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Freitag, 18. Oktober 2019

Heute vor 334 Jahren – 18. Oktober 1685: Die Hugenotten werden aus Frankreich ausgewiesen

Konfrontation statt Toleranz


Angriffe auf Hugenottenführer in Frankreich nach
dem sog. Revokationsedikt von Fontainebleau;
historische Farblithogafie von Marice Leloir, 1904
Die Kriege der französischen Krone gegen die calvinistischen Protestanten, die Hugenotten (»Eidgenossen«), hatten das Land über Jahrzehnte verheert, bis König Heinrich IV. (reg. 1589-1610) in einem klugen Ausgleich 1598 das Toleranzedikt von Nantes erließ.

Nach der Eroberung der Festung La Rochelle (1628), des wichtigsten »Schutzplatzes« der Hugenotten, setzte der Staatsabsolutismus der Kardinäle Richelieu und Mazarin, der neben einer zentralen Staatsverwaltung auch einen einheitlichen Glauben anstrebte, die Protestanten erneut unter Druck. Diesem Ziel fühlte sich Ludwig XIV. besonders verpflichtet, als er 1661 selbst die Regierung übernahm. Nach Zwangsbekehrung und systematischer Verfolgung widerrief das Edikt von Fontainebleau 1685 das Edikt von Nantes. In den nächsten Jahrzehnten verließen rund 200000 Hugenotten, meist gut ausgebildete Handwerker und Händler, das Land. Sie bescherten vor allem den Niederlanden und Preußen, wo sie Aufnahme fanden, einen Aufschwung, während Frankreichs Wirtschaft schweren Schaden nahm.

Hugenottenkriege
▪︎1562: Massaker von Vassy
▪︎1572: Bartholomäusnacht (Pariser Bluthochzeit)
▪︎1572: Ermordung des Admirals Coligny
▪︎1588: Ermordung der Brüder Guise
▪︎1589: Ermordung Heinrichs III.
▪︎1598: Edikt von Nantes


Harenberg – Abenteuer Geschichte 2019
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Nächte der Entscheidung: Die Bartholomäusnacht {43:31}
wirsind ARTig
Am 01.11.2017 veröffentlicht 

Dokumentation: Film von Christian Romanowski:

Inhalt:
Paris im August 1572. In der Nacht vor dem Bartholomäusfest werden weit mehr als 3000 Menschen umgebracht. Der Film zeichnet die dramatischen Ereignisse dieser Nacht nach. Die Opfer des Massakers sind Hugenotten, französische Protestanten. Sie waren zur Hochzeit ihres Schutzherrn, des Prinzen von Navarra, mit der Schwester des katholischen Königs, nach Paris gekommen. Die Versöhnungsfeier wird zum Blutbad, zur "Pariser Bluthochzeit".
Selbst, wenn sich die Abläufe des schrecklichen Ereignisses rekonstruieren lassen, es bleiben viele Fragen über Täter und Opfer, Motive und Intrigen unbeantwortet.
In der Dokumentation "Das Blutbad am Bartholomäusfest" zeichnet Regisseur Christian Romanowski die dramatischen Ereignisse und die Verstrickungen der Königsfamilie in das Verbrechen nach. Er zeigt aber auch die religiösen Gegensätze, das Ringen von persönlichem Glauben und staatlich verordneter Religion um den rechten Weg zum Heil.
Glaube. Kriege. Hoffnung. - Ein Thementag in 3sat
500 Jahre Reformation - Auf den Spuren Martin Luthers
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Themenabend 3 SAT am 1.11.2017 um 03:20 Uhr
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https://de.wikipedia.org/wiki/Barthol…
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Titelbild: Paris während der Bartholomäusnacht. Zeitgenössisches Gemälde von François Dubois: Le massacre de la Saint-Barthélemy


Mittwoch, 25. September 2019

"Gelobt sei Gott": Ein Missbrauchs-Priester und seine Opfer

François Ozons Film "Gelobt sei Gott", der auf einem wahren Fall basiert, erzählt fast dokumentarisch-nüchtern von einem Missbrauchs-Priester und seinen Opfern. Und von einer Kirche, die den Fall vertuscht.

Da ist ein Flüstern und ein Beten zu hören, da ist nun auch, auf der Terrasse einer Kirche und hoch über der Stadt Lyon, ein Mann zu sehen. Ein Mann allein, aber in vollem Ornat. Es ist Kardinal Barbarin (François Marthouret), der ein Ritual vollzieht und das goldene Kreuz einer Monstranz in den Morgenhimmel hebt. Aber diese Sequenz, mit der François Ozon seinen Film "Gelobt sei Gott" eröffnet, wirkt nicht nur wie die Exekution einer Schutz- und Segensgeste, in ihr manifestiert sich auch ein Besitz- und Machtanspruch. Wir da oben, ihr da unten! Diese Stadt gehört der katholischen Kirche, sie ist die oberste Instanz, nach ihr und ihren Gesetzen hat sich alles zu richten. Das bürgerliche Leben zum Beispiel, so wie es der Banker Alexandre (Melvil Poupaud) mit seiner Frau und seinen fünf Kindern führt. Sehr ernst, sehr beherrscht, sehr gläubig. Und doch bringt dieser Alexandre einen Stein ins Rollen, der die Kirche in ihren Grundfesten erschüttern wird. Denn plötzlich, bei einer Messe, erkennt er jenen Priester wieder, der ihn damals, als Kind und Pfadfinder, missbraucht hat.

