Freitag, 16. August 2019

Plastiktüten-Verbot: öko-korrekte Hysterie?

Noch ein Sommer-Nonsens: Plastiktüten sollen verboten werden. Ein Kommentar
Die Erderwärmung scheint auch den Gehirnen mancher Politiker mehr und mehr zuzusetzen. Jedenfalls überbieten sich die Volksvertreter derzeit mit originellen Thesen und pseudo-radikalen Vorschlägen zum Thema Klimaschutz und Ökologie-Schonung.
Allerneueste Idee: Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) möchte ein bundesweites Plastiktütenverbot per Gesetz verordnen. Diese Forderung ist noch nicht mal populistisch, denn viele Menschen nervt der grassierende Öko-Rigorismus zunehmend. Sie ist einfach dumm. Denn was nützt es, Plastiktüten zu verbieten, wenn Plastik in jeder anderen Form erlaubt ist?
Warum sollte man Plastik verbieten, wenn es hinter der Grenze zur Schweiz, zu Frankreich, zu Polen einfach erlaubt ist? Und was könnte ein Plastikverbot bringen, selbst wenn es in der gesamten EU gelten würde, angesichts des Plastiktüten-Verbrauchs in China, Russland und Indien. Zum Beispiel?

"Plastiktüten sind ein Randphänomen"

Dass es sich bei der Plastiktüten-Verteufelung um Symbolpolitik handelt, belegt das Bundesumweltministerium selbst: Denn ein Sprecher des Ministeriums hatte erst im Mai erklärt, "Plastiktüten sind ein Randphänomen." Sie machten weniger als 1 Prozent des Verpackungsaufkommens aus Kunststoff aus. Da gehe es "im Grunde genommen um Peanuts."
Aber denken wir mal weiter ganz konkret und praktisch. Bevor man Plastiktüten verbietet, die immerhin noch einen ziemlich praktischen Zweck erfüllen, genau wie der Plastiklöffel beim Eis, der im Gegensatz zum Holzstäbchen keinen Nebengeschmack hat, könnte man bei Plastikfolien um Gurken und anderem, ähnlich sinnlosem Zeugs anfangen.

Außerdem: Was ist eine Plastiktüte und was ist eine Kunststofftüte? Die meisten Menschen können nicht mal zwischen Plastik und Kunststoff unterscheiden. Oder sollen alle Kunststoffe verboten werden? Dabei sind Glasflaschen für das Klima erwiesenermaßen schädlicher als Plastikflaschen.
mehr:
- Die Plastiktüten-Verteufelung (Rüdiger Suchsland, Telepolis, 16.08.2019)

Der ökologisch korrekte Banküberfall | extra 3 | NDR {2:45}

extra 3
Am 15.08.2019 veröffentlicht 
Es ist unglaublich kompliziert, nachhaltig zu leben. Aber man kann es schaffen. Dafür muss man natürlich Stück für Stück einige Gewohnheiten über Bord werfen. Ihr kleinen Umweltsäue.
Autoren: Max Engel, Freddy Radeke
Darsteller: Julia Engelmann, Lea Finn, Ilja Rossbander, Freddy Radeke
Kamera: Jörn Steinhoff
https://www.x3.de
https://www.ndr.de/extra3
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Der Jemenkrieg und die Medien

oder: 
Mediensprech für diejenigen, die nicht informiert sein 
sondern 
das Gefühl haben wollen, informiert zu sein…
aus dem inzwischen berühmten Vortrag von Prof. Rainer Mausfeld:
Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 14.07.2016)
übersetzt von mir:
Fehler gehen auf mein Konto!!


Zur Darstellung des Völkermords in deutschsprachigen Online-Medien

Einige der in den deutschsprachigen Online-Mainstream-Medien häufig gebrauchten Formulierungen sind zwar faktisch nicht falsch, haben jedoch Implikationen, die für den Jemenkrieg nicht angemessen sind: Sie lassen wichtige Aspekte ungesagt.

