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Donnerstag, 9. Juli 2020

Corona: Prof. Maria Rita Gismondo rückt einige Dinge zurecht…

Prof. Maria Rita Gismondo (Virologin) BITTE GUT ZUHÖREN! {13:40}

Fricktal wehrt sich
Am 09.07.2020 veröffentlicht 
04.07.2020, Deutscher Bundestag / Berlin
Die Propaganda-Bilder aus Italien haben Milliarden von Menschen in Angst und Panik versetzt. Sie machten den Putsch gegen unser bisheriges Leben erst möglich. Am Rande des C*r*na-Symposiums der AfD-Bundestagsfraktion spreche ich mit Italiens wichtigster Virologin - Prof. Maria Rita Gismondo, 66 - aus Mailand. Sie hat den "ersten C*r*na-Fall" südlich der Alpen festgestellt ... und auch, dass der neue Typ bereits 2019 unbemerkt kursierte. Die krassesten Infos - etwa, dass "die Leichen-Lastwagen" in Bergamo in Wirklichkeit leer gewesen seien - wiederholt sie vor der Kamera nicht. Eine weise Entscheidung - aber wir werden noch von ihr hören!
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Freitag, 19. Juni 2020

Corona: Italiens Medizin-Rebellen


In einem offenen Brief fordern italienische Ärzte von der Politik Corona-Aufklärung und ein Ende des Notstands.
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Wer bei uns Skepsis über die Verhältnismäßigkeit der angeblich zur Eindämmung des Coronavirus notwendigen Maßnahmen äußert, wird oft auf Italien verwiesen. Der Kritiker hätten keine Ahnung, wie schlimm die Situation vor Ort tatsächlich sei. Nun aber haben sich medizinische Fachkräfte zu Wort gemeldet, denen man selbst beim besten Willen keine Ahnungslosigkeit vorwerfen kann. Italienische Ärzte, die mit Erkrankten zu tun hatten, bestätigen, was kritische Stimmen schon lange vermutet haben: Covid 19 ist „nicht schwerwiegender als andere saisonale Coronaviren“. Nicht alle Toten, von denen die Rede war, waren wirklich „Corona-Tote“. Mit dem Verweis auf Corona wurde die Behandlung anderer Krankheiten sträflich vernachlässigt. Und vieles mehr. Der Appell der Unterzeichner an Italiens Spitzenpolitiker: Eine gründliche Untersuchung der zahllosen Fehlleistungen ist notwendig — und die sofortige Aufhebung eines Notstands, dem keine entsprechende „Not“ mehr zugrunde liegt.
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ANTRAG IM SELBSTSCHUTZWEG.

Wir Unterzeichnenden (Anm. d. Red.: Die Namen der Unterzeichner stehen am Ende des Briefes) kommen als Fachkräfte tagtäglich in Kontakt mit der gesundheitlichen Wirklichkeit und haben daher direkte Kenntnisse von der Notsituation, die wir derzeit erleben. Wir halten es für zwingend erforderlich, unseren Beitrag zu leisten und Sie mit einigen Überlegungen und Fragen zu konfrontieren hinsichtlich der Maßnahmen, die die Institutionen zur Eindämmung der Ansteckung ergriffen haben.

Zunächst meinen wir, dass es notwendig ist, eindeutig und wissenschaftlich glaubwürdig klarzustellen, dass Covid-19 erwiesenermaßen eine Art Grippe ist und damit nicht schwerwiegender als andere saisonale Coronaviren: Obwohl die WHO am 11. März die Pandemie ausgerufen hat (1), widersprechen die offiziellen Zahlen der Toten, der Infizierten und der Genesenen der Definition einer „Pandemie“ (2).

Man muss richtig informieren sowie Kriterien zum Verständnis der realen Daten liefern und verhindern, dass die Medien alarmierende Nachrichten verbreiten, die unseres Erachtens absolut ungerechtfertigt sind. Die aktuelle Darstellung der Totenstatistik ist Ausdruck einer institutionellen Berichterstattung, die es während der ganzen Notsituation und auch jetzt noch verhindert hat, sich über die Situation Klarheit zu verschaffen, und die zu einem Teufelskreis hinsichtlich der gesundheitlichen Maßnahmen und sozialen Auswirkungen geführt hat.

Insbesondere muss präzisiert werden:

dass die Gesamtzahl der Toten, die an irgendeiner Krankheit oder eines natürlichen Todes sterben und die im täglichen „Kriegs-Bulletin“ angezeigt werden, sich nicht ausschließlich auf Covid-19 oder ansteckende Krankheiten beziehen; welcher Todes-Prozentsatz von den Toten, die an Covid-19 (nur an Covid-19) gestorben sind, stammt und inwiefern dieser hinsichtlich analoger Krankheiten der Vorjahre abweicht (3); welches die wirklichen Gründe dafür sind, dass sich das Virus in einigen Gebieten Norditaliens so abnorm verbreitete und soviel mehr Menschen starben im Vergleich zu anderen, ja sogar angrenzenden Gebieten des Landes; dass die Virustests auf der Basis von Abstrichen einen Prozentsatz an „Falsch-Positiven“ und „Falsch-Negativen“ (4) ergeben.

So zählen Personen als „angesteckt“, die es gar nicht sind. Entsprechend muss der bei den Abstrichzahlen herausgefundene Prozentsatz interpretiert und dem Gesundheitspersonal, den Medien und auch der Bevölkerung erklärt werden, um unnötige Panik zu vermeiden; dass die angewandten Bluttests entsprechend interpretiert werden müssen, dass geklärt werden muss, dass die IGG-positiv-Getesteten keine Gefahr für die Bevölkerung darstellen, sondern im Gegenteil als Nachweis bestätigen, dass die Verbreitung von Covid-19 zur Neige geht, wie dies normalerweise bei ähnlichen Krankheiten passiert.

Es muss außerdem notwendigerweise geklärt werden:

welche Kriterien den vorgelegten Prognosen der Experten zugrunde liegen und inwieweit die Prognosen durch die realen Daten, die uns heute zur Verfügung stehen, bestätigt werden;

welche Verdienste, Autorität und Erfahrungen die Kommissionsmitglieder auszeichnen, die damit beauftragt werden, Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie vorzuschlagen; welches die Auswahlkriterien für diese Kommission sind und ob es Interessenkonflikte gibt, die in irgendeiner Weise die Entscheidungen beeinflussen können;

was der Grund für die Entscheidung ist, die Studien und Erhebungen der Ärzte und Spezialisten auf diesem Gebiet nicht in Betracht zu ziehen zugunsten der fragwürdigen Auslegung von „Experten”, auch wo diesen in dokumentierten Fällen (5) widersprochen wurde; auch wird der Einsatz von Lungenbeatmungsgeräten zumindest sehr kontrovers diskutiert (6);

aus welchem Grund man die Rolle der Prophylaxe und der Arzneimitteltherapie sowie gut bekannter und bewährter Methoden unterschätzt beziehungsweise deren Einsatz verzögert hat; diese Entscheidung hat zu vermeidbaren unheilvollen Ausgängen und langen Krankenhausaufenthalten geführt, stattdessen hätten die Patienten zuhause behandelt werden und ohne schwere Komplikationen genesen können (7);

aus welchem Grunde man die Autopsien verhindert hat, die sich, nachdem mancher sie dennoch gemacht hat, als unverzichtbare Quelle ganz wertvoller Informationen herausgestellt haben und die gezeigt haben, dass der Hauptgrund des Todes nicht die Virulenz der Krankheit war, sondern die falsche Behandlung (8);

wir möchten außerdem die in vielen Fällen erfolgte Verlangsamung von Diagnosen und therapeutischen Prozessen bei anderen Krankheiten und die Umverteilung der Ressourcen auf eine einzige Krankheit hervorheben. Kennzeichnend für diese Situation ist die Schaffung von Krankenhauseinrichtungen exklusiv für den Notstand von SARS-CoV-2, wo nur wenige Patienten untergebracht und die heute zum großen Teil geschlossen sind;

