Posts mit dem Label Mausfeld werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Mausfeld werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 30. September 2020

Wahlen in kapitalistischen Demokratien und Geheimwissen in Wikipedia…

1990 gilt als das wichtigste Jahr der Nachkriegsgeschichte. Alles scheint gesagt. Die Tabus überdauern. Die renommierte Essayistin Daniela Dahn und der Kognitionsforscher Rainer Mausfeld nehmen sie in ihrem neuen Buch „Tamtam und Tabu“ ins Visier mit einem Blick auf bislang unterschätzte Zusammenhänge. Daniela Dahn untersucht, wie in atemberaubend kurzer Zeit die öffentliche Meinung mit großem Tamtam in eine Richtung gewendet wurde, die den Interessen des Westens entsprach. Mit ihrer stringenten Zusammenschau reichen Materials aus den Medien wird das offizielle Narrativ über die Wende erschüttert. Rainer Mausfelds Analyse zeigt die Realität hinter der Rhetorik in einer kapitalistischen Demokratie. Die gemeinschaftlichen Analysen werden in einem grundlegenden Gespräch vertieft und liefern einen schonungslosen Befund des gegenwärtigen Zustands der Demokratie. Ein Auszug aus Rainer Mausfelds Text.

Ganz ungeniert und offen wurde hier von außen massive Wahlbeeinflussung betrieben. Es lohnt sich, das Ausmaß dieser Wahlbeeinflussung in Relation zu jüngeren tatsächlichen oder vorgeblichen Versuchen einer von außen kommenden Beeinflussung demokratischer Wahlen zu setzen, die im Westen größte Empörungen ausgelöst haben. Größer kann Heuchelei wohl nicht sein. […]

Aus der empirischen Forschung geht hervor, dass die USA die wahren Profis des Metiers sind. Die New York Times erinnerte 2018 – am 17. Februar – an die lange Geschichte von massiven US-Einmischungen in fremde Wahlen. Dabei erwähnte sie auch die Studie des Politologen Dov H. Levin, der zeigte, dass sich zwischen 1946 und 2000 Russland 36 Mal in Wahlen im Ausland eingemischt hat, die USA jedoch 81 Mal. Alles sogar auf Wikipedia nachlesbar. Für Journalisten unserer Qualitätsmedien offensichtlich nicht zugängliches Geheimwissen oder gar Fake News. […]
mehr:
- Können Wahlen in kapitalistischen Demokratien psychologisch frei sein? (Rainer Mausfeld, NachDenkSeiten, 30.09.2020)
von Mausfeld siehe auch:
und der Klassiker:
x
x

Mittwoch, 11. März 2020

Demokratie erneuern! - 2Rainer Mausfeld - DAI Heidelberg 2020

Demokratie erneuern! - Rainer Mausfeld - DAI Heidelberg 2020 {1:36:14}

DAI Heidelberg
Am 11.03.2020 veröffentlicht 
Demokratie lebt von der Debatte.
Demokratie heißt: Interessenunterschiede in einem öffentlichen Debattenraum friedlich austragen, um zu einem gemeinsamen gesellschaftlichen Handeln zu finden.
Doch: Wie können wir unsere eigenen kognitiven und gefühlsmäßigen Beschränktheiten und Vorurteile erkennen? Warum reagieren wir so aggressiv, wenn unsere selbstverständlichsten Vorurteile in Frage gestellt werden? Wir sind so beschaffen, dass wir dazu neigen, unsere Gewohnheiten für Überzeugungen zu halten. Unser Geist produziert gleichsam instinktiv „Meinungen“. Ideologien sind gewissermaßen die kollektiven Vorurteile, die den Status quo als selbstverständlich erscheinen lassen.
Wie lassen sich nun die eigenen Interessen objektivieren? Wie gewinnen wir eine gemeinsame Kommunikationsbasis für ein demokratisches Gespräch, das sich an Argumenten orientiert?
Prof. Rainer Mausfeld (u.a. 2019 am DAI mit „Warum schweigen die Lämmer?“) spricht über Demokratie, Ideologien und Wege des Denkens.
x

Rainer Mausfeld: Demokratie erneuern!

Demokratie erneuern! - Rainer Mausfeld - DAI Heidelberg 2020 {1:36:14}

DAI Heidelberg
Am 11.03.2020 veröffentlicht 
Demokratie heißt: Interessenunterschiede in einem öffentlichen Debattenraum friedlich austragen, um zu einem gemeinsamen gesellschaftlichen Handeln zu finden.
Doch: Wie können wir unsere eigenen kognitiven und gefühlsmäßigen Beschränktheiten und Vorurteile erkennen? Warum reagieren wir so aggressiv, wenn unsere selbstverständlichsten Vorurteile in Frage gestellt werden? Wir sind so beschaffen, dass wir dazu neigen, unsere Gewohnheiten für Überzeugungen zu halten. Unser Geist produziert gleichsam instinktiv „Meinungen“. Ideologien sind gewissermaßen die kollektiven Vorurteile, die den Status quo als selbstverständlich erscheinen lassen.
Wie lassen sich nun die eigenen Interessen objektivieren? Wie gewinnen wir eine gemeinsame Kommunikationsbasis für ein demokratisches Gespräch, das sich an Argumenten orientiert?
Prof. Rainer Mausfeld (u.a. 2019 am DAI mit „Warum schweigen die Lämmer?“) spricht über Demokratie, Ideologien und Wege des Denkens.

siehe auch:
Rainer Mausfeld: Angst und Macht in kapitalistischen Demokratien (Post, 26.07.2019)

KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld ("Warum schweigen die Lämmer?") {1:38:19 – Start bei 36:01 
– Mausfeld: »Es gib keine bessere Revolutionsprophylaxe als Demokratie.«}


KenFM
Am 02.10.2018 veröffentlicht 

Freitag, 26. Juli 2019

Rainer Mausfeld: Angst und Macht in kapitalistischen Demokratien

Rezension Der Neoliberalismus zerstört unsere Gesellschaften und die Demokratie. Rainer Mausfeld über Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien

Der Neoliberalismus ist m.E. die Krankheit unserer Zeit. Fast alle Bereiche unserer Gesellschaft – und es werden ständig neue davon erfasst – sind von dessen Geist, besser: Un-Geist, befallen. Das Perfide daran: Die mit dem Neoliberalismus in Verbindung stehenden Mechanismen, präziser: dessen Ideologie, wird den Menschen geradezu als Medizin verkauft, gepredigt, die uns vorgeblich voranbringt. Paradox: Eine Krankheit wird uns als Allheilmittel verordnet. Die zu Apologeten dieses „Allheilmittels“ gemachten oder gar – entsprechenden, wie auch immer gearteten Einflüssen erlegen – aus eigenem Antrieb dazu gekommenen Politiker sowie die ihnen kritiklos, liebedienernd zur Seite stehenden, ihnen nachplappernden, Papageienjournalisten – statt als Vierte Macht in der Demokratie zu handeln! – in unseren Mainstream- und „Leit“-Medien verkaufen diesen Neoliberalismus.

