Dienstag, 14. Februar 2017

USA great again: Freiheit, Demokratie und Handy-Entsperrung

Böse Überraschung beim Rückflug aus dem Urlaub: Grenzbeamte wollten das Smartphone eines US-Bürgers und NASA-Mitarbeiters durchsuchen und insistierten auf Herausgabe der PIN, bis dieser nachgab. Kein Einzelfall.
Probleme bei der US-Einreise betreffen nicht nur Ausländer, wie der gebürtige US-Amerikaner und NASA-Angestellte Sidd Bikkannavar laut einem Bericht von The Verge feststellen musste. Bei der Rückkehr von einer Urlaubsreise in Südamerika wurde er am 30. Januar am Flughafen Houston (Texas) von Grenzbeamten festgehalten, weil er sein Smartphone und die Entsperr-Pin dazu zunächst nicht herausgeben wollte.

Bikkannavar hatte sich seiner Darstellung zufolge vor allem deshalb geweigert, weil es sich um ein Dienstgerät gehandelt habe, dessen Herausgabe ihm vom Arbeitgeber untersagt sei. Das Argument habe die Beamten der US Customs and Border Patrol (CBP) aber nicht interessiert. Ihm sei immer wieder deutlich gemacht worden, dass die CBP sein Smartphone durchsuchen dürfe, bis er schließlich nachgab. Ein CBP-Mitarbeiter sei dann mit dem Gerät verschwunden und habe es eine halbe Stunde später zurückgebracht. Was damit gemacht wurde, sei Bikkannavar nicht gesagt worden.

mehr:
- USA: NASA-Forscher bei Wiedereinreise zu Handy-Entsperrung gedrängt (Axel Kannenberg, heise online, 13.02.2017)

siehe auch:
- Aus für Trumps Sicherheitsberater – Russische Politiker kritisieren Flynn-Rücktritt (SPON, 14.02.2017)
- "Eine Post-Privacy-Gesellschaft kann kein Ziel sein" (Peter-Michael Ziegler, heise News, 14.02.2017)
- Die Welt, wie Trump sie sieht (Michael T. Klare, Blätter für deutsche und internationale Politik, Februar 2017)
x


Heute vor 70 Jahren – 14. Februar 1947: Sachsens Gauleiter Mutschmann hingerichtet


Die Machenschaften von »König Mu« 

Der Stickermeister Martin Mutschmann (1879-1947) und Besitzer einer Spitzenwarenfabrik (ab 1907) tat sich seit 1912 mit antisemitischen Hetztiraden und Gewalt gegen »jüdische Ramscher« hervor. Bereits 1922 trat er der NSDAP bei und wurde 1925 Gauleiter von Sachsen, 1933 Reichsstatthalter und 1935 auch Ministerpräsident. Innerparteiliche Rivalen schaltete er brutal aus. Goebbels nannte ihn einen »autokratischen Zaren mit Gangstermethoden«. 
Sachsens Gauleiter Martin Mutschmann hinter Adolf Hitler bei einem
Aufmarsch der SA in Leipzig, 1933
Der vierschrötige und martialisch auftretende Mutschmann war das Musterbild eines machtbewussten, egozentrischen NS-Provinzfürsten. Absolut humorlos, reagierte »König Mu« zudem auf Spott äußerst empfindlich. Das Sächsische unterdrückte er als »unheldisch«, obwohl er selbst deutlich sächselte. Neben einer prächtigen Villa ließ sich Mutschmann auch einen Privatbunker errichten, während er öffentliche Bunkerbauten vernachlässigte. Noch im April 1945 erklärte er das zerstörte Dresden zur »Festung«. 

Nach einer abenteuerlichen Flucht wurde er Mitte Mai in Tellerhäuser (Erzgebirge) gestellt. Sein Nachkriegsschicksal blieb lange ungeklärt. Mittlerweile ist bekannt, dass die Sowjets ihn in das berüchtigte Moskauer Untersuchungsgefängnis Lubjanka brachten. Dort wurde er im Juni 1946 vor ein Militärgericht gestellt und im Januar 1947 zum Tode verurteilt.
Harenberg - Abenteuer Geschichte 2017 

