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Donnerstag, 24. Januar 2019

Liberal war einmal

G20 Im Prozess um die Hamburger Elbchaussee zeigt sich eine Abkehr von der Versammlungsfreiheit

Entglaste Schaufenster, eine Reihe verbrannter Autos, ein Schaden von einer Million Euro: das hinterließ eine Gruppe von über 200 vermummten Personen im Hamburger Elbchausseeviertel bei den G20-Protesten. Acht Menschen sollen aufgrund der Ereignisse Schocks erlitten haben. Die strafrechtliche Aufarbeitung der G20-Proteste widmet sich nun diesem „Elbchausseekomplex“. Konkret sind vor dem Landgericht Hamburg fünf junge Männer wegen Landfriedensbruchs in einem besonders schweren Fall, Brandstiftung, gefährlicher Körperverletzung und Verstößen gegen das Waffengesetz angeklagt.

Das Besondere an diesem Fall: Die Staatsanwaltschaft kann den Angeklagten die konkreten Taten gar nicht nachweisen. Das ist auch nicht das Ziel ihrer Anklageschrift. Bereits die bloße Anwesenheit der Angeklagten reiche aus, argumentiert sie, um ihnen die Taten im Rahmen der Mittäterschaft zuzurechnen. Auch eine psychische Beihilfe könnte in Betracht kommen, meinte das Gericht im Dezember, am ersten von über 30 Verhandlungstagen. Die Strategie der Staatsanwaltschaft ist kein Einzelfall, sondern folgt einer Tendenz innerhalb des Straf- und Versammlungsrechts, einzelne für das Verhalten anderer haftbar zu machen und dafür eine Einschränkung der Grundrechte hinzunehmen.

mehr:
- Liberal war einmal (Maximilian Pichl, derFreitag, 24.01.2019)

Samstag, 16. Juni 2018

Nochmal G20 in Hamburg: Vorgehen der Polizei rechtswidrig

Knapp ein Jahr nach dem G-20-Gipfel in Hamburg bahnt sich ein Skandal um die von der Polizei aufgelöste »Welcome to hell«-Demonstration am 6. Juli an. Die Auflösungsverfügung der Einsatzleitung war möglicherweise rechtswidrig – weil sich verdeckte Ermittler (VE) vermummt unter die Demoteilnehmer gemischt hatten. Das geht aus einem von dem Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko (Die Linke) in Auftrag gegebenen Gutachten der »Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages« hervor.
Die Demo am Vortag des Gipfels war von der Polizei nach wenigen Metern auf der Hafenstraße brutal zerschlagen worden. Begründung war die Vermummung eines Teils des »schwarzen Blocks«. Mitte Mai 2018 kam heraus, dass sich mindestens vier sächsische VE vermummt unter die Teilnehmer gemischt hatten. Hunko kommentierte dies am Freitag gegenüber jW: »Vermummte Polizisten haben die Auflösung einer Demonstration begünstigt oder sogar herbeigeführt. Das muss Konsequenzen haben.«
mehr:
- Vermummte Provokateure: Polizeieinsatz beim G-20-Gipfel: Auflösung der »Welcome to Hell«-Demo laut Gutachten rechtswidrig (Kristian Stemmler, junge Welt, 16.06.2018)

G20 Hamburg "Welcome to Hell" Black Block Schwarzer Block Demo {4:16}

Am 06.07.2017 veröffentlicht 
Strassen TV Interview
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siehe auch:
Vermummte Provokateure: Polizeieinsatz beim G-20-Gipfel: Auflösung der »Welcome to Hell«-Demo laut Gutachten rechtswidrig (Kristian Stemmler, junge Welt, 08.11.2017)
- G20-Aufarbeitung: Lügen und geschwärzte Akten (Post, 08.11.2017)
- G20-Aufarbeitung: Ermittlungstempo je nachdem… (Post, 13.10.2017)
- „Die Polizei Hamburg hat die Gewaltorgie losgetreten“ (Post, 07.10.2017)
- Nachlese zum G20-Gipfel – Wrestling vs. schonungslose Analyse (Post, 18.08.2017)
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mein Kommentar:
Nach allem, was ich bisher recherchiert habe (s.o.), kann ich den Verdacht nicht von der Hand weisen, daß das ganze Schwarzer-Block-G20-Gipfel-Entsetzen Ergebnis einer Inszenierung war…
Punkt!

Mittwoch, 8. November 2017

G20-Aufarbeitung: Lügen und geschwärzte Akten

Das Hick-Hack um den G20-Gipfel in Hamburg ist noch lange nicht zu Ende. Die Innenbehörde räumt ein, dass sich ihre Darstellung der G20-Krawalle in wesentlichen Punkten nicht beweisen lasse.

Jan van Aken fühlt sich bestätigt. „Wir haben das Gleiche erlebt wie beim G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm“, sagte der einstige linke Bundestagsabgeordnete aus Hamburg, der die Proteste gegen den G20-Gipfel Anfang Juli organisieren half. „Zuerst wurde gelogen. Und dann stellte sich heraus, dass es gar nicht so war.“ Van Aken bezieht sich auf die Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Christiane Schneider. Darin räumte die Hamburger Innenbehörde ein, dass sich ihre Darstellung der G20-Krawalle in wesentlichen Punkten nicht beweisen lasse. So gebe es keine Belege für die Behauptung, dass sich Gewalttäter auf Dächern in der Straße Schulterblatt versammelt hätten, um die Polizei mit Steinen, Gehwegplatten, Eisenstangen und Molotowcocktails zu bewerfen.

mehr:
- G20 in Hamburg Lügen, Exempel und geschwärzte Akten (Markus Decker, FR online, 24.10.2017)
siehe auch:
- HAMBURG – Die G-20-Dilemmata der Aufklärer (Denis Fengler, Geli Tangermann, Philipp Woldin, N24, 08.11.2017)
- Hamburger Innenbehörde gibt zu: keine Beweise für die Darstellung der G20-Proteste (Freie-Radios.net, 31.10.2017)
- HAMBURG – G-20-SONDERAUSSCHUSS: Olaf Scholz wird mit seinen umstrittenen Aussagen konfrontiert (N24, 08.11.2017)
- „Die Polizei Hamburg hat die Gewaltorgie losgetreten“ (Post, 07.10.2017)
- G20-Nachbereitung: Pleiten, Pech und Pannen (Post, 06.10.2017)

Freitag, 13. Oktober 2017

G20-Aufarbeitung: Ermittlungstempo je nachdem…

G20-Aufarbeitung Während die Prozesse gegen Demonstranten längst laufen, ermittelt die Polizei gegen sich selbst nur ungern

