Freitag, 5. Mai 2017

Wie die Massenmedien Meinung lenken

"unstrittig" vs. "umstritten" - Wie die Massenmedien Meinung lenken {15:48}

NuoViso.TV
Am 05.05.2017 veröffentlicht 
Als Dr. Michael Lüders, der bekannte Nah-Ost-Experte, am 5. April 2017 bei Markus Lanz seine Sicht der Dinge zum Giftgasangriff in Syrien erklärte, war der Moderator Lanz sichtlich beeindruckt von dieser Darstellung, entsprach sie doch gar nicht dem gewohnten transatlantisch verordneten Weltbild. Dr. Lüders erwähnte Vergleiche zum Giftgasangriff in Syrien von 2013, bei dem bis heute die wahre Täterschaft weiter unklar sei, genauso wie jetzt beim jüngsten Anschlag mit Giftgas in Syrien nicht mit vollkommener Sicherheit die Täterfrage geklärt sei.
So viel Abweichung vom Syrien-Narrativ der Massenmedien war dann wohl doch etwas zu viel, denn seit diesem Tag lässt sich eine Kampagne in den Massenmedien gegen Dr. Lüders erkennen. Den Auftakt dazu lieferte am 9. April 2107 die Moderatorin Anne Will, die Dr. Lüders mit einer ungewöhnlichen Berufsbeschreibung in ihrer Sendung vorstellte. Plötzlich war er kein Nah-Ost-Experte mehr, sondern ein Geschäftsmann, der durch seine abweichenden Analysen finanziell profitiert. Wer Vita und Expertise von Dr. Lüders kennt, konnte sofort erkennen welch hinterhältiger Angriff hier stattfand. Da die von ihm vorgebrachten Fakten schwerlich zu widerlegen sind, wird nach altem Rezept ein persönlicher Angriff gestartet und genau so eine konzertierte Aktion lässt sich nun beobachten. Zeitungen wie die FAS oder auch Spiegel-Online oder das Medienportal MEEDIA bedienen sich jetzt der Vokabel „umstritten“, wenn sie über Dr. Lüders berichten. Dies ist die Vorstufe zum Verschwörungstheoretiker und wird gern verwendet, um Themengebiete zu einem geistigen Sperrgebiet zu erklären. Wird jemand unbequem, dass gilt er eben als umstritten. Aber wenn neue Nachrichten Unruhe verursachen, dann sollte man sich nicht auf die Überbringer der Nachricht stürzen, sondern man sollte sich zuerst die Unruhestifter genauer ansehen.
Dass es auch anders geht, konnte man am 24. April bei der ARD sehen, als die Reportage „Tod einer Polizistin“ gezeigt wurde. Es ging um den Fall der 2007 ermordeten Polizistin Michele Kiesewetter. Der Film überraschte mit auffallend guter Recherche und brachte wirklich erstaunliche Fakten zu Tage, denn die Anzahl der Unstimmigkeiten bei diesem Fall macht einen doch sehr nachdenklich. Augenzeugen, deren Aussagen nicht aufgenommen wurden, Polizisten, die sich bei späteren Befragungen an nichts mehr erinnern wollten, Zeugen des Vorfalls, die plötzlich versterben usw, usf. Es entstand der Eindruck, dass gewisse Kreise auf keinen Fall wollen, dass der Fall je aufgeklärt wird und man den Mord an Michele Kiesewetter in die rechte Szene abschieben wollte. Der Fund der Mordwaffen im Wohnmobil des NSU-Trios erscheint unter diesen Umständen in einem ganz anderen Licht.
Gute Recherche, Aufklärung, alles was man von den Medien eigentlich erwarten sollte, präsentierte die ARD in dieser Dokumentation. Aber schon einen Tag später werden auch diese Filmemacher schon wieder angegriffen. Zu viel Wahrheit ist wohl nicht erwünscht ….
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„Unser Reichtum hat auch Schattenseiten“

Der 5. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung ist nicht nur in der Großen Koalition umstritten. Ganze Passagen wurden vor der Veröffentlichung umformuliert oder gestrichen. Armutsforscher Christoph Butterwegge nimmt zu den zentralen Kritikpunkten Stellung 

Herr Butterwegge, die Veröffentlichung des 5. Armuts- und Reichtumsberichts hat sich lange hingezogen. Offenbar gab es Meinungsverschiedenheiten in der Großen Koalition. Worum ging es da genau? 
Das betraf vor allem drei Streitpunkte: Erstens, ob zumindest ein sehr Reicher politisch einflussreicher ist als ein Armer. Dies ist eigentlich eine Banalität. Das entsprechende Unterkapitel über Lobbytätigkeiten wurde trotzdem aufgrund der Intervention des Kanzleramtes und des Finanzministeriums gestrichen. Der zweite Punkt betraf das, was als „Krise der politischen Repräsentation“ bezeichnet wird. Gemeint ist, dass sich sozial Benachteiligte resigniert aus dem öffentlichen Raum zurückziehen und sich kaum noch an politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen beteiligen. Das kann man festmachen an den Wahlbeteiligungen, die in Nobelquartieren bei Bundestagswahlen um fast 40 Prozentpunkte höher liegen als in „sozialen Brennpunkten“, wie abgehängte Stadtteile despektierlich genannt werden. Diesbezügliche Ergebnisse einer Untersuchung wurden zwar nicht entfernt, aber sehr stark zusammengestrichen. Der dritte Aspekt hat in der öffentlichen Diskussion weniger eine Rolle gespielt, ist aber auch nicht uninteressant: Es gab es in der Ursprungsfassung des Berichts die Feststellung, dass große soziale Ungleichheit das Wirtschaftswachstum und den Wohlstand einer Gesellschaft beeinträchtigt. Nach der Überarbeitung dieser Passage war bloß noch die Rede davon, dass die These umstritten und empirisch nicht erwiesen sei.
mehr:
- Soziale Ungerechtigkeit: „Unser Reichtum hat auch Schattenseiten“ (Lena Guntenhöner im Interview mit Christoph Butterwege, Cicero, 21.04.2017)

Juli 2016: Georg Schramm: Der Kernkonflikt unserer Zeit #habgier #arm #reich #krieg {7:38}

Veröffentlicht am 31.07.2016
Juli 2016: Georg Schramm: Habgier das Böse unserer Zeit. #habgier #macht #schramm #arm #reich#krieg
60 Jahre Lach- und Schießgesellschaft - Bayerischer Rundfunk: http://x2t.com/460657

Buffett: 'The extreme rich are clearly winning' {2:38}

Veröffentlicht am 01.04.2015
Billionaire Warren Buffett says he doesn't 'see any real weakness in the economy' but says that while the rich have done very well, everyone else has 'done ok'.