Arme und die Werte des »alten Europa« (Post, 23.09.2015)
- Westafrika: Europa erzeugt die Flüchtlinge selbst (Post, 02.08.2016)
- Jean Ziegler: „Geierfonds - Quintessenz krimineller Bankenaktivitäten“ (Post, 09.10.2014)
- Aushöhlung der Demokratie – Eine neue Studie zeigt: Wirtschaftslobbyisten gehören zu den zentralen Akteuren bei der Ausgestaltung des Freihandelsabkommens TTIP (Post, 10.07.2014)
- »Der größte Einzelerfolg der CIA« (01.05.2012)
Samstag, 1. Oktober 2016
Freihandel und Flüchtlinge
Anlässlich der TTIP-Proteste, ein Blick zurück auf die vergessenen desaströsen Freihandelsdeals der EU, die Afrika aufgenötigt wurden
Freihandel macht mobil, zumindest die politische Opposition gegen die windigen Freihandelsabkommen zwischen der EU einerseits sowie den USA und Kanada anderseits (TTIP und CETA) kann sich über massenhaften Zulauf freuen, wenn sie zu Großdemonstrationen aufruft. Zuletzt protestierten rund 320 000 Menschen gegen die verheerenden Folgen solcher "transatlantischer" Freihandelsdeals (Proteste gegen TTIP statt soziale Kämpfe im eigenen Land), bei denen soziale Standards geschleift, und demokratische Rechte unterhöhlt werden.
Angesichts der Dynamik dieser Proteste gegen das drohende neoliberale - und letztendlich postdemokratische - Freihandelsregime, muss zugleich deren Einseitigkeit und Blindheit verwundern. Hort des Bösen sind für viele Demonstranten immer nur die USA, während die entsprechenden Machenschaften Europas nicht wahrgenommen werden. Nur zwei Wochen vor der Großdemonstration gegen TTIP, bei der Deutschland mutig dem berüchtigten angloamerikanischen Chlorhuhn die Stirn bot, wurden Kenia und Ruanda nach Brüssel zitiert, um ein in der Region heftig umstrittenes Freihandelsabkommen mit der EU in aller Stille zu unterzeichnen.
mehr:
- Freihandel und Flüchtlinge (Tomasz Konicz, Telepolis, 01.10.2016)
siehe auch:
- Jean Ziegler – ein wahrhaftiger Mensch (Post, 10.09.2013)
- Jean Ziegler: „Geierfonds - Quintessenz krimineller Bankenaktivitäten“ (Post, 09.10.2014)
- ISIS und wir: menschenverachtende Barbaren gegen degenerierte Weicheier (Post, 30.10.2014)
- Der Kannibalismus und die Doppelzüngigkeit des Westens (Post, 16.11.2014)
- Einfluss von Wirtschaftsinteressen auf EU-Gesetzgebung (Post, 01.06.2015)
- EPA – TTIP für Arme und die Werte des »alten Europa« (Post, 23.09.2015)
- Westafrika: Europa erzeugt die Flüchtlinge selbst (Post, 02.08.2016)
siehe auch:
- Vorläufiger Dauerzustand (Anja Krüger, Freitag, 30.09.2016)
KenFM im Gespräch mit: Jean Ziegler [1:19:57]
Pro/Contra: Jutta Ditfurth, Jean Ziegler u.a. zu "Ungerechte Welt, arm u. reich" [52:41]
Freihandel macht mobil, zumindest die politische Opposition gegen die windigen Freihandelsabkommen zwischen der EU einerseits sowie den USA und Kanada anderseits (TTIP und CETA) kann sich über massenhaften Zulauf freuen, wenn sie zu Großdemonstrationen aufruft. Zuletzt protestierten rund 320 000 Menschen gegen die verheerenden Folgen solcher "transatlantischer" Freihandelsdeals (Proteste gegen TTIP statt soziale Kämpfe im eigenen Land), bei denen soziale Standards geschleift, und demokratische Rechte unterhöhlt werden.
