Donnerstag, 24. März 2016

Über mein Verhältnis zur Seriosität

Seit Beginn der Ukraine-Krise habe ich die Lektüre bzw. das Zitieren bestimmter Personen und Websites vermieden: Sie erschienen mir zu abgedreht, und ich war sehr darauf bedacht, möglichst verlässliche Informationen präsentieren zu können.
Wie enttäuscht und erschrocken war ich dann, als ich bemerkte, daß in unseren Leitmedien über bestimmte, mir wichtige Themen überhaupt nicht, und über andere völlig »gleichgeschaltet« berichtet wurde. In den 70er Jahren hätte ich, so dachte ich, davon ausgehen können, daß die sogenannte Krim-Annexion in der »Welt« und der »FAZ« pro-USA, im SPIEGEL und der ZEIT aber eher Putin-verstehend berichtet worden wäre.
Mehrere Vorfälle haben mich völlig entsetzt und dazu gebracht, unsere Leitmedien eher selten zu konsultieren:

1. Die stark tendenziöse Berichterstattung über den MH-17-Abschuß und den angeblich menschenverachtenden Umgang der Ostukrainer mit den Leichen und den Besitztümern der Opfern; siehe dazu

Ukraine 13 – Unser westliches System und die MH 17-Berichterstattung (27.07.2014, zuletzt aktualisiert am 14.09.2014)

2. die »gefärbte« Nachrichten-Berichterstattung in der ARD und dem ZDF (z. B. die eindeutig propagandistische Sendung der Tagesthemen über die angebliche Paria-Position Putins auf dem G20-Gipfel in Brisbane); siehe dazu

Tagesschau sachlich und objektiv: »Putin, einsam und verlassen«, Post, 19.11.2014)
Wenn mir sowas jemand vor noch drei Jahren erzählt hätte, ich hätte es nicht glauben wollen!

3. die Nicht-Weiterbeschäftigung von Journalisten (Moritz Gathmann und Alisa Bauchina) bei der ZEIT, weil sie vorher für RT deutsch tätig waren; siehe dazu

- Neue Feindsender? (Paul Schreyer, Telepolis, 25.04.2014) 
[Ich hätte nie und nimmer geglaubt, daß es sowas – eine Art Berufsverbot – in Deutschland gibt!] und

4. die vier Tage lang andauernden medialen Aufgeregtheiten über

Die – zumindest teilweise – Vernichtung eines gepanzerten russischen Phantom-Konvois (15.08.2014): vier oder fünf Tage lang droht in unseren Leitmedien der 3. Weltkrieg, und dann ist von dem Konvoi nichts, aber auch überhaupt nichts mehr [null, niente, nada!] zu hören 
– und niemandem in unserer Qualitätsmedien-Landschaft scheint das aufzufallen.

Nachdem mir die Beschäftigung mit der Ukraine zu dumm wurde: immer wieder Quellen überprüfen, Unwahrheiten oder Halbwahrheiten rauszusieben versuchen, zusätzliche Quellen suchen

und mir die Anzahl der Falsch- oder der tendenzösen Meldungen über den Kopf wuchsen (dummes Zeug ist innerhalb weniger Minuten in die Tastatur gehauen, es zu widerlegen dauert Stunden!), beschäftigte ich mich mehr mit der Art der medialen Inszenierung selber (also: wie wird die Geschichte erzählt) – und mußte zu meinem Entsetzen feststellen, daß es Themengebiete in unserer deutschen Geschichte gibt, für die wir kein für mich akzeptables gemeinsames Narrativ haben: 

Zum Beispiel gab es in meiner Heimatstadt Idar-Oberstein nach dem Krieg ein Lager, in welchem die Gefangenen regelmäßig – sei es von den Amerikanern, sei es von den Franzosen – gequält (und auch verprügelt) wurden. (Mein Deutschlehrer aus meiner Gymnasialzeit hat einen entsprechenden Artikel aus den inzwischen nicht mehr existierenden »Idar-Obersteiner Nachrichten« (der Tageszeitung meiner Kindheit) nachrecherchiert, sein Buch hat er nach einer Klage zurückgezogen) siehe dazu:

- Das Internierungslager in Algenrodt (Post, 01.11.2014)

