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Samstag, 6. Juni 2020

Ärzte in der Hierarchie: Mundhalten vermeidet Nachteile



Interview mit der Ärztin und Prix-Courage-Trägerin Natalie Urwyler. Sie ortet in der Spitzenmedizin eine «Günstlingswirtschaft».

Gleich drei fehlbare Chefärzte am Zürcher Universitätsspital sorgen für Schlagzeilen: Der Direktor der Gynäkologie, Daniel Fink, liess sich für Operationen an Privatpatientinnen eintragen und bezahlen, obwohl er nicht vor Ort war. Der Chefarzt der Herzchirurgie, Francesco Maisano, weil er wissenschaftliche Publikationen geschönt, nicht zugelassene Implantate eingesetzt und erst noch im Solde von Firmen stand, die Implantate herstellen. Und der Direktor der Kieferchirurgie, Martin Rücker, weil er die Weiterbildung von Assistenzärzten fingiert und sich Patienten in die eigene Praxis überwiesen hat. Diese Vorfälle werfen ein schiefes Licht auf die Ärzteschaft. Natalie Urwyler, Anästhesistin und Leitende Ärztin am Spital Wallis CHVS und Trägerin des Prix Courage 2018 hat Erfahrung mit Machtstrukturen: Sie wurde als aufstrebende Ärztin und Forscherin vom Inselspital Bern entlassen. Ihre Klage auf Diskriminierung des Geschlechts wurde vom Gericht gutgeheissen und das Inselspital verurteilt.

Die Zürcher Gesundheitsdirektorin, Natalie Rickli, ortet ein Problem mit der Kultur in verschiedenen Kliniken am Universitätsspital. Was ist das Problem an der «Kultur» in der Spitzenmedizin?

Natalie Urwyler: Die Strukturen in Spitälern verhindern eine effiziente und effektive Kontrolle. Das schafft Gelegenheiten – und die sind offenbar oft verführerisch. Auch herrscht oft eine sehr hierarchische Kultur: Was der Chef sagt, wird gemacht. Ich finde es gut, dass Regierungsrätin Rickli da nun durchgreifen will.

Ein Herzchirurg entwickelt Implantate, setzt sie selber ein, ist an den Firmen beteiligt und macht auch gleich noch die wissenschaftlichen Arbeiten dazu. Wie kann es sein, dass da niemand eingreift?

Urwyler: Das ist ein Systemproblem. Wie ich schmerzlich lernen musste, ist Wissenschaft nicht primär da, um «Wissen zu schaffen», sondern um mehr Macht und Geld zu erlangen. Das müssen wir in Zukunft besser organisieren. Die Problematik zeigt sich jetzt sehr deutlich in Bezug auf einen Impfstoff gegen eine Infektion mit SARS-CoV-2.

mehr:
- «Wer schweigt, kriegt auch ein bisschen vom Kuchen» (Monique Ryser, Info-Sperber, 06.06.2020)
siehe auch:
Medizinerinnen und Mediziner weisen empirisch belegt eine höhere Suizidrate auf als die Allgemeinbevölkerung auf. Die Selbsttötungsraten sind nach den Ergebnissen von 14 internationalen Studien 1,3-3,4-fach höher, die für Medizinerinnen sogar 2,5-5,7-fach höher als bei vergleichbaren Nichtmedizinerinnen. Die Geschlechterverteilung bei den Ärztinnen und Ärzten ist interessanterweise "ausgewogen", während sich in der Allgemeinbevölkerung Männer 2,5 mal häufiger suizidieren als Frauen.

In einer norwegischen Studie gab ein Viertel der Medizinerinnen und Mediziner an, manchmal oder häufig das Gefühl zu haben, das Leben sei nicht mehr lebenswert. Jeder Zehnte der Befragten hatte sogar ernsthafte Suizidabsichten. Eine deutsche Studie erbrachte noch erschreckendere Ergebnisse: Die Hälfte der Medizinerinnen und Mediziner gab an, in ihrem Leben bereits Suizidabsichten gehabt zu haben, zwei Drittel halten es für möglich, dass sie sich in Zukunft suizidieren.

[Melanie Hüttemann, Suizidalität bei Medizinerinnen und Medizinern, Thieme, 08.06.2011]
- Kapitalismus, Soziale Marktwirtschaft und das Versorgungsstärkungsgesetz (Post, 07.02.2015)

mein Kommentar:
Der Prix Courage für Frau Urwyler hört sich gut an! Die andere Seite: Ich bin gespannt, welcher Klinikchef einer solchen Ärztin eine Stelle anbieten wird…
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Montag, 1. Juni 2020

Daniel Koch springt ins kalte Wasser



Wochenlang informierte Daniel Koch die Schweizer Bevölkerung über den Stand der Epidemie und die Lockdown-Massnahmen. Am Pfingstmontag sprang er nach einem letzten Aufruf an die Bevölkerung in voller Kleidung in die Aare.
mehr:
- Corona-Beauftragter der Schweizer Regierung springt ins kalte Wasser (Info-Sperber, 01.06.2020)

SWISSMEME: DANIEL KOCH SPRINGT ID AARE {0:45}

Swissmeme TV
Am 01.06.2020 veröffentlicht 
Springt er eifach iiskalt ine...
https://www.instagram.com/swissmeme/
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mein Kommentar:
Könnte man als Statement verstehen…
Seine Position möchte ich nicht haben…

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Unser neuer Nationalheld – Daniel Koch | Deville {2:32}

SRF Deville
Am 30.03.2020 veröffentlicht 
Unser neuer Nationalheld. Kochen vor Wut war gestern – entspannen wie Koch ist heute. Daniel Koch ist unser Licht in der Coronazeit.
Eloquent, pointiert und charmant ironisch. So präsentiert Dominic Deville das Satire-Format. Unterhaltung, aber mit Haltung. Schwachsinn, aber mit Stil. Ein amüsant-provokanter Blick auf das aktuelle Geschehen mit Dominic Deville und Sidekick Patrick Karpiczenko aus dem Folium in Zürich. 
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Als das Coronavirus die Schweiz erreichte – Reportage mit Daniel Koch | SRF News {5:28}

Schweizer Radio und Fernsehen Schweizer Radio und Fernsehen
Am 27.03.2020 veröffentlicht 
Daniel Koch, Leiter Übertragbare Krankheiten des Bundesamts für Gesundheit BAG, ist dieser Tage in den Medien omnipräsent – und bleibt dabei die Ruhe in Person. SRF hatte Gelegenheit, seinen hektischen Arbeitsalltag hautnah zu begleiten.
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BEHIND BLUE EYES "The Who" ¸¸.•*¨*• ♪♫ {3:51}

COYOTERUBEN MENESES LOPEZ
Am 28.01.2009 veröffentlicht 
Text auf YouTube
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Freitag, 29. Mai 2020

USA laut GHS am besten auf Pandemie vorbereitet – Warum gerade Italien – Berichterstattung


«Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.» Das Bonmot trifft auch den «Global Health Security Index».
Man weiss es: Italien wurde von der Covid-19-Pandemie unvorbereitet getroffen. Es fehlte an Intensivstationen, an medizinischen Apparaturen, an Material und vor allem auch an Erfahrung. Die Bilder aus Bergamo sind unvergesslich.