Die Gauleiter des Dritten Reiches - Hitlers politische Generäle {46:44}

chronoshistory
Veröffentlicht am 02.05.2014
Thema der Dokumentation sind die Funktion und Rolle der Gauleiter, v.a. aber Schwerpunkte ihrer Tätigkeiten - vom propagandistisch-ideologischen bis zum (kriegs-) wirtschaftlich-organisatorischen. Zitat Goebbels: „Entweder gehen wir als die größten Staatsmänner in die Geschichte ein oder als die größten Verbrecher aller Zeiten." Herausgearbeitet werden auch die persönlichen Unterschiede zwischen den Gauleitern, die sich v.a. bei Kriegsende zeigten. Die NSDAP teilte Deutschland bereits 1925 in zunächst 33, später 43 Gebiete (1941), die in Anlehnung an einen Begriff aus der mittelalterlichen Territorialverfassung Karls des Großen Gaue genannt wurden. Hoheitsträger der NSDAP, verantwortlich für die Durchsetzung der Parteiautorität 0:36 Rudolf Hess und Julius Streicher beim Parteitag 1927, Märzveilchen, Gründung der Partei NSDAP 1925, Gau ist eine altdeutsche Bezeichnung für eine bestimmte Stammesregion, 01:50 Adolf Wagner, Leiter Gau München-Oberbayern, über den Bedeutung des Gau München Oberbayern, als Region, in dem die nationalsozialistische Bewegung geboren wurde, Bayrischer Staatsminister für Unterricht und Kultur, Staatskommissar für das Haus der Deutschen Kunst, Arisierung jüdischen Vermögens, Antreiber der Judenverfolgung , 1942 Schlaganfall, 04:32 Alfred Rosenberg, Reichstagsabgeordneter, Völkischer Beobachter, ideologische Überwachung der Parteimitglieder, Autor von „Der Mythos des 20. Jahrhunderts", Mischung aus Mystik, Pseudowissenschaft und Rassenideologie, Goebbels nannte es einen„Rülpser", Rosenberg in Nürnberger Prozessen zum Tode verurteilt 06:16 Berghof Berchtesgaden, Lockerungsübungen Hitlers, Obersalzberg, Ribbentropp und Speer, Eva Braun 07:03 Dr. Josef Goebbels, seit 1926 Gauleiter von Berlin, gnadenloser Judenverfolger, Straßenschlachten, Judenboykott, 08:20 Julius Streicher, Gauleiter von Franken, Herausgeber Wochenblatt „Der Stürmer", Antisemitismus, Nürnberger Prozesse zu Tode verurteilt 09:20 Bücherverbrennung, 10.05.1933, Opernplatz Berlin, Feuersprüche, 11:25 Reichsparteitage, nach Machtübernahme sind die Gauleiter in die Herrschaftsstruktur eingegliedert, Gleichschaltung des öffentlichen Lebens, Führerchor 12:06 Grafik Einteilung der Gaue, keine Mitbestimmung, über Gaue erfasst die NSDAP gesamte Bevölkerung, Blockleiter, Zellenleiter, Ortsgruppenleiter, Kreisleiter 13:00 Karl Höffkes über die soziale Stellung der Gauleiter und über das Verhältnis der Gauleiter zu Hitler, in „Kampfzeit" offene Diskussion noch möglich, höchster politischer Repräsentant 16:12 Braune Uniform der Gauleiter, „Goldfasan", Stuttgart, AO, Ernst Bohle 17:07 Dr. Robert Ley, Nürnberger Prozesse, Selbstmord in Zelle, Gauleiter Rheinland, Reichsorganisationsleiter, Deutsche Arbeitsfront, DAF, KDF, Kraft der Freude 19:03 Karlsruhe, Robert Wagner, Gauparteitag 1936, Chef der Zivilverwaltung Elsass-Lothringen, durch Kriegsgericht in Straßburg zum Tode verurteilt 20:55 1938 Einmarsch in Österreich, Eintritt ins Deutsche Reich, Baldur von Schirach, Gauleiter Wien, Deportation von 185.000 Juden, in den Nürnberger Prozessen zu 20 Jahren Haft verurteilt, 66 entlassen, Tod 1974 23:42 Hähnlein, Gauleiter Sudetenland, 1945 Selbstmord 24:19 Albert Forster, Danzig, bei Kriegsende an Polen ausgeliefert, Verurteilung zum Tode 26:20 Deutschland überfällt Polen, 01.09.1939, Beginn des zweiten Weltkrieges 27:12 Angriff der Kriegsmarine auf Dänemark, Heinrich Terboven Reichskommissar für Norwegen 28:03 Reichsverteidigungskommissare, Hermann Göring, Rudolf Heß, Stellvertreter Hitlers, Führerkult, starb am 17.08.1985 im Spandauer Gefängnis, Kinderlandverschickung, 29:45 Fritz Sauckel, Deportation aus dem Osten als Zwangsarbeiter in deutsche Fabriken, 1945 zum Tode verurteilt 30:34 Weißrothenien, Heinrich Himmler, Minsk, Wilhelm Kube, Gauleiter Kurmark, versucht einige Juden zu retten, 1943 Attentat 31:50 Gauleiter Sachsen Martin Mutschmann, Automobilproduktion in Chemnitz, Autounion, Horch, Audi, Wanderer, DKW 33:00 Gauleiter Rudolf Jordan, Gauleiter Halle-Merseburg, in Moskau 1945 zu 20 Jahren Haft verurteilt 33:47 Erich Koch, Gauleiter von Ostpreußen, Königsberg, Flucht über das Haff, General Lasch, Politik der brutalen Eindeutschung, der Ermordung und Ausbeutung von Ukrainern, Polen und Juden, Gericht Warschau 35:46 Breslau, Karl Hanke, Gauleiter Niederschlesien 36:50 Hamburg, Aktion Gomorrha, 25.06.1943, Flammenmeer, Karl Kaufmann, 03.05.1945 Engländer nach Hamburg, General Sperling 38:30 Karl Holz, Gauleiter Franken, Nürnberg, Stadt der Reichsparteitage 38:58 Amerikaner nach München, Paul Giesler, Gauleiter Oberbayern, Flucht und Selbstmord 40:52 Berghof, General Bradley, Reichskanzlei, Goebbels, Volkssturm, rote Armee 44:35 unter den ca 130 Gauleitern unterschiedliche Charaktere, bedingungsloser Gehorsam, Goebbels: „Entweder gehen wir als die größten Staatsmänner in die Geschichte ein oder als die größten Verbrecher aller Zeiten."


