Die Psychologie betreffenden Posts habe ich in »Roths Psychoblog« eingestellt. Eine Liste der Musikvideos findet sich unter »Tornado’s Music Favourites« (siehe unter »Links«). Das Posten eines Videos schließt das Hinzufügen des Infotextes mit ein. (Ich bemühe mich, offensichtliche Werbung wegzulassen) Dieser gibt also nicht notwendigerweise meine Meinung wieder! Das verwendete Bild stammt aus Bob Dylan’s Video »Jokerman«. Ich speichere keine Daten!
Mit viel Geld sichern sich Milliardäre in den USA politischen Einfluss. Prominentes Beispiel: die Koch-Brüder. Über Jahrzehnte haben sie dazu ein Netzwerk aus Interessengruppen gesponnen.
Das Ziel für Charles Koch und seinen 2019 verstorbenen Bruder: die Deregulierung von Umweltschutz und Arbeitnehmerrechten. Dark Money, die verschleierte Finanzierung politischer Einflussnahme, ist in den USA ein großes Problem – und trotzdem meist völlig legal.
Mit ihrem Unternehmen Koch Industries, das unter anderem mit Öl handelt, zahlen sich für die Koch-Brüder entsprechende Gesetzesänderungen in barer Münze aus. Von der Öffentlichkeit unbemerkt finanzieren sie mit Millionen Kampagnen, um die öffentliche Meinung zu prägen, und Politiker, die ihre Agenda voranbringen. Und sie sind nicht die Einzigen.
Bekannt wurde besonders seine für das Jahr 1883 überlieferte Rede im Twilight Club, der am 12. April 1883 im D'Orville's Restaurant im Mills Building in New York zusammentraf. John Swinton, Mitbegründer des Clubs,[6] war als Ehrengast eingeladen, Teilnehmer waren Journalistenkollegen. Jedes Treffen des Clubs hatte ein intellektuelles Diskussionsthema, das nach dem Essen behandelt wurde. Redebeiträge sollten nicht länger als 5 Minuten dauern,[7] „mit dem ausdrücklichen Einverständnis, dass jeder Redner seine innerste Überzeugung ohne Zögern und Zurückhaltung ausspricht und mit der vollständigen Versicherung der Hochschätzung und des Wohlwollens aller Zuhörer.“ Thema war: „Einige Dinge, die ein Herausgeber nicht zu besprechen wagt.“[8] Swintons Beitrag war eine Stellungnahme zur „Unabhängigkeit der Presse“, nachdem angeblich jemand vor ihm diese erwähnt hatte.
“There is no such a thing in America as an independent press, unless it is out in country towns. You are all slaves. You know it, and I know it. There is not one of you who dares to express an honest opinion. If you expressed it, you would know beforehand that it would never appear in print. I am paid $150 for keeping honest opinions out of the paper I am connected with. Others of you are paid similar salaries for doing similar things. If I should allow honest opinions to be printed in one issue of my paper, I would be like Othello before twenty-four hours: my occupation would be gone. The man who would be so foolish as to write honest opinions would be out on the street hunting for another job. The business of a New York journalist is to distort the truth, to lie outright, to pervert, to villify (sic!), to fawn at the feet of Mammons, and to sell his country and his race for his daily bread, or for what is about the same – his salary. You know this, and I know it; and what foolery to be toasting an ‘Independent Press’! We are the tools and vassals of rich men behind the scenes. We are jumping-jacks. They pull the string and we dance. Our time, our talents, our lives, our possibilities, are all the property of other men. We are intellectual prostitutes.”
„So etwas wie eine unabhängige Presse gibt es in Amerika nicht, außer in abgelegenen Kleinstädten auf dem Land. Ihr seid alle Sklaven. Ihr wisst es und ich weiß es. Nicht ein einziger von euch wagt es, eine ehrliche Meinung auszudrücken. Wenn ihr sie zum Ausdruck brächtet, würdet ihr schon im Voraus wissen, dass sie niemals im Druck erscheinen würde. Ich bekomme 150 Dollar dafür bezahlt, dass ich ehrliche Meinungen aus der Zeitung heraushalte, mit der ich verbunden bin. Andere von euch bekommen ähnliche Gehälter um ähnliche Dinge zu tun. Wenn ich erlauben würde, dass in einer Ausgabe meiner Zeitung ehrliche Meinungen abgedruckt würden, wäre ich vor Ablauf von 24 Stunden wie Othello: Meine Anstellung wäre weg. Derjenige, der so verrückt wäre, ehrliche Meinungen zu schreiben, wäre auf der Straße um einen neuen Job zu suchen. Das Geschäft des Journalisten in New York ist es, die Wahrheit zu verdrehen, unverblümt zu lügen, sie zu pervertieren, zu schmähen, zu Füßen des Mammon zu katzbuckeln und das eigene Land und Volk für sein tägliches Brot zu verkaufen, oder, was dasselbe ist, für sein Gehalt. Ihr wisst es und ich weiß es; Was für ein Unsinn, einen Toast auf die ‚Unabhängigkeit der Presse‘ auszubringen! Wir sind Werkzeuge und Dienstleute reicher Männer hinter der Bühne. Wir sind Hampelmänner. Sie ziehen die Fäden und wir tanzen. Unsere Zeit, unsere Fähigkeiten, unser Leben, unsere Möglichkeiten sind alle das Eigentum anderer Menschen. Wir sind intellektuelle Prostituierte.“[9][10][11][12] [John Swinton, Die Rede im Twilight Club 1883, Wikipedia, abgerufen am 15.03.2020]
Diese Würdigung ist zweigeteilt. Sie wird von Albrecht Müller eingeführt und von Hans Bleibinhaus fortgeführt. Und außerdem verlinken wir hiermit noch auf eine sehr positive Würdigung Vogels durch den langjährigen Bonner Journalisten und Mitglied der „Gelben Karte“, Hartmut Palmer, in „Cicero“. Dass zwischen der Würdigung durch Hartmut Palmer zum einen und jener durch Bleibinhaus/Müller zum andern Welten klaffen, werden NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser schnell erkennen.