aus welchem Grund angeordnet worden ist, auf Anweisung der WHO, ältere Patienten in Altersheimen unterzubringen, mit den bekannten Konsequenzen;

wie hoch die Zahl der Leichen ist, bei denen erklärt wurde, dass sie an Covid-19 gestorben seien und bei denen man die Einäscherung angeordnet hat, und auf welcher wissenschaftlichen Grundlage man entschieden hat, diese Maßnahme zu ergreifen (mit den vielerlei Implikationen), die normalerweise bei bakteriellen Krankheitsursachen vorgesehen ist;

aus welchem Grund weiterhin hartnäckig mit zukünftigen, möglichen Verschärfungen der Eindämmungsmaßnahmen „gedroht“ wird, als ob die Epidemiologie nur von der Nichteinhaltung der Gesundheitsverordnungen abhinge, deren Wirksamkeit zumindest fragwürdig ist:

mehr:
- Italiens Medizin-Rebellen (Rubikon, 16.06.2020)
siehe auch:
Die Impf-Debatte (Torten Engelbrecht, Rubikon, 10.06.2020)
Medizin als Religion (Giorgio Agamben, Rubikon, 05.06.2020)
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Robert Stein (Nuoviso) im Gesprach mit Dr. Hans Joachim Maaz "Hoher Panik-Pegel gewollt?- Re Uload {51:25}

Gerd Miethe
Am 11.06.2020 veröffentlicht 
Robert Stein von Nuoviso im Gesprach mit Dr Hans Joachim Maaz - Re Uload
Hoher Panik-Pegel scheint gewollt? Kritische Berichterstattung unerwünscht!"
Format: Stein-Zeit
Der Psychiater und Psychoanalytiker Dr. Hans-Joachim Maaz gehört zu den wenigen mutigen Menschen in dieser Zeit, die offen über ihre Beobachtungen sprechen.
Original Quelle:
https://youtu.be/ZyZapXxNxqs
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NARRATIVE #6 - Gespräch mit Prof. Sucharit Bhakdi. Alle Pläne zur Impfung müssen gestoppt werden. {1:11:43}

Prof. Dr. med. Sucharit Bhakdi
Am 18.06.2020 veröffentlicht 
Ist die Weiterführung der Maßnahmen noch rechtsmäßig? Ist eine Zweite Welle zu befürchten? Wir nehmen Bezug auf die Erklärung des Finanzministeriums: Pandemie dann zu Ende wenn ein Impfstoff verfügbar ist - ist diese Aussage überhaupt zu verantworten?
Und wie sollte Impfschutz funktionieren? Welche Gefahren gehen von Virusgenen aus, die in uns geschleudert werden?
Das ist ein Re-Upload von Ovalmedia:
https://www.youtube.com/watch?v=yrzgV...
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Freitag, 29. Mai 2020

USA laut GHS am besten auf Pandemie vorbereitet – Warum gerade Italien – Berichterstattung


«Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.» Das Bonmot trifft auch den «Global Health Security Index».
Man weiss es: Italien wurde von der Covid-19-Pandemie unvorbereitet getroffen. Es fehlte an Intensivstationen, an medizinischen Apparaturen, an Material und vor allem auch an Erfahrung. Die Bilder aus Bergamo sind unvergesslich.

Welche anderen Länder aber waren gut vorbereitet auf Epidemien und Pandemien? Auf der Website des «World Economic Forum» WEF kann man lesen, wer am besten vorbereitet war: an erster Stelle die USA.
Bild aus dem Info-Sperber-Artikel
Die Quellen dieser Rangliste sind die private Johns Hopkins University in Baltimore im US-Staat Maryland und die «Nuclear Threat Initiative», unterstützt vom britischen Wirtschaftsmagazin «The Economist». Da wird unter Beteiligung von Dutzenden von Wissenschaftlern aus aller Welt ein «Global Health Security Index» – GHS Index – berechnet, ein Index der gesundheitlichen Sicherheit, und dies für 195 Länder der Welt.

Auf der Internetseite dieser Forschungsgemeinschaft können nicht nur die ersten zehn Plätze angeschaut werden wie auf der Seite des WEF, sondern auch alle anderen 185. Und es gibt dort eine Menge Grafiken zu verschiedenen Aspekten der gesundheitlichen Sicherheit. Die Grafiken unterscheiden jeweils «gut vorbereitet» (gelb), «einigermassen vorbereitet» (orange), «nicht gut vorbereitet» (rot). Siehe dazu die Grafik ganz oben. Die dort gezeigten Resultate stammen aus dem Jahr 2019, sind also aktuell – wurden aber noch vor der Covid-19-Pandemie berechnet. Und genau deshalb sind sie jetzt besonders interessant.
mehr:
- Pandemie: Prognosen sind schwierig … (Christian Müller, Info-Sperber, 29.05.2020)

siehe auch:

Es geht hier nicht darum, zu suggerieren, dass Perspektiven wie die von JPA Ioannidis, Tom Jefferson, Ulrich Keil, Johan Gieseke oder Wolfgang Wodarg richtig oder gar wahr wären – auch nicht, dass sie richtiger oder wahrer wären, als das, was andere Experten an anderer Stelle zum gleichen Thema veröffentlichen.

Niemand weiß zum jetzigen Zeitpunkt zu sagen, welche Sicht auf die Covid-19-Pandemie sich in deren Verlauf und vor allem rückblickend als die richtige erweisen wird!

Aber wahrzunehmen, dass es sehr wohl Experten der Materie gibt, die substantiiert Positionen vertreten und belegen können, die die aktuelle gesellschaftspolitische Situation als (vorsichtig formuliert) unangemessen erscheinen ließen: das ist das Ziel dieses Blogs. Und auf diesen wissenschaftlichen Dissens hinzuweisen und diesen zur Diskussion zu stellen – das muss bei aller eingeforderten gesellschaftlichen Solidarität möglich sein.


"In der modernen Kultur preist die wissenschaftliche Gemeinschaft


den Dissens als ein Mittel zur Vermehrung des Wissens.



Für den Ur-Faschismus ist Dissens Verrat."

[Umberto Eco 2020]

Warum gerade Italien?  update 30.05.2020
Update 30.05.2020: Ein Übersichtsartikel des britischen Guardian (The Guardian 29.05.2020) fokussiert auf im Wesentlichen drei Faktoren, die die auch innerhalb Norditaliens bestehenden Unterschiede zwischen z.B. der schwer betroffenen Lombardei und dem wesentlich weniger betroffenen Veneto erklären könnten:
  1. politische Entscheidungen – in der Lombardei hätten seit vielen Jahren Regionalregierungen der Forza Italia (Berlusconi) und der Lega (Salvini) den Gesundheitssektor privatisiert und auf Gewinnmaximierung hin optimiert – gerade im Infektiologischen Bereich seien Kapazitäten massiv reduziert worden 
  2. strategische Entscheidungen während der Pandemie – gerade in der Frühphase der Pandemie habe Veneto klüger (mehr Testungen) und konsequenter (früherer lockdown) reagiert als die Lombardei, wo, dem Guardian-Artikel zu Folge, auf Druck der dortigen Unternehmen die Industrieproduktion nie ganz heruntergefahren worden 
  3. die hohe Bevölkerungsdichte – eher als die häufig angeführte Luftverschmutzung, denn letztere unterscheide sich nicht stark zwischen den beiden verglichenen Regionen. Die Bevölkerungsdichte betrage in Veneto jedoch nur etwa ein Drittel derer in der Lombardei. 
08.04.2020: Eine Zusammenfassung der besonderen Situation in Italien erschien unter dem Titel "What other countries can learn from Italy during the COVID-19 Pandemic" im JAMA, einem der renommiertesten internationalen Medizinjournale und wurde von einem einem Team aus italienischen und amerikanischen Wissenschaftlichern (darunter John Ioannidis) verfasst.

