Donnerstag, 31. Oktober 2013

1667: Der Kurfürst von Sachsen legt den 31. Oktober als Reformationstag fest

Der große Tag der Protestanten 

Der Reformationstag ist dem Theologen Martin Luther (1483-1546), der Entstehung der evangelischen Kirche und den Grundlagen ihres Glaubens gewidmet. Das Datum, an dem die Protestanten diesen Feiertag begehen, variierte zunächst, so wurde er etwa an Luthers Geburts- oder Todestag gefeiert. 1667 entschied Sachsens Kurfürst Johann Georg, dass der Reformationstag am 31. Oktober zu feiern sei. 
 
Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen (rechts)
mit dem Kurfürsten von Brandenburg, Friedrich Wilhelm,
zeitgenössisches Gemälde

Der Kurfürst wählte den Tag, an dem Martin Luther seine 95 Thesen zum Ablass veröffentlichte, was als Beginn der Reformation angesehen wird. Die in Latein verfassten Thesen waren – den Gepflogenheiten der Zeit entsprechend – als Aufforderung zum akademischen Disput gemeint. Ob der Reformator die Thesen auch an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen hat, ist umstritten.* Nachdem es lange üblich war, den Anschlag ins Reich der Legende zu verweisen, lebte die Diskussion vor einigen Jahren infolge eines Handschriftenfundes wieder auf. In einer Luther-Bibel von 1540 fand sich eine Notiz des Theologen und Luther-Zeitgenossen Georg Rörer: »Im Jahr 1517 am Vorabend von Allerheiligen sind in Wittenberg an den Türen der Kirchen die Thesen über den Ablass von Doktor Martin Luther vorgestellt worden.« 

Luthers 36. These 
Jeder Christ, der wirklich bereut, hat Anspruch auf völligen Erlass von Strafe und Schuld, auch ohne Ablassbrief.
Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013 


Mittwoch, 30. Oktober 2013

Vor 1300 Jahren – 672-735: Der Gesschichtsschreiber Beda Venerabilis

Historia Ecclesiastica Gentis Anglorum 

 Die »Kirchengeschichte des englischen Volkes«, die Beda Venerabilis (672/73-735) um 731 vollendete, ist eine der wichtigsten Quellen für die englische Geschichte vor dem 8. Jahrhundert. Die Darstellung des »ehrwürdigen« Beda, der Priester, Benediktinermönch und Kirchenlehrer war, ist ein Werk von religiösem Gehalt, getragen vom Glauben an die Kirche als kultureller und spiritueller Kraft. Sie enthält aber auch eine Vielzahl an historischen Informationen über das politische und gesellschaftliche Leben in England und setzte mit ihrer intellektuellen Qualität einen hohen Standard für die Geschichtsschreibung im frühen Mittelalter
 
Beda, William of York und Cuthbert von Canterbury,
Fenster der All Saints Church in York

Nach einer kurzen Einführung befasst sich Beda zunächst mit der Zeit der römischen Herrschaft und widmet sich dann ausführlich der Christianisierung der Angelsachsen. Auch die Entwicklung der verschiedenen Königreiche wird recht eingehend behandelt. Die Darstellung führt bis in seine eigene Epoche. Die Kirchengeschichte des Beda war eines der ersten historischen Werke, das durchgehend die Datierung nach Christi Geburt verwendet. 

Werke Bedas 
Bücher zur Bibel
Bücher zur Liturgie
Werke zur Rhetorik 
 Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 

Dienstag, 29. Oktober 2013

Geschichtsfrage

Wann schloss sich eine Reihe deutscher
Staaten zum »Rheinbund« zusammen?


1806
1848
1871


Montag, 28. Oktober 2013

Heute vor 40 Jahren – 28. Oktober 1973: Beginn des Öl-Embargos der OPEC-Staaten

OPEC-Länder nutzen Erdöl als Waffe 

Autobahnkreuz Duisburg-Kaiserberg während des zweiten
sonntäglichen Fahrverbots infolge des Öl-Embargos, 2.12.1973


Wie ein Schock traf das Sonntagsfahrverbot im Herbst 1973 die Bundesbürger: Nicht nur, dass der Deutschen liebstes Stück in der Garage bleiben musste, die leeren Straßen führten zum ersten Mal nach dem Krieg vor Augen, dass die globalen Energiereserven, auf denen der Wohlstand basierte, nicht unerschöpflich waren und das Funktionieren der Wirtschaft weitgehend von importiertem Erdöl abhing. Ökonomen prophezeiten das Ende von Wachstum und Wohlstand. Als Sofortmaßnahmen beschloss die Regierung unter Willy Brandt u. a. ein Tempolimit und vier autofreie Sonntage. 