Ich bin mir nach dem, was ich alles über die Vorfälle im Iran und Irak, in Chile und vor allem im ehemaligen Jugoslawien gelesen habe, auch nicht mehr so sicher, daß Hitler tatsächlich den Zweiten Weltkrieg wollte – wozu hätte er dann soviel Geld in den nie fertiggewordenen »Koloss von Rügen« (Jochen Lambernd, NDR, 07.03.2016) stecken sollen 

(Frage von jemandem, der sich immer mehr um die Erzählung der Geschichte kümmert: Warum ist eine  Saturn V-Rakete ein »Meisterwerk amerikanischer Ingenieurskunst« [Trägerraketen: Saturn V, Raumfahrtkalender], während Prora »eindrucksvoll den Größenwahn der Hitler-Zeit dokumentiert« (so Lambernd in seinem Artikel) – obwohl (nächster Satz in dem Artikel) »der Gesamtentwurf auf der Weltausstellung in Paris 1937 sogar mit dem Grand Prix ausgezeichnet« wurde? Wieso scheint es auch 70 Jahre nach der Hitler-Diktatur notwendig, Leistungen aus dieser Zeit und aus diesem Kontext negativ zu konnotieren?
 – aber da lasse ich vorerst mal die Finger von, das ist für meinen Kenntnisstand (und für die jetzige Zeit) noch ein zu heißes Eisen.

Was für mich inzwischen klar ist:

- Menschen, die dem gemeinsamen deutschen/westlichen Narrativ nicht folgen, werden (wahrscheinlich zur Aufrechterhaltung einer gemeinsamen Realität) zu Außenseitern gemacht, entweder öffentlich medial hingerichtet (siehe Eva Hermann, CDU-Politiker Jenninger oder Thilo Sarrazin) – oder totgeschwiegen – am besten beides. siehe zu diesem Punkt
- Eva Herman: Hat sie oder hat sie nicht? (Post, 19.10.2007)

- Die Probleme mit einer gemeinsamen nationalen Realität sehen wir zur Zeit in Polen, in der Ukraine und in einigen ehemaligen Ostblockstaaten auch. Zu den Parias unserer gemeinsamen Medien- und politischen Realität gehören z. B. Paul Craig Roberts und Willy Wimmer.

siehe dazu:
- Menschen, die mir während der Ukraine-Krise positiv aufgefallen sind (Post, 17-09-2014)

- Das Ausmaß, in welchem die USA Menschen, Medien und Nachrichten manipulierten (und auch jetzt noch manipulieren), ist kaum faßbar. siehe dazu:

- Der Fall Wilhelm Reich (Post, 15.09.2013) und
- Church Committee (Wikipedia)

- Die Unfähigkeit unserer Leitmedien, Falsch- und tendenziöse Berichterstattung zuzugeben ist erschreckend, für mich Resultat eines gewaltigen Konformitätsdrucks. Siehe dazu:

- Der Gruppendruck in der westlichen Wertegemeinschaft – Cicero: »Es kann uns keiner vorwerfen…« (Post, 20.12.2015)
dazu auch:
- Medienkritik: Anweisungen ohne Anweisungen (Marcus Klöckner, Telepolis, 03.02.2016)
- Erregungsbereitschaft und Schießbefehl (Mathias Bröckers, Telepolis, 03.02.2016)


Am meisten hat mich aber erschreckt, 

1. wie sehr Deutschland (wie sehr die gesamt NATO) vor den USA kuscht; siehe dazu:
Victoria Nuland: »Fuck the EU« in 
- Der Ukraine-Konflikt 6 – Wer stoppt die USA? (Post, 25.04.2014) und

2. was sich die amerikanischen Geheimdienste alles erlauben können. 