Hervorgehoben wird das hohe Durchschnittsalter der italienischen Bevölkerung ("Italy has the most elderly population in Europe and the second most elderly population in the world after Japan.") sowie die hohe Rate an Rauchern und Patienten mit pulmonalen und cardialen Vorerkrankungen ("Italy has a high proportion of patients with history of smoking and high rates of chronic obstructive pulmonary disease and ischemic heart disease."). Die von den Autoren betonte regionale (nicht nationale) Ausbreitung führen Sie auch wesentlich auf das Champions League-Turnier in Bergamo zurück, wo ein Drittel der Bevölkerung Bergamos Italien-typisch ausgiebig und kontaktreich gefeiert habe (" […] a third of the population of Bergamo attended and continued celebrations overnight. Italian life is famous for its socialization and frequent congregations and clustering").

Auch die internationalen Vergleich unterdurchschnittliche Verfügbarkeit von Intensivpflege- und Beatmungsplätzen spielt den Autoren zu Folge eine wesentliche Rolle. Hier kamen in der Frühphase des Ausbruchs wohl unvermeidbare Fehler ("unavoidable... mistakes") hinzu: die zu umfangreiche stationäre Aufnahme nicht schwerkranker Patienten, die dazu führte, dass Krankenhauskapazitäten unnötig blockiert und medizinisches Personal früh und vermeidbar infiziert wurde – der Arbeit zu Folge traten neun Prozent der erfassten SARS-CoV-2-Infektionen bei medizinischem Personal auf, was zusätzlich Ressourcen verminderte.

Die Autoren weisen darauf hin, dass in drei Monaten der klassischen Influenza-Saison, die dem COVID-Ausbruch unmittelbar vorausging, in Italien ungewöhnlich wenig Menschen starben, wodurch ein größerer Bevölkerungsanteil Älterer blieb, der empfänglich und gefährdet durch COVID-19 war ("In fact, in the 3 months prior to the outbreak, there were fewer deaths than is typical for the winter months in North Italian cities, thus leaving a larger pool of susceptible, elderly individuals.").

Abschließend weisen Ioannidis und seine Co-Autoren auf die entscheidende Differenzierung eines Sterbens an und mit SARS-CoV-2 hin – 98,8% der Verstorbenen hatte mindestens eine schwere Vorerkrankungen, fast die Hälfte (48,6%) hatte 3 oder mehr derartige Risikofaktoren. ("Finally, a major question that should be answered is the causal contribution of SARS-CoV-2 infection to related deaths. It is difficult to differentiate between deaths with SARS-CoV-2 infection and deaths caused by SARS-CoV-2 infection because the vast majority of patients who have died had 1 or more other major pathologies (98.8% with at least 1 comorbidity, and 48.6% having 3 or more diseases) that contributed to their death.")

Eine Studie, die ein Team aus dänischen und italienischen Wissenschaftlern veröffentlichte, hält die in den betroffenen italienischen Regionen auffallend hohe Luftverschmutzung für eine mögliche Erklärung für die dort mit 12% wesentlich höhere Sterblichkeit als sie in anderen italienischen Regionen (4,8%) zu beobachten ist (Conticini 2020).

Die Süddeutsche Zeitung hat hier einen sehr lesenswerten Artikel verfasst, der erste Antworten sucht.

[Warum gerade Italien? – Update 30.05.2020, impf-info.de]

Über die Über-Sterblichkeit... - update 30.05.2020 Update 30.05.2020: Auch weiterhin gilt: die Medien rücken panikwirksam die in Deutschland (etwas, 8%) erhöhten Sterbefälle im April in den Vordergrund (tagesschau.de 29.05.2020) und ignorieren geflissentlich den sehr viel beruhigenderen Gesamtzusammenhang:

Betrachtet man die Sterbefälle in Deutschland vom jeweils ersten Januar eines jeden Jahres bis zum 03.05. (soweit reichen die Zahlen von Destatis derzeit für 2020), zeigt sich, dass 2020 immer noch (knapp) unter dem Durchschnitt liegt:

aus dem Artikel
Betrachtet man den Zeitraum ab Oktober des Vorjahres (also den Zeitraum, den das RKI typischerweise für die Influenza-Berechnungen heranzieht) bis Ende April des Folgejahres zeigt sich zwar, dass die Influenza/COVID-19-Saison 2020 knapp über dem Durchschnitt der Influenza-Saisons Vorjahre liegt, dass es vor wenigen Jahren jedoch "Übersterblichkeiten" während der Influenzasaison in Deutschland gab, die wesentlich höher lagen (und die damals keineswegs zu einem hysterischen lockdown führten): 
aus dem Artikel

Update 23.05.2020:
Die Diskussion um die Übersterblichkeit in Deutschland zeigt wieder einmal, dass Zahlen meist ein Ziel haben: in diesem Fall das der Dramatisierung von COVID-19 in Deutschland. Destatis pickt sich mittlerweile bei der Betrachtung der Todeszahlen diejenigen Kalenderwochen heraus, in denen die Werte für 2020 überdurchschnittlich sind – die zur gleichen Saison gehörigen Werte der Vorwochen werden geflissentlich ignoriert (Destatis 22.05.2020).

Diese willkürliche Grenzziehung widerspricht der wissenschaftlichen Aufarbeitung der COVID-19-Pandemie – gehen doch z.B. sogar die italienischen Gesundheitsbehörden davon aus, dass ein Teil COVID-19-bedingten Übersterblichkeit der ungewöhnlich mild verlaufenen Influenzasaison zuzuschreiben ist, die der COVID-19-Pandemie unmittelbar vorausging. Mit anderen Worten und stark vereinfachend formuliert: hätte die Influenzasaison 2019/20 einen "typischen" Verlauf genommen, wären viele der jetzt als COVID-19-Tote Gezählten schon im Dezember oder Januar gestorben und wären damit eben Influenza-Tote (Salzano 2020).

Für Deutschland gilt unverändert, dass es vom 01.01. bis zum 26.04. im Jahr 2020 weniger Todesfälle gab als in einigen der Vorjahre und dass ihre Zahl vor allem deutlich unter dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre für diesen Zeitraum liegen (s.u.).

Auch die Statistiker des ifo-Instituts sehen die von Destatis behaupteten erhöhten Werte mit Skepsis: „Selbst die im April zu beobachtenden leichten Abweichungen der Sterbefallzahlen nach oben liegen innerhalb der Bandbreite, die sich durch Zufallseinflüsse erklären lässt“, sagt Anna Kremer von der Niederlassung Dresden des ifo Instituts. „Auch in den besonders gefährdeten höheren Altersgruppen ist bislang keine höhere Sterblichkeit festzustellen; die Zahlen bewegen sich im Bereich statistischer Unschärfe“ (ifo 21.05.2020).

Update 15.05.2020: Auch wenn die Tagesschau von "deutlich höheren" Sterbefallzahlen in Deutschland bis Mitte April fabuliert (tagesschau.de 15.05.2020): es stellt sich etwas die Frage nach dem verwendeten Bezugsrahmen (und vor allem nach der Intention dieser Behauptung...), denn wie die offiziellen Zahlen von DeStatis eindeutig zeigen, liegen die Sterbefallzahlen in Deutschland 2020 deutlich unter den Werten von z.B. 2017 oder 2018 und immer noch unter dem Mittelwert der letzten 5 Jahre... (Graphik und Quellennachweis s.u.)

Ein im Zusammenhang mit COVID-19 immer wieder verwendeter Begriff ist der der Übersterblichkeit, englisch: excess mortality – was steckt dahinter?

In jedem Land sterben an jedem Tag Menschen – aus statistischer Sicht ist diese wissenschaftlich (! nicht menschlich!) triviale Feststellung hochkomplex, denn es sterben Menschen verschiedenen Alters aus den verschiedensten Ursachen und – über das Jahr betrachtet – in überhaupt nicht gleichmäßiger Häufigkeit. So gibt es eine regelmäßige Häufung von Todesfällen in den Wintermonaten, die den verschiedensten Ursachen zugeschrieben werden: mehr Erkrankungen, weniger Bewegung an frischer Luft, Häufung von Infekten, vermehrte Depressionen und natürlich auch die Influenza und grippale Infekte. Die dadurch entstehende Übersterblichkeit ist nicht in jedem Jahr gleich ausgeprägt, es gibt Jahre mit ausgeprägterer excess mortality und solche mit geringerer.