"Gelobt sei Gott" erzählt von einem Skandal, der nicht nur in Lyon und auch nicht nur in Frankreich Aufsehen erregte. Jahrelang konnte der pädophile Priester Bernard Preynat (Bernard Verley) sich ungehindert an Jungen vergehen. Gerüchten wurde nicht nachgegangen, Beschwerden wurden ignoriert, und als an den Vergehen nicht mehr zu zweifeln war, griff die Kirche zum "bewährten" Mittel der Versetzung. So steht Preynat nun, nach so vielen Jahren, vor dem erwachsenen Alexandre. Und der zuckt zusammen, was verschüttet war, kommt nun wieder hoch, er stürzt zurück in seine Kindheit und erlebt noch einmal, wie dieser Mann ihn ausgesucht und in sein Zelt geführt hat. "Er öffnete meinen Hosenschlitz", so schreibt Alexandre an die Kirche und an Kardinal Barbarin, die sich dieses Falls annehmen sollen. Denn Alexandre ist ja, wie gesagt, schwer katholisch. Er vertraut auf die Selbstreinigungskräfte dieser Institution.

mehr:
- Der Furor des Faktischen (Robert Koppold, Kontext, 25.09.2019)

GELOBT SEI GOTT | Trailer & Filmclip [HD] {4:45}

vipmagazin
Am 23.08.2019 veröffentlicht 
http://youtube.com/vipmagazin | "Gelobt sei Gott" (Trailer deutsch german) | Kinostart: 26.09.2019

Dienstag, 15. Januar 2019

Über die Notwendigkeit des stetigen Rüttelns am Narrativ

Mein Schreiben an den Chefredakteur der ARD-Tagesschau, Kai Gniffke, ist bisher von diesem nicht beantwortet worden. Da ich auf eine ernsthafte Befassung mit dem von mir vorgebrachten Thema hoffe, halte ich das auch für in Ordnung. Zwischenzeitlich hat mich aber der Publikums-Service der ARD-Tagesschau kontaktiert – sehr gut!

Die meisten Leser werden gar nicht wissen, dass es überhaupt eine solche Abteilung bei den Tagesschau-Machern gibt. Auch mir war sie bisher unbekannt und die Kontaktadresse wurde mir durch Menschen vermittelt, die sich im dortigen Gefüge etwas besser auskennen. Ich nutzte die Adresse einzig, um sicherzustellen, das Kai Gniffke mein Schreiben auch wirklich erhält. Nun antwortete dieser Service selbst auf mein Anliegen – hoffentlich nicht in der Erwartung, dass die Sache damit erledigt ist.

Doch gibt diese Antwort auch erhellende Blicke in das Innere des dortigen Betriebes und die Befindlichkeiten der Mitarbeiter. Also habe ich den schmalen Türspalt in die dortige Welt noch ein wenig mehr geöffnet und befasste mich mit der mir zugegangenen Stellungnahme. Eine Stellungnahme ist es nämlich für mich. Das ist nachvollziehbar, war aber von mir nicht gewollt. Weiteres nun in meiner Antwort an diese Tagesschau-Abteilung. Den vollständigen Text des Publikums-Services an mich – einschließlich der Kontaktadresse – kann der Leser hier einsehen: 2019-01-11_ARD-Tagesschau_Publikums-Service

Zum 
Offenen Brief an den Publikums-Service der ARD-Tagesschau (Peter Frey, Peds Ansichten, 15.01.2019)

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Während sowohl Koran als auch Sunna sowie die Mehrheit der klassischen Gelehrten unter Dschihad primär bzw. ausschließlich eine militärische Betätigung verstanden, entstanden im Verlauf ihrer Entwicklung auch nichtmilitärische Auslegungen der Dschihadlehre. Dies geschah insbesondere im Zuge tiefgreifender politischer Veränderungen wie der Kolonialisierung großer Teile der islamischen Welt, der Aufhebung des Kalifats und der Entwicklungen der Moderne.
Einzelne schiitische Theologen der klassischen Zeit unterschieden zwischen dem sogenannten größeren Dschihad im Sinne eines spirituellen Kampfes gegen innere Gelüste und dem kleineren Dschihad im Sinne einer militärischen Konfrontation gegen einen äußeren Feind.[65] Dem entspricht die Betonung nichtmilitärischer Aspekte der Dschihadpflicht vieler gegenwärtiger muslimischer Autoren, als auch muslimischer Asketen und Mystiker.[96]
Postklassische Juristen haben den Begriff in vier Arten unterteilt:[97]
  • Den Dschihad des Herzens (dschihad bi l-qalb) als innerer, spiritueller Kampf gegen Untugend, Verführung zu moralisch verwerflichen Taten und Ignoranz.
  • Den verbalen Dschihad (dschihad bi l-lisan) durch das ständige Sprechen der Wahrheit und die Verbreitung des Islams auf friedlichem Wege. Hierzu gehört auch das öffentliche Sprechen der Wahrheit (haqq) unter einem ungerechten Herrscher.[98]
  • Den Dschihad des Schwertes, als militärischer Kampf auf dem Wege Gottes.
Mit diesem Verständnis richtet sich der Dschihad gegen das eigene Ich, gegen die „Triebseele“ (an-nafs al-ammāra bi 'l-sūʾ). Die Durchsetzung der Anweisung, das Rechte zu gebieten und das Verwerfliche zu verbieten, geschieht „mit der Zunge, mit der Hand und mit dem Schwert, je nachdem, wozu man imstande ist“.[99] Die Asketen sehen im Kampf gegen sich selbst (mudschahadat an-nafs) das höchste Ideal.[100]
[Dschihad, Nichtmilitärische Auslegungen des Dschihadbegriffs, Wikipedia, abgerufen am 17.01.2019]
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Das Wort Dschihad entspringt der Wortwurzel "dsch-h-d" und bedeutet grundsätzlich "sich auf Gottes Weg bemühen bzw anstrengen". Daraus ergibt sich der Einsatz der Gläubigen für Gottes Sache, unter anderem für den Kampf gegen die individuellen Schwächen und unmoralischen Verpflichtungen sowie für das Bemühen um das Wohl des Islams und seiner Gemeinde. Als Form der Anbetung Gottes versteht jede(r) einzelne MuslimIn dieses Bemühen, Gott zu gefallen, als eine religiöse Pflicht, zur der eine Vielzahl unterschiedlicher Handlungsweisen gehören. Dazu gehört insbesondere die Bändigung der fleischlichen Begierden, das Ringen mit dem inneren Bösen, das Führen eines tugendhaften Lebens, die Verrichtung guter Werke, die Bekanntmachung der Glaubensvorstellungen, die Anstrengung zum Schutz der Ehre und der Integrität des Islams oder die Abgabe vom eigenen Reichtum (arab. Infaq). Gerade letztere Bedeutung kommt dem ursprünglichen Konzept des Dschihad am Nächsten und findet sich sogar als eine der fünf Säulen im Islam, die die Läuterung der Gläubigen bedeutet: die verpflichtende Almosensteuer für Bedürftige (arab. Zakat).