 

Die erste Ölkrise war eine unmittelbare Folge des Yom-Kippur-Kriegs im Nahen Osten (6.-26.10.1973), in welchem Ägypten und Syrien Israel angegriffen hatten. Die arabischen Staaten, die einen großen Teil des Ölmarkts kontrollierten, entdeckten das Erdöl als Druckmittel gegen die Freunde Israels. Sie kündigten an, die Erdölförderung zu reduzieren. Gegen die USA und die Niederlande wurde ein totaler Lieferboykott verhängt, andere Länder erhielten nur noch 75% der vorherigen Menge, und der Preis für das Öl stieg drastisch. Die westliche Welt stürzte in die größte Krise seit den 1930er-Jahren. 

 Folgen der Ölkrise in Westdeutschland 
der Preis für Rohöl stieg um das Vierfache 
1973 und 1974 stiegen die Verbraucherpreise um 6,9% 
1974 »Nullwachstum« der Wirtschaft 
 Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013 

Sonntag, 27. Oktober 2013

Geschichtsfrage

Womit ging der Arzt William Morton
in die Geschichte der Medizin ein?


Einführung der Äthernarkose
Einführung der Eimalhandschuhe
Entdeckung der Blutgruppen

Samstag, 26. Oktober 2013

Lou Reed – Endless Circle







The bias of the father runs on through the son
Leaving him bothered and bewildered
The drugs in his veins only cause him to spit
At the face staring back in the mirror

Die Neigung des Vaters läuft weiter durch den Sohn
und läßt ihn belästigt und verwirrt zurück
Die Drogen in seinen Adern veranlassen ihn nur zu spucken
Auf das Gesicht, das aus dem Spiegel zurückstarrt

How can he tell a good act from the bad?
He can't even remember his name
How can he do what needs to be done
When he's a follower and not a leader?
Wie kann er eine gute Tat vom Schlechten unterscheiden?
Er kann sich noch nicht mal an seinen Namen erinnern
Wie kann er tun, was getan werden muß
Wenn er ein Gefolgsmann und nicht ein Führer ist?

The sickness of the mother runs on through the girl
Leaving her small and helpless
Liquor flies through her brain with the force of a gun
Leaving her running in circles
Die Krankheit der Mutter läuft weiter durch das Mädchen
und läßt es klein und hilflos zurück
Schnaps fliegt durch ihr Gehirn mit der Kraft eines Gewehrs
und läßt sie im Kreise laufend zurück

How can she tell a good act from the bad
When she's flat on her back in her room?
How can she do what needs to be done
When she's a coward and a bleeder?
Wie kann sie eine gute Tat vom Schlechten unterscheiden ?
Wenn sie in ihrem Zimmer flach auf dem  Rücken liegt?
Wie kann sie tun, was getan werden muß
Wenn sie ein Feigling und ein Ablaßventil ist?

The man if he marries will batter his child
And have endless excuses
The woman sadly will do much the same
Thinking that it's right and it's proper
Der Mann, wenn er heiratet, wird sein Kind verprügeln
Und hat endlose Entschuldigungen
Die Frau wird traurig ziemlich dasselbe tun
Und denken, dass es richtig und sauber ist 

Better than their mommy or their daddy did
Better than the childhood they suffered
The truth is they're happier when they're in pain
In fact, that's why they got married
Besser als es ihre Mami oder ihr Vati getan haben
Besser als die Kindheit, die sie erlitten
Die Wahrheit ist: sie sind glücklicher, wenn sie in Schmerz sind
In Wirklichkeit haben sie deswegen geheiratet



Weil Reed als Jugendlicher mutmaßlich homoerotische Phantasien hatte, rebellierte und aufsässig war, wurde er von seinen Eltern in psychiatrische Behandlung geschickt, bei der er Elektroschocks erhielt. Diese Jugenderlebnisse verarbeitete er in späteren Liedern, unter anderem in Kill Your Sons. Reed beschrieb diese Phase seines Lebens folgendermaßen: „Sie steckten dir was in den Mund und brachten Elektroden an den Kopf und jagten Strom durch deinen Kopf, und anschließend fühltest du dich wie weichgekochtes Gemüse“.[2] (Wikipedia)

Posttraumatische Belastungsstörung bei Kindern und Jungendlichen (Wikipedia)

„Ich habe versucht, von den Drogen loszukommen, indem ich getrunken habe”, sagte Lou Reed 1992. „Das hat nicht geklappt.”

„Ein Dokumentarfilm? Es ist ein Akt der Liebe“ (faz.net)

einige ZEIT-Artikel über Lou Reed:
Lou Reed ist tot
Der Disharmonische
Die "Wild Side" und das Leben danach
mehr


Freitag, 25. Oktober 2013

Geschichtsfrage

Wie nannte der Volksmund jene Dokumente, die einstigen NSFSP-Mitgliedern in der Nachkriegszeit »untadeliges Verhalten« während der Zeit des Regimes bescheinigten?


Arielbillet
Persilschein
Omoausweis

Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Heute vor 50 Jahren – 24. Oktober 1963: Grubenunglück in Lengede

Das Wunder von Lengede 

Heute vor 50 Jahren, am 24. Oktober 1963, brach auf der Eisenerzgrube im niedersächsischen Lengede gegen 20 Uhr ein oberirdischer Klärteich ein. 500.000 m3 Wasser und Schlamm überfluteten in der Folge die Stollen des Schachts Mathilde, in denen 129 Bergleute arbeiteten. In den folgenden Stunden konnten sich 79 von ihnen über Wetterbohrlöcher und Schächte in Sicherheit bringen.