Im November soll Olaf Scholz vor dem Sonderausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft erscheinen, es geht um die Gewalt beim G20-Gipfel. Ob sein Auftritt ähnlich selbstbewusst ausfallen wird wie der vor drei Monaten? Damals verteidigte Hamburgs Erster Bürgermeister die Arbeit der Polizei und sagte: „Polizeigewalt hat es nicht gegeben, das ist eine Denunziation, die ich entschieden zurückweise.“

mehr:
- Hanseatische Polizeiarbeit (Martina Mescher, der Freitag 41/2017)
Zitat:
Nach dem Gipfel sangen nicht nur CDU-Politiker wie Wolfgang Bosbach Loblieder auf die Polizei. Nun ist es erstaunlich still geworden, obwohl kein Mangel an Kritikwürdigem besteht. Neben dem Entzug der G20-Akkreditierung von Journalisten erscheint auch die Polizeitaktik an der Sternschanze fragwürdig. Die Beamten zogen ab, weil sie angeblich mit Steinen und Molotowcocktails beworfen wurden. Durch eine Anfrage der Linken kam heraus, dass es für diese Darstellung keine Beweise gibt.
siehe dazu auch:
- G20-Krawalle: Zweifel an Polizeiangaben zu G20-Ausschreitungen (ZON, 06.10.2017)
siehe auch:
»Pfefferspray kann schlimme Auswirkungen haben« (Gespräch mit Alexander Bosch, junge Welt, 07.10.2017)
G20-Nachbereitung: Pleiten, Pech und Pannen (Post, 06.10.2017)
- "Die Herrschaft über die Wirklichkeit hat die Polizei" (Post, 06.10.2017)
Sicherheitskonzept riskierte Menschenleben (Blog-Beitrag aus der Freitag-Community, 02.10.2017)
Aufräumarbeiten nach dem G20-Gipfel: Was würde geschehen, wenn… (Post, 23.07.2017)

Samstag, 7. Oktober 2017

„Die Polizei Hamburg hat die Gewaltorgie losgetreten“

Teil 1 des Interviews mit Thomas Wüppesahl, Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Kritischer Polizistinnen und Polizisten (Hamburger Signal). Wüppesahl war Anfang der 90er „als die Grünen noch grün waren“ innenpolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion. Das Interview führte Alexander Hummel.

Critica: Aus einer kleinen Bundestagsanfrage der LINKEN geht hervor, dass deutlich mehr PolizistInnen als ursprünglich angegeben beim G20-Einsatz beteiligt waren: über 31.000 PolizistInnen, das heißt 50% mehr als bekannt. Warum wurde die tatsächliche Zahl zuvor geheim gehalten?


Wüppesahl: Diese Tatsache, dass die Einsatzleitung, aber auch die politische Führung in Hamburg sich um die 10.000 PolizeibeamtInnen vertut, ist leider normal. Das gehört inzwischen zur klassischen Desinformationspolitik und hat auch taktische Gesichtspunkte. Denn man möchte sich selbst in der Wahrnehmung kleiner und das Gegenüber groß machen. Zudem zeigt es, dass die Polizei hier völlig überfordert war. Schon die ursprüngliche Zahl von 21.000 eingesetzten PolizeibeamtInnen ist deutscher Rekord seit 1949. Wir wissen jetzt, dass es nicht eine zahlenmäßige militärische Division war, was ungefähr 21.000 SoldatInnen entspräche, sondern es sind eineinhalb Divisionen gewesen und sie haben es trotzdem nicht bewerkstelligt. Derartige Desinformationen in die Öffentlichkeit zu setzen, zieht sich durch die gesamten drei Tage. Es wurde permanent die Unwahrheit gesagt, häufig auch ganz bewusst gelogen. Gleichzeitig sagten Einsatzleitung und Polizeipräsident, dass ihnen genug BeamtInnen zur Verfügung standen: „Daran habe es nicht gelegen.“ – Es fehlte einfach das fachliche Können.

mehr:
- „Die Polizei Hamburg hat die Gewaltorgie losgetreten“ (Interview mit Thomas Wüppesahl, Die Freiheitsliebe, 05.10.2017)
siehe auch:
- »Pfefferspray kann schlimme Auswirkungen haben« (Gespräch mit Alexander Bosch, junge Welt, 07.10.2017)
- G20-Nachbereitung: Pleiten, Pech und Pannen (Post, 06.10.2017)
Sicherheitskonzept riskierte Menschenleben (Blog-Beitrag aus der Freitag-Community, 02.10.2017)
Aufräumarbeiten nach dem G20-Gipfel: Was würde geschehen, wenn… (Post, 23.07.2017)
- Das angebliche Gewaltproblem der Linken (Post, 21.03.2015)

Freitag, 6. Oktober 2017

G20-Nachbereitung: Pleiten, Pech und Pannen

Jetzt wurde bekannt, dass Behörden in Akten Seiten schwärzten oder gleich ganz entfernten sowie Daten komplett löschten 

Die Nachbereitung der Vorfälle um den G20-Gipfel Anfang Juli 2017 in Hamburg gestalten sich mehr als schwierig. Zwar bildete die Hamburgische Bürgerschaft einen Sonderausschuss, doch in dazu erforderlichen Akten wurde kräftig geschwärzt und z. T. fehlen die meisten Seiten. Die Hamburger Linksfraktion spricht von "Sabotage".

Das Berliner Landeskriminalamt (LKA) löschte gar Daten eines Fotografen vollständig, dem zu Unrecht die Akkreditierung während der Protestwoche entzogen worden war. Das verunmöglicht die Feststellung, ob die Speicherung der Daten überhaupt rechtens war.

Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, Christiane Schneider, staunte nicht schlecht, als sie sich die Akten anschauen wollte: "Ich habe am Montag die Ordner mit den 'Abschlussmeldungen' der BAO Michel sowie Lageinformationen und weiteren unbekannten, weil entnommenen, Dokumenten für die Tage vom 2. bis 9. Juli 2017 studiert. Um nur zwei Beispiele zu nennen: Im Ordner für den 2. Juli wurden 73 von 88 Seiten entfernt. Im Ordner für den 6. Juli waren es 60 von 87 Seiten, hier wurden außerdem knapp 16 Seiten aus den 'Abschlussmeldungen' geschwärzt, darunter auch die zweieinhalb Seiten zur Demonstration 'Welcome to Hell'", schreibt sie in einer Pressemitteilung. Die Polizeiführung verwehre die Einsicht und mache so den Sonderausschuss lächerlich.

Laut Hamburger Morgenpost räumte Polizeisprecher Ulf Wundrack ein, dass "unter massivem Zeitdruck" vermutlich mehr Stellen als nötig geschwärzt worden sei. Das sei "lächerlich", konterte die LINKEN-Politikerin auf ihrem Facebook-Profil.

»Spätestens seit dem 12. Juli WEISS die Polizei durch den Beschluss der Bürgerschaft, dass ein Sonderausschuss gebildet wird. Die Akten, von denen hier die Rede ist, wurden am Freitag, den 29.9., geliefert, ca. 11 Wochen nach der Beschlussfassung. Mit dem einstimmig beschlossenen Aktenvorlageersuchen hat der Sonderausschuss deutlich gemacht, was genau er u.a. sehen will. Zum Beispiel: 'Einsatzkonzeption und vorbereitende Materialien/Erkenntnisse (Lagebilder, Bedrohungsanalysen, Erkenntnisse auch anderer Behörden wie Bundespolizei, BMI und VS; hierzu wird sich der Senat im Rahmen der Aktenvorlage mit den Verantwortlichen anderer Behörden über die Herausgabe abzustimmen haben), Maßnahmen im Vorfeld.' Soweit ich das bisher beurteilen kann, wurde sowas alles geschwärzt oder entnommen. Und zwar systematisch.
Christiane Schneider
mehr:
- G20-Nachbereitung: Pleiten, Pech und Pannen (Birgit Gärtner, Telepolis, 05.10.2017)