Welche anderen Länder aber waren gut vorbereitet auf Epidemien und Pandemien? Auf der Website des «World Economic Forum» WEF kann man lesen, wer am besten vorbereitet war: an erster Stelle die USA.
Bild aus dem Info-Sperber-Artikel
Die Quellen dieser Rangliste sind die private Johns Hopkins University in Baltimore im US-Staat Maryland und die «Nuclear Threat Initiative», unterstützt vom britischen Wirtschaftsmagazin «The Economist». Da wird unter Beteiligung von Dutzenden von Wissenschaftlern aus aller Welt ein «Global Health Security Index» – GHS Index – berechnet, ein Index der gesundheitlichen Sicherheit, und dies für 195 Länder der Welt.

Auf der Internetseite dieser Forschungsgemeinschaft können nicht nur die ersten zehn Plätze angeschaut werden wie auf der Seite des WEF, sondern auch alle anderen 185. Und es gibt dort eine Menge Grafiken zu verschiedenen Aspekten der gesundheitlichen Sicherheit. Die Grafiken unterscheiden jeweils «gut vorbereitet» (gelb), «einigermassen vorbereitet» (orange), «nicht gut vorbereitet» (rot). Siehe dazu die Grafik ganz oben. Die dort gezeigten Resultate stammen aus dem Jahr 2019, sind also aktuell – wurden aber noch vor der Covid-19-Pandemie berechnet. Und genau deshalb sind sie jetzt besonders interessant.
mehr:
- Pandemie: Prognosen sind schwierig … (Christian Müller, Info-Sperber, 29.05.2020)

siehe auch:

Es geht hier nicht darum, zu suggerieren, dass Perspektiven wie die von JPA Ioannidis, Tom Jefferson, Ulrich Keil, Johan Gieseke oder Wolfgang Wodarg richtig oder gar wahr wären – auch nicht, dass sie richtiger oder wahrer wären, als das, was andere Experten an anderer Stelle zum gleichen Thema veröffentlichen.

Niemand weiß zum jetzigen Zeitpunkt zu sagen, welche Sicht auf die Covid-19-Pandemie sich in deren Verlauf und vor allem rückblickend als die richtige erweisen wird!

Aber wahrzunehmen, dass es sehr wohl Experten der Materie gibt, die substantiiert Positionen vertreten und belegen können, die die aktuelle gesellschaftspolitische Situation als (vorsichtig formuliert) unangemessen erscheinen ließen: das ist das Ziel dieses Blogs. Und auf diesen wissenschaftlichen Dissens hinzuweisen und diesen zur Diskussion zu stellen – das muss bei aller eingeforderten gesellschaftlichen Solidarität möglich sein.


"In der modernen Kultur preist die wissenschaftliche Gemeinschaft


den Dissens als ein Mittel zur Vermehrung des Wissens.



Für den Ur-Faschismus ist Dissens Verrat."

[Umberto Eco 2020]

Warum gerade Italien?  update 30.05.2020
Update 30.05.2020: Ein Übersichtsartikel des britischen Guardian (The Guardian 29.05.2020) fokussiert auf im Wesentlichen drei Faktoren, die die auch innerhalb Norditaliens bestehenden Unterschiede zwischen z.B. der schwer betroffenen Lombardei und dem wesentlich weniger betroffenen Veneto erklären könnten:
  1. politische Entscheidungen – in der Lombardei hätten seit vielen Jahren Regionalregierungen der Forza Italia (Berlusconi) und der Lega (Salvini) den Gesundheitssektor privatisiert und auf Gewinnmaximierung hin optimiert – gerade im Infektiologischen Bereich seien Kapazitäten massiv reduziert worden 
  2. strategische Entscheidungen während der Pandemie – gerade in der Frühphase der Pandemie habe Veneto klüger (mehr Testungen) und konsequenter (früherer lockdown) reagiert als die Lombardei, wo, dem Guardian-Artikel zu Folge, auf Druck der dortigen Unternehmen die Industrieproduktion nie ganz heruntergefahren worden 
  3. die hohe Bevölkerungsdichte – eher als die häufig angeführte Luftverschmutzung, denn letztere unterscheide sich nicht stark zwischen den beiden verglichenen Regionen. Die Bevölkerungsdichte betrage in Veneto jedoch nur etwa ein Drittel derer in der Lombardei. 
08.04.2020: Eine Zusammenfassung der besonderen Situation in Italien erschien unter dem Titel "What other countries can learn from Italy during the COVID-19 Pandemic" im JAMA, einem der renommiertesten internationalen Medizinjournale und wurde von einem einem Team aus italienischen und amerikanischen Wissenschaftlichern (darunter John Ioannidis) verfasst.

Hervorgehoben wird das hohe Durchschnittsalter der italienischen Bevölkerung ("Italy has the most elderly population in Europe and the second most elderly population in the world after Japan.") sowie die hohe Rate an Rauchern und Patienten mit pulmonalen und cardialen Vorerkrankungen ("Italy has a high proportion of patients with history of smoking and high rates of chronic obstructive pulmonary disease and ischemic heart disease."). Die von den Autoren betonte regionale (nicht nationale) Ausbreitung führen Sie auch wesentlich auf das Champions League-Turnier in Bergamo zurück, wo ein Drittel der Bevölkerung Bergamos Italien-typisch ausgiebig und kontaktreich gefeiert habe (" […] a third of the population of Bergamo attended and continued celebrations overnight. Italian life is famous for its socialization and frequent congregations and clustering").

Auch die internationalen Vergleich unterdurchschnittliche Verfügbarkeit von Intensivpflege- und Beatmungsplätzen spielt den Autoren zu Folge eine wesentliche Rolle. Hier kamen in der Frühphase des Ausbruchs wohl unvermeidbare Fehler ("unavoidable... mistakes") hinzu: die zu umfangreiche stationäre Aufnahme nicht schwerkranker Patienten, die dazu führte, dass Krankenhauskapazitäten unnötig blockiert und medizinisches Personal früh und vermeidbar infiziert wurde – der Arbeit zu Folge traten neun Prozent der erfassten SARS-CoV-2-Infektionen bei medizinischem Personal auf, was zusätzlich Ressourcen verminderte.

Die Autoren weisen darauf hin, dass in drei Monaten der klassischen Influenza-Saison, die dem COVID-Ausbruch unmittelbar vorausging, in Italien ungewöhnlich wenig Menschen starben, wodurch ein größerer Bevölkerungsanteil Älterer blieb, der empfänglich und gefährdet durch COVID-19 war ("In fact, in the 3 months prior to the outbreak, there were fewer deaths than is typical for the winter months in North Italian cities, thus leaving a larger pool of susceptible, elderly individuals.").

Abschließend weisen Ioannidis und seine Co-Autoren auf die entscheidende Differenzierung eines Sterbens an und mit SARS-CoV-2 hin – 98,8% der Verstorbenen hatte mindestens eine schwere Vorerkrankungen, fast die Hälfte (48,6%) hatte 3 oder mehr derartige Risikofaktoren. ("Finally, a major question that should be answered is the causal contribution of SARS-CoV-2 infection to related deaths. It is difficult to differentiate between deaths with SARS-CoV-2 infection and deaths caused by SARS-CoV-2 infection because the vast majority of patients who have died had 1 or more other major pathologies (98.8% with at least 1 comorbidity, and 48.6% having 3 or more diseases) that contributed to their death.")