Eine der größten Rettungsaktionen in der Geschichte des Bergbaus lief an, bis zum 2. November gelang die Rettung von zehn weiteren Kumpeln, dann wurden die Arbeiten eingestellt. Niemand glaubte mehr daran, dass es unter Tage noch Überlebende geben könne. Ein Hauer aber ließ nicht locker, verwies auf alte Abbruchstollen und so wurde noch eine Suchbohrung durchgeführt. Ungewollt verlief diese Bohrung schräg statt senkrecht und der Zufall machte das »Wunder von Lengede« möglich: In einer kleinen Höhle hatten elf Bergleute überlebt, die sich nun mit Klopfzeichen bemerkbar machten. Das gesamte technische Gerät wurde wieder zurückbeordert. 14 Tage nach dem Unglück wurden die Verschütteten mit einer Rettungsbombe zurück ans Tageslicht gebracht.

Lebendig begraben: Das Unglück von Lengede (bei NDR)

Was am 24.10. noch geschah:
1147: Nach langer Belagerung erobert ein Kreuzfahrerheer die Stadt Lissabon von den Mauren zurück. (=> Wikipedia-Artikel)
Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Heute vor 30 Jahren – 23. Oktober 1983: Anschlag auf US-Stützpunkt in Beirut

Terrorangriff auf multinationale Militärmission

Zwischen 1975 und 1990 tobte ein erbitterter Bürgerkrieg im Libanon. Zur Eindämmung der Gewalt wurden ab 1982 Kräfte der Multinational Force (MNF) im Land stationiert, an der sich Einheiten aus den USA, Großbritannien, Frankreich und Italien beteiligten. Die arabischen Nationalisten stellten die Neutralität der MNF bald infrage. Als Amerikaner und Franzosen zur Unterstützung der libanesischen Armee im September 1983 Luftschläge gegen schiitische Stellungen flogen, warnten Politiker vor Vergeltungsanschlägen. 
 
Marines der US-Armee auf der Suche nach Opfern,
Beirut, Libanon, Oktober 1983
Heute vor 30 Jahren, am 23. Oktober 1983, durchbrach ein Selbstmordattentäter mit einem Lieferwagen die Absperrungen zum Hauptquartier einer US-Marinedivision am Beiruter Flughafen, raste in die Eingangshalle und zündete die Bombe. Der viergeschossige Betonbau brach unter der Wucht der Explosion zusammen. Nur wenige Sekunden später wurde ein Anschlag auf das Quartier einer französischen Fallschirmjägereinheit verübt. Bei den Attentaten starben 241 amerikanische und 59 französische Soldaten, zudem einige Zivilisten. Wer für die Anschläge verantwortlich war, konnte nicht geklärt werden. Sowohl die Hisbollah als auch der Iran und Syrien bestritten jegliche Beteiligung. 


Hisbollah
arabisch für »Partei Gottes«
Zusammenschluss schiitischer Gruppen 
ab 1982 in vielen Staaten als Terrororganisation eingestuft 
 Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 

Dienstag, 22. Oktober 2013

Vor 1000 Jahren – 11.-12. Jh.: Das Normannenreich in Süditalien

Normannenstaat am Mittelmeer 

Zu Beginn des 11. Jahrhunderts glich das süditalienische Festland einem Flickenteppich aus Kleinstaaten, die unterschiedlichsten Herren unterstanden, auf Sizilien regierten die Mauren. Normannische Ritter, die das Land auf Pilgerreisen durchquerten, fanden Gefallen an der landschaftlich schönen Region, fassten zunächst als Söldner Fuß und holten Abenteurer aus der heimischen Normandie ins Land. Ab 1038 eroberten die Normannen nach und nach Kalabrien, Apulien, Salerno und Capua, um 1060 drangen sie auch nach Sizilien vor. 
 
Cappella Palatina im Normannenpalast/Palazzo Reale in Palermo, Italien

Um 1100 war Süditalien ein normannisches Königreich geworden, Roger de Hauteville (1031-1101) fungierte als selbst ernannter Graf von Sizilien. Seinem Sohn Roger II. (1097-1154) verlieh der Papst 1130 den Königstitel. Durch den florierenden Handel mit Mauren und Byzantinern entwickelte sich ein blühender Normannenstaat. Die normannischen Könige residierten im Palazzo Reale, im sogenannten Normannenpalast in Palermo. Von der Macht und der Kultur des Normannenstaates legt die prächtige, nach 1132 errichtete Cappella Palatina im Palazzo Reale ein beredtes Zeugnis ab. Die normannische Herrschaft endete, als 1194 der deutsche Kaiser Heinrich VI. (1165-1197) Süditalien eroberte