Albrecht Müller:
Der gerade verstorbene Hans-Jochen Vogel war ein sehr fähiger Mensch, ausgezeichnet mit exzellenten Examina und auch gewürdigt bei und durch die Wahl zum Oberbürgermeister von München schon im Jahre 1960, also in jungen Jahren. Er war ein verantwortungsvoller Justizminister. Ich könnte aus eigener Erfahrung und guter Kenntnis auch noch einiges zu den jetzt angesichts seines Todes erscheinenden lobenden Erklärungen hinzufügen: Hans-Jochen Vogel hat schon sehr früh erkannt, was die Bodenspekulation in unseren Städten anrichtet, und zeitlebens diesen Wahnsinn bekämpft – als Oberbürgermeister und als Bundesbauminister und als Vorstandsmitglied der SPD. Ich habe Hans-Jochen Vogel sogar auf eine persönlich sehr schöne und wohltuende Weise kennengelernt. Wir kannten uns aus der Münchner Zeit in den sechziger Jahren. Als ich dann ab Ende 1969 für die Öffentlichkeitsarbeit des Parteivorstandes der SPD in Bonn verantwortlich war, war Hans-Jochen Vogel der Einzige aus der Vorstandsriege der SPD, der regelmäßig im Büro des Angestellten seiner Partei vorbeikam und fragte, wie‘s geht und wo der Schuh drückt. Als ich dann selbst Mitglied im Deutschen Bundestag war, habe ich ihn in der Fraktion als sehr effizienten Vorsitzenden erlebt. Auch das ist viel wert und nicht selbstverständlich.
In der Würdigung Vogels durch Hartmut Palmer gibt es eine längere Passage, deren Aussage ich teile: Hans-Jochen Vogel hat sich sehr viel um die konkreten Sorgen einzelner Menschen gekümmert.
Dann habe ich aber auch den ganz anderen Hans-Jochen Vogel kennengelernt, schon früh:
In der am Sonntag erschienenen dpa-Meldung über den Tod von Hans-Jochen Vogel war die Rede davon, er habe 1972 nach Bonn gehen müssen, weil die SPD-Linke in München ihm Schwierigkeiten machte. Einer dieser vermeintlichen Gegner von Hans-Jochen Vogel ist einer meiner besten Freunde: Hans Bleibinhaus. Er hat mich 1963 überzeugt, in die SPD einzutreten, und war dann in der Zeit der heftigen Auseinandersetzungen Hans-Jochen Vogels mit seiner Münchner Partei Schatzmeister und stellvertretender Vorsitzender dieser Partei in München. Deshalb konnte ich immer prüfen, ob das, was Hans-Jochen mir über seine Schwierigkeiten in München sagte, dem entsprach, was mein Freund erlebt und erfahren hat. Da gab es gewaltige Differenzen.
Mit Palmers Artikel beginnt eine Art von Glorifizierung. Aber was soll er auch anderes schreiben? Albrecht Müller ist ein alter Haudegen. Der läßt sich von den Bedürfnissen, post mortem einen schwachen Heiligenschein um den Kopf von Hans Jochen Vogel zu zeichnen, nicht beeinflussen.
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Karl Jaspers
KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld ("Warum schweigen die Lämmer?") {1:38:19 – Start bei 34:09 – Mausfeld: »Die Parteien verselbständigen sich…«}
KenFM Am 02.10.2018 veröffentlicht
Text und Links bei YouTube!
Die Demokratie der Bundesrepublik Deutschland wandelt sich vor unseren Augen. Es werden Wege beschritten, an deren Ende es weder eine Demokratie noch einen freien Bürger geben würde, vielleicht ohne dass die, die sie gehen, dieses Ende wollen. Diese Wege sind nicht unausweichlich. Aber nur ein zur Freiheit drängendes, seiner selbst darin bewusstes Volk kann die Demokratie in freier republikanischer Verfassung, die bisher nur eine Chance ist, verwirklichen. Wie werden wir regiert? Wer regiert uns? Woher kommen die Politiker? – Wie ist die Struktur der Bundesrepublik, nicht nur juristisch und in der Theorie, sondern im faktischen Geschehen? – Welcher Wandel vollzieht sich in der Struktur der Bundesrepublik? Es scheint: von der Demokratie zur Parteienoligarchie, von der Parteienoligarchie zur Diktatur. […]
Die Verfasser des Grundgesetzes scheinen vor dem Volk Furcht gehabt zu haben. Denn dieses Gesetz schränkt die Wirksamkeit des Volkes auf ein Minimum ein. Alle vier Jahre wählt es den Bundestag. Die ihm von den Parteien vorgelegten Listen oder Personen sind schon vorher durch die Parteien gewählt. Der Vorgang dieser verborgenen Vorwahl, die die eigentliche Wahl ist, ist verwickelt; die Namen für die Wahlkreislisten und die Landeslisten werden nicht auf gleiche Weise aufgestellt. Immer aber sind es die Parteigremien, nie das Volk, das an diesem entscheidenden Anfang beteiligt wäre. Man muss Parteimitglied sein, um bei dieser Wahl irgendwo mitwirken und um aufgestellt zu werden. […]
Eine Mitwirkung des Volkes durch das Referendum wurde nicht zugelassen. Das Volk ist dem Namen nach der Souverän. Aber es hat keinerlei Einwirkung auf die Entscheidungen, außer durch die Wahlen, in denen nichts entschieden, sondern nur die Existenz der Parteienoligarchie anerkannt wird. Die großen Schicksalsfragen gehen nicht an das Volk. Ihre Beantwortung muss das Volk über sich ergehen lassen, und es merkt oft gar nicht, dass etwas und wie es entschieden wird.
