Freitag, 4. Januar 2019

Die Treibhaus-Ideologie

Wer sagt, dass das CO2 überhaupt etwas mit unserem Klimawandel zu tun hat? Ich habe da große Zweifel. Der CO2-Gehalt dieser, unserer Luft liegt aktuell bei circa 400 ppm, also 400 parts per million, beziehungsweise bei 0,04 Prozent. Ich frage Sie: Die letztgenannten 0,04 Volumenprozent sollen einen Treibhauseffekt bewirken?

Lieber Herr Nida-Rümelin,
sie veröffentlichten an Weihnachten 2018 auf dieser Online-Plattform unter der Überschrift „Unsere Debatten sind irrational“ einen kurzen Beitrag, den ich mir erlaube, zu kommentieren. Sie schrieben: „Elektromobilität rettet nach Lage der Dinge das Klima nicht, … Es sind weit massivere Maßnahmen erforderlich und ohne Verteuerung fossiler Energiequellen hat zum Beispiel die Power to Fuel Technologie keine Chance, obwohl mit dieser eine rasche, disruptive, weltweite Umstellung auf Klima-neutrale Industrieproduktion und Mobilität möglich wäre“. Da Sie nicht irgendwer sind, sondern als deren Präsident sozusagen Deutschlands oberster Philosoph, darf ich mir erlauben, ein paar Ihrer Aussagen eine etwas andere Farbe zu geben – und ich darf vor allem versuchen, Sie von einem argumentativen Weg abzubringen, der Ihrer nicht würdig ist. Doch, der Reihe nach, die „andere Farbe“ zuerst.

„Elektromobilität rettet … das Klima nicht“, schreiben Sie. Ihre Argumentation dazu ist durchschlagend: Wer rechnen kann, stellt fest, dass die CO2-Belastung der verschiedenen Fahrzeugmotor-Kategorien (Benzin, Diesel, Elektro) kaum differiert. Nur, Sie könnten mit Ihrer Aussage auch völlig falsch liegen, denn wer sagt, dass das CO2 überhaupt etwas mit unserem Klimawandel zu tun hat? Ich habe da große Zweifel.

Nicht nur in meinem, auch in Ihrem Hinterkopf und bei vielen anderen hat der Begriff „Treibhauseffekt“ ein Bild generiert, das dem CO2 eine Abschirmungseigenschaften von Glasscheiben unterstellt bzw. verleiht: Die Sonnenstrahlen kommen herein, heizen auf, aber die aufgeheizten Luftpartikel und die Wärmestrahlung können den Raum nicht verlassen. Der echte Treibhauseffekt ist ein Produkt der besonderen Eigenschaften von Glas, also von dessen Lichtwellen-Durchlässigkeit und zugleich dessen Undurchlässigkeit. Man kann es mit dem Rotwein im Glas oder in der Flasche vergleichen: Man sieht ihn, aber er sickert nicht durch, selbst in Jahrhunderten nicht.

Mit der Lichtdurchlässigkeit von CO2-Gas habe ich, wie bei allen Gasen, eher kein Problem, wohl aber mit der Undurchlässigkeit. Unsere Erdatmosphäre besteht aus Luft, d. h. zu 78 Prozent aus Stickstoff und zu 22 Prozent aus anderen Gasen, vornehmlich aus Sauerstoff und Gasspuren von Helium und CO2. Der CO2-Gehalt dieser, unserer Luft liegt aktuell bei circa 400 ppm, also 400 parts per million, beziehungsweise bei 0,04 Prozent. Ich frage Sie: Die letztgenannten 0,04 Volumenprozent sollen einen Treibhauseffekt bewirken, ähnlich einer Glasscheibe? Und deshalb soll es Sinn machen, klimaneutral zu produzieren?

mehr:
- Die Treibhaus-Ideologie (Florian Josef Hoffmann, The European, 04.01.2019)

Anmerkung von mir:
Irgendwo habe ich gelesen, ein Elektro-Auto müsse 40.000 km fahren, um die gleiche Umwelt-Bilanz zur erreichen wie ein Benziner und gar 60.000 km, um mit einem Diesel gleich zu ziehen…
zumindest ähnliche Zahlen finden sich hier:
- Vergleichsrechnung: So viel CO2 sparen E-Autos gegenüber Verbrennern (Peter Vollmer, Edison-Handelsblatt, 04.07.2018)

US-Rückzug aus Syrien: Die Krokodilstränen der Kriegstreiber

Der angekündigte Syrien-Rückzug der US-Armee ist überfällig und zu begrüßen – die mediale Reaktion darauf ist heuchlerisch und zynisch. Jene großen Medien, die die westliche Zerrüttung Syriens mit möglich gemacht haben, stemmen sich nun gegen eine Beendigung der eigens herbeigeführten Katastrophe. Von Tobias Riegel. 

Donald Trumps angekündigter Truppenrückzug aus Syrien verstößt gegen das Völkerrecht. Auf diesen abwegigen Gedanken könnte man kommen, wenn man die jüngsten Medienkommentare zu Syrien verfolgt. Der Vorstoß des US-Präsidenten bedeutet aber das Gegenteil: die Beendigung eines lange andauernden völkerrechtlichen Verstoßes. Die USA haben Terror und Chaos in das Land getragen, sie haben sich gegen den Willen Syriens in dem souveränen Staat militärisch etabliert, sie haben Waffen an radikale Dschihadisten und Propaganda-Krieger geliefert, sie waren mit zahlreichem eigenen Personal vor Ort – und sie haben Armeen der Verarmten aufgebaut wie die kurdische YPG: Diese verzweifelten geopolitischen Bauernopfer wurden von den USA mit falschen Versprechungen verführt und für ihre Regime-Change-Versuche ausgenutzt.

Trumps Vorstoß macht die US-Verbrechen offiziell

Nun werden diese schon vielfach betrogenen Kurden-Kämpfer auch von den USA verraten. Nach einer schwer zu treffenden Abwägung der syrischen Gesamtsituation ist eine Beendigung der völkerrechtswidrigen US-Einmischung aber dennoch zu begrüßen. Denn wenn Trump diese (nun schon wieder relativierte) Ankündigung tatsächlich wahrmacht, wird das den Krieg verkürzen, was oberstes Kriterium sein sollte. Es steht außer Frage, dass jeder Frieden besser ist, als der vom Westen nach Syrien getragene „Bürgerkrieg“. Der muss sofort beendet werden – unter syrischen Bedingungen.

Die mediale Abwehr des positiven Trump-Vorstoßes ist nicht überraschend: Viele große Medien haben das rechtswidrige Verhalten des Westens in Syrien sieben Jahre lang gedeckt und dadurch mit möglich gemacht. Durch Trump wird dieser monumentale Rechtsbruch nun nicht nur beendet – das Delikt tritt dadurch auch aus dem Schatten der medialen Verleugnung heraus: Durch die öffentliche Beendigung eines jahrelang geleugneten Verbrechens wird auch die Existenz dieses Verbrechens unumstößlich festgestellt.

mehr:
- US-Rückzug aus Syrien: Die Krokodilstränen der Kriegstreiber (Tobias Riegel, NachDenkSeiten, 04.01.2019)
siehe auch:
Die Ankündigung von Wesley Clark: „Wir werden 7 Regierungen stürzen“ (07.04.2015)

„Weißhelme“: Die offizielle Version des Syrien-Kriegs bricht vor unseren Augen zusammen – endlich (Post, 02.08.2018)


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