siehe auch:
- Anti-Aufklärung im G20-Sonderausschuss – Mantra vom guten Gipfel (taz, Datum unbekannt)
- Sonderausschuss zu G-20: Schwarzes Papier (taz, Datum unbekannt)
- Geschwärzte G20-Akten: Polizei will nacharbeiten (NDR, 04.10,2017)
- Vertuschung nach G20-Gipfel: Landeskriminalamt soll Akten geschwärzt haben (RTDeutsch, 04.10.2017)
- Sicherheitskonzept riskierte Menschenleben (Blog-Beitrag aus der Freitag-Community, 02.10.2017)
- G20-Krawalle: Sonderausschuss der Bürgerschaft startet die Aufarbeitung (Hamburger Morgenpost, 21.09.2017)
- „Wir haben mehr geschwärzt als notwendig war“ (Denis Fengler, Per Hinrichs, N24, 21.09.2017)
- Warum wir einen PUA brauchen (Max Bryan, Freitag-Community, 19.09.2017???)
- Nachlese zum G20-Gipfel – Wrestling vs. schonungslose Analyse (Post, 18.08.2017)
- Aufräumarbeiten nach dem G20-Gipfel: Was würde geschehen, wenn… (Post, 23.07.2017)

Freitag, 18. August 2017

Nachlese zum G20-Gipfel – Wrestling vs. schonungslose Analyse

Das Komitee für Grundrechte und Demokratie im Nachtrag zu den Auseinandersetzungen in Hamburg

In der ersten Hälfte des Juli schien es in Deutschland nur ein Thema zu geben. Die linke Militanz bei den Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg wurde von einer ganz großen Koalition zu einer Generalabrechnung mit allen gemacht, die es wagten, noch daran zu erinnern, dass es Gewalt nicht nur bei einem Teil der Protestierer gibt. Nicht nur linke Zentren wie die Rote Flora waren zum Abschuss freigeben, auch das politisch sehr gemäßigte Gängeviertel in Hamburg geriet in den Fokus, weil es sich mit der Roten Flora solidarisiert hat.

Auch in Frankfurt wurde die Schließung von linken Zentren gefordert, weil die sich ebenfalls mit den Hamburger Floristen solidarisiert haben. Da die meisten dieser Zentren rechtsgültige Verträge haben, konnte die Politik des kurzen Prozesses nicht umgesetzt werden. Doch die Kampagne hat durchaus politische Folgen, die AfD sieht sich bestätigt, wenn ihre Parolen gegen die Linke von einer ganz großen Koalition vor- oder nachgebetet werden. Nun macht die Rechtspartei Wahlwerbung mit der Parole: "Den linken Terror stoppen."

Auch wer in den Tagen nach dem Hamburger Gipfel auf die Polizeigewalt und die Einschränkung der Grundrechte verwies, musste sich schon vorwerfen lassen, linke Militanz zu verteidigen. Das zeigte sich besonders deutlich, als der CDU-Rechtsaußen Wolfgang Bosbach eine Talkshow verlies, weil die linke Publizistin Jutta Ditfurth es wagte, über Polizeigewalt zu reden und dabei eigene Beobachtungen zur Grundlage machte. Bosbach sah damit die Polizei beleidigt, die er mit seinem Abgang ausdrücklich unterstützen wollte. Doch auch der Hamburger SPD-Bürgermeister hat nach dem G20-Gipfel mehrmals jegliche Polizeigewalt rundweg abgestritten.

mehr:
- G20: Die Eskalation begann mit der Ernennung von Dudde zum Polizeichef (Peter Nowack, Telepolis, 17.08.2017)

siehe auch:
Hat sich die Polizei im Camp an der Elbe richtig verhalten? (Christoph Heinemann, Peter Ulrich Meyer, Oliver Schirg, Hamburger Abendblatt, 04.07.2017)
Mit Video: Verwaltungsgericht bestätigt Polizeiauflagen gegen Protest-Camp auf Elbinsel Entenwerder (SHZ, 04.07.2017)
Zitat:
Das Hamburger Verwaltungsgericht hat die Auflagen gegen ein Protest-Camp auf der Elbhalbinsel Entenwerder bestätigt. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin dürfen die G20-Gegner weiterhin keine Schlafzelte aufstellen sowie Küchen und Duschen errichten. Es würden weiter keine Übernachtungen geduldet, twitterte die Polizei.
Beim OVG waren am Montagvormittag zudem zwei weitere Beschwerden von Gipfelgegnern anhängig. Sie gehen gegen die Allgemeinverfügung der Polizei vor, wonach es beim G20-Gipfel am 7. und 8. Juli in einem 38 Quadratkilometer großen Gebiet keine Demonstrationen geben darf. Konkret geht es um den Ort der Abschlusskundgebung der Großdemo am 8. Juli - die Gegner wollen zum Heiligengeistfeld ziehen - und um Proteste im Gängeviertel.
Weitere für den 7. Juli angemeldete Demonstrationen bleiben nach Mitteilungen des Verwaltungsgerichts vom Montag verboten: die Versammlungen „Gutes Leben für alle statt Wachstumswahn“ und „Freihandel Macht Flucht“.
Auf der Grünfläche in Entenwerder hatten G20-Gegner am Sonntag mehrere Zelte errichtet, nachdem es eine Entscheidung des Hamburger Verwaltungsgerichts für ein Protestcamp auf der Elbhalbinsel gegeben hatte. Die Polizei aber verbot das Übernachten in dem Camp.



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Ein Lager oder auch aus dem Englischen übernommen Camp, ist ein Ort, an dem mehrere Personen meist provisorisch untergebracht sind. Lager haben somit meist einen kurzfristigen Charakter, können aber durchaus und unter bestimmten Umständen, die von Bauweise und Zweckbestimmung abhängen, auch für längere Zeit genutzt werden.
Ursprünglich bezeichnete Lager wohl einfach das Nachtlager, d. h. die Stelle, an der sich jemand niederlegte, um die Nacht zu verbringen. Noch heute wird in der Jägersprache der Ruheplatz bestimmter Tiere als Lager bezeichnet. [Lager (Camp), Wikipedia, abgerufen am 08.09.2017]
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Maischberger | Eklat: Bosbach verlässt Sendung {1:22:19}

Am 31.08.2017 veröffentlicht 
Victor Craft
Eine spannende Diskussionsrunde über die linksextremistische Gewalt und die Ausschreitungen in Hamburg während des G20-Gipfels. Wolfgang Bosbach ...Eine spannende Diskussionsrunde über die linksextremistische Gewalt und die Ausschreitungen in Hamburg während des G20-Gipfels. Wolfgang Bosbach ...
Sandra Maischbergers Talk über die G20-Krawalle in Hamburg endet im Eklat: Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach verlässt nach einer hitzigen Diskussion vor ...
Bosbach Maischberger ▻Untergang der EU : http://amzn.to/2qcv2d6 ▻Backup Kanal abonnieren ...
Eklat: Bosbach verlässt Sendung, Grüne verweigert sich Rauswurf | G20-Talk bei Maischberger 12.07.17 Maischberger vom 12.07.2017 Gäste: Wolfgang ...
Nach einem Streit mit Jutta Ditfurth. Thema: Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat? Die schweren Krawalle rund um den G20-Gipfel sorgen für Entsetzen ...
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mein Kommentar:
»Die schweren Krawalle […] sorgten für Entsetzen.«
Das Thema des Maischberger-Talks lautete: 
»Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat?«
Folgendermaßen wurden die Talk-Teilnehmer vorgestellt:
Wolfgang Bosbach, CDU-Innnen-Experte
Jutta Ditfurth, ehemalige Grünen-Chefin und Publizistin
Joachim Lenders, Hamburger Polizeihauptkommissar
Jan van Aken, Linken-Politiker, hat die Demonstration organisiert
Katharina Barley, Bundes-Familienministerin
Hans-Ulrich Jörges, stern-Journalist


»Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat?« 
[Thema des Maischberger-Talks]
Der Philosoph behandelt eine Frage;
wie eine Krankheit.
[Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen – Teil I, §255, Seite 98. Google Books]
Die für uns wichtigsten Aspekte der Dinge sind durch ihre Einfachheit und Alltäglichkeit verborgen.
[Ludwig WittgensteinPhilosophische Untersuchungen 198] 
Was ist dein Ziel in der Philosophie?
Der Fliege den Ausweg aus dem Fliegenglas zeigen.
[Ludwig WittgensteinPhilosophische Untersuchungen 309]
Die Ergebnisse der Philosophie sind die Entdeckung irgendeines schlichten Unsinns und die Beulen, die sich der Verstand beim Anrennen an die Grenze der Sprache geholt hat. Sie, die Beulen, lassen uns den Wert jener Entdeckung erkennen.
[Ludwig WittgensteinPhilosophische Untersuchungen 119]

Wat is'n Dampfmaschin? {1:45}

Am 09.01.2007 veröffentlicht 
eXceed2k
Ausschnitt aus dem Film "Feuerzangenbowle"!


Die öffentliche Meinungsbildung lässt sich also sehr wirkungsvoll bereits dadurch steuern, dass man zunächst die ‚Ränder‘ dessen festlegt, was noch als ‚vernünftig‘ anzusehen ist. Wer also die Ränder des in der Öffentlichkeit sichtbaren Meinungsspektrum markieren kann und damit die Ränder des ‚vernünftigerweise Akzeptablen‘, der hat schon einen großen Teil des Meinungsmanagements erreicht. In einer neoliberalen, also ‚marktkonformen‘ Konzeption von ‚Demokratie‘ ist es naheliegenderweise besonders wichtig, den linken Rand des ‚Zulässigen‘ – also dessen, was man noch ‚verantwortlich‘ vertreten kann – zu markieren. Beispielsweise können die herrschenden Eliten die Auffassungen von Jürgen Habermas als das Äußerste deklarieren, was wir ‚in unserer liberalen Demokratie‘ vernünftigerweise zu akzeptieren bereit sind. Positionen, die radikaler sind und deutlicher auf das Zentrum der Macht zielen, werden dann bereits durch diese nahezu unsichtbare Markierung der Grenzen des ‚Akzeptablen‘ für die Öffentlichkeit als ‚Unverantwortlich‘ gekennzeichnet. Sie gehören damit nicht mehr zum Bereich dessen, was ‚sinnvoll‘ diskutiert werden kann. [„Warum schweigen die Lämmer?“ Demokratie, Psychologie und Techniken des Meinungs- und Empörungsmanagements, Rainer Mausfeld, Vortrag an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, am 22. Juni 2015, gefunden auf den NachDenkSeiten, PDF, S. 5 unten]
- Das nachträgliche G20-Theater gerät zur Provinzposse (Rüdiger Suchsland, Telepolis, 13.07.2017)
mein Kommentar:
Wenn Bosbach, den staatstragenden Naiven spielend, Grenzen zu ziehen versucht, die sich einfach nicht ziehen lassen, dann kommt sowas dabei raus:
»Mich interessiert nur, ob Konsequenzen gezogen werden. Es ist atemberaubend, dass hier der Polizei auch nur der Ansatz eines Vorwurfs gemacht wird. […] Es ist pures Glück, dass es keine Toten gab. Das waren bürgerkriegsähnliche Zustände. […] Wenn der Staat ein 'Wehret den Anfängen!' nicht beherzigt, werden die Zustände immer schlimmer.« [Bosbach in der Talkshow, zitiert in: TV-Kritik "Maischberger: "Bosbach verlässt Talkrunde - seine Gegnerin bleibt sitzen, Axel Wolfsberger, Focus, 13.07.2017]
mein Kommentar:
Mit dem ersten Satz hat sich Bosbach selbst abgeschossen. Warum der Staat versagt hat (Thema der Talkrunde), scheint ihn nicht zu interessieren. Jutta Ditfurth, die minutenlang versucht, den Ablauf der Demonstration, wie sie ihn wahrgenommen hat, zu beschreiben, wird ständig von Bosbach unterbrochen und nach ihren politischen und rechtlichen Überzeugungen befragt. (Ich habe nach dem wiederholten Ansehen des Diskussionsverlaufs immer stärker den Eindruck, daß Bosbach von vorneherein auf Krawall gebürstet war.)
Bei Sandra Maischberger brachte am vergangenen Mittwoch Jutta Ditfurth mit ihrem Mix aus frech, böse und unbelehrbar fast die gesamte Talkrunde gegen sich auf. Das war schon vor der Wende so, als sie noch Chefin der Grünen war. Nach guter einer Stunde hatte sich der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach so sehr aufgeregt, dass er empört die Runde verließ: „Frau Ditfurth ist persönlich, vom Verhalten und von ihrer – in Anführungszeichen – Argumentation unerträglich“, war das letzte, was er in der Gesprächsrunde noch sagte. Später sollte er erklären: „Talkshows machen nur dann Sinn, wenn alle die Bereitschaft mitbringen, sich ernsthaft mit der Position des Gegenübers zu beschäftigen und ihn ausreden zu lassen“. [Streit Nach Bosbach-Abgang geht weiter: Jutta Ditfurth reicht Maischberger-Entschuldigung noch nicht, Meedia, 14.07.2047]
mein Kommentar: 
»frech, böse und unbelehrbar«
Da würde ich mir doch mal wünschen, daß das an konkreten Szenen der Talkrunde festgemacht wird. Daß Ditfurth – außer natürlich Bosbach und Lenders – die »gesamte Talkrunde gegen sich aufbrachte«, kann ich nicht feststellen. Im Gegenteil: mich haben die aggressiven Äußerungen von Bosbach und Lenders – und daß die beiden ständig van Aken und Ditfurth ins Wort fielen – von Anfang an gestört.

Bewundernswert ist die Ruhe und Gelassenheit, die van Aken ausstrahlte!

Es gibt in der Psychotherapie den Begriff der »Szene in der Szene«:
Damit ist gemeint, daß sich die emotionale Dynamik eines Themas, über das Therapeut und Patient reden, im Gespräch über das Thema »reinszeniert«, das Gesprächspaar Therapeut-Patient quasi von der emotionalen Dynamik des Themas »infiziert« werden und sich diese emotionale Dynamik im Verhalten der beiden wieder abbildet.