Dafür, dass es sich bei dem Krieg, der seit 2015 im Jemen herrscht, laut den UN um die "größte humanitäre Krise der Welt"1️⃣ handelt, ist dessen Präsenz in den Medien eher gering. Ausgehend von diesem Eindruck, wonach die Berichterstattung über den Konflikt weder quantitativ zufriedenstellend noch inhaltlich adäquat ist, soll hier die Frage gestellt werden: Wie voreingenommen bzw. wie neutral ist die Verbreitung von Informationen über den Jemenkrieg in den deutschsprachigen Mainstream-Online-Medien?

Dazu wäre natürlich eine größere empirische Untersuchung notwendig, die im Rahmen dieses Beitrags nur ansatzweise möglich ist. Im Folgenden liegt mein Fokus auf der Wortwahl, dem Sprachgebrauch – und welche Einstellungen dieser impliziert. Der Rahmen dieses Beitrags ist ein recht enger: Untersucht wurden 10 Onlinemedien mit insgesamt 27 Einzelbeiträgen. Entsprechend der wachsenden Bedeutung der Online-Medien liegt mein Schwerpunkt auf Informationen, die im Internet zu finden sind. Mein besonderes Augenmerk gilt den Standard-Formulierungen, nach denen die Huthis als "vom Iran unterstützte" "Rebellen" gelten, wohingegen die "Regierung" als eine "international anerkannten Regierung" tituliert wird. Auch das Narrativ "Sunni gegen Schia" findet sich in der Hälfte der Hauptmedien. Diese in den deutschsprachigen Online-Mainstream-Medien häufig gebrauchten Formulierungen sind zwar faktisch nicht falsch, haben jedoch Implikationen, die für den Jemenkrieg nicht angemessen sind: Sie lassen wichtige Aspekte ungesagt.

mehr:
- Der Jemenkrieg und die Medien (Cornelia Mayer, Telepolis, 16.08.2019)
siehe auch:
Neusprech aus den Netzwerken der Macht (Post, 18.09.2019)
Wortverdrehungen, Verleugnung und Überraschung… (Post, 17.09.2019)

Drohnenangriff in Saudi-Arabien: Schaltgespräch mit Michael Lüders am 16.09.19 {6:17}

phoenix
Am 16.09.2019 veröffentlicht 
Im Schaltgespräch spricht phoenix-Moderatorin Sara Bildau am 16.09.19 mit Michael Lüders (Sicherheits- und Nahostexperte) über den Drohnenangriff in Saudi-Arabien und die Lage im Jemen.

Geheimdienste und Leitmedien: unbekannte Fakten plus eindeutige Schlussfolgerungen ergeben unvoreingenommenes, faktenfreies Geschwurbel (Post, 09.05.2019)
Verbohrter Kai Gniffke wieder abgewatscht – Chapeau! (Post, 01.05.2019)
Mit deutschen Waffen gegen das Völkerrecht (Wiebke Diehl, Hintergrund, 30.01.2019)
Desinformation über Desinformationskampagnen (Post, 10.10.2018)
Wie Realität hergestellt wird: Ignorieren, Kausalverschiebungen, scheinbare Gewissheiten und Geschichtsklitterung (Post, 05.11.2016)
27 000 PR-Berater polieren Image der USA (Post, 25.06.2014)

Erklärt: Wo der Konflikt im Jemen seinen Ursprung hat {3:50}

DER STANDARD
Am 14.11.2018 veröffentlicht 
In der Geschichte des Jemens folgte ein interner Konflikt auf den anderen. Der Bericht zum Video auf: https://derstandard.at/2000090098665/... Thumbnail: APA/AFP/ESSA AHMED

KenFM im Gespräch mit: Michael Meyen ("Breaking News: Die Welt im Ausnahmezustand") {1:33:58, Start bei 20:00}

