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Dienstag, 23. Januar 2018

Heute vor 105 Jahren – 23. Januar 1913: Militärputsch bringt Jungtürken an die Macht

Jungtürken übernehmen das Ruder 

Die Bewegung der Jungtürken im Osmanischen Reich entstand 1889 zunächst als Geheimbund. Mit der nationalen Modernisierungsbewegung sympathisierten zahlreiche türkische Beamte und Offiziere. Zunächst kämpften die Jungtürken für eine konstitutionelle Monarchie gegen den despotischen Sultan Abdülhamid II. (reg. 1876-1909). Im Juli 1908 probten sie den Aufstand, bildeten in Mazedonien eine Gegenregierung und übernahmen schließlich die Macht in Konstantinopel. 1909 ersetzten sie Abdülhamid durch den gefügigen Mehmed V. (reg. 1909-18). Die instabilen Verhältnisse begünstigten die Balkankriege, deren ungünstiger Verlauf 1912 zum Sturz der Jungtürken führte. 
Jungtürken-Führer Enver Pascha (Mitte) organisierte 1908 in Thessaloniki
eine Revolte gegen die Regierung in Konstantinopel
Daraufhin putschten sich im Januar 1913 die Jungtürken-Führer Enver Pascha (1881-1922), Talaat Pascha (1872-1921) und Cemal Pascha (1872-1922) als Triumvirat an die Macht. Während des Ersten Weltkrieges agierten sie extrem nationalistisch. Ihre Regierung ist hauptverantwortlich für die Deportation und Ermordung Hunderttausender Armenier im Osmanischen Reich (ab 1915). Die militärische Niederlage des Osmanischen Reichs 1918 führte zum Sturz der Jungtürken, ihre Führer emigrierten. Talaat Pascha und Cemal Pascha wurden von Exil-Armeniern ermordet, Enver Pascha fiel im heutigen Tadschikistan im Kampf gegen sowjetische Truppen. Die Ideen der Jungtürken griff ein erfolgreicher Weltkriegsgeneral auf, der zum Gründer der modernen Türkei wurde: Mustafa Kemal Pascha
Atatürk. 
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2018
Der Untergang des Osmanischen Reiches {49:25}
Am 25.08.2016 veröffentlicht
MyDokuChannel      
Mit den von den Mächten eingeforderten Reformen gingen zunehmend wirtschaftliche Probleme einher. In den „Kapitulationen“ genannten Handelsverträgen wurde der Markt im Osmanischen Reich für die Europäer geöffnet, und die Einfuhrzölle lagen unter den Ausfuhrzöllen. Durch die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit des osmanischen Handwerks wurde das Osmanische Reich zum Importeur von europäischen Waren und der Aufbau einer eigenen Industrie unterbunden. Unterdessen fanden die Unruhen auf dem Balkan kein Ende. Nach einem Krieg gegen Serbien 1876 wurde in Istanbul eine internationale Konferenz einberufen, auf der die Zukunft des Balkan diskutiert wurde. Um seine Reformbereitschaft zu demonstrieren, kündigte der durch einen Staatsstreich an die Macht gekommene Abdülhamid II. eine liberale Verfassung an, die ein parlamentarisches System eingeführt hätte. Als Ergebnis der Konferenz fassten die Mächte eine Autonomie sowohl für zwei Provinzen auf bulgarischem Gebiet als auch für Bosnien und Herzegowina ins Auge. Als die „Hohe Pforte“ dies ablehnte, erklärte Russland den Krieg, besetzte den gesamten europäischen Teil der Türkei und rückte auf Istanbul vor. Nach der Entscheidungsschlacht am Schipkapass im Januar 1878 war der Sieg der russischen Truppen nicht mehr zu verhindern. Ende Januar 1878 bat das Osmanische Reich um den Abschluss eines Friedensvertrages.

