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Montag, 26. Oktober 2020

Afghanistan: Wie verkauft man den Rückzug aus einem von vorneherein sinnlosen Krieg?

Verteidigungsminister beraten in Brüssel Truppenrückzug und Ende der Mission Resolute Support. Nach Rückholung von US-Militärs ist Abzug kaum vermeidbar

Während die Nato-Verteidigungsminister am heutigen Freitag in Brüssel ein Ende der Militärmission Resolute Support und einen möglichen Abzug aus Afghanistan beraten, hat die Bundesregierung die Vorbereitung für eine Rückholung der deutschen Truppen bereits in die Wege geleitet.

Nach Informationen von Telepolis hat die Bundeswehr schon in der zweiten Augusthälfte Kräfte in den Norden Afghanistans verlegt, um eine sogenannte Rückverlegungs- und Verwertungsorganisation aufzubauen. Ziel dieser Einheit ist es, nicht mehr notwendiges Material zu entsorgen, vor Ort an Bündnispartner zu übergeben oder nach Deutschland zurückzuholen.

Verschiedene deutsche Medien hatten über das Ende des Einsatzes bereits berichtet. Aus Stellungnahmen des Verteidigungsministeriums geht nun hervor, dass im Hintergrund auf Hochtouren daran gearbeitet wird, "die Voraussetzungen für eine mögliche geordnete Rückverlegung des deutschen Einsatzkontingents in Afghanistan zu schaffen".

Hintergrund ist der angekündigte Abzug der US-Truppen aus dem zentralasiatischen Krisenstaat. Unlängst hatte US-Präsident Donald Trump entsprechende Pläne bekräftigt und überraschend angekündigt, die eigenen Soldaten bereits bis Weihnachten abzuziehen.

Die USA stellen eines der größten Kontingente in Afghanistan. Ende Februar hatten die Trump-Regierung und die Taliban einen Friedensvertrag geschlossen, der – halten sich die radikalen Islamisten an die Vereinbarung – den Abzug "aller ausländischer Kräfte" aus dem Land vorsieht. Auch wenn die Bundesregierung und andere Nato-Staaten nicht Teil der Vereinbarung sind, betrifft sie den Nordatlantikpakt unmittelbar.

Dessen ist man sich in Berlin bewusst: "Für uns ist es ganz wichtig, dass die Verhandlungen, die es derzeit gibt, auf einem guten Wege sind, und für uns ist es ganz wichtig, dass wir innerhalb der Nato gemeinsam vorgehen", sagte Außenamtssprecherin Maria Adebahr unlängst, um auf "Konsultationen" innerhalb des Bündnisses zu verweisen.

Einen Tweet des US-Präsidenten zum Abzug bis Weihnachten habe die Bundesregierung zur Kenntnis genommen. "Wenn es konkrete Planungen der US-Seite geben sollte, dann würden wir erwarten, dass man die mit uns teilt und dass man das bespricht", so Adebahr, die damit auf ein Hauptproblem der Nato-Kräfte in Afghanistan verwies: US-Präsident Trump hat durch sein eigenmächtiges Vorgehen den Druck auf die übrigen ausländischen Truppen, das Land zu verlassen, massiv erhöht.
mehr:
- Nato diskutiert Flucht aus Afghanistan (Christian Kliver, Telepolis, 23.10.2020)
siehe auch:
Unsere Schwarz Rot Goldene Bundesregierung will das teuer von der Deutschen Waffenindustrie gekaufte Kriegsmaterial nicht "Heim ins Reich" holen, weil der Transport zu "teuer" wäre, hinwärts war es offensichtlich kein Problem!
Und man kann ja irgendwelche "Aufständische" damit billig versorgen Hauptsache die deutsche Wertarbeit verkommt nicht und das Morden geht weiter.
Mir wirds schon wieder ganz übel...!

[Xaugurant, Nato und Bundesw. fliehen aus Afghanistan Peter Scholl Latour posthum bestätigt, Kommentar 24.10.2020 12:57]