KenFM
Am 14.06.2018 veröffentlicht 
Was braucht man für eine gute Fußball-Berichterstattung?
„3 Medienheinis, die mit den Spielern die fünf Antworten auswendig lernen, die auf die drei möglichen Interviewanfragen gegeben werden können.“ Was das Satiremagazin TITANIC hier locker-lässig als Witz formuliert hat, hat einen tieferen Kern. Gescripteter, abgesprochener Journalismus ist bei weitem nicht mehr nur Satire oder ausschließlich im Privatfernsehen zu finden. Vorgegebene, diktierte Meinungsmache ist real und begegnet uns beim Medienkonsum Tag für Tag.
Längst hat sich auch der politische Journalismus von der Wirklichkeit verabschiedet. Die Realität und unsere Haltung zu Putin, Trump, Kim und Merkel entstehen nicht einfach so, sie werden gemacht – und zwar von dem, was Presse- und PR-Agenturen schreiben und vor allem: was sie nicht schreiben.
Wie funktioniert das? Was muss seriöser Journalismus eigentlich leisten und wie unterscheidet er sich von klassischer Public Relations? Michael Meyen, ehemaliger Journalist und aktuell Kommunikationswissenschaftler an der LMU München, geht diesen Fragen auf den Grund.
In seinem Buch „Breaking News: Die Welt im Ausnahmezustand – Wie uns die Medien regieren“, beschreibt er, wie Werbung, Medien und Journalisten um unsere Aufmerksamkeit buhlen. Er erklärt, wie einseitig die Gebührenzahler bei politischen Geschehnissen informiert werden und wie das große Theater, das uns tagtäglich von Tagesschau bis Weltmeisterschaft präsentiert wird, funktioniert. Er macht aber auch klar, dass wir uns mittels Achtsamkeit, Gehirn und eigenständigem Denken von diesen Manipulationen befreien können.
Haben wir erst einmal durchschaut, welche Rolle die Protagonisten auf der Theaterbühne des Journalismus spielen, welcher Journalist mit welchem Gehaltszettel eine Nachricht zur herrschenden Meinung und letztlich zu unserer eigenen Meinung macht, werden die Zusammenhänge klarer: Das Misstrauen steigt und die vielen Manipulationen verpuffen wie ein Abstoß ins Abseits.
Üben wir uns in Achtsamkeit. Lernen wir, die Dinge zu verstehen. Bestehen wir auf Transparenz. Und sehen wir die Weltmeisterschaft in Russland als eine Art Übung in Medienkompetenz. Auch das ist ein Weg zum Frieden.
5:0 für Russland. Vorhang auf.
Inhaltsübersicht:
0:06:24 Werbung muss sexy sein, Nachrichten auch
0:12:43 Sport –eine politische Bühne
0:22:03 Wirkung und Funktion von Journalismus, Presse & PR
0:30:40 Die Nachfrage nach PR-Jobs steigt
0:41:16 Was andere Journalisten über den aktuellen Zustand der Medien denken
0:54:03 Kontaktschuld und der "Raum des Sagbaren"
1:06:28 Der Kampf um die Deutungshoheit
1:15:43 Das Idealbild von Journalismus in einer demokratischen Gesellschaft
1:26:32 Medien und Terrorismus
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Wie Realität hergestellt wird: Ignorieren, Kausalverschiebungen, scheinbare Gewissheiten und Geschichtsklitterung (Post, 05.11.2016)
27 000 PR-Berater polieren Image der USA (Post, 25.06.2014)
aktualisiert am 27.09.2019
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USA zeigen überraschende Merkmale eines Drittweltlandes

Sechs Merkmale eines Entwicklungslandes erkennt Professor Robert Reich in einem kurzen Videobeitrag.
upg. Robert Reich ist Professor für öffentliche Politik an der Goldman School of Public Policy der University of California. Berkeley. Er war US-Arbeitsminister unter Präsident Bill Clinton.
In vielen Ländern der Dritten Welt gebe es besonders grosse Ungleichheiten, eine Anzahl Oligarchen und wenig Chancen für Arme. Die USA seien auf dem Weg dazu, wenn man folgende sechs Kriterien betrachte, erklärt Robert Reich.
mehr:
- USA zeigen überraschende Merkmale eines Drittweltlandes (Info-Sperber, 16.08.2019)

Robert Reich: Is America Becoming a Third World Country? {3:47}

Robert Reich
Am 13.08.2019 veröffentlicht 
Former Secretary of Labor Robert Reich breaks down what America has in common with developing countries.
Watch More: The Real American Story
►► https://youtu.be/vvCtwDAQta0