In gleicher Weise verstehe ich diese Diskussionsrunde, die wohl einen professionellen Begleiter gebraucht hätte: die emotionale Dynamik der G20-Demo (Bosbach & Co.: Wir haben sowas von recht, da brauchen wir uns auf Deine Argumente gar nicht einlassen!) bildete sich in der Talkrunde wieder ab. 
Kurioserweise beantwortete gerade diese verunglückte Sendung ihre eigene Frage sehr anschaulich. Warum versagte der Staat? Er versagte, weil unverantwortlicherweise Leute eingeladen waren, die einander nicht grün sind, kein Interesse an gedeihlichem Austausch haben - und keinen Zentimeter weichen wollten. [Bosbach verlässt Studio – Bei G20 eskaliert sogar der Maischberger-Talk, Arno Frank, SPON, 13.07.2017]
Hamburg hat gezeigt, was Demokratie in diesem Land noch wert ist, nämlich nichts.
Journalisten wird ihre Akkreditierung entzogen, genehmigte Demonstrationen werden durch die Polizei in brutaler Art und Weise bereits nach 5 Minuten aufgelöst, weit über 30 qkm werden zur 'No-Go-Area' erklärt, Demonstranten am Schlafen und Essen gehindert, nur damit sich 20 Politiker sich gegenseitig die Eier schaukeln können (sorry Mrs Merkel) und das alles in einem sog. 'demokratischen' Staat.
 [Maischberger-Sendung zum G20-Gipfel: Bosbach flieht vor Jutta Ditfurth, taz, Kommentar von Virilio, 13.07.2017, 18:36h] 
Man muss nicht Jutta Ditfurths Position vertreten, wenn man ihr aufmerksam zuhört, um zu begreifen, weshalb nach ihrer Beobachtung es zu den gewaltsamen Ausschreitungen in Hamburg kam. Ditfurth kennt die Szene seit Jahren und beurteilt diese aus soziologischer Sicht. Hört man ihren Aussagen genau zu, so wird deutlich, dass die Gewalt sich offenbar schrittweise aufgebaut hat und vermutlich im Anfangsstadium zu wenig für die Deeskalation getan wurde.
Dass einige Polizisten offenbar auch Journalisten, die über die Vorgänge vor Ort berichten wollten, tätlich angegriffen haben, zeugt von mangelnder Gelassenheit einzelner Polizisten und vor allem von einer Personalschulung, die diskutiert werden muss. Choleriker sollten nach meiner Ansicht bei solch sensiblen Einsätzen außen vor bleiben, weil das Eskalieren einer Situation dadurch vorprogrammiert ist. […]
Meinen Eindruck, dass Wolfgang Bosbach die Kritik Jutta Ditfurths am Verhalten übergriffiger Polizisten, die sie gegenüber Bosbachs Parteifreund Joachim Lenders (Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft in Hamburg) äußerte, spontan zum Schweigen bringen wollte, werde ich allerdings nicht los.
Wer deeskalieren möchte, auch bei zukünftigen Veranstaltungen, muss die Akteure beider Seiten der Barrikaden ganz genau unter die Lupe nehmen und darf sich keine Denkverbote auferlegen. Hier helfen nur schonungslose Analysen. [Helga König, Sonntagskolumne, Gedanken zur Ethik und Kultur, 16.07.2017]

Bosbach spricht Ditfurth die Bereitschaft ab, »sich ernsthaft mit der Position des Gegenüber zu beschäftigen und ihn ausreden zu lassen« – ein Vorwurf, der eins zu eins auf ihn selber zutrifft – etwas, was ich bei Paargesprächen immer wieder beobachte, wenn sich die beiden ineinander verhakt haben, und wo man schon ziemlich stabil und souverän sein muß, um da noch dazwischen zu kommen.
Mein Fazit: Bosbach wollte von Anfang an das, was er sich für den G20-Gipfel gewünscht hätte: dazwischen gehen und aufräumen und klar zeigen, wer hier das Sagen hat.
Das kann man natürlich tun, zum Verständnis trägt das rein gar nichts bei.

siehe auch:
- Die Schuld der anderen (Jakob Augstein, der Freitag, 13.07.2017)
Zitat:
Die G20 stehen für ein Weltmachtsystem, in dem acht Menschen ebenso viel besitzen wie 3,7 Milliarden. Diese Zahl ist der Inbegriff schierer Gewalt. Und auch der Gipfel selbst, der eine stolze, freie Stadt als Geisel nahm, war ein Akt der Gewalt. Hunderttausende von selbstbewussten Bürgern wurden zu Statisten einer quasi-monarchischen Show degradiert, die alle Werte konterkariert, die wir gerade im Zeitalter der Globalisierung hochhalten müssen.
Die Friedenspreisträgerin Carolin Emcke twitterte: „Jede TV-Minute, die der Gewalt der Hooligans gewidmet wurde, war eine Minute, in der nicht die Beschlüsse der #G20 kritisiert werden konnten.“ Dabei ist gar nicht vorstellbar, dass friedliche Proteste gegen den Gipfel auch nur annähernd so viel Beachtung gefunden hätten wie die gewalttätigen Auseinandersetzungen. Machen wir uns nichts vor: ein paar pflichtschuldige Bilder, ein paar wohlwollende Worte – das wäre es gewesen. Erst die Gewalt macht den Protest gegen G20 erwähnenswert. Denn auch wenn dieser Gedanke in der gegenwärtigen Aufwühlung wie ein Affront erscheint: Natürlich hat auch die Gewalt der Demonstranten eine politische Dimension. Und dabei kommt es nicht einmal darauf an, ob der gewaltbetrunkene Randalierer sich dessen selber bewusst ist.
Die Gewaltdemonstranten haben Autos angezündet. Das ist eine Straftat. Vorstellbar wäre noch der Hinweis, dass die Besitzer dieser Autos, die sich unschuldig und unbeteiligt wähnen, plötzlich daran erinnert werden, dass sie beides eben nicht sind – unschuldig und unbeteiligt. Denn das Auto, das eine Familie in Hamburg-Ottensen gekauft und bezahlt hat und das da am Wochenende angezündet wurde, ist selber kein wertneutraler Gegenstand, sondern ein politisches Objekt.
Es besteht aus Rohstoffen, die unter den Terms of Trade einer von den G20 beherrschten Welt gefördert und gehandelt wurden: Kupfer aus Chile, Bauxit aus Guinea oder Seltene Erden aus China – geschürft, transportiert, verarbeitet unter Bedingungen, die man mit gutem Gewissen weder den Menschen noch dem Planeten zumuten kann. Aber die Familie aus Ottensen hat kein schlechtes Gewissen. Wir alle haben kein schlechtes Gewissen.  
Wir erkennen die Gewalt nicht, die wir selber ausüben. Nur die, die wir selber erfahren.  

