Donnerstag, 28. Februar 2019

Die Rede, die Kennedy das Leben kostete? – Mythos und Wirklichkeit

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Am 12. März 1947 gab der US-amerikanische Präsident Harry S. Truman vor dem US-Kongress eine Erklärung ab, die als sogenannte Truman-Doktrin in die Geschichte einging. Nach dieser Doktrin sollte es zum außenpolitischen Grundsatz der Vereinigten Staaten von Amerika werden, „freien Völkern beizustehen, die sich der angestrebten Unterwerfung durch bewaffnete Minderheiten oder durch äußeren Druck widersetzen“. Truman erklärte, dass die USA bereit seien, dem dringenden Appell der griechischen Regierung um wirtschaftliche und militärische Unterstützung im Griechischen Bürgerkrieg nachzukommen. Auch die Türkei, die sich in einer ähnlichen Situation wie Griechenland befand, solle amerikanische Hilfe erhalten.
Die Truman-Doktrin bedeutete das Ende der amerikanischen Kriegskoalition mit der Sowjetunion und markiert den Beginn des Kalten Krieges. Mit ihr beginnt das finanzielle Engagement der USA in der Containment-Politik.
[Truman-Doktrin, Wikipedia, abgerufen am 05.03.2019] 
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Washington trägt dem Regimewechsel auf Kuba Rechnung und erkennt am 7. Januar die neue Regierung in Havanna offiziell an. Außenminister John Foster Dulles übermittelt Präsident Dwight D. Eisenhower seine Einschätzung:
„Die Provisorische Regierung ist anscheinend frei von kommunistischem Anstrich, und es gibt Anzeichen dafür, dass sie beabsichtigt, freundliche Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu unterhalten.“
Doch sehr bald schon beginnt sich abzuzeichnen, dass sich Welten auftun zwischen dem revolutionären Kuba und den USA, dass es über kurz oder lang zu einer Konfrontation zwischen beiden Staaten kommen wird. Durch eine radikale Nationalisierungspolitik – die Enteignung vor allem amerikanischer Unternehmen – und eine immer stärkere Anlehnung an die Sowjetunion und das sozialistische Lager bringt Kuba die Vereinigten Staaten gegen sich auf.
In Washington befürchtet man, dass der revolutionäre Funke von Kuba auf andere Länder Lateinamerikas überspringen könnte. Und das soll mit allen Mitteln verhindert werden. Fortan detonieren Bomben in Havanna, Fabriken fliegen in die Luft, Zuckerrohrfelder brennen. Die USA praktizieren eine Politik des Staatsterrorismus gegenüber Kuba – gesteuert von der CIA, ausgeführt zumeist von Exilkubanern und Gegnern Castros auf der Insel. Schließlich kommt es im Januar 1961 – als Kuba eine drastische Reduzierung des Personals der US-Botschaft in Havanna verlangt – zum Bruch zwischen beiden Ländern.
Eisenhower nimmt sich fest vor, Castro zu stürzen, und in Havanna einem US-freundlichen Regime zur Macht zu verhelfen. Zu diesem Zweck wird von der CIA ein Invasionsplan ausgearbeitet, den Eisenhowers Nachfolger John F. Kennedy in die Tat umsetzen soll.
[Die gescheiterte Invasion, Henning von Löwis, Deutschlandfunk, 17.04.2011]