Eine Studie, die ein Team aus dänischen und italienischen Wissenschaftlern veröffentlichte, hält die in den betroffenen italienischen Regionen auffallend hohe Luftverschmutzung für eine mögliche Erklärung für die dort mit 12% wesentlich höhere Sterblichkeit als sie in anderen italienischen Regionen (4,8%) zu beobachten ist (Conticini 2020).

Die Süddeutsche Zeitung hat hier einen sehr lesenswerten Artikel verfasst, der erste Antworten sucht.

[Warum gerade Italien? – Update 30.05.2020, impf-info.de]

Über die Über-Sterblichkeit... - update 30.05.2020 Update 30.05.2020: Auch weiterhin gilt: die Medien rücken panikwirksam die in Deutschland (etwas, 8%) erhöhten Sterbefälle im April in den Vordergrund (tagesschau.de 29.05.2020) und ignorieren geflissentlich den sehr viel beruhigenderen Gesamtzusammenhang:

Betrachtet man die Sterbefälle in Deutschland vom jeweils ersten Januar eines jeden Jahres bis zum 03.05. (soweit reichen die Zahlen von Destatis derzeit für 2020), zeigt sich, dass 2020 immer noch (knapp) unter dem Durchschnitt liegt:

aus dem Artikel
Betrachtet man den Zeitraum ab Oktober des Vorjahres (also den Zeitraum, den das RKI typischerweise für die Influenza-Berechnungen heranzieht) bis Ende April des Folgejahres zeigt sich zwar, dass die Influenza/COVID-19-Saison 2020 knapp über dem Durchschnitt der Influenza-Saisons Vorjahre liegt, dass es vor wenigen Jahren jedoch "Übersterblichkeiten" während der Influenzasaison in Deutschland gab, die wesentlich höher lagen (und die damals keineswegs zu einem hysterischen lockdown führten): 
aus dem Artikel

Update 23.05.2020:
Die Diskussion um die Übersterblichkeit in Deutschland zeigt wieder einmal, dass Zahlen meist ein Ziel haben: in diesem Fall das der Dramatisierung von COVID-19 in Deutschland. Destatis pickt sich mittlerweile bei der Betrachtung der Todeszahlen diejenigen Kalenderwochen heraus, in denen die Werte für 2020 überdurchschnittlich sind – die zur gleichen Saison gehörigen Werte der Vorwochen werden geflissentlich ignoriert (Destatis 22.05.2020).

Diese willkürliche Grenzziehung widerspricht der wissenschaftlichen Aufarbeitung der COVID-19-Pandemie – gehen doch z.B. sogar die italienischen Gesundheitsbehörden davon aus, dass ein Teil COVID-19-bedingten Übersterblichkeit der ungewöhnlich mild verlaufenen Influenzasaison zuzuschreiben ist, die der COVID-19-Pandemie unmittelbar vorausging. Mit anderen Worten und stark vereinfachend formuliert: hätte die Influenzasaison 2019/20 einen "typischen" Verlauf genommen, wären viele der jetzt als COVID-19-Tote Gezählten schon im Dezember oder Januar gestorben und wären damit eben Influenza-Tote (Salzano 2020).

Für Deutschland gilt unverändert, dass es vom 01.01. bis zum 26.04. im Jahr 2020 weniger Todesfälle gab als in einigen der Vorjahre und dass ihre Zahl vor allem deutlich unter dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre für diesen Zeitraum liegen (s.u.).

Auch die Statistiker des ifo-Instituts sehen die von Destatis behaupteten erhöhten Werte mit Skepsis: „Selbst die im April zu beobachtenden leichten Abweichungen der Sterbefallzahlen nach oben liegen innerhalb der Bandbreite, die sich durch Zufallseinflüsse erklären lässt“, sagt Anna Kremer von der Niederlassung Dresden des ifo Instituts. „Auch in den besonders gefährdeten höheren Altersgruppen ist bislang keine höhere Sterblichkeit festzustellen; die Zahlen bewegen sich im Bereich statistischer Unschärfe“ (ifo 21.05.2020).

Update 15.05.2020: Auch wenn die Tagesschau von "deutlich höheren" Sterbefallzahlen in Deutschland bis Mitte April fabuliert (tagesschau.de 15.05.2020): es stellt sich etwas die Frage nach dem verwendeten Bezugsrahmen (und vor allem nach der Intention dieser Behauptung...), denn wie die offiziellen Zahlen von DeStatis eindeutig zeigen, liegen die Sterbefallzahlen in Deutschland 2020 deutlich unter den Werten von z.B. 2017 oder 2018 und immer noch unter dem Mittelwert der letzten 5 Jahre... (Graphik und Quellennachweis s.u.)

Ein im Zusammenhang mit COVID-19 immer wieder verwendeter Begriff ist der der Übersterblichkeit, englisch: excess mortality – was steckt dahinter?

In jedem Land sterben an jedem Tag Menschen – aus statistischer Sicht ist diese wissenschaftlich (! nicht menschlich!) triviale Feststellung hochkomplex, denn es sterben Menschen verschiedenen Alters aus den verschiedensten Ursachen und – über das Jahr betrachtet – in überhaupt nicht gleichmäßiger Häufigkeit. So gibt es eine regelmäßige Häufung von Todesfällen in den Wintermonaten, die den verschiedensten Ursachen zugeschrieben werden: mehr Erkrankungen, weniger Bewegung an frischer Luft, Häufung von Infekten, vermehrte Depressionen und natürlich auch die Influenza und grippale Infekte. Die dadurch entstehende Übersterblichkeit ist nicht in jedem Jahr gleich ausgeprägt, es gibt Jahre mit ausgeprägterer excess mortality und solche mit geringerer.

[Über die Über-Sterblichkeit... - Update 30.05.2020
impf-info.de]
aktualisiert am 02.06.2020

Mittwoch, 25. März 2020

Wie aussagekräftig sind die Corona-Tests?

Ist der Corona-Test so zuverlässig wie oft gesagt wird? Sind die derzeitigen Zahlen zur Epidemie valide genug, um die damit einhergehenden Maßnahmen zu rechtfertigen? Eine Kollegin hat dazu einige Daten zusammengetragen und vertritt eine andere Sichtweise als die Mehrheit.

Ein aktuell zunehmend diskutiertes Problem ist die möglicherweise hohe Fehlerrate der PCR‑Tests. Eine Validierungsstudie, deren Ergebnisse ein chinesisches Forschungsteam Anfang März in der Fachpresse publizierten, ergab eine Falsch-Positiv-Rate von mindestens 50%, potenziell sogar von 80%.[1]

Bei den in Deutschland verwendeten Tests ist die genaue Fehlerrate unbekannt, da für diese keine Validierungsstudien existieren. Daher sind die Tests amtlich auch nicht validiert, sondern lediglich von miteinander kooperierenden Instituten "befürwortet" worden.2 Laut der Originalpublikation der Entwickler wurde der Test in einem Schnellverfahren in Abwesenheit originaler Patientenproben oder SARS‑CoV‑2-Isolate erarbeitet.[3] Design und Validierung wurden stattdessen durch die genetische Verwandtschaft mit dem SARS‑CoV (von 2003) ermöglicht, unterstützt durch Anwendung der synthetischen Nukleinsäuretechnologie.


