Montag, 16. September 2019

9/11, Anthrax, Patriot Act und die amerikanische Hysterie oder
Wie ein übersensibler Biochemiker unter die Räder kommt



1. Akt – 
Der Verdächtige Stephen Hatfill, erstreitet 6 Millionen $ Entschädigungszahlungen


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Gegen den US-Wissenschaftler Steven Hatfill wurde wegen des Verdachts ermittelt, er sei der Urheber der Anthrax-Anschläge, das Verfahren wurde von den US-Behörden wieder eingestellt. Eine Klage von Hatfill gegen die US-Behörden endete im Juli 2008 mit einem Vergleich und der Zahlung von 5,8 Mio. Dollar an Hatfill.[5][Anthrax-Anschläge 2001, Ermittlungen, Wikipedia, abgerufen am 18.09.2019] 
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2. Akt – 
Der Biochemiker Bruce Ivins gerät ins Visier der Ermittler


Zunächst verdächtigen die Ermittler den Wissenschaftler Steve Hatfill, der jede Schuld leugnet und die Behörden verklagt. "Ich habe mit diesen Anthrax-Briefen nichts zu tun, und es ist falsch, wenn das jemand behauptet oder unterstellt", sagt der 49-Jährige. Er habe niemals mit Milzbrand-Erregern gearbeitet, sein Forschungsgebiet sei die Virologie.
Unterstützung erhält das FBI indes von einem anderen Mitarbeiter in Fort Detrick. Der Biochemiker Bruce E. Ivins hilft dabei, die Anthrax-Erreger zu entschlüsseln und nachzuweisen, dass sie aus eben diesem Labor der Army stammen müssen, was den Kreis potenzieller Täter stark eingeschränkt. Die verschickten Anthraxsporen konnten nach den Worten von FBI-Chefermittler Van Harp kaum "in einer Garage oder Badewanne hergestellt" werden. Der Täter müsse irgendwann "berechtigten Zugang zu ausgewählten biologischen Wirkstoffen" besessen haben - wegen des labortechnischen Standards komme nur eine Hightech-Installation der Army in Frage.
Bruce E. Ivins gilt als einer der bedeutendsten Experten für Biowaffen, führt nach außen hin ein vorbildliches Familienleben, besitzt ein Eigenheim in Frederick im schönen Staat Maryland, ist ein pünktlicher Steuerzahler und unauffälliger Mitbürger. Man schätzt den umgänglichen und unterhaltsamen Nachbarn, der in seiner Evangelistenkirche die Orgel spielt und Zeit fürs Rote Kreuz hat.
Nachdem das FBI sieben Jahre unter dem Codenamen Amerithrax ermittelt hat, heißt es 6. August 2008 plötzlich in einer Erklärung, man habe leider den falschen Mann gejagt. Und das bei den umfangreichsten Recherchen aller Zeiten, gab es doch 9.100 Verhöre, die FBI-Kontrolle von über 26.000 E-Mails und 75 Hausdurchsuchungen, dazu Nachforschungen auf sechs Kontinenten.
Man hätte in der Nähe bleiben können, denn im Sommer 2008 wird völlig überraschend der inzwischen 62-jährige Bruce E. Ivins als der gesuchte Serienmörder präsentiert. Der Täter litt laut Selbstdiagnose an einer "paranoiden Persönlichkeitsstörung", als er verseuchte Briefe losschickte. Ivins schrieb seinerzeit in einer E-Mail: "... mir fällt es schon schwer, mein Verhalten im Griff zu behalten. Wenn es wieder wütet in mir, versuche ich, mir weder zu Hause noch im Dienst etwas anmerken zu lassen, damit ich die Pest nicht weiter verbreite." […]
Es liegt kein Geständnis vor, doch werten die Ermittler den Selbstmord als Eingeständnis. Der gute Staatsbürger Bruce Ivins war nach Ansicht des US-Justizministeriums allein verantwortlich für die Serie von Milzbrandanschlägen (der irrtümlich beschuldigte Hatfill erhält 5,8 Millionen Dollar Entschädigung). Zwar gilt der Fall seither als aufgeklärt, nur bleiben beängstigende Fragen: Wie war es möglich, dass in einem der gefährlichsten militärischen Forschungslabore der Welt jahrelang ein Psychopath tätig sein konnte, der offenbar versuchte, sich zu therapieren, indem er anderen Leben und Gesundheit raubte?