Zu Punkt 1 (Stichwort »Kanzlerakte«) gibt es zwei Videos mit Gesprächen mit Egon Bahr (Ukraine 13 – Unser westliches Propaganda-System am Beispiel der MH 17-Berichterstattung, Post, 27.07.2014) 


Zu Punkt 2 siehe:

- Dianne Feinstein, CIA, NSA (Post, 09.08.2014)

Ein besonders beeindruckendes Beispiel für die Manipulierbarkeit unseres Medien-Systems und unserer intellektuellen Elite (und für das »Hinausstellen« von Menschen anderer Meinung, sprich: Peter Handke) ist der Kosovo-Krieg. siehe dazu:

- Frieden muss gestiftet werden – Europas Sündenfall: der Kosovo-Krieg (Post, 24.11.2014)




Was verschwiegen wird: Kopp Online so erfolgreich wie noch nie
Von einem Rekord zum nächsten: Im September 2015 feierte Kopp Online bereits das Allzeithoch und hatte mehr Leser als je zuvor. Nur einen Monat später wird auch dieser Rekord von einem neuen abgelöst. Das zeigen wieder die neuesten Zahlen der IVW. Im Oktober sind wir noch einmal um 2,5 Prozent gewachsen. Die Zahl der Besuche stieg von 5,98 Millionen auf 6,13 Millionen. Besonders beeindruckend fällt aber der Jahresvergleich aus – also das Wachstum seit Oktober 2014: Wir haben um 56 Prozent zugelegt!
Der Branchendienst Meedia würfelt mit den IVW-Zahlen Monat für Monat eine eigene Top-50 der deutschen Nachrichtenseiten zusammen. Kopp Online könnte mittlerweile dort auf Platz 26 landen, wenn Meedia alternative Angebote nicht klammheimlich zensieren würde. [„Lügenpresse“ vs. „Propaganda“: Warum alternative und nicht-westliche Medien auf dem Vormarsch sind, Pravda-tv, 15.11.2015]


Langer Rede kurzer Sinn:
Ich werde in Zukunft auch Artikel von der Internet-Seite des »esoterisch-bekloppten« Kopp-Verlages posten, wenn es mir im Kontext sinnvoll erscheint! 
Howgh!

siehe auch:
- Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 16.07.2016)

Der Mars greift an

Zum Neoliberalismus gehört der Krieg. Über die NATO-Aggression 1999 gegen Jugoslawien und ­darüber, dass »Deutsche wieder töten, aber nicht ­sterben dürfen«

Am heutigen Mittwoch feiert der marxistische Philosoph Wolfgang Fritz Haug seinen 80. Geburtstag. Der Emeritus der Freien Universität Berlin ist Mitbegründer und Herausgeber der seit 1959 erscheinenden Zeitschrift Das Argument und zudem Mitherausgeber der kritischen Gesamtausgabe der »Gefängnishefte« von Antonio Gramsci sowie des »Historisch-kritischen Wörterbuchs des Marxismus«. Wir gratulieren Haug und veröffentlichen aus seinem jüngst erschienenen»Werkstatt-Journal 1990–2000«an dieser Stelle Auszüge, in denen er sich kritisch mit dem NATO-Krieg gegen Jugoslawien auseinandersetzt, der am Donnerstag vor 17 Jahren begann. (jW)

28. März 1999
Krieg gegen Jugoslawien. – Die FAZ radikalisiert, wie die Alldeutschen im Ersten Weltkrieg, die Ziele des Krieges. Autonomie des Kosovo genügt ihnen nicht mehr. Nun soll es herausgelöst werden aus dem Staatsverband. Derweil erscheint im Feuilleton die radikalste Kritik an diesem Krieg (Robert Menasse). Die Aufnahmefähigkeit dieser Zeitung kennt kaum Grenzen – im Feuilleton. Klugheit, gemischt mit Verachtung. (…)

Wenige Tage vor dem Angriff auf Jugoslawien erklärte der deutsche NATO-General Naumann: »Wir werden nicht dulden, dass es in Europa Krieg gibt.« Das war die Kriegserklärung, die erste in Europa seit 1945. Ähnliche Heuchel-Paradoxe sammelte Robert Menasse (»Serbische Lektionen«, FAZ, 27.3.): Der Expazifist Fischer legitimiert die Aggression mit dem Satz: »Aggression darf sich nicht lohnen.« Verantwortlich für Bomben auf Belgrad zum Schutz von Separatisten ist ein Bündnis von Ländern, die seit Jahren Separatisten bei sich als Terroristen bekämpfen: Spanien (die Basken), England (die Iren), Türkei (die Kurden) – und eines Landes, der Bundesrepublik, das es für selbstverständlich ansah, dass eine Separation mit Wiedervereinigung zu Bedingungen des Stärkeren enden muss. »Bombenflugzeuge zum Schutz der Albaner starten von den Flughäfen jenes Landes (Italien), von dessen Häfen die Schiffe mit Albanern wieder ins offene Meer geschickt werden.« Österreich lässt seit einem halben Jahrhundert den staatsvertraglich zugesicherten Anspruch der slowenischen Minderheit auf eigne Ortstafeln und slowenisch erteilten Schulunterricht unerfüllt. Im Namen der Nichtwiederholung des Weltkriegs wird der dritte herbeigeredet. Die UNO ist bereits so ausgeschaltet wie seinerzeit der Völkerbund.

