Dienstag, 13. August 2019

MH17 – Der Sündenbock

Der Abschuss des Fluges MH17 über der Ukraine ist bis heute ungeklärt, doch die Leitmedien hatten mit Russland „den Schuldigen“ sofort ausgemacht.

Bis heute ranken sich um den Abschuss von Flug MH17 über dem Donbass viele Legenden. Ich möchte hier einmal auf die wichtigsten Fragen eingehen. Das Flugzeug der malaysischen Airline wurde im Juli 2014 abgeschossen, und für die westlichen Medien war die Sache schon nach wenigen Stunden klar: Die Russen waren es!

Ganz so einfach ist es freilich nicht, daher werde ich hier versuchen, die Antworten auf die wichtigsten Fragen zusammenzustellen. Im Zuge der Arbeit an meinem Buch über die Ukraine-Krise 2014 habe ich allein dem Thema MH17 knapp 70 Seiten mit fast 100 Quellenverweisen gewidmet und alle Untersuchungsberichte dazu gelesen.

Womit wurde MH17 abgeschossen?

Das ist die kontroverseste Frage, und wie ich inzwischen weiß, ist es längst zu einer Glaubensfrage geworden und keine Frage der Fakten.

Als mögliche „Täter“ werden zwei Varianten genannt: Eine Boden-Luft-Rakete von Typ Buk oder eine SU-25. Man kann sich dem „Täter“ über das Ausschlussverfahren nähern. Dazu muss man die Schäden am Flugzeug und den Funkverkehr beziehungsweise die Blackbox anschauen.

Und hier muss ich schon mit der ersten hartnäckigen Legende aufräumen. Die Ukraine hat den Funkverkehr nicht geheim gehalten. Er wurde übermittelt, er deckt sich mit den Aufzeichnungen der Blackbox und auch Russland hat dem nicht widersprochen, und Russland hat den Funkverkehr nahe seiner Grenze routinemäßig ebenfalls aufgezeichnet. Und der Funkverkehr, der schon im Zwischenbericht der Ermittler im September 2014 veröffentlicht wurde, ist nicht ungewöhnlich. Es war ein Routineflug ohne besondere Anweisungen der Fluglotsen. Jeder konnte das — Englischkenntnisse vorausgesetzt — schon in dem Zwischenbericht seit Ende 2014 nachlesen. Trotzdem hält sich das Gerücht hartnäckig.

Das Flugzeug wurde von irgendetwas getroffen, brach schon in seiner Reiseflughöhe auseinander, und als seine Trümmer über viele Quadratkilometer verteilt am Boden aufschlugen, war der vordere Teil von hunderten oder tausenden Projektilen durchlöchert, die das Flugzeug von der Seite getroffen haben. Die Aufzeichnung der Blackboxes reißt von einer Sekunde zur anderen ab.

Das sind die Fakten.


mehr:
- Der Sündenbock (Thomas Röper, Rubikon, 13.08.2019)
siehe auch:
- Telepolis-Artikel zu MH17 (man beachte auch den Privatermittler Resch)
zuletzt:
Ukraine bietet zwei Zeugen für die MH17-Verhandlung an (Florian Rötzer, Telepolis, 31.07.2019)
- MH17 EVIDENCE TAMPERING REVEALED BY MALAYSIA – FBI ATTEMPT TO SEIZE BLACK BOXES; DUTCH COVER-UP OF FORGED TELEPHONE TAPES; UKRAINIAN AIR FORCE HID RADAR RECORDS; CRASH SITE WITNESS TESTIMONY MISREPORTED (John Helmer, Dances With Bears, 23.07.2019 – Google-Übersetzer)
Alles über die Quelle Bellingcat und die offizielle Untersuchung über die Zerstörung des Fluges MH-17 (Jürgen Cain Külbel, Voltaire.net, 05.04.2019)
MH-17: Memorandum zur Weitergabe von Informationen zwischen der Ukraine und den Niederlanden (Florian Rötzer, Telepolis, 01.09.2017)

"MH17 - Call for Justice" {28:16 – Start bei 01:34 – Übersetzung: deutsche Untertitel einstellen!}

Bonanza Media
Am 16.07.2019 veröffentlicht 
Bonanza media investigative team of independent journalists take exclusive interviews with one of the suspects of downing the MH17, Malaysian prime minister; colonel that collected black boxes and much more. Eye opening testimonies from witnesses and irrefutable evidence from experts. Exclusive footage shot in Malaysia, The Netherlands and at the crash area in Ukraine.

Mein Kommentar:
Die in folgendem Post enthaltenen Zitate sind entlarvend:
- Heute vor 15 Jahren – 22. Juli 2004: Die 9/11-Kommission stellt ihren Untersuchungsbericht vor (Post, 22.07.2019)
Wann immer schon am nächsten Tag ein Schuldiger verkündet wird, ist Vorsicht geboten (siehe: 9/11 => Osama Bin Laden oder Skripal-Vergiftung => Putin)
Und für die Zukunft gilt:
Auch, wenn ein Ereignis vorbei ist, das Handeln von Regierung und Geheimdiensten NACH dem Ereignis kann beobachtet werden!