Die Analyse der Milzbrandbriefe brachte noch etwas anderes ans Licht: Die US-Regierung hatte heimlich eine neue Form von trockenem Milzbrandpulver herstellen lassen, das sich als biologische Angriffswaffe eignet. Hoch konzentriert, leicht zu verteilen und schon in kleinen Mengen tödlich. Angeblich diente die Forschung allein der Landesverteidigung. Experten halten das für unglaubwürdig, die Biowaffenexpertin Barbara Hatch Rosenberg schätzt ein: "Warum man trockenes, waffentaugliches Milzbrandpulver herstellt, ist ganz klar. Man will prüfen und testen, wie es sich im Krieg einsetzen lässt. Man will wissen, wie es sich über große Gebiete verteilt, und wie tödlich es dann noch ist. Ich glaube nicht, dass diese Tests mit waffentauglichem Milzbrand, irgendeinen Sinn für die Verteidigung haben." Und der Biowaffenexperte Jan van Aken meint: "Wenn ein Terrorist sehr viele Menschen treffen will, braucht er sehr, sehr umfangreiches Wissen. Das kann er nur aus staatlichen Programmen haben."
[Wolfgang Kötter, Wenn es wütet in mir, der Freitag, 11.12.2008 – Hervorhebung von mir]


His work at USAMRIID will generally focus on developing anthrax vaccines. He frequent conducts experiments on animals to test vaccines for various types of anthrax exposure. His experiments use only wet anthrax, not the dry powdered anthrax that will be used in the 2001 anthrax attacks.

Seine Arbeit bei USAMRIID wird sich im Allgemeinen auf die Entwicklung von Anthrax-Impfstoffen konzentrieren. Er führt häufig Tierversuche durch, um Impfstoffe auf verschiedene Arten der Milzbrandexposition zu testen. In seinen Experimenten wird nur feuchter Milzbrand verwendet, nicht der trockene pulverförmige Milzbrand, der bei den Milzbrandattacken von 2001 verwendet wird.
 
[Profile: Bruce Ivins, 1980, History Commons, Verweis auf LOS ANGELES TIMES, 8/1/2008 , WASHINGTON POST, 8/2/2008] 

In 2000, US military personnel are being required under the threat of court-martial to be inoculated with an anthrax vaccine. But the vaccine, known as Anthrax Vaccine Absorbed (AVA), is not working very well and some soldiers are getting sick. This results in a loud public outcry lasting into 2001. One of the key scientists working on the vaccine is future anthrax attacks suspect Bruce Ivins.
Problems – The vaccine is being made by a company known as BioPort, but in 1998 the company’s sole manufacturing plant was shut down following the discovery of problems there. Ivins is working at USAMRIID, the US Army’s top bioweapons laboratory, and he and about six other USAMRIID scientists were assigned by the Defense Department to fix the problems with the vaccine so production could resume. In a June 2000 e-mail message, Ivins writes, “Unfortunately, since the BioPort people aren’t scientists, the task of solving their problem has fallen on us.” In a July 2000 e-mail message, he writes about the inoculation program, “think the sh_t is about to hit the fan… big time… It’s just a fine mess.”