[Der ursprüngliche Begriff des „religiösen Dschihad“, Institut für islamische Studien]
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»Mentalisieren heißt, sich selbst von außen zu sehen und den anderen von innen.«
[Quelle: Mentalisierung.net, Startseite]
siehe auch:
Desinformation über Desinformationskampagnen (Post, 10.10.2018)
Die vertraulichen Sprachregelungen der ARD (Paul Schreyer, Telepolis, 30.06.2017)
„Wie werden Meinung und Demokratie gesteuert“ (Post, 31.05.2017)
Medien: intellektuelle Korruption in Konfliktzeiten (Post, 06.02.2016)
Beispiel Kosovo-Krieg: Anteil der Medien an der Vorbereitung, Begleitung und Auswertung der NATO-Angriffe (Post, 03.03.2015)
Meldungen über angebliche Luftraumverletzungen – Publizist Volker Bräutigam erhebt beim Rundfunkrat Beschwerde (Post, 06.11.2014)
Ukraine 20 – ARD-Programmbeirat bestätigt Publikumskritik (Post, 18.09.2014)
"Stoppt Putin jetzt!"-Cover war nur halbschlimm (Post, 11.09.2014)
Der Ukraine-Konflikt 5 – Die Nagelprobe des Journalismus (Post, 21.04.2014)

KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld ("Warum schweigen die Lämmer?") {1:38:19; Start bei 31:16}

KenFM
Am 02.10.2018 veröffentlicht 
Dass Professor Rainer Mausfeld es im Alter von 68 Jahren mit seinen Vorträgen noch zu einem Millionenpublikum bringen würde, hätte er selbst vermutlich als Letzter vermutet. Doch ganz offensichtlich trifft er mit seinen Inhalten, verbildlicht durch die inzwischen weitläufig bekannte politische Metapher der „schweigenden Lämmer“, den Nerv der Zeit. Es ist, als hätten wir jahrelang eine dunkle Vermutung gehegt und endlich spricht sie einmal jemand aus – Unsere Demokratie ist bei weitem nicht so demokratisch, wie sie uns verkauft wird.
Nun ist der Kaiser also nackt. Dennoch hält sich die gesellschaftliche Empörung in Grenzen. Wie lässt sich das erklären? Professor Mausfeld ist überzeugt: Es liegt an der Beschaffenheit des Kaisers, der nicht mehr in schicker, feudaler Tenue, sondern in Form unpersönlicher, intransparenter und abstrakter Machtstrukturen daherkommt. Genannte Strukturen, man kann sie auch als Elitenetzwerke bezeichnen, bedienen sich des Begriffes der Demokratie, weil er sich für sie als ideale Revolutionsprophylaxe in Zeiten zunehmend feudal anmutender sozialer Ungleichheit herausgestellt hat. Da diese Verschleierungstaktik, bei der ideologisch aufgeladene Begriffe inhaltlich in ihr Gegenteil verkehrt werden, sich zu Indoktrinationszwecken als besonders effektiv erwiesen hat, kommt sie auch in aller Regelmäßigkeit zur Anwendung. So z.B. bei Wörtern wie „Globalisierung“ oder „freie Märkte“, welche der desorientierten Bevölkerung als naturgegebene Phänomene verkauft werden, um über das in ihrer neoliberalen Interpretation verankerte Recht des Stärkeren hinwegzutäuschen.
Hieraus ergibt sich die Aufgabe, die Kluft zwischen dem vorgegaukeltem und dem eigentlichen Wortsinn, zwischen PR und Realität, zu überwinden, mit dem Ziel sich dabei Schritt für Schritt an das Ideal demokratischer Verhältnisse im Sinne der Aufklärung anzunähern. Dafür bedarf es nicht nur der intellektuellen Bewaffnung und Bewusstwerdung über die subtilen Techniken der Meinungskontrolle des Einzelnen, sondern vor allem auch des Eingeständnisses, dass man einem gigantischen Betrug aufgesessen ist.
Professor Mausfelds Buch „Warum schweigen die Lämmer?“, welches die Inhalte des beliebten gleichnamigen Vortrages weiter vertieft, kann diesen kollektiven Aufwachprozess mit anschieben. Ins Handeln kommen müssen wir dann aber schon selber.
Inhaltsübersicht:
0:04:56 Der Kaiser ist nackt – wir wissen es alle
0:13:15 Der „Feind“ ist abstrakt
0:21:50 Aber wir haben doch eine Demokratie…
0:31:16 Wie wichtig ist Repräsentation in einer Demokratie?
0:40:43 Meinungsmanagement
0:57:29 Definition von Links und Rechts: ein „Haufen Spaghetti“
1:03:02 Chemnitz aktuell – Ablenken von den wahren Problemen
1:13:25 Programme zur Angst-Induktion
1:20:37 Für das Warten auf bessere Zeiten ist keine Zeit
1:34:08 Feedback aus der Bevölkerung
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Klartext vom Medienwissenschaftler Prof. Norbert Bolz: "Medien verschweigen, ... {12:07, Start bei 2:57}

klar sehen
Am 04.05.2017 veröffentlicht 
Medienwissenschaftler Prof. Norbert Bolz bei Peter Hahne im ZDF zum Thema: Medien zwischen Gefühl und Fakten
„Medien verschweigen, klären nicht über die Wirklichkeit auf, die Bürger werden für dumm verkauft bzw. gehalten, die Arroganz der Journalisten und Politiker!!

Gabriele Krone Schmalz über NATO in Zivil in der Ukraine, Russland und Medienpropaganda1 {13:24; Start bei 7:57}

Andreas Koepnick
Am 13.09.2014 veröffentlicht 
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Eindringlich beschwört Freud den alten aufklärerischen Glauben an die Wissenschaft und damit an die Möglichkeit, durch sie etwas über die Realität der Welt zu erfahren, «wodurch wir unsere Macht steigern und wonach wir unser Leben einrichten können». Mochte er noch so oft betont haben, wie kraftlos der Intellekt im Vergleich zum Triebleben sei: «Aber es ist doch etwas Besonderes um diese Schwäche; die Stimme des Intellekts ist leise, aber sie ruht nicht, ehe sie sich Gehör verschafft hat.» Am Ende, «nach unzählig oft wiederholten Abweisungen», würde man sie verstehen, das wollte er gern glauben. Vielleicht war auch die Wissenschaft eine Illusion, doch hatte sie nicht durch ihre großen und bedeutsamen Erfolge den Beweis erbracht, daß sie keine ist? Er war nicht blind gegen ihre Bedingungen und Bedingtheiten. Gerade die Subjektivität allen Denkens, die Beschränkung der Wissenschaft, die Endlichkeit ihrer Resultate gibt ihm Hoffnung auf ihre pragmatische Kraft, ihren Sieg über alle Ideologien: «Nein, unsere Wissenschaft ist keine Illusion. Eine Illusion aber wäre es zu glauben, daß wir anderswoher bekommen könnten, was sie uns nicht geben kann.»
[Quelle: Annette Meyhöfer, Eine Wissenschaft des Träumens, Albrecht Knaus Verlag, München 2006, S. 674f.]