Ich glaube, dass die Krise heute viel mit Gier zu tun hat. Das Über-Ich ist ziemlich zurückgedrängt, die Sexualität völlig befreit, die doppelte Moral der Nachkriegsjahre längst aufgegeben. Das wollten wir alle, das haben wir mithilfe der Psychoanalyse sehr unterstützt. Aber die so genannte Spaßgesellschaft, die ihrer Gier freien Lauf lässt, kann doch auch nicht das Richtige sein. Ein Großteil der Menschen ist interessenlos. Da lauert die Gefahr! Das tägliche Brot soll jeder haben, aber auch das tägliche Brot der Bildung, sonst werden immer wieder Kriege entstehen, die alles zerstören. Es ist klar, dass es Ungleichheit geben muss und immer geben wird, schon deswegen, damit sich Leistung, Erfindung oder Lust am Denken entwickeln können. Ohne wäre es auch wahnsinnig langweilig … Aber die Chancengleichheit als soziales Gleichgewicht, die müsste man doch einrichten können! Das wird einem immer bewusster, je älter man wird. Deswegen ist die Psychoanalyse nach wie vor gut, weil sie die Gleichgültigkeit dieser Krise aufdeckt: Das Gewissen, das Über-Ich ist hier verlogen. Der Fundamentalismus ist kein Gegengewicht zur absoluten Morallosigkeit. Wir wollen die Welt ändern, aber wie? Panik führt zu Extremen, zum Auseinanderbrechen der demokratischen Gesellschaft. Vor allem, wenn sie so jung und fragil ist, wie sie es damals, 1929, war. Hoffentlich ist sie das heute nicht mehr.
Man muss intensiver überlegen, was man dagegen tun kann. Warum ist dieses und jenes passiert? Es geht um Erinnerungsarbeit, um die „Unfähigkeit zu trauern“. Wir wollten nur noch Profit, aber woher das Geld stammt, das wollten wir nicht mehr wissen. Auslöser war doch wohl die blanke Gier. Ich selbst habe zu Geld eigentlich keine Beziehung. Die Lust, mehr Geld zu haben, als ich benötige, um das kaufen zu können, was ich brauche und liebe, diese Lust ist bei mir praktisch nicht vorhanden. Geld, das nur herumliegt, das ist doch Quatsch! Aber die Angst, die nun aufgetaucht ist, ist nicht ganz schlecht, denn wir brauchen Angst, um voranzukommen. Das große Zähneklappern kann ich aber nicht erkennen. Es scheint, als blieben wir diesmal vernünftig. [Margarete Mitscherlich: "Wissen Sie, wie es ist, wenn man tot ist?", Margarete Mitscherlich im Interview, Journal Frankfurt 24/2009]
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Der damalige Innenminister Claudio Scajola äußerte in der Öffentlichkeit, dass die Polizei „ihre Aufgabe würdevoll erfüllt“ habe. Der damalige Vizeminister Gianfranco Fini sagte, dass die Demonstranten bekommen hätten, „was sie verdienten“.[55] [G8-Gipfel in Genua 2001, Aufarbeitung, Wikipedia, abgerufen am 19.08.2017]
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Die Ereignisse in der Polizeikaserne und die Gerichtsverfahren veranlassten die britische Zeitung The Guardian zu der Aussage: „Genoa tells us that when the state feels threatened, the rule of law can be suspended. Anywhere.“ (Genua sagt uns, dass, wenn der Staat sich bedroht fühlt, die Herrschaft des Gesetzes außer Kraft gesetzt werden kann – überall.)[62] [G8-Gipfel in Genua 2001, Aufarbeitung, Wikipedia, abgerufen am 19.08.2017]
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Seit dem Gipfel und verstärkt nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 gilt nach dem Summit policing der Grundsatz, für G8/G20-Gipfel einen Ort zu wählen, der möglichst abgelegen ist und gut abgesichert werden kann. Laut Tony Blair soll verhindert werden, dass die publizistische Wirkung von Protesten den Gipfel in den Augen der Öffentlichkeit ruiniert.[1] [G8-Gipfel in Genua 2001, Wikipedia, abgerufen am 19.08.2017]
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mein Fazit:
Für mich war der G20-Gipfel nicht nur eine mittelalterlich anmutende Herrschaftsdemonstration des Staates, er war – bewußt oder unbewußt – auch eine medial aufbereitete Inszenierung, die von der organisierten Gewalt des Kapitalismus ablenken und die G20-Demonstranten zu entpolitisieren versuchte!
Und die mediale Aufbereitung mittels einer Talkrunde mit einem auf Krawall gebürsteten Bosbach, der den Rechtsstaat raushängen läßt und einer standhaften Jutta Ditfurth, die mit ihrer »Unbelehrbarkeit« die ganze Runde gegen sich aufbrachte… 
Da kann sich jeder seinen eigenen Reim drauf machen.

siehe auch:
- Dumm gelaufen – Der Hamburger G 20-Gipfel und der Wahlkampf (Joachim Hirsch, LinksNetz.de, August 2017)
- G20-Gipfel: Ausschluss von Journalisten vom G20-Gipfel war fehlerhaft (ZON, 19.08.2017, beachte auch die Kommentare!)
mein Kommentar:
Man genieße den Sprachgebrauch: der Ausschluß war nicht »falsch« sondern »fehlerhaft«!
Na sowas – »teilweise falsche BKA-Informationen«! Das hätte ich mir nie im Leben vorstellen können! :-)

Aufräumarbeiten nach dem G20-Gipfel: Was würde geschehen, wenn… (Post, 23.07.2017)
- Gedanken zu G20 bei Maischberger: Viele Emotionen, wenige Fakten (Stephan Humer, Internetsoziologie, 17.07.2017)
- „Maischberger“-Eklat – Jetzt spricht Wolfgang Bosbach (Frankfurter Rundschau, Kultur, 13.07.2017)
- Scholz und Dudde müssen haltlose Anschuldigungen zurücknehmen (Pressemitteilung, G20-Protestcamp Altona, 11.07.2017)
- Die linke Gewalt gegen Sachen, von der man so viel hört. (Don Alphonso, FAZ.net, 11.07.2017)
man genieße den Kommentar von Uwe Dippel (13. Juli 2017 um 19:10 Uhr):
»Wäre es meine Talkshow gewesen, hätte ich Ditfurth Hausverbot erteilt, und sie gebeten, zu gehen. Natürlich bin ich absolute Meinungsfreiheit, und dennoch muss ich mir in meinem Haus nicht unbedingt alles anhören, was ich im Grunde für durchgeknallt halte.«
- Contradictio in adiecto (Wortwuchs.net)
Natürlich nicht, lieber absolute Meinungsfreiheit, zwingt Dich ja keiner!
Und hinterfrage keinesfalls Dein Wertesystem!
Auch Du darfst wählen! Wir haben ja Meinungsfreiheit, auch für Durchgeknallte…