Die Frage nach der Kausalität

Die nächste Hürde besteht darin, dass die PCR ein indirektes Testverfahren darstellt, welches lediglich anzeigt, ob eine Person Kontakt mit einem Erreger hatte. Dies bedeutet nicht automatisch, dass diese Person auch Krankheitssymptome entwickelt oder gar verstirbt. Was ein positiver Test also nicht beantworten kann, ist die Frage nach Ursache oder Nebensache, ob die Menschen also durch oder mit SARS-CoV-2 verstorben sind.

Dies wäre aber eine entscheidende Frage. Eine Untersuchung der medizinischen Aufzeichnungen durch das Istituto Superiore di Sanità (italienische Gesundheitsbehörde oder ISS) ergab, dass das mediane Alter positiv getesteter Verstorbener bei 80,5 Jahren liegt und es bis dato (Stand 17. März) lediglich 3 Tote (0,8%) gibt, bei denen keine anderen Pathologien beteiligt waren.4 Bei 89 dieser Personen (25,1%) bestand eine weitere Pathologie, bei weiteren 91 (25,6%) zwei Pathologien und bei den verbleibenden 172 (48,5 %) sogar drei und mehr Pathologien.

Für Deutschland sieht die Datenlage vergleichbar aus. Die bisher Verstorbenen, über die in den Medien berichtet wurde, waren durchschnittlich über 80 Jahre alt und 81% wiesen mindestens eine Vorerkrankung auf.[2] Vor einigen Tagen wurde in Schleswig-Holstein der erste Corona-Tote gemeldet. Dies war ein 78‑jähriger Mann, der mit einem Ösophaguskarzinom im Endstadium auf einer Palliativstation verstarb. Einige Tage vor seinem Tod wurde der Virusabstrich durchgeführt und nach seinem Ableben der Befund mitgeteilt, woraufhin er sofort in die Liste der Corona-Toten aufgenommen wurde, als Nr. 52 in Deutschland.[5] Wie die Liste in Italien geführt wurde, ist mir nicht bekannt.

Viele ÄrztInnen geben auch genau das immer wieder zu bedenken: es ist fast egal, in welcher Population wir testen würden, ob bei Gesunden, bei Menschen mit Schnupfen, bei Altersschwachen mit Herzinsuffizienz, bei Beatmeten oder bei bereits Verstorbenen (wie in Italien geschehen), wir werden immer auch Coronaviren finden, wenn wir speziell danach suchen, und zwar bei 7–15%. Dass Coronaviren zu diesem Anteil unter uns sind, ist in Statistiken der vergangenen Jahre vorbeschrieben.[6]


Die Frage nach der Einordnung

Bei den Zahlen, die uns die Medien tagtäglich in beängstigender Weise vor Augen führen, wird nicht zwischen Test-Positiven und Erkrankten unterschieden. Da die absolute Mehrheit der Test-Positiven keine oder nur milde Symptome entwickelt, ist es massiv irreführend, in dieser Höhe von Erkrankten zu sprechen.[7]

Der renommierte Methodiker und Public-Health-Forscher John P. A. Ioannidis, der zu den meistzitierten WissenschaftlerInnen der Welt gehört, weist ebenfalls darauf hin, dass es keine Evidenz gibt, die die aktuellen drastischen sozialen und wirtschaftlichen Einschränkungen rechtfertigen würde. Coronaviren als typische Erreger von Erkältungskrankheiten sorgen Jahr für Jahr für banale Erkältungskrankheiten, die hauptsächlich bei betagten, oft kardial und pulmonal vorbelasteten Menschen mit Komplikationen wie Pneumonien tödlich verlaufen können.[7,8] Der einzige Unterschied bei SARS-CoV-2 könnte sein, dass die Infektionsraten in der Bevölkerung bisher nie gemessen worden sind.

Als wäre hierdurch die Einordnung nicht schon schwer genug, werden uns diese Zahlen in den Nachrichten zudem nur ohne (die normalerweise in der Medizin übliche) Nennung von Bezugsgrößen angeboten, etwa positiv Getestete im Verhältnis zur Populationsgröße, beispielsweise pro 100.000. "Die mediale Berichterstattung berücksichtigt in keiner Weise die von uns geforderten Kriterien einer evidenzbasierten Risikokommunikation", beanstandet auch das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (EbM) e.V. "Die Darstellung von Rohdaten ohne Bezug zu anderen Todesursachen führt zur Überschätzung des Risikos."[8] Gemeint sind hier Größen wie die Gesamttodesfälle (in Deutschland etwa 2.500 Personen pro Tag) oder die Sterberate durch andere akute respiratorische Infektionen. Auch andere Erreger akuter Atemwegsinfekte müssten eigentlich mit erhoben werden (zu den häufigsten gehören Rhinoviren, Influenza‑A und -B‑Viren, RS‑Viren und eben Coronaviren).

Zur Einordnung bräuchten wir noch eine andere Information: nämlich, wo die begrenzt verfügbaren Tests zum Einsatz gekommen sind. Wir alle wissen, dass in Krankenhäusern ein anderes Erreger-Reservoir zu erwarten ist als in einer repräsentativen Stichprobe der Allgemeinbevölkerung. Auch wissen wir, dass die Raten nosokomial und ambulant erworbener Pneumonien unter betagten Menschen deutlich höher liegen als unter jüngeren. Nun beispielsweise von Testergebnissen schwerkranker und sterbender PatientInnen auf der Intensivstation auf die Seuchengefahr in der Allgemeinbevölkerung schließen zu wollen, beinhaltet einen schwerwiegenden Bias, der unweigerlich zu massiv verzerrten Statistiken führt. "Die Frage, inwieweit es aus ethischer Sicht gerechtfertigt ist, nun in den Medien exemplarisch schwer verlaufende Einzelfälle zu berichten, ohne Einordnung in das Gesamtspektrum von Krankheit und Tod, sollte diskutiert werden", bemerkt das Netzwerk EbM weiter.[8]

mehr:
- Wie aussagekräftig sind die Corona-Tests? (Michaela S., esanum.de, 25.03.2020 – Hervorhebungen von mir)
siehe auch:
Wie sicher sind CORONA-Tests? (Grenzpunkt 0, Freitag-Community, 24.03.2020)


[…] hundertprozentige Genauigkeit nicht wirklich erreichbar ist. Bei der Bewertung von Virentests kommt daher zwei Kennziffern, die diesem Sachverhalt Ausdruck verleihen, entscheidende Bedeutung zu – der Sensitivität und der Spezifität:
  • Sensitivität bei diagnostischen Testverfahren weist die Wahrscheinlichkeit aus, mit der mit dem Erreger tatsächlich infizierte Personen durch den Test auch als infiziert erkannt werden.
  • Spezifität hingegen weist die Wahrscheinlichkeit aus, mit der gesunde, mit dem Erreger tatsächlich nicht Infizierte durch den Test als gesund erkannt werden. 
Für die praktische Arbeit mit Virentests wird darüber hinaus eine weitere Kennzahl benötigt – die Prävalenz. Sie erfasst die Krankheitshäufigkeit, also jenen Anteil an einer gegebenen Bevölkerung, der während einer umlaufenden Infektionserkrankung in einem bestimmten Zeitraum an dieser Infektion erkranken wird oder besser gesagt – erkranken könnte. Denn exakte Aussagen zur Krankheitshäufigkeit sind natürlich erst nach Abschluss eines Infektionsereignisses möglich, wenn alle Fallzahlen vorliegen.