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Die Invasion in der Schweinebucht war ein von den Vereinigten Staaten organisierter militärischer Angriff kubanischer Exilanten auf Kuba. Sie wurde am 17. April 1961 mit verdeckter Unterstützung der CIA von rund 1300 seit 1959 aus Kuba geflohenen Freiwilligen von Guatemala aus durchgeführt und hatte den Sturz der Revolutionsregierung unter Fidel Castrozum Ziel. Die Invasion markierte einen ersten Höhepunkt der gegen die Castro-Regierung gerichteten Aktionen der USA. Nachdem die US-Regierung vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen zunächst jede Beteiligung an der Invasion abgestritten hatte, übernahm Präsident John F. Kennedy vier Tage später die volle Verantwortung.Die gescheiterte Invasion war nicht nur ein militärisches, sondern vor allem ein politisches Debakel für die Vereinigten Staaten. Neben scharfer Kritik im In- und Ausland und verlorenem Vertrauen in die nur 90 Tage alte Regierung unter Kennedy stärkte sie Castro, der die bereits 1959 eingeleitete kommunistische Ausrichtung der kubanischen Revolution nun offen vertrat. Befürchtungen eines zweiten Invasionsversuchs beschleunigten die weitere Annäherung Kubas an die Sowjetunion bis zur Eskalation in der Kubakrise 1962.[1]
[Invasion in der Schweinebucht, Wikipedia, abgerufen am 03.03.2019] 
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Zur Vorbereitung der Invasion bombardierten am 15. April 1961 B-26-Flugzeuge der US Air Force drei kubanische Flugplätze. Die Bomber waren mit kubanischen Hoheitszeichen versehen worden und sollten den Anschein einer Gegenrevolution erwecken. Fünf der US-Bomber wurden von kubanischen Flugzeugen abgeschossen. Der Luftkampf wurde sofort Diskussionsgegenstand in der Vollversammlung der Vereinten Nationen, wo US-Botschafter Adlai Stevenson Mühe hatte, die Linie der US-Regierung zu vertreten. Außenminister Dean Ruskstoppte daraufhin einen zweiten Luftangriff, den Esterline aber zwingend notwendig für einen Erfolg der Invasion hielt. Die CIA-Führung versuchte vergeblich, Präsident Kennedy zu erreichen, der bereits nach Glen Ora ins Wochenende gefahren war, und entschied sich, trotzdem mit der Invasion fortzufahren.[7]
Am 17. April landeten, von ihren Ausbildungslagern in Guatemala kommend, in der Schweinebucht etwa 1300 Exilanten der Brigade 2506unter dem Kommando von zwei CIA-Beamten und mit logistischer Unterstützung der US-Marine. Obwohl die Kubaner von dem Angriff überrascht wurden, gelang es ihnen, die beiden Munitionsschiffe der Angreifer aus der Luft zu versenken, da ihre Luftüberlegenheit intakt geblieben war. Am 18. und 19. April erhielten die Angreifer Luftunterstützung durch B-26-Flugzeuge. Dabei wurde auch Napalm eingesetzt. Zwei B-26 wurden von kubanischen Flugzeugen abgeschossen. Die Besatzungen der abgeschossenen Maschinen wurden als US-Bürger und Piloten der Air National Guard identifiziert. Nach drei Tagen waren die Invasionstruppen von der zahlenmäßig weit überlegenen kubanischen Armee aufgerieben.
Vom 18. April datiert ein Brief an Chruschtschow, in dem Kennedy versicherte: „I have previously stated, and I repeat now, that the United States intends no military intervention in Cuba.“[8]
[Invasion in der Schweinebucht, Ablauf, Wikipedia, abgerufen am 05.03.2019] 
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An dem Tage, an dem Präsident Kennedy eine Armee von Castro -Gegnern in der kubanischen Schweinebucht landen ließ, wetterte Stevenson vor der Uno gegen den Vorwurf, getarnte amerikanische Flugzeuge hätten Kuba gebombt. Tatsächlich waren es Amerikaner gewesen - nur: Stevenson hatte es nicht gewußt.