[Karl Jaspers (»Wohin treibt die Bundesrepublik? – Tatsachen – Gefahren – Chancen«, 1966), zit. in Ingrid Ansari, Wie demokratisch ist die Bundesrepublik Deutschland?, AchGut, 18.08.2019]
Eine weitere Sorge des Philosophen galt der Gefahr eines totalitären Herrschaftssystems, wie sie damals von der Sowjetunion ausging, inzwischen aber mit den technisch immer raffinierteren Manipulations- und Überwachungsmethoden auch die westlichen Demokratien von innen bedroht. Mit seiner Philosophie und seinen politischen Eingriffen setzte Jaspers sich zwischen alle Stühle. Von Rationalisten wurde er als Mystiker abgetan, von Theologen als ungläubiger Vernünftler. [Ein unbequemer Mahner zwischen allen Stühlen (rheinpfalz.de, 26.02.2019]
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[Jaspers] wohnte als Beobachter dem Auschwitz-Prozess bei und trat massiv für die Aufhebung der damals anstehenden Verjährungvon NS-Verbrechen ein. 1966 erhob er mit dem Buch Wohin treibt die Bundesrepublik? Tatsachen – Gefahren – Chancen warnend seine Stimme mit einer Absage an Machtpolitik und Parteienstaat. Er trat für eine Verfassungsänderung zugunsten von mehr direkter Demokratie ein. Die Möglichkeiten, politisch Einfluss zu nehmen, seien für das Volk sehr gering. Die Wahlen bezeichnete er als „Akklamation zur Parteienoligarchie“. Mit diesen Thesen geriet er in die Debatte um die damalige Große Koalition und den „Selbstverrat“ der SPD bei der Anerkennung der Notstandsgesetze. Kritik erhielt er dabei fast in gleicher Weise aus der Politik von rechts und links, fand jedoch auch eine breite Zustimmung in der Öffentlichkeit. [Karl Jaspers, Politische Stellungnahmen, Wikipedia, abgerufen am 28.07.2020]
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Kaum konkret nachweisbar ist die Wirkung von Jaspers' Philosophie auf philosophisch interessierte Laien. Sie kann nicht unerheblich sein, wie die ungewöhnlich hohe Auflagenzahl seiner Bücher zeigt, besonders jener in Taschenbuchformat. Jaspers' Bekanntheitsgrad in einer breiteren Öffentlichkeit wurde in den Fünfziger- und Sechzigerjahren durch die Diskussion seiner politischen Thesen in vielen Massenmedien der Bundesrepublik (darunter auch im „Spiegel“ und der „Zeit“ ... die seinen Ansichten breiten Raum gaben) maßgeblich erhöht. Die öffentliche Reaktion auf seine Thesen war damals zum Teil sehr polemisch. So hat man in Zeitungen aus dem linken politischen Spektrum die Totalitarismuskritik als Resultat eines blinden Antikommunismus und einer fixierten Mentalität des „Kalten Kriegs" angeprangert. Die Erwägung, der Westen mir seiner Führungsmacht USA müsse als letzte mögliche Alternative zu einer welt¬weiten kommunistischen Terrorherrschaft auch den Atomkrieg ins Kalkül ziehen, wurde als antikommunistischer Auswuchs eines vergreisten, pro-amerikanischen „Nato-Philosophen" hingestellt. In konservativen Zeitungen wurden die Forderungen nach Aufgabe der Doktrin der deutschen Wiedervereinigung, nach Anerkennung der durch den Zweiten Weltkrieg geschaffenen Grenzverhältnisse, die Kritik :an den Notstandsgesetzen und die Behauptung der Entwicklung zur Parteiendiktatur in der Bundesrepublik scharf angegriffen und als Hirngespinste eines politisch weltfremden Philosophen abgetan, der noch dazu im Ausland lebe. Dass Jaspers auch die These vertreten hat, man müsse die DDR durch Gewährung von Wirtschaftshilfe unterstützen, um ihre Eigenständigkeit innerhalb des Ostblocks zu stärken, damit dann gewisse politische Llberalisierungen leichter ermögliche und die Kontakte zwischen den Bürgern der damaligen beiden deutschen Staaten verbessert werden könnten, wurde damals kaum zur Kenntnis genommen. Ob diese Vorschläge nahezu zwanzig Jahre später in den Köpfen von prominenten konservativen Politikern (z.B. J. Strauß) in der Bundesrepublik eine Rolle spielten, als sie die Gewährung von großzügigen Krediten an die DDR in die Wege leiteten, ist wohl nur schwer überprüfbar.
[Kurt Salamun, Karl Jaspers, 2., verbesserte und erweiterte Auflage, Königshausen & Neumann, Würzburg 2006, S. 130 – GoogleBooks]
siehe auch: - Der soziale Wohlfahrtsstaat (in: Hans Kruse, Demokratie in einer globalen Welt, Springer 2014, S. 47ff.)
Er war Teil der Studentenbewegung und Bewohner der Polit-Wohngemeinschaft Kommune I, wo neue Wege des Zusammenlebens und der Liebe im Vordergrund standen. Zum 80. Geburtstag der 68er-Ikone erinnert sich Rainer Langhans und bereut nichts.
ntv: Wie fühlt es sich an, 80 Jahre alt zu sein?
Langhans: Irreal. Ich fühle mich immer jünger werdend. So 12, 13, 14 Jahre alt. Und gleichzeitig sagen alle immer 'ah, 80!' Der Körper ist auch noch nicht so runtergekommen, dass mir das dauernd meinem inneren Gefühl widerspricht, sodass ich mich eigentlich bestens damit fühle.
Sie haben so ein bewegtes Leben hinter sich, wie halten Sie sich fit? Sie sehen ja höchstens aus wie 65!
Meine Vermutung ist natürlich, dadurch dass ich innerlich jünger werde, also mehr und mehr wieder zum Kind werde, dass das Äußere dann mitzieht. Ich übe aber auch das Sterben. Also, dieses aus dem Körper herausgehen, was jetzt schon mal durch das Alter allmählich an mich herantritt. Ich habe auch eine Möglichkeit entdeckt, wie das geht.
Haben Sie Angst vorm Sterben? Beunruhigt Sie das?
Ich würde schon sagen, dass ich diese Angst habe, ja. Ich kann noch nicht einfach aus dem Körper herausgehen und dann wieder zurückkehren, was ja der Inhalt meines inneren Weges letztendlich ist.
Bereuen Sie etwas?
Nee, eigentlich nicht. Ich habe alle Dinge, die schrecklich waren und die ich falsch gemacht habe, letztendlich zu einem Lernprozess nutzen können. Insofern sind all die Fehler, wenn man so will, eben doch Schritte geworden. Ein Vorwärtskommen. Ich sage immer, eigentlich ist der Mensch so, dass er sich nur scheiternd nach vorne bewegt. Jedes Scheitern ist ein Schritt nach vorne, wenn du es richtig verstehst und dich damit entsprechend auch verbindest. Diese Erfahrung, die ich auch mühselig gelernt habe, durch dieses Nach-Innen-gehen, die ist sehr gut.
