Donnerstag, 3. März 2016

Flüchtlingskrise: Juristenstreit über die „Herrschaft des Unrechts“

Als Horst Seehofer von der „Herrschaft des Unrechts“ in Bezug auf Merkels Flüchtlingspolitik sprach, erntete er viel Kritik. Doch auch Rechtswissenschaftler sind sich über diesen Begriff uneins. Das Magazin Cicero dokumentiert die Debatte


An der Grenze zwischen Bayern und Österreich findet seit Wochen ein staatlich initiierter Rechtsbruch statt. Die an der Grenze eingesetzten Polizisten betätigen sich auf Anweisung der Bundesregierung als Schleuser, und die Bundeskanzlerin steht an der Spitze eines organisierten Machtapparats, der täglich offenbar bis zu 10 000 Menschen illegal nach Deutschland bringt.

Zur Rechtslage: Seit Wochen verkünden Mitglieder der Bundesregierung und Vertreter der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten – eingedenk wohl des Erfahrungssatzes, nach dem das einzige wirkungsvolle rhetorische Mittel eben die Wiederholung sei – den Satz, das Asylrecht kenne „keine Obergrenze“. Der Satz stimmt aber nicht. Bei dem Individualgrundrecht auf Asyl handelt es sich nicht um ein Abwehrrecht – ein reines Abwehrrecht würde in der Tat keine Obergrenze kennen, willkürliche Einkerkerung etwa ist immer verboten, unabhängig davon, ob der Staat einen oder tausend Menschen willkürlich einkerkern will. Sondern um ein Leistungsrecht. Wer Asyl beantragt, will nicht, dass der Staat ihn in Ruhe lässt, sondern er will etwas vom Staat, das er bisher nicht hatte, wie beispielsweise einen Studienplatz.

mehr:
- Flüchtlingskrise: Juristenstreit über die „Herrschaft des Unrechts“ (Ulrich Vosgerau, Cicero, 28.02.2016)

Unter die Gürtellinie – Staunen. Kopfschütteln. Weitermachen.

Cicero-Kolumnistin Amelie Fried war für einen Text über das Verhältnis von Flüchtlingen und Aufnahmegesellschaft scharf von zwei „Welt“-Journalisten kritisiert worden. Christoph Schwennicke mahnt mehr gute Sitten im Umgang unter Kollegen an
Es ist höchste Zeit für einen neuen kategorischen Imperativ, einen kategorischen Imperativ des Kommunikationsverhaltens im Zeitalter der schnellen Schriftlichkeit. Dieser Imperativ orientiert sich in Geist und Ton am alten Königsberger und geht ungefähr so: Schreibe in Mails, Foren, sozialen Netzwerken oder Online-Plattformen nur so, wie du es der betreffenden Person auch ins Gesicht sagen würdest! Denn es hat sich dort eine Form von Unflätigkeit und Verrohung breitgemacht, die unselige Auswirkungen hat.

Leider auch auf den Ton und die Sitten im Journalismus und den Umgang von Kollegen untereinander. Es geht zu wie beim Kickboxen. Und die Anwürfe richten sich nicht mehr auf die Sache selbst, sondern sind ad hominem, mit der Absicht der persönlichen Abwertung, wie Arthur Schopenhauer in der „Kunst, Recht zu behalten“ schreibt. Es geht also geradewegs unter jede Gürtellinie. Ganz persönlich hatte ich in diesen rauen Zeiten zuletzt das Missvergnügen, von zwei Kollegen, die ich persönlich kenne, in der Flüchtlingsthematik einmal als angstzerfressener alter weißer Mann schubladisiert zu werden, das nächste Mal in recht illustrer Gesellschaft zu jenen Männern gerechnet zu werden, die gegenüber Angela Merkel einen Ödipuskomplex mit sich herumtragen.

mehr:
- Streit um Cicero-Kolumnistin: Geradewegs unter jede Gürtellinie (Christoph Schwennicke, Cicero, 12.02.2016)

Amelie Fried und Peter Probst über ihr Buch »Verliebt, verlobt - verrückt?« [3:09]

Veröffentlicht am 17.08.2012
Muss man verrückt sein, um heutzutage zu heiraten? Das Zusammenleben funktioniert schließlich auch ohne Trauschein. So dachten Amelie Fried und Peter Probst auch einmal. Dann haben sie geheiratet. 20 Jahre später schreiben sie nun ein wunderbares und sehr zeitgemäßes Buch über die Ehe. Herrlich selbstironisch und höchst unterhaltsam schildern sie die Herausforderungen des alltäglichen Zusammenlebens und beleuchten die Ehe von allen romantischen und unromantischen Seiten. Eine Liebeserklärung an die Ehe!

Weitere Infos zu »Verliebt, verlobt - verrückt?«:
http://www.randomhouse.de/Buch/Verlie...

Weitere Infos zu Amelie Fried und ihren Büchern:
http://www.ameliefried.de/

»Verliebt, verlobt - verrückt?« auf YouTube:
http://youtu.be/V9blBehEH6o

2008-01-21: Interview mit Henryk M. Broder über Gutmenschen, Islam und Antisemitismus [43:56]

Veröffentlicht am 18.08.2015
Peter Voß im Gespräch mit Henryk M. Broder
"Was haben Sie gegen Gutmenschen", Herr Broder?

Ein Schulbuch, das keiner versteht

Digitale Lernmaterialien sollen irgendwann das alte Schulbuch ersetzen. Die Bundesregierung treibt die neue Pädagogik mit viel Geld voran. Zwei Studien sollen offenbar nur beweisen, wie erfolgreich die sogenannten „Open Educational Resources“ sind

Stell Dir vor, es gibt ein neues Schulbuch – und keiner versteht es, Lehrer nicht, Eltern nicht, schon gar nicht die Schüler. Auf diesen kurzen Nenner lässt sich ein neues Projekt von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) bringen, das den Namen „Open Educational Resources“ trägt, kurz OER. Dennoch hat Wanka gerade 750.000 Euro für zwei Machbarkeitsstudien ausgegeben – um die neue Geheimpädagogik voranzutreiben.

Unter „Open Educational Resources“ versteht man alle möglichen Lernmaterialien, die meistens digital sind. Das bedeutet, sie sind für Lehrer einfach zu bearbeiten und weiter zu verteilen: Arbeitsblätter für den Unterricht, Lehrvideos, didaktische Materialsammlungen, auch offene Games- und Quiz-Formate zählen dazu. Die beiden Studien im Auftrag von Bildungsministerin Wanka sollten mehr Klarheit darüber bringen, wie man die neuen Lernmedien unter den 800.000 Lehrern bekannter machen könnte. Denn die kennen vor allem Schulbücher. Allerdings dürfte das Bekanntmachen nicht leicht fallen. Denn die beauftragten Institutionen als auch die Bundesregierung haben aus den vermeintlich offenen Bildungsmaterialien ein elitäres Projekt gemacht.

