Posts mit dem Label Einwanderung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Einwanderung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 4. Juni 2019

Migration – ein Kürzestüberblick

Migration ist heute eines der meistdiskutierten und dabei umstrittensten globalen Themen. Migrationsströme nehmen generell und in der Perspektive stark zu. Internationale Institutionen gehen weitgehend übereinstimmend davon aus, dass 2019 mehr als 250 Millionen Menschen Migranten oder Flüchtlinge sind; dass 750 Millionen kurzfristig migrieren würden, wenn sie könnten; dass die Zahl der Migranten bis 2050 auf mehr als 400 Millionen ansteigen wird; und dass bis 2100 die Zahl auf bis zu 2 Milliarden Migranten oder Migrationswillige anwachsen könnte
Sowohl die Zahlen wie die zeitliche Projektion sind umstritten. Manche gehen von höheren Zahlen aus, andere erwarten eine frühere Steigerung wegen Umweltveränderung und Bevölkerungszunahme; andere glauben dagegen an eine gewisse Stagnation wegen Anti-Globalisierungs- und Renationalisierungstendenzen. Einigkeit herrscht bezogen auf stabile und kontinuierliche Zunahme in den kommenden Jahren. 
Gründe dafür sind unter anderem: "Gefrorene" Kriege und Konflikte (frozen conflicts, das heißt Konflikte ohne mittel- bis langfristige Aussicht auf Lösung) nicht nur zwischen Staaten, sondern zunehmend auch auf Meso- und Mikroebene; wachsende Ungleichheit durch asymmetrische Globalisierungswirkungen; die für immer breitere soziale Schichten zugängliche Mobilität; und nicht zuletzt - immer bedeutsamer vor allem für die Bewegung von Süden nach Norden - die Umweltzerstörung sowie der Klimawandel. 
Die zunehmenden Zahlen ergeben sich aber wesentlich auch aus Talente-, Berufs- und Wirtschaftswanderungen, die vom Abbau von Grenzen und von der Öffnung von Handels-, Finanz- und Wirtschaftsgrenzen sowie steigender Konkurrenz und Kooperation durch die Globalisierung begünstigt werden. Die globale Wissensgesellschaft braucht legale Migration mehr als vorherige Organisationsformen und ist in vielen Bereichen sogar zunehmend auf sie angewiesen. 
Migration ist kein Objekt oder Zustand, sondern ein Prozess. Migration hat zahlreiche positive Implikationen und Folgen. Darunter sind geistige Öffnung und Kosmopolitismus; Zunahme an Toleranz und globalem Bewusstsein; Historisierung und vergleichende Relativierung absoluter Konzepte und Selbstverständnisse; kultureller Austausch und Zusammenarbeit sowie Abbau von Vorurteilen. 
Analytiker wie Manfred Steger sehen die Entstehung einer Welt mit einem gemeinsamen Gewissen, in der die Mobilität von Ideen, Informationen und Menschen die Menschheit in ein neues Paradigma voneinander abhängiger Gerechtigkeitskreisläufe versetzt hat. Die Schattenseiten können Entwurzelung und kulturelle Verständnisschwierigkeiten sein, die bis ins Verhältnis von Bevölkerungsteilen zur Grundverfassung von Gesellschaften und sozio-kulturelle sowie historische Brüche hinein reichen können. 
mehr:
- Weltthema Migration: Wo stehen wir? (Roland Benedikter, Telepolis, 02.06.2019)

Samstag, 27. April 2019

Tagesdosis 27.4.2019 – Kollektive Hysterie, kollektive Trance, kollektive Lügen (Podcast)

x
Der Spätkapitalismus im Hightech-Zeitalter wankt. Das beklagen selbst immer mehr Superreiche. In der Washington Post philosophierten kürzlich Milliardäre aus dem Silicon Valley darüber, wie man mit denen verfahren könne, die der allseits geheiligte, für die Profitmaschine unabdingbare Arbeitsmarkt ausgespuckt hat (1). Es werden mehr. In den Ex-Kolonien ist es längst dramatisch. Kapitalismus produziert Arme genauso wie Superreiche. Er zwingt immer größere Massen zur Migration. Doch soweit denkt das Gros der deutschen Untertanen nicht. Ungeachtet der globalen Verhältnisse verteidigen sie verbissen ihr Privileg, ihren Herren in einem der wirtschaftlich stärksten Imperien dienen zu dürfen. Und ihre Aufseher spornen sie an.
Und das funktioniert so: Seit 1993 stampft die Bundesregierung das Asylrecht immer weiter ein. Sie reagierte damals damit auf die Ausschreitungen „deutscher Patrioten“ – die in brutalen Übergriffen, Brandstiftungen und Morden mündeten. Rostock, Mölln, Solingen und Hoyerswerda seien dazu nur als Beispiele genannt. Das ging so weit, dass der Staat Flüchtlingen im Jahr 2012 weniger als zwei Drittel der Hartz-IV-Leistungen zubilligte und ihnen verbot, den Landkreis zu verlassen. Jeder weiß, dass schon Hartz IV kaum reicht.
Dann schritt das Bundesverfassungsgericht ein. Es erklärte die willkürliche Schlechterstellung von Asylsuchenden zum Verstoß gegen die Menschenwürde. Zwar hob die Bundesregierung die Leistungen danach widerwillig an, während Springer und Co. mit Begriffen wie Sozialschmarotzer – wer schon mal mit Hartz IV leben musste, kennt das Wort aus eigener Erfahrung – um sich warfen. Doch das hielt nicht lange an. Entgegen aller Propaganda stagnieren die Leistungen seit 2016. Heute bekommt ein alleinstehender Flüchtling 70 Euro weniger als ein Hartz-IV-Bezieher zugestanden – zum Teil als Sachleistung. Für Paare gibt es 128 Euro weniger, bei Kindern liegt die Differenz zwischen 31 und 60 Euro.
Und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter SPD-Minister Hubertus Heil legt nun nach: Trotz massiv gestiegener Lebenshaltungskosten senkt es die Asylbewerberleistungen weiter. Laut seinem neuen Gesetzesentwurf – bejubelt von der Union, der FDP und der AfD – erhält ein alleinstehender Flüchtling ab 2020 nur noch 344 statt 354 Euro (2). Auch für Paare und für Kleinkinder soll es weniger geben. Darüber hinaus will die Bundesregierung die Repressionen verschärfen. Noch einfacher als bisher soll es Ausländerbehörden möglich sein, die Existenzsicherung Betroffener auf null zu kürzen.
Damit nicht genug: Die Bundesregierung verkauft die Kürzungen gar als Erhöhung, und zwar mit einem fiesen Trick: Sie splittet, anders als bei Hartz IV, die Leistung in einen notwendigen und persönlichen Bedarf. Ersteres ist das physische Minimum, also Nahrung, Kleidung, Medizin. Letzteres nennt sie – und die Presse schreibt es dankbar ab – zynischer Weise „Taschengeld“.
mehr:
- Tagesdosis 27.4.2019 – Kollektive Hysterie, kollektive Trance, kollektive Lügen (Podcast) (Kommentar von Susan Bonath, KenFM, 27.04.2019)
x
x

Freitag, 19. April 2019

Eine ganz besondere Freundschaft…

Politisch Inkorrekt: „Moderner Nationalist“ trifft auf „Power-Migrant“ {47:12}

Der Fehlende Part
Am 19.04.2019 veröffentlicht 
Sie nennen es eine ganz besondere Freundschaft. Nana Domena, geboren in Ghana, aber aufgewachsen in Deutschland, und Frank Krämer, Deutscher und bekennender Nationalist. Sie haben sich vor drei Jahren in Köln auf einer Pegida-Demonstration getroffen. Dort fingen sie einen Dialog an, der sich bis heute, auch öffentlich auf ihrem YouTube Kanal, fortsetzt. Die beiden wollen zeigen, dass man miteinander reden kann, auch wenn man unterschiedliche kulturelle, politische und ideologische Ansichten teilt. In unserem Spezial hören wir uns an, wie sich die Freundschaft und ihr YouTube-Projekt "Multi-Kulti vs. Nationalismus“ entwickelt hat und wie eine Freundschaft wie die ihre mit so grundsätzlich verschiedenen Überzeugungen vereinbar sein kann.
Wer mehr über das Projekt von Frank und Nana erfahren möchte, der kann sich unter www.multikultitrifftnationalismus.tv informieren.
Folge "Der Fehlende Part" auf Facebook: https://www.facebook.com/derfehlendep...
x

Donnerstag, 17. Januar 2019

Helfen statt Plündern!

Die Fluchtursachen zu bekämpfen würde bedeuten, Afrika endlich mit Respekt zu behandeln.

Fluchtursachen bekämpfen wollen eigentlich alle Parteien. Vor allem, um die Opfer der eigenen Politik nicht anschauen zu müssen, wenn diese „plötzlich“ vor der Tür stehen. Fluchtursachen-Erzeuger fordern deshalb am eifrigsten deren Bekämpfung. Es müsste nicht nur viel getan, sondern vor allem auch viel Destruktives unterlassen werden, um Menschen in Afrika in die Lage zu versetzen, ein menschenwürdiges, selbstbestimmtes Leben zu führen. Doch die Antwort der Europäer sind vielfach „Freihandelsverträge“, die durch die freiwilligkeitserzwingende Erpressung der afrikanischen Länder zustande kommen. Industriell gefertigte Produkte aus dem Norden überschwemmen die Märkte im Süden und zerstören dort die heimische Agrikultur.

Seit einigen Monaten ist beim Thema Migration viel von der Bekämpfung der Fluchtursachen die Rede. Das ist sicher ein besserer Ansatz als die Bekämpfung der Flüchtlinge! Aber diese Aufgabe ist sehr komplex und ohnehin nicht kurzfristig zu lösen. Fluchtbewegungen gibt es schon lange, noch länger bestehen die Fluchtursachen, die Menschen dazu bringen, ihre Heimat, meist auch ihre Familie, zu verlassen.