Germany: Low Crime, Clean Prisons, Lessons for America | Jeff Rosen | TEDxMountainViewHighSchool {25:57 – Start bei 3:45}

TEDx Talks
Am 13.08.2019 veröffentlicht 
Germany has a much lower crime rate and fewer people in prison than the United States. How does Germany do that? Is it because their prisons are different than ours? Is there anything we could learn from them? Find out.
District Attorney Rosen is an experienced prosecutor and a recognized leader in criminal justice reform. His mission for the Santa Clara County District Attorney's Office is to vigorously pursue justice in a way that is fair and treats everyone with respect. His core values are service, hard work, transparency and integrity.
Since arriving in the Bay Area, Mr. Rosen has been active in the community. He served as president of a large synagogue, taught trial advocacy at Santa Clara University Law School and trained police officers in report-writing.
This talk was given at a TEDx event using the TED conference format but independently organized by a local community.
Learn more at http://ted.com/tedx
Einige Zahlen aus dem Video: 6 von 100 Highschool-Absolventen werden vor dem 30. Lebensjahr ein Jahr im Gefängnis verbringen.
Von 100 Highschool-Abbrechern werden vor dem 30. Lebensjahr 28 ein Jahr im Gefängnis verbringen.
Von 100 afro-amerikanschen Highschool-Abbrechern sind es 68.

Von 1925 bis 1975 war die Inhaftierungsrate mit ca. 100 von 100.000 Einwohnern
relativ stabil. Ab 1975  stieg sie dramatisch an.
Aufbau des Strafrechtsstaats
[…] werden wir den Ursachen und Modalitäten dieser astronomischen zur Zunahme der Gefängnispopulation im Einzelnen nachgehen und insbesondere zeigen, dass sie rein gar nichts mit der Kriminalitätsentwicklung zu tun hat. […] werden wir darüber hinaus zeigen, wie sich das plötzliche Gefängniswachstum zum Zerfall der städtischen Gettos als physikalischem Aufbewahrungsort für unerwünschte schwarze Körper verhält. An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass eine der Hauptantriebskräfte bei diesem Gefängniswachstum in den USA der »War on Drugs« war, der »Krieg gegen die Drogen« – ein irreführender Name für eine Politik, mit der in Wirklichkeit eine Guerilla-Kampagne zur strafrechtlichen Drangsalierung von kleinen Straßendealern und armen Konsumenten gemeint war und die sich in erster Linie gegen die jungen Männer in den kollabierenden Innenstädten richtete, für die dank dem doppelten Abbau des Arbeitsmarkts und des Wohlfahrtsstaats das Dielen die am leichtesten zugängliche und zuverlässigste Erwerbsquelle darstellt.[48] Es ist ein »Krieg«, den zu erklären die Behörden 1983 keinerlei Grund hatten, wenn man bedenkt, dass der Marijuana-und Kokainkonsum seit 1977-79 stetig zurückgegangen war und dass die Politik der Angebotsproduktion in Amerika eine lange und ehrwürdige Geschichte des Scheiterns hat.[h] Sowie auch vollkommen vorhersehbar war, dass diese Politik die Afroamerikaner der unteren Klassen insofern unverhältnismäßig hart treffen würde, als direkt auf die Wohnviertel der Mittellosen in den maroden Stadtkernen zugeschnitten war.

Der Grund für diese enge räumliche Zuspitzung einen nationalen Strafverfolgungskampagne ist leicht auszumachen: Das schwarze Getto ist das stigmatisiert Territorium, auf dem eine beängstigende und angeblich in Unmoral und Wohlfahrtsabhängigkeit versunkene »Unterschicht« unter dem Druck von Deindustrialisierung und sozialer Isolation zu einem festen Block zu verschmelzen schien und damit zu einem der vorzüglichsten Objekte der öffentlichen Besorgnis geworden war.[49] Doch es ist auch der Bereich, wo die Polizeipräsenz besonders dicht ist, illegale Geschäfte am leichtesten zu entdecken sind, die hohe Konzentration von jungen vorbestraften Männern den Gesetzeshütern leichte Beute verspricht und die Machtlosigkeit der Bewohner viel Spielraum für repressives Handeln ist. Nicht die Drogenbekämpfung als solche hat dazu beigetragen, Amerikas Gefängniszellen bis zum Bersten auszufüllen und ihre Insassen rasch immer »schwarzer« werden zu lassen, sondern der Zeitpunkt und die selektive Umsetzung dieser Politik in einem begrenzten Quadranten am alleruntersten Ende des sozialen und städtischen Raumes.