Offene Lernmaterialien, die extrem schwer lesbar sind

So weigerte sich die Sprecherin im Bundesbildungsministerium, Sibylle Quenett, den Auftrag für die Open-Studie herauszugeben. „Leistungsbeschreibung beziehungsweise Auftragstexte“, sagte Quenett zu Cicero-Online, „sind nicht für eine Herausgabe bestimmt“. Diese so genannte Machbarkeitsstudie hat das „Deutsche Institut für pädagogische und internationale Forschung“ (DIPF) in Frankfurt angefertigt. Das Papier handelt zwar von offenen Lernmaterialien – ist aber extrem schwer lesbar. So heißt es in der

Zusammenfassung, das DIPF empfehle „die Vernetzung bestehender (Teil‐)Infrastrukturen zu einem Aggregationsmechanismus“. Dies sei nötig, da „die disparat verteilten, abgegrenzte Communitys adressierenden Kollektionen auf der Basis interoperabler Nachweis‐ und Austauschroutinen“ verknüpft werden müssten. Der Direktor des Instituts, Marc Rittberger, verteidigte im Gespräch mit Cicero die Studie. Das Papier richte sich schließlich an das Ministerium – und sei nicht für Eltern, Lehrer oder Bürger bestimmt. Aber, sollten nicht auch die Bürger Lernmedien verstehen, die angeblich „offen“ sind?
mehr:
- Ein Schulbuch, das keiner versteht (Christian Füller, Cicero, 29.02.2016)
siehe auch:
Bildung ohne System (Nervenheilkunde 3/2012) 
E-Bücher statt Lehrbücher?  (Nervenheilkunde 6/2012)
Digital genial? (Nervenheilkunde 1-2/2015) 
- Die Pisa-Studie (Homepage von Gregor Jonas)

Wie lernen Kinder? Aktuelles aus der Gehirnforschung [1:34:34]
Veröffentlicht am 29.08.2012
Symposiumsvortrag von Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer während der AAD 2012. Mit den aktuellen Erkenntnissen der Neurowissenschaft beantwortet Prof. Dr. Dr. Spitzer die spannende Frage: Wie lernen Kinder? Diese Erkenntnisse verdeutlichen die Notwendigkeit möglichst früher Okklusionstherapie und helfen kindgerechte Therapieempfehlungen auszusprechen.
www.piratoplast.de

Prof Hüther über das Schulsystem - unbedingt anhören - [38:36]
Veröffentlicht am 01.03.2013
Podcast vom 02.01.13

Derzeit leitet Hüther die Zentralstelle für Neurobiologische Präventionsforschung an den Universitäten Göttingen und Mannheim. Die Bücher des Naturwissenschaftlers stehen regelmäßig auf den Bestsellerlisten.

Autorin: Monika Hebbinghaus
Sendereihe: Gesprächszeit | Nordwestradio

mein Kommentar:
Es ist anscheinend so wie bei uns Ärzten:
Die nix drauf oder keinen Bock auf Patienten haben, gehen in die Ausbildung, in die Politik oder in die Gremien…

„Männer wissen immer weniger, wer sie sind“

Männer mit guten Manieren, die in den Mantel helfen, imponieren ihr. Vulgäre Stammtisch-Brüder findet sie armselig. Im Interview spricht Domina Karolina Leppert über ihr Buch „Männermanieren“ sowie über die Grenzen der Political Correctness und ihre Definition von Feminismus 

Karolina Leppert wuchs in einer gutbürgerlichen Familie in Bayern auf. Sie arbeitete als Fachverkäuferin und im Marketing. Mit 53 Jahren begann die Wahlberlinerin eine Karriere als Domina. Als ehrenamtliche Vorsitzende des Vereins „Hydra“ setzt sich die heute 70-Jährige für die Rechte von Sexarbeiterinnen ein. Gerade erschien ihr Buch „Männermanieren“.
mehr:
- Domina Karolina Leppert: „Männer wissen immer weniger, wer sie sind“ (Interview mit Karolina Leppert, Cicero, 01.03.2016)
»Je genauer die Frauen wissen, wer sie sind, desto weniger wissen es die Männer.«
»[…] einerseits zeugt es von einer männlich dominierten Welt, wenn die Sprache nur männlich ist. Andererseits wirkt konsequente Genderisierung für unser Sprachempfinden oft künstlich und pittoresk. Ich finde das zum Teil völlig albern. In Zukunft wird wohl noch viel experimentiert werden müssen.«
»Manieren sind eine kulturelle Errungenschaft. In der Schule sollte so etwas von Beginn an vermittelt werden. «
»Ich bin zwar eine unabhängige Frau, aber in mir gibt es auch das Bedürfnis nach einem höflichen, galanten Mann, der mir das Gefühl gibt, eine Lady zu sein. Mit dem Kopf leben wir in der heutigen Zeit, mit dem Bauch hat sich seit Großmama wenig geändert. Emanzipation bedeutet deshalb für mich, zu akzeptieren, wie ich bin in all meinen Widersprüchen…«
siehe dazu auch:
- »Natürlich nehmen wir den Mann mit.« (Post, 22.04.2012)

- Was Sex und Macht verbindet (Christoph Schwennicke, Cicero, 28.05.2015)
- Selbstlosigkeit versus Egomanie: Lieben – oder lieber lassen? (Timo Stein, Cicero, 15.05.2015)

Volker Beck und der Qualitätsjournalismus

Der Grünen-Abgeordnete Volker Beck wurde am Dienstagabend bei einer Polizeikontrolle im Berliner Westen mit 0,6 Gramm „harten Drogen" erwischt. Das berichtete die B.Z. unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Die B.Z. weiß außerdem zu berichten, dass es sich dabei um Crystal Meth handeln soll. 

Die ersten Reaktionen der B.Z.- und Bild-Leser unter den Meldungen bei Facebook sind ziemlich vorhersehbar: „und es sollen vorbilder für unsere kinder sein", schreibt ein empörter Leser, „Bei ALLEN Politikern die den Bundestag betreten, müßte TÄGLICH SOFORT ein Drogentest gemacht werden", ein anderer. 

Volker Beck selbst reagierte allerdings auffallend cool auf die Situation. Zuerst kündigte er an, alle seine Ämter niederzulegen. „Hiermit stelle ich meine Ämter als innen- und religionspolitischer Sprecher meiner Fraktion und Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe, die mir die Fraktion verliehen hat, der Fraktion zur Verfügung", erklärte er gegenüber der Bild. Das ist wohl keine Überraschung, immerhin können es sich nicht mal die Grünen leisten, einen Politiker zu halten, der gegen das Gesetz verstoßen hat.  