Montag, 22. Oktober 2018

Giulia Farnese [1474-1524] und Papst Alexander VI.

Giulia Farnese (* 1474 in Canino oder Capodimonte; † 23. März 1524 in Rom), genannt la Bella, war eine der Mätressen des Borgia-Papstes Alexander VI. und Schwester von Papst Paul III.
[Giulia Farnese, Wikipedia, abgerufen am 16.12.2018]
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Später nutzte die Familie Farnese den Einfluss der langjährigen Mätresse Giulia Farnese auf den Papst, um insbesondere deren Bruder Alessandro Farnese in der kirchlichen Hierarchie aufsteigen zu lassen. Im Alter von 25 Jahren wurde dieser tatsächlich zum Kardinal ernannt. Der beim römischen Volk mit den Ausdrücken „Cardinale Gonella“ („Kardinal Röckchen“) und „Cardinal Fregnese“ („Kardinal Möse“) verhöhnte junge Mann sollte mehr als 30 Jahre später als Paul III. zum mächtigen Papst der Gegenreformation werden. Diesen Aufstieg verdankte Alessandro Farnese vor allem seiner Schwester Giulia, die schon mit 15 Jahren zur Geliebten Rodrigo Borgias wurde, als er noch Kardinal war. Wie der Schreiber der Kurie süffisant anmerkte, nannte der römische Volksmund die römische Schönheit, die sich auch während Alexanders Pontifikat an seiner Seite zeigte, blasphemisch „sponsa christi“ („Braut Christi“).
Die Vielzahl der dem neuen Papst nachgesagten Exzesse rief Kritiker auf den Plan. Ihr prominentester Vertreter wurde schließlich der Dominikaner Girolamo Savonarola in Florenz, der sich anfangs noch um ein gutes Einvernehmen mit Alexander bemühte und keine Bedenken hatte, ihm offiziell zur Hochzeit seiner Tochter Lucrezia zu gratulieren. Er forderte jedoch später sowohl die Absetzung des Papstes wie auch kirchliche Reformen und predigte: „Ihr Kirchenführer, … nachts geht ihr zu euren Konkubinen und morgens zu euren Sakramenten.“ Bei einer späteren Gelegenheit meinte er: „Diese Kirchenführer haben das Gesicht einer Hure, ihr Ruhm schadet der Kirche sehr. Ich sage euch, diese halten nichts vom christlichen Glauben.“
Um Savonarolas Schweigen zu erkaufen, bot ihm Alexander VI. die Kardinalswürde an. Savonarola lehnte ab, woraufhin er exkommuniziert und in der von ihm abgefallenen Stadt Florenz verhaftet, erhängt und verbrannt wurde.
[Alexander VI., Wikipedia, abgerufen am 16.12.2018]
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Journalist Andreas Englisch | NDR Talk Show | NDR {15:42}

ARD
Am 22.10.2018 veröffentlicht 
Seit mehr als 30 Jahren gewährt der Journalist Andreas Englisch Einblicke hinter die Mauern des Vatikans. Nun hat er ein Buch über sein ganz persönliches Rom veröffentlicht.
http://www.ndr.de

Vermutliche Darstellung Giulia Farneses auf dem Grabmal Pauls III.
[Wikipedia]
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Giulia Farneses Grab ist unbekannt. Dennoch soll sich bis heute ein Abbild von ihr erhalten haben und zwar ausgerechnet im Petersdom in Rom. Als Teil des links vom Hochaltar befindlichen Grabmals des Papstes Paul III., geschaffen vom Bildhauermeister Guglielmo della Porta, glaubten schon Zeitgenossen, eine Statue seiner Schwester, der „Bella Giulia“, zu erkennen.[14] Der Stein sei so lebendig und voll erotischer Ausstrahlung gewesen, dass immer wieder junge Männer vor ihm zu „unsittlichen Handlungen“ hingerissen wurden. Um 1600 ließ daher der Vatikan diese liegende, ursprünglich nackte Figur mit einem Metallhemd aus Blei bekleiden, das sich noch im 18. Jahrhundert gegen ein Trinkgeld entfernen ließ.
[Giulia Farnese, Leben nach dem Tod Papst Alexanders VI., Wikipedia, abgerufen am 17.12.2018]
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Mätressen Die geheime Macht der Frauen Die Geliebte des Papstes Teil 1/3 {43:10}

S H
Am 05.04.2014 veröffentlicht 

siehe auch:
- Die Geliebte des Papstes (ARD, 22.05.2010)
- Die Feiertagslüstlinge (Matthias Heine, Welt, 22.05.2012)

Sphinx ‐ Savonarola ‐ Der schwarze Prophet {51:15}

Lucel Iphring
Am 09.10.2015 veröffentlicht 

siehe auch:
- Aristoteles und Phyllis (Wikipedia)

Freitag, 12. Oktober 2018

Die Geschichte des ermordeten Oscar Romero

Vor einem halben Jahrtausend klagte Bartolomé de Las Casas, der als Soldat mit den spanischen Eroberern auf den amerikanischen Kontinent gekommen und später Bischof geworden war: "Ich hinterlasse hier in der Neuen Welt Jesus Christus, unseren Gott, gegeißelt und bedrängt, geohrfeigt und gekreuzigt, und zwar nicht einmal, sondern Tausende von Malen, insofern die Spanier die Indios niedermachen und zerstören und ihnen das Leben vor der Zeit nehmen."