Diese Ursachen werden teils in afrikanischen Ländern selbst erzeugt: ethnische Konflikte, religiöser Terrorismus, Diktaturen und ihre Repressionen, interne Ausbeutungsstrukturen, Misswirtschaft, Korruption und fehlende Rechtsstaatlichkeit. Viele aber werden von außen, das heißt von Europa und den USA, geschaffen oder verschärft: Kriege als Folgen der Kolonialzeit, Terror und Gewalt im Hinblick auf Rohstoffe, ungerechte Handelsbeziehungen, Landraub, Umweltzerstörung und Klimaveränderung. Dabei gehört Deutschland zu den größten Waffenexporteuren, gerade auch für Kleinwaffen, die in diesen Konflikten besonders verbreitet sind. Die aus unseren Ländern erzeugten Fluchtursachen sollen in diesem Beitrag näher angesehen werden.
mehr:
- Helfen statt Plündern! (Sepp Stahl, Gerhard Breidenstein, Rubikon, 17.01.2019)
Nun, wer nicht will, der muss wohl zu seinem Glück gezwungen werden. Denn als Kenia, das wirtschaftliche Schwergewicht der Region, das Abkommen nicht unterschreiben wollte, spielte die EU im vergangenen Oktober ihre Wirtschaftsmacht aus mit ihrem riesigen Absatzmarkt – und verhängte umgehend Zölle auf kenianische Waren – von 8,5 Prozent bis weit über 30 Prozent etwa auf Schnittblumen, eines der wichtigsten Exportgüter, Röstkaffee, Dosenananas oder verpackten Tee. Diese „Erpressung“, wie man in Kenia sagt, hat schnell gewirkt – wenige Wochen später unterschrieb auch die kenianische Regierung das Freihandelsabkommen. Kritik an den rüden Verhandlungsmethoden haben viele geübt – unter anderem auch der Afrikabeauftragte der Bundesregierung, Nooke.
[„Erpressung“ beim Handelsabkommen mit Ostafrika, Jochen Zierhut, Deutschlandfunk, 08.06.2015]
siehe auch:
- Tagesdosis 15.1.2019 – Der Mord an Dag Hammarskjöld ist aufgeklärt: und warum sie nichts darüber erfahren (Post, 15.01.2019)
EPA – TTIP für Arme und die Werte des »alten Europa« (Post, 23.09.2015)
- Westafrika: Europa erzeugt die Flüchtlinge selbst (Post, 02.08.2016)
Jean Ziegler: „Geierfonds - Quintessenz krimineller Bankenaktivitäten“ (Post, 09.10.2014)
Aushöhlung der Demokratie – Eine neue Studie zeigt: Wirtschaftslobbyisten gehören zu den zentralen Akteuren bei der Ausgestaltung des Freihandelsabkommens TTIP (Post, 10.07.2014)
»Der größte Einzelerfolg der CIA« (01.05.2012)

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Erwerbstätigkeit: Kaum Veränderungen beim Abstand zwischen Zuwanderern und länger Ansässigen

Institut der deutschen Wirtschaft: "Personen mit Migrationshintergrund haben in Deutschland schlechtere Erwerbs- und Einkommensperspektiven als andere"

Trotz der guten Konjunktur der letzten Jahre, die für eine gute Arbeitsmarktlage sorgte, hat sich in den letzten zehn Jahren an einem Phänomen wenig geändert, wie das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) feststellt: "Personen mit Migrationshintergrund haben in Deutschland schlechtere Erwerbs- und Einkommensperspektiven als andere."

Aus einer aktuellen IW-Studie dazu zitiert die Rheinische Post einige Kernergebnisse vorab. Sie zeigen, dass der Anteil der Erwerbstätigen im Alter zwischen 25 und 44 Jahren bei denjenigen mit Migrationshintergrund unter den Vergleichswerten der Gleichaltrigen ohne Migrationshintergrund liegen. Etwas besser sieht es bei den Nachkommen aus Zuwandererfamilien aus, die in Deutschland geboren sind.

Zwar zeigen die IW-Zahlen im Zehnjahres-Vergleich eine positive Entwicklung. So wurde im Jahr 2007 der Anteil aller Erwerbstätigen aus Zuwandererfamilien im genannten Alter mit lediglich 67,9 Prozent angegeben, während er sich 2017 auf immerhin 72,3 Prozent vergrößerte - und bei den in Deutschland Geborenen steigerte er sich im Zeitraum von zehn Jahren von 73 Prozent auf 77 Prozent. Auffallend ist aber, dass sich in einem Jahrzehnt beim Abstand zu den Personen im selben Alter ohne Migrationshintergrund nichts Nennenswertes verändert hat.

mehr:
- Erwerbstätigkeit: Kaum Veränderungen beim Abstand zwischen Zuwanderern und länger Ansässigen (Thomas Pany, Telepolis, 19.12.2018)

Samstag, 8. Dezember 2018

Wohlstand migrieren, nicht Menschen!

„Eine humanistische Kritik am Wesen der Migration ist längst überfällig“, erklärt Autor und Rubikon-Beiratsmitglied Hannes Hofbauer im Exklusiv-Interview.

Als Angela Merkel 2015 die Grenzen öffnete, da begann für Deutschland eine neue Zeitrechnung. Vielleicht dachte Merkel damals kurz vor ihrer Entscheidung an die Bilder der Öffnung der Berliner Mauer, vielleicht wollte sie ein zweiter Genscher werden, ein zweiter Helmut Kohl, eine Kanzlerin der Herzen, die vom Volk umgangssprachlich als Mutti bezeichnet wird, doch bis heute sehr selten die Qualitäten einer guten, fürsorglichen Mutter gezeigt hat. Wahrscheinlich war Merkel damals aber auch einfach nur in der Zwickmühle, sie musste politisch so menschlich links entscheiden, alles andere wäre für die deutsche Kanzlerin zu einer humanitären Katastrophe eskaliert. Seitdem ist das Thema Migration in Deutschland zum Dauerbrenner geworden, die politische Dimension bekommt jeder zu spüren, der aus Sicht der Mainstream-Medien etwas Falsches sagt. Zeit also für ein Videogespräch mit dem Mann, der gerade ein mutiges Buch mit dem Titel „Kritik der Migration“ veröffentlicht hat und dafür auch immer wieder aus seinen eignen linken Kreisen ordentlich Kritik einstecken muss: Hannes Hofbauer.

„7 Millionen Ausländer in Deutschland sind eine fehlerhafte Entwicklung.“ Wer so etwas sagt, muss aus der ganz rechten und rassistischen Ecke kommen, doch dieses Zitat stammt in Wahrheit von Helmut Schmidt aus dem Jahr 2005. Bei den Recherchen zur Vorbereitung für das RUBIKON Video-Interview mit dem österreichischen Historiker Hannes Hofbauer bin ich auf manches ebenfalls befremdliche Zitat des Altkanzlers gestoßen:

„Wer die Zahlen der Moslems in Deutschland erhöhen will, nimmt eine zunehmende Gefährdung unseres inneren Friedens in Kauf.“


Aus heutiger Sicht würden solche Statements von unseren oftmals wenig qualitativen „Qualitätsmedien“ sofort mit der „Nazi-Keule“ beantwortet. Helmut Schmidt durfte damals jedoch diese Worte sprechen, ohne medial vernichtet zu werden, obwohl seine Aussagen, zwischen den Zeilen interpretiert, auf der Unterschiedlichkeit der Kulturen basieren.

Ein absolutes No Go, sprechen wir doch heute in der Friedensbewegung von einer Menschheitsfamilie, egal welcher Religion, Herkunft oder Hautfarbe wir sind. Doch um die „Nazikeule“ der Mainstream-Medien zu spüren zu bekommen, braucht es heutzutage keine provokanten Kommentare mehr, wie die des SPD-Altkanzlers. Heute reicht es vollkommen aus, Migration als solche zu hinterfragen oder sogar zu kritisieren.

Warum das so ist? Weil die Migrationsmacher, Finanz-Eliten und Großkonzerne, mit ihrem stets bewährten, perversen Konzept Schießen — Flüchten — Helfen ihre Aktionäre glücklich machen. Nett verpackt wird das Ganze dann dem „dummen“ Wahl-Volk als humanitäre Intervention verkauft, kaum ein „Qualitätsjournalist“ stellt das heute außerhalb der alternativen Medien noch in Frage.

Doch der österreichische Wirtschaftshistoriker und erfolgreiche Buchautor Hannes Hofbauer lässt sich nicht beirren, trotz aller Kritik an seinen Aussagen behält er einen klaren Standpunkt. Einen, der von vielen Kollegen aus dem Mainstream bewusst nicht verstanden werden will, obwohl er eigentlich ganz einfach ist: Wir müssen Wohlstand migrieren, nicht Menschen.

mehr:
- Wohlstand migrieren, nicht Menschen! (Jens Lehrich, Rubikon, 08.12.2018)
- Westafrika: Europa erzeugt die Flüchtlinge selbst (Post, 02.08.2016)
- EPA – TTIP für Arme und die Werte des »alten Europa« (Post, 23.09.2015)

x

Donnerstag, 29. November 2018

Der Tag, an dem mich Deutschland verlassen hat

Da nun allseits bekannt ist, dass sich Deutschland seit dem Jahr 2015 grundlegend verändert hat, folgt nun eine kleine Geschichte, die für mich spürbar machte, dass dieser Wandel nun auch in meiner kleinen Welt angekommen ist. Auch in den gutbetuchten Städten Hessens ist es deutlich sichtbar und spürbar geworden, dass der Bevölkerungszuwachs durch Einwanderung in jeglicher Form stattgefunden hat und gegenwärtig auch weiterhin stattfindet. Das Stadtbild hat sich verändert, die Städte und Hotspots sind weitaus voller, als ich es gewohnt war. Sei es tagsüber oder in den Abendstunden und vor allem bei Nacht an den Wochenenden ist es auffällig, dass mehr junge aber auch überwiegend männliche Personen, meist in Gruppen, unterwegs sind.

Da ich selbst schon in großen Städten wie Hannover gelebt habe, ist es für mich eigentlich nichts Ungewöhnliches, dass an den Wochenenden Horden von Menschen ihre Streifzüge durch die Nächte machen. Zu diesen gehörte ich schließlich auch – und tue es ab und an immer noch. In kleineren Städten ist es „fast“ dasselbe, nur fällt es schneller auf, wenn sich was an den Menschenmengen verändert. In so einer kleineren Stadt wohne und lebe ich seit fast 11 Jahren und möchte auf die Veränderungen und die Erfahrungen eingehen, die ich hier erst kürzlich machte.

Gemeinsam mit einer Freundin gingen wir auf ein ich nenne es mal „Stadtfest“, für ein ich sage mal „gutbetuchtes Klientel“, zu dem ich zwar selbst nicht gehöre, aber die Atmosphäre ist dort sehr angenehm. Man steht herum, trinkt hauptsächlich Wein und lauscht der Live-Band, bis der Rotwein einen müde macht und man vor der Frage steht: „Gehen wir noch wohin oder nach Hause?“

In Wirklichkeit besitzen weder meine Freundin noch ich die selbe Energie und Motivation wie vor ein oder zwei Jahren nach zwei Gläsern Wein (in der Tat wirkt ab 30 der Alkohol ganz anders als vorher). Aber die Blöße wollten wir uns nicht geben und wir wollten durch die Innenstadt zu einer Bar spazieren. Nun ist es so, dass ich eine lange Party-Karriere hinter mir habe und wirklich schon vieles gesehen habe, was Party und Alkohol oder andere „Genussmittel“ mit den Menschen so machen können. Was ich damit sagen will ist: Mich beeindruckt oder beängstigt nachts so gut wie gar nichts mehr. Denn meine Erfahrungen aus der Vergangenheit waren diesbezüglich meist unbefleckter und unbedrohlicher Natur.