Wer es nicht schafft, ist selber schuld

Sie lassen die schon immer falsche „Volksweisheit“ aufscheinen: Jeder sei seines eigenen Glückes Schmied. Und wer’s halt nicht schafft? Der ist nicht nur raus, hat Pech gehabt, sondern – stärker als nie zuvor wird ihm heute vermittelt: Du bist selber schuld. Hast dich eben nicht genug angestrengt. So jemand begehrt in den seltensten Fällen auf. Er ist förmlich erschlagen von den Verhältnissen. Wem sollte er die Schuld für sein Versagen geben? Er sieht ja keine.

Die Mächtigen – ich meine hier nicht die uns regierenden, sondern die wahrhaft Mächtigen, welche ja die Ideologie des Neoliberalismus immer weiter vorantreiben, sind ja weitgehend unsichtbar. Sie haben keine Adresse. In früheren Zeiten hatten etwa die Ausgebeuteten, wenn der Guts- oder Fabrikherr den Bogen in Sachen Ausbeutung überspannt hatte diese Adresse. Und dann zogen sie schon mal mit Mistforken vor die Villa des Ausbeuters.

Manchmal entschlüpft den anscheinend Mächtigen auch einmal die Wahrheit

Und unter den anscheinend Mächtigen gibt es sogar manchmal welche, denen auch mal die Wahrheit entschlüpft. Einer von ihnen sagte das dann sogar offen in der ARD-Satiresendung „Pelzig“ am 21. Mai 2010 in der ARD. Der damalige bayerische CSU-Ministerpräsidenten Horst Seehofer sagte frank und frei von der Leber weg:

„Diejenigen die gewählt wurden, haben nichts zu entscheiden … und diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt.“

Oder der nun bald scheidende EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker:

„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“

mehr:
- ANGST und MACHT (Rezension de Buches von Rainer Mausfeld, Claus Stille, Freitag-Community, 26.07.2019)
siehe auch:
STANDPUNKTE • Angst und Macht – Herrschaftstechniken der Angsterzeugung (Rainer Mausfeld, Auszug aus dem Buch, 01.07.2019)
Rainer Mausfeld: Fortschreitende Ökonomisierung steigert Ängste in der Gesellschaft (Kathrin Hondl im Gespräch mit Rainer Mausfeld, SWR2, mp3, downloadbar, 27.06.2019)
"Wir leben in einer Zeit der Gegenaufklärung" (Post, 02.10.2018)
Die Neoliberalisierung der Universität (Post, 24.08.2016)
- Heiner Flassbeck: Kapitalismus am Ende? Konsequenzen der neoliberalen Weltordnung (Post, 15.12.2015)

Rainer Mausfeld: Angst und Macht in kapitalistischen Demokratien {1:18:40}

weltnetzTV
Am 09.07.2019 veröffentlicht 
weltnetz.tv im Gespräch mit Rainer Mausfeld über sein neues Buch „Angst und Macht. Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien“
„Macht hat für den, der sie hat, viele Vorteile und für diejenigen, die ihr unterworfen sind, viele Nachteile, denn Macht erzeugt bei den ihr Unterworfenen Angst. Angsterzeugung wiederum ist ein Herrschaftsinstrument, und Techniken zum Erzeugen von gesellschaftlicher Angst gehören zum Handwerkzeug der Macht.“*v Pascal Luig sprach für weltnetz.tv mit Rainer Mausfeld über sein neues Buch „Angst und Macht. Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien“. Unter anderem wurden folgende Fragen diskutiert: Wie wird Angst in kapitalistischen Demokratien erzeugt? Wie werden wir dadurch manipuliert? Wie können wir uns davon befreien und welche Alternativen gibt es?
* Aus dem Klappentext des Buches: Rainer Mausfeld, Angst und Macht. Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien, Westend Verlag.
x
KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld ("Warum schweigen die Lämmer?") {1:38:19 – Start bei 1:13:54 – Mausfeld: »All diese Programme […] sind dadurch erfolgreich, daß sie NICHT erfolgreich sind.«}

KenFM
Am 09.07.2019 veröffentlicht 
x

Freitag, 28. Juni 2019

Rainer Mausfeld - Weltgewaltordnung der USA beenden, Stopp Air Base Ramstein 2019, 28. Juni 2019

Rainer Mausfeld - Weltgewaltordnung der USA beenden, Stopp Air Base Ramstein 2019, 28. Juni 2019 {35:21}

NuitDebout Munich
Am 28.06.2019 veröffentlicht 
28. Juni 2019
Apostelkirche Kaiserslautern
Stopp Air Base Ramstein 2019
https://www.ramstein-kampagne.eu/cate...
2019/demonstration-2019/
Demonstration Stopp Air Base Ramstein 2019:
Samstag, den 29. Juni
„Staatsräson contra Völkerrecht – sind wir auf dem Weg in den ewigen Krieg?“
Rainer Mausfeld ist ein deutscher Professor für Allgemeine Psychologie an der Universität Kiel und wurde durch seine 2015 veröffentlichte Kritik an der repräsentativen Demokratie und den Funktionen der Massenmedien bekannt. In seiner Publikation „Warum schweigen die Lämmer? Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören“ thematisiert er die Verfälschung der ursprünglichen Definitionen von Freiheit und Demokratie und spricht von einer „Wahloligarchie“, in der die Macht der ökonomisch Mächtigen gehört. Außerdem kritisiert er in seinem Werk die Einschränkung des öffentlichen Debattenraums durch eine subjektive Berichtserstattung der Massenmedien in kapitalistisch organisierten Gesellschaften.

siehe auch:
KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld („Warum schweigen die Lämmer?“) (Post, 02.10.2018)
Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 16.07.2016)

Mittwoch, 12. Juni 2019

Rainer Mausfeld: Gibt es Hoffnung für die Lämmer?