Die kirchliche Hierarchie in Mittel- und Südamerika galt über Jahrhunderte vor allem als Komplizin der Eroberer und Ausbeuter, der Mächtigen und Besitzenden. Doch im Umbruchsjahr 1968 konnte sich das Zeugnis einer Kirche der Armen auf der Versammlung der lateinamerikanischen Bischöfe in Medellín (Kolumbien) wieder Gehör verschaffen: "Dieses Elend als eine Massenerscheinung ist eine Ungerechtigkeit, die zum Himmel schreit. Ein stummer Schrei bricht aus Millionen Menschen hervor. Sie verlangen Befreiung […]. Und wir hören auch Klagen darüber, dass Hierarchie, Klerus sowie Ordensleute reich und Verbündete der Reichen seien."

mehr:
- "Umgebracht wird, wer stört" (Peter Bürger, Telepolis, 12.10.2018)
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Teil 1 - Oscar Romero - Ein Priester gegen die Militärdiktatur {6:20}

Adveniat
Am 28.07.2015 veröffentlicht 
Teil 1 der Internet-Dokuserie über den seligen Märtyrerbischof Óscar Romero. In jungen Jahren war Oscar Romero schüchtern, ein Mann weniger Worte, so berichten es Weggefährten wie der salvadorianische Bischof Gregorio Rosa Chávez. Wie wurde der zurückhaltende junge Mann zum unerschrockenen Aktivisten, der schließlich im Radio verkündete, Soldaten sollten den Schießbefehl der Mächtigen verweigern? Eine Spurensuche: in Ciudad Barrios, dem Ort seiner Kindheit - und in El Salvador der 1970er Jahre, einem Land in Händen der Militärs.
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Sonntag, 17. Juni 2018

5000 Euro für ein zerstörtes Leben

Der Schock war groß, als vor fünf Jahren bekannt wurde, dass in den Heimen der Korntaler Brüdergemeinde Kinder missbraucht und gedemütigt wurden (Kontext berichtete). Nun liegt der Aufklärungsbericht vor. Mit erschütternden Ergebnissen. 

Wer im Korntaler Hotel Landschloss logiert und die Liste der TV-Kanäle im Zimmer zur Hand nimmt, dem fällt sofort auf, dass Bibel-TV ganz oben steht. Das ist kein Zufall. Denn die Gäste befinden sich hier im Zentrum des württembergischen Pietismus, im "Heiligen Korntal". Rund um den Saalplatz gruppieren sich die Einrichtungen der Evangelischen Brüdergemeinde. Diese betreibt auch das Hotel. An diesem Ort soll kein Zweifel aufkommen, dass es hier fromm zugeht.

Umso größer war der Schock und das öffentliche Entsetzen, als vor fünf Jahren bekannt wurde, dass in den Kinderheimen der Evangelischen Brüdergemeinde in Korntal in der Nähe von Ludwigsburg und in Wilhelmsdorf im Landkreis Ravensburg die Schützlinge geprügelt, gequält, gedemütigt und missbraucht wurden, und das über viele Jahrzehnte hinweg. Das alles ist jetzt nachzulesen in dem vor wenigen Tagen in Stuttgart vorgestellten Aufklärungsbericht über Missbrauchsfälle in den Einrichtungen in den 1950er bis in die 1980er Jahre. Verantwortlich für diesen sind die beiden Aufklärer Brigitte Baums-Stammberger, ehemalige Frankfurter Richterin, und Benno Hafeneger, emeritierter Marburger Erziehungswissenschaftler.

Anberaumt war eine Pressekonferenz, die ein wenig den Charakter eines Tribunals hatte. Die Anspannung der Verantwortlichen war unverkennbar, denn neben den Medienvertretern waren auch ehemalige Heimkinder gekommen. Und deren Reaktionen fielen unterschiedlich aus. Eines der Opfer beklagte, dass Betroffene aus dem Aufklärungsprozess rausgedrängt worden seien ("Wir wurden mies behandelt"), ein anderer glaubt, dass Missbrauchsfälle vertuscht worden seien, von wieder anderen kam Dank und Genugtuung.

Einig waren sich jedoch alle, wenn auch mit unterschiedlicher Akzentuierung, dass der Prozess der Aufarbeitung mit dem Bericht nicht zum Abschluss gekommen ist. Sie forderten, dass die Aufarbeitung über 1990 hinausgehen müsse, weil es danach auch noch zu Übergriffen gekommen sei. Die bisher behandelten Fälle sind strafrechtlich alle verjährt, die Täter entweder tot, in Rente oder entlassen. Auch eine Ansprechstelle wurde angeregt sowie der dringende Wunsch vorgebracht, einen Ort der Erinnerung einzurichten.

mehr:
- 5000 Euro für ein zerstörtes Leben (Rainer Lang, KontextWochenzeitung, 13.06.2018)

Wim Wenders Film über den Papst: es gibt immer was zu kritteln

Der Film von Wim Wenders über den Papst stösst auf heftige Kritik, denn Wenders hat Filmmaterial vom Vatikan verwendet. Diese Kritik verstellt aber wichtigere Perspektiven.


Für die Tatsache, dass Wim Wenders für seinen Papstfilm zum grössten Teil Filmmaterial des Vatikans verwendet hat, wurde ihm von den Kritikern alle Schande gesagt. So etwas gehöre sich einfach nicht. Wenders habe sich zum PR-Handlanger der Kleriker gemacht.

Wahrheit der Bilder

Dieses Urteil liegt so nahe, dass die Kritiker darüber den zentralen Punkt des Films gar nicht erst in den Blick bekommen haben: Das Material stammt zwar von den Bildregisseuren, Kameraleuten und Schnittexperten des Vatikans. Aber ist es allein deswegen nicht authentisch? Kann es trotzdem sein, dass sie ein wahres Bild des Papstes geliefert haben, so dass Wim Wenders seinen Film machen konnte?