Noch schlimmer erging es Stevenson nach der zweiten Kuba-Krise im Herbst 1962, als Chruschtschow Raketen auf der Insel placierte und Kennedy den Rückzug der Sowjet -Waffen durch eine Blockade erzwang. Kurze Zeit später ließen die Kennedys in einem Zeitungsartikel durchsickern, Stevenson sei für ein Nachgeben gegenüber den Russen gewesen (SPIEGEL 51/1962). Er sei eine "Taube und kein, Falke" gewesen.    
[NACHRUF ADLAI STEVENSON 5.II.1900 - 14. VII.1965, Spiegel, 21.07.1965] 
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Von 1959 an stationierten die USA in Italien eine Staffel mit 25 und in der Türkei zwei Staffeln mit je 25 nuklear bestückten Mittelstreckenraketen vom Typ Jupiter, die auf die UdSSR gerichtet waren.
Am 26. und 27. Oktober 1960 starteten die USA von der Laughlin Air Force Base in Texas erstmals auch U-2-Aufklärungsflüge über Kuba. Am 5. September 1961 wurden erstmals Aufnahmen von Flugabwehrraketen vom Typ S-75 und von Kampfflugzeugen vom Typ MiG-21 Fishbed gemacht.
Im April 1962 wurden die amerikanischen Thor- und Jupiter-Atomraketen in der Türkei einsatzbereit gemacht. Weil sie wegen ihrer ungeschützten Aufstellung leicht angreifbar waren, konnten sie nur zu einem atomaren Erstschlag genutzt werden.
Zudem fuhren auf den Meeren US-U-Boote mit Polaris-Atomraketen. Diese Submarine Launched Ballistic Missiles konnten auch unter Wasser abgefeuert werden und waren entsprechend schwer zu treffen. Die Sowjetunion hatte zu dem Zeitpunkt nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen.
[Kubakrise, Unmittelbare Vorgeschichte, Wikipedia, abgerufen am 14.12.2014 – Ich zitiere absichtlich eine alte Version, die war noch nicht transatlantisch aufpoliert – das mit dem atomaren Erstschlag ist irgendwann nach dem 14.12.2014 seltsamerweise verlorengegangen – Hervorhebung von mir]
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3/28/1961 JFK told Congress, "Our arms must be subject to ultimate civilian control and command at all times...The primary purpose of our arms is peace, not war...to deter all wars...to insure the adequacy of our bargaining power for an end to the arms race. The basic problems facing the world today are not susceptible to a military solution. Neither our strategy nor our psychology as a nation - and certainly not our economy - must become dependent upon the permanent maintenance of a large military establishment...Our arms will never be used to strike the first blow in any attack."  
“The SAC [Strategic Air Command] people never seemed to be satisfied that to kill once was enough. They want to kill, overkill, overkill, because all of this has built up the prestige of SAC, it created the need for more forces, for a larger budget. …. [T]hat’s the way their thinking went.” - Admiral Roy L. Johnson, USN (ret’d), Deputy Director of Joint Strategic Target Planning Staff (1961-1963) 6 December 1980
6/18/1961 NY Times reported, "The Pentagon is having its troubles with rightwingers in uniform. A number of officers of high and middle rank are indoctrinating their commands and the civilian population near their bases with political theories resembling those of the John Birch Society. They are also holding up to criticism and ridicule some official policies of the US Government. The most conspicuous example of some of these officers is Maj. Gen. Edwin A. Walker..."
[The Military-Industrial Complex in the 50s and 60s (Tracy Riddle, deeppoliticsforum.com, 13.06.2013]