Deutschlands General in Afghanistan, Wolf-Jürgen Stahl - Jung & Naiv: Folge 339 {35:27}
Jung & Naiv 
Am 26.11.2017 veröffentlicht 
77Wolf-Jürgen ist Deutschlands ranghöchster Soldat in Afghanistan. Er ist seit Oktober 2017 Kommandeur der "Train Advise & Assist" (TAA) Mission im Norden des Landes und Kontigentführer der deutschen "Resolute Support"- Mission der NATO. Bevor das Camp Marmal in Masar-E Sharif sein "Zuhause" wurde, war Brigadegeneral Stahl jahrelang im Verteidigungsministerium tätig.
Mit Wolf-Jürgen geht's kurz um seinen Werdegang: Wollte er schon immer General werden? Wie ist es dazu gekommen? Was kann nach dem Rang des Generals noch kommen? Warum gibt es seit 2001 deutsche Soldaten in Afghanistan? Was hat der 11. September damit zu tun? Hält Wolf-Jürgen den Einsatz für sinnvoll? Warum sind wir nach 16 Jahren noch immer in Afghanistan? Was hat der Afghanistan-Krieg mit einem kranken Patienten und Ärzten zu tun? Wer ist der Feind in diesem Land? Wie erkennt man Taliban? Was ist der Unterschied zwischen der ISAF-Mission und der jetztigen "Resolute Support"-Mission der NATO? Was würde passieren, wenn wir unsere Soldaten nach Hause holen? Wie kann es endlich Frieden geben? Und wird Deutschlands Freiheit weiterhin am Hindukusch verteidigt?
Das und vieles mehr in der 339. Folge - wir haben sie am 23. November 2017 in Masar-E Sharif, Afghanistan aufgenommen.73
mehr Text u. Links: Youtube
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Klartext #7: Mir platzt der Arsch - Johannes Clair {2:40}
Johannes Joe Clair 
Am 31.08.2015 veröffentlicht 
Der Umgang mit Veteranen in Deutschland ist eine Schande. Heute habe ich von einem aktuellen Beispiel erfahren, das mir die Haare zu Berge stehen lässt.
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Klartext #1: Ehemaliger Fallschirmjäger über "Afghanistan und Kampfeinsatz" - mit Johannes Clair {1:41:23}
Johannes Joe Clair 
Am 14.01.2015 veröffentlicht 
Augenzeugenberichte sind elementar für eine Demokratie. Und auch, wenn so mancher Kommentator nicht in der Lage ist, Offenheit mit sachlichen Antworten zu begegnen, zeigt das überwältigend positive Verhältnis von Likes zu Dislikes, dass die meisten Menschen sich unvoreingenommen informieren wollen... Ehrlicher und offener Vortrag des ehemaligen Fallschirmjägers und Bestsellerautors Johannes Clair im Dezember 2014 an der Universität der Bundeswehr in München. Die anwesenden jungen Offiziere hatten eigeninitiativ um den Vortrag gebeten und ihn organisiert.
ACHTUNG: Dieser Vortrag stellt keine politische Abrechnung mit dem Einsatz in Afghanistan dar. Zwar wird das Thema "politische Dimension und Bewertung" des Einsatzes in anderen Videos auf diesem Kanal aufgegriffen, an dieser Stelle geht es aber vor allem um einen Augenzeugenbericht aus erster Hand.
Der Leiter Studentenbereich, ein Oberst, bat um das Auftreten in Uniform, was insofern ungewöhnlich war, als dass diese Vorträge normalerweise in zivil stattfanden.
Die Intention hinter einem zivilen Auftritt bestand darin, den zahlreichen Vorurteilen bezüglich der Thematik "Einsatz in Afghanistan" optisch neutraler entgegen zu treten. Menschen lassen sich mitunter leicht von Kleidung irreführen und verwehren sich damit selbst einer differenzierten Auseinandersetzung mit einem Thema.
Der Rahmen "Bundeswehruniversität", die Initiative der jungen Offiziere für den Vortrag und der Wunsch des Oberst führten in diesem Falle zu einer Ausnahme und dem Auftreten in Uniform. Grundsätzlich war es zu diesem Zeitpunkt als Angehöriger der Streitkräfte im Rahmen der Vorschriften immer gestattet, Uniform zu tragen.
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Phoenix Runde: "Soldaten raus aus Afghanistan" mit Peter Scholl-Latour (01.04.2009) {44:27 – Start bei 17:52: 
»Was hat die Bundesrepublik gezwungen Soldaten nach Afghanistan zu schicken?«}
Peter Scholl-Latour 
Am 09.02.2013 veröffentlicht 
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mein Kommentar:
Es darf davon ausgegangen werden, daß wichtige Berater der Bundesregierung das Afghanistan-Debakel der ISAF-Truppen haben kommen sehen.
Die Frage stellt sich dann, weshalb Deutschland überhaupt mitgemacht hat?

siehe dazu:
- Nato-Einsatz in Afghanistan – Keine Stabilität in Sicht (Sabina Matthay, Deutschlandfunk, 01.08.2017)

Donnerstag, 12. September 2019

Afghanistan – 9/11 – Amnesie oder
Der endlose Krieg

Seit fast zwei Jahrzehnten herrscht Krieg in Afghanistan. Ein Krieg, der – so heißt es in den Hauptstädten der westlichen Staatengemeinschaft – geführt wird im Namen von „Freiheit und Demokratie“. Der Einsatz der Bundeswehr wurde auch mit dem Argument begründet, am Hindukusch werde „unsere Sicherheit“ verteidigt. Es spricht aber – im Gegenteil – Vieles dafür, dass dieser Krieg die Welt unsicherer gemacht hat.

Eine Notiz vorab. Theodor Fontane verfasste bereits Jahre nach dem ersten anglo-afghanischen Krieg im Frühjahr 1842 eine aufrüttelnde Ballade mit dem Titel „Das Trauerspiel von Afghanistan.“ Darin lauten zwei Strophen wie folgt: „Zersprengt ist unser ganzes Heer, was lebt, irrt draußen in Nacht umher, mir hat ein Gott die Rettung gegönnt, seht zu, ob den Rest ihr retten könnt.“ Und: „Die hören sollen, sie hören nicht mehr, vernichtet ist das ganze Heer, mit dreizehntausend der Zug begann, einer kam heim aus Afghanistan.“

Unter der Ägide von Verteidigungsminister Peter Struck bekam die Bundeswehr im Mai 2003 neue Verteidigungspolitische Richtlinien (VPR). Die Kernaussage dieser Richtlinien hatte der SPD-Politiker bereits am 4. Dezember 2002 am Beispiel des Afghanistan-Einsatzes erläutert: „Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt.“

Im Namen von „freedom & democracy“

Seit nunmehr annähernd zwei Dekaden (länger als der Zweite Weltkrieg und der amerikanische Krieg in Vietnam zusammen) herrscht in Afghanistan Krieg. Ein Krieg, der – so heißt es unisono in den Hauptstädten der westlichen Staatengemeinschaft – geführt wird im Namen von „freedom & democracy“. Auch für den Einsatz von Kontingenten der Bundeswehr wurde das Argument bemüht, „am Hindukusch“ werde „unsere Sicherheit“ verteidigt. Was aber, wenn mit einem Scheitern der militärischen Intervention am Hindukusch gleichzeitig die im Westen als hehres Ideal geschätzte Sicherheit zu begraben wäre?