Wenders ist nicht nur einer der renommiertesten Filmemacher Deutschlands, sondern auch ein bedeutender Fotograf. Einer seiner Bände heisst: „4 REAL & TRUE 2“. Darin setzt er sich mit der Frage auseinander, wann ein Bild Realität und Wahrheit für sich beanspruchen kann. Der erste, fast schon triviale Grundsatz ist, „dass da bloss nichts verändert oder gar in die Beweiskette eingegriffen wird“. Die zweite Erfahrung ist fast schon mystisch: Als er im November 2001 am Ground Zero in New York fotografierte, war ihm, „als erhebe der Ort selbst die Stimme, zusammen mit der verwundeten Stadt um uns herum“.

mehr:
- Verschlüsselte Wahrheiten (Stephan Wehowski, Journal21, 15.06.2018)
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Donnerstag, 31. Mai 2018

US-Prediger will weniger Kerosin verbrauchen

Seine bisherigen drei Privatflugzeuge reichen dem US-Fernsehprediger Jesse Duplantis nicht - weshalb er jetzt an seine Anhängerschaft appelliert, ihm eine neue Maschine zu bezahlen. Wenn Jesus heute auf der Welt wäre, "würde er keinen Esel reiten", sondern zur Verbreitung des Evangeliums im Flugzeug um die Welt reisen, sagt der 68-Jährige in einem Webvideo, das US-Medien weiterverbreiten.
mehr:
- US-Prediger will Spenden für vierten Privatjet (n-tv, 30.05.2018)

Televangelist says God told him he needs a $54 million jet {1:11}

Am 30.05.2018 veröffentlicht 
CBS This Morning
Louisiana televangelist Jesse Duplantis is asking his followers for donations to buy a $54 million private jet. He is the second prominent televangelist this year to preach the virtues of a private plane. Tony Dokoupil reports.

Da fällt mir grad ein:
Heute nacht erschien mir Gott und befahl mir, mit einem Privatjet um die Welt zu fliegen. Macht schon mal Euer Geld locker!

Sonntag, 1. April 2018

Andreas Englisch bei 3 nach 9: »Jesus’ bester Kumpel«

Andreas Englisch über 30 Jahre in Rom {17:37}

Am 30.03.2018 veröffentlicht 
3nach9
Seit fast fünf Jahren ist Jorge Mario Bergoglio als Papst Franziskus Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche und Souverän des Vatikanstaats. Kaum ein anderer berichtet so leidenschaftlich über die Geschehnisse vor Ort und die Arbeit des Heiligen Vaters: Der Journalist Andreas Englisch. Warum es ihn vor über 30 Jahren nach Rom zog, wie lästig er zu Beginn die Berichterstattung über die Kirche fand und wie weit die Vorbereitungen auf das Osterfest im Vatikan voranschreiten, berichtet der Bestsellerautor am Karfreitag bei 3nach9.


Freitag, 2. März 2018

Vor 350 Jahren – 1675-1690: »Zauberer-Jackl«-Prozesse im Salzburger Land

Salzburger Hexenprozesse

Im August 1675 wurde die Salzburger Abdeckerin Barbara Koller nach einem unter Folter erpressten Geständnis als Hexe hingerichtet. Anschließend geriet ihr 15-jähriger Sohn Jakob, der »Schinder-Jackl« oder »Zauberer-Jackl«, in den Blick der Verfolger. Er konnte jedoch untertauchen und wurde seitdem nie wieder gesehen. Die größte Hexenverfolgungswelle in Mitteleuropa galt einem Phantom. 

Jakob hatte wohl eine Bettlerbande von Kindern und jugendlichen um sich geschart. Viele von ihnen wurden aufgegriffen und einer Schadenszauber-Verschwörung angeklagt. Aus Todesangst, Verwirrung oder auch aus Geltungsdrang nannten sie zahlreiche Personen, mit denen Jakob angeblich in Verbindung stand. Verdächtigungen und Verhaftungen gingen in die Hunderte. Da es sich zumeist um Arme, Bettler und Landstreicher handelte, drohte und folterte man bedenkenlos. 

Szene aus den Zeiten des Hexenwahns: Verbrennung dreier Frauen
auf dem Marktplatz von Guernsey, kolorierter Holzschnitt, um 1580
Bis 1690 wurden insgesamt 232 Personen, meist jugendliche, angeklagt, die jüngsten waren zwischen drei und fünf Jahre alt. 167 wurden nach Folterungen hingerichtet, die jüngsten zehn Jahre alt. Mehr als zwei Drittel der Hingerichteten waren männlich. 

Die Salzburger Hexen- und Bettlerprozesse stießen zwischen 1678 und 1721 ähnliche Verfolgungswellen in den Nachbargebieten Österreich, Süddeutschland und Liechtenstein an. 

Harenberg – Abenteuer Geschichte 2018 

HD! Hexenwahn und Zauberei [Doku] {2:59:50}

Am 17.12.2017 veröffentlicht
Lisa F  
Salzburg hält einen traurigen Europarekord: Zwischen 1675 und 1681 wurden dort 139 Menschen als Hexen und Zauberer hingerichtet. Die Opfer waren zu 90 Prozent sozial ausgegrenzte Menschen.
Acaso la poesía nos pueda revelar, por fin, la verdad del derecho penal? ¿Y si no fueran los juristas, los estudiosos de las ciencias sociales, sino los poetas quienes mejor han comprendido.
Film Gräfin Mariza 1974 'Gräfin Mariza' ist eine deutsche Operettenverfilmung unter der Regie von Eugen York (nach der Operette Gräfin Mariza von Emmerich Kálmán 1924).

Die Europäische Hexenjagd Arte Doku Kleine Eiszeit, Kirche, Mittelalter, Folter, Verfolgung {49:14}

Am 17.12.2017 veröffentlicht
Diego Basa  
Die Hexenprozesse von Salem im Jahr 1692 bildeten den Beginn einer Reihe von Verhaftungen, Anklagen und Hinrichtungen wegen Hexerei in Neuengland.