Verlassenes Neues Jägerhaus "Mutschmann" {26:21}

MrKitKater
Veröffentlicht am 28.11.2013 Auf einer Anhöhe hinter dem Jagdschloss wurde über dem romanischen Gewölbe 1937--39 das staatliche Gästehaus Neues Jägerhaus für den Sächsischen Jägerhof errichtet (u.a. mit Luftschutzbunker, Jagdhütte, Teichen mit Bootshaus, Kegelbahn, Garagen und Hundezwinger). Es wird im Volksmund fälschlicherweise als Mutschmannvilla bezeichnet, da es vom Sächsischen Reichsstatthalter, Ministerpräsidenten und Landesjägermeister Martin Mutschmann z. T. auch privat genutzt worden war. Architekten des Neorenaissancebaus waren der Rektor der Technischen Hochschule Dresden, Architekt Prof. Wilhelm Jost (1887--1948), und als Innenarchitekt Prof. Oswin Hempel (1876--1965). Ausgeführt wurden die Planungen durch den Tharandter Baumeister Burkhardt und die Deutschen Werkstätten Hellerau. Es enthält unter anderem die wohl größte Intarsienwand Europas nach Entwürfen des Künstlers Max Wendl (1904--1984) -- z.T. im Mai 2009 gestohlen und Rest ausgelagert. Eine Waffentruhe der Originalausstattung von Theodor Artur Winde (1886--1965), dessen Werke interessanterweise von den Nationalsozialisten als so genannte entartete Kunst anderswo genauso entfernt wurden, wie die von Max Wendl, steht heute im Kunstgewerbemuseum Schloss Pillnitz. Während der DDR-Jahre wurde das Neue Jägerhaus bis 1990 als VdN-Kurheim "Elsa Fenske" genutzt, diente der Unterbringung der sowjetischen Delegation mit Leonid Breschnew beim geheimen Dresdner Treffen der Warschauer Pakt-Staaten am 21. März 1968 zum Prager Frühling und im Juni 1972 Fidel Castro bei einem DDR-Besuch als Quartier. Bis 1993 wurde es noch als Pension "Jägerhof" von der Gemeinde Kurort Hartha genutzt (Seitdem steht es leer und verfällt). Nachdem der Freistaat Sachsen das Objekt zugesprochen bekam und privatisierte, ist es seit 2006 Eigentum der Stadt Tharandt, die es 2006--2011 an die Stiftung Musik Kunst Natur aus Bannewitz verpachtet hatte.