Ein Indikator für das Ausmaß dieses Prozesses: 1975 verbüßte einer von vier insassen von Bundesgefängnissen eine Haftstrafe wegen eines Drogendelikts; 20 Jahre später waren es bereits 61 %. Währenddessen hatte sich die vom Federal Bureau of Prisons (etwa: »Bundesamt für Gefängnisse«) verwahrte Population vervierfacht. Sie lag nun bei 90.000 und machte es da mit zum größten Strafvollzugssynem der Welt, während es bis zu Reagans Einzug ins Weiße Haus ein kleines Anhängsel des US-amerikanischen Strafvollzugsapparats war (s. Tab. 2.4).



Ein Indikator für die Rassendisparität: 1975 betrug das Verhältnis von schwarz zu weiß bei den lnhaftierungsraten für Drogendelikte zwei zu eins; 15 Jahre später war es auf fünf zu eins gestiegen, obwon sich das Verhältnis von Schwarzen zu Weißen, was die Neigung zum Drogenkonsum betraf, nicht verändert hatte. Noch schockierender ist, dass die Rate der wegen Drogendelikten ensltzenden weißen Jugendlichen, die seit ihrem Höchststand von 310 von 100.000 im Jahre 1975 stetig gesunken war, nach der Erklärung des Kriegs gegen die Drogen im gleichen Tempo weiter sank und im Jahre 1991 einen Tiefstand von 80 von 100.000 erreichte – was bedeutet, dass weiße Jugendliche von dieser aggressiven Strafverfolgungskampagne überhaupt nicht betroffen waren. Demgegenüber machte die Rate der wegen Drogendelikten inhaftierten schwarzen Minderjährigen, die parallel zur Rate der weißen Jugendlichen von 250 von 100.000 im Jahre 1979 auf rund 185 im Jahre 1981 gefallen war, im Jahre 1983 eine abrupte Kehrtwende und stieg bis 1989, dem Höhepunkt dieses so genannten Krieges, raketengleich auf über 460 von 100.000 an.[50] Junge schwarze Männer aus dem Ghetto wurden beim aggressiven Aufbau des Strafrechtsstaats nach der Bürgerrechtsrevolution zur bevorzugten Beute, so wie junge schwarze Frauen, die Sozialhilfe bekamen, zur zentralen Figur im Strudel der Debatten um die »Wohlfahrtsreform«.


Gemessen an den Zielsetzungen seiner Strategen war der »War on Drugs« ein spektakulärer Fehlschlag – wie rund 80 % der Polizeichefs des Landes bei Befragung im Rahmen des Annual Survey of Police Chiefs an Sheriffs, der jährlichen Umfrage bei den Polizeichefs und Sheriffs, nach 1995 sagten. Seit er erklärt wurde, sind die Straßenpreise für Kokain stetig gesunken, die Mengen der auf den Straßen zirkulierenden Drogen Jahr für Jahr gestiegen und die Zahlen der bei wegen Drogendelikten verurteilten schwarzen Häftlinge ununterbrochen angeschwollen. Doch er hat gute Dienste geleistet, um den Speer des Strafrechtsstaats auf die allereledndsten Segmente des städtischen Subproletariats des Landes zu schleudern und eine öffentliche Bühne zu errichten, auf der die Politiker vorführen konnten, wie sie dem hart arbeitenden Bürger einen lebenswichtigen Dienst erwiesen: den mangelhaften Schutz vor Straßenräubern.