Samstag, 11. November 2017

Heute vor 600 Jahren – 11. November 1417: Wahl von Papst Martin V. auf dem Konstanzer Konzil

Ende des Abendländischen Schismas 

Nach dem Exil der Päpste in Avignon (1305-77) erschütterte das Große Abendländische Schisma (1378-1417) die Christenheit, als die Mehrheit der französischen Kardinäle 1378 in Avignon blieb und einen eigenen Papst wählte. Es entstanden zwei »Papstlinien«, die Anhänger in Europa fanden. Das Konzil von Pisa (1409) komplizierte die Lage durch die Wahl eines weiteren Papstes zusätzlich. Der deutsche Kaiser Sigismund (reg. 1410-37) berief daher 1414-18 ein großes Reformkonzil nach Konstanz ein, das heute vor allem durch die Verbrennung des Reformators Jan Hus (1415) bekannt ist. 
Das Gemälde von 1417 zeigt König Ferdinand I. von Aragon,
seine Frau Eleonore Urraca, Kaiser Sigismund und Papst Martin V.
(v.l.) mit geistlichen Würdenträgern

Das Konzil lud alle drei Päpste vor, doch erschien nur der Pisaner Johannes XXIII. 1415 setzte es dann alle drei ab: Der Römer Gregor XII. resignierte, Johannes XXIII. floh, wurde aber aufgegriffen und eingekerkert. Der in Spanien residierende Avignoneser Benedikt XIII. erkannte das Konzil nicht an, blieb aber isoliert. Am 11. November 1417 wählten 23 Kardinäle und 30 Konzilsdelegierte den Kardinal Oddo di Colonna (1368-1431) zum alleinigen Papst Martin V. Kaum war Martin in Rom, bekämpfte er entgegen seinem Versprechen den Vorrang des Konzils und restaurierte den päpstlichen Primat. 

Was am 12. November noch geschah: 
1992: Prozessbeginn gegen Erich Honecker und fünf weitere ehemalige Mitglieder des SED-Politbüros wegen des Schießbefehls an der innerdeutschen Grenze
 Harenberg-Abenteuer Geschichte 2017

Kirchengeschichte: Das Abendländisches Schisma {13:02}

Veröffentlicht am 03.02.2014
KATH.NET - Katholische Internetzeitung
http://www.kathtube.com/player.php?id...

Konzilsgeschichte: Was war los beim Konstanzer Konzil? | Das Mittelalter im Südwesten {5:56}

Veröffentlicht am 23.04.2014
SWR
Von 1414-1418 fand in der freien Reichsstadt Konstanz die einzige Papstwahl nördlich der Alpen statt. Der Grund für das Mega-Ereignis: die christliche Welt war in Unordnung geraten.
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Konstanz - Stadt des Konzils | Das Mittelalter im Südwesten {43:23}

Veröffentlicht am 11.12.2015
SWR
Es war das "Mega-Event" des Mittelalters: Beim Konstanzer Konzil von 1414 bis 1418. prallten religiöse, politische und soziale Gegensätze aufeinander. Lena Ganschow nimmt Sie mit ins Konstanzer Stadtleben - zu einer Zeit, in der sich die mittelalterliche Weltordnung aufzulösen beginnt.
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Krisengipfel anno 1414 - Konzil in Konstanz - Reform scheitert {9:51}

Veröffentlicht am 16.01.2012
Peter Milger
Johannes Hus verbrannt. Krisengipfel anno 1414: Das Abendland befand sich in einer Krise, drei Päpste bekämpften sich gegenseitig (Schisma). Fehden und Kriege und uralte feudale und kirchliche Privilegien hatten ganze Schichten ruiniert und lähmten das Wirtschaftsleben, der Unmut über das weltliche Gebaren der Kirche war nur Teil einer allgemeinen Unzufriedenheit. Es kam zu Aufständen, Bürger und Bauern rebellierten gegen ihre Obrigkeiten, die Wirtschaft stagnierte. 1414 sollte ein Konzil in Konstanz die Kirche ... "an Haupt und Gliedern reformieren". Klagen aus allen Ständen waren eingereicht worden, der bekannteste Kritiker der Weltlichkeit der Kirche, der böhmische Reformator Johannes Jus, war folgte einer Einladung, nachdem König Sigismund ihm freies Geleit zugesichert hatte. DAS KONZIL: Teilnehmer und Verlauf. Konstanz hatte damals 6000 Einwohner. Beim Konzil mussten sie manchmal ebenso viele Gäste versorgen. Eine Besucherliste: "Papst Johannes mit 27 Kardinälen und vier Patriarchen, 49 Erzbischöfen, 339 Bischöfen und 332 Äbten." Eine andere Chronik: "Ebenso waren Könige und weltliche Fürsten zugegen 28, ebenso Grafen 78." Dazu kamen rund 3.000 Beamte, Dienstmannen und Personal. Weiter: Ebenso Gaukler 516..." Dazu, um triebhafte Übergriffe auf ehrbare Bürgerfrauen zu verhindern: "718 Dirnen und öffentliche Mädchen." Der weltliche und der kirchliche Adel waren verwoben, niemand wollte tatsächlich auf der Einnahmeseite Konzessionen machen. Was die Kritiker für ein Hauptproblem hielten, den Ablasshandel, die ganze Kommerzialisierung des Heilswesens, und der riesige Besitz der Kirche an Land und Leuten und ihr Finanzwesen, wurde auch von den weltlichen Fürsten nicht in Frage gestellt. Die Kirche hatten einen Wall von Dekreten und Dogmen erreichtet. (EINE MAUER, so später Martin Luther.) Selbst die Reduzierung der Papststühle erwies sich als schwierig. Alle hingen unerbittlich an ihrem Ämtern, Pfründen, Privilegien. Wenn die kritisierten Missstände nicht abgeschafft werden können, ist es ratsam, sich den Kritikern zuzuwenden. Hus wird verhaftet. Böhmische Adlige legen beim König Protest ein - vergeblich. Der Pisaner Papst, Johannes XXIII., verhält sich im Fall Hus eher zögerlich. Drei Monate fordert die Mehrheit des Konzils den Rücktritt aller drei Päpste. Papst Johannes flieht, wird verhaftet und tritt unter Zwang zurück. Es wird eng für Hus. König Sigismund kündigt den Geleitbrief. Bei mehreren Verhören weigert sich Hus abzuschwören, ohne widerlegt worden zu sein. Am 6. Juli 1415 tritt das Konzil zu seiner 15. Sitzung zusammen und verurteilt 260 Artikel von Wiclif. Damit ist auch Hus zur Strecke gebracht, der als Wiclifist gilt. Noch am gleichen Tag wird der Verfemte vor die Tore der Stadt geführt. Ein Augenzeuge: "Da nahm ihn der Henker und band ihn an den Pfahl, legte Stroh und Holz um ihn, schüttete Pech dazu und zündete es an." Die Asche wurde im Rhein verstreut. In Prag und Böhmen herrscht die Ansicht vor, Hus sei zu unrecht verbrannt worden. Entsprechend groß ist die Verbitterung. Weniger Bemittelte nutzen die Stimmung und stürmen zwecks Bereicherung die Häuser der altgläubigen Kleriker, was deren Exodus zu Folge hat. Die meisten Kirchen werden von hussitischen Priestern übernommen. Das Reformkonzil endet ohne Reform aber mit einer Reduzierung der Oberhirten. Am 11. November 1417 verkündet ein Herold das Habemus Papam. Und in der Tradition kirchlicher Gewaltbereitschaft ruft der neue Papst, Martin V., kurz darauf zum Kreuzzug gegen die Böhmen auf. ( Chronist und Augenzeuge, Miniaturen: Ulrich von Richental). Peter Milger.
http://www.milger.de