Der will nur spielen
Klar hat man schon auf dem Heimweg kotzende, singende, aggressive, anhängliche, tanzende Besoffene oder besoffene Gruppen erlebt, vor denen man sich meistens fern hielt. Männer wie Frauen. Auch traf man zwielichtige Gestalten, bei denen man froh war, dass der Bus schon einstiegsbereit an der Haltestelle wartete. Aber auch das gehört zum Nachtleben mit dazu, und meistens wollen alle „nur spielen“. Also einfach weiter gehen, falls man nicht selbst so betrunken ist und mitgrölt, mittanzt oder mitkotzt.

An dem besagten Abend waren es aber nur zwei Weingläser für je 7 Euro, verteilt auf drei Stunden. „Schwache Leistung“ dachten wir, aber dafür war mein Blick nicht getrübt, für das was danach kam.

Wir gingen durch eine wirklich schlecht beleuchtetete Seitenstraße der Fußgängerzone. Durch diese Gasse bin ich nachts gefühlt schon millionenmal gelaufen. Sie befindet sich auch in der Nähe eines bekannten „Brennpunktes“ der Stadt. Das heißt, wir wussten und wissen, dass in dieser Straße auch mal komische Gestalten herumirren, die den Anblick von Frauen nicht unkommentiert lassen können. Manchmal nervig, aber bislang grundsätzlich harmlos. Meine Freundin und ich sprachen und lachten miteinander.

Der Klang unseres Gelächters schien wohl wie ein Lockruf durch die Gasse gehallt zu sein. Obwohl die kurze Gasse zunächst leer schien, tauchten an den Seiten drei Burschen auf, die mit „Katzenlockgeräuschen“ auf sich aufmerksam machen wollten. Wir erkannten in der schlecht beleuchteten Gasse zwar nicht direkt, um was für Personen es sich handelt, aber durch meine Erfahrungen als Frau – türkische Frau – mit deutschen oder ausländischen Männern ahnten wir, dass es Leute aus „unserem“ Kulturkreis sein mussten. Als wir uns näherten, sahen wir sie. Es handelte sich um ungefähr 17- bis 19-jährige Burschen „südländischen Aussehens“, auch nichts Ungewöhnliches.

weiter:
- Der Tag, an dem mich Deutschland verlassen hat (Firuze B., Achgut.ch, 29.11.2018)

Sonntag, 25. November 2018

Yasemin wollte ein “unanständiges” Leben führen

Yasemin besuchte in den frühen 1980er Jahren die 8. Klasse unserer Schule. Die junge Türkin riss uns den letzten Nerv aus. Sie machte ihre Aufgaben nicht, kam oft zu spät in die Schule, und vor allem war sie geschminkt! Sie lernte sehr schnell Deutsch, weil sie intelligent war und lieber mit jungen Schweizern herummachte, anstatt zu Hause den Abwasch zu besorgen und auf ihren auserwählten Bräutigam zu warten. Ihr Vater verprügelte Yasemin zwischendurch. Sie überschminkte die blauen Flecken und begann zu rauchen. Dafür erhielt sie auch von ihrem Klassenlehrer eine Ohrfeige. Und Yasemin verteilte ihrerseits Ohrfeigen an ihre Klassenkameraden, wenn diese sich über ihr gewagtes Outfit lustig machten.

Als ich eines Abends nach Hause kam, saß sie in der Küche meiner Junggesellenwohnung (die ich nie abschloss) direkt gegenüber dem Schulhaus. Sie hatte ein blaues Auge und fragte mich, ob sie sich hier verstecken könne. Sie wolle nicht mehr nach Hause gehen, und ihr Vater fände das gar nicht lustig. Sie übernachtete bei mir und blieb auch am folgenden Tag in meiner Wohnung, wohlwissend, dass ihr Vater sie suchen würde. Niemand in der Schule wusste, wo sich Yasemin aufhielt. Ich telefonierte mit dem Jugendamt und vereinbarte einen Termin für den kommenden Tag. So lange könne Yasemin bei mir bleiben.

Am späten Nachmittag tauchte der Vater tatsächlich in der Schule auf. Ich fing ihn ab und verabredete mich mit ihm in einem Restaurant, weit weg von meiner Wohnung. Was er arbeitete, weiss ich nicht mehr. Er schuftete jedenfalls zu einem miesen Lohn, ernährte seine Familie, schickte noch Geld nach Hause, sprach gebrochen Deutsch und verstand seine Tochter nicht. Als ich ihn fragte, was er denn vorhabe, tippte er auf sein Jackett und deutete etwas Unheilvolles an. Ich informierte die Polizei, die ihn aufsuchte und eine Pistole beschlagnahmte.

mehr:
- Yasemin wollte ein “unanständiges” Leben führen (Alain Pichard, achgut.ch, 25.11.2018)

mehr mit Alain Pichard:
- Wie wird eine öffentliche Debatte verhindert? – Das Vier-Phasen-Modell (Post, 07.09.2017)

WOLKENBRUCH Trailer German Deutsch (2018) {2:04}

KinoCheck Comedy
Am 17.08.2018 veröffentlicht
Offizieller "Wolkenbruch" Trailer 2018 German | Joel Basman Movie Trailer | Kinostart (CH): 25 Okt 2018| Ausführliche Infos unter https://KinoCheck.de/film/sa1/wolkenb...
Bislang hat Motti Wolkenbruch immer brav getan, was seine jüdisch orthodoxe Mame ihm vorschreibt. Als die Mame ihn verkuppeln will und lauter junge Frauen einlädt, die er heiraten soll, weicht Motti von dem traditionellen Pfad ab. Er verliebt sich an der Uni in die schöne Nichtjüdin Laura. Seine Mame ist ausser sich. Die Liebe zu einer Schickse ist im Lebensplan von Motti nicht vorgesehen. Nun beginnt Motti mutig seine wunderliche Reise zur Selbstbestimmung, die mit Herzschmerz aber auch grossem Humor verbunden ist.
Wolkenbruch ist die neue Komödie von Michael Steiner, mit Joel Basman und Noémie Schmidt in den Hauptrollen. Note | #Wolkenbruch #Trailer courtesy of DCM Film Distribution. | #KinoCheck

Freitag, 23. November 2018

Schwurbeln bis der Arzt kommt – Tagesdosis 23.11.2018 – Der neokoloniale Pakt

Der Migrationspakt der Vereinten Nationen wird wenig verbessern und vieles verschlechtern, vor allem aber eines: die migrationsauslösende Ungleichheit weiter verstärken. 

Ausgerechnet in der Nähe des afrikanisch-europäischen Nadelöhrs treffen sich am 10. Dezember 2018 VertreterInnen der UNO-Staatenwelt zum Migrationshype. An der afrikanisch-europäischen Schwelle lebt das alte koloniale Erbe noch, dessen territoriale Reste sich bis in unsere Tage erhalten haben, und zwar in zweifacher Hinsicht. Da sind einmal die spanischen Exklaven Melilla und Ceuta, die mit hohen Maschendrahtzäunen umgeben sind, an deren scharfen Metallzähnen sich das anbrandende Elend des schwarzen Kontinents blutig schlägt. Vis-à-vis davon, an der südlichsten Spitze der iberischen Halbinsel, erinnert das Vereinigte Königreich an seine hegemoniale Vergangenheit und behauptet allem Gerede von einer „gemeinsamen europäischen Kultur“ zum Trotz den Felsen Gibraltar als eigenes Hoheitsgebiet.

Bei den Feierlichkeiten zur Beschlussfassung des „Globalen Paktes für eine sichere, geordnete und reguläre Migration“, vulgo: Migrationspakt, wird vom Kolonialismus und seinen bis heute reichenden Folgen nicht die Rede sein und insbesondere auch nicht darüber, welche Grundlagen für Krisen, Kriege und Vertreibungen auf dem afrikanischen Kontinent seine Proponenten gelegt haben. Der UN-Migrationspakt soll, so behaupten seine Befürworter, ein besseres Zeitalter einläuten. Weil er historische Wurzeln und sozio-ökonomische Ursachen der weltweiten Schieflage ignoriert, wird er das Gegenteil erreichen … und die migrationsauslösende Ungleichheit legitimieren.

Schon das dem Text des UN-Paktes grundgelegte Verständnis von Migration macht die Stoßrichtung der Initiative deutlich. Im ersten Absatz der „Leitlinien“ heißt es unter Punkt 8:

„Wir erkennen an, dass Migration eine Quelle des Wohlstandes, der Innovation und der nachhaltigen Entwicklung in unserer globalisierten Welt ist.“


„Für wen?“, müsste sich ein unbedarfter Leser spontan fragen. Eine Antwort darauf erhält er freilich nicht. Stattdessen geht es in verschwurbelter Sprache weiter:

„Ziel des globalen Paktes ist es, das Potential der Migration für die Erreichung aller Ziele für nachhaltige Entwicklung zu nutzen sowie die Wirkung zu erhöhen, die die Erreichung der Ziele in der Zukunft für Migration haben wird.“


Auf insgesamt 34 Seiten wird die Beweisführung versucht, dass Migration für die dem Pakt beitretenden Staaten zu „einer Win-Win-Zusammenarbeit“, unter Punkt 14, führen wird. Dort, wo kaum hörbar und noch schwerer lesbar angedeutet wird, dass am Weg dahin vielleicht doch Hindernisse auftauchen könnten, werden die verwendeten Begriffe fein abgewogen. Es ist dann nicht von „Vorteilen und Nachteilen der Migration“ die Schreibe, sondern von „Vorteilen und Herausforderungen“. Ein negativ konnotiertes Wort kommt im Text nicht vor.
mehr:
- Tagesdosis 23.11.2018 – Der neokoloniale Pakt (Kommentar von Hannes Hofbauer, KenFM, 23.11.2018)

Merkels Spiel über die Bande geht auf: » Europa muss auf die Migration aufpassen!«

Die Botschaft der Spitzenpolitiker müsse lauten, dass man künftig nicht weiter Zuflucht und Unterstützung bieten kann

Hillary Clinton hat einen Tipp für europäische Politiker: Die müssten deutlicher signalisieren, dass "sie künftig nicht dazu imstande sind, weiterhin Zuflucht und Unterstützung zu bieten". Europa müsse die Migration in den Griff bekommen, weil diese die "Flamme (des Populismus) angezündet" habe.