Österreich: Die schwarzen Jünger

Außenminister Sebastian Kurz hat eine Garde loyaler Getreuer um sich geschart. Mit ihrer Unterstützung will es der populäre Politiker ganz nach oben schaffen

Überall, wo Sebastian Kurz in Erscheinung tritt, sind seine Fans nicht weit. Smartphones werden gezückt, Fotos geschossen. Selfies mit dem jungen ÖVP-Außenminister sind ein Hit in sozialen Medien und privaten Alben. Der 30-jährige Star wird umschwärmt wie nur wenige Politiker. Seine Popularität hat mittlerweile sogar die Junge ÖVP (JVP), eine der sechs Teilorganisationen der Volkspartei, zu einem wichtigen Akteur gemacht. Von einem bedeutungsarmen, innerhalb der Partei belächelten Bund wurde sie unter Kurz, der 2009 den Vorsitz übernahm, zu einer gut vernetzten, schlagkräftigen und ihm treu ergebenen Organisation. Wer Kurz kritisiert, der kritisiert alle in seiner JVP. Es ist ein Geben und Nehmen: Steht man zu ihm, darf man von seiner Strahlkraft profitieren. Und Kurz weiß, was er an der jungen Massengefolgschaft an der Basis hat.

Die junge Volkspartei ist die Prätorianergarde von Sebastian Kurz. Sie ist sein Netzwerk, das ihn nach oben trägt – möglicherweise bis ganz nach oben an die Spitze von Partei und Regierung. So malen sich zumindest die schwarzen Jünger die nächsten Jahre aus.

"Unser Ziel ist, dass wir mit Sebastian Kurz erfolgreich sind", sagt Stefan Schnöll. Der 28-jährige Salzburger ist seit 2015 Geschäftsführer der JVP. Er spricht gerne darüber, wie seiner Meinung nach die Bedeutung von Parteien ab- und jene von Persönlichkeiten zunehme. Schnöll ist es auch, der das große Ganze im Auge behält. Fällt irgendwo in Österreich ein Mitglied der Jungenorganisation auf Gemeinde-, Bezirks- oder Landesebene auf, dann ruft er an, fährt hin oder lädt gleich nach Wien ein. Kontaktpflege hat in der JVP höchste Priorität und die Arbeit zahlt sich aus. Das Netz ist bereits über ganz Österreich eng geknüpft. "Ohne uns geht nicht mehr viel", sagt Schnöll, die JVP sei zu einem gleichberechtigten Bund geworden. "Wir haben mittlerweile unsere eigenen Medien, können professionell kampagnisieren, und wir haben den populärsten Minister."

mehr:
- Sebastian Kurz: Die schwarzen Jünger (Florian Gassner, ZON, 06.02.2017)

siehe auch:
- Österreich: Neutral und rechts? (Claus Heinrich, Blätter für deutsche und internationale Politik, Februar 2017)

Sebastian Kurz in der ZIB2; 24.01.2017 {9:49}

Sebastian Kurz
Veröffentlicht am 24.01.2017



Griechenland: IWF fordert Besteuerung der Einkommen unter der Armutsgrenze

Das Spiel mit dem Grexit wird zum Wahlkampfthema
Die Kreditgeber haben in der aktuellen Grexit-Debatte das geschafft, was in der mittlerweile acht Jahre langen Wirtschaftskrise in Griechenland noch nie vorgekommen ist. Vier frühere und aktuelle Finanzminister aus der Zeit der Krise des Landes aus unterschiedlichen politischen Lagern und mit verschiedenen politischen Motiven und Ideologien sind in der Ablehnung des Taktierens und der Forderungen der Troika einig. Ein vierter, dessen aktive Zeit bereits abgeschlossen ist, hat einen radikalen Lösungsvorschlag kontra zur Troikapolitik präsentiert.