Was am 21. Oktober noch geschah: 
1850: Die Staaten des Deutschen Bundes führen die Passkarte als Ausweisdokument ein. 
Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 

Montag, 21. Oktober 2013

Jacques Brel, Le moribond

Für Charles…




Adieu l’Émile je t’aimais bien
Adieu l’Émile je t’aimais bien, tu sais
On a chanté les mêmes vins
On a chanté les mêmes filles
On a chanté les mêmes chagrins
Adieu l’Émile je vais mourir
C’est dur de mourir au printemps, tu sais
Mais j’pars aux fleurs la paix dans l’âme
Car vu qu’t’es bon comme du pain blanc
Je sais qu’tu prendras soin d’ma femme
J’veux qu’on rie
J’veux qu’on danse
J’veux qu’on s’amuse comme des fous
J’veux qu’on rie
J’veux qu’on danse
Quand c’est qu’on m’mettra dans l’trou




Adieu Curé je t’aimais bien
Adieu Curé je t’aimais bien, tu sais
On n’était pas du même bord
On n’était pas du même chemin
Mais on cherchait le même port
Adieu Curé je vais mourir
C’est dur de mourir au printemps, tu sais
Mais j’pars aux fleurs la paix dans l’âme
Car vu que t’étais son confident
Je sais qu’tu prendras soin d’ma femme



Adieu l’Antoine je t’aimais pas bien
Adieu l’Antoine je t’aimais pas bien, tu sais
J’en crève de crever aujourd’hui
Alors que toi tu es bien vivant
Et même plus solide que l’ennui
Adieu l’Antoine je vais mourir
C’est dur de mourir au printemps, tu sais
Mais j’pars aux fleurs la paix dans l’âme
Car vu que tu étais son amant
Je sais qu’tu prendras soin d’ma femme


Adieu ma femme je t’aimais bien
Adieu ma femme je t’aimais bien, tu sais
Mais je prends l’train pour le bon Dieu
Je prends le train qui est avant l’tien
Mais on prend tous le train qu’on peut
Adieu ma femme, je vais mourir
C’est dur de mourir au printemps, tu sais
Mais j’pars aux fleurs les yeux fermés, ma femme
Car vu qu’j’les ai fermés souvent
Je sais qu’tu prendras soin d’mon âme
J’veux qu’on rie
J’veux qu’on danse
J’veux qu’on s’amuse comme des fous
J’veux qu’on rie
J’veux qu’on danse
Quand c’est qu’on m’mettra dans l’trou

Leb wohl Émile, ich mochte dich gern
Leb wohl Émile, du weißt, ich mochte dich gern
Wir haben zu denselben Weinen gesungen
Wir haben dieselben Mädchen besungen
Wir haben über denselben Kummer gesungen
Leb’ wohl Émile, ich werde sterben
Du weißt, es ist hart, im Frühling zu sterben
Aber ich gehe in die Blumen mit Frieden in der Seele
Weil ich gesehen habe, dass du gut bist wie Weißbrot
Weiß ich, dass du dich um meine Frau kümmern wirst
Ich will, dass man lacht
Ich will, dass man tanzt
Ich will, dass man sich wie verrückt amüsiert
Ich will, dass man lacht
Ich will, dass man tanzt
Wenn es darum geht mich ins Loch zu legen

Leb wohl Pfarrer, ich mochte dich gern
Leb wohl Pfarrer, du weißt, ich mochte dich gern
Wir vertraten nicht die gleichen Anschauungen
Wir gingen nicht auf demselben Weg
Aber wir suchten denselben Hafen
Leb wohl Pfarrer, ich werde sterben
Du weißt, es ist hart, im Frühling zu sterben
Aber ich gehe in die Blumen mit Frieden in der Seele
Weil ich gesehen habe, dass du ihr Vertrauter warst
Weiß ich, dass du dich um meine Frau kümmern wirst

Leb wohl Antoine ich mochte dich nicht
Leb wohl Antoine, du weißt, ich mochte dich nicht
Es bringt mich um, heute zu sterben,
Während du sehr lebendig bist
Und das noch fester als die Langweile
Leb wohl Antoine, ich werde sterben
Du weißt, es ist hart, im Frühling zu sterben
Aber ich gehe in die Blumen mit Frieden in der Seele
Weil ich gesehen habe, dass du ihr Geliebter warst
Weiß ich, dass du dich um meine Frau kümmern wirst

Leb wohl meine Frau, ich mochte dich gern
Leb wohl meine Frau, du weißt, ich mochte dich gern
Aber ich nehme den Zug zum lieben Gott
Ich nehme den Zug vor deinem
Aber wir nehmen alle den Zug, den man kriegen kann
Leb wohl meine Frau, ich werde sterben
Du weißt, es ist hart, im Frühling zu sterben
Aber, meine Frau, ich gehe in die Blumen ohne hinzusehen,
Weil ich gesehen habe, dass ich sie oft geschlossen habe
Weiß ich, dass du dich um meine Seele kümmern wirst
Ich will, dass man lacht
Ich will, dass man tanzt
Ich will, dass man sich wie verrückt amüsiert
Ich will, dass man lacht
Ich will, dass man tanzt
Wenn es darum geht mich ins Loch zu legen