Die bisherige Kriegsführung der ISAF hat allen anderslautenden Einschätzungen und Schönfärbereien zum Trotz demonstriert, dass am Hindukusch – von den „Konfliktherden“ Irak, Syrien, Libyen und Jemen ganz zu schweigen – jene „Probleme“ sukzessive vergrößert wurden, die dort eigentlich längst hätten gelöst werden sollen. In Afghanistan (und nicht nur dort) hat eine seit Jahren anhaltende Serie zynisch genannter „Kollateralschäden“ (erinnert sei nur an drohnenbekriegte Hochzeitsfeiern) erst dazu beigetragen, unkontrolliert „Brutstätten des Terror(ismu)s“ zu nähren, zu deren Beseitigung der Großeinsatz der ISAF befohlen wurde.

Hätten die Militärstrategen vor ihrem entfesselten Bombenkrieg auf intime Landeskenner gehört, hätten sie lernen können, dass Afghanistan als intakter Zentralstaat eine Fiktion ist. Es war und ist dies ein Land mit einer unüberschaubaren Vielzahl – sich mitunter heftig befehdender – Clangemeinschaften, deren Führer sich bestenfalls als Stammesführer, schlimmstenfalls als drakonische Warlords aufführ(t)en. Dem vom Westen lange hofierten Darling Hamid Karsai – durch Wahlbetrug an die Macht gehievt und mit korrupten (teils familiären) Seilschaften verbandelt – war es missgönnt, auch nur annähernd für „Ruhe und Ordnung“ zu sorgen. Überdies ein Präsident, der ohne eine Schar angeheuerter ausländischer Bodyguards nicht einmal die Toilette aufsuchen konnte.

mehr:
- Afghanistan – 9/11 – Amnesie oder Der endlose Krieg (Rainer Werning, NachDenkSeiten, 11.09.2019)
siehe auch:
- Inside NATO: Krieg und neue Feinde (ZDF-Mediathek, abrufbar bis 11.10.2019 – siehe ab 22:35)
»Diese Mission mußte scheitern, weil die Zentralregierung immer korrupt war.«
[Prof. Sönke Neitzel, Militärhistoriker ab Min. 28:55 über die Afghanistan-Mission der NATO

Dienstag, 27. November 2018

Der Eroberungskrieg in Afghanistan

Hinter der vermeintlichen „Friedensmission“ verbirgt sich ein milliardenschwerer Eroberungskrieg.
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Seit 2001 hat Deutschland mindestens 15,82 Milliarden Euro in die „Befriedung und den Wiederaufbau Afghanistans“ investiert, so die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion. Mit „Befriedung und Wiederaufbau“ ist jedoch Krieg gemeint.

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Das sorgfältige Umschreiben von Worten des Krieges mit einer Orwellschen „Friedenssprache“ ist Teil der Steuerung des öffentlichen Bewusstseins in unserem Land. Teil dieser Steuerung ist auch das Einengen des Informationsfensters. Es wird selektiert, sowohl in der Zeit als auch bei den Ursachen und den realen Geschehnissen selbst, die Afghanistan durchlebt.

Außerdem lässt man bestimmte Kontexte aus der Afghanistan-Berichterstattung heraus, um den Eindruck zu erwecken, die „Friedensmission“ dort wäre ein Erfolg gewesen und hätte das Land vorangebracht.

Das zum Beispiel klingt doch toll, nicht wahr?

„Unser Ziel ist klar: Afghanistan muss auf eigenen Füßen stehen, um für Stabilität und Entwicklung sorgen zu können.“ (1)

Was Frank-Walter Steinmeier verschwieg, ist die Tatsache, dass die westliche Wertegemeinschaft es war, die 2001 Afghanistan die Füße erst wegschlug. Wenn wir das weiterdenken, erfahren wir, dass die Interventionisten, denen ein politisches System in Afghanistan nicht in den Kram passte, dieses System erst nach eigenem Gutdünken zerschlugen, um es dann wohlwollend nach dem eigenen Gusto – also unter Berücksichtigung der eigenen „legitimen Interessen“ – wiederaufzubauen.

Die Prinzipien und Projekte sind bekannt. Sie wurden unter anderem benamt mit Project for a New American Century, Greater Middle East und Kreative Zerstörung (2, a1). Also bringen wir erneut die Planspiele der NATO und mit ihr die Karte des Ralph Peters ans Licht. Sie zeigt uns deutlich die exponierte Lage Afghanistans (b1).

mehr:
- Afghanistan als Spielball (Peter Frey, Rubikon, 27.11.2018)
siehe auch:
Wesley Clark: „Es gab einen Putsch“ und „Wir werden 7 Regierungen stürzen“ (Post, 12.04.2015)

Donnerstag, 16. August 2018

Ghasni: Die Taliban sind nicht weg

Wie immer, wenn es um die Sicherheitslage in Afghanistan geht, ist der Irrtum nicht weit. Offensichtlich haben sich die afghanischen Sicherheitskräfte und ihre US-amerikanischen Unterstützer getäuscht

Am Freitag sagten sie, dass sie alles unter Kontrolle hätten. Die Taliban, sagte Lt. Col. Martin L. O’Donnell, seien in Ghasni wieder einmal bei einem Versuch gescheitert, Territorium zu gewinnen. Das Resultat seien lediglich ein paar plakative Schlagzeilen, die Aufmerksamkeit erzielen. Strategisch sei das ohne Konsequenzen (vgl. Taliban: Erst Frieden feiern mit der Bevölkerung, später angreifen?).

Wie immer, wenn es um die Sicherheitslage in Afghanistan geht, ist der Irrtum nicht weit. Vom Korrespondenten der New York Times wurde am Freitag bereits darauf hingewiesen, dass die Kämpfe in Ghasni-Stadt noch nicht beendet seien und dass die Säuberung der Stadt von den Taliban-Kämpfern eine "gewaltige Aufgabe sei" angesichts dessen, dass die Taliban Ghasni-Stadt und Umgebung seit längerer Zeit infiltriert haben.

Am heutigen Montag zeigt der afghanische TV-Sender Tolonews Bilder von Ghasni-Stadt mit brennenden Häusern, niedergebrannten Ruinen und Taliban-Kämpfer in den Straßen, angeblich aktuelle Aufnahmen. Dazu passt, dass die afghanische Regierung Verstärkung angefordert hatte, wie Reuters meldet.