Die Einsicht äußerte Clinton gegenüber dem Guardian. Die britische Zeitung befasst sich momentan mit dem "neuen Populismus" und hat dazu Hillary Clinton, Tony Blair, Matteo Renzi nach deren Einschätzungen darüber gefragt, warum sie verloren haben und wie sie zurückschlagen könnten. Im Artikel werden die drei Politiker als "größte Skalps des rechten Populismus" bezeichnet (Blair wegen des Brexits).

mehr:
- Hillary Clinton: Europa muss auf die Migration aufpassen (Thomas Pany, Telepolis, 23.11.2018)

Mein Kommentar:
Deutschlands Hypnotherapeutin Nr. 1 hat erfolgreich verhindert, daß Deutschland am Pranger steht. 
Wenn sie die Grenzen dicht gemacht hätte, wäre irgendwann ein 9jähriges Mädchen von einer Nebelgranate am Kopf getroffen und getötet worden. 
Man male sich aus, wie die Medien der Welt 80 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs darüber berichtet hätten. 
So wurde Merkel von Trump ausgelacht und selbst der Dalai Lama meinte: »Deutschland muß deutsch bleiben!« (Was hier in Deutschland nur aus Kreisen der AfD und der CSU zu hören ist.) 
Nach Köln ist die »Refugee-Welcome«-Stimmung umgeschlagen in die Wahrnehmung hoffnungslos überforderter – weil unterfinanzierter und personell unterbesetzter – Schulen, Kindergärten und Tafeln…

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Wer will eigentlich eine unbegrenzte Migration?

Jeder soll nach seiner Façon selig werden. Oder doch nicht? Sollen alle nach der Façon der urbanen, offenen und toleranten Weltenbürger leben, fühlen und denken? Zurzeit ist der fortschrittliche Teil unserer Gesellschaft tief gespalten. „Aufstehen“ oder „Unteilbar“ – Menschen, von denen man ansonsten erwarten müsste und verlangen könnte, dass sie am gleichen Strang ziehen, bekriegen sich. Für kommenden Samstag hat die Bewegung „unteilbar“ zur Demonstration in Berlin aufgerufen. Sahra Wagenknecht von „aufstehen“ sieht in der bei „unteilbar“ erkennbaren Vorstellung „Offene Grenzen für alle“ eine Forderung, „die die meisten Menschen als irreal und völlig weltfremd empfinden“. Es geht im Kern um die Haltung zur unbegrenzten Migration. Und es geht dahinter um eine Lebensauffassung – weltoffen, tolerant, liberal, gastfreundlich. Das ist sehr sympathisch. Aber kann man diese Vorstellung auch auf alle anderen Menschen übertragen? Und sind sie rechts oder rechtsradikal, wenn sie sich dieser Vorstellung verweigern? Dies von Menschen zu verlangen, die gerne in ihrer kleinen, meinetwegen provinziellen Welt leben, ist de facto ein AfD-Förderungsprogramm. Dazu und zu den Aufrufen ein paar Gedanken und Informationen. Albrecht Müller.

Zunächst sei darauf hingewiesen, dass diesem Text als Anlage 1. und Anlage 2. die Aufrufe der beiden genannten Bewegungen „aufstehen“ und „unteilbar“ angehängt sind, sodass Sie sich schnell informieren können. Wir verlinken außerdem in Anlage 3 und Anlage 4 auf jeweils einen Artikel in der „Welt“ und einen in der „taz“. Beide setzen sich mit der Position von Sahra Wagenknecht auseinander.

Worum der Streit vor allem geht:

Der Streit geht um die Frage, ob und wie offen die Grenzen sein sollen. Und auch um die Frage, ob und welche Folgen eine unbegrenzte Migration für die Löhne, für die Arbeitslosigkeit und den Wohnungsmarkt haben.

Es geht aber auch um das erwähnte Lebensgefühl. Akzeptieren wir, dass es Menschen unter uns gibt, die ihre – aus mancher Sicht kleine, begrenzte – Welt erhalten wollen. Es ist aus der Sicht der Weltbürger, aus der Sicht der Menschen im urbanen bunten Milieu eine provinzielle Welt. Wenn wir aber deren Lebensgefühl und ihre Vorstellung von ihrem Umfeld nicht als möglich betrachten und stattdessen als fremdenfeindlich, intolerant, verschlossen, eben Ausdruck des Gegenteils einer offenen Gesellschaft bezeichnen und brandmarken, dann diffamieren wir diese Menschen. Und wir wirken dabei mit, sie anfällig für wirklich rechte und rechtsradikale Gruppen und Parteien zu machen. Die am 13.10. in Berlin Demonstrierenden wollen das nicht, aber unabhängig von ihrem Willen wird das so sein.

Die Differenzen werden auch sichtbar an einem Satz im Aufruf von „unteilbar: „Wir lassen nicht zu, dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden.“ Viele Leser und vermutlich auch Unterzeichner des Aufrufs von „unteilbar“ werden vermutlich nicht verstehen, was und wer damit gemeint ist. Der Satz ist erkennbar eine Spitze gegen „aufstehen“ und Sahra Wagenknecht. Von ihr und anderen Unterstützern von „aufstehen“ wissen die Autoren des zitierten Satzes, dass sie bei unbegrenzter Migration die Sozialstaatlichkeit gefährdet sehen. Diese Sorgen folgen nicht der Lust, Flucht und Migration gegen die mögliche Sozialstaatlichkeit auszuspielen, sondern der nüchternen Einschätzung, dass die mit großer Migration verbundenen Lasten zum Versuch genutzt werden, die Axt an soziale Leistungen anzulegen.

mehr:
- “unteilbar” treibt im Konflikt mit “aufstehen” den Rechten die Lämmer in den Stall. (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 11.10.2018)

mein Kommentar:
Man stelle sich eine Bild-Zeitungs-Überschrift vor:
»Wagenknecht gegen unbegrenzte Migration«
Bei dem durchschnittlichen IQ der Bild-Leser dürfte in diesem Satz schon zuviel Information enthalten sein. Einfacher ist:
»Wagenknecht gegen Migration«
Nciht so kompliziert, nur:
Die Konsequenzen aus der Vereinfachung werden mit vielen Worten oben diskutiert…

Sonntag, 9. September 2018

Das falsche Leben

Die Ereignisse von Chemnitz sind Symptom unserer kranken Gesellschaft. Florian Ernst Kirner und Jens Lehrich im Interview mit Hans-Joachim Maaz.

Wenige Tage nach „den Ereignissen“ in Chemnitz trafen Florian Ernst Kirner und Jens Lehrich in Halle auf den renommierten Psychoanalytiker und Psychotherapeuten Hans-Joachim Maaz. Ein Gespräch über Wilhelm Reich, den Neoliberalismus, Ostdeutsche, Flüchtlinge, Aggression und Geduld.

Direkt nach der Wiedervereinigung war Hans-Joachim Maaz in den Medien ein gefragter Gast, um dem sehr irritierten Westpublikum sozusagen die Psyche der Ostdeutschen zu erklären.
Diese analytische Entwicklungshilfe scheint nur bedingt gefruchtet zu haben. Sieht man sich auch dieser Tage den Mediendiskurs über Sachsen im Speziellen und die Ostdeutschen im Allgemeinen an, erscheint der Ostdeutsche nach wie vor als unbekanntes, ziemlich fragwürdiges Wesen, dessen vermeintlich völlig irrationales Verhalten ganz unverständlich bleibt.

Dabei sind sich die allermeisten Menschen selbst weitgehend unbekannte Wesen. Die Projektionen auf die jeweils anderen ermöglichen vor allem, diese dramatische und tragische Tatsache immer wieder vor sich selbst zu verhüllen. Fallen diese Hüllen, kommen oftmals Schmerz und Angst zum Vorschein. Genau das soll durch immer neue Feindbildkonstruktionen verhindert werden.

Wir kamen nach Halle, um gemeinsam mit Professor Maaz ein tieferes Verständnis jener eskalierenden Psychodynamik zu erarbeiten, die immer deutlicher droht, unsere Gesellschaft zu zerreißen.
mehr:
- Das falsche Leben (Florian Ernst Kirner, Rubikon, 08.09.2018)

Das falsche Leben - Hans-Joachim Maaz in Bautzen {1:12:41}

eingeSCHENKt.tv
Am 28.01.2018 veröffentlicht 
Wir leben in einer Gesellschaft, die sich gern als "Leistungsgesellschaft" definiert. Demokratisch. Sozial. Das klingt gut. Jeder darf sich frei entfalten. Aber ist das so?
Analysiert man das Ergebnis dieser Art des Zusammenlebens näher, ist schnell festzustellen, dass der Mensch als Individuum anscheinend nicht mehr gefragt ist. Angepasste, ans System konformisierte Menschen sind das Ergebnis. Und dies scheint gewünscht. Die Wisschenschaft hat dafür auch einen Begriff: Normopathie.
Normopathie bedeutet eine Persönlichkeitsstörung des Menschen, die sich in einer zwanghaften Form den vorgegebenen und gewünschten Verhaltensweisen einer Gesellschaft anpassen. Der Norm.
Sie verlassen Ihre Individualität und tauchen ab in ein falsches Leben. Ein Leben, um nicht aufzufallen, um kein Außenseiter zu sein. Um nicht "anzuecken".
Diese Störung der Individualität führt irgendwann dazu, dass der Mensch auszubrechen versucht aus dieser Zwanghaftigkeit, indem er sich über noch Schwächere stellt, um seine Wut an anderen "abzureagieren". Es entsteht der Narzisst.
Unsere derzeitige Gesellschaft scheint voll von solchen Menschen: Unterwürfige Angepasste geleitet von Narzissten.
Warum dies so ist, erklärt Hans-Joachim Maaz in diesem Vortrag.
Hans-Joachim Maaz ist Psychiater, Psychoanalytiker und hat bereits mehrere Bücher zu diesem Thema geschrieben.

Unter anderem: "Das falsche Leben"
►►► http://amzn.to/2nfbKRS
"Die narzisstische Gesellschaft: Ein Psychogramm"
►►► http://amzn.to/2DINzVV
Unterstützt unsere Arbeit, wenn ihr sie mögt:
►►► http://paypal.me/eingeschenkttv
►►► zum Podcast: https://hearthis.at/eingeschenkt.tv/h...
-------------------------------
Wir senden für euch! Unterstützt uns!
http://eingeschenkt.tv/spenden/ (Überweisung, PayPal, Flattr)
Investigativer Journalismus. Unabhängig. Kritisch. Kostenfrei - da durch euch crowdfinanziert!
Kontoinhaber: eingeschenkt.tv
IBAN: DE 58 5003 1000 1044 2280 05
BIC: TRODDEF1
Bank: Triodos Bank N. V. Deutschland
x
siehe auch:
- Chemnitz und die Psychologie der Massen (Peter Frey, Rubikon, 08.09.2018)
- Chemnitz: Wir ernten, was wir säen! (Post, 08.09.2018)

Dienstag, 19. Juni 2018

Linke Migrations- und realpolitische Verweigerungshypnose

Der Parteitag der Linkspartei in Leipzig hat durch seinen Ablauf und seine Inszenierung endgültig bestätigt, dass radikale Open-Border-Linke und rationale Realsozialisten sich unversöhnlich gegenüberstehen, und – viel schlimmer noch – die Open-Border-Kippingianer jede Abweichung von der reinen Lehre im Geiste stalinistischer Tribunale strafen, wie es die Buhrufe auf Sahra Wagenknechts Rede mitsamt anschließender Aussprache in maoistischer Tradition von Kritik und Selbstkritik aufzeigen. Auch wenn im Leitantrag zum Parteitag nur noch die Rede von „offenen Grenzen“ statt von „offenen Grenzen für alle“ ist, hat diese Wortakrobatik die Situation weder befriedet noch entschärft, sondern vielmehr befeuert.