[Über die Über-Sterblichkeit... - Update 30.05.2020
impf-info.de]
aktualisiert am 02.06.2020

Samstag, 10. August 2019

Steve Maia Caniço: Persilschein für die französische Polizei

Nach einem Polizeieinsatz in Nantes stirbt ein junger Mann. Die versprochene transparente Aufarbeitung ist eine Farce.
Der Tod von Steve Maia Caniço ist in ganz Frankreich zum Sinnbild für Polizeigewalt geworden. Der 24-jährige Erzieher besuchte Ende Juni ein Festival für Fans von elektronischer Musik an der Loire in Nantes. Die Polizei löste die Feier gewaltsam auf. 
Auf Videos ist zu sehen, wie Polizisten mit Knüppeln auf Menschen einprügeln. 33 Tränengas- und Lärmgranaten sowie 10 Gummigeschosse wurden gemäss einem Untersuchungsbericht auf die jungen, feiernden Menschen abgefeuert. In der folgenden Panik stürzten 14 Personen in die Loire. 13 konnten gerettet werden. Nur nicht Steve Maia Caniço. Sein toter Körper wurde erst rund fünf Wochen später gefunden.
Versprochene Transparenz verkommt zur Farce
Am 3. August demonstrierten knapp 2000 Menschen vor der Polizeizentrale in Nantes. In zahlreichen weiteren Städten, zum Beispiel in Paris, Montpellier, Toulouse und Perpignan, gedachten hunderte Menschen, darunter auch Anhänger der Bewegung der «Gelben Westen» dem jungen Mann und forderten ein Ende der Polizeigewalt in Frankreich.
Denn der Tod von Steve Maia Caniço ist kein Einzelfall. Immer wieder steht die französische Polizei wegen übermässiger Gewaltanwendung in der Kritik. Immer wieder versprechen französische Politikerinnen und Politiker, die Geschehnisse transparent aufzuarbeiten. Und immer wieder stossen die Verantwortlichen bei ihren Ermittlungen auf systematischen Widerstand. So auch beim Todesfall von Steve Maia Caniço. Nach einer internen Ermittlung der nationalen Inspektionsbehörde der Polizei (IGPN) kommt die Behörde in einem 276-seitigen Bericht zum Schluss, dass zwischen dem Tod des 24-Jährigen und dem Einsatz der Ordnungskräfte «keine Verbindung» bestehe. 
Ein Persilschein für die französischen Einsatzkräfte. Viele Französinnen und Franzosen fragen sich, ob das die «Transparenz» ist, die Premierminister Édouard Philippe und Innenminister Christophe Castaner bei der Aufarbeitung des Falls versprochen haben.
mehr:

Steve Maia Caniço: Persilschein für die französische Polizei (Tobias Tscherrig, Info-Sperber, 07.08.2019)
siehe auch:
Gelbwesten: Das elfte WE in Folge, postfaktische Teilnehmerzahlen, Mißhandlungen und ein Beispiel rar gewordener sozialer Intelligenz (Post, 27.01.2019)
- Immer noch G20: Die Verfolgung von Aktivisten (Post, 27.01.2019)

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Im Verlauf von Ausschreitungen, die sich an eine Demonstration von Globalisierungskritikern gegen den G8-Gipfel in Genua anschlossen, wurde auf der Piazza Gaetano Alimonda ein Polizeiwagen von Demonstranten mit Holzbalken, Feuerlöschern und anderen Gegenständen attackiert. Als einer der Polizisten mit seiner Pistole aus dem von Demonstranten eingeschlagenen Rückfenster zielte, flüchteten mehrere der Angreifer. Carlo Giuliani, der ebenfalls zu einer Gruppe von gewaltbereiten Demonstranten gehörte und mit einer Sturmhaube vermummt war, bewegte sich in diesem Augenblick mit einem Feuerlöscher, welchen er mit beiden Händen über seinen Kopf hielt, auf das Polizeifahrzeug zu.[2][3][4] Von zwei abgegebenen Schüssen traf eine Kugel Giuliani in den Kopf.[5] Giuliani stürzte knapp hinter dem Fahrzeug zu Boden, welches ihn dann sowohl beim Zurücksetzen als auch beim Wegfahren überrollte.[6][…]Der Polizist berief sich auf Notwehr, da er sich vor dem mit dem Feuerlöscher angreifenden Giuliani habe schützen müssen. Das Strafverfahren gegen den Carabiniere wurde im Mai 2003 eingestellt. Die Richterin berief sich auf ein ballistisches Gutachten, demzufolge der Schuss, der Giuliani getötet hat, in die Luft abgegeben wurde, von einem Stein abprallte und erst deshalb Giuliani tödlich getroffen habe. Teile der globalisierungskritischen Bewegung und Giulianis Eltern bezweifeln diese Darstellung und verweisen auf Videoaufzeichnungen, die nahelegen, dass der Schütze unmittelbar vor den Schüssen waagrecht direkt auf die Angreifer zielte.[8]
[Carlo Giuliani, Todesumstände, Wikipedia, abgerufen am 10.08.2019 – Hervorhebung von mir]
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Sonntag, 28. April 2019

Salvini: Russland statt der Türkei in die EU

Der italienische Innenminister greift eine alte Idee Charles de Gaulles auf
Der italienische Innenminister und Lega-Chef Matteo Salvini sagte dem russischen Portal SputnikNews, er ziehe die "Idee eines EU-Beitritts" Russlands der einer Aufnahme der Türkei "ehrlich gesagt" vor: "Russland", so Salvini, sei nämlich "unserer Geschichte, unserer Kultur, unserer Wirtschaft und unseren Traditionen deutlich näher als die Türkei" (die mit aktuell 80 etwa 65 Millionen weniger Einwohner hat als Russland und mit der seit 2005 Beitrittsgespräche laufen).
Was für einen Teil der europäischen Medien wie eine Provokation klingt, ist tatsächlich eine alte Idee Charles de Gaulles (vgl. Russland in die EU?). Der spätere französische Staatspräsident hatte bereits 1935 einen Pakt zwischen Frankreich und der Sowjetunion begrüßt, weil er sich davon eine Eindämmung der Macht Berlins erwartete. 1944 brachte er die Idee eines Europas, das Russland mit einschließt, in seinem Buch Vers l'armée de métier zu Papier.
Als französischer Staatspräsident verfolgte de Gaulle dem Historiker Knut Linsel zufolge das Ziel einer Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ohne britische Beteiligung und ohne die Aufgabe nationaler Souveränität durch die Mitgliedsländer. Die war ihm ebenso sehr "ein Dorn im Auge […] wie die militärische Integration im Falle der NATO", aus der er Frankreich 1966 teilentfernte (was Nicholas Sarkozy 43 Jahre später wieder rückgängig machte). Als de Gaulle ebenfalls 1966 die Sowjetunion besuchte, verkündete er auch dort seine "Vision" eines Europas unter Einschluss der Russen.
mehr:
- Salvini: Russland statt der Türkei in die EU (Peter Mühlbauer, Telepolis, 28.04.2019)

Freitag, 15. März 2019

"Mussolini hat positive Dinge getan"

Die Forderungen nach Rücktritt des Berlusconi-Fans Antonio Tajani werden nach dessen neuem Eklat lauter

"Zum zweiten Mal binnen eines Monats tut sich EP-Präsident Antonio Tajani mit geschichtsrevisionistischen Äußerungen hervor", twittert der Linken-Abgeordnete Andrej Hunko und fügt an: "Sein Rücktritt ist überfällig." Dass der Europaparlamentspräsident auf dem rechten Auge blind ist, hatte er in den letzten Wochen nun mehrfach deutlich gemacht. Nun hatte er seiner Gesinnung in einem Interview mit dem italienischen Radio 24 freien Lauf gelassen.