Überraschender ist seine zweite Aussage: „Ich habe immer eine liberale Drogenpolitik vertreten. Zu den gegen mich erhobenen Vorwürfen wird mein Anwalt zu gegebener Zeit eine Erklärung gegenüber der Staatsanwaltschaft abgeben. Ich werde mich dazu öffentlich nicht einlassen." Was soviel heißt wie: Ich entschuldige mich nicht dafür, Drogen genommen zu haben.
mehr:
- Volker Beck wurde offenbar mit Crystal Meth erwischt – und reagiert ziemlich cool (VICE Staff, 02.03.2016)

mein Kommentar:
Also: »ich werde mich dazu öffentlich nicht einlassen.«
heißt soviel wie:
»Ich entschuldige mich nicht dafür, Drogen genommen zu haben.«

gratuliere!
Wird sowas jetzt zum Volkssport?

siehe dazu auch:
- Eva Herman: Hat sie oder hat sie nicht? (Post, 19.10.2007)
Wenn Frau Herman nicht das Problem wäre, hätten wir ein Problem des Journalismus und der Medien. Deshalb ist es praktischer, wenn Frau Herman […] zum Außenseiter gemacht wird. Dann braucht sich niemand von denen, die sie da reingeritten – und sich selbst profiliert – haben, an die eigene Nase zu fassen und sich Gedanken zu machen. (Zitat aus obigem Post) 
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Im Januar 2009 gewann Herman in erster Instanz vor dem Landgericht Köln zwei Prozesse gegen den Axel-Springer-Verlag, dessen Medien im September 2007 über ihre Aussagen berichtet hatten. Im ersten Verfahren verurteilte das Gericht die Bild-Zeitung für Franz Josef Wagners Titulierung Hermans als „dumme Kuh“ zu einem Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 Euro. Die Überschrift „Ist Eva Herman braun oder nur doof?“ eines anderen Bild-Artikels wurde dagegen als zulässige Meinungsäußerung bewertet.[47] Im zweiten Fall urteilte das Gericht, dass das Hamburger Abendblatt Herman am 7. September 2007 falsch zitiert habe, und verurteilte den Verlag daher zur Unterlassung der strittigen Formulierungen, zum Abdruck einer Richtigstellung, dass es sich bei dem angeblichen Zitat nicht um Hermans Aussage gehandelt habe, und zu 10.000 Euro Schmerzensgeld für Herman.[48]
Nach einer Berufungsverhandlung zum ersten Fall erhöhte das Oberlandesgericht Köln das Schmerzensgeld, auf das der Axel-Springer-Verlag verklagt worden war, auf 25.000 Euro. Laut Urteilsbegründung handelte es sich um eine auch, aber nicht einzig mögliche Interpretation der „mehrdeutigen Äußerung“ Hermans, die aber als Zitat dargestellt worden sei. Das habe den Eindruck erweckt, Herman habe Positives am Nationalsozialismus hervorgehoben. Diese Tatsachenbehauptung habe ihr Persönlichkeitsrecht erheblich beeinträchtigt. Für weitere berufliche und private Auswirkungen dieser Interpretation könne Herman aber nicht allein den Springer-Verlag verantwortlich machen.[49] 
Im Juni 2011 gab der für das allgemeine Persönlichkeitsrecht zuständige VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) der Revisionsklage des Axel-Springer-Verlags statt und widersprach dem Urteil des Oberlandesgerichts. Das Persönlichkeitsrecht schütze zwar vor „unrichtigen, verfälschten oder entstellten Wiedergaben einer Äußerung“. Diese lägen hier jedoch nicht vor, da Hermans Äußerung „im Gesamtzusammenhang betrachtet gemessen an Wortwahl, Kontext der Gedankenführung und Stoßrichtung“ nur die Deutung zulasse, „die die Beklagte ihr beigemessen hat.“[50][51]
Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) lehnte Hermans Beschwerde gegen dieses BGH-Urteil am 25. November 2012 ab: Die Entscheidung des BGH habe Herman nicht in ihren Grundrechten verletzt. Die vom Hamburger Abendblatt zitierten Äußerungen seien im Gesamtzusammenhang zu betrachten und stellten eine Meinungsäußerung dar. „Die Beschwerdeführerin, der es nicht
gelungen war, sich unmissverständlich auszudrücken, muss die streitgegenständliche Passage als zum ‚Meinungskampf‘ gehörig

hinnehmen.“[52] (Eva Herman, Kontroversen, Gerichtsurteile, Wikipedia)


Über den Hass

Am besten fangen wir mit Franz Meyer an. Er ist im Ruhestand und lebt in einer Kleinstadt. Er liest seit Jahren die Webseite und die Zeitung, für die ich arbeite; zu 25 Prozent ist er zufrieden mit uns, zu 75 Prozent nicht. Das gibt er auf seinem Blog als Grobschätzung an. Er hat mit uns ideologische Differenzen. Man könnte sagen: Er arbeitet sich an uns und der Welt ab. Vor allem in unseren Foren im Internet. Wir kennen ihn. Wir bekommen Mails von ihm, wenn wir seine Beiträge löschen, die gegen die Netiquette verstoßen. In den Mails verunglimpft er Mitarbeiter und bloggt nun außerdem über uns.

„Die Süddeutsche Zeitung zensiert in ihrem Online-Forum wie eine totalitäre Macht“, schreibt Franz Meyer auf seiner Startseite in einem gelben Laufband. In einem Text behauptet er: „Die Meinungsbildung der SZ ist überwiegend aus homosexueller Sicht geprägt.“ Gerade daher rühre eine „große Gegnerschaft zu Putin“. Das ist eine größere seiner Thesen, und so geht es weiter.

Weil das Internet jedem eine Bühne bietet – auch wenn Zensurbeklager jammern, sie würden von aller Welt unterdrückt –, wird auf solchen Seiten öffentlich, was früher meistens in der relativen Privatsphäre eines Stammtisches oder einer Werkskantine blieb. Meyers Webseite eröffnet eine Weltsicht, mit der ein urbaner, halbwegs kosmopolitischer Menschenfreund gewöhnlich nicht konfrontiert wird. Wer mit ebenjener Haltung seine Texte durchstöbert, schwankt zwischen Schaudern und einer Faszination, die sich anfühlt, als würde man einer Lawine beim Losbrechen zusehen. In Zeitlupe. Glaubt Franz Meyer wirklich an eine schwule Verschwörung gegen Christen? Meint er seine bayerisch-katholische Hetze gegen protestantische Norddeutsche wie Merkel und Gauck ernst? Fordert er tatsächlich eine Einheitskirche (auch für Atheisten!) und – eine besondere Pointe des Blogs – eine „drastische Zensur der Boulevardpresse hinsichtlich Sensations-, Sex- und Paparazzi-Journalismus“?

mehr:
- Über den Hass (Plöchinger, 03.03.2016)

Wozu Inhalte?