Und dennoch ist mit der Verdoppelung der Häftlingspopulation innerhalb von zehn Jahren und ihrer Verdreifachung innerhalb von 20 Jahren seit Mitte der 1970 er Jahre das reale Gewicht der Strafverfolgungsbehörden im neuen Apparat für den Umgang mit der Armut und ihren Begleiterscheinungen immer noch viel zu niedrig angesetzt. Denn die, die hinter Gittern sitzen, stellen nur ein Fünftel der Gruppe dar, die unter strafrechtlicher Überwachung steht (s. Tab. 2.5). Bezieht man auch die Person ein, die zu Bewährungsstrafen verurteilt oder auf Bewährung freigelassen wurden, standen 1995 über 5 Millionen Amerikaner, unter 2,5 % aller amerikanischen Erwachsenen, unter der Fuchtel des Strafrechts. In vielen Städten und Regionen sind Strafverfolgungsbehörden und ihre Ausläufer der wichtigste, wenn nicht einzige Berührungspunkt zwischen dem Staat und den jungen schwarzen Männern aus der unqualifizierten Unterschicht: Preis wird seit 90 saßen in Kalifornien 40 % der männlichen Afroamerikaner zwischen 18 und 35 Jahren hinter Gittern oder waren zu Bewährungsstrafen verurteilt oder auf Bewährung entlassen worden; in Washington, die sie, erreichte diese Rate 42 %, in Baltimore, den Spitzenwert von 56 %. [51] in derselben Zeit, in der der US-Staat das schützende Netz der Wohlfahrtsprogramme einholte und auf der untersten Stufe der Beschäftigungsleiter die allgemeine Einführung von Jobs mit einer Bezahlung unter der Armutsgrenze betrieb, warfen die Behörden ein bis tief in die Unterschichtengemeinschaften der Farbigen hinein reichendes, verstärktes Strafvollzugsnetz aus. […]
[Die Kriminalisierung der Armut nach der Zeit der Bürgerrechtsbewegung in: Loic Wacquant, Bestrafen der Armen: Zur neoliberalen Regierung der sozialen Unsicherheit, Barbara Budrich Verlag, Leverkusen 2008, S. 77ff. (GoogleBooks)]
siehe auch die Rezensionsnotizen bei Perlentaucher!

Zur US-Inhaftierungsrate siehe auch:
VEREINIGTE STAATEN VON AMERIKA 2017/18 (Amnesty.de)
Sieben Mythen über Kriminalität (Tillmann Elliesen, welt-sichten.org, 26.06.2016)
Die Kluft zwischen Arm und Reich (schroedingerskatze.at, 19.02.2016)
Amerika hinter Gittern – Wie die USA zum Gefängnis­spitzenreiter wurden (John Surico, vice.com, 07.12.2015)
- USA – Die Knast-Nation (Stefan Wagner, Focus, 24.08.2009)

Das US Imperium ist eine Oligarchie - Vortrag von Dr. Daniele Ganser in Landau / Pfalz am 20.11.2016 {2:26:55}