Der italienische Faschist und Diktator Mussolini habe vor der Einführung der Rassengesetze und vor der Kriegserklärung "an die ganze Welt" auch "einige positive Dinge getan", hatte Tajani erklärt. Und auf Nachfrage merkte er nicht einmal, dass er sich noch tiefer in den braunen Sumpf verstrickte. "Ich bin kein Faschist, ich war nie ein Faschist. Aber wenn wir ehrlich sein wollen, hat er Straßen, Brücken, Gebäude, Sportanlagen gebaut." In Deutschland wäre der Rücktritt des Italieners besiegelt. Denn es geht hier (noch) nicht durch, wenn sich Politiker so zu Hitler äußern, was in Spanien in Bezug auf Franco ebenfalls konsequenzlos durchgeht.

Geschichtsrevisionistische Ausfälle von Tajani sind wahrlich nicht neu. Vor einem Monat schrieb auch Der Spiegel über eine "historischen Entgleisung", da er das "italienische Istrien" und das "italienische Dalmatien und die italienischen Exilierten" hochleben ließ und damit für Entrüstung in Slowenien und Kroatien sorgte. Zufällig war auch dieser Ausspruch nicht, denn er sprach ihn im italienischen Basovizza an der Grenze zu Slowenien ausdrücklich als Europaparlamentspräsident aus. Er hatte auch keine Probleme, neben Fahnenträgern in Uniform und dem Chef der rechtsradikalen Lega, Matteo Salvini zu stehen.

mehr:
- Europaparlamentspräsident Tajani: "Mussolini hat positive Dinge getan" (Ralf Streck, Telepolis, 15.03.2019)

Mittwoch, 9. Mai 2018

Heute vor 40 Jahren – 9. Mai 1978: Aldo Moro wird in Rom tot aufgefunden

Terror der Roten Brigaden 

Die Roten Brigaden (ital.: »Brigate Rosse«, BR) gründeten sich 1970 in Mailand als kommunistische Untergrundorganisation. In den 1970er-Jahren radikalisierte sie sich, verübte Attentate und machte mit Entführungen von sich reden. Die Terrororganisation nahm eine ähnliche Entwicklung wie die deutsche Rote Armee Fraktion, sie konnte jedoch auf eine größere Organisation und eine breitere Unterstützerszene zurückgreifen. 

Spektakulärste Aktion der Roten Brigaden war am 16. März 1978 die Entführung des Christdemokraten Aldo Moro (* 1916); dessen fünf Begleiter wurden bei der Aktion in Rom erschossen. Mora war 55 Tage Gefangener der BR. Er durfte Briefe an die Regierung schreiben, die jedoch hart blieb und Verhandlungen ablehnte. Am 9. Mai wurde in Rom schließlich ein PKW mit der Leiche Moros aufgefunden. Der Fall weist starke Parallelen zum Schicksal von Hanns-Martin Schleyer 1977 in Deutschland auf. 
Ein von den Roten Brigaden aufgenommenes Photo
des von ihnen entführten Politikers Aldo Moro mit der
Zeitung »La Repubblica« vom 19. April 1978;
die Schlagzeile lautet »Moro ermordet?«
Die genauen Hintergründe der Moro-Entführung blieben trotz mehrerer Strafverfahren bis heute ungeklärt. Moro war mehrfach Minister sowie 1963-68 und 1974-76 Ministerpräsident Italiens. Als Vertreter des linken Flügels der Democrazia Cristiana plädierte er für eine Zusammenarbeit mit der demokratischen Linken. Daher kursieren auch Theorien, die von einer Instrumentalisierung der BR durch ultrarechte Gruppen oder Logen ausgehen, die Italien destabilisieren wollten. 
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2018 

Die Ermordung Aldo Moros 1/5 {9:50}

Am 03.02.2010 veröffentlicht 
bewusstseinonline
ARD, 28.1.2001
Ser interessanter Bericht über die Entführung und Ermordung Aldo Moros durch die sog. Rote Brigaden. Hintergründe: Moros Politik dei gemäßigten Kommunisten Italiens mit in die Regierung zu nehmen, stieß auf entschiedenen Widerstand der USA. Bei einem USA-Besuch wurde Aldo Moro von Henry Kissinger derart bedroht, dass er seine Reise abbrach, alle Ämter niederelegte und sich ganz aus der Politik zurückziehen wollte… .
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Mittwoch, 25. Oktober 2017

Das Gift der Mafia

'Ndrangheta lautet der Name der im süditalienischen Kalabrien agierenden Mafia. Ihre Haupteinnahmequelle ist neben dem Handel mit Drogen die illegale Entsorgung von Giftmüll. Mit der Entdeckung von 60 Tonnen Krankenhausmüll in der Provinz Cosenza beginnt im Jahr 1989 eine Reihe kalabrischer Giftmüllskandale: Über 100 Schiffe mit Giftmüll an Bord sollen vor der italienischen Küste versenkt worden sein. Doch der seit 2013 amtierende Staatsanwalt der Region, Federico Cafiero De Raho, bringt Bewegung in die Giftmüllszenerie. Der Journalist Sandro Mattioli begibt sich in Deutschland, Frankreich und Italien auf Spurensuche.
mehr:
- Das Gift der Mafia – Und das europäische Gesetz des Schweigens (Arte, 24.10.2017)

Das Gift der Mafia & das EU-Gesetz des Schweigens {1:27:07}

Veröffentlicht am 24.10.2017
Grenz Wert
Da kann einem die Mafia schon fast leidtun, wenn sie die Drecksarbeit von Geheimdiensten und entsprechenden Staaten machen muss. Wären die Verursacher von Giftmüll nicht existent, wäre das Geschäft dann auch noch so lukrativ für die Mafia? Aus der Rubrik politische Heuchelei und ihre Ursachenbekämpfung.
'Ndrangheta lautet der Name der im süditalienischen Kalabrien agierenden Mafia. Ihre Haupteinnahmequelle ist die illegale Entsorgung von Giftmüll. Mit der Entdeckung von 60 Tonnen Krankenhausmüll beginnt im Jahr 1989 eine Reihe kalabrischer Giftmüllskandale. Doch der amtierende Staatsanwalt der Region, Federico Cafiero De Raho, bringt Bewegung in die Giftmüllszenerie.
1989 gilt als eine Art „Geburtsjahr“ kalabrischer Giftmüllskandale der dort ansässigen Mafia 'Ndrangheta: Rein zufällig wurden im Ort Santa Domenica Talao in der Provinz Cosenza 60 Tonnen Krankenhausmüll entdeckt, die illegal in einem Firmenofen verbrannt werden sollten. Ein Jahr später strandete das Schiff „Rosso“, das vermutlich Giftmüll transportierte, nahe dem Küstenort Amantea. Das Schiff wurde abgewrackt – was mit dem Müll geschah, bleibt Spekulation. Große Teile der tödlichen Fracht werden im nahe gelegenen Tal Oliva vermutet, wo durch Analysen toxische Substanzen und Cäsium-137 im Boden festgestellt wurden. Mehr als 100 solcher Schiffe sollen im Mittelmeer mit Giften jeder Art an Bord versenkt worden sein. In Kalabrien selbst stehen zudem mehr als 600 Müllkippen auf der staatlichen Sanierungsliste. Obwohl Umweltaktivisten seit mehr als 20 Jahren Alarm schlagen und davor warnen, dass Kalabrien zur Müllkippe Europas verkommt, ist von Seiten der zuständigen Umweltbehörden bisher wenig geschehen. Stattdessen wurden Ermittler kaltgestellt, Prozesse verschleppt und brisante Akten verschwanden in den Archiven. Doch es gibt Bewegung in der Giftmüllszenerie Kalabriens. Seit 2013 leitet Federico Cafiero De Raho, der zuvor die Müll-Mafiosi rund um Neapel aufmischte, die Staatsanwaltschaft der Provinz Reggio Calabria. Nun intensivieren kalabrische Staatsanwälte und die Parlamentarische Anti-Ökomafia-Kommission in Rom ihre Ermittlungen im illegalen Müllgeschäft. Der Journalist Sandro Mattioli macht sich in Deutschland, Frankreich und Italien auf Spurensuche. Ermittler, Experten, Aktivisten, Informanten und Mafia-Aussteiger kommen dabei zu Wort.