Der Großteil der Berliner Presse, allen voran Publikationen des Springer-Verlags, berichtete über die Ereignisse des 2. Juni 1967 ausschließlich als Gewaltausbrüche von seiten der Studenten und stellte die Polizei lediglich als korrekt handelnde Opfer dar. Die Veröffentlichung des Fotos eines prügelnden Jubelpersers mit Totschläger in der Hand wurde von allen Zeitungen Westberlins abgelehnt. Ein Foto einer von Polizeiknüppeln verletzten Augenzeugin hingegen wurde auf den Titelseiten von Springer-Publikationen als „Opfer des studentischen Terrors“ verfälscht.[5] Der Springer-Presse wurde von Seiten der Studenten vorgeworfen „statt ihrer Informationspflicht zu genügen und wahrheitsgemäß über die Unruhe der Studenten zu berichten, hat sie die Bevölkerung systematisch gegen die Studenten aufgehetzt.“[6] Dies hatte auch konkrete Auswirkungen, als beispielsweise ein Verwaltungsangestellter, der lediglich Rudi Dutschke ähnlich sah, von einem Bürger-Mob verfolgt wurde, der ihm „Schlagt den Dutschke tot“ und „Hängt ihn auf“ hinterherrief.[5] [Jubelperser, Presseberichterstattung, Wikipedia, abgerufen am 27.06.2015 – Hervorhebung von mir]
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zum Vergleich die aktuelle Wikipedia-Version der entsprechenden Textpassage: ==========
Der Großteil der Berliner Presse berichtete über die Ereignisse des 2. Juni 1967ausschließlich als Gewaltausbrüche vonseiten der Studenten und stellte die Polizei lediglich als korrekt handelnde Opfer dar. Die Veröffentlichung des Fotos eines prügelnden Jubelpersers mit Totschläger in der Hand wurde von allen Zeitungen Westberlins abgelehnt.Ein Foto einer von Polizeiknüppeln verletzten Augenzeugin hingegen wurde auf den Titelseiten von Springer-Publikationen als „Opfer des studentischen Terrors“ verfälscht.[5]Der Springer-Presse wurde vonseiten der Studenten vorgeworfen „statt ihrer Informationspflicht zu genügen und wahrheitsgemäß über die Unruhe der Studenten zu berichten, hat sie die Bevölkerung systematisch gegen die Studenten aufgehetzt.“[6] Dies hatte auch konkrete Auswirkungen, als beispielsweise ein Verwaltungsangestellter, der lediglich Rudi Dutschke ähnlich sah, von einem Bürger-Mob verfolgt wurde, der ihm „Schlagt den Dutschke tot“ und „Hängt ihn auf“ hinterherrief.[5] [Jubelperser, Presseberichterstattung, Wikipedia, abgerufen am 08.12.2019 – Hervorhebungen von mir]
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Bei den Festgenommenen handelte es sich u. a. um Ulrich Enzensberger, Volker Gebbert, Klaus Gilgenmann, Hans-Joachim Hameister, Wulf Krause, Dieter Kunzelmann, Rainer Langhans und Fritz Teufel.[4] Die Bild-Zeitung titelte: „Attentat auf Humphrey“ und Die Zeit: „Elf kleine Oswalds“. Sogar die New York Times berichtete über den „gefährlichen“ Plan von acht Kommunarden, ihren Vize mit Pudding, Joghurt und Mehl zu attackieren, sodass Uwe Johnson seinen Freund und Nachbarn Günter Grass beauftragte, diese Studenten aus seiner Wohnung zu entfernen. Die Kommunarden wurden schon am nächsten Tag aus der U-Haft freigelassen, gaben ihre erste Pressekonferenz und wurden von nun an in den Zeitungen des Axel Springer Verlags „Horror-Kommunarden“ genannt. [Kommune I, Das „Pudding-Attentat“, 4. Absatz, Wikipedia, abgerufen am 27.06.2015 – Hervorhebungen von mir]
Wenn es darum geht, öffentlich die Regierungspolitik der anhaltenden Corona-Schutzmaßnahmen zu rechtfertigen gilt Prof. Dr. Karl Lauterbach für viele Medien aktuell als die wissenschaftliche Instanz. In regelmäßigen Twitternachrichten und Talkshowbeiträgen zieht er alle Register, um die Bevölkerung weiter in Angststarre zu halten. Da erhebt sich selbstverständlich die Frage: Auf welchen Leistungen begründet sich eigentlich die wissenschaftliche Autorität Lauterbachs?
Karl Lauterbach betont gerne seine besondere wissenschaftliche Qualifikation anhand seines Zusatzstudiums an der Harvard School of Public Health, welches er 1995 mit einer zweiten, neben seiner ersten deutschen, Doktorarbeit und dem Titel „Doctor of Science“ abgeschlossen hat. Dort fungiert er seit 2008 auch als Adjunct Professor. Zunächst fällt auf, dass seine Harvard-Arbeit jahrelang unter Verschluss war. Eine seltsame Praxis in der Wissenschaftswelt, die ja nur durch Transparenz und eine offene Diskussion funktionieren kann.
Die einzigen, die auf deutschem Boden diese Arbeit einsehen konnten, waren die Mitglieder der Berufungskommission der Universität Köln. Sie beriefen Lauterbach 1998, ohne dass er dazu die üblichen Qualifikationen besaß, wie etwa eine Habilitation (die auf einer bestimmten Anzahl eigener wissenschaftlicher Publikationen fußt), zum Professor und übertrugen ihm die Leitung des neugegründeten Instituts für Gesundheitsökonomie. Begründet wurde diese ungewöhnliche Berufung, vorbei an besser Qualifizierten, mit der angeblich herausragenden wissenschaftlichen Qualität dieser Harvard-Arbeit, die einer Habilitationsschrift gleichkäme. Sehr eigenartig, denn damals, vier Jahre vor dem neuen Hochschulrahmengesetz von 2002, war die Habilitation die essenzielle Voraussetzung für die Vergabe eines Professorentitels an einer deutschen Universität.
Nun mag Harvard sich mit so einer Abschlussarbeit zufriedengeben. Ob diese Arbeit eine herausragende wissenschaftliche Leistung darstellt, mit der eine regelkonforme Habilitationsschrift ersetzt werden kann, hat man seitens Havard – siehe oben – en passant ebenfalls gegeben. Die Antwort lautet: nein. Die Verantwortlichen an der Universität in Köln sahen dies jedoch anders. Warum? Liegt es an der Fliege von Karl Lauterbach, am Kölner Karneval oder an wirtschaftlichen Verflechtungen der ein oder anderen Art?