Die Wirtschaft Griechenlands hofft dagegen, dass eine vom Chef der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem, gestartete Initiative eines eilig anberaumten Treffens der Euroworkinggroup am Donnerstag Früchte trägt. Die untereinander zerstrittenen Kreditgeber sind sich in einem einig, sie fordern neue Maßnahmen von den Griechen. Tsipras hingegen beschwört, dass er "keinen Euro Maßnahmen" beschließen würde, während sein Finanzminister Euklid Tsakalotos täglich neue Zugeständnisse gegenüber den Kreditgebern macht.

mehr:
- Griechenland: IWF fordert Besteuerung der Einkommen unter der Armutsgrenze (Wassilis Aswestopoulos, Telepolis, 09.02.2017)

Sex ist Mühsal

Alle zwei Jahre wird im vergreisenden Japan nach dem Sex gefragt, es geht immer weiter nach unten
Sicher, Japan ist das Land mit der vermutlich geringsten Fertilität. Es kommen wohl nicht nur immer weniger Kinder auf die Welt, das dürfte auch eine Folge davon sein, dass der Sex bei den Japanern im zeugungsfähigen Alter zurückgeht - oder sollte man sagen: eintrocknet? Dass Empfängnisverhütung, also die Trennung von Lust und Reproduktion, nicht der ausschlaggebende Grund ist, belegt auch die Umfrage des Verbands zur Familienplanung, die alle zwei Jahre durchgeführt wird.

Für die Umfrage werden 3000 Japaner im Alter von 16 bis 49 Jahre befragt. Es ist ein heikles Thema, ehrliche Antworten könnten selten sein. Die Frage wäre, ob die Japaner ihren Sex lieber verschweigen, während in anderen Ländern die Norm vorgeben könnte, die Lage zu beschönigen? Zumindest für Südkorea ist die Zunahme der Asexualität auch belegt. Wie auch immer, nur knapp die Hälfte scheint Antworten gegeben zu haben, die als gültig bewertet wurden. Inwieweit die Umfrage unter 1263 Frauen und Männern in Japan dann repräsentativ sein kann, ist eine andere Frage, allerdings reiht sich das Ergebnis in einen Trend ein, der nicht zu bestreiten sein dürfte (Keine Lust mehr auf körperlichen Sex?). Das Ergebnis bestätigt eine Umfrage, die 2016 vom Nationalen Institut für Bevölkerungswissenschaft und Soziale Sicherheit veröffentlicht wurde (Japan: Endemische Sexlosigkeit).

Die 2016 durchgeführte Umfrage belegt, dass bei verheirateten Paaren die Sexlosigkeit bislang auf ein Rekordniveau gestiegen ist. Von den 655 verheirateten Befragten gaben 47 Prozent an, dass sie seit einem Monat keinen Sex mehr gehabt haben. Die Rate ist, wie man annehmen sollte, auch bei Männern und Frauen in etwa gleich. Man geht davon aus, dass dann, wenn diese Frage positiv beantwortet wird, im Grunde Asexualität vorherrscht und sich auch in nächster Zukunft nichts verändern wird.

mehr:
- Sex ist Mühsal (Florian Rötzer, Telepolis, 13.02.2017)

siehe auch:
- Der japanische Mann: Lieber auf Arbeit als im Kreise der Familie (Post, 03.09.2015)

Der Nationalismus globalisiert sich

Eine neuartige Form des Nationalismus stellt die Globalisierung und die Art, wie wir leben, infrage. Der Konflikt könnte viel umfassender werden, als wir bislang ahnen. 

Donald Trump, Wladimir Putin, Marine Le Pen, Frauke Petry und der sogenannte "Islamische Staat", sie alle haben eines gemeinsam: Sie kritisieren die Globalisierung, und ihre Kritik wird von vielen Menschen geteilt. Obwohl die wirtschaftliche Verflechtung der Welt uns – unter anderem – billigere Produkte und bessere Exportmöglichkeiten gebracht hat, ist der Begriff Globalisierung zu einem Schimpfwort geworden.

Der Widerstand gegen die Globalisierung kommt aus allen Bereichen des politischen Spektrums. Der am besten organisierte Globalisierungsgegner ist jedoch die politische Rechte. Das erscheint logisch, denn eine treibende Kraft des Protests ist der Nationalismus, und dieser ist historisch eng mit der politischen Rechten verbunden. Zugleich ist es paradox: Die Globalisierung ist auch ein Projekt des Neoliberalismus – und der ist seit mehreren Jahrzehnten eine Ideologie der Rechten.

mehr:
- Der Nationalismus globalisiert sich (Colin Crouch, ZON, 11.02.2017)

Mit offenen Karten - Ungleiche Globalisierung HD 18/2007 {9:28}


Kobolt
Veröffentlicht am 10.07.2016
Alle Folgen 2007: https://www.youtube.com/watch?v=Ztln-...