Quelle: Aus der Traum vom schnellen Geld (LVT Lebensmittelindustrie)

in den folgenden Artikeln suche man nach »Veolia«:
- Wüstenflüsse, wie ein Diktator verrückt wird, westliche Werte und ein moderater Moderator (Post, 23.07.2016)
- TTIP: Die Zukunft des Wassers (Post, 01.06.2015)
- CETA – TTIP – Eine Paralleljustiz für Umweltzerstörer (Jürgen Maier, campact, 17.09.2014)
- Veolia, Wasser, Schiedsgericht & Gier (17.08.2014) – Originalartikel:
- Profit als höchstes Rechtsgut (Le Monde diplomatique, 12.06.2014)
- Water Makes Money - Wie private Konzerne aus Wasser Geld machen (Post, 16.02.2013)

Montag, 23. Oktober 2017

Political correctness – Elitenversagen – Fake News – Rechtsruck – Autonomiebestrebungen

Noch ging es bei den Volksbefragungen in der Lombardei und Venetien um nicht viel. Dennoch zeigt sich in den Ergebnissen ein tiefes Misstrauen gegen den Süden Italiens.

Nein, weder in Mailand noch in Venedig wird die von der Regierung in Rom kommandierte Polizei anrücken, um nach dem Autonomiereferendum der beiden Regionen Lombardei und Venetien die Macht des Zentralstaats zu bekräftigen. Das Ergebnis – Ja zur Autonomie – ist eindeutig, die Beteiligung des Wahlvolks war überraschend hoch, doch niemanden versetzt das in Aufregung.

Italien ist eben nicht Spanien, Venetien und die Lombardei sind nicht Katalonien. Weder reisten Kamerateams aus der ganzen Welt an, um die Stimmungen der Bevölkerung und die (schier nicht existierende) Krise zwischen Nationalstaat und Regionalregierungen einzufangen, noch sind die Parlamente in Rom oder den Regionshauptstädten zu Sondersitzungen einberufen.

Warum auch? Nicht um Volksabstimmungen, sondern um Volksbefragungen handelte es sich bei den beiden Referenden, und sie waren vom Verfassungsgericht in Rom genehmigt. Ganz höflich baten die beiden Regierungen ihre Bürger, ihnen den Auftrag zur Verhandlung mit der Zentralregierung in Rom über erweiterte Autonomierechte zu erteilen, bei der Kultur-, der Schul- oder der Arbeitsmarktpolitik. Solche Verhandlungen sieht Italiens Verfassung sowieso vor, ganz ohne Bürgerbefragung. Es reicht ein Brief des Regionspräsidenten an die Regierung in Rom.

mehr:
- Italien: Ein bisschen Katalonien spielen (Michael Braun, ZON, 23.10.2017)

siehe auch:
- Telepolis-Salon im November: Separatisten oder die Sehnsucht, unter sich zu sein (Peter Mühlbauer, Telepolis, 26.10.2017)
aktualisiert am 27.10.2017

Freitag, 20. Oktober 2017

Ein Mann im Bademantel, mit einer Créme in der Hand…

Bekenntnis Asia Argento wird in Italien angefeindet, seit sie Harvey Weinstein des sexuellen Missbrauchs beschuldigt hat. Nun hat sie ihre Heimat verlassen 

Asia Argento muss ein bisschen atmen. Sie ist nach Berlin gegangen. Oder genauer: geflüchtet. Die italienische Schauspielerin wurde von dort am späten gestrigen Abend zugeschaltet, sie gab das erste exklusive Fernsehinterview seit sie im New Yorker öffentlich gemacht hatte, vom Produzenten Harvey Weinstein sexuell missbraucht worden zu sein. In der populären Talkshow Carta Bianca auf Rai 3 hat sie mit Moderatorin Bianca Berlinguer, der Tochter des großen italienischen Kommunisten Enrico Berlinguer) von den Begegnungen mit Weinstein berichtet. Dem großen, schweren, bedrohlichen Mann.

Sie plustert sich auf, macht dicke Backen, breitet die Arme aus, um ihn zu beschreiben.

Warum hat sie Italien verlassen? "Ich bin in Berlin, weil dieses angespannte Klima auf mir und meiner Familie lastet", erklärt sie, schwarz gekleidet, ernst und schön.

mehr:
- Basta! (Maxi Leinkauf, der Freitag, 18.10.2017)
siehe auch:
Ich auch, ich auch, ich auch, ich auch, ... (Suzanne Moore, der Freitag 42/2017)
- Es fehlt ein Urteil des Gerichts (Annelie Kaufmann, der Freitag 42/2017)
- #Metoo und sexuelle Gewalt – Vergewaltigung in drei Sätzen erklären (Elsa Koester, Neues Deutschland, 02.10.2017)

Asia Argento feels ‘doubly crucified’ after Weinstein rape accusation {2:23}

Veröffentlicht am 18.10.2017
ARIRANG NEWS
An Italian actress and director says she's leaving Italy because the country's media has attacked her for speaking out about sexual harassment in the entertainment industry.
Asia Argento was one of the first women to speak up out about alleged rape by Hollywood producer Harvey Weinstein.
Ro Aram has more.
Argento broke her silence after 20 years, revealing details about her encounter with one of the most powerful producers in Hollywood when she was 21.
This story was published in the New Yorker a few weeks ago and inspired other women to come forward and tell harrowing accounts of sexual harassment, assault and rape.
Weinstein has been insisting, through his spokesperson, that relations with all of them were consensual.
On Tuesday in an interview with Italian state television RAI, Argento described Weinstein as the "biggest serial predator in history".
She has been overwhelmingly praised in the press and social media for her bravery, but in her home country, the reception has been quite different.
(Italian)
"…. these women also decided to come out with their names, with their faces, with their credibility as artists, with the possibility of what happened, and what happened only to be me in Italy, to be doubly crucified for a sexual violence."
The Italian actress has been hounded on Twitter with accusations that she sought out trouble. Italian newspaper "Libero" also ran a scathing opinion piece on her titled "First they put out, and then they whine."
(Italian)
"I was already a victim but I felt even more disgusting. It is terrible that I should feel disgusting for what I was forced to endure. There is something in the mind of women, and not just in the minds of Italian women, but in all women, that we feel guilty for being beautiful, for wearing a dress that is perhaps low-cut, or a skirt that is too short, that somehow, we are the ones that bring out the animal in these men, this is what I cannot stand anymore."
The 42-year-old has relocated to Berlin to escape the media, though she admitted she may eventually return to her home country "for vacation" when tensions die down.
She also tweeted that she plans on suing Libero and other outlets for defamation. Ro Aram, Arirang News.