Aus den Protokollen des Berufungsverfahrens der Universität Köln könnte man sicherlich Genaueres darüber erfahren, warum man einen normativen Essay als Grundlage für eine solch ungewöhnliche Berufung zum Professor akzeptierte. Sehr interessant zu lesen wären beispielsweise die Stellungnahmen der externen Gutachter, von denen es in einem solchen Verfahren mindestens zwei geben sollte. Doch das ist nicht möglich. Die Berufungsunterlagen sind unter Verschluss. [aus obigem Artikel]
siehe auch:
[…] Wenn in diesen Tagen über Corona diskutiert wird, ist Karl Lauterbach nicht weit. Dabei sah es vor nicht allzu langer Zeit nicht gut für ihn aus. Nach der Pleite bei der Bewerbung um den SPD-Vorsitz im vergangenen Jahr hatte seine politische Karriere einen Knick erlitten, sein Amt als Fraktionsvize ist er ebenfalls los. Doch in der Coronakrise ist der SPD-Politiker, Mediziner und Gesundheitsökonom wieder gefragt. Er ist so etwas wie der Chef-Kritiker zu kühner Lockerungen geworden.
Mit seinen Einschätzungen und Mahnungen steht er im Rampenlicht, wohl auch dank seiner zwei Doktortitel, seiner Professur für Epidemiologie in Köln, die derzeit ruht, und seiner Gastprofessur in Harvard. […]
Mittlerweile ist Lauterbach einer der vehementesten Verteidiger strikter Maßnahmen, wünscht sich, dass Deutschland das Virus in Schach hält, das Südkorea Europas wird. Immer wieder und überall – in Zeitungen, Talkshows, auf Twitter und Youtube – erklärt der Epidemiologe, was passiert und was seiner Ansicht nach politisch zu tun sei. Mit runder Brille, Anzug und der ausladenden Gestik haben seine Auftritte immer etwas von einem Vortrag an einer Hörsaal-Tafel. […]
Als Peer Steinbrück 2013 Bundeskanzler werden wollte, war Lauterbach Teil seines Schattenkabinetts. Gesundheitsminister sollte er werden. Jetzt, in der Coronakrise, wirkt es fast, als sei er eine Art Schatten-Pandemieminister.
Er merke, dass das, was er jetzt sage, sehr genau verfolgt werde, erzählt Lauterbach am Telefon. Seine Äußerungen hätten manchmal Einfluss auf den Lauf der Politik. „Das haben mir zumindest Kollegen aus der Regierung versichert“, sagt er. Aussagen wie diese lassen erahnen, wie genau er seine Wirkung und die seiner Worte kalkuliert.
[Nina Breher, Der Schatten-Pandemieminister: Warum Karl Lauterbach in der Corona-Krise so gefragt ist, Tagesspiegel, 12.05.2020]
"Ich halte das Umgehen mit dem Problem für unseriös, also wenn ich ganz salopp sprechen darf, glaube ich, dass Herr von Guttenberg hier glaubt, die Bevölkerung verarschen zu können. (...) Hier wird die Bevölkerung in einer für mich noch niemals gesehenen Art und Weise zum Narren gehalten und das ist für einen Minister nicht tragbar. Er sollte aus meiner Sicht zurücktreten. Also aus meiner Sicht ist ein Minister nicht im Amt zu halten, der hier systematisch die Bevölkerung über die Art und Weise, wie die Doktorarbeit zustande gekommen ist, belügt. Ich halte es, nach wie vor, für sehr wahrscheinlich, dass er die Arbeit gar nicht selbst geschrieben hat. (...) Hier geht es darum: Wie steht der Minister zur Wahrheit. Und wenn der Minister ein, ich sag mal, notorischer Schwindler ist und selbst Hochstapelei nicht ausgeschlossen ist, dann ist das kein Minister für uns." [PROF. DR. DR. KARL LAUTERBACH (SPD): Guttenberg vera... die Bevölkerung Hochstapelei nicht ausgeschlossen "notorischer Schwindler", "Witzfigur" – SPD-Gesundheitsexperte geht auf zu Guttenberg los, N24, Presseportal, 22.02.2011]
Vor Jahren – da war Lauterbach noch »der führende Gesundheitsberater« der SPD – habe ich ihn auf einer Podiumsdiskussion sagen hören, Ärzte bekämen für Privatpatienten das 2,3fache von dem, was sie für einen Kassenpatienten bekommen. Dabei bezieht sich in Wirklichkeit dieser »2,3fache Satz« auf einen Katalogwert: nämlich die »Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)«. Die aktuelle (am 1. Januar 1996 in Kraft getretene) Verordnung listet sämtliche ärztlich abrechenbaren Leistungen (mit Nummern von 1 [Beratung – auch mittels Fernsprecher] bis 6018 [Mikroskopische Untersuchung von Nerven oder Rückenmark oder Gehirn nach innerer Leichenschau – einschließlich des Befundes –]) auf, verteilt an jede Leistung eine Punktzahl und legt die sogenannte 1fache Gebühr (1996 noch in DM) dafür fest.
Der abrechnende Arzt darf dann für diese Leistung einen »Faktor« wählen, mit dem er diese Gebühr dann multipliziert. –
Eingebürgert hat sich inzwischen eine Multiplikation mit dem Faktor 2,3.
Man kann sich meine Begeisterung vorstellen, als ich den Herrn Professor bei der besagten Podiumsdiskussion diese Aussage treffen hörte. Der wollte tatsächlich mal Gesundheitsminister werden… Aber inzwischen geben wir uns ja schon mit einem Bankkaufmann zufrieden…
Jedenfalls ist Lauterbach seit dieser Pdoiumsdiskussion bei mir unten durch!
Karl Lauterbach, 47, SPD-Gesundheitsexperte, ist seit vergangener Woche endlich Arzt. Der Politiker hat rund 20 Jahre nach Abschluss seines Medizinstudiums seine Approbation beantragt und kann sich nun die Urkunde in sein Büro im Berliner Jakob-Kaiser-Haus hängen. Eine solche Approbation ist die Voraussetzung dafür, uneingeschränkt als Arzt im Krankenhaus arbeiten zu dürfen oder eine eigene Praxis aufmachen zu können. Das allerdings hat Lauterbach nicht vor. Der Sozialdemokrat war lediglich den Spott politischer Gegner leid, die ihm in Talkshows zum Thema Medizin des Öfteren vorhielten, er selbst sei ja gar kein richtiger Arzt und könne deshalb nicht mitreden. "Außerdem werde ich hin und wieder um medizinische Hilfe gebeten", sagt Lauterbach. "Da ist es besser, auch tatsächlich eine Approbation zu besitzen." Lauterbach hat Medizin in Aachen, Düsseldorf und in San Antonio (Texas) studiert und ist Spezialist für Epidemiologie.