Die Rede, die John F. Kennedy 1963 das Leben kostete {6:10}

Toni All
Am 23.02.2018 veröffentlicht
Es gibt ganz, ganz wenige Menschen, die tief liegende Ungerechtigkeit erkennen und den Mut haben, etwas dagegen zu unternehmen. Und noch weniger, wenn sie eine gewisse Stellung und Macht in der Gesellschaft haben. Einer dieser Menschen war John F. Kennedy. Hören Sie jetzt hier seine Rede an der Rice University am 12. September 1962, die ihn das Leben kostete:  

Rede "The President and the Press", Bureau of Advertising, American Newspaper Publishers Association (New York, 27. April 1961)
Wir entschieden schon vor langer Zeit, dass die Gefahren exzessiver, ungerechtfertigter Geheimhaltung sachdienlicher Fakten die Gefahren bei Weitem überwiegen, mit denen die Geheimhaltung gerechtfertigt wird. Selbst heute hat es wenig Wert, den Gefahren, die von einer abgeschotteten Gesellschaft ausgehen, zu begegnen, in dem man die gleichen willkürlichen Beschränkungen nachahmt.
Selbst heute hat es kaum Wert, das Überleben unserer Nation sicherzustellen, wenn unsere Traditionen, nicht mit ihr überleben. Und es gibt die schwerwiegende Gefahr, dass ein verkündetes Bedürfnis nach erhöhter Sicherheit von den Ängstlichen dazu benutzt wird, seine Bedeutung auf die Grenzen amtlicher Zensur und Geheimhaltung auszuweiten. […]
Kein Präsident sollte eine öffentliche Prüfung seines Progamms fürchten. Denn aus so einer Prüfung kommt Verstehen und vom Verstehen kommt Unterstützung der Opposition und beides ist notwendig. Ich bitte Ihre Zeitungen nicht, die Regierung zu unterstützen, aber ich bitte Sie um Ihre Mithilfe bei der enormen Aufgabe, das amerikanische Volk zu informieren und zu alarmieren, weil ich vollstes Vertrauen in die Reaktion und das Engagement unserer Bürger habe, wenn sie über alles uneingeschränkt informiert werden. Ich will die Kontroversen unter Ihren Lesern nur nicht ersticken, ich begrüsse sie sogar. Meine Regierung will auch ehrlich zu ihren Fehlern stehen, weil ein kluger Mann einst sagte: "Irrtümer werden erst zu Fehlern, wenn man sich weigert, sie zu korrigieren". […]
Ohne Debatte, ohne Kritik kann keine Regierung und kein Land erfolgreich sein, und keine Republik kann überleben. […] Die Presse ist nicht deshalb das einzige Geschäft, das durch die Verfassung spezifisch geschützt wird, um zu amüsieren und Leser zu gewinnen, nicht um das Triviale und Sentimentale zu fördern, nicht um das Publikum immer das zu geben, was es gerade will, sondern um über Gefahren und Möglichkeiten zu informieren, um aufzurütten und zu reflektieren, um unsere Krisen festzustellen und unsere Möglichkeiten aufzuzeigen, um zu führen, zu formen, zu bilden, und manchmal sogar die öffentliche Meinung herauszufordern. Das bedeutet mehr Berichte und Analysen von internationalen Ereignissen, denn das alles ist heute nicht mehr weit weg, sondern ganz in der Nähe und zu Hause. Das bedeutet mehr Aufmerksamkeit für besseres Verständnis der Nachrichten sowie verbesserte Berichterstattung, und es bedeutet schließlich, dass die Regierung auf allen Ebenen ihre Verpflichtung erfüllen muss. Sie mit der bestmöglichen Information zu versorgen und dabei die Beschränkungen durch die nationale Sicherheit möglichst gering zu halten. […] 
So ist es die Presse, die Protokollführerin der Taten der Menschen, die Bewahrerin seines Gewissens, die Botin seiner Nachrichten, in der wir Stärke und Beistand suchen, zuversichtlich, dass mit Ihrer Hilfe der Mensch das sein wird, wozu er geboren wurde: frei und unabhängig.
[Rede "The President and the Press", Bureau of Advertising, American Newspaper Publishers Association (New York, 27. April 1961), john-f-kennedy.info]