Entpolitisierung Angela Merkel glaubt, Deutschland habe sich in den vergangenen Monaten und Jahren politisiert. Das Gegenteil ist der Fall 

Die Bundeskanzlerin nimmt in Deutschland eine Polarisierung wahr. Wer würde ihr da widersprechen wollen? Sie glaubt aber auch, eine Politisierung wahrzunehmen. Damit verkennt sie das Wesen des herrschenden Unmuts. 
Politisierung, das ist zweifellos ein schwammiger Begriff. Er kann politische Aktivität beschreiben, also als Synonym für „politisch aktiv“ betrachtet werden. In diesem Sinn ist Deutschland in den letzten Monaten tatsächlich politisiert worden. Viele Menschen, die zuvor passiv waren, engagieren sich nun gegen die aktuelle Politik, gegen Flüchtlinge und gegen „die Lügenpresse“. Der Begriff kann auch das Ersetzen einer Sphäre, beispielsweise der privaten, durch die politische beschreiben. Diese Begriffe von „Politisierung“ sind aber mindestens unvollständig. 
Politisierung, das bedeutet vor allem „politisch werden“. Nicht im Sinne von „politisch aktiv“, sondern von „politisch denkend“. Es sind aber gerade keine politisch denkenden Menschen, die die Stimmung im Land prägen. Die Mehrheit derer, die in Dresden montags auf die Straße gehen, die in den sozialen Netzwerken den Ton angeben und die – in extremen Fällen – Flüchtlingsunterkünfte anzünden, sind nicht „politisch“. Sie haben keine rationalen Ideale, keine Utopien, noch nicht einmal politische Konzepte. Sie können ihren Unmut nicht mehr in alternative Ansätze verwandeln, sind zu keiner sachlichen Diskussion mehr fähig und hassen Argumente. 
Was diese Menschen leitet sind Gefühle und deren irrationale Produkte. Es sind Hilflosigkeit, Unmut und auch Hass. Daraus entstehen einfache Feindbilder, Verschwörungstheorien und der Wunsch nach einem „Früher“, in dem alles besser war. Viele dieser Leute sind an einer Stelle angekommen, an der sie nicht einmal mehr selbst begreifen, wie weit rechts sie stehen. All diese Menschen finden eine Heimat bei denen, die man „Rechtspopulisten“ nennt. Hinter dem Rechtspopulismus stecken irrationale Gefühle und Konzepte. Er nährt sich aus dem Gedanken „Früher-war-alles-besser“, spielt mit dem Hass auf die bestehenden Eliten und beschwört „ein Volk“, das nicht existiert. Die rechtspopulistischen Behauptungen halten freilich keiner Analyse und Kritik stand. Das müssen sie auch nicht, dafür sind sie überhaupt nicht gemacht. Sie entfalten ihre Stärke nicht in der politischen Diskussion, im Gegenteil. Der Aufstieg des Rechtspopulismus ist der Aufstieg irrationalen Denkens und Fühlens. Völkischer Nationalismus und reaktionäres Geschwätz hätten in einer wirklich politisierten Gesellschaft kaum eine Chance. Wenn das, was wir momentan erleben, „Politisierung“ sein soll, stellt sich die Frage, welcher halbwegs vernünftige Mensch noch „politisch“ sein will. 

Die Entpolitisierung ist kein rein deutsches Problem. Weite Teile der westlichen Industrienationen haben mit ihr zu kämpfen. Nirgends kann man das derzeit so gut beobachten wie in den USA. Donald Trump ist dort auf dem besten Weg republikanischer Präsidentschaftskandidat zu werden. Er hetzt gegen mexikanische Einwanderer, ist sexistisch, spottet über seine republikanischen Mitbewerber und will keine Muslime mehr einreisen lassen. Nichts davon scheint ihm im Wege zu stehen.
mehr:
- Wozu Inhalte? (Franz Hausmann, Freitag-Community, 02.03.2016)

Daniel Ellsberg, Vater aller Whistleblower

Ehrung Daniel Ellsberg machte die Wahrheit über den Vietnamkrieg öffentlich. Nun bekam der 84-Jährige den Dresden-Preis. Die Laudatio von Jakob Augstein
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Mr. Ellsberg, wir kennen uns nicht persönlich, aber ich habe sehr viel über Sie gelesen, ich weiß, was Sie getan haben, und das beeindruckt mich sehr. Ich verneige mich vor Ihnen. Fast am meisten beeindruckt hat mich ein Artikel, den Sie für die Washington Post geschrieben haben, im Juli 2013. Da hatte Edward Snowden gerade Asyl in Moskau gefunden.
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Sie haben damals geschrieben: „Viele Leute erwähnen mein Beispiel und werfen Edward Snowden vor, sein Land verlassen zu haben, anstatt sich hier der Strafverfolgung zu stellen, wie ich das getan habe. Ich bin nicht dieser Ansicht. Das Land, in dem ich damals geblieben bin, war ein anderes Amerika, und das ist lange her.“

Sie haben Snowden in Schutz genommen. Und Sie haben das Risiko, das Sie selbst damals auf sich genommen haben, nachträglich harmloser gemacht, als es war. Aber Ihr Risiko war nicht klein. Wenn es nach Richard Nixon und Henry Kissinger gegangen wäre, dann hätten Sie bis zum Jahr 2008 im Knast gesessen – bei guter Führung. Sie hatten Glück. Nixon hat es übertrieben – in Ihrem Fall wie viele Jahre später im Watergate-Skandal. Er hat Leute geschickt, die in die Praxis Ihres Psychoanalytikers einbrachen, um irgendwelches Material gegen Sie zu sammeln. Ihr Telefon wurde abgehört, obwohl es dafür keinen Beschluss gab. Schließlich tauchte eine geheimdienstliche Anweisung auf, die forderte, „D. E. vollständig außer Gefecht zu setzen“.

mehr:
Vater aller Whistleblower (Jakob Augstein, der Freitag, 03.03.2016, Hervorhebung im folgenden Zitat von mir)
Die Staaten des Westens sind Demokratien. Es wird gewählt. Regierungen wechseln. Es gibt die Medien, die mehr oder weniger unabhängig sind. Es gibt Nichtregierungsorganisationen. Es gibt die Gewaltenteilung. Das ist alles schön und gut, und wir sollten uns darüber freuen. Denn es könnte tatsächlich schlimmer sein.

Aber unter dieser Oberfläche gibt es unsichtbare Tiefenstrukturen. Von Macht und Rechtlosigkeit, von Überwachung und Kontrolle und von Gehorsam. Vor allem von Gehorsam. Es gibt eine funktionstüchtige Infrastruktur des vollkommenen Polizeistaats, in die wir alle eingebettet sind. Wir sehen sie nicht. Wir spüren sie nicht. Aber sie umgibt uns. Wir leben in einem ruhenden Polizeistaat, in einem schlafenden Polizeistaat – der jederzeit zum Leben erweckt werden kann.

Wer diesem Rechtsstaat in die Quere kommt, kann sich auf einiges gefasst machen. Chelsea Manning verbrachte neun Monate in Isolationshaft. Sie musste nachts ihre Kleider abgeben und morgens nackt vor der Zelle antreten. Körperliche Übungen waren ihr verboten. Das Licht brannte unablässig. Das ist der Rechtsstaat.