Im
Jahr 2000 muss US-Militärpersonal unter Androhung eines Kriegsgerichts mit einem Anthrax-Impfstoff geimpft werden. Aber der Impfstoff, bekannt als Anthrax Vaccine Absorbed (AVA), funktioniert nicht sehr gut und einige Soldaten werden krank. Dies führt zu einem lauten öffentlichen Aufschrei, der bis in das Jahr 2001 hinein andauert. Einer der wichtigsten Wissenschaftler, die an dem Impfstoff arbeiten, sind zukünftige Anthrax-Angriffe, die Bruce Ivins verdächtigen.
Probleme – Der Impfstoff wird von einem Unternehmen namens BioPort hergestellt, aber 1998 wurde die einzige Produktionsstätte des Unternehmens geschlossen, nachdem dort Probleme festgestellt wurden. Ivins arbeitet bei USAMRIID, dem führenden Biowaffenlabor der US-Armee. Er und etwa sechs weitere USAMRIID-Wissenschaftler wurden vom Verteidigungsministerium beauftragt, die Probleme mit dem Impfstoff zu beheben, damit die Produktion wieder aufgenommen werden kann. In einer E-Mail vom Juni 2000 schreibt Ivins: „Da die BioPort-Leute keine Wissenschaftler sind, liegt die Aufgabe, ihr Problem zu lösen, leider bei uns.“ In einer E-Mail vom Juli 2000 schreibt er über die Impfung Programm, "denke, die sh_t ist im Begriff, den Fan zu treffen ... große Zeit ... Es ist nur ein feines Durcheinander."
[Profile: Bruce Ivins, 2000-2001, History Commons, Verweis auf NEW YORK TIMES, 8/8/2008]

In 2000, he begins taking antidepressant drugs and getting professional psychiatric help.  
Im Jahr 2000 beginnt er mit der Einnahme von Antidepressiva und bekommt professionelle psychiatrische Hilfe.
[Profile: Bruce Ivins, April-August 2000, History Commons, Verweis auf LOS ANGELES TIMES, 7. AUGUST 2008]

In December 2001, a technician at USAMRIID told Dr Ivins that she suspected her work area had been contaminated. Ivins tested the area, confirmed her suspicions, and decontaminated her workspace, but did not notify his own superiors -- he later said he "had no desire to cry wolf". Ivins became suspicious of another contamination incident in April 2002, and on 16 April 2002 he reported finding the deadly Ames-strain anthrax, generally described as "the preferred strain for biodefense research", in the men's changing room and around his own office.
Ivins cooperated with the FBI's investigations over the six years following the anthrax mailings, but by early 2008 federal agents made it clear that he was the prime suspect. Feds tailed him everywhere, around the clock, month after month. Ivins complained that FBI agents had offered to pay $2.5M to his son if he would provide evidence incriminating his father, and the FBI confronted his daughter with photographs of the anthrax victims, telling her, "This is what your father did".

Im Dezember 2001 teilte eine Technikerin bei USAMRIID Dr. Ivins mit, sie habe den Verdacht, dass ihr Arbeitsbereich kontaminiert sei. Ivins testete das Gebiet, bestätigte ihren Verdacht und dekontaminierte ihren Arbeitsplatz, informierte jedoch nicht seine eigenen Vorgesetzten - er sagte später, er habe "keine Lust, Wolf zu weinen". Ivins wurde im April 2002 eines weiteren Kontaminationsvorfalls verdächtig und berichtete am 16. April 2002, dass er in der Umkleidekabine und in seinem eigenen Büro den tödlichen Ames-Milzbrand-Stamm, der allgemein als "bevorzugter Stamm für die Biodefense-Forschung" bezeichnet wird, gefunden habe.
Ivins arbeitete in den sechs Jahren nach den Anthrax-Mailings mit den Ermittlungen des FBI zusammen, doch Anfang 2008 stellten Bundesagenten klar, dass er der Hauptverdächtige war. Feds verfolgten ihn Monat für Monat rund um die Uhr. Ivins beschwerte sich, dass FBI-Agenten angeboten hätten, seinem Sohn 2,5 Millionen Dollar zu zahlen, wenn er Beweise vorlegen würde, die seinen Vater belasten, und das FBI konfrontierte seine Tochter mit Fotografien der Anthrax-Opfer und sagte ihr: "Das ist, was Ihr Vater getan hat". [Bruce Ivins AKA Bruce Edwards Ivins, NNDB, undatiert – Google-Übersetzer] 

3. Akt – 
Bruce Ivin’s seltsamer Suizid

Profile: Bruce Ivins (historycommons.org, undatiert – Google-Übersetzer)

In 2003, for his anthrax-related work, Ivins was awarded the Defense Department's Decoration for Exceptional Civilian Service, described as the Defense Department's highest civilian honor