Polizist empfindet G20-Gipfel als »bodenlose Frechheit« (Elsa Koester, Neues Deutschland, 08.06.2017)

aktualisiert am 08.09.2017

Sonntag, 23. Juli 2017

Aufräumarbeiten nach dem G20-Gipfel: Was würde geschehen, wenn…

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Das Reisekönigtum war von der fränkischen Zeit bis in das Spätmittelalter hinein die übliche Form der Herrschaftsausübung durch König oder Kaiser (als Reisekönig oder Reisekaiser). Die deutschen Könige des Mittelalters regierten nicht von einer Hauptstadt aus. Sie reisten mit Familie und Hofstaat durch das Reich von einer Pfalz zur anderen. Auch in anderen europäischen Ländern war dies üblich und wurde dort zum Beispiel auf Englisch als itinerant kingshiptravelling kingdom oder auf Italienisch als corte itinerante bezeichnet.
Das alte deutsche Reich besaß keine Hauptstadt im heutigen Sinne, sondern wurde von wechselnden Orten aus regiert. Diese Orte waren meist auf Krongut errichtete Pfalzen oder aber Bischofsstädte. Die Wege, die der Hofstaat auf diesen Reisen zurücklegte, nennt man Itinerare. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Pfalzen oft in verkehrsgünstigen und auch fruchtbaren Gebieten angelegt wurden, die zur Versorgung von Königshöfen als Mittelpunkt königlicher Grundherrschaften umgeben waren. Die Königshöfe lagen dabei verstreut über das gesamte Reich. Die Zusammensetzung des Hofstaats änderte sich dabei, je nachdem, durch welches Gebiet man zog und welche Adligen sich dem Hof mit ihrem Gefolge auf dieser Reise anschlossen oder sich auch wieder von ihm entfernten.
Im Laufe eines Jahres wurden dabei erstaunliche Strecken zurückgelegt. Historiker errechneten anhand von Urkunden, dass z. B. Kaiser Heinrich VI. und sein Gefolge zwischen dem 28. Januar und dem 20. Dezember 1193 mehr als 4.000 Kilometer kreuz und quer durch Deutschland reisten. Die Rekonstruktion der Reisestationen ergab hierbei folgende chronologische Abfolge: Regensburg – Würzburg – Speyer – Hagenau – Straßburg – Hagenau – Boppard – Mosbach – Würzburg – Gelnhausen – Koblenz – Worms – Kaiserslautern – Worms – Haßloch – Straßburg – Kaiserslautern – Würzburg – Sinzig – Aachen – Kaiserswerth – Gelnhausen – Frankfurt am Main – Gelnhausen.
Das Reisekönigtum diente einerseits dem besseren Überblick über das Reich, gleichzeitig ermöglichte es aber auch die Kontrolle über lokale Fürsten und diente somit dem Zusammenhalt des Reiches. Damals wurde Herrschaft über persönliche Beziehungen ausgeübt (Personenverbandsstaat), wozu es auch erforderlich war, persönlich den Kontakt mit den Beherrschten zu suchen. Andererseits war es auch nur durch die Reisetätigkeit möglich, die wirtschaftlichen Bedürfnisse des Hofes zu stillen, da es damals aufgrund der unzureichenden Verkehrswege noch nicht möglich war, eine größere Gruppe von Menschen dauerhaft am selben Ort zu versorgen. Anstatt die Lebensmittel zum Hof zu schicken, wanderte der Hof folglich zu den Lebensmitteln. [Reisekönigtum, Wikipedia, abgerufen am 23.07.2017]

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Gut, daß ich in Urlaub war! 
Genauso, wie unsere Mainstream-Medien die Konfliktparteien in Libyen und Syrien für das mündige und unbedarfte Laienpublikum sprachlich-griffig als »prowestliche« und in der Ukraine als »prorussischen Rebellen« etikettiert, handelte es sich in Hamburg um den sogenannten »schwarzen Block«.
Und genauso reflexhaft, wie Gaddhafi, Saddam Hussein und Putin als »kleine Hitler« etikettiert wurden, sieht sich nun der politisch »linke Block« (wir stehen ja vor der Bundestagswahl) genötigt, zu betonen, daß sich Links-Sein und Gewalt ausschließen.
siehe dazu:
- Das angebliche Gewaltproblem der Linken (Post, 21.03.2015)

In dem ganzen Interpretations-Trubel, in dem verzweifelt versucht wird, anhand der Meinungshoheit Gut und Böse ausfindig zu machen (besser: nicht ausfindig machen, sondern Gutmenschen-Religion-adäquat zuzuweisen), geht zwangsläufig die inhaltliche Diskussion über die Globalisierungskritik unter. 
auch wenn’s langweilt:
- TTIP-Verhandlungen: Angeblich Demokratie und Transparenz (Post, 07.12.2014)

So was Dummes auch! Und da wir uns seit den Zeiten von Baader-Meinhof auf das Gewaltmonopol des Staates geeinigt haben, fällt die Tatsache, daß es auch so etwas wie strukturelle Gewalt gibt, unter den Tisch.

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„Strukturelle Gewalt ist die vermeidbare Beeinträchtigung grundlegender menschlicher Bedürfnisse oder, allgemeiner ausgedrückt, des Lebens, die den realen Grad der Bedürfnisbefriedigung unter das herabsetzt, was potentiell möglich ist.“ [Stukturelle Gewalt, Der Ansatz von Galtung, Wikipedia, abgerufen am 23.07.2017]
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mein Kommentar:
Angesichts der beeindruckenden Schwarmintelligenz großer Menschenmassen 
(=> Vergesst Trump, lest Spitzer!, Post, 10.05.2017) 
dürfte das Adjektiv »vermeidbar« in Galtungs Definition diskussionswürdig sein!

zur strukturellen Gewalt des Westens:
- Jean Ziegler: „Geierfonds - Quintessenz krimineller Bankenaktivitäten“ (Post, 09.10.2014)

Das Wichtigste scheint mir der Versuch zu sein, die Bevölkerung ruhig zu halten und hinter der Fahne zu sammeln! 
Merke:
Putin muß nicht nur der Böse sein,
wir brauchen ihn als Personalisierung des Bösen, wogegen wir zu kämpfen haben.
Aus diesem Grund auch die markigen Sprüche von der Bekämpfung der Fluchtursachen.
Beim AltermannBlog bin ich auf folgenden Link gestoßen:
- Flüchtlinge: EU schränkt Export von Schlauchbooten nach Libyen ein (ZON, 17.07.2017)
Für Beschränkte wie mich:
Die EU-Außenminister sehen mit einen Grund, weshalb sich so viele Leute übers Mittelmeer wagen, in der Anzahl der zur Verfügung stehenden Schlauchboote.
… aber anscheinend nicht 
- im Leerfischen von Westafrikas Küstengewässern oder
- im illegalen Deponieren von Giftmüll (auch Nuklearabfall – siehe Areva:
AREVA, Kernkraft und Profiteure: verschwundene Milliarden…, Post, 29.10.2016) 
- im Erzwingen von Knebelverträgen (siehe EPA:
EPA – TTIP für Arme und die Werte des »alten Europa«, Post, 23.09.2015)
oder
- im Überschwemmen des westafrikanischen Marktes mit subventionierten Geflügel-Abfällen!
siehe dazu:
- Westafrika: Europa erzeugt die Flüchtlinge selbst (Post, 02.08.2016)

Was wäre wohl geschehen, wenn eine Woche nach dem G20-Gipfel bekannt geworden wäre, daß die Polizei die Vorgaben für die Anwendung von Reizgas nicht beachtet hat?
- G20-Krawalle: Polizisten ignorierten Reizgas-Vorgabe des Hamburger Einsatzchefs (Ansgar Siemens, SPON, 16.08.2017)
- G20-Polizeieinsatz: Polizisten sollen Reizgas-Vorgabe ignoriert haben (ZON, 16.08.2017)