Und Selbsttäuschung war es, die viele Journalisten in Deutschland eher mürrisch auf die Wikileaks-Veröffentlichungen reagieren ließ. Der Herausgeber der Zeit, Josef Joffe, war da typisch. Er schrieb, er wünsche sich „keinen Ein-Mann-Rächer, der nach eigenem Geschmack entscheidet, was zu veröffentlichen sei. Dafür haben wir Parlamente und Gerichte, also den Rechtsstaat“. Normalerweise rechtfertigen staatliche Stellen mit solchen Worten die Knebelung der Presse. Nur zur Erinnerung: Die Folter in Abu Ghraib, das grausame Waterboarding in den Gefängnissen der CIA, das Niedermähen unbewaffneter Zivilisten in Afghanistan – all das, was die USA in gefährliche Nähe zu den Unrechtsregimen im Nahen Osten, zu China und zur untergegangenen Sowjetunion gebracht hat, ist eben nicht durch „Parlamente und Gerichte“ an den Tag gekommen, sondern durch Whistleblower. […
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Nach US-amerikanischem Recht ist die Überwachung der Welt erlaubt. Was soll das? Diesen Rechtsanspruch können sich die Amerikaner gar nicht selbst genehmigen.

In Bezug auf ihre Auffassung von Sicherheitspolitik sind die USA heute ein totalitärer Staat. Solange das so ist, haben wir eine besondere Verpflichtung, wir in Europa, wir in Deutschland. Es ist die Verpflichtung, die Flamme der Freiheit nicht ausgehen zu lassen. Es ist die Verpflichtung, jenen, die gegen diesen Totalitarismus kämpfen, Schutz zu gewähren.
 
Mein Kommentar:
Wenn Augstein das wirklich glaubt, was er hier sagt, wieso schreibt er dann nicht gegen die Ukraine-Berichterstattung an?

DER GEFÄHRLICHSTE MANN IN AMERIKA - DANIEL ELLSBERG UND DIE PENTAGON-PAPIERE [1:31:15]

Veröffentlicht am 06.08.2012
DER GEFÄHRLICHSTE MANN IN AMERIKA
[http://aaeraa.blogspot.com]
Der Amerikaner Daniel Ellsberg hatte im März 1971 der „New York Times" eine streng geheime Regierungsstudie über die Vietnampolitik der USA zugespielt.
Papiere aus einem Safe nehmen, kopieren und an Journalisten verteilen -- das klingt bereits gefährlich. Der Amerikaner Daniel Ellsberg hatte im März 1971 der „New York Times" eine streng geheime Regierungsstudie über die Vietnampolitik der USA zugespielt. Die 7000 Seiten umfassenden „Pentagon-Papiere" belegten, dass gleich mehrere Präsidenten das Engagement der USA in Indochina vor der Öffentlichkeit heruntergespielt hatten, während längst Krieg und Bombardements geplant worden waren.
Die Nixon-Regierung ging gegen die Veröffentlichung der „Pentagon-Papiere" mitten im Vietnamkrieg mit allen Mitteln vor. Das FBI fahndete nach Ellsberg und seiner Frau, die tagelang untertauchten und in dieser Zeit weitere Zeitungen mit Kopien versorgten. Als sich der ehemals hochrangige Pentagon-Mitarbeiter schließlich stellte, drohten ihm laut Anklage 115 Jahre Gefängnis, unter anderem wegen Spionage und Verschwörung. Der Prozess wurde allerdings eingestellt. Und die Veröffentlichungsverbote, die die Regierung gegen die US-Presse erwirkt hatte, wurden vom Obersten Gericht kassiert. So geriet die Affäre zu einem Meilenstein in Sachen Pressefreiheit.
Vor einigen Jahren wurde Ellsberg von James Spader im Spielfilm „The Pentagon Papers" dargestellt, doch der in diesem Jahr „Oscar"-nominierte US-Dokumentarfilm erzählt die politisch brisante Geschichte nicht weniger packend. Im Mittelpunkt steht der mittlerweile ergraute Ellsberg, der im August 1964 als junger Wissenschaftler und ehemaliger Analyst der Rand Corporation, einer Denkfabrik der US-Streitkräfte, zum Pentagon wechselte. Er arbeitete Verteidigungsminister Robert McNamara zu und sammelte unter anderem Berichte über Gräueltaten des Vietcong -- als Argumentationshilfe für McNamara, der Präsident Lyndon B. Johnson zu systematischen Bombardierungen überreden wollte. Ellsberg war überzeugt von der Mission, Vietnam vor dem Kommunismus zu retten.
Die Autoren Judith Ehrlich und Rick Goldsmith haben akribisch Bildmaterial und Zeitzeugenaussagen gesammelt und zu einem spannenden Politthriller montiert. Ihr Film bietet nicht nur wegen der Tiraden Nixons („Ich schere mich um die Zivilisten einen Dreck") ernüchternde Einblicke in die US-Administration während des Vietnamkriegs. Am Ende demonstriert ein weißhaariger Daniel Ellsberg gegen den Irakkrieg und wird von der Polizei abgeführt.

siehe auch:
Die Seidenstraßenstrategie (Post, 11.06.2015)
- Putin hat gesprochen! Howgh! – Die Valdai-Rede (Post, 26.10.2014)
- Gegen den Krieg – Können wir sachlich bleiben? (Post, 12.12.2014
Ist er tatsächlich so doof? (Post, 01.03.2007)
Ich gab meinen Arbeitsplatz, meine Karriere,
meine Sicherheitseinstufung auf
und setzte meine Freiheit aufs Spiel.
Und das alles für ein Unterfangen
mit ungewissem Ausgang, in der Annahme,
dass sich die Öffentlichkeit,
wenn sie die Tragweite der ihr
25 Jahre lang aufgetischten Lügen
zur Schlächterei in Vietnam erführe,
gegen den Krieg entscheiden würde.
Leider lernt man dabei etwas
über seine Mitmenschen,
das man eigentlich gar nicht wissen will:
daß sie zuhören, daraus lernen,
sogar verstehen …
und es dann aber weiter ignorieren. 
 (Daniel Ellsberg, *1931, Whistleblower, mitverantwortlich für die Veröffentlichung der Pentagon-Papiere 1971, in einem Radio-Interview 1972, zitiert aus  
Der gefährlichste Mann in Amerika – Daniel Ellsberg und die Pentagon-Papiere [da zu finden ab 1:19:20])

Die Meinung der Arbeiter über Studenten der 68er-Bewegung {0:42}

Nihilistible
Am 21.08.2012 veröffentlicht 
Gegen-Sozialismus.jimdo.com
http://gegen-sozialismus.jimdo.com
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»Wir stehen nicht auf der falschen Seite. Wir sind die falsche Seite.« (Daniel Ellsberg)

Cum-cum/Cum-ex: Steuerbetrug unter den Augen des Staates

CUM EX / DIVIDENDENSTRIPPING einfach erklärt {5:00}

Veröffentlicht am 17.09.2016
In diesem Video werden Cum-Ex Transaktionen/Steuerkarrusselle einfach erklärt.
Ob Cum-Ex Transaktionen nun legal oder illegal sind, entscheiden die Gerichte, hier könnt Ihr erfahren, worum es sich in dem ganzen Streit dreht.

Nach dem Dividendenstichtag fällt der Aktienkurs normalerweise um die Bruttodividende. Deswegen fällt der Aktienkurs nach der Dividendenzahlung von 10€ auf 9,5€, da die Bruttodividende 0,5€ beträgt.
Außerdem können sich Fonds die Steuern erstatten lassen, da Fonds die Erträge selbst ausschütten. Diese Ausschüttungen werden auch besteuert, um diese Doppelbesteuerung zu vermeiden, können sich Fonds die Steuern erstatten lassen.