Abstract: In "The President and the Press," John F. Kennedy crafted a presidential crisis speech that attempted to explain and justify the failed Bay of Pigs invasion. In the process, Kennedy shifted at least some of the blame for the fiasco to the nation's press. Calling upon journalists to exercise more self‐restraint and presenting support for the president as a moral responsibility in times of crisis, Kennedy encouraged the press to voluntarily censor itself in the context of a Cold War melodrama pitting good against evil […]
In this essay, we analyze Kennedy's speech, "The President and the Press," which he delivered before the American Newspaper Publishers Association (ANPA) on April 27, 1961. Confronted with allegations that he deliberately misled the press and the people about the Bay of Pigs invasion, Kennedy crafted a presidential "crisis" speech that attempted to explain and justify the invasion, blamed the press for its failure, and pressured the news media to voluntarily censor itself on national security issues. We argue that Kennedy's speech was widely considered a failure because few bought into his "crisis" narrative and because the press refused to accept his attempt to scapegoat and censor them. Our analysis lends insight into how presidents may attempt to rhetorically exacerbate crisis situations in order to manage press coverage and cultivate public consent. […]
For many Americans and press professionals, the most troubling aspect of the Bay of Pigs situation was that the president had lied to them regarding America's policy toward Cuba. At a press conference on April 12, 1961, Kennedy had announced that "there will not be, under any conditions, an intervention in Cuba by the United States Armed Forces."27 Kennedy's White House counselor, Arthur M. Schlesinger, Jr., had warned Kennedy of the potential backlash in a memorandum: "When lies must be told, they should be told by subordinate officials."28 Given the context of the early 1960s, Graham makes the important point that "journalists like most Americans, still trusted government."29 "The President and the Press" provided Kennedy with an opportunity to repair the breach of trust with the press and the public. However, as we argue in our analysis, Kennedy miscalculated the rhetorical situation and delivered a presidential crisis speech in which he blamed the press for the Bay of Pigs debacle and advocated for journalistic self‐restraint.
Kennedy faulted the press for leaking information about the Bay of Pigs operation just days before its execution. The first report to uncover the president's plans was slated for publication in the New Republic magazine. Kennedy instructed Schlesinger to have the story killed, and Schlesinger succeeded in his mission.30 But a reporter for the New York Times, Tad Szulc, also had uncovered the story, and the Times ran the story after eliminating references to the CIA and the word "imminent." The Times’ publisher also downplayed Szulc's story by eliminating a four‐column banner headline and running it instead as a more routine single column story on the front page.31 Nevertheless, the damage was done. Kennedy reportedly complained in private that "Castro doesn't need agents over here. All he has to do is read our papers. It's all laid out for him."32 As a result, of course, the invaders no longer had the element of surprise, but Kennedy went ahead with the plan anyway. Amidst these lingering feelings of mutual distrust between the president and the press, Kennedy took to the podium. […] 
In "The President and the Press," Kennedy utilized rhetorical patterns characteristic of Cold War rhetoric to frame the melodrama of his speech. A defining characteristic of Cold War rhetoric—and of all war rhetoric, really—is its use of god and devil terms. Rhetorical critic John F. Cragan explains that in Cold War rhetoric, "evil was characterized as communistic slavery and the good was democratic freedom."54 Along those same lines, Robert L. Ivie explains that war rhetoric routinely depicts the enemy as "a savage" or "an aggressor, driven by irrational desires for conquest, who is seeking to subjugate others by force of arms."55 The savagery metaphor also contrasts the "image of the enemy" with the "image of the United States as a representative of civilization who is rational, tolerant of diversity, and pacific."56 The impact of Cold War rhetoric on American behavior has been significant, because it has justified armed conflict and increased military spending by dividing the world into representations of good and evil.57 As we illustrate in our analysis, Kennedy relied on the dualisms central to Cold War rhetoric to construct a melodrama of good versus evil that he hoped might pressure press professionals to censor themselves. The following analysis examines how John F. Kennedy's speech, "The President and the Press," followed a script of "crisis" and "good versus evil" to legitimate his call for more press restraint. (S. 28)
[JOHN F. KENNEDY, "'THE PRESIDENT AND THE PRESS,' BUREAU OF ADVERTISING, AMERICAN NEWSPAPER PUBLISHERS ASSOCIATION, 27 APRIL 1961", Amy L. Heyse, California State University, Long Beach Katie L. Gibson, Colorado State University, Voices of Democracy 9 (2014): 23‐40, 27.04.1961 – Hervorhebungen von mir]
Was sagte Kennedy wirklich? Teil 1 / 2 {10:13}  

1234proximus
Am 21.10.2010 veröffentlicht 
War die Rede vom 27. April 1961 Kennedys Todesurteil? Warnte er in dieser Rede vor Verschwörungen? Vor den illuminaten oder den Geheimdiensten? Die Verschwörer sagen ja und Präsentieren einen kurzen Zusammenschnitt dieser Rede der tatsächlich diesen Eindruck erweckt. Wird dieser Eindruck immer noch vorhanden sein wenn man die ganze Rede hörte? Hören sie selbst!


Mein Kommentar:
Noch Fragen?
Wenn man oberflächlich hört, was JFK sagt und dann den Inhalt seiner Rede analysiert, so stehen die beiden Aussagen (die oberflächliche und die tiefe) in völligem Widerspruch:
The impact of Cold War rhetoric on American behavior has been significant, because it has justified armed conflict and increased military spending by dividing the world into representations of good and evil.57 As we illustrate in our analysis, Kennedy relied on the dualisms central to Cold War rhetoric to construct a melodrama of good versus evil that he hoped might pressure press professionals to censor themselves. The following analysis examines how John F. Kennedy's speech, "The President and the Press," followed a script of "crisis" and "good versus evil" to legitimate his call for more press restraint.
[siehe den letzten Absatz aus dem obigen Zitat der Rede-Analyse]