Im Jahr 2003 wurde Ivins für seine Arbeit im Zusammenhang mit Anthrax die Auszeichnung des Verteidigungsministeriums für außergewöhnlichen Zivildienst verliehen, die als höchste zivile Auszeichnung des Verteidigungsministeriums bezeichnet wurde. 
Fox News… 


4. Akt – 
Bruce Ivin entlastet

Kein Einzeltäter beförderte den US-Patriot-Act mit Anthrax – das US-Justizministerium entlastet vom FBI überführten Bruce Ivins


Als unmittelbar nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 mutmaßlich islamische Terroristen die US-Bevölkerung mit Milzbrandbriefen in Angst und Schrecken versetzten und so die Verabschiedung des USA PATRIOT-Gesetzes maßgeblich beförderten, begann das FBI mit einer sieben Jahre andauernden Untersuchung des Falles, die nicht nur zu Schadenersatzzahlungen in Höhe von fast 6 Millionen Dollar an den unschuldig verdächtigten Biologen Dr. Stephen Hatfill führte, sondern fast gleichzeitig auch zur scheinbaren Überführung des psychisch gestörten Einzeltäters Dr. Bruce Ivins - eines in Diensten des US-Militärs tätigen Mikrobiologen, der sich dann allerdings unmittelbar vor seiner Festnahme das Leben nahm.

Obwohl Fachleute wie etablierte US-Medien inklusive der New York Times (zuletzt im Februar 2011) darauf hinwiesen, die Beweisführung des FBI sei fragwürdig, und Experten immer wieder betonten, Ivins habe nachweislich keine Möglichkeit gehabt, die zur Durchführung der Anschläge erforderlichen Sporen überhaupt herzustellen, wies die Regierung Obama zuletzt im Sommer letzten Jahres alle Forderungen von demokratischen wie republikanischen Abgeordneten nach einer Neu-Untersuchung des Falles als "redundant" zurück.

Nachdem nun aber das Magazin PBS Frontline enthüllte, dass auch das US-Justizministerium Ivins' die Fähigkeit abspricht, in seinem Labor, seiner sogenannten "hot suite", flüssiges Anthrax in das bei den Anschlägen verwandte Sporenpulver zu verwandeln, ist der Fall wieder offener denn je - und erst recht die Frage, weshalb das FBI bei der Überführung des Einzeltäters offenbar schlampte. Was das DOJ indes weiterhin nicht in Frage stellt, ist, dass die verheerende Terroranschlagserie unmittelbar nach "9/11" ihren Ursprung in US-Militär-Kreisen hatte - wie Mathias Bröckers und Christian C. Walther in ihrem soeben im Westend Verlag erschienenen Buch 11. 9.: 10 Jahre danach - Der Einsturz eines Lügengebäudes präzise dokumentieren. Telepolis veröffentlicht aus diesem Grund das entsprechende Kapitel, das viele, bislang wenig bekannte Details des Anthrax-Falls darstellt.

mehr:
- Das Anthrax kam vom Militär (Mathias Bröckers, Christian C. Walther, Telepolis, 24.07.2011)



5. Akt – 
FBI-Chefermittler erhebt Anklage gegen die eigene Behörde


Der FBI-Chefermittler Lambert erhebt Anklage und weist auf entlastende Beweise, schlampige Untersuchungen und Behinderungen in der "wichtigsten Untersuchung des FBI" hin


Zur Erinnerung: Den Anthrax-Anschlägen fielen 5 Menschen zum Opfer und 17 Menschen erkrankten zum Teil schwer. Die landesweite Dekontaminierung kostete mehr als 1 Milliarde US-Dollar. Was folgte war "die wichtigste Untersuchung in der Geschichte des FBI", die insgesamt neun Jahre dauern sollte.