Auch drei Tage, nachdem man behauptet hatte, die Kontrolle über die Stadt nach stundenlangen Kämpfen zurückerlangt zu haben, kämpfen afghanische Sicherheitskräfte, US-"Militärberater" (Special Forces) und die US-Airforce noch immer darum, Taliban-Kämpfer aus der Stadt zu vertreiben. Die Kämpfe würden nun schon vier Tagen dauern, Stille herrschte dem Reutersbericht zufolge vor allem in der Kommunikation der Kabuler Regierung.

mehr:
- Ghasni: Die Taliban sind nicht weg (Thomas Pany, Telepolis, 13.08.2018)

Sonntag, 13. August 2017

Vom Mittelalter bis heute: Loja Dschirga in Zentralasien und der ewige Krieg der Afghanen gegen Eindringlinge

Die große Stammesversammlung 

Bei der heute noch in Afghanistan, Usbekistan, Turkmenistan und der Mongolei zusammenkommenden Loja Dschirga (Große Versammlung) klären Stammesälteste, Geistliche und Politiker aktuelle Fragen und regeln Konflikte zwischen einzelnen Stämmen und Clans. Der Begriff setzt sich aus paschtunisch »qroß« (Loja) und persisch »Versammlung, Rat, Oisput« (Dschirga) zusammen. Sie hat ihr Vorbild im Mongolenreich.
Treffen von über 2000 Stammesführern bei einer
Zusammenkunft der Loja Dschirga in Kabul, November 2011
Die Loja Dschirga wird vor allem bei den Paschtunen in Afghanistan und Pakistan praktiziert. Historisch bedeutende Versammlungen gab es seit dem 15. Jahrhundert. In Afghanistan wurde sie von König Amanullah Khan (reg. 1919-29) als eine Art Parlament installiert. Er berief sie dreimal ein, um politische Reformen und neue Gesetze durchzusetzen. Die Tagung dauerte so lange, bis alle strittigen Fragen geklärt waren. Alle politischen Entscheidungsträger Afghanistans suchten hier Rückhalt und Legitimation, vor allem nach Putsch und Bürgerkrieg (ab 1978/79). Ab 2001 diskutierte die Loja Dschirga in Afghanistan die Lage nach dem Ende der Taliban-Herrschaft. Im November 2011 sprach sie sich für Verhandlungen der Regierung mit den Taliban und eine Zusammenarbeit mit den USA aus. 
 Harenberg - Abenteuer Geschichte 2017
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Der Krieg in Afghanistan umfasst eine Reihe von zusammenhängenden bewaffneten Konflikten, die seit 1978 in Afghanistan andauern. Der Konflikt begann im April 1978 mit einem Staatsstreich durch die kommunistische Volkspartei, der einen Aufstand weiter Teile der Bevölkerung nach sich zog. Im Dezember 1979 intervenierte die Sowjetunion militärisch in dem Konflikt und setzte eine neue kommunistische Führung ein. Mit der sowjetischen Invasion begann ein zehn Jahre andauernder Konflikt zwischen sowjetisch gestützter Zentralregierung und Widerstandsgruppen der Mudschahidin, der weite Teile des Landes verwüstete. Nach dem sowjetischen Abzug im Frühjahr 1989 folgte dem Zusammenbruch des Regimes 1992 ein innerafghanischer Bürgerkrieg, in dem die Talibanbewegung bis 1996 die Kontrolle über den größten Teil des Landes übernahm. Im Herbst 2001 wurde die Talibanregierung durch eine US-geführte Intervention zugunsten der verbliebenen bewaffneten Opposition gestürzt und der Weg zu einer demokratisch legitimierten Regierung geebnet. Die Führungsebene der Taliban konnte sich durch Rückzug nach Pakistan halten und führt seit dem Jahr 2003 mit zunehmender Intensität einen Aufstand gegen die neue afghanische Regierung an. [Krieg in Afghanistan, Wikipedia, abgerufen am 14.08.2017]
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Die Geschichte Afghanistans {33:37}

Veröffentlicht am 07.06.2017
Geschichte
Mit dem Einfall der Indoarier vom iranischen Plateau kommend über den Khyber-Pass nach Südasien taucht Afghanistan in den geschichtlichen Quellen auf. Die afghanische Geschichtsschreibung verortet die Heimat der Arier in Baktrien – das dem heutigen Nordafghanistan entspricht. Baktrien diente auch als Schauplatz der antiken Geschichtsschreibung, so in Herodots Historien, dem ersten Geschichtswerk der Antike aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Seit dieser Zeit hat das Land viele innere Konflikte erlebt und war genauso Zankapfel äußerer Mächte, die hier um eine Vormachtstellung kämpften.