Wie steht es nun um Sensitivität und Spezifität des Coronatests der Charité? Das Klinikum selbst macht dazu befremdlicherweise keine Angaben. Noch befremdlicher wirkt dies, weil der Wissenschaftsjournalist Ekkehard Sieker bei einer telefonischen Anfrage mit einem lapidaren „Das sagen wir Ihnen nicht am Telefon. Schreiben Sie uns bitte!“ abgespeist wurde. Die anschließende schriftliche Anfrage Siekers, die der Autorin vorliegt, war bis zum Abschluss dieses Beitrages noch unbeantwortet. (Diese Informationsabstinenz hält die Kassenärztliche Bundesvereinigung, KBV, allerdings nicht davon ab, der „PCR-Methode [...] zum Virusnachweis [...] Goldstandard“[20] zu attestieren.)
 

Das eigentliche praktische Problem besteht darin, dass jeder Test zwar zu einem positiven oder negativen Befund führt, dass jedoch prinzipiell nicht zu unterscheiden ist, ob es sich dabei nicht auch um falsch-positive oder falsch-negative Befunde handelt. Die wirklich Infizierten unter den ohne irgendwelche Symptome Getesteten sind auf diesem Wege – also nur mit einem einzigen Test – gar nicht zu ermitteln.

Falsch-positive Befunde erhalte man übrigens umso eher, wenn man massenhaft Menschen ohne jegliche Krankheitssymptome teste. Genau dies sei zumindest anfänglich in Italien – als vermeintliche Präventionsmaßnahme – geschehen. Mit dem bekannten Ergebnis der höchsten Anzahl von positiv getesteten Probanden außerhalb Chinas. „Die meisten von den symptomfrei positiv Getesteten dort waren wahrscheinlich – gesund.“ Weiteren Aufschluss, so Sieker, erbrächten allenfalls zusätzliche PCR-Tests und speziell Tests auf anderer mikrobiologischer Grundlage (Antikörper).[25]

DER SPIEGEL hatte über die hier skizzierten Zusammenhänge bereits vor einigen Jahren berichtet – am Beispiel eines fiktiven Scharlachtests an 20.000 Schülern in Schleswig-Holstein. Mit dem paradoxen Fazit: „Der Test zeigt mit 95-prozentiger Sicherheit eine Infektion richtig an. Und trotzdem ist nicht einmal einer von zehn positiv Getesteten tatsächlich betroffen.“[26]

[…] Darüber hinaus hat die Autorin in öffentlich zugänglichen Quellen, Robert-Koch- Institut und Medienauftritte von Prof. Drosten inklusive, keine Hinweise darauf gefunden, dass die derzeitigen Coronatests nach der RKI-Empfehlung von 2018 durchgeführt, also positive Testergebnisse mindestens einem (weiteren) Kontrolltest (etwa auf Antikörper) unterzogen werden. Eine diesbezügliche Anfrage Siekers an die Charité war bis zum Abschluss dieses Beitrages ebenfalls nicht beantwortet worden.

[…] Wenn sich die Ergebnisunsicherheit von PCR-Tests im Hinblick auf den Erreger Sars-CoV-2 aber im praktischen Umgang so darstellt, wie hier skizziert, dann muss man sich fragen, warum die offenbar signifikant unklare tatsächliche Verbreitung des Erregers Sars-CoV-2 von der Politik hierzulande und anderswo zum Anlass für Gegenmaßnahmen genommen worden ist, die quasi einen Ausnahmezustand herbeigeführt haben (Stilllegung ganzer Wirtschaftszeige, landesweite Kita- und Schulschließungen, flächendeckende Verbote öffentlicher Veranstaltungen, Abschottung ganzer Staaten nach außen und dergleichen mehr).

Eine logisch klingende Antwort könnte lauten, dass Sars-CoV-2 ein ganz besonders gefährlicher Erreger sei, der außergewöhnlich zahlreich zum Tode führe. Drosten rechnete öffentlich ja mit möglicherweise 56 Millionen Infizierten allein in Deutschland, was bei einer Mortalität von etwa 0,5 Prozent zu 278.000 Corona- Todesopfern führen würde.[33] Sein Berufskollege Alexander Kekulé, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Halle (Saale), widersprach ihm zwar heftig und kam seinerseits auf „nur“ bis zu 40.000 Tote.[34] Dafür verbreitete er sein ganz persönliches Horrorszenario: „Ein an Corona erkranktes Kind, das acht Wochen nicht erkannt wird, steckt rund 3000 Menschen an. Davon müssen 200 bis 300 auf die Intensivstation, etwa 15 sterben.“[35] Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Drostens Prognose, 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung würden an Covid-19 erkranken [36], übernommen.[37]

Ein anderer Autor, der Zeithistoriker und Publizist René Schlott, resümierte: „Mit atemberaubender Geschwindigkeit und mit einer erschütternden Bereitwilligkeit seitens der Bevölkerung werden Rechte außer Kraft gesetzt, die in Jahrhunderten mühsam erkämpft worden sind: das Recht auf Versammlungsfreiheit, die Religionsfreiheit, das Recht auf Bildung, das Recht auf Freizügigkeit, die Freiheit von Lehre und Forschung, die Freiheit der Berufsausübung, die Gewerbefreiheit, die Reisefreiheit. [...] Wenn man es nicht besser wüsste, ließe sich das Procedere der letzten Tage wie das Drehbuch einer rechtspopulistischen Machtübernahme lesen. [...] Es ist alarmierend, wie rasch Wissenschaft, Kunst und Kultur, Sport, ja sogar die Bildung der Kinder für verzichtbar erklärt werden. Nichts offenbart das wahre Gesicht unseres Gemeinwesens besser als die Tatsache, dass einzig Wirtschaft, Konsum und Börsen aufrechterhalten werden sollen, als sei dies der einzige Daseinszweck unserer fortschrittlich geglaubten Gemeinschaft. [...] Der Fatalismus, mit dem sämtliche Einschränkungen der offenen Gesellschaft hingenommen werden, ist besorgniserregend. [...] Was, wenn wir eines Morgens in einer Gesundheitsdiktatur aufwachen?“[78]

[Gabriele Muthesius, Die Coronakrise – Aspekte abseits des Mainstreams, NachDenkSeiten, 15.03.2020 – PDF]

- Wie tödlich wird das Coronavirus? Überarbeitete Version (sciencemediacenter.de, 10.03.2020)
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Sonntag, 15. März 2020

So wird in den USA Politik gemacht…

Wie Katie Porter, US-Abgeordnete des Bundesstaats Kalifornien (Dem), den Leiter der US-Seuchenschutzbehörde CDC, Robert Redfield, am Donnerstag «überredete», Corona-Tests für jeden US-Einwohner gratis anzubieten, ist sehenswert (in Englisch).
mehr:
- US-Abgeordnete erzwingt kostenlose Corona-19-Tests für alle (Daniela Gschweng, Info-Sperbe, 15.03.2020)

KATIE PORTER vs Redfield for Congress - CDC - Who is rep. Katie Porter of California? {6:07 – Deutsche Untertitel einschalten!}