So interpretieren Wagenknechtianer und Kippingianer diesen Leitantrag jeweils gesondert voneinander, mit völlig divergierenden Auslegungen. Für Sahra Wagenknecht steht damit das Asylrecht für Flüchtlinge auch weiter nicht in Frage (was sie auch nie gefordert hat), sondern es adressiert vielmehr eine schrankenlose Wirtschaftsmigration als realpolitische Unmöglichkeit. Kippings Lesart gibt ein Spiegel-Interview wieder. Auf die Frage „Also gelten offene Grenzen auch für Arbeitsmigranten?“ antwortet sie recht unverblümt: „Ja klar. Sonst hätten wir ja hier nicht festgehalten, dass wir eine solidarische Einwanderungsgesellschaft wollen. Wir stehen an der Seite aller Entrechteten sowohl vor dem Jobcenter, am Werkstor und auf den Fluchtrouten.“

Der Co-Vorsitzende Riexinger toppt diese realpolitische Verweigerungshaltung noch, wenn er in einem geradezu surreal anmutenden Interview mit der Jungen Welt äußert: „Das [also offene Grenzen für alle Menschen] ist eine Frage unserer Identität als internationalistische Partei, die auf dem Parteitag klar entschieden wurde. Wir haben im übrigen viele Forderungen in unserem Programm, die sich vorerst nicht umsetzen lassen. Wir wissen, dass wir es nicht schaffen […] trotzdem fordern wir das“. Ergo: Wir wissen, dass das nicht geht, aber wir machen es trotzdem. Wie der Mann mit solch einer Geisteshaltung dreißig Jahre unbehelligt als Betriebsrat und Gewerkschaftsfunktionär arbeiten sowie Arbeitskämpfe führen konnte, stimmt einen wirklich nachdenklich.

mehr:
- Linke Migrationsfantasien: Die Revolution soll einwandern (Marcus Ermler, Achgut.com, 19.06.2018)

siehe auch:
- Rätselhafte Fragenattacke nach der Rede von Sahra Wagenknecht – des Rätsels Lösung: auch die Linkspartei ist fremdgesteuert (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 11.06.2018)
x

Sonntag, 17. Juni 2018

Elf Vorschläge für die Zukunft – Genug!

Schaum vor dem Mund, Angst im Blick, Hass im Herzen – das ist das neue Normal in Deutschland. Nationalisten dominieren die Debatten. Fortschrittliche, zukunftsgewandte Argumente dringen nicht mehr durch und klingen inzwischen völlig utopisch. Wir machen trotzdem elf vernünftige Vorschläge. Denn es ist genug.

Seit Jahren verschieben Populisten die Art und Weise, wie wir über die Zukunft nachdenken, in die falsche Richtung. Nun könnten sie vor einem entscheidenden Sieg stehen: Die bayerische CSU macht den Fortbestand der Bundesregierung von einem Schwenk ins Nationale abhängig.

Vokabeln und Maßnahmen, die zu normalen Zeiten als rechtsextrem erkannt würden, scheinen gerechtfertigt, um besorgte Bürger zu besänftigen. Die AfD und ihre Fans haben zwar nur einen kleinen Teil der Wähler überzeugt, aber sie dominieren mit ihren Themen die öffentliche Debatte, sie prägen die Sprache in Fernseh-Talkshows, auf Titelseiten und in sozialen Netzwerken.

Umfragen zeigen, dass ganz andere Themen vielen Leuten ebenso wichtig sind. Sie finden: Offenes Denken, eine globale Perspektive, radikal neue Konzepte sind die eigentliche Antwort auf die Probleme der Gegenwart. Den Nationalstaat sehen sehr viele Menschen nicht mehr als die Zukunft, sondern die Vergangenheit. Aber sie finden zurzeit kein Gehör.

Während die einen die alten Konzepte aus dem Industriezeitalter und der Zeit der Nationalstaaten zu erzwingen versuchen, wollen die anderen keine Zeit mehr verlieren. Sie machen sich auf den Weg in eine globale, digitale Gesellschaft mit neuen Ideen für Wirtschaft und Politik in Deutschland und Europa.

Sprechen wir doch über diese Ideen. Sprechen wir über Fortschritt und eine bessere Zukunft. Vergeuden wir unsere Zeit nicht!

mehr:
- Elf Vorschläge für die Zukunft – Genug! (Krautreporter, 15.06.2018)
siehe auch:
- Seehofer erhält Rückendeckung (Peter Mühlbauer, Telepolis, 17.06.2018)
- Gesellschaft – Lieber tot als zurück (KontextWochenzeitung, 13.06.2018)

Beatrix von Storch führt die CDU und CSU vor

Beatrix von Stroch führte im Bundestag die CDU und CSU vor. Merkel habe den Rückhalt verloren. Stattdessen würden die Linken, Grünen und Sozialdemokraten hinter Merkel stehen. Und die FDP fahre eine Doppelstrategie.

Beatrix von Storch führte bei ihrer Rede in der Debatte über Grenzsicherung und Familiennachzugim Bundestag die Altparteien und vor allem die CDU und CSU in deren Asylstreit vor. [ Siehe hierzu das VIDEO auf Youtube hier sowie VIDEO auf Facebook hier]

Zunächst stellte sie noch einmal die Forderungen der AfD klar: Man müsse den Familiennachzug für den subsidären Schutz abschaffen, man müsse die Grenzen kontrollieren und man müsse endlich die illegalen Migranten an der Grenze konsequent abweisen. Denn aus unseren Nachbarländern wie Österreich müsse schließlich niemand fliehen. Wenn dann die Österreicher den Brenner schließen und die Italiener die Schlepperboote abweisen, wäre man schon einen großen Schritt weiter. Hilfe müsse dann Menschen vor Ort gewährleistet werden, beispielsweise durch den UNHCR.

All diese Dinge seien, so Frau von Storch, Maßnahmen nach gesundem Menschenverstand. Aber den würde man bei den Linken, Grünen und Sozialdemokraten vergeblich suchen. Dafür finde man diesen bei den Nachbarn Deutschlands, in Italien, Ungarn, Österreich, Dänemark und Polen. Soweit der Gedanke zur »europäischen Lösung«, die längst gescheitert sei.

Die Politik hätte schon längst umgesetzt werden können. Doch es sei Merkel, die dem im Wege stehe. Die Kanzlerin würde inzwischen mehr Rückendeckung von den Linken, der SPD und den Grünen bekommen, als aus der Union.

mehr:
- Familiennachzugs-Debatte: FDP mit Sowohl-als-auch-Strategie, Linke alle »doof« außer Sarah – Beatrix von Storch führt die CDU und CSU vor (Die freie Welt, 15.06.2018)

Montag, 4. September 2017

Die Gutmenschen-Diktatur: Gleichheit, Brüderlichkeit! – Wo bleibt die Freiheit?


Nötigung bezeichnet allgemein eine unzulässige Gewaltanwendung oder Drohung, die das Opfer zu einer Handlung zwingt, die dieses nicht wünscht. Der Begriff ist in Bezug auf die Begriffe Zwang und Gewalt, rechtssprachlich die Vis absoluta („überwältigende Gewalt“, insbesondere körperlich) und die Vis compulsiva(„beugende Gewalt“, die in die Richtung eines psychischen Zwanges geht), durchaus kritisch zu sehen, und wird in den Rechtsprechungen sehr diffizil beurteilt. [Nötigung, Wikipedia, abgerufen am 04.09.2017]
==========

Prominente hätten die Verantwortung, zu manchen politischen Fragen Haltung zu zeigen, findet TV-Moderator Klaas Heufer-Umlauf – und dass Schlagersängerin Helene Fischer der nicht nachgekommen sei. 

Das Schlagersängerin Helene Fischer sich nie öffentlich zur Flüchtlingskrise geäußert hat, stößt bei TV-Moderator Klaas Heufer-Umlauf („Circus Halligalli“) auf Kritik. Als Prominenter habe man die Verantwortung, zu manchen politischen Fragen Haltung zu zeigen, sagt Heufer-Umlauf in der aktuellen „Spiegel“-Ausgabe. „Helene Fischer müsste doch nur einmal sagen: ‚Hierher kommen Menschen, die unsere Hilfe brauchen. Lasst uns denen helfen. Meine Empfehlung, Ihre Helene Fischer.‘ Sie muss keine ewig langen Facebook-Posts schreiben. Ein Satz vor einem Konzert würde reichen. Die Leute würden ihr zuhören.“
mehr:
- Moderator fordert Haltung : Klaas findet Helene verantwortungslos (02.09.2017)

Numbers USA - deutsch - Alle Gutmenschen, bitte 4 Min. zuhören!!!

Veröffentlicht am 20.01.2016
Zweite Welt
Die einzigartige Darstellung von Zahlen Daten Fakten. Warum berichtet die Presse nicht darüber?
Hier wird kein Gutmensch weggucken können.

siehe auch:
- Kinder der Freiheit und Aufklärung! Eure Eltern liegen im Sterben! (AlterMannBlog, 31.08.2017)

Sarrazin beim Club SF1 Wie Gutmenschen auf Kritiker losgehen {8:12}

Veröffentlicht am 15.11.2010
PlainCitizen
Ausschnitt aus der Diskussion mit Sarrazin am Schweizer Fernsehen (2.11.2010). Der Lehrer Alain Pichard erläutert, wie Gutmenschen auf Kritker losgehen und wie sie reagieren, wenn die Kritik unwiderlegbar ist.

Auf den Punkt gebracht von Serdar Somuncu {2:29}

Veröffentlicht am 26.03.2016
DER Lanky
Ausschnitte aus ZDF und ARD
"Hart aber Fair", "Maybritt Illner" und "Jahr der Flüchtlinge"
Meinungsäußerung von Serdar Somuncu.
---
Viel zu wenige fragen sich woraus Probleme resultieren oder wo Probleme ihren Anfang haben. Herr Somuncu hat das mehrfach sehr gut auf den Punkt gebracht. Ein toller Denkanstoss für jeden.  

Heinz Rudolf Kunze. Willkommen Liebe Mörder {3:07}

Veröffentlicht am 12.01.2016
Verband Deutscher Rechtssachverständiger
Willkommen Liebe Mörder
dazu siehe:
- "Dieses Spiel habe ich verloren" (Peter Wenig, Berliner Morgenpost, 26.02.2016)
nach der Lektüre dieses Interview kann man mal auf Youtube gehen und sich die Kommentare unter obigem Video ansehen!

Donnerstag, 1. Juni 2017

Recht hört da auf, wo Unmenschlichkeit beginnt

• Als die Polizei in Nürnberg einen Berufsschüler aus Afghanistan aus dem Unterricht abführt, solidarisieren sich Mitschüler und Passanten spontan.
• Bis zu 300 Personen sollen an dem Protest teilgenommen haben.