Nachdem im Sommer 2002 das FBI den Mikrobiologen Stephen Hatfill als Hauptverdächtigen benannte und offen überwachte, ohne aber eine Anklage gegen ihn zu erheben, schwenkte ab 2004 der Verdacht auf den Mikrobiologen Bruce Ivins. Ivins wurde von dem FBI ebenfalls offen beschattet, seine Familie unter Druck gesetzt, sein Haus zweimal durchsucht. Er verfiel zunehmend dem Alkohol. Am 29. Juli 2008 beging Ivins Selbstmord. Wenige Tage später bezeichnete das FBI Ivins als Person, die alleine für die Anthrax-Anschläge verantwortlich war, und präsentierte Beweise. Der Staatsanwalt erklärte, dass man anhand der existierenden Beweise die Schuld von Bruce Ivins ohne jeden Zweifel belegen könnte.

Der jahrelang öffentlich gebrandmarkte Stephen Hatfill erhielt rund 5,6 Millionen US-Dollar Schadensersatz (Das Anthrax kam vom Militär). Im Februar 2010 stellte das FBI und das US-Justizministerium die Untersuchung zu den Anthrax-Morden endgültig ein und bestätigte, dass Bruce Ivins der alleinige Täter gewesen sei (FBI schließt endgültig Anthrax-Fall). Anklage des Chefermittlers

Niemand anderes als Richard Lambert, der von 2002 bis 2006 die FBI-Untersuchung der Anthrax-Morde leitete, erklärt nun, dass das FBI eine "gigantische Menge (für Ivins) entlastender Beweise" gefunden hatte, die aber bis heute geheim gehalten wurden. Es könne theoretisch möglich sein, dass Ivins tatsächlich der Täter gewesen ist, glaubt Lambert. Aber er ist überzeugt, dass es dem FBI niemals gelungen wäre, Ivins Schuld zweifelsfrei zu beweisen, wäre es tatsächlich zu einer Gerichtsverhandlung gekommen.

Vor wenigen Tagen reichte Lambert eine Klage gegen einige Mitarbeiter des US-Justizministeriums und des FBI ein. Er wirft den Beschuldigten Amtsmissbrauch und grobe Fahrlässigkeit vor. Während Lambert die Untersuchung leitete, stieß er auf Unnachgiebigkeit seiner Vorgesetzten, Teilnahmslosigkeit und Fehler des FBI-Labors und politisch motivierte Kommunikations-Embargos seitens der FBI-Zentrale. Dies alles habe die Untersuchung in sehr hohem Masse behindert und erschwert.

Bereits 2006 hatte Lambert intern einen Whistleblower-Bericht an den Stellvertretenden Direktor des FBI geleitet, in dem er das Missmanagement der Untersuchung anprangerte. Die dort aufgeführten Kritikpunkte finden sich auch in der Klageschrift. So kritisierte er in dem Whistleblower-Bericht die permanente Unterbesetzung. Zudem bestand das Untersuchungsteam hauptsächlich aus Agenten, die gerade die Ausbildung beendet hatten. Die Mitarbeiter blieben durchschnittlich nur 18 Monate. 12 von 20 Agenten hätten überhaupt keine Ermittlungserfahrung gehabt. Für die "wichtigste Untersuchung in der Geschichte des FBI" kaum optimale Voraussetzungen, um den Mörder in diesem hochkomplexen Fall zu finden.

Ein weiterer Punkt des Whistleblower-Berichts und der Klageschrift ist die absichtliche Geheimhaltung des FBI-Labors vor dem Untersuchungsteam, dass menschliche DNA auf dem mit Anthrax gefüllten Briefumschlag an Senator Patrick Leahy gefunden worden war. Ebenso die Weigerung des Labors, zügige und angemessene wissenschaftliche Analysen und forensische Untersuchungen durchzuführen.

2008 verbot das FBI Richard Lambert mit dem Fernsehsender CBS zu sprechen, die einen Dokumentarfilm über die Anthrax-Untersuchung planten. Ein Teil von Lamberts Whistleblower-Bericht wurde jedoch in dem ausgestrahlten Bericht angeführt, der das FBI in ein sehr kritisches Licht rückte.