Lightning 24
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
Begleittext siehe YouTube

siehe auch:
Die Bedrohungs-Inszenierung der US-Geheimdienste (Post, 21.02.2020)
- Pax Americana und Offene Psychiatrie… (Post, 04.02.2020)
General Breedlove – Geleakte E-Mails des Ex-NATO-Kommandanten belegen Kriegspropaganda (Post, 04.07.2016)
White House again denies DeFazio's information request (Jeff Kosseff, OregonLive, 02.08.2007)

On May 16, 2002, Condoleezza Rice, as National Security Advisor, said, “No one could have predicted that planes could be used as missiles.”
Am 16. Mai 2002 sagte Condoleezza Rice als Nationaler Sicherheitsberater: “Keiner konnte voraussehen, dass Flugzeuge als Raketen verwendet werden könnten.”
[September 11th Advocates Kristen Breitweiser, Patty Casazza, Monica Gabrielle, Mindy Kleinberg & Lorie Van Auken , 
September 11th Advocates Statement on Hayden, others rewarded after 9/11, 11.05.2006 – Google-Übersetzer – man suche nach dem Stichwort »Hayden«]

Bildquelle: Amalgam Virgo 01, Deckblatt der PP-Präsentation zur Übung,
gefunden bei ratical.org – PDF
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Operation Amalgam Virgo ist eine von CINCNORAD [1] durchgeführte Übung zur Terrorismusbekämpfung und zum Training vor Ort (FTX), die Anfang Juni 2001 auf der Tyndall Air Force Base in Florida durchgeführt wurde. NORAD sponserte die Planungsübung für mehrere Agenturen mit dem hypothetischen Szenario einer Kreuzfahrt Rakete [gemeint ist wohl eine Cruise Missile – Anmerkung von mir] oder UAV [unbemanntes Flugobjekt, Drohne – Anmerkung von mir] von einer terroristischen Gruppe ins Leben gerufen. [2] Osama bin Laden war auf dem Cover des Übungsvorschlags abgebildet. Zu den wichtigsten militärischen Akteuren, die an der Übung beteiligt waren, gehörten auch Mitarbeiter des 1. Luftwaffenbataillons, der US-Nationalgarde, der US-Reservestreitkräfte und der US-Marine.
Mehrere Marineschiffe, darunter die USS Yorktown und der Navy Aegis Cruiser, wurden im Rahmen der Mehrzweck-Flugabwehroperation in den Golf von Mexiko entsandt. Militärisches Landpersonal der 1. Luftwaffe sammelte auch Radarinformationen zu Zielen auf niedriger Ebene mithilfe des Joint-Based Expeditionary Connectivity Center (JBECC), einem mobilen Unterschlupf, der in Regionen mit hohem Risiko eingesetzt werden kann und gleichzeitig Frühwarnsignale liefert Marschflugkörperangriffe.  
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Amalgam Virgo, engl. Wkipedia, abgerufen am 09.09.2019 – Google-Übersetzer]
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Donnerstag, 12. März 2020

»So viele Fälle, in denen Verunsicherung oder gar Angst erzeugt werden«

- „Die Kassenmitarbeiterin rief den Patienten sogar mehrfach in der medizinischen Rehabilitation persönlich in seinem Zimmer an, bis die Oberärztin der Klinik dies stoppte. Der Patient war immer massiv verunsichert und verwirrt.“
- Eine Patientin werde „regelhaft mit Anrufen der Sachbearbeiter konfrontiert mit der Frage, wie es ihr jetzt gehe. Der MDK wird als Druckmittel aufgebaut. Dies führte bereits in der Vergangenheit zu zunehmenden Ängsten der Patientin vor diesen Anrufen sowie massiven Zukunftsängsten“.
- „Nachdem er (der Patient) eine massive Drohung zu Hause auf seinem AB von Seiten der Krankenkasse vorfand (unter der Gürtellinie, ohne Namen), traute er sich nicht mehr ans Telefon.“
„So viele Fälle, in denen Verunsicherung oder gar Angst erzeugt werden, das ist erschreckend und hat System“, sagte Benedikt Waldherr. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Krankenkassen systematisch derartige Grenzüberschreitungen vornehmen, offenbar insbesondere wenn PatientInnen lange arbeitsunfähig sind und Krankengeld beziehen.“
Der bvvp verwahrt sich gegen die Einmischung von Krankenkassen in psychotherapeutische Behandlungen und fordert: Diese gravierenden Eingriffe in die Therapiefreiheit müssen endlich aufhören.
mehr:
- bvvp dokumentiert zunehmende Krankenkasseneinmischung in psychotherapeutische Behandlungen (mydrg.de, 11.03.2020)
siehe auch:
- Das neoliberale Narrativ: Wir sind verkehrt! (Post, 05.10.2016)
»… es geht mir hier um die Tatsache, dass die sowieso schon schwierige Therapie einer solchen schweren psychischen Erkrankung durch die Art, wie verschiedene soziale Institutionen mit dem Patienten umgehen, noch dadurch erschwert – und über längere Zeit verunmöglicht – wird, dass der Patient aktuell durch institutionelle Maßnahmen und Entscheidungen in Atem gehalten und in Kämpfe verwickelt wird.«  
[aus meinem Schreiben an einen Rentenversicherungsträger, 2014]

Dienstag, 10. März 2020

MHH, Mafia und Qualitätsmedien – Hannover, wie es singt und lacht

Der Leiter der Klinik für Unfallchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), Christian Krettek, wehrt sich in der Wochenzeitung "Die Zeit" gegen Vorwürfe, die Identität des angeblichen „Mafia-Paten“ Igor K. nicht ausreichend geprüft zu haben.


„Das LKA, das BKA und Interpol, sie alle haben nichts gegen ihn in der Hand. Aber von uns Medizinern wird erwartet, dass wir das erkennen?“, sagte Krettek der "Zeit".

Die umstrittene Behandlung des Montenegriners verursachte in den vergangenen Wochen Polizei-Einsatzkosten von fast einer Million Euro. Politiker forderten daraufhin, dass sich ein solcher Fall nie wiederholen dürfe. Krettek hingegen sagt, dass etwa zweimal im Monat ein Schussopfer bei ihm auf dem Tisch liege. Igor K. habe vor diesem Hintergrund nicht wie ein Verdächtiger gewirkt, sondern wie ein Routinefall.

Er hege Zweifel, ob Igor K. überhaupt dem Mafia-Clan angehöre. Er und seine Frau wirkten unbedarft „total irritiert. Sie haben uns mehrmals gesagt, dass sie keinen Polizeischutz wollen. Sie haben uns sogar ein polizeiliches Führungszeugnis vorgelegt.“

Vizepräsident der Klinik muss gehen
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Insgesamt leistete die Polizei bei dem Einsatz fast 2500 Schichten, mehr als 16.000 Dienststunden fielen an – allein die Personalkosten summieren sich so auf rund 900.000 Euro, wie der Präsident der Polizei Hannover, Volker Kluwe, am Montag in einer Ausschuss-Sondersitzung im niedersächsischen Landtag sagte.
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Das Kommunikationsversagen an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat zudem personelle Konsequenzen. Der Vizepräsident der Klinik, Andreas Tecklenburg, wurde mit sofortiger Wirkung freigestellt, wie Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) sagte. Im Fall des 35-jährigen Montenegriners Igor K. gebe es "erhebliche Zweifel an der Organisation innerhalb der MHH".