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Die Anglo-Afghanischen Kriege waren drei militärische Interventionen des Britischen Empire in Afghanistan zwischen 1839 und 1919. Ziel dieser Kriege war es, die britische Vormachtstellung in diesem Raum zu sichern und den Expansionsbestrebungen des Russischen Reiches Einhalt zu gebieten. Diese Anglo-Russische Politik wird auch als The Great Game bezeichnet. [Anglo-Afghanische Kriege, Wikipedia, abgerufen am 14.08.2017]
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Seit 1933 bestand mit Mohammed Zahir Schah (Mohammedzai) an der Spitze ein konstitutionelles Königreich. Zahir Schah läutete jedoch eine demokratische Wende in Afghanistan ein. Unter seiner Herrschaft wurde unter anderem Wahlen, ein Zwei-Kammern-Parlament, die Emanzipation der Frauen bis hin zum Frauenwahlrecht, eine Modernisierung der Infrastruktur und Pressefreiheit etabliert. Schahs fortschrittliche und westliche Politik war jedoch nicht unumstritten unter der afghanischen Bevölkerung.[37] Seit 1946 ist Afghanistan Mitglied der Vereinten Nationen. 1973 stürzte der sich an die Sowjetunion anlehnende Mohammed Daoud Khan das Königshaus und rief die Republik aus. Nach Daouds Sturz 1978 in der Saurrevolution übernahm die von Nur Muhammad Taraki geführte, kommunistisch geprägte Demokratische Volkspartei Afghanistans die Macht in Kabul, rief die Demokratische Republik Afghanistan aus und versuchte mit sowjetischer Unterstützung eine gesellschaftliche Umgestaltung, zum Beispiel eine Alphabetisierung der Landbevölkerung. Diese stieß in einigen Regionen auf militärischen Widerstand. Mit dem Einmarsch sowjetischer Truppen im Dezember 1979 entwickelte sich der Bürgerkrieg zu einem zehnjährigen Stellvertreterkrieg (→ Sowjetischer Einmarsch in Afghanistan) zwischen sowjetischer Besatzungsmacht und den von den Vereinigten StaatenSaudi-Arabien und Pakistan unterstützten islamischen Guerillas (Mudschaheddin). Dieser endete schließlich mit dem Abzug der sowjetischen Truppen 1989. Die sowjetisch gestützte Regierung unter Präsident Mohammed Nadschibullāh konnte sich noch bis zur Einnahme Kabuls 1992 durch die Mudschahedin halten.[38]
Im April 1992 wurde der Islamische Staat Afghanistan durch die Peschawar-Abkommen gegründet. Gulbuddin Hekmatyār begann mit der Unterstützung Pakistans einen jahrelangen Krieg in Kabul gegen den Islamischen Staat, der weite Teile Kabuls zerstörte. [Afghanistan, Afghanistan nach der Unabhängigkeit, Wikipedia, abgerufen am 14.08.2017]
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1979 Der Afghanistan Krieg verändert die Welt ARTE HD DOKU Sowjetunion in Afghanistan {57:45}

Veröffentlicht am 20.11.2015

Afghanistan - Im Land der Taliban [Doku deutsch] {43:06}

Veröffentlicht am 21.08.2014
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Pakistan spielt eine zentrale Rolle in Afghanistan. Ein Bericht der London School of Economics and Political Science aus dem Jahr 2010 sagt aus, dass der pakistanische Geheimdienst (ISI) eine „offizielle Politik“ der Unterstützung der Taliban betreibe. Der ISI finanziere und bilde die Taliban aus.[61] Dies passiert, obwohl Pakistan sich offiziell als Verbündeten der NATO ausgibt. Der Bericht der London School of Economics kam 2010 zu dem Schluss: „Pakistan scheint ein Doppelspiel erstaunlichen Ausmaßes zu spielen.“[61] Amrullah Saleh, der ehemalige Geheimdienstchef Afghanistans, kritisierte 2010: „Wir reden über all diese Stellvertreter [Taliban, Haqqani, Hekmatyar], aber nicht ihren Meister: Die pakistanische Armee. Die Frage ist, was will Pakistans Armee erreichen […]? Sie wollen an Einfluss in der Region gewinnen.“[62]
Die Taliban und Gulbuddin Hekmatyārs Truppen richten sich in Anschlägen gezielt gegen die afghanische Zivilbevölkerung. Im Jahr 2009 waren sie laut Angaben der Vereinten Nationen für über 76 % der Opfer unter afghanischen Zivilisten verantwortlich.[63] Auch im Jahr 2010 waren die Taliban für über ¾ der zivilen Todesopfer in Afghanistan verantwortlich.[64]Zivilisten sind mehr als doppelt so häufig das Ziel tödlicher Anschläge der Taliban wie afghanische Regierungstruppen oder ISAF-Truppen.[64] Die ‚Afghanistan Independent Human Rights Commission‘ (AIGRC) nannte die gezielten Anschläge der Taliban gegen die Zivilbevölkerung ein „Kriegsverbrechen“.[65] Religiöse Führer verurteilten die Anschläge der Taliban als Verstoß gegen die islamische Ethik.[65] Menschenrechtsgruppen haben den Internationalen Gerichtshof in Den Haag dazu veranlasst, eine vorläufige Untersuchung gegen die Taliban auf Grund von Kriegsverbrechen vorzunehmen.[64]
In jüngster Vergangenheit kam es zu Spannungen zwischen Elementen der ehemaligen Vereinten Front und Hamid Karzai, nachdem dieser die Taliban als „Brüder“ bezeichnet hatte. Elemente um den ehemaligen Geheimdienstchef Amrullah Saleh und andere befürchten, dass Karzai ein Abkommen mit den Taliban und Gulbuddin Hekmatyār schließen könnte, das eine Rückkehr der Taliban abseits des demokratischen Prozesses ermöglicht. Eine Abspaltung von Gulbuddin Hekmatyārs Partei Hizb-i Islāmī gibt seit Herbst 2009 an, mit Karzai verbündet zu sein, und stellt mit Abdul Hadi Arghandiwal seit 2010 den Wirtschaftsminister (Stand 2014). Diese angeblichen Verbündeten Karzais ließen 2011 jedoch in öffentlichen Stellungnahmen keinen Zweifel an ihrer Loyalität gegenüber Hekmatyar.[66][67]
Der große Einfluss der Vereinten Front auf die Regierung wurde mit den Jahren reduziert. Bei der afghanischen Präsidentschaftswahl im August 2009 trat Abdullah Abdullah, ehemaliger Außenminister bis 2006 und einer der engsten Vertrauten Ahmad Schah Massouds, gegen Hamid Karzai an und galt als Mitfavorit. Bei der Stimmauszählung mehrten sich allerdings die Vorwürfe der internationalen Beobachter, dass massiver Wahlbetrug betrieben worden sei. Eine Beschwerdekommission ermittelte mehrere Wochen und gab Mitte Oktober bekannt, dass hunderttausende Stimmen ungültig seien. Damit verlor Amtsinhaber Karzai die absolute Mehrheit und es wurde eine Stichwahl zwischen diesem und Abdullah am 7. November 2009 vereinbart. Ende Oktober 2009, knapp eine Woche vor der Wahl, drohte Abdullah laut Medienberichten, sich von der Stichwahl zurückzuziehen. Vorausgegangen waren gescheiterte Gespräche mit Karzai. Abdullah hatte unter anderem die Entlassung des Vorsitzenden der umstrittenen Wahlkommission (IEC) gefordert, um eine „freie und faire“ Stichwahl ermöglichen zu lassen.[68] Sechs Tage vor der geplanten Stichwahl erklärte er seinen Boykott der Abstimmung.[69] Als seine Anhänger auf die Straßen ziehen wollten, hielt Abdullah sie zurück, um die fragile Stabilität Afghanistans nicht zu gefährden.
Nach der Tötung von Osama bin Laden im Mai 2011 nahmen Anschläge auf prominente afghanische Politiker stark zu, so wurden unter anderem Expräsident Burhānuddin RabbāniMohammed Daud DaudDschan Mohammed Chan und Präsident Karzais Halbbruder Ahmad Wali Karzai ermordet. Im Oktober 2011 begannen afghanische und NATO-Truppen eine Offensive gegen das Haqqani-Netzwerk im südöstlichen Grenzgebiet des Landes.[70] 2014 wurde der erste demokratische Machtwechsel in Afghanistan durchgeführt, bei dem jedoch erneut massive Korruption und Fälschung vermutet wird. Aschraf Ghani, der neue Präsident, unterschrieb ein Abkommen mit der NATO, in dem die Nachfolgemission der Isaf, Resolute Support, legitimiert wurde. Diese begann am 1. Januar 2015 und unterstützt die afghanischen Sicherheitskräfte in der Ausbildung.
Das Land wird seit 2015 auch vom Islamischen Staat bedroht und weiterhin von Seiten der Taliban mit einer Welle der Gewalt überrollt.[71] [Afghanistan, Nach den Anschlägen vom 11. September 2001, Wikipedia, abgerufen am 14.08.2017]
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Im Rahmen des ISAF-Mandates waren 132.203 Soldaten aus 48 Staaten in Afghanistan stationiert. Das größte Kontingent stellten die Vereinigten Staaten mit 90.000 Soldaten. Deutschland beteiligte sich mit 4909 Soldaten, die im Norden des Landes stationiert waren. Die ISAF stellte 28 Provincial Reconstruction Teams(PRT).[89][90][91] Weitere etwa 14.000 Soldaten der Vereinigten Staaten im Rahmen der Operation Enduring Freedom waren nicht dem ISAF-Kommando unterstellt. Die größten alliierten Militärbasen waren die Bagram Air Base und Kandahar Airfield beim Flughafen Kandahar. [Afghanistan, Ausländische TruppenpräsenzWikipedia, abgerufen am 14.08.2017]
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Abrechnung Mit Afghanistan Doku Hd Dokumentation Deutsch {1:56:34}