• Die Polizei setzte Pfefferspray ein und nahm mehrere Personen fest. Der junge Afghane wurde zunächst auf eine Nürnberger Polizeiinspektion gebracht.

mehr:
- Geplante Abschiebung löst Tumulte an Nürnberger Berufsschule aus ( Olaf Przybilla, Max Sprick, Süddeutsche Zeitung, 31.06.2017)

siehe auch:
- In Deutschland geborene Schülerin abgeschoben (Nordbayern.de, 01.06.2017)
- Protest gegen Abschiebung – Nürnberg: Tumulte und Verletzte bei Abschiebung eines Schülers - Kritik an Polizeieinsatz (inFranken.de, 01.06.2017)

Merkel: Bürgerdialog als TV-Debatte (Post, 25.07.2015)


==============
Ein Dilemma (von altgriechisch διλήμματος dilēmmatos „aus zwei Sätzen bestehend“; spätgriechisch als Neutrum bzw. eigenes Wort δίλημμα dílemma „eine Schlussart, durch welche der Gegner von zwei Seiten, er mag zugeben oder nicht, gefangen wird“; Plural Dilemmata oder eingedeutscht Dilemmas),[1] auch Zwickmühle, bezeichnet eine Situation, die zwei Möglichkeiten der Entscheidung bietet, die beide zu einem unerwünschten Resultat führen. Es wird durch seine Ausweglosigkeit als paradox empfunden. Auch der Zwang zu einer Auswahl zwischen zwei positiven Möglichkeiten kann ein Dilemma sein. Bei drei Möglichkeiten spricht man von einem Trilemma, bei mehr als drei Möglichkeiten von einem Polylemma. Die irrige Annahme, sich in einem Dilemma zu befinden, heißt Falsches Dilemma. [Dilemma, Wikipedia, abgerufen am 01.06.2017]
==============

Tumulte bei der Abschiebung eines Afghanen in Nürnberg {0:52}

Veröffentlicht am 31.05.2017
Bei der Abschiebung eines 20-jährigen Berufsschülers aus Afghanistan ist es in Nürnberg zu Tumulten gekommen. Mehr dazu: http://br.de/s/2sDySag
x
Protest gegen Abschiebung in Nürnberg eskaliert [3:04]

Veröffentlicht am 31.05.2017
Ein 20-jähriger Afghane aus Nürnberg soll abgeschoben werden. Als die Polizei den Schüler aus dem Klassenzimmer holen will, protestieren seine Mitschüler spontan - dann eskaliert die Situation.
Bayerischer Rundfunk: http://www.br.de/franken/index.html
Autor: Simon Trapp
x
Abschiebung von Flüchtlingen: Reportage aus Berlin {3:03}

Veröffentlicht am 21.10.2015
Fünf Uhr morgens auf einem Polizeigelände in Kreuzberg. Mehrere Einsatzteams machen sich auf den Weg, um abgewiesene Asylbewerber abholen - zwecks Abschiebung. Bewaffnet und mit Schutzwesten bekleidet ist das wichtigste Instrument der Beamten wohl der Überraschungseffekt.

http://www.daserste.de/information/po...

Erste Station: ein Flüchtlingsheim in Kreuzberg. Eine uniformierte Einheit soll notfalls unterstützen. Sieben aus Serbien stammende Bewohner - seit Monaten informiert, dass sie Deutschland verlassen müssen. Der erste Fehlschlag: Eine Familie ist hier noch gemeldet, wohnt hier aber nicht mehr. Ein Mann ist freiwillig ausgereist. Bis zum nächsten Abschiebeversuch werden wohl Monate vergehen.

Nächster Halt: ein Flüchtlingsheim in Steglitz. Kurze Absprache am Gefangenentransporter. Eine Familie aus dem Kosovo wird aus dem Bett geklingelt. Aber offenbar saßen die Menschen bereits auf gepackten Koffern.

Später in der Polizeikaserne - Treffpunkt für den Sammeltransport zum Flughafen. Die Familie aus dem Kosovo hat in der Heimat nichts mehr außer Müll, sagt der Vater. Der Junge lernte in acht Monaten Deutsch. Sie werden wiederkommen, übersetzt er: Warum? Weil Deutschland ist sehr gut. Warum? Weil hier kein Müll ist.

Nur in 54 von 100 Fällen kann an diesem Morgen die Abschiebung vollzogen werden. Das von Senat gebuchte Charterflugzeug war zwar voll bezahlt, aber nur halb gefüllt.


Homepage: http://www.mittagsmagazin.de
Blog: http://www.mimawebspiegel.de
Facebook: http://www.facebook.com/mittagsmagazin
Twitter: https://twitter.com/mittagsmagazin

Armenhaus Kosovo: Trotz Milliardenhilfe kein Fortschritt {10:28}

Veröffentlicht am 18.03.2015
Trotz verschärfter Grenzkontrollen suchen immer noch täglich über hundert Kosovaren ihr Heil in der Flucht nach Deutschland. Sie fliehen vor Arbeitslosigkeit und Korruption. Die einstigen Schutzmächte versprachen einst Aufbauhilfe für die Wirtschaft und den Rechtsstaat. Doch bei den Menschen ist davon nicht viel angekommen.

Weiter: http://www.rbb-online.de/kontraste/ar...

==============
Der Ausspruch „Stadtluft macht frei nach Jahr und Tag“ umschreibt einen Rechtsgrundsatz des Mittelalters:
Aus Siedlungen rund um Burgen und Klöster, die etwa ab dem 11. Jahrhundert von freigekauften Leibeigenen und anderen Angehörigen des 3. Standes gegründet wurden, entstanden neben den alten römischen oder auch germanischen Gründungen weitere Städte. Dabei setzten sich immer mehr Leibeigene in die Städte ab, wo sie für ihre Grundherren zumeist unauffindbar waren.
So wurde es Rechtsbrauch, dass ein in einer Stadt wohnender Unfreier nach Jahr und Tag nicht mehr von seinem Dienstherrnzurückgefordert werden konnte und somit ein Insasse (auch Stadtbewohner) wurde. Wenn der Dienstherr aber mit sieben Zeugen beweisen konnte, dass der Leibeigene sein Eigentum sei, musste er ihm wieder dienen.[1] Diese Regelung wurde durch das Statutum in favorem principum (1231/32) zugunsten der Fürsten aufgegeben. [Stadtluft macht frei, Wikipedia, abgerufen am 01.06.2017]
siehe auch:
Stadtluft macht frei (Hans Strahm, Heidelberger OJS-Journals, Datum unbekannt, direkter PDF-Download) 

==============

Freitag, 26. Mai 2017

Angie, wie man’s macht, macht man’s verkehrt!

Erst seit dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt steht die Identitätsfeststellung von Flüchtlingen ganz oben auf der politischen Agenda. Doch die Maßnahmen gehen nicht weit genug.

Warum wollte die Bundesregierung nicht genau wissen, wer mit dem Flüchtlingsstrom ins Land kam? Es ist mehr als ein Versäumnis, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nicht frühzeitig ein Spracherkennungssystem zur Überprüfung der Herkunft von Migranten einsetzen durfte. Im September 2015 öffnete Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Grenzen Deutschlands, weil angeblich die Kontrolle der mehr als eine Million nach Deutschland strömenden Migranten unmöglich gewesen sei.

Im Zuge ihrer Willkommenspolitik („Wir schaffen das“) brachten zwar fast alle Migranten ihr Smartphone mit, aber Hunderttausende hatten ihre Papiere verloren oder weggeworfen. Den deutschen Behörden reichte im Zweifel für eine Anerkennung die Auskunft des Asylbewerbers, er komme aus Syrien. Dabei stammten etwa 30 Prozent entgegen ihrer Behauptung gar nicht aus Syrien, wie Innenminister Thomas de Maizière (CDU) selbst sagte.
mehr:
- Wer wissen will (Holger Stelzner, FAZ, 26.05.2017)

siehe auch:
- Deutschlands Hypnotherapeutin Nr. 1 und das Herstellen von Alternativlosigkeit (Post, 18.01.2016)

Sonntag, 21. Mai 2017

Der erste Fußabdruck auf dem fünften Kontinent

Vor 50.000 Jahren - also lange, bevor Homo sapiens Fuß auf amerikanischen oder europäischen Boden setzte - landeten Menschen in Australien, passten sich den Bedingungen dieses unwirtlichen Kontinents an und pflanzten sich fort. Zum ersten Mal wird diese weitgehend unbekannte Geschichte jetzt umfassend in einem Film erzählt. 

In Australien sind Spuren von Kunstwerken, Monumenten, Verzierungen und Bestattungsriten zu finden, die aus Zeiten stammen, lange bevor der Cro-Magnon-Mensch lebte. Hier lebte die älteste Zivilisation der Welt, und zwar von ihrer Ankunft in Sahul vor 50.000 Jahren bis zur Kolonialisierung durch die Weißen im 18. Jahrhundert. Die Geschichte dieser Zivilisation umfasste eine zehnmal längere Zeitspanne als die des antiken Ägyptens. 

Vom Homo sapiens gab es vor 60.000 Jahren nur einige Tausend Individuen, die an bestimmten Orten in Afrika lebten. Aber eine Gruppe war wagemutiger und hartnäckiger als alle anderen. Sie zog die ganze asiatische Küste entlang bis ans Ende der Festlandwelt. Diese Menschen waren die ersten, die ein großes Meer überquerten. Sie stachen in See, ohne zu wissen, was sie erwartet.
mehr:
- Der erste Fußabdruck auf dem fünften Kontinent – Die Super-Nomaden (Arte.tv, 17.04.2017)

==========
Dass dieser Kulturraum sehr bedeutend ist, wird zunehmend wahrgenommen: „It is considered the most significant heritage site in Australia and is often compared to Stonehenge or the cave of Lasaux in France“ (deutsch: Es gilt als das bedeutendste Kulturerbe in Australien und wird oft mit Stonehenge und der Höhle von Lascaux in Frankreich verglichen).[2]
Die Felsgravuren auf der Insel zeigen Tiere wie die auf dem australischen Festland ausgestorbenen Tasmanischer TigerWaleDuongs (Seekühe), KängurusEmusEchsenSchildkröten, Fische, Vögel und tausende von mythologische Zeichen und Gestalten der Aborigines. Ferner gibt es Menhire (Steinkreise) und weitere kulturelle Steinauslegungen. Vertreter der Aborigines nennen die Felsengravuren unsere Bibel. Die Gravuren zählen zu den ältesten Kulturdenkmalen der Menschheit und werden auf bis zu einem Alter von 30.000 Jahren geschätzt.
Der World Monuments Fund stufte 2003 die Burrup-Halbinsel als eines der 100 meisten gefährdeten Denkmäler der Welt ein. Im November 2007 wurden die Petroglyphen unter den 10 am stärksten gefährdeten historischen Plätzen Australiens gelistet. Seit 2013 stehen Teile davon im Murujuga-Nationalpark unter Schutz.
Aufgrund der Masse der Artefakte liegt bislang keine vollständige Dokumentation vor. Die Schwierigkeit zum Erhalt dieses Kulturerbes der Menschheit liegt darin, dass es kaum bekannt ist und dass es abseits des Weltgeschehens liegt. Sally Morgan, eine bekannte Schriftstellerin der Aborigines, formulierte die Schwierigkeiten folgendermaßen: „Heritage is a mess in Western Australia. If Stonehenge were in the Pilbara, it would no longer exist“ (deutsch: Der Schutz des Kulturerbes in Western Australia ist ein Fiasko, wenn Stonehenge in der Pilbara-Region liegen würde, würde es nicht mehr existieren). [3] 
[Murujuga, Kultur, Wikipedia, abgerufen am 21.05.2017]
==========

