Freitag, 25. Mai 2018

Künstliche Intelligenz und die Sprache: Worte, die unseren Verstand verhexen

Schon Wittgenstein machte darauf aufmerksam, wie Sprache unser Bild der Welt beeinflußt:
Man hört immer wieder die Bemerkung, daß die Philosophie keinen Fortschritt mache, daß die gleichen philosophischen Probleme, die schon die Griechen beschäftigten, uns noch beschäftigen. Die das aber sagen, verstehen nicht den Grund, warum es so sein muß.
Der ist aber, daß unsere Sprache sich gleich geblieben ist und uns immer wieder zu denselben Fragen verführt. Solange es ein Verbum «sein» geben wird, das zu funktionieren scheint wie «essen» und «trinken», solange es Adjektive «identisch», «wahr», «falsch», «möglich» geben wird, solange von einem Fluß der Zeit und von einer Ausdehnung des Raumes die Rede sein wird, usw., usw., solange werden die Menschen immer wieder an die gleichen rätselhaften Schwierigkeiten stoßen, und auf etwas starren, was keine Erklärung scheint wegheben zu können. [Ludwig Wittgenstein, Vermischte Bemerkungen: Aus dem Nachlaß (1950/51), Suhrkamp, Frankfurt/Main, 1977, S. 163]


Beispiel 1: Künstliche Intelligenz bei Autos und Rasenmähern

Fahren ohne Fahrer - Das selbstfahrende Auto und der Untergang der Autoindustrie {10:00}

Am 26.01.2017 veröffentlicht 
Wissenswert

- Rasenroboter-Test: Sechs von acht Geräten mähen gut (help.orf.at, 30.04.2018)


Die Philosophie ist ein Kampf gegen die Verhexung unseres Verstandes durch die Mittel unserer Sprache.
[Ludwig WittgensteinPhilosophische Untersuchungen 109 (1953, posthum)]
Was soll dieses Gelabere von selbstfahrenden Autos, wenn es schon solche Probleme bei autonomen Rasenmähmaschinen gibt!

Rasenroboter Test 2018: Zwei Mähroboter versagen im Sicherheitstest {3:55}

Am 24.04.2018 veröffentlicht 
Stiftung Warentest
8 Rasenroboter waren im Test – wir zeigen die Unterschiede der Mähroboter, wie wir getestet haben und welche beiden Geräte in der Sicherheitsprüfung versagt haben. Alle Testergebnisse der Rasenmähroboter unter ►►► http://www.test.de/rasenroboter ◄◄◄
Fünf Mähroboter im Test waren für Flächen bis 1 000 Quadrat­meter und drei Geräte für große Flächen über 1 000 Quadrat­meter. Preisspektrum: Zwischen 800 und 2 850 Euro. Im Test­feld sind Produkte so namhafter Hersteller wie Bosch, Gardena und Husqvarna. Doch obwohl sechs von acht Rasenmährobotern gut mähten, erreichte am Ende keiner eine bessere Note als Befriedigend. Denn bei allen Mährobotern im Test gibt es ein Unfall­risiko. Insbesondere spielende Kinder können von den Rasenmäher-Robotern verletzt werden. Bei zweien sind die Sicher­heits­bedenken so groß, dass die Stiftung Warentest die rote Karte zog.
Ein stehendes Kind erkannten alle Rasenmäher-Roboter. Bei krabbelnden Kindern hielten sechs ebenfalls recht­zeitig an. Zwei Modelle fuhren auf die Fußattrappe auf und hinterließen deutliche Schnitte an dem Kinder­schuh. Barfuß hätte das zu heftigen Verletzungen geführt. Vergleich­bare Unfälle mit selbst­fahrenden Rasenmähern hat es bereits gegeben. Wir bewerteten daher beide Mähroboter mit mangelhaft.
Jenseits aller Sicher­heits­bedenken: Der Rasen kann sich bei den meisten Robotern sehen lassen – auch an Stellen, an denen sie oft rangieren, etwa vor der Lade­station. Nur ein Rasenroboter schneidet unsauber. Folge: ausgefranste, bräunende Grasspitzen. Dasselbe Gerät schwächelt auch als Einziges bei zehn Zenti­meter hohem Rasen, den alle anderen Mähroboter im Test problemlos schaffen.
Folgende Mähroboter waren im Test (Ausgabe 5/2018):
Rasenroboter für Flächen bis 1000 Quadratmeter:
• Al-Ko Robolinho 110
• Ambrogio L60B+
• Bosch Indego 400 Connect
• Gardena smart Sileno 19060-60
• Robomow RC304u
Rasenroboter für Flächen größer als 1000 Quadratmeter
• Honda Miimo 310
• Husqvarna Automower 420
• Viking iMow MI 632C