Was wäre wohl geschehen, wenn eine Woche nach dem Tod von Benno Ohnesorg herausgekommen wäre, daß die Steinewerfer vom Abend des 2. Juni 1967 – herbeigesehnter Anlass für den Wunsch vieler in Kompaniestärke in die Bereitschaftspolizei übernommenen Wehrmachtsangehöriger, den langhaarigen Studenten mal so richtig die »Birne weichzuklopfen« [Zitat aus dem Benno-Ohnesorg-Film] – gegenüber der Deutschen Oper Polizisten in Zivil waren? 
siehe dazu:
- Demonstration am 2. Juni 1967 in West-Berlin, Vor der Deutschen Oper (Wikipedia, abgerufen am 23.07.2017)
- Heute vor 50 Jahren – 2. Juni 1967: Benno Ohnesorg wird erschossen (Post, 02.06.2017)

Was wäre wohl passiert, wenn der Papst (oder der Dalai Lama oder eine große, angesehene Organisation wie der IPPNW) wenige Tage nach dem unseligen Auftritt von Colin Powell vor dem UN-Sicherheitsrat im Februar 2003 aufgestanden wäre und öffentlich verkündet hätte, daß Powells Einlassungen eine Lüge seien?
siehe dazu:
- Powell: „Schandfleck meiner Karriere“ (FAZ, 09.09.2005)
- Irak-Krieg: Saddam Hussein hatte keine Verbindungen zu al-Quaida (Süddeutsche Zeitung, 07.12.2008)

Die aufgeregte Post-G20-Medien-Quasselei mit reflexhaften Schuldzuweisungen und Rücktrittsforderungen macht auch die Vorkommnisse in Genua 2001 vergessen (ist ja auch schon eine halbe Generation her):
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Der G8-Gipfel in Genua war ein Treffen der Gruppe der Acht in der italienischen Stadt Genua. Der 27. G8-Gipfel fand vom 18.bis zum 22. Juli 2001 statt. Er wurde von schweren Auseinandersetzungen zwischen der italienischen Polizei und Globalisierungskritikern überschattet, bei denen Carlo Giuliani von einem Polizisten erschossen und hunderte Personen verletzt wurden. Besondere Aufmerksamkeit erregte der Einsatz von Folter und Misshandlungen durch italienische Sicherheitskräfte. Die juristische Aufarbeitung dauert bis heute an.
Seit dem Gipfel und verstärkt nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 gilt nach dem Summit policing der Grundsatz, für G8/G20-Gipfel einen Ort zu wählen, der möglichst abgelegen ist und gut abgesichert werden kann. Laut Tony Blair soll verhindert werden, dass die publizistische Wirkung von Protesten den Gipfel in den Augen der Öffentlichkeit ruiniert.[1] [G8-Gipfel in Genua 2001, Wikipedia, abgerufen am 23.07.2017]
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Im sogenannten Bolzaneto-Prozess wurden Misshandlungen an Demonstranten durch Polizisten und Wachpersonal im Rahmen des G8-Gipfels in Genua (Italien) in der Polizeikaserne Bolzaneto verhandelt. […]
m 14. Juli 2008 sind 15 Angeklagte wegen brutalen Vorgehens gegen Demonstranten zu Gefängnisstrafen von fünf Monaten bis fünf Jahren verurteilt worden, während 30 Angeklagte freigesprochen worden.[2] Die Höchststrafe erhielt dabei der für die Sicherheit in dem Gefängnis verantwortliche Beamte Antonio Biagio Gugliotta.
Es gab noch mehrere andere Verfahren, die sich mit Vorwürfen über Polizeiwillkür im Umfeld des G8-Gipfels befassten, z. B. mit der Klärung der Vorkommnisse an der Scuola Diaz[3]. [Bolzaneto-ProzessWikipedia, abgerufen am 23.07.2017]
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siehe auch:
- Polizei in Italien bestätigt Folter bei G8-Gipfel 2001 (Neues Deutschland, 19.07.2017)

- G8-Gipfel 2001: Gericht verurteilt Italien wegen Folter (ZON, 22.06.2017)
G8-Gipfel I (2001) - Gipfelstürmer – Die blutigen Tage von Genua (Beste TV-Dokumentation 2002) (Pyromania Arts Foundation, youtube, veröffentlicht am 22.12.2015, Deutscher Fernsehpreis für die beste Dokumentation 2002 "Die Story - Gipfelstürmer" des WDR vom 24. Juli 2002)

Wer da nicht an die Schah-Proteste 1967 in Berlin denkt, dem kann ich auch nicht helfen!
übrigens:
- »Der größte Einzelerfolg der CIA« (Post, 01.05.2012)

Was würde geschehen, wenn  der Dreck, den Gladio am Stecken hat, innerhalb kurzer Zeit Allgemeinwissen würde?


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Aldo Moro (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i; * 23. September 1916 in MaglieApulien; † 9. Mai 1978 in Rom) war ein italienischer Politiker der Democrazia Cristiana. 1963–1968 und 1974–1976 war er Ministerpräsident seines Landes. Er wurde von der Terrororganisation Rote Brigaden entführt und von Mario Moretti ermordet. [Aldo MoroWikipedia, abgerufen am 23.07.2017]
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dagegen:

- Politische Morde (4) Der Fall Aldo Moro (Ein Film von Michael Busse und Rosa Maria Bobbi, 3sat, 07.10.2004, Zitat aus der Sendungsankündigung:)
"Es gibt stichhaltige Indizien, dass auch die Geheimdienste bei der Entführung dabei waren", so die Untersuchungskommission "Terrorismus und Massaker", welche von 1994 bist 2000 unter dem Vorsitz von Giovanni Pellegrino die Entführung erneut beleuchtete. […] Mit neuen Fakten und Zeugenaussagen belegt der Film […] die mörderische Verstrickung des Staates in den Fall Moro.
- Dossier: Mein Blut komme über euch – Der ungeklärte Fall Aldo Moro (Jessica Kraatz Magri, Bruno Frankeschini, Deutschlandfunk, 02.05.2008)
- Inszenierter Terror (Reinhard Jelen, Telepolis, 25.09.2008)
- Terrorgruppe der NATO (Gerhard Feldbauer, junge Welt, 21.02.2013, zu finden bei AG Friedensratschlag)
- Aldo Moro: Mordfall wird neu aufgerollt (Marcel Ludwig, kurier.at, 19.06.2013)
- Geheimarmeen in Europa: Die Strategie der Spannung, Gladio und die Nato (Silvia Cattori im Interview mit Daniele Ganser, free21, 07.04.2016)
zum Verhältnis von Wikipedia mit Daniele Ganser siehe:
- Die dunkle Seite der Wikipedia (Post, 18.07.2016)

Schauen wir also zu, daß vorhandene Unklarheiten baldmöglichst sprachlich bereinigt werden, damit die Kiste endlich zugemacht werden kann und wieder alternativlose Ruhe herrscht!
… und wenn dann weiterhin noch irgendwas stinkt, sperren wir es für 120 Jahre weg (vier Generationen müßten genügen)!
siehe dazu:
- Verfassungsschutz will NSU-Bericht für 120 Jahre wegschließen (Thomas Moser, Telepolis, 16.07.2017)

siehe auch:
- Die Floskeln der Macht – Wie wir durch Sprache manipuliert werden (Post, 01.04.2016)
- Wie Realität hergestellt wird: Sprachverdrehungen, scheinbare Gewissheiten und Geschichtsklitterung (Post, 05.11.2016)