Veröffentlicht am 18.08.2015
Doku auf deutsch.

Montag, 10. Oktober 2016

Afghanistan – das Operationsergebnis

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Die Operation Enduring Freedom (OEFenglisch für „Operation andauernde Freiheit“) ist die erste und bisher einzige militärische Großoperation im Rahmen des von den Vereinigten Staaten ausgerufenen Krieges gegen den Terrorismus. Die Operation wird in vier Regionen durchgeführt: in Afghanistan, am Horn von Afrika, auf den Philippinen und in Afrika innerhalb und südlich der Sahara. Deutschland beteiligte sich militärisch mit Einheiten der Marine an dem Einsatz im Indischen Ozean. Die Beteiligung an der Teiloperation in Afghanistan wurde ebenfalls beendet. Dort stationierte Einheiten der Bundeswehr sind nur noch Teil der separaten ISAF-Truppen. Militärischer Hauptakteur der Operation Enduring Freedom sind die Streitkräfte der Vereinigten Staaten, jedoch nehmen viele Streitkräfte von Verbündeten der USA an ihr teil.Die Operation sollte ursprünglich „Operation Infinite Justice“ (engl. Operation unendliche Gerechtigkeit) heißen. Nachdem muslimische Gruppen dagegen protestierten, weil aus islamischer Sicht Gerechtigkeit allein bei Allah anzusiedeln sei, wurde der Titel geändert. [Operation Enduring Freedom, Wikipedia, abgerufen am 10.10.2016]
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Doku Deutsch 1979 Der Afghanistan Krieg Verändert Die Welt arte hd Doku Sowjetunion İn Afghanistan [1:16:14]

Veröffentlicht am 11.08.2015
Doku Deutsch 2015.

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Als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September erklärten die USA den sogenannten Krieg gegen den internationalen Terrorismus. Eine der Maßnahmen im Rahmen dieses Krieges ist die Operation Enduring Freedom. Sie begann am 7. Oktober 2001 und hat das Ziel, Führungs- und Ausbildungseinrichtungen von Terroristen auszuschalten, Terroristen zu bekämpfen, gefangen zu nehmen und vor Gericht zu stellen. Außerdem sollen Dritte dauerhaft von der Unterstützung terroristischer Aktivitäten abgehalten werden.
An der Operation sind inzwischen etwa 70 Nationen beteiligt. Sie wird vom amerikanischen Regionalkommando USCENTCOM mit Hauptquartier in Tampa/Florida geführt.
Als Rechtsgrundlage wird Resolution 1368 des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen vom 12. September 2001 in Anspruch genommen. Diese Resolution verurteilte die Ereignisse vom 11. September 2001 als grauenhafte Terroranschläge und als Bedrohung für den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit. Die Resolution bekräftigt das Recht zur individuellen und kollektiven Selbstverteidigung und bestätigt die Notwendigkeit, alle erforderlichen Schritte gegen zukünftige Bedrohungen zu unternehmen.
Der NATO-Rat beschloss daraufhin, die Anschläge vom 11. September 2001 als Angriff auf die Vereinigten Staaten unter Artikel 5 des Washingtoner Vertrags zu werten. Dort ist festgesetzt, dass „ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen (gemeint sind die Vertragsparteien) in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen werden wird. “
Am 7. Oktober 2001 begannen amerikanische und britische Streitkräfte mit der Operation Enduring Freedom (OEF) in Afghanistan.
[Operation Enduring Freedom, Legitimation, Wikipedia, abgerufen am 10.10.2016]