Angesichts der Dynamik dieser Proteste gegen das drohende neoliberale - und letztendlich postdemokratische - Freihandelsregime, muss zugleich deren Einseitigkeit und Blindheit verwundern. Hort des Bösen sind für viele Demonstranten immer nur die USA, während die entsprechenden Machenschaften Europas nicht wahrgenommen werden. Nur zwei Wochen vor der Großdemonstration gegen TTIP, bei der Deutschland mutig dem berüchtigten angloamerikanischen Chlorhuhn die Stirn bot, wurden Kenia und Ruanda nach Brüssel zitiert, um ein in der Region heftig umstrittenes Freihandelsabkommen mit der EU in aller Stille zu unterzeichnen.
mehr:
- Freihandel und Flüchtlinge (Tomasz Konicz, Telepolis, 01.10.2016)
siehe auch:
- Jean Ziegler – ein wahrhaftiger Mensch (Post, 10.09.2013)
- Jean Ziegler: „Geierfonds - Quintessenz krimineller Bankenaktivitäten“ (Post, 09.10.2014)
- ISIS und wir: menschenverachtende Barbaren gegen degenerierte Weicheier (Post, 30.10.2014)
- Der Kannibalismus und die Doppelzüngigkeit des Westens (Post, 16.11.2014)
- Einfluss von Wirtschaftsinteressen auf EU-Gesetzgebung (Post, 01.06.2015)
- EPA – TTIP für Arme und die Werte des »alten Europa« (Post, 23.09.2015)
- Westafrika: Europa erzeugt die Flüchtlinge selbst (Post, 02.08.2016)
siehe auch:
- Vorläufiger Dauerzustand (Anja Krüger, Freitag, 30.09.2016)
KenFM im Gespräch mit: Jean Ziegler [1:19:57]
Veröffentlicht am 28.05.2015
KenFM
KenFM
Jean Ziegler ist eine lebende Legende. Der Professor für Soziologie kann als der bekannteste deutschsprachige Globalisierungskritiker bezeichnet werden. Trotz seiner 81 Jahre strotzt der Mann nur so vor Optimismus. Sein Ziel bleibt es, den entfesselten Raubtierkapitalismus endlich in die Mülltonne der Geschichte zu schicken.
Ziegler hat sich in all den Jahren, auch als UN-Sonderbotschafter für das Recht auf Nahrung, nie mit der globalen Ungerechtigkeit des vorherrschenden Wirtschaftssystems abgefunden.
Er schrieb zahlreiche Bücher, in denen er Ross und Reiter benannte, und wurde dafür von Konzernen und Banken in den wirtschaftlichen Ruin geklagt. Doch Jean Ziegler gibt nie auf.
Alle 5 Sekunden verhungert ein Kind, obwohl der Planet heute locker 12 Milliarden Menschen ernähren könnte. Ziegler nennt diesen Umstand Mord, doch er glaubt an die Empathie des Menschen.
Ziegler hatte große Lehrer. Er war mit Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir befreundet, arbeitete vorübergehend als Chauffeur von Che Guevara, erlebte den Freiheitskampf des Thomas Sankara, und hat sich von der Aufrichtigkeit dieser Idole anstecken lassen.
Wir trafen den Schweizer Menschenrechtsaktivisten an seiner Universität in Genf und erlebten einen Mann, dessen aktuelles Buch „Verändere die Welt - Warum wir die kannibalische Weltordnung stürzen müssen“ als Kampfschrift gedacht ist.
http://www.randomhouse.de/Buch/Aender...
Ziegler zieht im Buch Bilanz, stellt die Frage: "Was soll ein Intellektueller?“, um die Antwort nachzureichen. Ein Intellektueller soll bewaffnen! Mit Argumenten, denen Taten folgen. Taten gegen Untaten.