Der erste Fußabdruck auf den Fünften Kontinent 01 02 YouTube 720p {52:34}
Veröffentlicht am 18.11.2015

==========
Kennzeichnend für das Jungpleistozän in Europa sind die Weichsel-/Würm-Kaltzeiten (hier im Vergleich zum älteren Saale/Riß-Komplex). Die Gletschervorstöße waren unterbrochen von wärmeren Perioden, in denen sich der Neandertaler über die Permafrostgrenze hinaus nach Norden und Nordosten ausbreiteten. Ab etwa 40.000 v. Chr. besiedelte der ebenfalls aus Afrika eingewanderte Cro-Magnon-Mensch diese Gebiete. 
[Letzte Kaltzeit, Wikipedia, abgerufen am 24.05.2017, zum Vergrößern Rechtsklick]
==========
Cro-Magnon-Mensch (ˌkroːmaˈɲɔ̃) ist eine – in der europäischen Forschungstradition begründete – Bezeichnung für den anatomisch modernen Menschen (Homo sapiens) der letzten Kaltzeit. Als Epoche der Cro-Magnon-Menschen gilt die Zeitspanne vom ersten Nachweis von Homo sapiens in Europa vor etwa 40.000 Jahren bis zum Übergang vom Pleistozän zum Holozän vor etwa 12.000 Jahren.[1]Die früher gehegte Vermutung, der Cro-Magnon-Mensch sei ein evolutives Bindeglied zwischen Neandertaler und modernem Homo sapiens, gilt aufgrund von anatomischen Merkmalen, die beide Arten trennscharf unterscheiden, seit Mitte der 1970er Jahre als widerlegt.[2] „Cro-Magnon-Mensch“ bezeichnet demnach weder eine Art noch eine Unterart. [Cro-Magnon-Mensch, Wikipedia, abgerufen am 21.05.2017]
Der europäische Cro-Magnon-Mensch tritt in seiner materiellen Kultur als Träger des Jungpaläolithikums mit der Klingenkultur des Aurignaciens in Erscheinung. Diese ist mit dem Ahmarien im Vorderen Orient bereits einige Tausend Jahre früher als in Mitteleuropa nachgewiesen. Wahrscheinlich drangen moderne Menschen erstmals vor etwa 36.000 Jahren BP (kalibriert 40.000 bis 42.000 v. Chr.) nach Europa vor. Einen starken Bevölkerungsrückgang gab es während des Kältemaximums der Weichseleiszeit (bzw. Würmeiszeit im alpinen Raum) vor etwa 22.000 bis 18.000 Jahren.[39]
Die Vermutung, dass die Cro-Magnon-Menschen, von Südosten kommend, die „kältegewohnten“ Neandertaler in der Zeit vor diesem Temperaturminimum in nördliche Refugien abgedrängt hätten, scheint jedoch irrig, da Neandertaler kurz vor ihrem Aussterben nur noch in Südeuropa nachgewiesen sind, während Siedlungsplätze der Cro-Magnon-Menschen vielfach nördlich der Alpen belegt sind. In Westeuropa befand sich ein früher Siedlungsraum von Cro-Magnon-Menschen in Südfrankreich und Nordspanien, während die Neandertaler den Süden der Iberischen Halbinsel bis nach Gibraltar besiedelten. In Osteuropa ergibt sich ein ähnliches Bild mit relativ nördlich gelegenen Fundorten moderner Menschen bei Kostenki am Don aus dem Early Upper Palaeolithic (EUP). Zu dieser Zeit lagen die bislang erwiesenen Siedlungsgebiete der Cro-Magnon-Menschen im Grenzgebiet zwischen Tundren-, Kaltsteppen- und Nadelbaumvegetation, während die Neandertaler im wärmeren Grenzgebiet zwischen Nadel- und Laubbaumvegetation siedelten. 
[Cro-Magnon-Mensch, Neandertaler-Genom beim Homo sapiens, Wikipedia, abgerufen am 21.05.2017]
==========
Die letzte Kaltzeit (auch das letzte Glazial oder, etwas mehrdeutig, die letzte Eiszeit genannt) folgte im Jungpleistozän im Anschluss an die letzte Warmzeit vor der heutigen. Sie begann vor etwa 115.000 bis 110.000 Jahren und endete vor etwa 12.500 bis 10.000 Jahren. In der letzten Kaltzeit kam es, wie auch schon in den Kaltzeiten davor, zu einer Abkühlung des Klimas auf der ganzen Erde, zu weiträumigen Vergletscherungen, zu großflächigen Überschwemmungen und zum Absinken des Meeresspiegels mit der Bildung von Landbrücken.
Der Begriff Eiszeit ist leicht mit dem des Eiszeitalters zu verwechseln und sollte daher besser vermieden werden.
  • Kürzere Klimaschwankungen innerhalb von Eiszeitaltern werden allgemein als Kaltzeitenund Warmzeiten bezeichnet.
  • Kaltzeiten mit umfangreichen Vergletscherungen der Kontinente in den gemäßigten Breiten nennt man auch Glaziale. Vor allem diese werden in der Allgemeinsprache oft Eiszeiten genannt.
  • Warmzeiten innerhalb eines Eiszeitalters, in denen sich kontinentale Eisschilde vollständig aus den gemäßigten Breiten zurückziehen, nennt man auch Interglaziale. Derzeit herrscht eine solche Interglaziale, das Holozän.
  • Das Ende der letzten Eiszeit oder vielmehr der letzten Kaltzeit bzw. des letzten Glazials markierte somit lediglich den Beginn der gegenwärtigen Warmzeit bzw. des gegenwärtigen Interglazials innerhalb des noch immer andauernden Eiszeitalters.[1]
Innerhalb der rund 100.000 Jahre umfassenden letzten Kaltzeit gab es Kältephasen (Stadiale) und kurzzeitige Wärmephasen (Interstadiale). Die Gletscher rückten wiederholt vor und zogen sich zurück, und die Flora und Fauna folgte den Schwankungen entsprechend. Das letzte glaziale Maximum (Last Glacial Maximum, LGM) herrschte vor etwa 21.000 bis 18.000 Jahren. Obwohl sich die zeitlichen Verläufe der Temperaturen und Vergletscherungen weltweit ähneln, gibt es von Kontinent zu Kontinent Unterschiede in den Details. 
[Letzte Kaltzeit, Wikipedia, abgerufen am 22.05.2017]
==========
Die Würm-Kaltzeit, auch Würm-GlazialWürmeiszeit oder Würmzeit genannt, ist die Bezeichnung der letzten Kaltzeit im Alpenraum. Sie ist die bisher jüngste der im Alpenraum aufgetretenen großräumigen Vergletscherungen, die über die Alpen selbst hinausgingen. Sie ist, wie die meisten anderen Kaltzeiten des Pleistozäns, nach einem Fluss benannt, nämlich der Würmin Bayern, einem Nebenfluss der Amper. Die Würm-Kaltzeit kann auf den Zeitraum von etwa 115.000 bis 10.000 Jahre vor heute datiert werden, wobei die Angaben differieren, je nachdem, wie die langen Übergangsphasen zwischen Glazialen und Interglazialen (Warmzeiten) der einen oder der anderen Periode zugeordnet werden. Die Jahresmitteltemperaturen während der Würm-Kaltzeit betrugen im Alpenvorland unter −3 °C (heute +7 °C). Dies wurde durch Veränderung der Vegetation (Pollenanalyse) sowie Faziesdifferenzierungen festgestellt.[1]
Die gleichzeitige Kaltzeit Nord- und Mitteleuropas wird als Weichsel-Kaltzeit bezeichnet. Trotz der globalen Klimaschwankungen, die für die großen Vereisungszyklen verantwortlich sind, korreliert die Datierung der alpinen Gletschervorstöße nicht automatisch mit der weitesten Ausbreitung des skandinavischen Eisschildes.[2][3] In Nordamerika wird die entsprechende „letzte Kaltzeit“ als Wisconsin Glaciation bezeichnet.[4] 
[Würm-Kaltzeit, Wikipedia, abgerufen am 22.05.2017]
==========
Der Neandertaler (früher auch „Neanderthaler“, wissenschaftlich Homo neanderthalensis) ist ein ausgestorbener Verwandter des heutigen Menschen (Homo sapiens). Er entwickelte sich in Europa – parallel zum Homo sapiens in Afrika – aus einem gemeinsamen afrikanischen Vorfahren der Gattung Homo und besiedelte zeitweise große Teile Süd-Mittel- und Osteuropas. Hinzu kommen Fossilien­funde aus Westasien (TürkeiLevanteNordirak) und Teilen Zentralasiens (UsbekistanTadschikistanAltai).[4] Fossilien seit der Eem-Warmzeit (seit ungefähr 130.000 Jahren) werden aufgrund ihrer oft ausgeprägten anatomischen Merkmale als „klassische“ Neandertaler bezeichnet.[3] Warum der Neandertaler vor rund 30.000 Jahren ausstarb, ist bislang ungeklärt.Aufgrund zumindest vereinzelter Bestattungen ihrer Toten sowohl in Europa als auch in Westasien und des Ablegens von Toten in Höhlen ist Homo neanderthalensis neben Homo sapiens die fossil am besten überlieferte Art der Hominini. 
[Neandertaler, Wikipedia, abgerufen am 21.05.2017]
Chris Stringer betonte 2012[213] in seiner Stammbaum-
Hypothese die von ihm unterstellte zentrale Position von 
Homo heidelbergensis als Bindeglied zwischen Neandertaler, 
Denisova-Mensch und Homo sapiensandere Paläoanthropologen 
ordnen die hier als heidelbergensis ausgewiesenen afrikanischen 
Funde noch Homo erectus zu. Rechts außen deutet Stringer an, 
dass in Afrika einige genetische Auffälligkeiten nachgewiesen 
wurden, die auf einen dritten Genfluss von einer bislang 
ungeklärten Vormenschen-Population zum anatomisch modernen 
Menschen hinzuweisen scheinen.[214] Beim asiatischen 
Homo erectus betont Stringer die Trennung in Peking-Mensch 
und Java-Mensch, und er interpretiert Homo antecessor als 
frühen europäischen Zweig von Homo erectus
Die Herkunft von Homo floresiensis ist ungeklärt.