Harvey Weinstein Accuser Describes Harrowing Encounter: He ‘Began Pleasuring Himself’ {6:56}

Veröffentlicht am 09.10.2017
Jonathan Levine
Harvey Weinstein Accuser Describes Harrowing Encounter: He ‘Began Pleasuring Himself’

You may have missed Hollywood's inside jokes about Harvey Weinstein {2:00}

Veröffentlicht am 12.10.2017
Washington Post
Hollywood executive Harvey Weinstein has been suspected of sexually harassing women for decades. But Weinstein’s behavior was apparently a well-known, dark inside joke in some Hollywood circles. Subscribe to The Washington Post on YouTube: http://bit.ly/2qiJ4dy

Courtney Love Warning Actresses of Harvey Weinstein in 2005 {0:12}

Veröffentlicht am 15.10.2017
ohyouresilly

Courtney Love Recalls Fallout After Making Weinstein Comment {0:38}

Veröffentlicht am 12.10.2017
Wochit Entertainment
“If Harvey Weinstein invites you to a private party at the Four Seasons, don’t go.”
After the clip resurfaced, Love tweeted out some more information about it. She confirmed that she was not a victim of Weinstein, but she still seemed to face repercussions for the short comment and claimed she was banned by Creative Arts Agency as a result:
The musician wrote.
Although I wasn't one of his victims, I was eternally banned by CAA for speaking out against
#HarveyWeinstein
http://uproxx.com/movies/courtney-lov...
http://www.wochit.com

Joan Collins: 'Marilyn Monroe Warned Me About the Wolves in Hollywood' | This Morning {6:39}

Veröffentlicht am 16.10.2017
This Morning
Subscribe now for more! http://bit.ly/1JM41yF
Dame Joan Collins lifts the lid on her 60 years in Hollywood and recalls the time Marilyn Monroe warned her that all studio bosses were 'wolves'.
This Morning is up for the best DAYTIME show at this year’s National Television Awards!
Vote for us here: http://bit.ly/1dfvtHi
Broadcast on 16/10/2017

Sonntag, 23. Juli 2017

Aufräumarbeiten nach dem G20-Gipfel: Was würde geschehen, wenn…

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Das Reisekönigtum war von der fränkischen Zeit bis in das Spätmittelalter hinein die übliche Form der Herrschaftsausübung durch König oder Kaiser (als Reisekönig oder Reisekaiser). Die deutschen Könige des Mittelalters regierten nicht von einer Hauptstadt aus. Sie reisten mit Familie und Hofstaat durch das Reich von einer Pfalz zur anderen. Auch in anderen europäischen Ländern war dies üblich und wurde dort zum Beispiel auf Englisch als itinerant kingshiptravelling kingdom oder auf Italienisch als corte itinerante bezeichnet.
Das alte deutsche Reich besaß keine Hauptstadt im heutigen Sinne, sondern wurde von wechselnden Orten aus regiert. Diese Orte waren meist auf Krongut errichtete Pfalzen oder aber Bischofsstädte. Die Wege, die der Hofstaat auf diesen Reisen zurücklegte, nennt man Itinerare. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Pfalzen oft in verkehrsgünstigen und auch fruchtbaren Gebieten angelegt wurden, die zur Versorgung von Königshöfen als Mittelpunkt königlicher Grundherrschaften umgeben waren. Die Königshöfe lagen dabei verstreut über das gesamte Reich. Die Zusammensetzung des Hofstaats änderte sich dabei, je nachdem, durch welches Gebiet man zog und welche Adligen sich dem Hof mit ihrem Gefolge auf dieser Reise anschlossen oder sich auch wieder von ihm entfernten.
Im Laufe eines Jahres wurden dabei erstaunliche Strecken zurückgelegt. Historiker errechneten anhand von Urkunden, dass z. B. Kaiser Heinrich VI. und sein Gefolge zwischen dem 28. Januar und dem 20. Dezember 1193 mehr als 4.000 Kilometer kreuz und quer durch Deutschland reisten. Die Rekonstruktion der Reisestationen ergab hierbei folgende chronologische Abfolge: Regensburg – Würzburg – Speyer – Hagenau – Straßburg – Hagenau – Boppard – Mosbach – Würzburg – Gelnhausen – Koblenz – Worms – Kaiserslautern – Worms – Haßloch – Straßburg – Kaiserslautern – Würzburg – Sinzig – Aachen – Kaiserswerth – Gelnhausen – Frankfurt am Main – Gelnhausen.
Das Reisekönigtum diente einerseits dem besseren Überblick über das Reich, gleichzeitig ermöglichte es aber auch die Kontrolle über lokale Fürsten und diente somit dem Zusammenhalt des Reiches. Damals wurde Herrschaft über persönliche Beziehungen ausgeübt (Personenverbandsstaat), wozu es auch erforderlich war, persönlich den Kontakt mit den Beherrschten zu suchen. Andererseits war es auch nur durch die Reisetätigkeit möglich, die wirtschaftlichen Bedürfnisse des Hofes zu stillen, da es damals aufgrund der unzureichenden Verkehrswege noch nicht möglich war, eine größere Gruppe von Menschen dauerhaft am selben Ort zu versorgen. Anstatt die Lebensmittel zum Hof zu schicken, wanderte der Hof folglich zu den Lebensmitteln. [Reisekönigtum, Wikipedia, abgerufen am 23.07.2017]

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Gut, daß ich in Urlaub war! 
Genauso, wie unsere Mainstream-Medien die Konfliktparteien in Libyen und Syrien für das mündige und unbedarfte Laienpublikum sprachlich-griffig als »prowestliche« und in der Ukraine als »prorussischen Rebellen« etikettiert, handelte es sich in Hamburg um den sogenannten »schwarzen Block«.
Und genauso reflexhaft, wie Gaddhafi, Saddam Hussein und Putin als »kleine Hitler« etikettiert wurden, sieht sich nun der politisch »linke Block« (wir stehen ja vor der Bundestagswahl) genötigt, zu betonen, daß sich Links-Sein und Gewalt ausschließen.
siehe dazu:
- Das angebliche Gewaltproblem der Linken (Post, 21.03.2015)

In dem ganzen Interpretations-Trubel, in dem verzweifelt versucht wird, anhand der Meinungshoheit Gut und Böse ausfindig zu machen (besser: nicht ausfindig machen, sondern Gutmenschen-Religion-adäquat zuzuweisen), geht zwangsläufig die inhaltliche Diskussion über die Globalisierungskritik unter. 
auch wenn’s langweilt:
- TTIP-Verhandlungen: Angeblich Demokratie und Transparenz (Post, 07.12.2014)

So was Dummes auch! Und da wir uns seit den Zeiten von Baader-Meinhof auf das Gewaltmonopol des Staates geeinigt haben, fällt die Tatsache, daß es auch so etwas wie strukturelle Gewalt gibt, unter den Tisch.

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„Strukturelle Gewalt ist die vermeidbare Beeinträchtigung grundlegender menschlicher Bedürfnisse oder, allgemeiner ausgedrückt, des Lebens, die den realen Grad der Bedürfnisbefriedigung unter das herabsetzt, was potentiell möglich ist.“ [Stukturelle Gewalt, Der Ansatz von Galtung, Wikipedia, abgerufen am 23.07.2017]
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mein Kommentar:
Angesichts der beeindruckenden Schwarmintelligenz großer Menschenmassen 
(=> Vergesst Trump, lest Spitzer!, Post, 10.05.2017) 
dürfte das Adjektiv »vermeidbar« in Galtungs Definition diskussionswürdig sein!

zur strukturellen Gewalt des Westens:
- Jean Ziegler: „Geierfonds - Quintessenz krimineller Bankenaktivitäten“ (Post, 09.10.2014)

Das Wichtigste scheint mir der Versuch zu sein, die Bevölkerung ruhig zu halten und hinter der Fahne zu sammeln! 
Merke:
Putin muß nicht nur der Böse sein,
wir brauchen ihn als Personalisierung des Bösen, wogegen wir zu kämpfen haben.
Aus diesem Grund auch die markigen Sprüche von der Bekämpfung der Fluchtursachen.
Beim AltermannBlog bin ich auf folgenden Link gestoßen:
- Flüchtlinge: EU schränkt Export von Schlauchbooten nach Libyen ein (ZON, 17.07.2017)
Für Beschränkte wie mich:
Die EU-Außenminister sehen mit einen Grund, weshalb sich so viele Leute übers Mittelmeer wagen, in der Anzahl der zur Verfügung stehenden Schlauchboote.
… aber anscheinend nicht 
- im Leerfischen von Westafrikas Küstengewässern oder
- im illegalen Deponieren von Giftmüll (auch Nuklearabfall – siehe Areva:
AREVA, Kernkraft und Profiteure: verschwundene Milliarden…, Post, 29.10.2016) 
- im Erzwingen von Knebelverträgen (siehe EPA:
EPA – TTIP für Arme und die Werte des »alten Europa«, Post, 23.09.2015)
oder
- im Überschwemmen des westafrikanischen Marktes mit subventionierten Geflügel-Abfällen!
siehe dazu:
- Westafrika: Europa erzeugt die Flüchtlinge selbst (Post, 02.08.2016)