Rainer Mausfeld: Gibt es Hoffnung für die Lämmer? {51:34}

weltnetzTV
Am 12.06.2019 veröffentlicht 
weltnetz.tv im Gespräch mit Rainer Mausfeld (Teil 2): Die Asymmetrie der Machtverhältnisse war in der Geschichte der Menschheit noch nie so groß wie heute. Wenige manipulieren und beherrschen die Vielen. Doch wie können wir uns wehren? Welche Alternativen gibt es?
Demokratie und Freiheit sind nach Rainer Mausfeld zwei Wörter, von denen heutzutage kaum mehr ein Schatten von der mit ihnen ursprünglich verbundenen Hoffnungen geblieben ist. Ihre ursprüngliche Bedeutung sei entleert, verfälscht, missbraucht und gegen diejenigen gewandt worden, deren Denken und Handeln sie beseelen. Demokratie bedeutet heute in Wirklichkeit eine Wahloligarchie ökonomischer und politischer Eliten, bei der zentrale Bereiche der Gesellschaft, insbesondere die Wirtschaft, grundsätzlich jeder demokratischen Kontrolle und Rechenschaftspflicht entzogen sind.
weltnetz.tv sprach mit Rainer Mausfeld (emeritierter Professor für Psychologie und Autor) über das „Schweigen der Lämmer“*, die durch Indoktrination der ökonomischen und politischen Eliten eine menschenwürdige Alternative zu den herrschenden Machtverhältnissen nicht mal mehr zu denken im Stande sind.
Im zweiten Teil des Gespräches** gehen Rainer Mausfeld und Pascal Luig über das Buch „Das Schweigen der Lämmer“ hinaus und diskutieren wie man sich vor Manipulation schützen kann. Sollte die Menschheit nicht im Stande sein, kollektive Lösungen zu finden, wird sie schon in naher Zukunft durch Umweltzerstörung oder den nächsten Krieg ihre Lebensgrundlage vernichten. Doch welche Alternativen gibt es zum herrschenden kapitalistischen System?
* Reiner Mausfeld: Warum schweigen die Lämmer? Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und Lebensgrundlage zerstören, Westend Verlag
** Teil 1 finden Sie hier: https://weltnetz.tv/video/1934-darum-...
x

Montag, 3. Juni 2019

Rainer Mausfeld über Jordan Peterson, Grundeinkommen, Militarismus & individuelle Lösungen (Teil 2)

Rainer Mausfeld über Jordan Peterson, Grundeinkommen, Militarismus & individuelle Lösungen (Teil 2) {1:05:18}

acTVism Munich
Am 01.06.2019 veröffentlicht 
Im 2. Teil unseres exklusiven Interviews sprechen wir mit Dr. Rainer Mausfeld, Professor an der Universität Kiel, der bis zu seiner Emeritierung den Lehrstuhl für Wahrnehmungs- und Kognitionsforschung innehatte und Autor des Buches „Warum schweigen die Lämmer“ ist. Wir diskutieren Alternativen & Lösungen für den Einzelnen. Folgende Fragen werden behandelt:
→ Ist Kollektivismus eine Projektionsfläche für Menschen, die die persönliche Entwicklung verhindert, wie der klinische Psychologe Dr. Jordan Peterson behauptet?
→ Warum legt unsere Gesellschaft mehr Wert auf Materialismus & Eigentum statt auf ideelle Werte wie z.B. Empathie?
→ Wie kann der Einzelne Realitätstoleranz bzw. Mut aufbauen, um die Auswirkungen negativer Ereignisse und Nachrichten abzufedern? Was sind konstruktive Wege für den Umgang damit?
→ Wie kann der Einzelne Manipulation entgegenwirken?
→ Sollten die politisch linken und rechten Szenen miteinander diskutieren?
→ Warum verursacht Militarisierung finanzielle und soziale Schäden?
Haben Sie den 1. Teil verpasst? Wenn ja, dann klicken Sie hier: https://youtu.be/9t40guoRABU
FOLGEN SIE UNS ONLINE:
Facebook: https://www.facebook.com/acTVism/
Instagram: actv_munich
Website: http://www.actvism.org/

siehe auch: 
- Ein neuer Mausfeld und zweimal Helmut Schmidt (Post, 15.05.2019)

Mittwoch, 15. Mai 2019

Ein neuer Mausfeld und zweimal Helmut Schmidt

Rainer Mausfeld über Anarchismus, Wikileaks, Prinzipien der Demokratie & die Rolle der Wirtschaft {1:03:11}

acTVism Munich
Am 13.05.2019 veröffentlicht 
acTVism unterstützen: https://goo.gl/uc1Zxo
acTVism Munich abbonieren: https://goo.gl/aMkRjb
In Teil 1 dieses exklusiven Interviews mit Rainer Mausfeld, Professor für Allgemeine Psychologie an der Universität Kiel und Autor des Buches „Warum schweigen die Lämmer“, reden wir über seinen Werdegang und darüber, wie sich seine Ansichten und Ideen über die Zeit entwickelt haben. Wir nehmen auch den Begriff Anarchismus unter die Lupe, betrachten seinen historischen Kontext und was man heute darunter verstehen sollte. Daneben sprechen wir über das Verständnis von Demokratie, was die Grundvoraussetzungen dafür sind und wie Wirtschaft in einer Demokratie aussehen sollte. Schließlich reden wir auch über die Rolle der Medien und des Finanzsektors in unserer Gesellschaft und was der Fall Julian Assange & Wikileaks für unsere Demokratie bedeutet. Teil 2 dieses Interviews folgt bald!
FOLGEN SIE UNS ONLINE:
Facebook: https://www.facebook.com/acTVism/
x
Helmut Schmidt: Weltbevölkerung explodiert, Europa schrumpft {12:30}

NZZ Standpunkte
Am 18.03.2016 veröffentlicht 
Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt äußert sich im Interview mit NZZ-Journalisten über die einerseits explodierende Weltbevölkerung und die andererseits sehr niedrigen europäischen und deutschen Geburtenraten.
Abonniere NZZ Standpunkte: https://goo.gl/QcwGjL
Sehen Sie hier das ganze Interview mit Helmut Schmidt: https://www.youtube.com/watch?v=r06Ow...
x
Helmut Schmidt: "Mehr Verantwortung!" - 2010 - Teil 1 von 2 {13:30}

ekiufjeu
Am 15.08.2010 veröffentlicht 
Helmut Schmidt, 91, im Gespräch mit Christhard Läpple. Er redet wie immer Klartext - über Rücktritte, Vertrauenskrisen und die Finanzmisere. Von Schwarz-Gelb fühlt er sich nicht zweckmäßig regiert.
ZDF, aspekte, 26.06.2010
x

Freitag, 29. März 2019

Menschlichkeit, Terrorismus und das Böse

Prof. Rainer Mausfeld im Dialog mit Michael Krons am 31.01.15 {34:38}

phoenix
Am 02.02.2015 veröffentlicht 
Wie schnell sind Menschen bereit, im Kampf gegen den Terror ihre Menschlichkeit aufzugeben? Dieser Frage geht Michael Krons bei Im Dialog mit dem Kieler Professor für Psychologie Prof. Rainer Mausfeld nach.
x
Charlie Chaplin Schlussrede (Deutsch) {4:31}