Lambert schied 2012 beim FBI aus dem Dienst aus. Sein Versuch im Energieministerium eine Stelle anzutreten, scheiterte an einer Intervention des FBI. Insgesamt gelang es Lambert nicht, einen neuen Beruf zu finden, obwohl er sich auf 70 Stellen beworben hat. Daher beinhaltet seine Klageschrift auch, dass dies das Resultat einer Vergeltungsmaßnahme des FBI wegen seiner kritischen Haltung sei.

mehr:
- USA: Neue Wende im Anthrax-Fall (Andreas von Westphalen, Telepolis, 23.04.2015)

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On April 2nd, 2015, Richard L. Lambert initiated a lawsuit against US Attorney GeneralEric Holder, former FBI DirectorRobert Mueller, the US Justice Department, the FBI, FBI employee Patrick Kelley and unknown Justice Department and FBI employees for legal malpractice and violations of the Federal Tort Claims Act and Privacy Act. "This case was hailed at the time as the most important case in the history of the F.B.I.,” Mr. Lambert said. “But it was difficult for me to get experienced investigators assigned to it."[2]
While leading the investigation for the next four years, Plaintiff’s efforts to advance the case met with intransigence from WFO’s executive management, apathy and error from the FBI Laboratory, politically motivated communication embargos from FBI Headquarters, and yet another preceding and equally erroneous legal opinion from Defendant Kelley – all of which greatly obstructed and impeded the investigation.
From the lawsuit filed by Richard L. Lambert in 2015[4] 
[Richard Lambert, Wikispooks, abgerufen am 18.09.2019]
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Die Süddeutsche übt Bumerang-Werfen…

„Das an Gehässigkeit nicht zu überbietende Streiflicht vom 14./15. September ist ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr die “Nachdenkseiten” von Albrecht Müller der SZ auf die Nerven gehen. Ein Grund mehr, die NDS jeden Tag zu lesen.“ – So Dr. Hans Bleibinhaus aus München in einer Mail. Was war geschehen? Was hat die Süddeutsche Zeitung geschrieben und prominent auf ihrer ersten Seite platziert? Was ist der Hintergrund und das Motiv für diesen journalistischen Offenbarungseid? Was können die mit-betroffenen NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser tun? Zunächst geben wir im Anhang das Streiflicht vom vergangenen Samstag wieder.

Ein paar kurze Anmerkungen zum Inhalt:


In den ersten Sätzen wird erkennbar, dass der Süddeutschen Zeitung drei aktuelle Artikel und Interviews der NachDenkSeiten nicht gepasst haben: die Zweifel an der offiziellen Version zum Einsturz der „beiden“ Türme des World Trade Centers, die wir übrigens stets sehr vorsichtig und differenziert vorgetragen haben; die Süddeutsche ärgert sich weiter über Jens Bergers Artikel „Hongkong-Held“ oder US-Marionette? und über meinen Beitrag darüber, für wen unser Bundespräsident und die Bundeskanzlerin wohl arbeiten

Die Süddeutsche Zeitung behauptet, wir würden vor allem Fragen stellen. NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser können die Skurrilität dieser Behauptung besonders gut einschätzen.

Dann wird nach erprobter Weise versucht, die NachDenkSeiten in die Verschwörungs- und Querfrontecke zu packen. Dazu wird Sarrazin mit mir und den NachDenkSeiten in einen Topf geworfen. Das ist ohne jegliche Basis. Auf den NachDenkSeiten hat es bisher nur Kritisches zu Herrn Sarrazin gegeben. Das wird auch so bleiben.


Dann wird mein vergleichsweise hohes Alter benutzt, um mich und damit die NachDenkSeiten in ein schlechtes Licht zu rücken. Das Alter als Argument! – das ist eine Masche, die erstaunlicherweise immer mal wieder benutzt wird. Sind ältere Menschen per se unzurechnungsfähig oder leistungsunfähig? Soll ich mich dafür schämen, dass mir im hohen Alter von 62 Jahren die Idee zu den NachDenkSeiten kam und ich 65 war, als wir dieses Projekt zu realisieren begannen, oder dass ich mit 66 „Die Reformlüge“ schrieb, die eine der frühen und substantiellen Kritiken der Agenda 2010 war und ist? Alle diese Projekte hätten ja gerne auch Jüngere übernehmen können. Vielleicht sogar der anonyme Autor des Streiflichts. 
Es ist übrigens schade, dass die ansonsten einsehbare Übung, die Autorenschaft des Streiflichts nicht zu nennen, hier zu einer üblen persönlichen Abrechnung benutzt wird. – Ich erinnere mich wegen gelegentlicher und produktiver Zusammenarbeit noch gut daran, welche vergnüglichen und kritischen Streiflichter der frühere Redakteur der Süddeutschen Zeitung, Claus Heinrich Meyer, geschrieben hat. Für seine aktuellen Nachfolger würde er sich schämen, wenn er noch lebte.