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Im März 2010 brach Guttenberg ein Tabu beim Thema Afghanistaneinsatz: Er räumte ein, man könne „umgangssprachlich von Krieg“ in Afghanistan reden.[127][128]Er löste damit eine Diskussion aus.[129] Zugleich sorgte diese völkerrechtliche Einordnung des Einsatzes als nicht internationaler bewaffneter Konflikt für mehr Rechtssicherheit für die eingesetzten Soldaten.[130][131]
Während seiner Amtszeit veranlasste Guttenberg zur Verbesserung der Sicherheitslage in Afghanistan eine Aufstockung der deutschen Truppen[132][133][134] und die Verlegung von schweren Waffen in das Kriegsgebiet.[135][136] Daneben forcierte er Verbesserungen bei der Ausbildung der eingesetzten Bundeswehrsoldaten.[137]
Im Verlauf seiner Amtszeit reiste Guttenberg insgesamt neunmal nach Afghanistan und besuchte die dort stationierten Einheiten der Bundeswehr.[138] Dabei traf er auch mehrfach Soldaten unmittelbar an der Front.[139][140][141] [Karl-Theodor zu Guttenberg, Bundesminister der Verteidigung (2009–2011). Afghanistan, Wikipedia, abgerufen am 10.10.2016]

mein Kommentar:
Wundert sich noch jemand, weshalb der Mann in Deutschland so beliebt war? 

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President Bush - War on Terror Speech [2:48]

Hochgeladen am 26.05.2011
Excerpts from President George W. Bush's September 2001 Address to a Joint Session of Congress and the American People:
"All of this was brought upon us in a single day -- and night fell on a different world, a world where freedom itself is under attack. Americans have many questions tonight. Americans are asking: Who attacked our country? The evidence we have gathered all points to a collection of loosely affiliated terrorist organizations known as al Qaeda. They are the some murderers indicted for bombing American embassies in Tanzania and Kenya, and responsible for bombing the USS Cole...
...This group and its leader -- a person named Osama bin Laden -- are linked to many other organizations in different countries, including the Egyptian Islamic Jihad and the Islamic Movement of Uzbekistan. There are thousands of these terrorists in more than 60 countries. They are recruited from their own nations and neighborhoods and brought to camps in places like Afghanistan, where they are trained in the tactics of terror. They are sent back to their homes or sent to hide in countries around the world to plot evil and destruction. The leadership of al Qaeda has great influence in Afghanistan and supports the Taliban regime in controlling most of that country. In Afghanistan, we see al Qaeda's vision for the world...
...It is not only repressing its own people, it is threatening people everywhere by sponsoring and sheltering and supplying terrorists. By aiding and abetting murder, the Taliban regime is committing murder. And tonight, the United States of America makes the following demands on the Taliban: Deliver to United States authorities all the leaders of al Qaeda who hide in your land. (Applause.)...
Our nation, this generation, will lift a dark threat of violence from our people and our future. We will rally the world to this cause by our efforts, by our courage. We will not tire, we will not falter, and we will not fail..."
For licensing and rates, please visit: http://www.filmarchivesonline.com

Klartext #1: Ehemaliger Soldat über "Afghanistan und Kampfeinsatz" - mit Johannes Clair [1:41:23]

Veröffentlicht am 14.01.2015
Nur wer sich aus verschiedenen Quellen informiert, kann zu einer differenzierten Meinung gelangen. Augenzeugenberichte sind elementar für eine Demokratie:
Ehrlicher und offener Vortrag des ehemaligen Fallschirmjägers und Bestsellerautors Johannes Clair im Dezember 2014 an der Universität der Bundeswehr in München.
Link zum Buch "Vier Tage im November":
http://www.amazon.de/Vier-Tage-Novemb...
Link zum Veteranenverband "Bund Deutscher Veteranen", in dem sich ehrenamtlich um Betroffene Einsatzgeschädigte und Anghörige gekümmert wird:
http://veteranenverband.de/
Ich freue mich über sachliches Feedback!

Afghanistan - Im Land der Taliban [Doku deutsch] [43:06]

Veröffentlicht am 21.08.2014
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"Taliban" Der Islamische Staat in Afghanistan [Doku deutsch] [23:21]

Veröffentlicht am 17.04.2016

Das 13 Jahr Der verlorene Krieg in Afghanistan Bundeswehr - dokumentation 2016 [44:02]

Veröffentlicht am 03.07.2016
Der Krieg in Afghanistan umfasst eine Reihe von zusammenhängenden bewaffneten Konflikten, die seit 1978 in Afghanistan andauern. Der Konflikt begann im April 1978 mit einem Staatsstreich durch die kommunistische Volkspartei, der einen Aufstand weiter Teile der Bevölkerung nach sich zog. Im Dezember 1979 intervenierte die Sowjetunion militärisch in dem Konflikt und setzte eine neue kommunistische Führung ein
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Samstag, 12. Dezember 2015

US-Bombenangriff auf Klinik in Afghanistan: Täter als einzige Ermittler

Helfer fordern neue, unabhängige Untersuchung. Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen übergibt gut 547.000 Unterschriften

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat der US-Regierung in Washington eine Petition übergeben, mit der über eine halbe Millionen Menschen eine unabhängige Untersuchung der US-Angriffe auf ein Krankenhaus der Organisation im afghanischen Kundus fordern. Die gut 547.000 Unterschriften wurden an US-Präsident Barack Obama adressiert. Bei den Luftangriffen am 3. Oktober (siehe Krankenhaus Kunduz: Versehentlich das falsche Gebäude vernichtet(Link erneuert) waren nach jüngsten Erkenntnissen 42 Menschen getötet worden, unter ihnen 14 Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen.