TheProject012
Am 22.03.2012 veröffentlicht 
Charlie Chaplins "Der große Diktator" ein großartiger Film.
Dieser Ausschnitt aus dem Film zeigt lediglich die Schlussrede mit Musik von Hans Zimmer (Time).
Ich wünsche euch viel Spaß mit dem Video ;)
MFG TheProject ;)
x
Good Will Hunting - Warum nicht für die NSA arbeiten? {2:31}

SpecialOne1978
Am 21.03.2011 veröffentlicht 

… und nachdem wir uns unserer Verzweiflung über die ruchlosen Bösen da oben hingegeben haben, noch eine traurige Geschichte:

==========
Barbosa begann seine Karriere 1940 beim ADCI in São Paulo, wechselte 1942 zu CA Ypiranga und spielte von 1945 bis 1955 für den CR Vasco da Gama in Rio de Janeiro. Herausragend bleibt der Gewinn des Campeonato Sul-Americano de Campeões 1948, dem Vorläufer der Copa Libertadores. Dreimal gewann er die Meisterschaft von Rio de Janeiro. Danach spielte er bis 1962 bei Santa Cruz FCBonsucesso und Campo Grande.
Er galt als einer der weltbesten Torhüter seiner Zeit, bestritt zwischen 1945 und 1953 20 Länderspiele und gewann mit Brasilien die Copa América 1949. Der 7:0-Sieg der Brasilianer im Finale gegen Paraguay ist bis heute der höchste Sieg in einem Finale dieses Wettbewerbes. 1953 wurde er mit der brasilianischen Mannschaft Zweiter.
Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1950 gehörte er zu der Seleção, die im eigenen Land Vizeweltmeister wurde. Barbosa war einer der überragenden Spieler des Turniers, doch im entscheidenden Spiel der Finalrunde, dem Maracanaço, verlor Brasilien am 16. Juli 1950 überraschend gegen die uruguayische Fußballnationalmannschaft mit 1:2. Elf Minuten vor Abpfiff spielte Alcides Ghiggia den brasilianischen Verteidiger Bigode auf der rechten Seite aus und schoss den Ball ins kurze Eck. Barbosa, der einen Pass in die Mitte des Fünfmeterraums erwartet hatte, wurde die Schuld am uruguayischen Siegtreffer gegeben.[1] Er wurde zum Sündenbock gemacht und seitdem in Brasilien als Persona non grata angesehen.[2]
2000 sagte er in einem Interview: „In Brasilien sieht das Gesetz 30 Jahre Haft für einen Mord vor. Es ist weit mehr als diese Zeit seit dem Finale von 1950 vergangen, und ich fühle mich noch immer eingekerkert, die Menschen sehen in mir immer noch den Schuldigen für unsere Niederlage.“[2] Zu den Demütigungen gehörte, dass noch 1994 bei einem WM-Qualifikationsspiel zwischen Brasilien und Uruguay Nationaltrainer Parreira seinem Torhüter Cláudio Taffarel jeden Kontakt mit Barbosa verbot.[3] Ein brasilianischer Fußballfunktionär soll ihn mit den Worten „Schafft ihn fort, er bringt nur Pech“ des Stadions verwiesen haben.[4] Die Antipathie gegen den afrobrasilianischen Torhüter wird auch auf Rassismus zurückgeführt.[2][Moacyr Barbosa, Leben, Wikipedia, abgerufen am 29.03.2019]
==========

Alfons erzählt Barbosas Geschichte in seiner letzten Sendung:
Alfons und Gäste vom 28. März 2019 (ARD-Mediathek, verfügbar bis 27.04.2019 – ab 24:09)


»[…] anzuerkennen, was die Wirklichkeit ist. Durchsetzung von Glück, Durchsetzung von Kommunismus, Durchsetzung von Jesus Christus’ Heilsgeschehen, da kommen immer Katastrophen raus. Der intelligente Umgang mit der Wirklichkeit ist, anerkennen: Wir können unseren Willen nicht durchsetzen.[…], daß es eine grundsätzliche Einsicht nicht gibt, nämlich: daß es Europa ohne Russland nicht gibt. 
[…] Die westlichen Politiker kapieren nicht, womit sie es zu tun haben. […] … weil es so schwer für normale Menschen ist, anzuerkennen, daß es eine Diskrepanz gibt zwischen der Art, wie wir uns in der Welt, auch untereinander, bewegen, eben: kommunizieren ohne zu verstehen, und [dem], was die Wirklichkeit uns wirklich zumutet, zum Beispiel der Natur mit ihren Gesetzmäßigkeiten. Das ist das Entscheidende! Es ist der Machtwahnsinn, der Omnipotenzwahnsinn der Menschen, vor allem im Westen […] wir machen alles, für uns gibt’s keine Grenzen, wir machen, was wir wollen. […] Der Wahnsinn besteht in der Nicht-Anerkennung der prinzipiellen Unbeherrschbarkeit der Natur. 
Die können wir unserem Willen nicht unterwerfen. Wir können auch nicht die großartigen Systemleistungen unserem Belieben unterwerfen. Das heißt ja genau: anzuerkennen, was die Wirklichkeit ist. […] Die Leute, die glauben, die Wirklichkeit ist das, was sie daraus machen, die leben in der Psychiatrie! […] Die anderen wissen ganz genau, daß es nicht in ihrem Belieben ist, was sie als wirklich definieren, was sie anerkennen. Daran mangelt’s! Mit anderen Worten: Demut, Rücksichtnahme, Selbstbeschränkung, Selbstaufgeklärtheit, d.h. Anerkennung, daß man selber der Fall ist, mit dem man eigentlich handeln muß. Nicht die anderen sind die Faschisten, die Dummköpfe, die Radikalen, sondern man muß sich selbst als potentiellen Faschisten, potentiellen Radikalen in sein Urteil miteinbeziehen…« (Brock in obigem Video)
Die Mittel des Trostes sind es gewesen, durch welche das Leben erst jenen leidvollen Grundcharakter,
an den man jetzt glaubt, bekommen hat;
die größte Krankheit der Menschen ist aus der Bekämpfung ihrer Krankheiten entstanden,
und die anscheinenden Heilmittel haben auf die Dauer
Schlimmeres erzeugt, als Das war,
was mit ihnen beseitigt werden sollte. 
[Nietzsche, Morgenröthe I.52, »Wo sind die neuen Götter?« [1881] – gefunden in Projekt Gutenberg, Spiegel]
Ich lebe außerdem in einem Gefühl größter Zwiespältigkeit. Ich komme nicht ohne Tradition aus, aber ich muss erkennen, dass ihre Institutionalisierung die Wurzel von etwas Bösem ist, das tiefer geht als alles Böse, das ich mit unbewaffnetem Auge und Geist erkennen könnte.“[11]
[Ivan Illich in Conversation, Toronto 1990, S. 242–243., gefunden in Wikipedia]

Mittwoch, 6. März 2019

Rainer Mausfeld: Denkfehler der modernen Psychologie, Fehlentwicklungen unserer demokratischen Institutionen und die Rolle der Medien

Warum schweigen die Lämmer? Rainer Mausfeld im Gespräch mit Westend {17:21}

Westend Verlag
Am 06.03.2019 veröffentlicht 
Der Psychologe und Kognitionswissenschaftler Rainer Mausfeld spricht über die Denkfehler der modernen Psychologie, Fehlentwicklung unserer demokratischen Institutionen und die Rolle der Medien.
Weitere Infos zu seinem Buch und Leseprobe finden Sie hier:
https://www.westendverlag.de/buch/war...