Beispiel 2: Alexa, ein aufgemotztes ELIZA


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ELIZA ist ein 1966 von Joseph Weizenbaum entwickeltes Computerprogramm, das die Möglichkeiten der Kommunikation zwischen einem Menschen und einem Computer über natürliche Sprache aufzeigen sollte.
Den Namen ELIZA wählte Weizenbaum in Anlehnung an das Schauspiel Pygmalion von George Bernard Shaw.[1] Das Programm kann über Skripte verschiedene Gesprächspartner simulieren. Bekannt geworden ist es für die oberflächliche Simulation eines Psychotherapeuten, der die non-direktiven Methoden der klientenzentrierten Psychotherapie nach Carl Rogers verwendet.
Weizenbaum schrieb das Programm in MAD-SLIP für eine IBM 7094, die das Time-Sharing-System CTSS des Massachusetts Institute of Technology verwendete.
ELIZA kann als frühe Umsetzung des Turing-Tests gesehen werden. Diesen hätte es jedoch nicht bestanden, da ein Benutzer recht einfach herausfinden kann, dass er mit einer Maschine kommuniziert.
[ELIZA, Wikipedia, abgerufen am 25.05.2018]
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siehe dazu:
Ein Amazon-Echo hat das Gespräch eines Ehepaares ohne dessen Wissen aufgezeichnet und an einen Bekannten geschickt. Der Konzern nennt den Vorfall „höchst ungewöhnlich“.
[Alexa belauscht Ehepaar – und verschickt das Gespräch an einen Kollegen, FAZ, 25.05.2018]

Wie wär’s, wenn ich einem Zigarettenautomaten künstliche Intelligenz zuschriebe (natürlich ein Pleonasmus: KI IST schon eine Zuschreibung): 
Es ist doch toll, wenn ich auf einen Knopf drücke, und unten kommt die Marke raus, die ich wollte…

Die Ergebnisse der Philosophie sind die Entdeckung irgendeines schlichten Unsinns und die Beulen, die sich der Verstand beim Anrennen an die Grenze der Sprache geholt hat. Sie, die Beulen, lassen uns den Wert jener Entdeckung erkennen.
[Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen 119 (1953, posthum)]

Boris Johnson fällt auf einen Telefonstreich herein

Der britische Außenminister Boris Johnson lässt sich am Telefon über Russland und Präsident Putin aus. Er glaubt, mit dem neuen armenischen Premierminister Paschinjan zu sprechen. Der Anruf kommt allerdings ganz woanders her.
Als britischer Außenminister ist es für Boris Johnson eigentlich nichts Außergewöhnliches fast täglich Telefonate mit Staatschefs aus aller Welt zu führen. Doch mit dem neusten Anruf hatte Boris Johnson mit Sicherheit nicht gerechnet. Denn der Mann, der sich am anderen Ende der Leitung als Nikol Paschinjan vorstellte, war gar nicht Armeniens neu gewählter Premierminister, sondern ein russisches Komiker-Duo, das sich einen Scherz erlaubte.

Hinter dem Telefonstreich stecken die angeblich Kreml-nahen Komiker Wladimir Krasnow und Alexej Stoljarow. Die als "Wowan" und "Lenux" bekannten Männer veröffentlichten anschließend das Gespräch mit Johnson auf YouTube.

Das britische Außenministerium bestätigte den Vorfall, behauptete aber gleichzeitig: "Wir wussten sofort, dass es ein Scherz-Anruf war". Trotzdem dauerte die Unterhaltung rund 18 Minuten. Ob das Gespräch geschnitten wurde, ist nicht klar.

mehr:
- 18-Minuten-Gespräch – Boris Johnson fällt auf Telefonstreich herein (n-tv, 24.05.2018)
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Prank with Boris Johnson (English version) {18:22}

Am 24.05.2018 veröffentlicht 
Vovan222prank
Russian pranksters Vovan and Lexus talk to Foreign Secretary Boris Johnson as Prime Minister of Armenia Pashinyan.
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Fall Skripal – Die Lügen von Boris Johnson, Sanktionen, Eskalation & 64 offene Fragen - Jens Berger {14:45}

Am 05.04.2018 veröffentlicht 
MrMarxismo
Fall Skripal – Sanktionen, Lügen, Eskalation und 64 offene Fragen - Jens Berger
Quelle:
NachDenkSeiten
https://www.youtube.com/watch?v=keP8V...

Boris Johnson: insults, gaffes and apologies – video profile {2:33}

Am 14.07.2016 veröffentlicht 
Guardian News
Boris Johnson was a surprise choice as Theresa May’s foreign secretary.
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He has insulted the present US president as well as both candidates to be Barack Obama’s successor. He has used racist language towards Africans. And he has written an offensive limerick about the president of Turkey.

Mein Kommentar:
Da hat Jens Berger seine Energie zum Fenster rausgeworfen. Boris Johnson besteht nur aus offenen Fragen!