Einsatz über der Ostsee Russische Luftwaffe drängt Nato-Jet ab

Das russische Militär hat nach einem Bericht des Staatsfernsehens einen Nato-Kampfjet vom Typ F-18 in der Nähe einer Maschine von Moskaus Verteidigungsminister Sergej Schoigu vertrieben. Die F-18 habe versucht, sich über neutralen Gewässern der Ostsee dem Flugzeug von Schoigu zu nähern, berichtete der russische TV-Kanal Rossija-24.
Die Maschine des Ministers sei auf dem Rückweg nach Moskau von einem Termin in Kaliningrad gewesen, berichtet die Agentur Tass. Dabei wurde sie von zwei Suchoi-Jets des Typs Su-27 der baltischen Flotte begleitet, wie es weiter hieß.
mehr:
- Einsatz über der Ostsee Russische Luftwaffe drängt Nato-Jet ab (n-tv, 13.08.2019)
Mein Kommentar:
Wie würde wohl die Berichterstattung aussehen, wenn sich russische Kampfjets dem Flugzeug eines EU-Verteidigungsministers näherten?
😂😂😂

Hongkong: Anhaltende Proteste stoßen auf vermehrte Polizeigewalt

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Gemäß der chinesisch-britischen gemeinsamen Erklärung zu Hongkong und im Rahmen des von Deng Xiaoping entwickelten Prinzips Ein Land, zwei Systeme, bleibt das demokratisch-marktwirtschaftliche System Hongkongs mindestens 50 Jahre neben dem autoritären sozialistischen System der Volksrepublik China bestehen, so dass Hongkongs Rolle als eines der Finanzzentren Asiens gesichert bleibt. Diese Autonomie erlaubt es Hongkong, seine eigenen Gesetze, Zölle sowie seine eigene Währung zu besitzen. Die Sonderverwaltungszone ist weiterhin als ein eigenständiges Mitglied bei GATTWTOAPEC, der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) und dem Financial Stability Board (FSB) sowie bei ESCAP assoziiert.[50][Hongkong, Autonomiestatus, Wikipedia, abgerufen am 14.08.2019]
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Nach Polizeigewalt Flughafen von Demonstranten lahm gelegt. Beijing verschärft die Tonlage
In der autonomen chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong ist es am Wochenende zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Am heutigen Dienstag wurde der Flughafen der Metropole, der als einer der weltweit meist frequentierten gilt, am sechsten Tag in Folge durch Sitzstreiks blockiert, wie die Hong Kong Free Press berichtet. Am Montag waren gemäß einer Meldung der Nachrichtenagentur Xinhua alle ein- und ausgehenden Flüge gestrichen worden.
Die 7,4-Millionen-Stadt ist seit Wochen wegen eines Gesetzentwurfes in Aufruhr, der die Auslieferung an die benachbarte Volksrepublik erheblich erleichtern würde. Die Stadtregierung hat inzwischen Diskussion und Abstimmung über ihren Vorschlag im Legco, dem Stadtparlament, zurückgestellt, was den Demonstranten jedoch nicht reicht. Sie fordern den Rücktritt der als Hardlinerin bekannten Regierungschefin Carry Lam und den vollständigen Rückzug des Gesetzentwurfs.
Der Protest am Flughafen hatte am Montag das Motto "Auge um Auge", schreibt Asia Times Online. Das war die Antwort der rund 5.000 Teilnehmer auf einen Vorfall am Sonntagabend, bei dem einer Frau von einem Polizisten auf kurzer Distanz mit einem Gummigeschoss ins rechte Auge geschossen wurde. 
Behandelnde Ärzte werden mit der Aussage zitiert, dass die Schwere der Verletzung vermuten lasse, der Schütze habe die Frau töten wollen. 200 Krankenschwestern eines Krankenhauses haben daraufhin am Montag eine Protestkundgebung abgehalten, bei der die Teilnehmerinnen das rechte Auge verbunden hatten und der Polizei versuchten Mord vorwarfen. 
Verschiedene Berichte sprechen davon, dass die Polizei in mindestens in einem Fall Tränengas in einer U-Bahnstation eingesetzt hat, was in Räumen besonders gefährlich ist. Ein Video zeigt, wie offensichtlich mit Helm und Gasmaske als Demonstranten verkleidete mutmaßliche Polizeibeamte einen jungen Mann festnehmen und dabei sein in einer Blutlache liegendes Gesicht immer wieder auf den Straßenbeton drücken. Zeitweise kniet ein Mann auf dem Nacken des vor Schmerzen schreienden Festgenommenen.
mehr:
- Hongkong: Anhaltende Proteste stoßen auf vermehrte Polizeigewalt (Wolfgang Pomrehn, Telepolis, 13.08.2019)
siehe auch:
Gelbwesten-Appell: Französische Künstler lassen sich „nicht für dumm verkaufen“ (Post, 10.05.2019)
Krieg reich gegen arm à la française: Die öffentliche Darstellung der Gelbwesten in den Medien (Post, 04.05.2019)
Die Freiheit auf Knien oder Was die Gelbwesten mit Frank Schirrmacher und Notre-Dame zu tun haben (Post, 26.04.2019)
- Gelbwesten: ARD-Faktenfinder in vorderster Front bei der Verteidigung der Demokratie (Post, 19.03.2019)
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