[Doku] Globalisierung - wer profitiert? (3sat makro) {28:25}

Top Dokus
Veröffentlicht am 05.11.2016
Länder, Menschen, Unternehmen vereint in einer arbeitsteiligen Welt: Das sollte der Garant für Wohlstand sein. Aber die Globalisierung schafft Gewinner und Verlierer - und steht massiv in der Kritik.


China's Top Billionaire explains what's wrong with Donald Trump's Populist rhetoric (2017) {6:18}

InterInsider
Veröffentlicht am 28.01.2017
Jack Ma shares his views on globalization and Donald Trump's populist rhetoric. ---------------------------------------------------------------------------------------------------------- Jack Ma founded Alibaba Group, the world's largest collection of e-commerce websites. The Hangzhou, China-based company operates sites including Taobao, the nation's biggest shopping site. The group has more than 400 million active buyers in more than 190 countries. Ma also owns a stake in online payment service Alipay. ---------------------------------------------------------------------------------------------------------- Alipay has more than 800 million registered users. Its mobile application has 190 million active users and handles 45 million transactions a day, the company said in October 2014. Ma stepped down as Alibaba Group CEO on May 10, 2013. He remains chairman. Alibaba's initial public offering in September 2014 was the biggest in the world. He said in the interview that he's not happy being China's richest man, and would someday return to teaching.

x

Thomas Straubhaar: Das Grundeinkommen ist nichts anderes als eine Steuerreform

Das Grundeinkommen könnte Rente, Kinder- und Arbeitslosengeld ersetzen – wie eine negative Steuer, sagt der Ökonom Thomas Straubhaar in seinem neuen Buch. Ein Vorabauszug
"Geld für alle" vom Staat ohne Gegenleistung und in Höhe des Existenzminimums bedeutet einen fundamentalen Perspektivenwechsel: weg von einem Sozialstaat, der im Nachhinein durch aktivierende Maßnahmen korrigieren will, was vorher falsch gelaufen ist. Weg von einer Finanzierung über Abgaben aus dem Arbeitseinkommen. Weg von Arbeitswelten, Familienbildern und Lebensläufen, die schon heute nicht mehr der Wirklichkeit und erst recht nicht dem Alltag der Zukunft entsprechen. Hin zu einer garantierten Teilhabe und einer Ermächtigung aller – im Voraus. Hin zu einer Finanzierung, die auch die Wertschöpfung von Robotern einbezieht. Hin zu Lebens- und Verhaltensweisen, die der Realität des 21. Jahrhunderts entsprechen.

Ja, das bedingungslose Grundeinkommen entspricht einem radikalen Neuanfang. Aber nein, es ist kein unkalkulierbarer Sprung ohne Auffangnetz. Denn letztlich ist das Grundeinkommen im Kern nichts anderes als eine fundamentale Steuerreform. Es bündelt alle sozialpolitischen Maßnahmen in einem einzigen Instrument, dem bedingungslos ausbezahlten Grundeinkommen. Die konkrete Ausarbeitung – also die politisch zu bestimmende Höhe des Existenzminimums, die der Höhe des Grundeinkommens entspricht – bietet genügend Freiraum für spezifische Anpassungen an heute noch unbekannte neue Herausforderungen der Zukunft.

mehr:
- Das Grundeinkommen ist nichts anderes als eine Steuerreform (Thomas Straubhaar, ZON, 12.02.2017)

siehe auch:
- Zehn wirklich gute Ideen aus dem französischen Wahlkampf (Mara Löffler, Krautreporter, 21.04.2017)

Systematischer Irrsinn - Bedingungsloses Grundeinkommen {7:35}

Veröffentlicht am 14.10.2010
geigin2oo1 
Dieser Beitrag eröffnet Einblicke auf Perspektiven der Konsumgesellschaft, die immer realer werden. Ein Paradebeispiel für Zeichen der Zeit und der Ignoranzen von Regierungen.