Türken, Türkei & Atatürk.Der erste Welt Krieg und seine Auswirkungen. Islam und Nationalismus?Teil 1 {49:42}

Am 08.06.2015 veröffentlicht
MyDokuChannel      
Der erste Teil der Preisgekrönten Dokumentation
Türken, Türkei & Atatürk . Der erste Weltkrieg und seine Auswirkungen.
Geburt der Jön - Türken (Jung - Türken)

Mustafa Kemal Atatürk - Die Geburt einer Republik {51:38}

Am 08.06.2015 veröffentlicht
IndyCamFilms      
Mustafa Kemal Atatürk wurde 1881 geboren. Von heftigem und leidenschaftlichem Naturell, machte er zuerst beim Militär Karriere. 1908/09 nahm er am Aufstand der Jungtürken teil, und im Ersten Weltkrieg führte er eine Armee. 1920 rief er die erste Große Nationalversammlung ein, deren Präsident er drei Jahre lang war. Seine bahnbrechende Leistung war die Abschaffung des Sultanats.
Auf der Grundlage des zerfallenden Osmanischen Reiches schuf er einen neuen, homogenen Staat. Vor allem zwischen 1924 unddem Beginn der 30er Jahre modernisierte Mustafa Kemal Atatürk die noch weitgehend ländliche und stark religiös geprägte Gesellschaft seines Landes. Seine Reformen veränderten den Alltag der Türken von Grund auf. Er duldete keinerlei Protest, und bis zu seinem Tod 1938 nahm sein Regime immer autoritärere Züge an.

Montag, 27. April 2015

Der Völkermord an den Armeniern

Vor 100 Jahren begann die systematische Vernichtung des armenischen Volkes im Osmanischen Reich. Bis heute ist das Thema für viele Türken ein »rotes Tuch«. Als der Papst jüngst die damaligen Gräuel beim richtigen Namen nannte, schlug ihm aus der Türkei Feindseligkeit entgegen. Auch die Bundesregierung scheut sich, von einem Völkermord zu sprechen und selbst Außenminister Frank-Walter Steinmeier zieht aus diplomatischen Erwägungen das Wort Massaker vor. Zudem stellt sich die Frage nach einer Mitschuld Deutschlands, das damals mit den Osmanen verbündet war.
mehr:
- Der Völkermord an den Armeniern (junge Welt, 20.04.2015)
siehe auch:
- Aghet – Genozid – Hitler und Stalin lassen grüßen (Post, 19.04.2015)
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Sonntag, 19. April 2015

Aghet – Genozid – Hitler und Stalin lassen grüßen

Trotz genereller Einmütigkeit der internationalen Geschichtswissenschaft weigert sich die politische Führung der Türkei weiterhin konstant, den Massenmord an den Armeniern als Genozid anzuerkennen, fordert Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan immer noch Beweise – und die westliche Staatengemeinschaft hält sich zu diesem Thema bedeckt. Dabei wollen sich auch in der Türkei mehr und mehr Menschen ein eigenes Bild von der jüngeren Geschichte ihrer Nation machen. 200.000 Türken gingen nach der Ermordung von Hrant Dink in einer der größten Demonstrationen des Landes auf die Straße. In Solidarität mit Hrant Dink, den Armeniern und dem Verlangen nach Wahrheit…
„Aghet" geht der Frage nach, welche Motive hinter der Ablehnung vieler Regierungen stehen, sich klar und deutlich zum Genozid an den Armeniern zu äußern. Warum sie eine Regierung, die sich ganz offiziell der Leugnung eines schrecklichen Weltverbrechens schuldig gemacht hat, nicht energisch in ihre Schranken weisen.

mehr:
- Aghet – Ein Völkermord (Phoenix Mediathek)

Aghet Ein Völkermord {1:31:36}

Am 29.07.2016 veröffentlicht
SuperDonnerschlag  
Der Völkermord an den Armeniern

siehe auch:
Völkermord an den Armeniern (Wikipedia)
The Cut (Der Freitag, 19.04.2015)
- Völkermord an den Armeniern (Wikipedia)
- Völkermord-Gesetz: Erdoğan droht Frankreich mit Sanktionen (ZEIT, 22.12.2011)
Eingesandt: Die fröhlichen MassenmörderInnen von Auschwitz – Der Wahnsinn der Normalität (Syndikalismus, 28.12.2009)

außerdem:
100 Jahre Völkermord an den Armeniern (Vortragsankündigung der Kurdisch-Deutschen Freundesgesellschaft Weißenburg auf der Seite der Rosa-Luxemburg-Stiftung für den 25.04.2015)
Unerträgliches Gerede (Michael Jäger, der Freitag, 24.04.2015)