Dienstag, 12. Februar 2019

»Wo ein Wort ist, glauben wir, daß es was bedeutet«
Rainer Mausfeld: Neue Wege des Demokratiemanagements

zuerst ein Appetithäppchen:
"Weggeknabbert" (Mausfeld) {6:40}

Smaracton
Am 26.02.2019 veröffentlicht 
Zusammenschnitt aus "Rainer Mausfeld: Neue Wege des Demokratiemanagements"

man beachte den leisen Hinweis auf die Gelbwesten-Proteste [ab 2:50]:
»Vermutlich wird […] die Demokratisierung der Demokratie nicht möglich sein ohne eine physische Präsenz der Basis – wie wir’s in Frankreich erleben.«
Vor dem Hintergrund dieser Worte gewinnen die Gewaltakte von seiten der CRS und die Medienberichterstattung über die Proteste – sei es in Frankreich, sei es in Deutschland – einen Sinn!
Es gilt, das vermeintlich Offensichtliche – u.a. unsere Emotionen und Gedanken beim Sehen der Filmaufnahmen in den Nachrichten und beim Hören der Worte der Nachrichtensprecher – zu hinterfragen:
»Könnte es sein, daß diese Gefühle und Gedanken, die wir jetzt (z.B. beim Sehen der neuesten Nachrichten über die Gelbwesten-Proteste) in uns wahrnehmen, daß die Erzeugung genau dieser Gefühle und Gedanken beabsichtigt war?!«
Und: »Wer hat einen Vorteil, wenn ich jetzt das und das fühle und das und das denke?«
Man mache den Selbst-Test:
- Gelbwesten: Wichtiger als das was ist, ist, wie darüber berichtet wird! (Post, 17.03.2019)
– Da kommen interessante Dinge bei raus…

Rainer Mausfeld: Neue Wege des Demokratiemanagements {1:27:52}

Westend Verlag
Am 12.02.2019 veröffentlicht 
Vortrag und Diskussion mit Rainer Mausfeld, Autor des Buchs "Warum schweigen die Lämmer?"
Weitere Infos zum Buch und Leseprobe finden Sie hier:
https://www.westendverlag.de/buch/war...

siehe auch:
»Ich sehe Mistgabeln« – Menschen ohne Ansprechpartner (Post, 23.01.2019)
Gezielte Zersetzung (Kommentar von Rainer Mausfeld, Rubikon, 08.12.2018)
"Wir leben in einer Zeit der Gegenaufklärung" (Paul Schreyer interviewt Rainer Mausfeld, 02.10.2018)
Die Entzauberung neoliberaler Propaganda und Desinformation (Timm Herbst, Telepolis, 08.04.2018)
Prof. Mausfeld: Die »verwirrte Herde« auf Kurs halten… (28. Pleisweiler Gespräch) (Post, 03.11.2017)
Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 14.07.2016)
Die Floskeln der Macht – Wie wir durch Sprache manipuliert werden (Post, 01.04.2016) 
Water Makes Money - Wie private Konzerne aus Wasser Geld machen (Post, 16.02.2013) 


Rainer Brüderle […] verteidigt den neoliberalen Aberglauben auch noch nach seiner Entzauberung. […]
Nicht nur weil er im Beirat der Deutschen Bank AG, im Verwaltungsrat der IVA Valuation & Advisory AG, im Verwaltungsrat Provinzial Rheinland Versicherung AG und im Beirat RSBK Strategie Beratung Kommunikation GmbH sitzt, gilt Brüderle als Wirtschaftslobbyist reinsten Wassers – und als mutiger noch dazu. »Ich bin stolz, ein Neoliberaler zu sein«, verkündete er im September 2005 gleich in der Überschrift eines Aufsatzes im Cicero. Kostprobe gefällig? »Der Neoliberalismus war im Nachkriegsdeutschland sehr erfolgreich. Seine Erfolge wurden aber unter einem anderen Namen bekannt gemacht – der Sozialen Marktwirtschaft.«
Alles klar?
Damals waren unter anderem Energieversorgung, Post, Telekommunikation, Bahn oder Lufthansa in staatlicher Hand – nach schon erwähntem FDP-Verständnis eine Art »DDR light« … Ob das allerdings der typische neoliberale Nachwuchs weiß?
Geradezu heldenhaft versucht Brüderle, seine Partei aus der Defensive zu bringen, in die sie die Weltwirtschaftskrise gebracht hat. »Mit den Investmentbanken und den Finanzmärkten«, wirft zum Beispiel der SPD-Politiker Joachim Poss den Liberalen vor, »ist auch ihre ganze neoliberale Ideologie des Marktradikalismus zusammengebrochen.« Prompt verspricht Brüderle ein Papier mit den wichtigsten Argumenten gegen Kritik am Neoliberalismus und Forderung für einen neuen Ordnungsrahmen des Finanzsektors. »Die FDP darf sich in der Finanzmarktkrise nicht ins Sündereckchen stellen lassen.« [186]
[Rainer Brüderle (FDP), Volkswirt, Parteivize – Mutiger Märtyrer des Marktradikalismus in: Thomas Wieczorek, Die Dilettanten: Wie unfähig unsere Politiker wirklich sind, Knaur München, 2009 – GoogleBooks]

Die Wirtschaftsfreundlichkeit der Freiheitslehre hat nichts mit Firmenfreundlichkeit zu tun. Um globale Monopole und die weitere Vermachtung von Märkten zu verhindern, sollte die Welthandelsorganisation (WTO) zum Weltkartellamt des 21. Jahrhunderts entwickelt werden.
[Rainer Brüderle,  "Ich bin stolz, ein Neoliberaler zu sein", Cicero, undatiert]
Mein Kommentar:
Ich halte es für gut möglich, daß Brüderle genau das Gegenteil von dem beabsichtig, was er sagt! Angelehnt an den Satz von Mausfeld (»Wo ein Wort ist, glauben wir, daß es was bedeutet«) könnte ich denselben folgendermaßen weiterführen: »Wo jemand was sagt, glauben wir, daß er das auch meint, was er sagt.«
Siehe dazu:
- Die Rede, die Kennedy das Leben kostete? – Mythos und Wirklichkeit (Post, 28.02.2019) 