Altersarmut, oder warum das Grundeinkommen alternativlos ist {2:50}

Veröffentlicht am 21.11.2012
eduardo
Die Überalterung führt zwangsweise dazu, dass die Pensionsauszahlungen zu Altersarmut führen werden.

Das Bedingungslose Grundeinkommen - Richard David Precht {2:14}

Veröffentlicht am 02.12.2014
micha a.d.H. wimmersberger
Vorher muss die BRD abgeschafft werden!!!v deshalb: http://www.truth.getweb4all.com/umset...
Das Bedingungslose Grundeinkommen - Richard David Precht
Quelle:
http://tvthek.orf.at/program/heute-ko...

Sahra Wagenknecht zum Grundeinkommen {1:21}

Veröffentlicht am 30.04.2015
M. Molli
26.04.15
Frau Wagenknecht hat das Bedingungslose Grundeinkommen nicht verstanden, oder will es nicht verstehen. Sie vertraut darauf, daß jeder Mensch seine Talente hat, mit welchen er sich durch Erwerbsarbeit verwirklichen kann. Das Vertrauen zu den Menschen reicht allerdings nicht aus, daß sie ihnen zugesteht selber entscheiden zu können - wann, warum und wie sie sich einbringen. Entweder sie glaubt wirklich an diese Idiologie oder sie hat eine Menge Kreide gefressen.
Sendung = https://www.youtube.com/watch?v=38vAT...
Siehe auch
http://blog.freiheitstattvollbeschaef...
Siehe auch: Gregor Gysi gegen ein Bedingungsloses Grundeinkommen
http://blog.freiheitstattvollbeschaef...

Garantiertes Grundeinkommen {7:03}

Veröffentlicht am 30.09.2013
Diözesanverband Köln der KAB
Der Diözesanverband Köln der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) erklärt sein Modell zum Garantierten Grundeinkommen.

Ansichten eines Mönchs zum Grundeinkommen {11:55}

Veröffentlicht am 05.11.2012
daniel häni
Enno Schmidt im Gespräch mit Bruder David:
"Im Kloster sehen wir, obwohl die Gelegenheit gegeben ist, nichts zu tun, dass die Sicherheit bei den meisten Mönchen, eine freudige Betätigung auf ihrem Gebiet auslöst."
"Ohne Sinn zu haben, kann man überhaupt nicht überleben."
"Tu jede Arbeit so, als ob du 1000 Jahre hättest, um sie zu vollenden und zu gleich so, wie wenn du heute noch sterben müsstest."
"Ich bin vollkommen für ein Grundeinkommen und glaube deshalb, dass wenn Christen das durchdenken würden, sie auch für ein Grundeinkommen wären und das würde ich sehr hoffen."
www.grundeinkommen.tv
www.grundeinkommen.ch
(aktualisiert am 01.10.2017)

Volksabstimmung: Schweiz lehnt Steuerreform für Unternehmer ab

Die Schweizer haben entschieden: Großkonzerne bekommen weiterhin Steuerprivilegien. Damit stellt sich das Land gegen EU- und OECD-Vorgaben, Sanktionen drohen.
Die Schweizer haben in einer Volksabstimmung laut Hochrechnungen die Vorlage zu einer Unternehmenssteuerreform abgelehnt. Das berichteten die Zeitung NZZ und der Radiosender SRF unter Berufung auf Zahlen des Forschungsinstituts GfS. Demnach stimmten rund 60 Prozent der Teilnehmer gegen die Abschaffung von Steuerprivilegien für Großkonzerne. Neben der Steuerreform stimmten die Schweizer über weitere Themen ab: zur Vorlage über die erleichterte Einbürgerung der dritten Ausländergeneration, über die Vorlage für die Schaffung eines Fonds für Nationalstraßen und im Kanton Graubünden über die Olympischen Winterspiele 2026.

Bei der Abstimmung zur Unternehmenssteuerreform ging es um eine höhere Besteuerung von rund 24.000 internationalen Holdingfirmen, die ihren Umsatz vor allem im Ausland machen. Die Schweiz hat sie mit niedrigen Steuern angelockt und damit die Europäische Union sowie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verärgert, die gegen Steuerflüchtlinge vorgehen. Um den Konflikt beizulegen, wollte die Regierung in der Schweiz die Privilegien nun abschaffen und in- und ausländische Firmen gleich besteuern.