Was ist vermutlich das Motiv für die Veröffentlichung des Streiflicht gegen die NachDenkSeiten und ihren Herausgeber zum jetzigen Zeitpunkt?


Ein Leser und Freund der NachDenkSeiten aus Nürnberg schrieb gestern, im ersten Moment hätte er gar nicht glauben können, „was man auf der ersten Seite einer der größten deutschen Tageszeitungen liest“ . Er meint, „das infame Geschreibe“ richte sich gegen die SZ selbst. Offenbar habe man keinerlei Argumente, sondern kann nur noch persönlich diffamieren bzw. reite man inzwischen auf einem so hohen Ross, dass man es nicht mehr für notwendig halte, sich ernsthaft und argumentativ mit Positionen auseinanderzusetzen, die von der offiziellen Sprachregelung abweichen. „Ich finde, die SZ macht sich selbst lächerlich, wenn dies das Niveau ist, auf dem sich heute der ‚Qualitätsjournalismus‘ bewegt.“

Diese Einschätzung könnte richtig sein. Das besagte Streiflicht könnte von der Mehrheit der Leserinnen und Leser der Süddeutschen Zeitung kritisch aufgenommen werden und ihr sogar schaden. Aber das stört offensichtlich in diesem Fall nicht. Der unmittelbare Anlass dafür, dass die Süddeutsche Zeitung gerade jetzt mit einem so polemischen Streiflicht kommt und dabei auch in Kauf nimmt, dass sich das bei ihren Leserinnen und Lesern gegen das Blatt selbst wendet, dürfte etwas anderes sein: die Zielgruppe dieses Streiflichts sind vermutlich nicht die normalen Leserinnen und Leser der Süddeutschen Zeitung, sondern Journalistinnen, Journalisten und Redaktionen anderer Medien.

mehr:
- Die Süddeutsche polemisiert gegen die NachDenkSeiten und ihren Herausgeber. (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 16.09.2019)
siehe auch:
Wenn die Süddeutsche Zeitung manipuliert, dann im Dienst des Staatswohles (Wolf Wetzel, NachDenkSeiten, 21.09.2019) 
Leserbriefe zum Streiflicht der Wochenend-SZ und den Beiträgen dazu auf den NachDenkSeiten (NachDenkSeiten, 18.09.2019) 
Soundso-Papers: Nur Dumme bezahlen Steuern (Post, 18.11.2017) 
Was jetzt: Ein Steuerskandal ohne Putin?! (Post, 06.11.2017) 
Panama Papers – West-Propaganda für Unbedarfte: Das sind die Bösen! (NachDenkSeiten, 20.04.2016) 
Propaganda mit Fragezeichen? – Der nächste Blogger vor Gericht… (Post, 14.04.2016) 
Panama Papers – Hirn aus, Empörung an (Post, 10.04.2016) 
Massenmedien, Panama Papers und West-Oligarchen (Post, 08.04.2016) 
- Eine Welt voller Oligarchen (Post, 04.04.2016) 

Manipulation der Presse durch Netzwerke der großen Privatbanken - Die Anstalt (ZDF 29.04.2014) {7:30 – Start bei 2:51}

ॐ Die Bewusstseinsbrücke ॐ
Am 20.09.2014 veröffentlicht 
Hier wird sehenswert illustriert von Claus von Wagner die Manipulation der Presse und den Journalisten durch Netzwerkorganisationen von den 5 großen Privatbanken. Mehr auf YouTube