Drahtzieher hinter den Kulissen – der Einfluss des Bertelsmann-Konzerns auf die Hochschulen (Post, 31.10.2008)


Das Buch macht Hayek schlagartig berühmt. In den USA wird es mehr als eine Million Mal verkauft. Ein Jahr später erscheint Die offene Gesellschaft und ihre Feinde des aus Wien stammenden Philosophen Karl Popper. In diesem, seinem berühmtesten Werk, das während der ersten Zeit seiner Emigration in Neuseeland entstanden ist, versucht Popper, seine Ablehnung jeglicher Spielarten totalitärer Regime und ihrer Philosophien ideengeschichtlich zu untermauern.  Politische – und ebenso wissenschaftliche – Systeme, so führt Popper aus […] seien erst dann akzeptabel, wenn sie lernfähig und zur Selbstkorrektur in der Lage seien. 
Popper stößt auch hinzu, als sich die Neoliberalen wiedertreffen, am 1. April 1947 im Hôtel du Parc im kleinen Ort Mont-Pèlerin am gleichnamigen Berg nahe Vevey am Genfer See. 15 der 26 Teilnehmer des Colloque Walter Lippmann sind wieder dabei. Dazu gesellt sich eine Gruppe amerikanischer Wissenschaftler, darunter die späteren Ökonomie-Nobelpreisträger Milton Friedman und George Stigler. Auch die Philosophen Hans Barth und Michael Polanyi nehmen an dem für zehn Tage angesetzten Treffen teil.

In seinem Eröffnungsvortrag formuliert Hayek die Aufgabe der Runde, die den Liberalismus als wirkungsstarke politische Philosophie wiederbeleben will. Dazu bedient er sich der Worte von John Maynard Keynes, mit dem er, Hayek, "nicht oft einer Meinung" sei, der aber "niemals etwas Wahreres gesagt" habe als dies: "Die Ideen der Nationalökonomen und Philosophen wirken stärker, als allgemein angenommen wird, und zwar sowohl wenn sie recht haben, als auch wenn sie irren. Tatsächlich wird die Welt kaum von etwas anderem regiert." Diese Herausforderung müssten die Neoliberalen annehmen.

Am Ende der Tagung vereinbaren die Teilnehmer, sich zwei Jahre später wieder zu treffen und ihrer Zusammenarbeit eine Institution zu geben. Sie gründen die Mont Pèlerin Society, die bis zum heutigen Tage, vor der Öffentlichkeit diskret abgeschirmt, als Netzwerk liberaler Denker existiert und funktioniert.
[Wolfgang Köhler, Die Mission des LiberalismusZEIT Nr. 33/2008, 07.08.2008]
Der lange Marsch zum Neoliberalismus: Vom Roten Wien zum freien Markt – Popper und Hayek im Diskurs (Jürgen Nordmann, VSA Verlag 2005, PDF – gefunden bei Irwish.de)
Psychoanalyse und Politik: Das Unbehagen für kritische Aufklärung nutzen (Horst-Eberhard Richter, Dtsch Ärzteblatt, PP 3, Ausgabe Juni 2004, Seite 275)
Früh vergreist Ein deutsches Schreckbild: der "Neoliberalismus" (Richard Herzinger, ZEIT Nr. 44/1997, 24.10.1997)
- Wider die großen Worte – Ein Plädoyer für intellektuelle Redlichkeit (Karl L. Popper, ZEIT Nr. 39/1971, 24.09.1971)

zuletzt aktualisiert am 02.09.2019

Mittwoch, 23. Januar 2019

»Ich sehe Mistgabeln« – Menschen ohne Ansprechpartner

Auch am zehnten Samstag in Folge haben sich nach Presseangaben wieder über 84.000 Menschen an Protesten der „Gelbwesten“ in ganz Frankreich beteiligt, obwohl Macron vergangene Woche mit seinem „Bürgerdialog“ startete. Mit seiner „Initiative“ wollte Macron die „Wut in Lösungen verwandeln“. Für die „Bürgerdialoge“, an denen sich angeblich jeder Bürger in den Rathäusern ihrer Gemeinden beteiligen können soll, formulierte Macron 35 „Leitfragen“ vor, die diskutiert werden sollen. Sollte es darüber hinaus weitere, „intelligente“ Fragen geben, würden sie ebenfalls angenommen, sagte Macron.

Dass die Gelbwesten erneut in ganz Frankreich protestierten, zeigt, dass die Demonstranten nichts von Macrons „Versprechen“ und Vorschlägen halten. Denn die Demonstranten wollen keinen „Bürgerdialog“, sondern sie haben klare Forderungen an den französischen Präsidenten, die sie erfüllt wollen sehen. Zudem fordern sie Macrons Rücktritt. Auf die Forderungen der Gelbwesten ist Macron aber bislang nicht eingegangen. Mit seinen vorgegebenen „Fragen“ zeigt Macron, dass er sich auf die Themen der Gelbwesten nicht einlassen will. Vielmehr betonte er gegenüber der Presse, dass er an seinem politischen Reformkurs festhalten wolle. Im übrigen glauben auch nur 35% der französischen Bürger, dass die „Bürgerdebatte“ zu nützlichen Maßnahmen für das Land führen könnte.

mehr:
- Zehnter Protestsamstag – Gelbwesten lehnen Macrons „Bürgerdialog“ ab (neopresse, 23.01.2019) – zu Macrons »Bürgerdialog« 
siehe auch:
Das vergiftete Geschenk (Karl-Jürgen Müller, Rubikon, 23.01.2019) 
Französische Revolution 2.0 (Diana Johnstone, Rubikon, 22.01.2019) 
- Gelbwesten: Der Protest und die inszenierte Debatte (Thomas Pany, Telepolis, 21.01.2019) 
- Spielt Macron einfach nur auf Zeit? (Post, 20.01.2019)
Von einer Ermüdungstaktik sprach auch ein Telepolis-Kommentar:
- Die Taktik des Ermüdens (tomrobert, Telepolis, 21.01.2019)
Ein weiterer Kommentar wies auf den »absolutistischen Rahmen« dieses Dialogs hin:
- Absolutistischer Rahmen Macrons schürt Misstrauen (klarobello, Telepolis, 21.01.2019)
Neues Deutschland schreibt von dem Wunsch vieler Franzosen »würdig zu leben« (21.01.2019; nur für Abonennten)
Bei der Internet-Recherche finde ich »Vivre dignement schon Mitte Dezember des letzten Jahres:
- "Les Français veulent juste vivre dignement de leur travail ou de leur retraite" (Valérie Precesse im Interview auf BMF TV, 12.10.2018)
Dabei fällt mir auf, wie sensibel und treffend Prof. Mausfeld im folgenden Video die Situation der Protestierer beschreibt:

Rainer Mausfeld zu den „Gelbwesten“, Neoliberalismus, Migration und Elitendemokratie {1:40:34}

Der Fehlende Part
Am 17.12.2018 veröffentlicht 
Der emeritierte Professor für Psychologie, Rainer Mausfeld, begeistert mit seinen Vorträgen zu Manipulationstechniken in Medien und Politik und zieht damit ein Millionenpublikum an. So vertritt Mausfeld zum Beispiel die These, dass sich die repräsentative Demokratie der westlichen Welt zu einer neoliberalen Elitendemokratie entwickelt hat und stellt Begriffe und Systeme in Frage, die man sonst als gegeben ansieht. Jasmin Kosubek spricht mit dem Psychologie-Professor über die Bewegung der Gelben Westen in Frankreich und fordert seine kritischen Thesen zum Neoliberalismus heraus.
Kapitel:
00:50 Protest der „Gelben Westen“
19:40 Eliten und Machteliten
25:45 Täter und Opfer – Wer entscheidet?
32:35 Pflicht des Bürgers, sich selbst zu informieren
44:55 Demokratisierung der Demokratie
49.00 Direkte Demokratie als Lösung?
52:49 Frage der Repräsentanz im Parlament – Wo sind die LKW-Fahrer?
55:10 Annegret Kramp-Karrenbauer
57:00 Migration und der Neoliberalismus
1:04:44 Rechtspopulismus, Heimat und Nation
1:10:30 Neoliberalismus
1:22:00 Kritik an Mausfeld
1:38:10 Utopie
Folge "Der Fehlende Part" auf Facebook: https://www.facebook.com/derfehlendep...
Folge "Der Fehlende Part" bei Google+: https://plus.google.com/1111009713923...
Folge Jasmin auf Twitter: https://twitter.com/jasminkosubek
Und sei auch bei Insta mit dabei! : ) https://www.instagram.com/derfehlende...

zu Nick Hanauers offenem Brief:
- Nick Hanauer: »Ich sehe Mistgabeln« (Post, 23.07.2014)

die katholische Kirche in Frankreich reagiert auf das recht autokratisch demonstrierte Dialogangebot des französischen Präsidenten:
- Französische Kirche organisiert Debatten zu "Gelbwesten" – Meinungsaustausch und konkrete Fragen (Domradio.de, 23.01.2019)
Die NachDenkSeiten weisen auf die – teilweise exzessive – Gewalt der französischen Polizei hin:
- Mit brutaler Gewalt wird der Klassenkampf von oben gewonnen. Das ist absehbar. (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 23.01.2019)
dazu auch:
- Recensement provisoire des blessé-es des manifestations du mois de novembre-décembre 2018 (Désarmons-les! – Collectif contre les violences d’Etat, 04.01.2019 – Auflistung der bisher verletzten Demonstranten)

Zwischenbemerkung von mir:
Ich habe Videos gesehen, auf denen – anscheinend – völlig unbeteiligte Personen von der Polizei festgenommen werden, auf denen Protestierende beim Weglaufen mit Gummikugeln beschossen werden oder auch eine Schulklasse, deren Schüler sich wie Kriegsgefangene mit hinter dem Kopf verschränkten Armen hinknien müssen, bevor sie abgeführt werden.

- Protest trotz Macrons „Bürgerdialog“ (taz, 20.01.2019)
- Gummigeschosse zur Disziplinierung der Gelbwesten (Post, 18.01.2019)
- Die Gelbwesten zeigen Ausdauer (Post, 14.01.2019)

Links zu Posts über den G20-Gipel in Hamburg, 2017 – und dessen Aufarbeitung:
Immer noch G20: Die Verfolgung von Aktivisten (Post, 13.10.2018)
Nochmal G20 in Hamburg: Vorgehen der Polizei rechtswidrig (Post, 16.06.2018)
- „Agents Provocateurs“ bei G20-Protest? (Perspektive Online, 19.05.2018)
G20-Aufarbeitung: Lügen und geschwärzte Akten (Post, 08.11.2017)
„Die Polizei Hamburg hat die Gewaltorgie losgetreten“ (Post, 07.10.2017)
G20-Nachbereitung: Pleiten, Pech und Pannen (Post, 06.10.2017)
"Die Herrschaft über die Wirklichkeit hat die Polizei" (Post, 06.10.2017)
Nachlese zum G20-Gipfel – Wrestling vs. schonungslose Analyse (Post, 18.08.2017)
- Aufräumarbeiten nach dem G20-Gipfel: Was würde geschehen, wenn… (Post, 23.07.2017)
x
G20-Gewalt: Wer sind die Täter? | Panorama | NDR {17:36}

ARD
Am 21.07.2017 veröffentlicht 
Linksextremisten, Demonstranten, Schaulustige, Anwohner - und die Polizei: Panorama hat sich auf Spurensuche begeben und versucht, mit allen Beteiligten zu sprechen.
http://www.daserste.de

G20-Gipfel: Jan van Aken (DIE LINKE) über Protest und Gewalt {7:17; Start bei 2:56}

debate
Am 30.06.2017 veröffentlicht 
Jan van Aken (Bundestagsabgeordneter DIE LINKE) ist Hauptanmelder der größten Demonstration beim G20-Gipfel in Hamburg. Zwischen 50.000-100.000 Teilnehmer werden zur Demo "Grenzenlose Solidarität statt G20" erwartet. Ist Eskalation da nicht vorprogrammiert? Und ist Gewalt ein legitimes Mittel? Ein dbate-Interview mit Jan van Aken.
Die Kritik am G20-Gipfel in Hamburg ist vielfältig. Während die einen sich über den Austragungsort inmitten der Millionenstadt echauffieren, lehnen andere wie der LINKEN-Politiker Jan van Aken die Zusammenkunft der G20 generell ab. Doch was spricht dagegen, wenn Staatsoberhäupter sich zum Dialog treffen? "Das Problem ist, die reden ja nicht nur. Die fallen da Entscheidungen, die den Rest der Welt betreffen", so der Bundestagsabgeordnete. Die reichsten Länder der Welt hätten sich selbst ermächtigt, Entscheidungen zu treffen, die wiederum Millionen von Menschen in Afrika betreffen und in Armut stürzen.
G20-Gipfel: Kann eine Demo mit 50.000 Teilnehmern überhaupt friedlich bleiben?
Auch deshalb hat van Aken in einem großen Bündnis die Demonstration "Grenzenlose Solidarität statt G20" angemeldet. Über 50.000 Menschen werden dazu erwartet. Nicht unwahrscheinlich, dass sich auch Linksextreme oder Mitglieder des sogenannten "Schwarzen Blocks" der Veranstaltung anschließen. Wie kann sichergestellt werden, dass die Demo friedlich bleibt? "Reden. Reden hilft immer", gibt sich der LINKEN-Politiker zuversichtlich. Man habe ganz klare Absprachen mit den Bündnispartnern getroffen. Gewalt sei nicht erwünscht.
Van Aken: "Ich finde es richtig, dass Mittel des zivilen Ungehorsams eingesetzt werden"
Trotzdem ruft van Aken nicht direkt zu Gewaltverzicht auf. Warum eigentlich nicht? Gewalt sei halt eine Frage der Definition. Wenn man sich als Castor-Gegner Schienen blockiert, werde das in bestimmen Kreisen als Gewalt empfunden. Solche Blockaden findet van Aken richtig und erklärt: "Deshalb finde ich das mit dem Aufruf zu Gewaltverzicht ganz schwierig. (...) Das ist alles eine Auslegungssache."
Im dbate-Interview spricht Jan van Aken außerdem über die Frage, inwieweit Gewalt ein legitimes Mittel sein kann und wann seine G20-Demo Erfolg hätte.
Mehr Videos und News findest Du hier:
http://dbate.de
http://facebook.com/dbate.de
http://twitter.com/dbateonline