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Unter Dividendenstripping wird börsentechnisch die Kombination aus dem Verkauf einer Aktie kurz vor dem Dividendentermin und Rückkauf derselben Aktie kurz nach dem Dividendentermin verstanden. Ist der Verkäufer bei einem Verkauf kurz vor dem Dividendenstichtag (noch) nicht Eigentümer der Aktie (Leerverkäufer) und wird die Aktie kurz nach dem Dividendenstichtag geliefert, spricht man auch von Cum/Ex-Geschäften oder Cum-ex-Trade. Bei Cum/Ex-Geschäften kam es in der Vergangenheit in großem Umfang zu bewusst herbeigeführter mehrfacher Erstattung von nur ein Mal abgeführter Kapitalertragssteuer. Ob hierbei der Tatbestand der Steuerhinterziehung erfüllt wurde oder eine legale Steuergestaltung genutzt wurde, ist umstritten. 
Seit 1992 wissen Behörden, dass Banken und Investoren mit den umstrittenen Cum-Ex-Aktiengeschäften den Fiskus schröpfen.[1]  [Dividentenstripping, Wikipedia, abgerufen am 09.06.2017]
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Untersuchungsausschusse Cum-Ex [9:43]

Veröffentlicht am 10.12.2015

Bankenbetrug: Cum-ex-Deals in zweistelliger Miliardenhöhe - 14.12.2015 [2:10]

Veröffentlicht am 01.01.2016

Milliardendeals mit Cum-Ex-Geschäften [2:44]

Veröffentlicht am 04.12.2015
Es war ein Milliardengeschäft: Jahrelang haben sich offenbar Banken und Kapitalanlagefonds unrechtmäßig bereichert – auf Kosten des Fiskus und des ehrlichen Steuerzahlers. Die Rede ist von sogenannten Cum-Ex-Geschäften.
Die Aktiendeals mit traumhaften Renditen beruhten allein darauf, dass sich die Akteure eine einmal entrichtete Kapitalertragssteuer mehrfach erstatten ließen. Nach Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung hat die Hypo-Vereinsbank nun als erste deutsche Bank einen Bußgeldbescheid akzeptiert und damit ihre Verwicklung in die dubiosen Aktiengeschäften zugegeben.
Jahrelang ließ die Politik Banken und Fonds gewähren. Wie das geschehen konnte, soll bald ein Untersuchungsausschuss klären.

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Aktiendeals auf Steuerzahlerkosten | Monitor | Das Erste | WDR {8:44}

Veröffentlicht am 26.02.2016
Alter Info-Text: Veröffentlicht am 25.02.2016
Es sind Milliardengeschäfte auf Kosten der Steuerzahler: Jahrelang haben Banken und Millionäre mit so genannten Cum-Ex-Geschäften fürstlich verdient – unter den Augen der Bundesregierung. Jetzt soll ein Untersuchungsausschuss die dubiosen Geschäfte unter die Lupe nehmen und klären, warum gleich mehrere Finanzminister dies nicht verhindert haben. Aber die Finanzbranche hat längst vorgesorgt: Mit immer neuen Konstruktionen soll der Fiskus auch weiterhin geschröpft werden.

ARD: Die Story im Ersten - Milliarden für Millionäre 15.02.2016 {44:28}

Veröffentlicht am 15.02.2016
Hat der Staat jahrelang unser Steuergeld an Reiche verschenkt? Bei bestimmten Aktiendeals konnten sich Anleger Ertragssteuern erstatten lassen, ohne sie vorher gezahlt zu haben. Nun ermitteln die Staatsanwaltschaften.

Die Cum-Ex-Geschäfte hier nochmals in der Bildergalerie:
https://www.tagesschau.de/multimedia/...

Milliarden für Millionäre vom Finanzamt {44:28}

Veröffentlicht am 16.02.2016
"MILLIARDEN FÜR MILLIONÄRE" WEGEN GESETZESLÜCKE
WIE DER STAAT UNSER GELD AN REICHE VERSCHENKT !!!!
ARD – Story 15.01.16 zeigt, warum der Staat Steuergelder an Millionäre auszahlte!

Was haben Finanzinvestor Carsten Maschmeyer, Schauspielerin Veronica Ferres, Fußballtrainer Mirko Slomka und der Schweizer Banker Eric Sarasin gemeinsam? Sie sind Protagonisten in einem deutschen Wirtschaftskrimi.
Der Fall ist schon älter, aber noch immer ein Aufreger. Und so erzählt das Erste in der Reportage "Milliarden für Millionäre - Wie der Staat unser Geld an Reiche verschenkt" noch einmal von fragwürdigen Geschäfte um dubiose Aktiendeals. Diese führten dazu, dass der Staat viele Jahre lang Steuergelder an Millionäre auszahlte. Warum? Wegen einer Gesetzeslücke.

Clevere Geschäftemacher und träge Politiker
Auch wenn die nachgestellten Szenen und die Krimi-Musik bei dieser "Story im Ersten" recht albern wirken. Die Zusammenschau von gleichsam skrupelloser wie cleverer Geschäftemacherei mit der Trägheit des politischen Apparats lassen den Zuschauer staunend zurück.
Cum und Ex, das klingt erst mal nach einem Trinkspiel unter Kneipenkumpels. Berauscht haben sich schließlich allerdings nur diejenigen, die offenbar den Hals nicht voll kriegen.

Wundersame Vermehrung
Der Deal mit (cum) und ohne (ex) Dividenden lief folgendermaßen ab: Investoren und Banken machten es sich zunutze, dass die ausschüttende Aktiengesellschaft die auf Dividenden fällige Steuer direkt an das Finanzamt überwies. Der Aktionär bekam von seiner Bank eine Bescheinigung über die erstattete Kapitalsteuer, mit der er sich Geld vom Finanzamt zurückholen kann. Soweit die Regelung.
Der Trick funktionierte so, dass rund um den Ausschüttungstermin die Aktie mehrfach den Besitzer wechselte. Dadurch war nicht mehr klar, auf wessen Kosten das Finanzamt eigentlich die Kapitalertragssteuer erhalten hatte. Am Ende erhielten zwei Beteiligte je eine Bescheinigung über gezahlte Kapitalertragssteuern und somit den Anspruch auf eine Steuergutschrift. Die Steuer aber war nur einmal gezahlt worden.

10 Milliarden Euro teueres Steuergeschenk für die Superreichen
Ein gutes Geschäft für Banken und Superreiche, die hohe Summen investieren konnten. Ein schlechtes für die Finanzämter, die mehr Steuern erstatteten als sie eingenommen hatten. Geschätzter Schaden für den deutschen Fiskus: 10 Milliarden Euro.
Bereits 2002 wies der Bundesverband Deutscher Banken das Finanzministerium auf die Gesetzeslücke hin. Zuständiger Minister war damals Hans Eichel. Es geschah - nichts. Und die Cum-Ex-Deals liefen munter weiter.