Ziegler ruft im Gespräch mit KenFM mehr denn je zum Widerstand, zum zivilen Ungehorsam gegen ein Wirtschaftssystem auf, das für seinen Profit ohne Skrupel über Leichen geht.
„Besetzt Ramstein!“ und „Kommt nach München zum Anti-G7-Gipfel“ sind Botschaften, die wir aus Genf mitgenommen haben, um sie der Community, der „Genration @“, ans Herz zu legen.
Werdet Aktivisten. Übernehmt Verantwortung für die Ungerechtigkeit auf diesem Globus. Solidarität statt Konkurrenz!
Ändert die Welt. Heute!
http://www.kenfm.de
http://www.facebook.com/KenFM.de
http://www.twitter.com/TeamKenFM
http://kenfm.de/unterstutze-kenfm
Er schrieb zahlreiche Bücher, in denen er Ross und Reiter benannte, und wurde dafür von Konzernen und Banken in den wirtschaftlichen Ruin geklagt. Doch Jean Ziegler gibt nie auf.
Alle 5 Sekunden verhungert ein Kind, obwohl der Planet heute locker 12 Milliarden Menschen ernähren könnte. Ziegler nennt diesen Umstand Mord, doch er glaubt an die Empathie des Menschen.
Ziegler hatte große Lehrer. Er war mit Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir befreundet, arbeitete vorübergehend als Chauffeur von Che Guevara, erlebte den Freiheitskampf des Thomas Sankara, und hat sich von der Aufrichtigkeit dieser Idole anstecken lassen.
Wir trafen den Schweizer Menschenrechtsaktivisten an seiner Universität in Genf und erlebten einen Mann, dessen aktuelles Buch „Verändere die Welt - Warum wir die kannibalische Weltordnung stürzen müssen“ als Kampfschrift gedacht ist.
http://www.randomhouse.de/Buch/Aender...
Ziegler zieht im Buch Bilanz, stellt die Frage: "Was soll ein Intellektueller?“, um die Antwort nachzureichen. Ein Intellektueller soll bewaffnen! Mit Argumenten, denen Taten folgen. Taten gegen Untaten.
Ziegler ruft im Gespräch mit KenFM mehr denn je zum Widerstand, zum zivilen Ungehorsam gegen ein Wirtschaftssystem auf, das für seinen Profit ohne Skrupel über Leichen geht.
„Besetzt Ramstein!“ und „Kommt nach München zum Anti-G7-Gipfel“ sind Botschaften, die wir aus Genf mitgenommen haben, um sie der Community, der „Genration @“, ans Herz zu legen.
Werdet Aktivisten. Übernehmt Verantwortung für die Ungerechtigkeit auf diesem Globus. Solidarität statt Konkurrenz!
Ändert die Welt. Heute!
http://www.kenfm.de
http://www.facebook.com/KenFM.de
http://www.twitter.com/TeamKenFM
http://kenfm.de/unterstutze-kenfm
Pro/Contra: Jutta Ditfurth, Jean Ziegler u.a. zu "Ungerechte Welt, arm u. reich" [52:41]
Veröffentlicht am 05.10.2012
Pro und Contra - Der AustriaNews Talk am 01.10.2012 (PULS4)
"Ungerechte Welt: Warum werden die Reichen immer reicher, die Armen immer ärmer?"
TeilnehmerInnen: Jutta Ditfurth, Eric Frey, Reinhold Lopatka, Jean Ziegler
Moderation: Corinna Milborn
http://www.puls4.com/austrianews/Pro-...
http://www.jutta-ditfurth.de/
© all rights reserved,
alle Rechte vorbehalten
TeilnehmerInnen: Jutta Ditfurth, Eric Frey, Reinhold Lopatka, Jean Ziegler
Moderation: Corinna Milborn
http://www.puls4.com/austrianews/Pro-...
http://www.jutta-ditfurth.de/
© all rights reserved,
alle Rechte vorbehalten
Abonnieren
Posts (Atom)