mein Kommentar:
Klar, es gibt Demonstranten, bei denen einige Schrauben locker sind – genauso, wie es Polizisten gibt, denen die Sicherung durchbrennt.
Aber ich werde das Gefühl nicht los, daß es beim Umgang mit den Gelbwesten – ähnlich wie beim G20-Gipfel in Hamburg (und dem ganzen Rattenschwanz an Debatten, Vertuschungen und Gerichtsverfahren) um eine gezielte Einschüchterung und Propaganda-Kampagne der Exekutive gegen sogenannte »militante Protestierer« geht.

Damit es nicht dem Vergessen anheim fällt:

==========
Hauptthema der Konferenz waren Strategien zur Bekämpfung der Armut in der Welt.[2] Im Rahmen des Gipfels wurde der Global Fund to fight AIDS, Tuberculosis and Malaria gestiftet. Die Teilnehmer stimmten in der Aussage überein, dass eine weitere Liberalisierung des Welthandels eine wichtige Maßnahme gegen Armut sei.
[G8-Gipfel in Genua 2001, Hintergrund, Wikipedia, abgerufen am 23.01.2019 😂]
==========
Die deutschen Abgeordneten Annelie Buntenbach und Hans-Christian Ströbele besuchten die Inhaftierten in Italien, um mit ihnen zu sprechen.[52][53] Ströbele verglich die Vorkommnisse in Genua mit denen in ehemaligen südamerikanischen Militärdiktaturen.[54]
Der damalige Innenminister Claudio Scajola äußerte in der Öffentlichkeit, dass die Polizei „ihre Aufgabe würdevoll erfüllt“ habe. Der damalige Vizeminister Gianfranco Finisagte, dass die Demonstranten bekommen hätten, „was sie verdienten“.[55]
Der Tod von Carlo Giuliani wird in Teilen der globalisierungskritikischen Bewegungen als Mord angesehen. Der Polizist, ein erst 20-jähriger Wehrpflichtiger, berief sich dagegen auf Notwehr und wurde in einem umstrittenen Prozess freigesprochen. Bis heute sind viele Fragen zum genauen Ablauf der Ereignisse offen. So wurde das Projektil, mit dem Giuliani erschossen wurde, nie gefunden bzw. untersucht. Dennoch behauptet die Staatsanwaltschaft, die tödliche Kugel sei von einem fliegenden Stein in der Luft abgeprallt und habe so Giuliani getroffen. Auch bleiben nach Auswertung des umfangreichen Bildmaterials Zweifel an der offiziellen Darstellung. Die Klage der Eltern und einer Schwester Giulianis vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wurde am 25. August 2009 abgewiesen.[56][57]
Wiederholt wurde der Verdacht geäußert, die Polizei habe verkleidete Beamte in den Schwarzen Block als Provokateure eingeschleust.[58][59] Verschiedene Augenzeugen behaupten, die Polizei sei mit großer Härte gegen friedliche Demonstranten vorgegangen, habe sich aber gegenüber dem Schwarzen Block in auffälliger Weise zurückgehalten.[59]
Die Ereignisse in der Polizeikaserne und die Gerichtsverfahren veranlassten die britische Zeitung The Guardian zu der Aussage: „Genoa tells us that when the state feels threatened, the rule of law can be suspended. Anywhere.“ (Genua sagt uns, dass, wenn der Staat sich bedroht fühlt, die Herrschaft des Gesetzes außer Kraft gesetzt werden kann – überall.)[62]
Juli 2017 sagte der italienische Polizeichef Franco Gabrielli der Zeitung La Republicca: „Ich sage klar und deutlich, dass es Folter gab“. Bereits im April desselben Jahres hatte Italien angekündigt 16 Opfern von Polizeigewalt Entschädigung zu zahlen.[64]
[G8-Gipfel in Genua 2001, Aufarbeitung, Wikipedia, abgerufen am 23.01.2019] 
==========

Mein Kommentar:
Der zweite Absatz des vorigen Wikipedia-Zitats läßt mich an den Tod von Benno Ohnesorg während des Schah-Besuchs in Berlin denken:
Heute vor 50 Jahren – 2. Juni 1967: Benno Ohnesorg wird erschossen (Post, 02.06.2017)
- 1966: Das Neue der Revolte – Benno Ohnesorg und die Prügelperser – Sie wollten es nicht wissen… (Post, 02.01.2017)
Man dachte [bei Springer] zu oft in Verschwörungsbegriffen und hielt die Proteste für zentral gesteuert. Schnell wurde bei Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten davon ausgegangen, dass die Gewalt einzig und allein von den Demonstranten ausging.
[Ohnesorg, Springer und die linke Einäugigkeit, WELT, 31.05.2009]
Mein Kommentar:
Ist es nicht verwunderlich, daß der gute Bürger bzw. die Mainstream-Presse auch noch nach über 50/60 Jahren (G8 – Genua, G20 – Hamburg, Gelbwesten) erst einmal glauben, daß die Gewalt von den Demonstranten ausgeht?…

übrigens…
die – mal wieder – größtenteils tendenziöse Berichterstattung (SPON ringt sich zu einem »Ja-aber« durch) in den deutschen Leitmedien läßt mich über die Daseinsberechtigung so mancher Medien nachdenken:
- Soll RT eine Rundfunklizenz erhalten? Ein Kommentar (Post, 23.01.2019)
Der Presserat ist Teil des Systems (Post, 05.06.2018)