Dass der Informationskreis geschlossen ist, verrät das Fernsehen, wenn es »live« in sogenannte Krisengebiete schaltet und der dortige Korrespondent auf die Frage, welche Kenntnisse er habe, sagt, »dieselben wie Sie zu Hause! Wir schauen die ganze Zeit CNN!« – Die Feuilleton-Redaktion, erschrocken ob ihrer eigenen Kühnheit, diese Äußerung abgedruckt zu haben, eskortiert sie mit einer Kritik an Handke, der den Krieg zuvor kritisiert hatte, Kritik freilich vorgeblich nicht an seiner Kriegskritik, sondern an der dabei gebrauchten Metaphorik. Handke hatte geschrieben: »Der Mars greift an, und seit dem 24. März sind Serbien, Montenegro, die Republika Srbska und Jugoslawien das Vaterland für alle, die keine Marsianer und grüne Schlächter geworden sind.«

29. März 1999
Krieg gegen Jugoslawien. – Der russische Premierminister befand sich auf dem Flug nach Washington, als ihn die Nachricht von der Bombardierung Jugoslawiens durch die NATO unter amerikanischer Führung erreichte. Er ließ das Flugzeug umdrehen. Der Petersburger Schriftsteller Viktor Kriwulin (»Der neue Kalte Krieg«, FAZ, 27.3.) interpretiert dies als Kehrtwende der russischen Politik und als »ebenso symbolischen Akt wie der Schuss von 1914«, der den Ersten Weltkrieg ausgelöst hat. Primakows Befehl, die Maschine umdrehen zu lassen, ein defensiver und reaktiver Akt, erscheint nun im Organ der hiesigen Kriegstreiber (denn als solche betätigen sich die politischen Redakteure der FAZ seit Jahren) als »Erklärung eines neuen ›Kalten Krieges‹«. Kriwulins Artikel ist interessant, weil er die Dynamik der möglichen Entgrenzung des Krieges gegen Jugoslawien zeigt.

mehr:
- Der Mars greift an (in: Wolfgang Fritz Haug: Jahrhundertwende – Werkstatt-Journal 1990–2000. Argument Verlag, Hamburg 2016, 877 Seiten, 38 Euro (auch im jW-Shop erhältlich) )

siehe auch:

- Frieden muss gestiftet werden – Europas Sündenfall: der Kosovo-Krieg (Post, 24.11.2014)
- Die ehemaligen Satellitenstaaten (in: Manfred Peter, Russlands Platz in Europa [Dokumente und Schriften der Europäischen Akademie Otzenhausen e.V.; Bd. 94], Duncker & Humblot, Berlin, 2001, GoogleBooks, S. 117ff.)
- Selbstzerstörung als Drohung – Zur Modellierung des Kosovo-Kriegs (Bernhard Prosch, Sören Petermann in: Behnke, Plümper, Burth (Hrsg.), Jahrbuch für Handlungs- und Entscheidungstheorie, Bd. 3, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 2004, GoogleBooks, S. 95f.)
- Konträre moralische Intuitionen (in: Lothar Fritze, Die Tötung Unschuldiger – Ein Dogma auf dem Prüfstand, de Gruyter, Berlin, 2004, GoogleBooks, S. 18ff.)
- Zum Erfolg verdammt, zum Scheitern verurteilt? – Zur pragmatischen Komplexität humanitärer Interventionen (Karsten Malowitz in: Münckler, Malovitz (Hrsg.), Humanitäre Intervention – Ein Instrument außenpolitischer Konfliktbeareitung, VS Verlag für Sozialwissenschaften, GoogleBooks, S. 143)