[Personalien – Karl Lauterbach, spiegel.de, 30.08.2010]
Nach der Lektüre des AchGut-Artikels wundert mich nix mehr…
1998 wurde Lauterbach Direktor des neu gegründeten Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) an der Universität zu Köln; damit war auch seine Berufung als Professor verbunden. Dort ist er aufgrund seines Bundestagsmandats beurlaubt. Von 1999 bis zur Wahl in den Bundestag im September 2005 war Lauterbach Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen. 2003 war er Mitglied in der Kommission zur Untersuchung der Nachhaltigkeit in der Finanzierung der Sozialen Sicherungssysteme („Rürup-Kommission“). Seit 2008 ist er Adjunct Professor für Gesundheitspolitik und -management an der Harvard School of Public Health, wo er auch noch regelmäßig unterrichtet.[4] [Karl Lauterbach (Politiker, 1963), Leben, Wikipedia, abgerufen am 16.06.2020]
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In Deutschland ist zur Erlangung des Grades eines Dr. med. (lat. doctor medicinae/Doktor der Medizin) eine Promotion notwendig. Das Promotionsverfahren kann zwar bereits vor Abschluss des Studiums begonnen, aber nicht beendet werden. Der Doktorgrad darf erst mit Vergabe der Promotionsurkunde getragen werden, nachdem das Promotionsverfahren nach Abschluss des Studiums beendet wurde. Dies geschieht in den meisten Fällen, wie bei anderen Promotionen auch, nach einer Verteidigung und der Publikation der Promotion.[Doktor der Medizin, Deutschland, Wikipedia, abgerufen am 16.06.2020]
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Karl Lauterbach: Wolfgang Wodarg erzählt "blanken Unsinn" zu Corona – das sind Fake News! {3:56 – Start bei 1:26
– Lauterbach: »Das ist eine abwegige, völlig falsche Sicht der Dinge […] blanker Unsinn.[…] […] Das Corona-Virus, das wir jetzt haben, hat mit den Corona-Viren, die wir kennen, nix zu tun, es funktioniert ganz anders, ist ganz anders aufgebaut. Es kombiniert eine sehr hohe Übertragbarkeit mit einer hohen Sterberate. Jeder, der da ernsthaft unterwegs ist, sagt: ›Sowas haben wir noch nie gehabt.‹ […] 8 Millionen Infizierte, Zehntausende, die sterben werden…«}
SPD-Fraktion im Bundestag Am 18.03.2020 veröffentlicht
Aktuell macht ein Video mit Wolfgang Wodarg die Runde, das das Coronavirus verharmlost. "Blanker Unsinn", sagt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: "Das ist eine abwegige, vollkommen falsche Sicht der Dinge." Im Video erklärt Lauterbach, warum #COVID19 sehr wohl sehr gefährlich ist.
Die IT- und Biopharma-Branche träumen von der Rettung der Welt durch Technologie.
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Computerbegeisterte Menschen lieben vor allem die totale Beherrschbarkeit von Maschinen. Für geniale Programmierer ist das selbstgeschriebene Programm Ausdruck ihrer Allmachtsfantasie. Viele bewegen sich so lange und so ausschließlich in einer „programmierten“ Welt, dass sie sich nicht mehr gern offline aufhalten. Für den Mega-Nerd Bill Gates gilt das in besonderem Maße. Gefährlich wird es, wenn Personen mit solcher Charakterstruktur auch Menschen als beliebig steuerbar und programmierbar betrachten. Biotechnologie überträgt aus der Technik übernomme Denkmuster auf Lebewesen. Bill Gates Plan einer „durchgeimpften“ Menschheit ist Ausdruck seines technokratischen Traums von der Welt als einer komplett manipulierbaren Mega-Maschine.
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Robert F. Kennedy Jr. schrieb kürzlich, dass die „Besessenheit“ von Bill Gates für Impfstoffe „durch seine Überzeugung genährt (wird), dass die Welt durch Technologie zu retten sei“ (1). x
Sehr früh schon konnte sich Gates am Umgang mit Technik sowie an der Ausübung von Macht begeistern. So sei er — nach eigener Aussage — bereits als Kind davon fasziniert gewesen, dass er „einer großen Maschine Befehle geben (konnte), und sie gehorchte immer“ (2). x
Auch später ließen ihn die Computer nicht mehr los. Im jugendlichen Alter fiel es ihm dann äußerst schwer, sich von diesen Maschinen loszureißen, an deren Programmierung er inzwischen schon „so unbezweifelbare Erfolge“ verzeichnen konnte (3). x
Schließlich arbeitete er ganze Nächte hindurch und wusste mitunter „nicht mehr, ob es Tag oder Nacht war. Oft bin ich einfach am Schreibtisch oder auf dem Boden eingeschlafen. Es gab Tage, an denen ich nichts aß und niemanden sah“ (4). „Ich war süchtig“, schrieb Gates später im Rückblick auf diese Zeit (5). x
Charakterstruktur und Weltbild des „zwanghaften Programmierers“ x
Der Einsatz von Maschinen hat den Handlungsspielraum des Menschen beträchtlich erweitert und ihn in den Stand versetzt, seine natürliche Umwelt in wachsendem Maße zu verändern. Zugleich haben die Maschinen aber auch das künftige Verständnis des Menschen von sich selbst und der Welt entscheidend bestimmt (6). x
Im Besondern trifft diese Aussage auf die „universelle Maschine“ zu, wie Joseph Weizenbaum den Computer einmal bezeichnete (7). Für Weizenbaum, deutsch-amerikanischer Informatiker und langjähriger Professor für Computerwissenschaften am Massachussets Institute of Technology (MIT), entstand mit dem Computer aber auch ein ganz bestimmter Typ des modernen, technikbegeisterten Menschen, den er als „Computerfetischisten“ oder als „zwanghaften Programmierer“ bezeichnete. x
Derartige Menschen — schreibt Weizenbaum — trifft man inzwischen nicht mehr nur in den sogenannten Industrieländern an, sondern auf der ganzen Welt. Sie sind zu einem internationalen Phänomen geworden. Oft arbeiten sie bis zum Umfallen, vernachlässigen sich und ihre Umwelt und scheinen nur noch „durch und für den Computer“ zu leben (8). Folglich können sie es auch „kaum ertragen, nicht an der Maschine zu sitzen“ und sich mit dieser zu unterhalten (9). x
Während sich ein herkömmlicher Programmierer vor allem dem jeweils zu lösenden Problem widmet und sowohl dessen inhaltliche als auch technische Fragen mit anderen diskutiert, betrachtet der zwanghafte Programmierer ein solches Problem hauptsächlich nur als Ausgangspunkt oder als Mittel dazu, um in eine Interaktion mit dem Computer treten zu können (10). x
Er ist zudem meist ein brillanter Techniker, der sich in erster Linie an der Funktion seines Gerätes, dem Computer, berauschen kann und der weniger an Erkenntnissen oder an der Entwicklung von Theorien interessiert ist. Sein Können wird damit zum Selbstzweck und ist eigentlich ziellos, denn er verfügt nur über Technik, nicht über Wissen, weshalb die meisten seiner „grandiosen Projekte“ einfach nur Illusionen bleiben müssen (11).