Die Unterzeichner der Petition sprechen sich für eine Untersuchung der Geschehnisse durch die Internationale Humanitäre Ermittlungskommission (IHFFC) aus. Dabei handele es sich um die einzige Instanz, "die speziell zur Untersuchung möglicher Verletzungen des humanitären Völkerrechts gemäß den Genfer Konventionen geschaffen wurde", schreibt Ärzte ohne Grenzen.

mehr:
- US-Bombenangriff auf Klinik in Afghanistan: Täter als einzige Ermittler (Harald Neuber, Telepolis, 12.12.2015)

siehe auch:
- Krankenhaus-Bombardement von Kundus – "Eine Folge menschlichen Versagens" (Post, 26.11.2015)
- CNN Chief Orders 'Balance' in War News (Howard Kurtz, Washington Post, 31.10.2001)


Donnerstag, 23. April 2015

Augen, die zu früh zu viel gesehen haben

Normalerweise lichtet er Models und Designerkleider für Hochglanzmagazine ab. Die größte Herausforderung aber fand der Fotograf Ruvan Wijesooriya in Afghanistan. Vor seiner Kamera: Schulkinder mit Traumata – und Träumen 

Mit festem Blick schaut Taiba in die Kamera. Nur schwach deutet das Mädchen ein Lächeln an. Ihre Hände stecken in den Taschen ihres dunklen Mantels, das weiße Kopftuch liegt lose auf ihrem Hinterkopf und fällt locker über die zierlichen Schultern der Fünftklässlerin. „Ich möchte Ärztin werden“, steht unter dem Foto. Auch Taibas Klassenkameradin Lyda blickt ernst. Ihr Berufswunsch: Polizistin. Soriya hingegen lächelt offen und neugierig unter ihrem akkurat sitzenden Kopftuch in die Kamera. Fast meint man, beim Betrachten ihres Porträts das Kichern der Zehnjährigen zu hören. Pilotin, das ist ihr Traumberuf.

Taiba, Lyda und Soriya leben im afghanischen Mir Bacha Kot, rund 25 Kilometer nördlich von Kabul. Hier standen die drei Mädchen vor der Kamera von Ruvan Wijesooriya. „Für die meisten von ihnen war es das erste Mal“, erinnert sich der 37-Jährige, der extra aus New York anreiste, um insgesamt 238 Schülerinnen und Schüler der „Roots of Peace“-Schule zu fotografieren und sie von ihren Träumen erzählen zu lassen. Für die überwiegend ernsten Gesichtsausdrücke hat Wijesooriya eine einfache Erklärung: „Diese Kinder kennen Porträtfotos fast nur von Generälen oder Märtyrern, also imitierten sie deren Ernsthaftigkeit“. Und so lächeln zwar einige von ihnen ausgelassen in die Kamera, viele blicken jedoch würdevoll, fast feierlich. Auch Taiba.

Dass sie zur Schule gehen kann, ist keine Selbstverständlichkeit in ihrer von Krieg und patriarchischen Strukturen gezeichneten Heimat. Noch vor rund zehn Jahren besuchten nur rund 900.000 Kinder und Jugendliche überhaupt die wenigen Schulen des Landes. Mädchen waren vom öffentlichen Bildungswesen nahezu ausgeschlossen. Heute machen sie fast 40 Prozent der mittlerweile über acht Millionen Schüler in Afghanistan aus – zumindest bis zu einem gewissen Alter: „Sobald sie in die Pubertät kommen, verschwinden sie meist aus den Schulen und leben sehr zurückgezogen“, erzählt Wijesooriya. Die Momente davor hat er in beeindruckenden Bildern festgehalten.


Von der High Society nach Afghanistan und zurück
Mit dieser Glitzerwelt könnte das Herzensprojekt des 37-Jährigen kaum weniger zu tun haben: Aus seiner ehrenamtlichen Arbeit mit den afghanischen Schulkindern aus dem kleinen Mir Bacha Kot entstand nun das „Yearbook Afghanistan“ – ein virtuelles Fotoalbum und zeitgeschichtliches Dokument, in dessen Fokus die Kinder eines Landes stehen, das sonst nur als Schauplatz von Krieg und Krisen gilt. Ein besonderes Erlebnis für den erfahrenen Fotografen und seine unerprobten Nachwuchs-Models: „Sie genossen die Erfahrung sichtlich. Diese Kinder haben fast nie Gelegenheit, sich zu entspannen, glücklich zu sein und im Mittelpunkt zu stehen. Genau das passiert aber, wenn man ein Porträt macht.“

Grund zu Entspannung und kindlicher Ausgelassenheit gibt es in Mir Bacha Kot selten. „Die Gegend war früher übersät mit Landminen“, erzählt Wijesooriya. Später fanden viele Kriegsflüchtlinge ihren Weg in die noch immer ärmliche Region, die heute multiethnisch geprägt ist. Viele Kinder wachsen ohne Eltern und in großer Armut auf. 2011 hörte der Fotograf zum ersten Mal von der Arbeit der NGO „Roots of Peace“, die sich nicht nur dem Kampf gegen Landminen verschrieben hat, sondern auch mehr Mädchen in Schulen bringen will. Spontan bot er der Organisation an, die „Roots of Peace“-Schule zu unterstützen. Mit einem Fotoprojekt natürlich.

mehr:
- Augen, die zu früh zu viel gesehen haben (Katharina Pfannkuch, Cicero, 23.04.2015)