Was wäre wohl geschehen, wenn eine Woche nach dem G20-Gipfel bekannt geworden wäre, daß die Polizei die Vorgaben für die Anwendung von Reizgas nicht beachtet hat?
- G20-Krawalle: Polizisten ignorierten Reizgas-Vorgabe des Hamburger Einsatzchefs (Ansgar Siemens, SPON, 16.08.2017)
- G20-Polizeieinsatz: Polizisten sollen Reizgas-Vorgabe ignoriert haben (ZON, 16.08.2017)


Was wäre wohl geschehen, wenn eine Woche nach dem Tod von Benno Ohnesorg herausgekommen wäre, daß die Steinewerfer vom Abend des 2. Juni 1967 – herbeigesehnter Anlass für den Wunsch vieler in Kompaniestärke in die Bereitschaftspolizei übernommenen Wehrmachtsangehöriger, den langhaarigen Studenten mal so richtig die »Birne weichzuklopfen« [Zitat aus dem Benno-Ohnesorg-Film] – gegenüber der Deutschen Oper Polizisten in Zivil waren? 
siehe dazu:
- Demonstration am 2. Juni 1967 in West-Berlin, Vor der Deutschen Oper (Wikipedia, abgerufen am 23.07.2017)
- Heute vor 50 Jahren – 2. Juni 1967: Benno Ohnesorg wird erschossen (Post, 02.06.2017)

Was wäre wohl passiert, wenn der Papst (oder der Dalai Lama oder eine große, angesehene Organisation wie der IPPNW) wenige Tage nach dem unseligen Auftritt von Colin Powell vor dem UN-Sicherheitsrat im Februar 2003 aufgestanden wäre und öffentlich verkündet hätte, daß Powells Einlassungen eine Lüge seien?
siehe dazu:
- Powell: „Schandfleck meiner Karriere“ (FAZ, 09.09.2005)
- Irak-Krieg: Saddam Hussein hatte keine Verbindungen zu al-Quaida (Süddeutsche Zeitung, 07.12.2008)

Die aufgeregte Post-G20-Medien-Quasselei mit reflexhaften Schuldzuweisungen und Rücktrittsforderungen macht auch die Vorkommnisse in Genua 2001 vergessen (ist ja auch schon eine halbe Generation her):
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Der G8-Gipfel in Genua war ein Treffen der Gruppe der Acht in der italienischen Stadt Genua. Der 27. G8-Gipfel fand vom 18.bis zum 22. Juli 2001 statt. Er wurde von schweren Auseinandersetzungen zwischen der italienischen Polizei und Globalisierungskritikern überschattet, bei denen Carlo Giuliani von einem Polizisten erschossen und hunderte Personen verletzt wurden. Besondere Aufmerksamkeit erregte der Einsatz von Folter und Misshandlungen durch italienische Sicherheitskräfte. Die juristische Aufarbeitung dauert bis heute an.
Seit dem Gipfel und verstärkt nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 gilt nach dem Summit policing der Grundsatz, für G8/G20-Gipfel einen Ort zu wählen, der möglichst abgelegen ist und gut abgesichert werden kann. Laut Tony Blair soll verhindert werden, dass die publizistische Wirkung von Protesten den Gipfel in den Augen der Öffentlichkeit ruiniert.[1] [G8-Gipfel in Genua 2001, Wikipedia, abgerufen am 23.07.2017]
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Im sogenannten Bolzaneto-Prozess wurden Misshandlungen an Demonstranten durch Polizisten und Wachpersonal im Rahmen des G8-Gipfels in Genua (Italien) in der Polizeikaserne Bolzaneto verhandelt. […]
m 14. Juli 2008 sind 15 Angeklagte wegen brutalen Vorgehens gegen Demonstranten zu Gefängnisstrafen von fünf Monaten bis fünf Jahren verurteilt worden, während 30 Angeklagte freigesprochen worden.[2] Die Höchststrafe erhielt dabei der für die Sicherheit in dem Gefängnis verantwortliche Beamte Antonio Biagio Gugliotta.
Es gab noch mehrere andere Verfahren, die sich mit Vorwürfen über Polizeiwillkür im Umfeld des G8-Gipfels befassten, z. B. mit der Klärung der Vorkommnisse an der Scuola Diaz[3]. [Bolzaneto-ProzessWikipedia, abgerufen am 23.07.2017]
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siehe auch:
- Polizei in Italien bestätigt Folter bei G8-Gipfel 2001 (Neues Deutschland, 19.07.2017)

- G8-Gipfel 2001: Gericht verurteilt Italien wegen Folter (ZON, 22.06.2017)
G8-Gipfel I (2001) - Gipfelstürmer – Die blutigen Tage von Genua (Beste TV-Dokumentation 2002) (Pyromania Arts Foundation, youtube, veröffentlicht am 22.12.2015, Deutscher Fernsehpreis für die beste Dokumentation 2002 "Die Story - Gipfelstürmer" des WDR vom 24. Juli 2002)

Wer da nicht an die Schah-Proteste 1967 in Berlin denkt, dem kann ich auch nicht helfen!
übrigens:
- »Der größte Einzelerfolg der CIA« (Post, 01.05.2012)

Was würde geschehen, wenn  der Dreck, den Gladio am Stecken hat, innerhalb kurzer Zeit Allgemeinwissen würde?


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Aldo Moro (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i; * 23. September 1916 in MaglieApulien; † 9. Mai 1978 in Rom) war ein italienischer Politiker der Democrazia Cristiana. 1963–1968 und 1974–1976 war er Ministerpräsident seines Landes. Er wurde von der Terrororganisation Rote Brigaden entführt und von Mario Moretti ermordet. [Aldo MoroWikipedia, abgerufen am 23.07.2017]
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dagegen:

- Politische Morde (4) Der Fall Aldo Moro (Ein Film von Michael Busse und Rosa Maria Bobbi, 3sat, 07.10.2004, Zitat aus der Sendungsankündigung:)
"Es gibt stichhaltige Indizien, dass auch die Geheimdienste bei der Entführung dabei waren", so die Untersuchungskommission "Terrorismus und Massaker", welche von 1994 bist 2000 unter dem Vorsitz von Giovanni Pellegrino die Entführung erneut beleuchtete. […] Mit neuen Fakten und Zeugenaussagen belegt der Film […] die mörderische Verstrickung des Staates in den Fall Moro.
- Dossier: Mein Blut komme über euch – Der ungeklärte Fall Aldo Moro (Jessica Kraatz Magri, Bruno Frankeschini, Deutschlandfunk, 02.05.2008)
- Inszenierter Terror (Reinhard Jelen, Telepolis, 25.09.2008)
- Terrorgruppe der NATO (Gerhard Feldbauer, junge Welt, 21.02.2013, zu finden bei AG Friedensratschlag)
- Aldo Moro: Mordfall wird neu aufgerollt (Marcel Ludwig, kurier.at, 19.06.2013)
- Geheimarmeen in Europa: Die Strategie der Spannung, Gladio und die Nato (Silvia Cattori im Interview mit Daniele Ganser, free21, 07.04.2016)
zum Verhältnis von Wikipedia mit Daniele Ganser siehe:
- Die dunkle Seite der Wikipedia (Post, 18.07.2016)

Schauen wir also zu, daß vorhandene Unklarheiten baldmöglichst sprachlich bereinigt werden, damit die Kiste endlich zugemacht werden kann und wieder alternativlose Ruhe herrscht!
… und wenn dann weiterhin noch irgendwas stinkt, sperren wir es für 120 Jahre weg (vier Generationen müßten genügen)!
siehe dazu:
- Verfassungsschutz will NSU-Bericht für 120 Jahre wegschließen (Thomas Moser, Telepolis, 16.07.2017)

siehe auch:
- Die Floskeln der Macht – Wie wir durch Sprache manipuliert werden (Post, 01.04.2016)
- Wie Realität hergestellt wird: Sprachverdrehungen, scheinbare Gewissheiten und Geschichtsklitterung (Post, 05.11.2016)