Der zwanghafte Programmierer bewegt sich am Computer in einer selbstgeschaffenen Welt, „in einer Welt, die ganz und gar sein Machwerk ist“ und die vor allem seine Macht, nicht aber sein Wissen herausfordert (12).
Er handelt zwanghaft, ist hingebungsvoll bemüht, auftretende Fehler in seinen Programmen möglichst schnell zu beseitigen und damit seine eigene Schöpfung immer weiter zu verbessern. Von all seinem Tun erwartet er vor allem Bestätigung. x
Es „ist der unbarmherzige, freudlose Trieb nach Bestätigung“, der ihn motiviert, wobei es sich hierbei um eine Art von psychopathologischer Störung handelt, die mit Allmachtsphantasien verbunden ist und „von der große Teile unserer Gesellschaft betroffen sind“ (13).
So sei schließlich auch zwischen den „pathologischen Motiven und Verhaltensweisen“ eines zwanghaften Programmierers „und denen des modernen Naturwissenschaftlers und Technikers im Allgemeinen kein Bruch festzustellen“ (14).
Nach Ansicht von Weizenbaum ist das Leben in unserer von Technik bestimmten Zivilisation prinzipiell durch eine Art Kontinuum gekennzeichnet. Dabei befinden sich an dem einen Extrem diejenigen Naturwissenschaftler und Technologen, „die dem zwanghaften Programmierer sehr ähnlich sind. Am anderen Extrem befinden sich die Naturwissenschaftler, Humanisten, Philosophen, Künstler und Theologen, die sich mit ihrer Gesamtpersönlichkeit und unter Berücksichtigung aller möglichen Perspektiven um ein Verständnis der Welt bemühen.
Die Angelegenheiten unserer Erde scheinen sich in den Händen von Technikern zu befinden, deren psychische Verfassung sich der zuerst genannten in gefährlichem Maße annähert. Die Stimmen derer, die zur zweiten Gruppe gehören, scheinen indessen immer schwächer zu werden“ (15).
Joseph Weizenbaum schrieb diese Worte vor über vierzig Jahren. Der von ihm dargestellte Zusammenhang hat jedoch bis heute nichts von seiner Aktualität verloren. Noch immer stehen sich zwei grundlegend verschiedene Weltbilder gegenüber. Einer vorrangig auf technische Innovationen setzenden Sichtweise steht eine Weltsicht gegenüber, die auf eine weit umfassendere Betrachtung der Triebkräfte des gesellschaftlichen Fortschritts gerichtet ist. Noch ist nicht endgültig entschieden, welchem dieser Weltbilder die Zukunft gehören wird.
Weizenbaum beschäftigte sich über viele Jahre mit der besonderen Rolle von Wissenschaft und Technik innerhalb der Gesellschaft. Am Ende seines Lebens schrieb er:
„Die Naturwissenschaft sowie die von ihr abgeleiteten Technologien und Instrumentarien sind nicht wertfrei. Sie erben ihre Werte von den Werten der Gesellschaften, in die sie eingebettet sind. In einer hoch militarisierten Gesellschaft sind Wissenschaft und Technologie von den Werten des Militärs geprägt, in einer Gesellschaft, deren Werte hauptsächlich vom Streben nach Reichtum und Macht abgeleitet sind, sind sie entsprechend gestaltet usw.“ (16).
Nicht die gegenwärtige Wissenschaft und Technologie wird „unsere Kinder und Kindeskinder vor einer irdischen Hölle retten. Es sei denn: Wir organisieren den Widerstand gegen die Gier des globalen Kapitalismus” (17)
Bill Gates & der Preis der Philanthropie | Prof. Linsey McGoey {46:35}
acTVism Munich Am 16.06.2020 veröffentlicht
In diesem Interview mit Linsey McGoey, Autorin und Professorin für Soziologie an der University of Essex, analysieren wir die Bill & Melinda Gates Foundation im Detail. Darüber hinaus untersuchen wir die Bedeutung der Stiftung im Kontext des Philanthropischen Kapitalismus, wozu auch der Hintergrund von Bill Gates gehört, als er CEO und Vorsitzender von Microsoft war. Schließlich befassen wir uns mit der von Milliardären finanzierten Philanthropie, einschließlich der positiven Aspekte, Mängel und Kritikpunkte sowie der Frage, wie sie idealerweise funktionieren sollte.
Um die Abschrift zu lesen: https://bit.ly/3d2cuk5
English: https://youtu.be/ruR5FK8HN5Q
Dieses Interview wurde ursprünglich am 27.05.2020 auf Englisch veröffentlicht.
Linsey McGoey ist Professorin für Soziologie, mit Fachwissen in Sozialtheorie und Wirtschaftssoziologie. Sie ist international anerkannt für ihre Pionierarbeit bei der Entwicklung von Ignoranz-Studien, einem interdisziplinären Gebiet, das sich darauf konzentriert zu ergründen, wie strategische Ignoranz und der Wille zum Ignorieren den wirtschaftlichen Austausch und die politische Herrschaft im Laufe der Geschichte untermauert haben. Ihre Forschung über die Ignoranz hat zu neuen konzeptuellen Rahmenwerken für das Verständnis des politischen Wertes von Unwissen und Unbekanntem geführt.
Sie ist auch für ihre Arbeit über philanthropische Stiftungen und ihre Rolle in der Weltwirtschaft anerkannt. Ihr Buch "No Such Thing as a Free Gift: The Gates Foundation and the Price of Philanthropy" ist die erste umfassende Analyse des sowohl negativen als auch positiven Einflusses der Gates Foundation auf die globale Gesundheit und Entwicklung in Buchform.