Die Mühlen des Politikbetriebs
Vier Jahre und einen Finanzminister später untersagte Peer Steinbrück den inländischen Banken diese Deals. Nun wickelten ausländische Institute die Geldvermehrung von doppelter Erstattung einmal gezahlter Steuern ab. Und das Geschäft ging nun richtig los.
Erst 2012 verfügt schließlich Wolfgang Schäuble einfach und effektiv, dass Banken garantieren müssen, dass die Steuern tatsächlich gezahlt wurden.

Legal, illegal? Man weiß es nicht.
Maschmeyer, Müller und Co. geben vor nicht gewusst zu haben, dass Steuergelder ihre Traumrenditen finanzierten. Rechtswissenschaftler vertreten die Ansicht, die Geschäfte seien legal gewesen, immerhin habe selbst das Bundesfinanzministerium während der mühsamen Gesetzesänderungen von "geltendem Recht" gesprochen. Der Staat allerdings setzte seine Ermittler in Gang gegen, hat mehr als 100 Banken und Fonds im Visier.

Netter Appell
Von der juristischen Einschätzung hängt ab, ob die Milliarden Steuergelder für immer verloren sind. Da mutet die Überlegung von Staatssekretär Michael Meister (CDU) geradezu niedlich an. Er meint, es müsse doch selbst einem kleinen Kind klar sein, dass man nicht mehrfach Rückzahlungen für einmal Gezahltes fordern könne. Wohl wahr. Aber die großen Investoren haben es ja nicht gewusst.

Textquelle: Focus Online

siehe auch:
- Rudolf Schmenger im Interview (Post, 01.09.2015)

Das Geschäft mit den Staatsschulden

Woher nehmen die Banken eigentlich das Geld, das sie dem Staat leihen? Und bei wem landen am Ende die Zinsen? Eine Recherche 

Wenn etwas auf der Welt stabil wächst, dann sind es die Staatsschulden. Eine beliebte Erklärung dafür lautet, dass Regierungen einfach grundsätzlich schlecht haushalten und zu viele "Wohltaten" unter ihren Bürgern verteilen, um von diesen wiedergewählt zu werden. Im Großen und Ganzen, so heißt es, lebten die Staaten über ihre Verhältnisse. Daher müsse dringend gespart werden. Man könne sich vieles einfach nicht mehr länger leisten, man lebe auf Kosten der eigenen Kinder. Wie sollten die bloß die ganzen Schulden jemals zurückzahlen? 

Was an dieser Argumentation stimmt: Wachsende Schulden sind auf Dauer nicht tragbar. Sie führen zu immer höheren Zinsausgaben, die ja aus den Steuereinnahmen des Staates bezahlt werden müssen, also von dem, was alle Bürger gemeinsam erwirtschaften. Je mehr von den Steuern für Zinszahlungen verloren geht, desto weniger bleibt für den Rest. Dieser "Rest", also die Ausgaben für Bildung, Infrastruktur, Gesundheitswesen etc., schrumpft dann immer weiter. Steigende Zinszahlungen machen die Geldverleiher reich und das Land für alle Übrigen weniger lebenswert.
mehr:
- Das Geschäft mit den Staatsschulden (Paul Schreyer, Telepolis, 29.02.2016)

Journalistenethos in Zeiten der "Lügenpresse"

Der Oscar für den besten Film für "Spotlight" wirft ein Schlaglicht auf einen vergangenen Journalismus
Dieser Film ist kein "Missbrauchsdrama" wie in Agenturmeldungen jetzt immer zu lesen ist, sondern ein Hohelied auf den investigativen Journalismus. "Die Unbestechlichen" kennen alle. Nie wieder waren Journalisten so heldenhaft, wie in Alan J. Pakulas an der Aufdeckung des Watergate-Skandals orientiertem Spielfilm mit Dustin Hofman und Robert Redford. Jetzt bekommt das Heldenepos der Seventies Konkurrenz.

Denn auch "Spotlight", das Debüt von Thomas Mc Carthy, ist an tatsächlichen Vorgängen orientiert: Diesmal ist der Sündenpfuhl nicht das "Weiße Haus", sondern die katholische Erzdiözese Boston. Dort deckte ein Reporter-Team der US-amerikanischen Tageszeitung "The Boston Globe" in den späten 1990er Jahren Hunderte von Missbrauchsfälle durch katholische Priester und deren jahrzehntelange Vertuschung durch die Institutionen und den direkt verantwortlichen Kardinal auf.

Jetzt gewann Thomas Mc Carthys Film sehr überraschend den "Oscar" für den "Besten Film". Die Auszeichnung gilt auch einem leidenschaftlichen Plädoyer für den investigativen Journalismus - und ist ein notwendiges Gegengewicht: In Zeiten der Vorwürfe und Polemik gegen die "Lügenpresse" zeigt uns der Film, was Journalismus kann, warum guter Journalismus notwendig ist, und warum man nicht allein auf das Geld und angebliche Leserwünsche schauen darf.

mehr:
- Journalistenepos in Zeiten der "Lügenpresse" (Rüdiger Suchsland, Telepolis, 02.03.2016)
siehe auch:
- Eine Hommage an guten Journalismus (Christian Füller, der Freitag, 01.03.2016)
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SPOTLIGHT Trailer German Deutsch (2016) [2:33]

Veröffentlicht am 23.12.2015
Offizieller "Spotlight" Trailer Deutsch German 2016 | Abonnieren ➤ http://abo.yt/kc | (OT: Spotlight) Movie Trailer | Kinostart: 25 Feb 2016 | Mehr http://KinoCheck.de/film/spotlight-2016
Im Jahr 2001 erhält Walter „Robby“ Robinson (Michael Keaton), der Leiter des Investigativ-Teams des Boston Globe, einen besonderen Auftrag. Der neue Chefredakteur Marty Baron (Liev Schreiber) setzt ihn auf die Fälle von Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche an, von denen schon lange hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird. Doch als Robby und seine Kollegen Michael Rezendes (Mark Ruffalo), Sacha Pfeiffer (Rachel McAdams), Matt Carroll (Brian d’Arcy James) und Ben Bradlee jr. (John Slattery) die ersten Opfer interviewen, decken sie Schicht um Schicht einen viel größeren Skandal auf: Seit Jahrzehnten wurden in der Erzdiözese Boston immer wieder Kinder von Priestern missbraucht – und die Taten von höchsten Würdenträgern gedeckt und vertuscht. Die Spuren führen direkt zum Kardinal, doch die Reporter stoßen an eine Mauer des Schweigens. Die Opfer schweigen aus Angst, hochbezahlte Anwälte spielen auf Zeit. Die kostspielige Recherche der Zeitung droht zu scheitern.