Sonntag, 20. Oktober 2013

Vor 700 Jahren: Die »alten Fremden« verschwinden

Geheimnisvolles Volk Nordamerikas: Die Anasazi

Als im 19. Jahrhundert die ersten Siedler in den Südwesten Nordamerikas vordrangen, stießen sie im Vierländereck von Colorado, Utah, Arizona und New Mexico auf die Ruinen gewaltiger Steinbauten und Felsendörfer. Zunächst nahm man an, dass es sich dabei um die Hinterlassenschaft mittel- und südamerikanischer Völker handelte. Langsam nur setzte sich die Erkenntnis durch, dass in dieser unwegsamen Region mit extremen Klimabedingungen ein bisher unbekanntes Volk mit einer entwickelten Kultur gelebt hatte.
File:Mesa Verde1.jpg
Cliff Palace im Mesa-Verde-Nationalpark
 Bis heute weiß man nicht, woher dieses Volk kam, wie es sich selbst nannte und warum es Ende des 13. Jahrhunderts plötzlich verschwand. Navajo-Indianer, die später in die Region vordrangen, nannten die einstigen Erbauer der nun verlassenen Steinstädte »Anasazi«, die »alten Fremden«, Die Anasazi lebten zunächst in Grubenhäusern, ehe sie vielräumige oberirdische Lehm- und Steingebäude errichteten. Ab 900 entstanden mehrstöckige Dorfanlagen, die vornehmlich im Schutz der Felsüberhänge von Canyons angelegt wurden. Der Mesa-Verde-Nationalpark in Colorado schützt heute die Spuren des rätselhaften Volks. 
Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 

Samstag, 19. Oktober 2013

Pete Townshend – In the Ether

In the Ether

In the ether, I hang suspended
I wait for you, and I know you're near
And this high heaven, my world's appended
I feel raw passion, I feel no fear

I'm dizzy with love but you never appear
In the gloom of this room, of this cell down here

And oh, this place isn't truly real
And that locked my love, it expands and sprays
The light will find me, bend to warn me
You are my root to the billion days

I'm drunk with you and I can't explain
Who or where I am, oh, how I'm in pain

Rocking, rocking me, rhythm is shocking me
Just like a child in your fist, you are knocking me
Rocking and rocking, oh, autistic caged
I am rocking and rocking and rocking and wretched

I'm drunk with you and I can't explain
Who or where I am, oh, how I'm in pain

In the ether, in the ether

In the ether, I wait for you
Hanging in this mist that I know isn't real
There is nothing there, there's no you, no me
Even love, it's crazy, I still appeal

This is heavenly hell, I appear insane
I have no idea who there is to blame


siehe auch:
- Titelstory: Die erstaunliche Reise zur Erkenntnis (Carsten Wohlfeld, Classic Rock, 31.03.2014)
- Mark Wilkerson, Who Are You: The Life Of Pete Townshend (GoogleBooks)
aktualisiert am 04.09.2015

Freitag, 18. Oktober 2013

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Heute vor 200 Jahren – 17. Oktober 1813: Georg Büchner wird geboren

»Friede den Hütten, Krieg den Palästen« 

Der heute vor 200 Jahren geborene Schriftsteller Georg Büchner (1813-1837) wurde nur 23 Jahre alt, und doch hinterließ er ein Werk, das bahnbrechend für die Dramatik [Vormärz] war und ein leidenschaftliches Plädoyer gegen Tyrannei und für mehr Demokratie hielt. In Gießen gründete Büchner 1834 die radikaldemokratische Gesellschaft für Menschenrechte. Gemeinsam mit Friedrich Ludwig Weidig gab er im selben Jahr die revolutionäre Flugschrift »Der Hessische Landbote« heraus, die den viel zitierten Frieden für die Hütten der kleinen Leute forderte und die Landbevölkerung aufrütteln sollte. 
 
Portrait Büchners als Freimaurer, Gemälde, um 1830

Im März 1835 musste Büchner nach Straßburg fliehen, da ihm in Deutschland wegen »Teilnahme an staatsverräterischen Handlungen« die Inhaftierung drohte. 1936 zog er nach Zürich. Dort entstand das Fragment gebliebene Drama »Woyzeck«, das die Tragödie eines Menschen aus der untersten Schicht zeigt und den Beginn des sozialen Dramas in Deutschland markiert. 


Es nahm großen Einfluss auf die deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts und gilt als Vorläufer von Realismus und Expressionismus. Nach Georg Büchner, der 1837 an Typhus starb, ist der bedeutendste deutsche Literaturpreis benannt. 