Oliver Stone: Obama – Wolf im Schafspelz

Oliver Stone: Obama a Wolf in Sheep's Clothing [14:17]

Veröffentlicht am 28.12.2012
Americans are living in an Orwellian state argue Academy Award-winning director Oliver Stone and historian Peter Kuznick, as they sit down with RT to discuss US foreign policy and the Obama administration's disregard for the rule of law.
Both argue that Obama is a wolf in sheep's clothing and that people have forgiven him a lot because of the "nightmare of the Bush presidency that preceded him."
"He has taken all the Bush changes he basically put them into the establishment, he has codified them," Stone told RT. "It is an Orwellian state. It might not be oppressive on the surface, but there is no place to hide. Some part of you is going to end up in the database somewhere."
According to Kuznick, American citizens live in a fish tank where their government intercepts more than 1.7 billion messages a day. "That is email, telephone calls, other forms of communication."
RT's Abby Martin in the program Breaking the Set discusses the Showtime film series and book titled The Untold History of the United States co-authored by Oliver Stone and Peter Kuznick.

Oliver Stone - The Untold History of The US - Bush & Obama Age of Terror [Top Documentary Films] [58:39]

Veröffentlicht am 18.04.2015
Bush & Obama - Age of Terror

In it,Oliver Stone and his collaborators focuses the wars in both Iraq and Afghanistan during the Bush administration.It presents how many American lives were lost as well as the torture incidents that American soldiers were involved in.As for the conspiracies involved,it also presents the personal motive of Bush was more of a personal vendetta against Saddam Hussein rather than catching the terrorist who are guilty of the September 11 attacks in New York.Added to that,it also tries to portray how the Bush administration tried to manipulate the terror warnings to the Americans to fulfill their political motives.

siehe auch:
Friedensnobelpreisträger und Narzisst rüsten auf (22.03.2016)
Edward Snowden als Ziel des Angriffs auf Lavabit enthüllt (24.03.2016)
Daniel Ellsberg, Vater aller Whistleblower (03.03.2016)
Vertuschung von CIA-Staatsmorden (03.03.2016)

Angstmanagement und die auffällige Häufung vom Terroranschlägen (Michael Lehnerüber den von Christoph Hörstel verwendeten Begriff des Terrormanagements, NEOPresse, 20.01.2016)
Obamas Todesliste im Krieg gegen den Terror im Netz (02.01.2016)
Der Abschuß von KAL 007: Das westliche Narrativ in der Schlacht um die Deutungshoheit (Post, 30.12.2015)
Russland in Atem halten – USA verkaufen ihre expansionistischen Bestrebungen als Angst (Post, 27.11.2015)
Able Archer 83: "Um Haaresbreite" (Post, 13.11.2015)
Nato probt den hybriden Krieg und den Cyberwar (02.09.2015)
Täuschung - Die Methode Reagan, Ressourcenkriege und medial vemittelte Feindbilder (Post, 14.05.2015)

Wer verdient am Krieg? (07.01.2015)
Die CIA bei den Uiguren (07.12.2014)
China protestiert gegen den Aufbau eines amerikanischen Raketenabwehrsystems in Südkorea (28.11.2014)
Wimmer: Für USA geht Macht vor Recht (Post, 28.11.2014)
Noam Chomsky – The Ideology of the Ruling Elite (Post, 28.11.2014)
Zbigniew Brzezinski, Die einzige Weltmacht (Post, 28.11.2014)
Frieden muss gestiftet werden (24.11.2014)
Speech on America (Boston Legal) (Post, 17.11.2014)
Heute vor 44 Jahren – 4. September 1970: Salvador Allende wird zum Präsidenten Chiles gewählt (19.10.2014)
Dianne Feinstein, CIA, NSA (09.08.2014) 
Ukraine 10 - Joe Bidens Sohn fällt die Treppe hoch (12.05.2014, zuletzt aktualisiert am 29.10.2014)
Die US-amerikanische Außenpolitik (27.04.2014)

Der Ukraine-Konflikt 3 – Westliche Naivität oder westliche Machtpolitik? (25.03.2014, zuletzt aktualisiert am 26.07.2014) 
Der Ukraine-Konflikt 6 – Wer stoppt die USA? (25.04.2014, zuletzt aktualisiert am 28.10.2014)