Für mich ist die Person JFK eine einzige Doppel-Botschaft
siehe auch:
US-Leader: Sie meinen es nicht gut (Sheldon Richman, Kritisches Netzwerk, 15.01.2014)
- Propaganda, Medien und die Kriege der Guten (Post, 15.01.2014)
Originalartikel:
- They Don’t Mean Well (Sheldon Richman, The Future of Freedom Foundation, 15.01.2014)
dazu paßt:
- CNN Chief Orders 'Balance' in War News (Howard Kurtz, Washington Post, 31.10.2001)

Für mich unterscheiden sich Kennedy und Obama kaum. So erlaube ich mir einen Video-Ausschnitt eines Gesrächs mit Prof. Mausfeld. Was er über Obama sagt, kann man auch über Kennedy sagen:

KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld ("Warum schweigen die Lämmer?") {1:38:19 – Start bei 50:06}

KenFM
Am 02.10.2018 veröffentlicht 
Dass Professor Rainer Mausfeld es im Alter von 68 Jahren mit seinen Vorträgen noch zu einem Millionenpublikum bringen würde, hätte er selbst vermutlich als Letzter vermutet. Doch ganz offensichtlich trifft er mit seinen Inhalten, verbildlicht durch die inzwischen weitläufig bekannte politische Metapher der „schweigenden Lämmer“, den Nerv der Zeit. Es ist, als hätten wir jahrelang eine dunkle Vermutung gehegt und endlich spricht sie einmal jemand aus – Unsere Demokratie ist bei weitem nicht so demokratisch, wie sie uns verkauft wird.
Nun ist der Kaiser also nackt. Dennoch hält sich die gesellschaftliche Empörung in Grenzen. Wie lässt sich das erklären? Professor Mausfeld ist überzeugt: Es liegt an der Beschaffenheit des Kaisers, der nicht mehr in schicker, feudaler Tenue, sondern in Form unpersönlicher, intransparenter und abstrakter Machtstrukturen daherkommt. Genannte Strukturen, man kann sie auch als Elitenetzwerke bezeichnen, bedienen sich des Begriffes der Demokratie, weil er sich für sie als ideale Revolutionsprophylaxe in Zeiten zunehmend feudal anmutender sozialer Ungleichheit herausgestellt hat. Da diese Verschleierungstaktik, bei der ideologisch aufgeladene Begriffe inhaltlich in ihr Gegenteil verkehrt werden, sich zu Indoktrinationszwecken als besonders effektiv erwiesen hat, kommt sie auch in aller Regelmäßigkeit zur Anwendung. So z.B. bei Wörtern wie „Globalisierung“ oder „freie Märkte“, welche der desorientierten Bevölkerung als naturgegebene Phänomene verkauft werden, um über das in ihrer neoliberalen Interpretation verankerte Recht des Stärkeren hinwegzutäuschen.
Hieraus ergibt sich die Aufgabe, die Kluft zwischen dem vorgegaukeltem und dem eigentlichen Wortsinn, zwischen PR und Realität, zu überwinden, mit dem Ziel sich dabei Schritt für Schritt an das Ideal demokratischer Verhältnisse im Sinne der Aufklärung anzunähern. Dafür bedarf es nicht nur der intellektuellen Bewaffnung und Bewusstwerdung über die subtilen Techniken der Meinungskontrolle des Einzelnen, sondern vor allem auch des Eingeständnisses, dass man einem gigantischen Betrug aufgesessen ist.
Professor Mausfelds Buch „Warum schweigen die Lämmer?“, welches die Inhalte des beliebten gleichnamigen Vortrages weiter vertieft, kann diesen kollektiven Aufwachprozess mit anschieben. Ins Handeln kommen müssen wir dann aber schon selber.
Inhaltsübersicht:
0:04:56 Der Kaiser ist nackt – wir wissen es alle
0:13:15 Der „Feind“ ist abstrakt
0:21:50 Aber wir haben doch eine Demokratie…
0:31:16 Wie wichtig ist Repräsentation in einer Demokratie?
0:40:43 Meinungsmanagement
0:57:29 Definition von Links und Rechts: ein „Haufen Spaghetti“
1:03:02 Chemnitz aktuell – Ablenken von den wahren Problemen
1:13:25 Programme zur Angst-Induktion
1:20:37 Für das Warten auf bessere Zeiten ist keine Zeit
1:34:08 Feedback aus der Bevölkerung
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