KORREKTUR @ 23 MIN 40 SEK: Der folgende Satz wurde falsch übersetzt: "Im April 2020 erschien Bill Gates in der Tagesschau, einem öffentlich finanzierten Segment der deutschen Tageszeitung Daily News, um über COVID 19 zu sprechen". Was wir eigentlich sagen wollten, ist, dass Bill Gates im April in der Tagesschau erschien, einem öffentlich finanzierten Sender, der täglich Nachrichten produziert.
Vor zehn Jahren, als der Microsoft-Milliardär Bill Gates mitten in seiner verblüffenden Metamorphose vom monopolistischen Software-Magnaten zum möglicherweise am meisten bewunderten Philanthrop der Welt war, hielt er eine Rede, in der er erklärte, die traditionelle amerikanische High School sei „veraltet“. Stattdessen investierte seine äußerst großzügige gemeinnützige Stiftung 2 Mrd. USD in neue, kleinere Schulen für fast 800.000 Schüler.
Innerhalb weniger Jahre, im Jahr 2008, wurde die Finanzierung jedoch abrupt eingestellt. Einige der Schulen mussten schließen. Drei Jahre später erklärte Gates in einem seiner sorgfältig rationierten Zeitungsinterviews: „Die Gesamtwirkung der Intervention, insbesondere die Maßnahme, die uns am wichtigsten ist - ob [Schüler] aufs College gehen - hat die Nadel nicht viel bewegt… Wir Ich habe keinen Weg gesehen, um eine große Wirkung zu erzielen, also haben wir einen Mea Culpa gemacht. “
Mit seiner Mischung aus Idealismus und kaltem Jargon, seiner Betonung auf Wohltätigkeit, die dramatische Ergebnisse erzielen muss, und seinem leichten Grundgefühl, dass Gates (im Bild) Gott spielen will, ist dieses Zitat einer von vielen erzählenden Momenten in Linsey McGoeys heftigem Buch. Als ehemalige Beraterin der Weltgesundheitsorganisation und Dozentin für Soziologie an der Universität von Essex , die lange Zeit eine Basis für radikale Akademiker war, wirft sie einen schonungslosen Blick auf den „Philanthrokapitalismus“ - wie sie und einige ihrer Praktiker ihn nennen. Eine kleine Gruppe privater Geber, schreibt sie, spiele "eine übergroße Rolle in der nationalen und globalen Politikgestaltung": Sie "wollen den letzten Bereich revolutionieren, der von der wettbewerbsintensiven, gewinnorientierten Welt des Finanzkapitalismus unberührt bleibt: die Welt von wohltätige Zwecke."
Gates ist derzeit der bekannteste dieser hartgesottenen modernen Philanthropen, und die Stiftung, die er und seine Frau Melinda von einem Hauptquartier in Seattle aus in der Größe eines großen Stadtblocks aus betreiben, steht im Mittelpunkt von etwa der Hälfte dieses Buches. Aber zuerst untersucht McGoey das Denken und die Methoden früherer Tycoons mit Gewissensbissen. Beginnend mit John D. Rockefeller Sr. im späten 19. Jahrhundert zeigt sie, dass Wohltätigkeitsorganisationen, die nach Geschäftsbereichen organisiert sind, nicht neu sind, wie Philanthrokapitalisten behaupten. Rockefeller wurde sogar von einem Mann namens Gates beraten, Frederick T (keine Beziehung), einem Baptistenminister, der zum Management-Guru wurde und sich damit beschäftigte, wie man Philanthropie den maximalen „Hebel“ und die „Effizienz“ geben kann. [Andy Beckett, Guardian, 25.10.2015 – Google-Übersetzer]
Microsoft-Gründer Bill Gates hofft, dass es in etwa 18 Monaten einen Impfstoff gegen das Coronavirus geben wird. Die Pandemie sei eine Warnung, sich besser auf solche Epidemien vorzubereiten, sagte er in den tagesthemen.
Bill Gates: CORONA-IMPFSTOFF ist die „dringendste Erfindung der Welt“ {2:42}
WELT Nachrichtensender
Am 12.04.2020 veröffentlicht
Die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung hat bereits 250 Millionen Dollar im Kampf gegen die Lungenkrankheit Covid-19 gespendet. Hier erklärt der Microsoft-Gründer, wie Impfstoffe im Körper funktionieren und an welchen Möglichkeiten zur Impfung aktuell geforscht wird.
mein Kommentar: Daß wir uns richtig verstehen: Ein erfolgreicher Computer-Nerd erklärt uns, wie Impfstoffe hergestellt werden und wo in den nächsten Monaten Hotspots entstehen werden, während Leute wie Dr. Wodarg oder Prof. Bhakdi ihre Seiten gesperrt bekommen und ihre Videos gelöscht werden! Wo bin ich hier??? x
[…] Ich habe gar nichts gegen die Menge; Doch kommt sie einmal ins Gedränge, So ruft sie, um den Teufel zu bannen, Gewiß die Schelme, die Tyrannen. […] Was ich sagen wollt, Verbietet mir keine Zensur! Sagt verständig immer nur, Was jedem frommt, Was ihr und andere sollt; Da kommt, Ich versichr’ euch, so viel zur Sprache, Was uns beschäftigt auf lange Tage.
O Freiheit süß der Presse! Nun sind wir endlich froh; Sie pocht von Messe zu Messe In dulci jubilo. Kommt, laßt uns alles drucken Und walten für und für; Nur sollte keiner mucken, Der nicht so denkt wie wir.
Was euch die heilige Preßfreiheit Für Frommen, Vorteil und Früchte beut? Davon habt ihr gewisse Erscheinung: Tiefe Verachtung öffentlicher Meinung. […] Nichts schmerzlicher kann den Menschen geschehn, Als das Absurde verkörpert zu sehn.
Dummes Zeug kann man viel reden, Kann es auch schreiben, Wird weder Leib noch Seele töten, Es wird alles beim alten bleiben.
Dummes aber, vors Auge gestellt, Hat ein magisches Recht; Weil es die Sinne gefesselt hält, Bleibt der Geist ein Knecht. […] Das Tüchtige, und wenn auch falsch, Wirkt Tag für Tag, von Haus zu Haus; Das Tüchtige, wenn’s wahrhaft ist, Wirkt über alle Zeiten hinaus.
Ich übernehme keine Haftung für die Inhalte externer Links, verweise diesbezüglich auf RogerMurtaughund gehe im übrigen davon aus, daß die Besucher meines Blog imstande sind, sich ihre eigenen Gedanken zu machen.
(Was ja auch Ziel dieses Blogs ist!)
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