mehr:
- Behandlung kostete fast eine Million Euro – Der rätselhafte Fall Igor K.: Jetzt spricht der Arzt des angeblichen "Mafia-Paten" (Focus, 26.02.2020)
siehe auch:
»… bis zur Ankunft des Patienten war nicht bekannt und auch nicht erkennbar, dass eine besondere Gefahrenlage oder eine Schutzbedürftigkeit bestehen könnte. Erst mit Eintreffen des Patienten bekamen wir den Hinweis, dass der Patient in Montenegro mit Polizeibegleitung zum Flughafen gebracht worden sei. Daraufhin riefen wir, 19 Minuten nach Ankunft des Patienten, die Polizei. […]
Am Tag nach der Aufnahme habe ich folgenden Bericht des diensthabenden Oberarztes bekommen: ›... Polizei sieht aktuell keine allgemeine Gefahrenlage, jedoch eine potenzielle Gefährdung für den Patienten. Daher sitzen zwei Polizisten vor der Tür. Es würden aktuell in Deutschland keine Ermittlungen gegen den Patienten laufen. Das sei eine reine Vorsichtsmaßnahme …‹ […] 
[Und die Polizei hat wirklich erst zum Schluss Fingerabdrücke des Patienten genommen?] Korrekt. 
Im Krankenhaus (in Istanbul, d. Red.), wo der Patient im Anschluss behandelt wurde, sitzt übrigens nur eine Person von der Hospital Security vor der Tür. Das scheint auszureichen. […]
Ich habe viel gelernt in diesen Tagen. Weniger medizinisch-chirurgisch, sondern über die Informationsqualität unserer Presse, und ich hätte mir eine andere Art der Wertschätzung unserer Landesbehörden für die MHH und den Umgang mit ihrem Spitzenpersonal gewünscht. Ich habe gelernt, dass der Umgang mit sicherheitsrelevanten Informationen offensichtlich lax gehandhabt wird. Und ich habe gelernt, dass auch in unserem Parlament parteiübergreifend vereinzelt erschreckende Wissens- und Informationslücken darüber bestehen, was die Pflichten von behandelnden Ärzten sind. Es gibt aus unserer Sicht kein ›gesundheitsunwertes Leben‹ und hoffentlich nie einen Punkt, an dem zwischen guten und schlechten Patienten unterschieden wird. « 
[Christian Krettek, Chef der MHH-Unfallchirurgie in: Britta Lüers, »Habe nicht leichtfertig gehandelt«, Neue Presse, 10.03.2020]
Mafiaaffäre an Klinik in Hannover: Behandelnder Arzt macht Politik Vorwürfe (WAZ, 09.03.2020)
Mafiaboss in MHH: Behandlung von Igor K. kostet 80.605,22 Euro (WAZ, 02.03.2020)
Der begleitende Arzt setzte die MHH-Mediziner in Kenntnis darüber, dass der Patient in Montenegro "von einem starken Polizeiaufgebot geschützt" worden sei. Daraufhin habe die Klinik "19 Minuten nach der Ankunft des Patienten die Polizei informiert", die eine Anonymisierung empfahl. Zunächst sei der Mann von zwei Beamten geschützt worden. Am 10. Februar rückte dann das SEK an. Daraufhin habe Krettek den MHH-Vizepräsidenten Andreas Tecklenburg, im Präsidium verantwortlich für die Krankenversorgung, informiert. "Aus heutiger Sicht muss ich sagen, dass das leider zu spät war", gibt Krettek zu.
[
Polizei-Schutz an Klinik: MHH-Chefs äußern sichNDR, 18.02.2020]

Im Fall der aufsehenerregenden Behandlung eines mutmaßlichen Clan-Mitglieds an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) spricht der Anwalt des Patienten von einer Verwechslung. Sein Mandant Igor K. sei nicht vorbestraft und habe nichts mit der Mafia in Montenegro zu tun, sagte Rechtsanwalt Harald Lemke-Küch am Montag.

Schon bei dem Anschlag in Montenegro, bei dem der Mann verletzt wurde, habe eine Verwechslung vorgelegen. Laut „Hannoverscher Allgemeinen Zeitung“ (Link zum haz-Artikel) gab die Frau des Patienten an, dass es in Montenegro einen anderen Mann gleichen Namens gebe, dem Kontakte zur Mafia nachgesagt würden.

Anwalt Lemke-Küch sagte, seiner Auffassung nach seien die aufwendigen Schutzmaßnahmen der Polizei unter diesen Umständen nicht notwendig. Er prüfe zudem mögliche Schritte wegen falscher Verdächtigung. Sein Mandant sei wegen der Qualität der medizinischen Behandlung nach Hannover gekommen. Zum Zustand des Mannes machte er keine Angaben.

Die Polizei Hannover teilte dazu auf Anfrage mit, es sei zusammen mit anderen Sicherheitsbehörden eine Gefährdungsbewertung durchgeführt worden. Demnach würden die Sicherheitsmaßnahmen „weiterhin für unbedingt erforderlich gehalten“. Zu der angeblichen Verwechslung äußerte sich ein Polizeisprecher nicht.

[
Christina Sticht, Christopher Weckwerth, VERWECHSLUNGS-POSSE IN HANNOVER? Schützt die Polizei gar keinen Mafia-Boss?, nwzonline, 18.02.2020]
TOLERANZ - Gerhard Polt's Toleranzgrenzen {13:25}

ThiefTimeless2
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
Das Erste, November 2014
ARD-Themenwoche "Toleranz"
#GerhardPolt über #Toleranz…
Kabarett und die ARD-Themenwoche
"Toleranz" - man könnte meinen, das passt nicht zusammen. Es passt aber, wenn sich der Meister der geschliffenen Pointen, Gerhard Polt, überhöht und satirisch brillant zum Thema äußert. Pointiert und kraftvoll sinniert er über den Begriff "Toleranz" und stellt erst einmal lakonisch fest, dass Toleranz kein deutscher Begriff ist: Das Tolerieren ist schließlich nicht der Deutschen Stärke! Mit dem ihm eigenen Humor zitiert Gerhard Polt auch bei diesem heiklen Thema wie selbstverständlich den engstirnigen Bürger, der wenig reflektiert, aber dafür lautstark seine Meinung propagiert.

mein Kommentar:
Es gibt in unerer deutschen Sprache eine schöne Redensart: 
»sich nicht (gerade) mit Ruhm bekleckern«…

😂

Dienstag, 14. Januar 2020

Datenschutz: Anscheinend gelten Gesetze nur für die kleinen Leute

In der Antwort auf eine aktuelle Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion teilt das Bundesgesundheitsministerium mit: Für die Telematikinfrastruktur (TI) gebe es bisher keine Datenschutzfolgenabschätzung. Die Freie Ärzteschaft fordert aus diesem Anlass erneut und entschieden, die Einführung der TI zu stoppen und die Pflicht der Ärzte sowie Psychotherapeuten zum Anschluss an die TI zurückzunehmen. "Jede Verarbeitung von sensiblen persönlichen Daten erfordert vorab eine Datenschutzfolgenabschätzung, und das verpflichtend", sagte FÄ-Vize Dr. Silke Lüder mit Verweis auf die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) am Montag in Hamburg.