Werke Büchners 
Dantons Tod, Drama 1835 
Leonce und Lena, Lustspiel 1835 
Lenz, Novelle 1835 
Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Heute vor 50 Jahren – 16. Oktober 1963: Ludwig Erhard wird zum Bundeskanzler gewählt

»Der Vater der D-Mark« übernimmt das Ruder 

Dass ein kompetenter und erfolgreicher Wirtschaftsminister nicht unbedingt einen ebensolchen Bundeskanzler abgibt, dafür steht die Person des CDU-Politikers Ludwig Erhard (1897-1977). Schon 1949 von Kanzler Konrad Adenauer als Bundesminister für Wirtschaft in die Regierung berufen, sind sein Name und sein Modell der sozialen Marktwirtschaft eng mit dem deutschen Wirtschaftswunder verbunden. Auf politischem Feld agierte der stets Zigarre rauchende Minister weit weniger glücklich. 
 
Ludwig Erhard (3. v. r.) mit seinem Kabinett bei
Bundespräsident Heinrich Lübke, 17.10.1963

Seit dem Bundestagswahlkampf von 1961 galt Erhard als voraussichtlicher Nachfolger Adenauers und so wurde er einen Tag nach dem Rücktritt des Kanzlers am 16. Oktober 1963, heute vor 50 Jahren, zum zweiten Bundeskanzler der Bundesrepublik gewählt. Viele Parteigenossen, allen voran Adenauer, hielten ihn nicht für den richtigen Mann an der Spitze und "der Alte" begann bald mit der Demontage Erhards. Obwohl er für die CDU bei der Bundestagswahl 1965 ein sehr gutes Ergebnis erreichte, führten innerparteiliche Differenzen in außenpolitischen und finanzpolitischen Fragen zum Verlust der Führungskraft. Am 1. Dezember 1966 trat Erhard zurück. 

Was am 16. Oktober noch geschah: 
1865: In Leipzig wird auf einer Frauenkonferenz der Allgemeine Deutsche Frauenverein gegründet. 
 Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 

Heute vor 167 Jahren – 16. Oktober 1846: die erste öffentliche Äthernarkose

Endlich schmerzfrei operieren 

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts gab es nur eingeschränkte Möglichkeiten, Patienten bei Operationen die Schmerzen oder sogar gezielt das Bewusstsein zu nehmen. Zwar war schon in der Antike mit diversen Säften und Kräutern, im Mittelalter mit betäubenden Substanzen wie Alkohol oder Morphium experimentiert worden, doch die Dauer und Intensität der Wirkung waren kaum einzuschätzen. Was den Patienten blieb, war die Hoffnung, bei der Operation möglichst schnell in Ohnmacht zu fallen. 
Daguerreotypie des für die Fotografen Southworth & Hawes
nachgestellen Eingriffes im später als „Äther-Dom
bekannt gewordenen Operationsaal in Boston.[67]
(aus Wikipedia)
 Die Geburtsstunde der Anästhesie schlug 1846 am Massachusetts Hospital in Boston. An jenem Glückstag für alle Patienten demonstrierte der Zahnarzt William Morton seine Äthernarkose: Er ließ einen Patienten Luft aus einem Glaskolben einatmen, in dem ein äthergetränkter Schwamm lag. Dann entfernte ein anderer Arzt erfolgreich einen Tumor am Unterkiefer des Patienten, ehe dieser wieder aufwachte. Der Patient teilte den Anwesenden freudig mit, keine Schmerzen gefühlt zu haben. Diese Möglichkeit, schmerzfrei zu operieren, revolutionierte die Medizin, insbesondere die Chirurgie. 
Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 

Dienstag, 15. Oktober 2013

Strompreise, Subventionen und Halbwahrheiten

Die Tagesschau meldet:
»Verbraucher in Deutschland müssen sich auf spürbare Strompreiserhöhungen einstellen. Die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien steigt 2014 um knapp einen Cent auf 6,24 Cent je Kilowattstunde. Und dies dürfte nicht der letzte Anstieg sein.« (vollständiger Artikel auf tagesschau.de)
Weiter heißt es in dem Artikel:
»[Der Börsenpreis für Strom] ist wegen des großen Angebots an Wind- und Sonnenenergie drastisch gefallen. Die EEG-Umlage gleicht den Unterschied zwischen dem Börsenpreis und dem Garantiepreis für die Ökostromlieferanten aus. Das führt zu dem bizarren Effekt, dass 1 Cent weniger Geld für Strom an der Börse bedeutet, dass die Kilowattstunde für den Verbraucher um 0,4 Cent teurer wird.«

Die Tendenz ist klar: Öko macht den Strom teurer.