NachDenkSeiten
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
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Daniele Ganser setzt bei seinen verschiedenen Vorträgen immer wieder neue inhaltliche Akzente. In Landau konzentrierte er sich am 20.11.2016 auf die Beschreibung und Analyse des „Imperiums USA“ und auf die Darstellung der Veränderung dieses wichtigen Staates - von einer allseits bewunderten Demokratie hin zur Oligarchie. Dem Glauben der Mehrheit unserer Meinungsführer wird damit deutlich widersprochen. Ganser belegt seine Kritik an dem Traumbild, das üblicherweise vom Westen und der Führungsmacht USA gezeichnet wird, mit vielen Fakten. Mehr.
Zum Beispiel zeigt er mit verschieden eingefärbten Weltkarten, wie die Imperien in der bisherigen Geschichte aussahen. Er zeigt und belegt, wo überall in der Welt die USA mit Militärbasen vertreten sind, und vergleicht dies mit den Einflussbereichen von Russland, China und Europa. Das Ergebnis dieses Vergleichs ist eindeutig. Es gibt nur ein Imperium.
Ob seine geäußerte Hoffnung, dass jedes Imperium irgendwann untergegangen sei, trägt oder trügt, wird man erst später entscheiden können. Hoffentlich nicht erst nach dem Untergang dieser kriegerischen Welt. Die anschauliche Darstellung des herrschenden Imperiums ist nur ein Beispiel von vielen Dokumenten, die Daniele Ganser bei seinem Vortrag präsentiert. Insgesamt sind 117 Folien als laufende Belege in seinen Vortrag aufgenommen. Damit können die Zuschauer und Zuhörer nicht nur einen interessanten Vortrag nach-hören und nach-schauen, sie können auch Material für ihre eigene Argumentation und Aufklärungsarbeit ableiten.
Die gesamte Veranstaltung, also der Vortrag Daniele Gansers plus Einführung durch die Veranstalter Michael Grzeschik und Albrecht Müller, dem Herausgeber von NachDenkSeiten.de , dauert 2 Stunden und 30 Minuten. Das ist lang. Aber es ist trotzdem kurzweilig und lohnt. Es könnte sich besonders lohnen, wenn Sie Ihre Freunde, Bekannten und Nachbarn zum Anschauen und zur Diskussion einladen. Daran anschließende interessante Gespräche sind quasi garantiert.
Übrigens: Das frühere Kino Gloria in Landau war bis auf den letzten Platz besetzt. 500 interessierte und überdurchschnittlich viele junge Menschen waren der Einladung gefolgt

siehe auch:
„Vergesst Assange nicht, sonst werdet ihr ihn verlieren!“ (Post, 17.08.2019)
Amerikas Krieg gegen das Völkerrecht (Post, 27.04.2019)
Suizidraten steigen in den USA stark an (Post, 03.07.2018)
USA - Die gekaufte Demokratie? – Trump die Alternative? (Post, 03.11.2016)
Peter Thiel: Ein Multimilliardär kritisiert die realitätsfremde Elite (Post, 03.11.2016)
Warum man Vierjährigen manchmal Hand- und Fußfesseln anlegen muß – zumindest in den USA (Post, 20.12.2014)
Nick Hanauer: »Ich sehe Mistgabeln« (Post, 23.07.2014)
- Princeton-Studie: USA keine Demokratie mehr (Post, 05.05.2014)

ABC's Boston Legal [Speech on America by Alan Shore] {6:48}

gintherlover
Am 09.03.2011 veröffentlicht 
Character Alan Shore, an Attorney, gives an interesting speech on the status quo of the American throng. It is a thought provoking video. The some clips are from the show, some are apparently from unidentified other youtube users, to whom some credit goes, but until I can dig up the names.....

MUST SEE!! COP MESSES WITH THE WRONG LAMBORGHINI OWNER!!! {5:24}

Stig's Persian Cousin
Am 08.01.2019 veröffentlicht 
I have never tried to bait any police officer anywhere in the world just to get it on video for the views, I always respect them and I always smile but this Oregon State Trooper (Trooper Donald Rummer) was definitely the most arrogant, defensive and ignorant police officer I have ever encountered.
The car did have plates, Dubai plates, this is where I reside and the Lamborghini was just temporary shipped to the US for a short vacation. Just like a Canadian driver with a Canadian license plate in the US. Plain and simple.
I was doing the speed limit, obeying all traffic laws and I was just traveling through Oregon on my way to Vancouver, BC in Canada but this police officer seems to be absolutely clueless about federal and international driving laws.
Stig's Persian Cousin // SPC

Die USA sind nicht das großartigste Land der Welt ... {4:37}

nordpiraten
Am 08.01.2019 veröffentlicht 
Was man glauben will kann leicht die Realität verzerren. Wenn man in der einzigen verbleibenden Supermacht aufgewachsen ist, dann will man als patriotischer US-Amerikaner gerne glauben wie großartig das eigene Heimatland ist. Schließlich heißt es doch das Land der Freiheit und Heimat der Mutigen. Doch die Wahrheit ist ein scharfes Schwert und die Realität holt jeden früher oder später ein ...
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Leonard Cohen - Democracy (Live in London) {7:08}

LeonardCohen
Am 29.03.2019 veröffentlicht 
Leonard Cohen - Democracy (Live In London) (Official Video) 
Lyrics: YouTube
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