Das gelte vor allem, wenn "bei der Verwendung neuer Technologien, aufgrund der Art, des Umfangs, der Umstände und der Zwecke der Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen" bestehe, wie es in dem Gesetz heißt. Lüder betont: "Das ist bei der Telematikinfrastruktur sicher der Fall. Immerhin sollen in dem Netz medizinische Daten von 70 Millionen gesetzlich versicherten Bundesbürger gespeichert werden." Diese Datenschutzfolgenabschätzung hätte vor Einführung der TI und vor der gesetzlichen Verpflichtung der Arzt- und Psychotherapiepraxen zum Anschluss an die TI durchgeführt werden müssen – dies hätten auch der Bundesdatenschutzbeauftragte sowie die Kassenärztliche Bundesvereinigung mehrfach eingefordert. "Geschehen ist allerdings nicht - und das ist ein Skandal", macht die FÄ-Vize klar. "Gelten die Datenschutzgesetze für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn etwa nicht?"

mehr:
- Telematikinfrastruktur: Gelten die Datenschutzgesetze nicht für Gesundheitsminister Spahn? (Freie Ärzteschaft e.V., presseportal.de, 13.01.2020)
siehe auch:
Ungeschützte Patientendaten My body, my data (Svenja Bergt, taz, 29.12.2019)
CCC diagnostiziert Schwachstellen im deutschen Gesundheitsnetzwerk (erdgeist, CCC, 27.12.2019)
[Petition] Gesundheitsdaten in Gefahr – Keine zentrale Datenspeicherung sämtlicher Patientendaten; Anschluss von Arzt- und Psychotherapiepraxen an die Telematik-Infrastruktur auf freiwilliger Basis (labournet.de, 21.12.2019)
„DR KI“ & APPS AUF REZEPT – Ein Spiel mit der Gesundheit? (Lea Sommerhäuser, IT-Zoom, 18.12.2019)
Project Nightingale: Google-Krankheits-View, der transatlantische Bruder der Telematik (Post, 14.11.2019)
Jens Spahn vs. Datenschutz: Mit dem Kopf durch die Wand! (Post, 28.05.2019)
Wer braucht die zentrale Patientendatei? (Annette Hauschild, Helmut Lorscheid, Telepolis, 20.11.2018)
Datenschützer kritisieren neue Gesundheitsdatenbank (BR24, 07.11.2018)
Elektronische Gesundheitskarte, digitale Transformation und unsere Zukunft in der Obhut von Bertelsmann (Post, 06.04.2016)

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Safe Harbor (englisch für „sicherer Hafen“, teilweise auch: Safe-Harbor-AbkommenSafe-Harbor-Pakt) ist ein Beschluss der Europäischen Kommission auf dem Gebiet des Datenschutzrechts aus dem Jahr 2000. Durch den Beschluss sollte es Unternehmen ermöglicht werden, personenbezogene Daten in Übereinstimmung mit der europäischen Datenschutzrichtlinie aus einem Land der Europäischen Union in die USA zu übermitteln.[1] Die Bezeichnung als „Abkommen“ rührt daher, dass dieses Vorgehen mit den USA abgesprochen worden war. Die Safe-Harbor-Entscheidung ist vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) am 6. Oktober 2015 für ungültig erklärt worden.[2][3] Seit dem 1. August 2016 kann eine Nachfolgeregelung angewendet werden, die den Namen EU-US Privacy Shield trägt.[4]
Unabhängig hiervon besteht eine ähnliche Vereinbarung der Vereinigten Staaten mit der Schweiz, die den gleichen Zweck in Bezug auf den Datenverkehr zwischen diesen beiden Staaten verfolgt (U.S.-Swiss Safe Harbor Framework).[5] Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) sieht darin jedoch wegen des Urteils des EuGH mittlerweile keine ausreichende Grundlage für die Übermittlung von personenbezogenen Daten in die USA mehr[6] und hat den Bundesrat gebeten, die Vereinbarung aufzukündigen.[7]
[Safe Harbor, Wikipedia, abgerufen am 14.01.2019]
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mein Kommentar:
Wer heutzutage noch ein Abkommen mit den USA schließt, gehört verprügelt!
Im Zuge der Recherchen wurde bekannt, dass mutmaßlich mehrere US-Töchter des Bertelsmann-Konzerns auf der „U.S.-EU SAFE HARBOR LIST“ zu finden sind, auf der ca. 5.500 US-amerikanische Unternehmen aufgeführt werden, die Safe Harbor beigetreten sind.
  • Auf Seite 14 der alphanumerisch sortierten Liste findet sich die Eintragung „Arvato Digital Services LLC and its wholly-owned U.S. subsidiaries Arvato Entertainment LLC and Arvato Services LLC“.

  • Auf Seite 20 dieser Liste findet sich zudem die Eintragung „Bertelsmann, Inc.“.

Da keine einschlägigen Informationen zu Arvato Systems GmbH in Gütersloh und Safe Harbor zu finden waren, ging am 08.10.2015 ein Schreiben an die arvato Systems GmbH. In diesem Schreiben wird um die Beantwortung folgender Fragen gebeten:

  • Ist / Sind „Arvato Digital Services LLC and its wholly-owned U.S. subsidiaries Arvato Entertainment LLC and Arvato Services LLC“ sowie „Bertelsmann, Inc.“ Unternehmen der Unternehmensgruppe Bertelsmann Arvato oder Tochterunternehmen der arvato Systems GmbH?
  • Wenn dies der Fall ist: Werden Daten Ihres Unternehmens zu diesen Unternehmen in den USA ausgelagert, dort gespeichert und verarbeitet, die im Zusammenhang stehen mit Metadaten und Cloudspeicher-Lösungen und dem von der gematik beauftragten „Aufbau der zentralen Infrastruktur“ „im Rahmen der Einführung der eGK, Erprobung Online-Rollout (Stufe 1, Los 3)…“?
  • Wenn dies der Fall sein sollte: Welche Art von Daten wurden und werden in den USA ausgelagert, dort gespeichert und verarbeitet?
  • Werden Daten Ihres Unternehmens ggf. zu anderen, nicht zur Unternehmensgruppe Bertelsmann gehörenden, – aber auf der Internetseite „U.S.-EU SAFE HARBOR LIST“ genannten Unternehmen in den USA ausgelagert, dort gespeichert und verarbeitet, die im Zusammenhang stehen mit Metadaten und Cloudspeicher-Lösungen und dem von der gematik beauftragten „Aufbau der zentralen Infrastruktur“ „im Rahmen der Einführung der eGK, Erprobung Online-Rollout (Stufe 1, Los 3)…“?
  • Wenn dies der Fall sein sollte: Welche Art von Daten wurden und werden an diese anderen Unternehmen in den USA ausgelagert, dort gespeichert und verarbeitet?
  • Welche rechtlichen und tatsächlichen Schlussfolgerungen zieht arvato Systems aus dem Urteil des EuGH vom 06.10.2015 für die Auslagerung von Datenbeständen des Unternehmens in die USA?
[die Datenschützer RheinMain, Die arvato Systems GmbH, die elektronische Gesundheitskarte (eGk), das Safe-Harbor-Abkommen und das Urteil des EuGH vom 06.10.2015, 09.10.2015 – Textformatierung bzw. Hervorhebungen im Original]

Elektronische Gesundheitskarte: Ärzte sind keine Hilfspolizisten (Post, 14.02.2014)
Gesundheitspolitik: Was derzeit wirklich passiert (Wolfgang Lieb, NachDenkSeiten, 11.02.2008)
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