»Der größte Einzelerfolg der CIA« (01.05.2012)
Lachen ist gesund! – Die Vierte (03.11.2006)
Ich kann gar nicht so viel essen… (Eliot Weinberger in Lettre International, Was ich hörte vom Irak, 25.03.2006)


Edward Snowden als Ziel des Angriffs auf Lavabit enthüllt

Lavabit war ein Anbieter eines Webmail-Service und ein US-amerikanisches Unternehmen, das verschlüsselte E-Mail-Dienste anbot. Der Dienst wurde im Jahr 2004 von Ladar Levison gegründet und am 8. August 2013 von ihm als Betreiber eingestellt.[1][2]
Lavabit wurde von Programmierern aus Texas als eine Antwort auf den Dienst Gmail gegründet, da Bedenken zur Wahrung der Privatsphäre bestanden. Die Seite bot ihren Benutzern die Möglichkeit, deren E-Mails in einem hohen Maße asymmetrisch zu verschlüsseln. Der Dienst wurde vom Weblog Ghacks als „der momentan wohl sicherste, private E-Mail-Dienst“ bezeichnet. Im Juli 2013 hatte Lavabit 350.000 Benutzer und bot kostenfreie sowie bezahlte Konten an, der mögliche Speicherplatz pro Benutzer betrug zwischen 128 Megabyte und 8 Gigabyte.[3][4]
Über Lavabit wurde in den Medien berichtet, als bekannt wurde, dass der Whistleblower Edward Snowden den Dienst verwendete, um mit den Anwälten von Human Rights Watch und Aktivisten zu kommunizieren, als er sich auf dem Flughafen Moskau-Scheremetjewo in Moskau befand.[5] [Lavabit, Wikipedia]
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Die US-Regierung hat versehentlich ein offenes Geheimnis gelüftet: Bei ihrem massiven Vorgehen gegen den E-Mail-Anbieter Lavabit ging es im Sommer 2013 um Edward Snowden. Das steht in einem nicht ausreichend geschwärzten Gerichtsdokument.
Durch einen Fehler bei der Schwärzung von Gerichtsdokumenten ist jetzt endlich offiziell, was seit mehr als zwei Jahren als sicher galt: Bei ihrem massiven Vorgehen gegen den sicheren E-Mail-Anbieter Lavabit ging es der US-Regierung um Informationen über deren prominentesten Kunden: Edward Snowden. Das steht schwarz auf weiß in Gerichtsdokumenten, die vor einigen Tagen fast unbemerkt veröffentlicht wurden und inzwischen auf Cryptome stehen. Wie Wired erläutert, hatte ein Gericht die Veröffentlichung angeordnet, aber verfügt, dass jegliche Information über die Zielperson geschwärzt werden müsse. Das hat jedoch nicht ganz geklappt.

Kampf gegen die Behörden
Lavabit und dessen Gründer Ladar Levison waren 2013 einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden. Als Edward Snowden sich zu den NSA-Enthüllungen bekannte, war auch auch seine E-Mail-Adresse veröffentlicht worden: Ed_Snowden@lavabit.com. Die US-Regierung wollte den Account überwachen und wandte sich hinter den Kulissen an Levison. Der weigerte sich vehement, die verlangte Hilfe zu leisten, und lieferte sich ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Behörden. Wie später bekannt wurde, hatte die Regierung die Herausgabe der privaten SSL-Schlüssel von Lavabit gefordert, was die Privatsphäre aller seiner Kunden ausgehebelt hätte. Levison musste sich trotzdem fügen, druckte einen verlangten SSL-Schlüssel aber in Schriftgröße 4 Punkt auf 11 Seiten aus – wodurch er nutzlos blieb. Nach weiteren juristischen Niederlagen musste er alle öffentlichen und privaten SSL-Schlüssel herausrücken, schloss aber gleichzeitig Lavabit.

mehr:
- Schwärzung vergessen: Edward Snowden als Ziel des Angriffs auf Lavabit enthüllt (Martin Holland, heise online, 18.03.2016)

siehe auch:
- Asyl für Snowden: US-Regierung drohte wohl Deutschland (Martin Holland, heise online, 19.03.2016)