ZEIT-Online zoomt auf:
»Kohle, Gas und Atom werden stärker gefördert als Erneuerbare: Die Zahlen dazu sind aus einem EU-Bericht gestrichen. Oettinger passten sie offenbar nicht ins Konzept.« (EU-Kommissar Oettinger schönt Subventionsbericht vom 14.10.2013)
Weiter heißt es in dem Artikel:
»Auf Seite zwei des ursprünglichen Entwurfs führen die Beamten aus, die 27 Staaten der Europäischen Union hätten erneuerbare Energien mit 30 Milliarden Euro an Staatsgeld gefördert. Weitaus stärker seien herkömmliche Energien unterstützt worden: mit 35 Milliarden Euro nukleare Anlagen und mit 26 Milliarden Euro fossile Kraftwerke. Indirekt sei die Energieerzeugung aus Kohle und Gas sogar mit weiteren 40 Milliarden Euro gefördert. In einer Fußnote wird laut SZ darauf hingewiesen, dass die nationalen Regierungen diese Summe jährlich aufbringen müssen, um soziale und gesundheitliche Folgen abzudecken. Insgesamt bezuschussten die Regierungen die Energiebranche mit mehr als 130 Milliarden Euro jährlich, wovon aber nur 30 Milliarden Euro an grüne Kraftwerke gehen.«

»Mit Milliarden fördern Regierungen weltweit Kohle, Öl und Atomkraft. Ursprünglich wollten sie die Subventionen zurückführen – doch das gelingt nicht. Sie steigen rasant.« ist in dem Artikel
»Der Subventionswahn ist ungebrochen« (ZEIT Online vom 14.10.2013) zu lesen.
Weiter:
»Die Bilanz im Jahr 2013 ist fatal. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) sind die Subventionen für fossile Brennstoffe, also für Öl, Gas und Kohle, auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Sie betrugen 2011 laut World Energy Outlook rund 523 Milliarden Dollar. Die erneuerbaren und damit klimafreundlichen Energien erhielten nur etwa ein Sechstel des Betrags (88 Milliarden Euro). Zum Vergleich: Im Jahr 2007 lagen die Subventionen für die Fossilen bei 342 Milliarden Dollar und für die Erneuerbaren bei 39 Milliarden Dollar.«

Ein Streitpunkt bei der Förderung erneuerbarer Energien ist die Befreiung von der Abgabe.
Beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle lassen sich Excel-Tabellen herunterladen, in denen die in den Jahren 2009 bis 2012 von der EEG-Umlage befreiten Unternehmen aufgelistet sind.

Auf der ökologischen Plattform der »Linken« ist zu lesen:
»Wie aber eine Studie des Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag von Greenpeace zeigt (siehe “Verbraucher zahlen versteckte Konventionelle-Energien-Umlage für Kohle- und Atomstrom“), können die Preise für erneuerbare Energien deutlich gesenkt werden. Die 3,5 Cent pro Kilowattstunde, die ein deutscher Durchschnittshaushalt als EEG-Umlage zahlt, können durch die Beseitigung der Ausnahmen für die Industrie allein um insgesamt 0,8 Cent reduziert werden.
Die Industrie hat einen Anteil von 18 Prozent am Stromverbrauch aber aufgrund der Ausnahmeregelung ist ihr Anteil an den Kosten zur Förderung der Erneuerbaren Energien nur 0,3 Prozent. 2013  werden die reinen Kosten zur Förderung des Ausbaus von Wind- und Sonnenenergie nach Angaben des Bundesverbands für Erneuerbare Energien (BEE) nur um 0,2 Cent pro Kilowattstunde steigen.« 

(Welche Unternehmen bezahlen die EEG-Umlage NICHT? Rettet die Energiewende…

In dem von dort verlinkten Artikel »Verbraucher zahlen versteckte Konventionelle-Energien-Umlage für Kohle- und Atomstrom« ist zu lesen:
»Konventionelle Energien wie Kohle und Atom verursachen deutlich mehr Kosten, als auf der Stromrechnung ausgewiesen werden. Verbraucher zahlen diese versteckten Zusatzkosten unter anderem über Steuern und Abgaben. Würde man die Kosten aufsummieren und auf die Verbraucher umlegen, läge diese Konventionelle-Energien-Umlage 2012 bei 10,2 Cent pro Kilowattstunde und wäre damit fast dreimal so hoch wie die derzeitige EEG-Umlage. Das ist das Ergebnis der Studie „Was Strom wirklich kostet“, die das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag der Energiegenossenschaft Greenpeace Energy und des Bundesverbands WindEnergie (BWE) erstellt hat.«


Über die Anhebung der EEG-Umlage wird gesprochen, über die Förderung umweltschädlicher Energieformen und die Unternehmen, die von der Umlage befreit sind, nicht. Darüber, daß die an der Strombörse gesunkenen Beschaffungskosten von den Stromversorgern nicht an den Verbraucher weitergegeben werden, auch nicht:

»Würden die Versorger ihre sinkenden Einkaufspreise nun an die Verbraucher weitergeben, könnte dies den Anstieg der EEG-Umlage fast vollständig kompensieren. Doch die Versorger denken nicht dran. In der sogenannten Grundversorgung geben sie ihre Ersparnisse beim Einkauf überhaupt nicht an Endkunden weiter, dies wurde erst im März erneut in einer Studie für die Denkfabrik Agora Energiewende nachgewiesen. Denn die Grundversorgung ist der einzige Tarif, zu dem Stromversorger grundsätzlich allen Kunden Elektrizität liefern müssen. Viele Sozialhilfeempfänger bekommen nur zu diesen Konditionen Strom, denn wer einen Schufa-Eintrag hat, wird von den Billiganbietern oft gar nicht beliefert. Es gibt also kaum Gefahr, dass sie in einen anderen Tarif wechseln - und damit kaum Wettbewerb.«
Weiter heißt es in dem Artikel:
»Nicht nur von den Unternehmen wird der Verbraucher geschröpft, sondern auch von der Politik. Diese hat die Umsetzung der Energiewende jahrelang schleifen lassen - und ihre Verfehlungen gleich mehrfach auf die Verbraucher abgewälzt.
Aktuelles Beispiel: die sogenannten Netznutzungsentgelte. Auch diese dürften 2014 steigen. Und zwar unter anderem, weil die Regierung den Bau von Windrädern auf hoher See jahrelang so schlecht gemanagt hat, dass für fertige Parks zum Teil der Netzanschluss fehlt. Die Parkbetreiber bekommen nun teure Entschädigungen. Zahlen muss sie: der Verbraucher. Über die Netznutzungsentgelte. Das unabhängige Vergleichsportal Verivox geht von einem Anstieg von gut zehn Prozent aus.«
 (SPIEGEL Online: Steigende Umlage für Ökostrom: Der geschröpfte Verbraucher)

siehe auch:
- die Kommentare zur Tagesschau-Meldung,
- den Artikel »Der Verteilungskampf hat begonnen« (ZEIT Online vom 6.8.2013) und
- den Kommentar von Jürgen Döschner bei der Tagesschau »Lügen über Erfolgsmodell EEG-Umlage« (15.10.2013)


Donnerstag, 10. Oktober 2013

Vor 100 Jahren: Erdrutsch am Culebra Cut

Die amerikanische Wasserstraße 

Erdrutsche stellten eine der großen Gefahren beim Bau des Panamakanals dar. Nach dem größten im Jahr 1907, als am Culebra Cut 400.000 cm Erde in die ausgehobene Rinne stürzten, hielten viele sogar die Fertigstellung der künstlichen Wasserstraße zwischen Atlantik und Pazifik für unmöglich. Die Arbeiten gingen indes weiter und im August 1914 konnte der Kanal eröffnet werden. Er erwies sich als Segen für die Schifffahrt, machte er doch den langen Seeweg durch die Magellanstraße zwischen Südamerika und der Insel Feuerland überflüssig.

Erdrutsch am Culebra Cut während der Bauerbeiten am Panamakanal, 1913
 Nach den guten Erfahrungen beim Bau des Suezkanals hatte zunächst ein französisches Unternehmen damit begonnen, die Landenge von Panama mit einer Wasserstraße zu durchschneiden. 1881 wurden die Arbeiten aufgenommen, die in der tropischen Sumpflandschaft Mittelamerikas bald zum Desaster gerieten: 22.000 Arbeiter starben, bevor das Projekt 1889 eingestellt wurde. 1904 übernahmen die USA die Kontrolle über die Kanalzone für 40 Mio. US-Dollar. Bis 1914 starben noch einmal fast 6000 Menschen durch Unfälle und an Krankheiten. Als schließlich das erste Schiff den Kanal passierte, war in Europa der Erste Weltkrieg ausgebrochen und die Feierlichkeiten zur Einweihung wurden abgesagt.

Panamakanal
Länge: 81,6 km
Niveaudifferenz: 26 m
Tiefgang: max. 12 m 

Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Vor 55 Jahren – Tumulte bei Bill Haley-Konzerten

Rock ’n’ Roll sorgt für frische Luft

Mitte der 1950er-Jahre schwappte die Welle des Rock ’n’ Roll auch nach Deutschland. Die neue Musik aus Amerika, die so ganz anders war als alles, was die Heimat auf diesem Feld zu bieten hatte, hörten die Jugendlichen zunächst in den Soldatensendern. Sie wurde für viele zum Ventil für den angestauten Frust über die Restriktionen der kleinbürgerlichen Gesellschaft ihrer Eltern, die eben noch halb Europa in Schutt und Asche gelegt hatte und sich nun in Vorhaltungen über Moral, Anstand und »Affenmusik« erging. 



»Rock around the Clock«, »See you later Aligator«, »Crocodile Rock« – Bill Haley und seine Comets spulten im Oktober 1958 das ganze Programm ab und heizten den Fans in der Konzerthalle auf dem Stuttgarter Killesberg ordentlich ein. Als die Musiker nach einigen Zugaben von der Bühne gingen, kam es zu tumultartigen Szenen: Von der Empore flogen Stühle, einige Elektrisierte stürmten die Bühne und attackierten den Flügel. Ordner und Polizei brauchten eine Stunde, um die randalierenden Jugendlichen aus der Halle zu bringen. Bei Konzerten in Berlin, München und Jaburg eskalierte die Situation in jenem Heißen Herbst auf ähnliche Art.

Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013