Kritiker der Reform hatten vor milliardenhohen Steuerausfällen gewarnt, für die die Bevölkerung aufkommen müsse. Ohne Reform könnten der Schweiz international Sanktionen drohen. Wie der Politologe Claude Longchamp gegenüber dem Radiosender SRF ausführte, gilt die Ablehnung der Unternehmenssteuerreform als erste "Niederlage von Bundesrat und Parlament" in der neuen Legislatur.

mehr:
- Volksabstimmung: Schweiz lehnt Steuerreform für Unternehmer ab (ZON, 12.02.2017)

Karl Marx’ »Kapital«: erschreckend aktuell

Marx in der Theorie: Unser Autor, ein Ex-Kommunist, liest das Hauptwerk des Denkers noch einmal – und ist überrascht. 

Das Kapital enthält ein Versprechen, das nach wie vor Leser anlockt. Sie wollen wissen, wie sich die vielen Paradoxien unserer Zeit erklären lassen. Maschinen übernehmen menschliche Arbeit, und trotzdem klagt alle Welt über Burn-out. Oder: Mit welchem Recht kassieren ehemalige Manager Tag für Tag mehrere Tausend Euro Rente, während andere Menschen nicht zurechtkommen, obwohl sie zwei Jobs gleichzeitig erledigen? Und das sind nicht die einzigen Widersprüche.

Für mich ist die Lektüre des Kapitals auch deswegen interessant, weil sie eine Wiederbegegnung ist: mit einer untergegangenen Welt, der Welt der sogenannten Achtundsechziger. In die geriet ich als Jugendlicher, und es dauerte nicht lange, bis ich an "Kapital- Schulungen" teilnahm und diese später für ein paar Jahre auch selbst leitete. Die blauen Bände des Kapitals waren subventionierte Ware aus der DDR; abgesehen vom ersten Band, handelte es sich um die von Friedrich Engels nach Marx’ Tod herausgegebenen Fassungen.

Mittlerweile existiert das Material auch in jener ursprünglichen Form, in der Karl Marx es als Manuskript hinterlassen hatte (als Teil der "Marx-Engels-Gesamtausgabe", treffend mit MEGA abgekürzt). Aber für meinen Zweck der Wiederbegegnung habe ich es mir erspart, diese nunmehr 15 Bücher zu durchpflügen. Die rund 4000 Seiten der alten DDR-Ausgabe sollten mir genügen.

Die besorgte ich mir allerdings neu. Mein Kapital von einst besitze ich noch, aber darin ist fast jeder zweite Satz angestrichen, denn meine Freunde und ich glaubten uns am Quell der reinen Wahrheit. Kritik daran kam uns rückständig vor, ja lächerlich. Dass aus der 68er-Bewegung ausgesprochen autoritäre, ja sogar terroristische Gruppen hervorgingen, hatte mit diesem Wahn zu tun, sich im Besitz einer unwiderlegbaren Lehre zu glauben.

mehr:
- So kommen Sie durchs "Kapital" (Gero von Random, ZON, 09.02.2017)

Die Deutschen II Karl Marx und der Klassenkampf {43:05}

Doku Maus
Veröffentlicht am 12.05.2014



Zerstört Sich Der Kapitalismus Selbst Marx Reloaded Arte Doku Hd {52:19}

Lee Juerga
Veröffentlicht am 15.08.2015
Doku Deutsch 2015.


Der Kapitalismus - Und wenn Karl Marx doch Recht gehabt hätte {52:34}

Bernd Brot
Veröffentlicht am 01.05.2015
Obwohl immer wieder scharf kritisiert, hat der Kapitalismus als herrschendes Wirtschaftssystem auch die jüngste Wirtschafts- und Bankenkrise überlebt und diktiert unsere Lebensbedingungen. Zeit, sich wieder einmal näher mit den Grundsätzen dieser Wirtschaftsordnung auseinanderzusetzen. In sechs Folgen wirft ARTE deshalb einen Blick auf die Geschichte und die Entwicklungen des Kapitalismus. Diese Folge beschäftigt sich mit den Hintergründen der Kapitalismusanalyse von Karl Marx. Ist seine Kapitalismusanalyse nicht weiterhin eine der scharfsinnigsten Auseinandersetzungen mit der modernen Welt überhaupt?