Forscher des Max Planck Instituts für evolutionäre Anthropologie konnten in Funden einer Höhle im sibirischen Altai-Gebirge Gene des modernen Menschen nachweisen. Sie kommen zu dem Schluss, dass die Vermischung vor rund 100.000 Jahren stattgefunden hat. Die Vermischung liegt damit deutlich früher als die bisher in Europa nachweisbare, die auf circa 60.000 Jahre angesetzt wird. Moderne Menschen und Neandertaler trafen nach Ansicht der Forscher wahrscheinlich zuerst im Nahen Osten aufeinander und dieser Vorgang wiederholte sich zu anderen Zeiten an anderen Stellen.[212] 
[Neandertaler, Nachweis von Genfluss zu Homo sapiens, Wikipedia, abgerufen am 21.05.2017]
==========
Die Denisova-Menschen[1] waren eine Population der Gattung Homo, die eng verwandt ist mit den Neandertalern und wie diese den anatomisch modernen Menschen (Homo sapiens) nahe steht, jedoch genetisch von beiden Artenunterschieden werden kann. In der englischsprachigen Fachliteratur werden sie Denisova hominins oder kurz Denisovans genannt.
Denisova-Menschen lebten einer 2019 publizierten Studie zufolge noch vor 76.000–52.000 Jahren[2] – während der Altsteinzeit – im Altai-Gebirge im südlichen Sibirien und vor rund 160.000 Jahren in Tibet. Belegt ist die Existenz dieser Population bislang nur durch wenige, kleine Fossilien aus der Denisova-Höhle: u. a. durch den Knochen eines kleinen Fingers durch zwei hintere Backenzähne und durch einen Unterkiefer aus Tibet. Erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde der Fingerknochen im März 2010,[3]der zunächst entdeckte Backenzahn im Dezember 2010[4] der zweite Backenzahn im November 2015[5] und der Unterkiefer im Mai 2019.[6] Ein zunächst ebenfalls den Denisova-Menschen zugeschriebener Knochen von einer Zehe[7] wurde 2014 als von einem Neandertaler stammend erkannt.[8]
Johannes Krause und Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig gelang es im Jahr 2010 zunächst, die DNA aus den Mitochondrien (die mtDNA) des Fingerknochens mit Hilfe der DNA-Sequenzierung auszuwerten. Die Bekanntgabe der Ergebnisse dieser DNA-Analyse sorgte für weltweites Aufsehen, da das Fossil als Beleg für eine bis dahin unbekannte, den Neandertalern und den anatomisch modernen Menschen nahe stehende Population der Gattung Homo interpretiert wurde. Einige Monate später wurde auch die Analyse der DNA aus den Zellkernen des Knochens publiziert; sie bestätigte die relative Eigenständigkeit der Denisova-Population. Demnach hatte damals neben den bis dahin bekannten Populationen des Neandertalers und des Homo floresiensis noch eine dritte Gemeinschaft von entfernten (aber eindeutig zur Gattung Homo gehörigen) Verwandten des anatomisch modernen Menschen existiert. Am engsten verwandt sind die Denisova-Fossilien mit den Neandertaler-Funden aus der Vindija-Höhleund der Mesmaiskaja-Höhle.[4]
Auf die Zuordnung der Funde aus der Denisova-Höhle zu einer neuen Art oder zu einer Unterart wurde 2010 ausdrücklich verzichtet; 2011 wurden die Fossilien jedoch „einer bisher unbekannten Art“[9] zugeschrieben, allerdings erneut ohne dieser Art einen Namen zu geben.
[Denisova-Mensch, Wikipedia, abgerufen am 07.05.2019]
==========

Der Urmensch in uns - Faszination Wissen - ganze Sendung 31.1.17 {29:14}

Bayerischer Rundfunk
Am 27.01.2017 veröffentlicht 
Warum hat der Mensch überlebt und der Neandertaler nicht? Wie kommt es, dass wir in Europa 2 bis 4 Prozent Neandertaler-Gene in uns tragen, es in Afrika aber nie Neandertaler gab? Frischen Sie ihr Wissen über die menschliche Spezies auf. Mehr Wissen unter:
http://www.br.de/faszination-wissen
==========
 HauptartikelHominisation und Stammesgeschichte des Menschen HauptartikelAusbreitung des Menschen und Menschheitsgeschichte
Die Entwicklung des Menschen führte vermutlich über Arten, die den nachfolgend aufgeführten Arten zumindest ähnlich gewesen sein dürften, zu Homo sapiensArdipithecus ramidusAustralopithecus afarensisHomo rudolfensis / Homo habilis und Homo ergaster / Homo erectus.
160.000 Jahre alte Schädelknochen des Homo sapiens idaltu aus Äthiopien gelten derzeit als älteste, unbestritten dem anatomisch modernen Menschen zugeordnete Fossilien. Lange Zeit lebte die Art Homo sapiens in Afrika parallel zum primär europäisch und vorderasiatisch angesiedelten Neandertaler, der besonders an das Leben in gemäßigten bis arktischen Zonen angepasst war.
Zahlreiche Funde unterstützen die sogenannte Out-of-Africa-Theorie, der zufolge die Ausbreitung des Menschen während der letzten Kaltzeit vom afrikanischen Kontinent aus erfolgte. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit betrug im Schnitt 400 m/Jahr. Die Atlantikküste auf der Iberischen Halbinsel wurde frühestens vor 41.000 Jahren von Homo sapiens erreicht, vielleicht später.
Ausbreitung des anatomisch modernen Menschen (rot) über die Erde und vorausgehende
Besiedelung durch 
Homo erectus (gelb) und Neandertaler(ocker);
die Zahlen stehen für Jahre vor heute.
 Die alternative, früher verbreitetere Hypothese vom multiregionalen Ursprung des modernen Menschen nimmt an, dass sich der Homo sapiens in mehreren Regionen unabhängig voneinander aus dem Homo erectus entwickelt hat. Nach den molekulargenetischen Untersuchungen der jüngeren Zeit kommt dieser These allerdings nur geringe Wahrscheinlichkeit zu.
Mit der Entwicklungsgeschichte der Menschheit von ihren Anfängen bis zum Jetzt-Menschen beschäftigen sich insbesondere die Paläoanthropologie, die Archäologieund die Genetik. Neben der biologischen Evolution war für den Menschen auch seine kulturelle Entwicklung maßgebend, die sich unter anderem im Gebrauch von Werkzeugen und der gesprochenen Sprache manifestiert. Der kulturelle Entwicklungsstand der frühen Vorfahren des modernen Menschen war zunächst über Jahrhunderttausende hinweg nahezu konstant. Erst vor rund 40.000 Jahren beschleunigten sich – nach heutigem Kenntnisstand – die kulturellen Innovationen, und seit dem Aufkommen von Ackerbau und Viehhaltung greift der Mensch großräumig gestaltend in seine Umgebung ein. 
[Homo Sapiens, Entwicklungsgeschichte und Ausbreitung der Spezies, Wikipedia, abgerufen am 24.05.2017]
==========

siehe auch:
- Herkunft der Vormenschen: Knochenfunde in Südeuropa entzweien die Fachwelt (SPON, 23.05.2017)

Die Astronomen von Lascaux - Sternenkunde in der Eiszeit {51:29}

Veröffentlicht am 21.10.2015
In der faszinierenden ArteTV-Dokumentation "Die Astronauten von Lascaux" präsentiert die französische Forscherin Chantal Jègues-Wolkiewiez die Resultate ihrer Forschung in Bezug auf die - korrekt ausgerichteten Sternzeichen abbildenden - Felsmalereien von Lascaux und umlegenden Höhlen, nahe derer der Homo Heidelbergensis einst - vor 50.000 Jahren, aus Afrika einwandernd - seine Clanmitglieder rituell beerdigte. Jègues-Wolkiewiez Forschungsergebnisse sind revolutionär, da sie in Bezug auf den Intellekt des Frühmenschen zu einem Umdenken der WIssenschaft führen.

==========
Die jungpaläolithische Höhle von Lascaux im französischen Département Dordogne enthält bedeutende Höhlenmalereienaus der archäologischen Kulturstufe Magdalenien, die der frankokantabrischen Höhlenkunst zugeordnet werden.
Seit 1979 zählt die Höhle zusammen mit den anderen Fundorten und Höhlen im Tal der Vézère zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Höhle von Lascaux wurde von Abbé Breuil als „Sixtinische Kapelle der Frühzeit“ bezeichnet.[1] [Höhle von Lascaux, Wikipedia, abgerufen am 21.05.2017]
Ursprünglich wurden die Höhlenmalereien dem frühen Magdalénien zugerechnet, etwa dem Zeitraum zwischen 17.000 und 15.000 v. Chr. Durch das Auffinden von älteren Artefakten aus dem Solutréen sind inzwischen Zweifel an dieser Zuordnung laut geworden. Autoren wie Norbert Aujoulat[7] halten die Höhle sogar für noch älter und nähern sich somit wieder der von Breuil geäußerten Vermutung der Zuordnung zum Périgordien (ca. 36.000 - 19.000 v. Chr. ). 
[Höhle von Lascaux, Datierung der Höhlenbilder, Wikipedia, abgerufen am 21.05.2017]
==========
Über den Zweck dieser aufwendigen Anlage existieren verschiedene sich widersprechende Theorien: Vom Kult- und Versammlungsplatz über eine religiöse Tempelanlage (Axtsymbole, Muttergottheit etc.) und Begräbnisstätte (einzelne Funde) bis zum astronomischen Observatorium, weil einige Linien nach der Sommersonnenwende ausgerichtet sind.
Die Entstehung der Anlage lässt sich grob in drei Phasen unterteilen:
  • Die Frühphase der Anlage, mit einem kreisrunden Erdwall und einem Graben, wird auf etwa 3100 v. Chr. datiert.
  • Pfostenlöcher weisen darauf hin, dass im frühen dritten Jahrtausend v. Chr. eine hölzerne Struktur im Inneren der Einfassung existiert haben muss.
Die gesamte Anlage ist jedoch vermutlich deutlich älter als bisher angenommen. Demnach stand die Megalithstruktur bereits um 3000 v. Chr.[2] Die weiteren Ausführungen im Artikel beziehen sich auf die bisher angenommene Datierung. Neueste Forschungen legen eine mindestens 11.000 Jahre lange Geschichte der Anlage nahe.[3][4] 
[StonehengeWikipediaabgerufen am 21.05.2017]
==========

Doku Deutsch 2017 - Das Stonehenge Experiment Die ultimative Doku NEWDokus 2013 {1:18:21}

Veröffentlicht am 31.03.2017
Doku Deutsch 2017 -
Dokumentarfilme 2017 -
Dokumentarfilm Deutschland -
Dokumentarfilme Deutsch 2017-
x