30-jähriger Krieg - Reformation & Vorgeschichte - Langfassung {16:56}

Veröffentlicht am 10.02.2013
Peter Milger
Schon vor dem großen Krieg 1618-1648 ging es in einer Reihe von Kriegen ab 1415 um den Landbesitz, die Güter und das Geldaufkommen der Kirche. Siehe auch www.milger.de Die sogenannten geistlichen Herren, Äpte, Bischöfe, Domherren etc., besaßen einst ca. 1/3 der Territorien im Abendland. Ein erster Angriff auf die Kirchengüter erfolgte an der Universität von Oxford um 1380. Der Theologe John Wyclif (Wiclif) befand, sich auf die Bibel berufend: "Die Kirche hat kein Recht auf ihren Besitz, der halb England ausmacht." Wiclif wurde vom Duke of Lancaster beschützt, doch eine große Zahl seine Anhänger erlitt den Feuertod. Die Thesen des "Erfinders" der Reformation gelangen an die Universität von Prag, wo Johannes Hus sie verbreitete und reformatorische Glaubensätze daraus entwickelte. Hus wetterte gegen den Reichtum der Kirchenoberen, den Kirchenzehnten, den Ablass .... "Das Fegefeuer haben die Pfaffen erdacht". Da war populär, seine Anhängerschaft wuchs ständig. Auf dem Konzil in Konstanz 1415 blockierten Konservative eine Reformation der Kirche, dafür wurde Hus als Ketzer verurteilt und verbrannt. Prompt erhoben sich die Anhänger von Hus in Böhmen, wo ein großer Teil des Kirchenbesitzes enteignet wurde. Kaiserliche Aufgebote wurden regelmäßig von den hussitischen Milizen geschlagen. Der Krieg dauerte rund 20 Jahre und, verheerte ganze Landstriche auch im Reich. Die Hussiten verloren am Ende nur, weil sie sich gespalten hatten. Beim zweiten Anlauf operierten dann die deutsche Landesherren unter Anleitung von Dr. Martin Luther erfolgreicher. Um 1530 hatten sich protestantische Fürsten und Städte Kirchen, Klöster und im Norden ganze Bistümer angeeignet. Kaiser Karl V. drängte auf die Rückgabe, war aber in auswärtige Kriege verwickelt. Vorsichtshalber gründeten protestantische Fürsten und Städte 1531 den Schmalkaldischen Bund. Nach dem der Kaiser mit Frankreich einen Frieden geschlossen hatte, war es so weit. Der erste Teil des Schmalkaldischen Krieges (1545-1546 ) endete mit einer Schlappe für die Evangelischen in der Schlacht bei Mühlberg an der Elbe. Doch die Protestanten gaben nicht auf und obsiegten im zweiten Teil. Kaiser und Kirche musste auf dem nächsten Reichstag in Augsburg klein beigeben. Der Erlass des Religionsfriedens brachte die staatliche Anerkennung einer zweiten Konfession. Und vor allem: Die säkularisierten Kirchengüter dürfen vorläufig einbehalten werden. Der Kölner Krieg etwa entstand, weil der Bischof evangelisch wurde, aber das Bistum behalten wollte. Der langwierigste Krieg als Folge der Reformation entstand, als sich die Stände der protestantischen Nordprovinzen der Niederlande (Generalstaaten) von Spanien lösten. Söldnerheere im Dienste Spaniens versuchen immer wieder den "Aufstand" niederzuschlagen und metzeln dabei manchmal ganze Stadtbevölkerungen nieder. Aber die Niederländer halten stand. Um 1600 sind fast alle Länder, Regionen und Städte protestantisch, die es heute noch überwiegend sind. In Österreich und Böhmen begehren protestantische Stände gegen ihre katholischen Landesherren auf. Spanien und Österreich, im Haus Habsburg dynastisch verbunden und das Papsttum beschließen, das Ruder herumzureißen. Der politische Teil der Gegenreformation wird dem Orden der Gesellschaft Jesu übertragen. Der militärische begann 1606 in Schwäbischwerd. Der Vorwand: Das sogenannte "Kreuz- und Fahnengefecht" In der freien, protestantisch regierten Reichstadt hatte der Abt des Klosters plötzlich die katholischen Fahnen innerhalb der Stadt flattern lassen. Das war eine Provokation. Die Protestanten griffen ein, es kam zu Handgreiflichkeiten. Urteil des Kaisers Rudolf II. : Rebellion. Nun rückte Bayernherzog Maximilian mit 5/00 Mann und etlichen Jesuiten vor die Stadt. Die Protestanten mussten sich ergeben. Ihre Anführer wurden bestraft, ihr Vermögen wurde eingezogen. Schwäbischwerd erhielt eine Amtsverwaltung und hieß nun Donauwörth. Die Annexion der Stadt war aus protestantischer Sicht eine Kriegserklärung. Peter Milger.


ZDF History - Geheimakte Honecker DOKU HD {42:55}

Veröffentlicht am 15.11.2015
Wissenistmacht

Erich Honecker - ARD-Interview 1991 Moskau (43 Min.) {43:06}

Veröffentlicht am 07.06.2015
M.A. Custin
ARD-Journalisten interviewten Erich Honecker 1991 in Moskau vor seiner Auslieferung und seinem Prozess in Deutschland; 43-minütiger Zusammenschnitt eines siebenstündigen Gesprächs.
Nachrichten und Fernsehberichte zur Wiedervereinigung und zur Einheitsfeier: https://youtu.be/l5z-e-BlILs und https://youtu.be/J49uHVytRDg, DDR Volkskammerwahl 1990 und Wahlwerbespots im DFF: https://youtu.be/pcpwxhjJlKg und https://youtu.be/8z9jKyyokKE