Da wir grad bei Banken sind:
- Steuerpolitik im Neoliberalismus: Attac nicht mehr gemeinnützig (Post, 26.02.2019)

aktualisiert am 29.09.2019

Die Süddeutsche polemisiert gegen die NachDenkSeiten

„Das an Gehässigkeit nicht zu überbietende Streiflicht vom 14./15. September ist ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr die “Nachdenkseiten” von Albrecht Müller der SZ auf die Nerven gehen. Ein Grund mehr, die NDS jeden Tag zu lesen.“ – So Dr. Hans Bleibinhaus aus München in einer Mail. Was war geschehen? Was hat die Süddeutsche Zeitung geschrieben und prominent auf ihrer ersten Seite platziert? Was ist der Hintergrund und das Motiv für diesen journalistischen Offenbarungseid? Was können die mit-betroffenen NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser tun? Zunächst geben wir im Anhang das Streiflicht vom vergangenen Samstag wieder.

Ein paar kurze Anmerkungen zum Inhalt:

  • In den ersten Sätzen wird erkennbar, dass der Süddeutschen Zeitung drei aktuelle Artikel und Interviews der NachDenkSeiten nicht gepasst haben: die Zweifel an der offiziellen Version zum Einsturz der „beiden“ Türme des World Trade Centers, die wir übrigens stets sehr vorsichtig und differenziert vorgetragen haben; die Süddeutsche ärgert sich weiter über Jens Bergers Artikel „Hongkong-Held“ oder US-Marionette? und über meinen Beitrag darüber, für wen unser Bundespräsident und die Bundeskanzlerin wohl arbeiten.
  • Die Süddeutsche Zeitung behauptet, wir würden vor allem Fragen stellen. NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser können die Skurrilität dieser Behauptung besonders gut einschätzen. 
  • Dann wird nach erprobter Weise versucht, die NachDenkSeiten in die Verschwörungs- und Querfrontecke zu packen. Dazu wird Sarrazin mit mir und den NachDenkSeiten in einen Topf geworfen. Das ist ohne jegliche Basis. Auf den NachDenkSeiten hat es bisher nur Kritisches zu Herrn Sarrazin gegeben. Das wird auch so bleiben. 
  • Dann wird mein vergleichsweise hohes Alter benutzt, um mich und damit die NachDenkSeiten in ein schlechtes Licht zu rücken. Das Alter als Argument! – das ist eine Masche, die erstaunlicherweise immer mal wieder benutzt wird. Sind ältere Menschen per se unzurechnungsfähig oder leistungsunfähig? Soll ich mich dafür schämen, dass mir im hohen Alter von 62 Jahren die Idee zu den NachDenkSeiten kam und ich 65 war, als wir dieses Projekt zu realisieren begannen, oder dass ich mit 66 „Die Reformlüge“ schrieb, die eine der frühen und substantiellen Kritiken der Agenda 2010 war und ist? Alle diese Projekte hätten ja gerne auch Jüngere übernehmen können. Vielleicht sogar der anonyme Autor des Streiflichts. 
Es ist übrigens schade, dass die ansonsten einsehbare Übung, die Autorenschaft des Streiflichts nicht zu nennen, hier zu einer üblen persönlichen Abrechnung benutzt wird. – Ich erinnere mich wegen gelegentlicher und produktiver Zusammenarbeit noch gut daran, welche vergnüglichen und kritischen Streiflichter der frühere Redakteur der Süddeutschen Zeitung, Claus Heinrich Meyer, geschrieben hat. Für seine aktuellen Nachfolger würde er sich schämen, wenn er noch lebte.
mehr:
- Die Süddeutsche polemisiert gegen die NachDenkSeiten und ihren Herausgeber. (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 16.09.2019)
siehe auch:
Der 11. September 2001 wird volljährig – Zeit, um endlich erwachsen zu werden. (Post, 09.09.2019)
Feuerwehrkommandanten von New York fordern eine neue Untersuchung der Ereignisse des 11. September 2001 (Post, 01.08.2019)
Die moderne Inquisition (Max Döring, Rubikon, 28.11.2018)
Akademische Naivität und der 11. September (Post, 07.09.2018)