Endcard Links | http://youtu.be/YK12gOGIs7c Mitte http://youtu.be/M509yrfbd_0 Rechts http://youtu.be/Ym-jdbqttnc

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Note | Spotlight german trailer courtesy of Paramount Pictures Germany GmbH. | All Rights Reserved. | http://amzo.in sind Affiliate Links. Bei einem Kauf ändert sich für euch nichts, aber ihr unterstützt dadurch unsere Arbeit. | KinoCheck®

Die Unbestechlichen (HQ-Trailer-1976) [2:48]

Hochgeladen am 26.08.2010
Der Einbruch in das Hauptquartier der demokratischen Partei 1972 scheint nur ein kleiner Einbruch zu sein, doch dann entdeckt der Reporter Bob Woodward (Robert Redford) von der Washington Post erste Ungereimtheiten, denn die Angeklagten haben ungewöhnlich hochgestellte Anwälte. Außerdem entdeckt er in den Unterlagen der Täter ein halb kodiertes Filofax, in dem er einen Namen findet, dem er nachgeht. Ohne es zu ahnen, lösen er und sein Kollege Bernstein (Dustin Hoffman) mit ihrer Nachhakerei den größten Politskandal der USA auf, denn die Spur von "Watergate" führt ganz bis hinauf zum Weißen Haus...

Akte Richard Nixon - Die Watergate-Affäre [Doku] [44:13]

Veröffentlicht am 21.08.2014
1972 brachen fünf Einbrecher in das Hauptquartier der Demokratischen Partei im "Watergate"-Hotel in Washington DC ein und brachten Abhörgeräte an. Dies war der Beginn eines politischen Skandals.

RSA Conference: Krypto-Hintertüren »atemberaubend töricht«

Seltene Einigkeit: Krypto-Fachleute stellen sich gemeinsam mit Unternehmen wie Microsoft und RSA gegen Hintertüren. Microsoft-Präsident Smith sprach vom "Pfad zur Hölle", RSA-Chef Yoran von "atemberaubend törichten" Ideen.
Am Eröffnungstag der RSA Conference 2016 zog sich ein Thema wie ein roter Faden durch die Keynotes: das Bestreben der US-Regierung, IT-Unternehmen zu Handlangern bei der Strafverfolgung zu machen. Sowohl Gastgeber Amit Yoran, Präsident von RSA, als auch Brad Smith von Microsoft sowie Krypto-Fachleute wie Ronald Rivest und Moxie Marlinspike kamen auf den Fall "Apple vs. FBI" und die zuvor geforderten Hintertüren zu sprechen. Einzig der Direktor der NSA, Admiral Michael Rogers, würdigte das heikle Thema in seiner Ansprache mit keinem Wort.

Geschwächte Verschlüsselung "töricht"
Yoran sagte, dass einige Vorschläge aus der Politik, wie beispielsweise das absichtliche Schwächen von Verschlüsselung, "atemberaubend töricht" seien. Angesichts der Aussage, dass von Cyber-Angriffen größere Gefahr ausgehe als vom Terrorismus, sei es laut Yoran unmöglich zu rechtfertigen, dass Infrastrukturen geschwächt würden.

Dies diene einzig der Bequemlichkeit der Strafverfolger – die damit aber nur Gelegenheitsgauner dingfest machten. Denn ernsthafte Terroristen oder Nachrichtendienste verwendeten niemals Techniken, die bekanntermaßen geschwächt wurden. Gleichzeitig sei dies aber eine Einladung an Kriminelle, diese Schwächen auszunutzen.

mehr:
- RSA Conference: IT-Welt vereint gegen Krypto-Hintertüren (Uli Ries, heise Security, 02.03.2016)

Male Politicians Warn Exposed Boobs May Cause Society To Collapse

- Male Politicians Warn Exposed Boobs May Cause Society To Collapse (29.02.2016)

Heute vor 94 Jahren – 3. März 1922: Fiume wird dem faschistischen Italien angegliedert

Bühnenprobe für den Faschismus 

Italiens gefeierter Schriftsteller Gabriele d'Annunzio (1863-1938), stets ein Meister der Selbstinszenierung, hatte im Ersten Weltkrieg seine Begeisterung für den Kampf und die Nation entdeckt. Bei Kriegsende machte er sich zum Wortführer der Enttäuschten, die Italien um die Früchte des Sieges betrogen sahen. Entschlossen, einen »verstümmelten Sieq« (»vittoria rnutilata«) nicht hinzunehmen, besetzte er im September 1919 mit einem Haufen verwegener Frontkämpfer (»Arditi«) das früher zur Donaumonarchie gehörende Fiume. Mit bombastischen und futuristischen Proklamationen, aggressiven Aufmärschen im Schwarzhemd und einer übersteigerten Führerideologie um seine Person inszenierte d'Annunzio in Fiume eine protofaschistische »Künstlerrepublik«, in der sich bereits vieles vom späteren Regierungsstil Mussolinis fand.
Gabriele d’Annunzio spricht zu Soldaten in Fiume, August 1920
Ende 1920 zwang die italienische Armee d'Annunzio zum Verlassen Fiumes, das zu einem von Italienern und Kroaten gemeinsam verwalteten Freistaat wurde. Am 3. März 1922 verjagten italienische Faschisten die dortige Regierung und bereiteten den Anschluss Fiumes an Italien vor, der im März 1924 erfolgte. 

Was am 3. März noch geschah: 

1861: Der »Zar-Befreier« Alexander II. hebt die Leibeigenschaft im russischen Zarenreich auf. 

Harenberg - Abenteuer Geschichte 2016

The Mysterious Sex Appeal Of Gabriele D'Annunzio - Rogues Gallery Online [6:47]
Veröffentlicht am 25.03.2014
From the pages of http://www.roguesgalleryonline.com/ Multi talented , charismatic and a bit of a Fascist, Gabriele D'Annunzio bedded over 1000 women. His sensual secrets will amaze you.
Find more rogues here http://www.roguesgalleryonline.com/th...
For a more rounded view of this fascinating man visit http://www.openlettersmonthly.com/may...

L'impresa di Fiume [7:56]

Veröffentlicht am 11.09.2012
: „Talijanski političari veoma su nalik scenskoj izvedbi: producenti i režiseri skriveni su od očiju javnosti, dok glumci oživljavaju želje i maštu publike." Na taj je način Rijeka, da se izrazimo upravo na D'Annunzijev način, kao cittá olocausta (mučenički grad) postala prva žrtva političke manipulacije masa i nacionalističkih ekstrema. (TM)

Dana 12. rujna 1919. Gabrielle D'Annunzio (1863.-1938.) dovezao se u Rijeku u Fiatu 501 crvene boje, na čelu auto kolone od 278 dragovoljaca, ardita i futurista ukrcanih na četrdesetak kamiona.

D'Annunzio je u svojoj riječkoj pustolovini pokazao svijetu nov način političkog izražavanja i akcije. Starorimski pozdravi, pjesme, parole, jezik, odore, parade, legionari, izravna obraćanja masi, govori, futurističke aklamacije i, konačno, uporaba automobila i motornih vozila za kaznene ekspedicije borbenih grupa ardita. Mussolini je samo iskoristio sve ono što je u Rijeci već bilo razrađeno." (SD)

Tsar Alexander II part 1 [9:59]

Veröffentlicht am 06.09.2012

Opposition to Alexander II 1855-1881 [14:38]

Veröffentlicht am 09.04.2013
Revision podcast on opposition to Alexander II in Russia 1855-1881