Donnerstag, 21. Januar 2016

Endlich wird über die Medienberichterstattung geredet – Aber wie?

Massenpsychologie ist ein Teilgebiet der Sozialpsychologie und beschäftigt sich mit dem Verhalten von Menschen in Menschenansammlungen. Ausgang für die Theoriebildung der Massenpsychologie ist die zum allgemeinen Erfahrungsschatz gehörende Tatsache, dass große Menschenmassen ein oft überraschend erscheinendes Verhalten zeigen. Zum Beispiel die Auslösung einer Panik aufgrund eines eher unbedeutenden Anlasses.
Nach Studien von Davis und Harless (1996) werden wichtige Entscheidungen in einer Gruppe nicht von einzelnen Individuen getroffen, sondern von der Masse in Abstimmung herbeigeführt, um durch die Zusammenarbeit ein Ziel zu erreichen. In der Geschichte sind große Menschenmassen imstande gewesen, dramatische und plötzliche soziale Veränderungen außerhalb der etablierten Rechtsprozesse einzuleiten. Kollektive Zusammenarbeit wird von einigen verdammt, von anderen unterstützt. Sozialwissenschaftler haben einige unterschiedliche Theorien aufgestellt, um massenpsychologische Phänomene zu erklären und zu erläutern, inwiefern sich das Gruppenverhalten vom Verhalten der Einzelpersonen innerhalb der Gruppe signifikant unterscheidet. (Massenpsychologie, Wikipedia)

mein Kommentar:
Ich hatte es ja schon fast aufgegeben: Endlich wird über den Manipulationsfaktor in der Medienberichterstattung geredet…
… aber wie!?
- phoenix Runde: "Schweigen, Maulkorb und Tabus? – Streit um Meinungsfreiheit"
(Phoenix, 20. u. 21.01.2016)
Polizeiberichte aus der Silvesternacht in Köln werden zurückgehalten. Journalisten wird vorgeworfen nicht objektiv zu berichten. Eine Debatte über die Meinungsfreiheit in Deutschland erhitzt die Gemüter.
Gibt es Redeverbote? Darf man in Deutschland über alles sprechen? Wer bestimmt die gesellschaftliche Debatte?
mein Kommentar:
Hier findet eine Sprachverkürzung statt. Die Frage müßte lauten: »Wer bestimmt die gesellschaftliche Debatte über die Flüchtlingskrise?«
Die Diskussion über die Medienberichterstattung während der Ukraine-Krise hat die sogenannten »Leitmedien« immer noch nicht erreicht.
Und Niggemeier gab zu: Ja, bei einigen Themen plage ihn ein eher pauschales, diffuses Unbehagen über die Berichterstattung der Kollegen. Besonders bei Themen, bei denen er selbst kein Experte sei – wie beispielsweise eben der Ukrainekonflikt, oder die Griechenlandkrise. Von Moderatorin Dagmar Engel, Chefredakteurin im Hauptstadtstudio der Deutschen Welle, gefragt, ob er denn kein Vertrauen in die Arbeit seiner Kollegen habe, sagte er: „Eigentlich nicht“. Da half es auch nichts, dass Pörksen empfahl, „ihn in die Mangel zu nehmen, dann wird er sich ändern“.
 (aus Medienwissenschaftler Pörksen: „Der deutsche Journalismus braucht mehr Verhaltenstherapie“, Tatjana Kerschbauer über eine Podiumsdiskussion mit Stefan Niggemeier und Bernhard Pörksen, Meedia, 30.04.2015, siehe weiter unten)

über die Namen der Diskussionsteilnehmer bin ich auf folgende Artikel gestoßen (nach Datum geordnet):

- Dummgeglotzt - Wie das Fernsehen uns verblödet (Interview mit Alexander Kissler über sein gleichnamiges Buch, Kath.Net, 23.07.2009)
[…] ich kam zum Ergebnis, dass meine Gewöhnung an eine Bedingung geknüpft ist, die das Fernsehen nicht gerne hört: Ich nehme es nicht ganz ernst. Das Fernsehen aber will unbedingt und mit aller Macht ernst genommen werden. Und wenn man es ernst nimmt, ist es sehr oft nicht mehr lustig, sondern schrecklich, mitunter auch gefährlich.

- TV-Buch: Aufklärung in verzappelten Zeiten (Matthias Matussek, SPON, 27.08.2009)
Gleich im Vorwort stellt er das Resultat seiner TV-Expedition klar: Von den rund sieben Milliarden Euro, die das öffentlich-rechtliche Fernsehen pro Jahr an Gebührengeldern ausgibt, hat er "keine Minute erwischt, die den Aufwand gelohnt hätte". Auf das ZDF würde er gleich ganz verzichten.

Wimmern und flimmern

Verfall überall, ganz besonders bei den Privatsendern. Schlüssellochszenen, Schönheits-OPs, Brüllereien im Hartz-IV-Sumpf, die endlosen Alpenpanoramen mit ihren Silbereisens und Hinterseers, die sogenannten Schicksalsrecherchen mit mächtig aufgedrehten Reportern, Schattenriss-Zeugen und dramatischen Kommentaren aus dem Off - die Geduld, mit der Kissler das alles minutiös beschreibt, hat einen eigenen Witz.

- Presserat sanktioniert Spiegel, Bild und Stern wegen MH17-Berichterstattung (Wilhelm von Pax, 11.09.2014)
Der Deutsche Presserat tadelt Spiegel, Bild, Bunte und Stern wegen ihrer MH17-Berichterstattung. Die Blätter berichteten über den Absturz der Flugmaschine „nicht akzeptabel“. Die Cover und die Veröffentlichung von Bildern der Flugopfer hätten die Medien den Opferschutz massiv verletzt. Allein 8 Beschwerden richteten sich gegen den SPIEGEL.

Medien im Ukraine-Konflikt: Gibt es hierzulande Pluralismus oder Gleichschaltung? (Rebecca Barth, 23.10.2014)
Von einem Propagandakrieg in deutschen Medien zu sprechen ist falsch.
Mein Kommentar:
Gut, daß Frau Barth ihre Frage gleich im ersten Satz beantwortet – und ihn damit als rethorische Floskel entlarvt! – Da weiß man wenigstens, wo sie hin will: 
Es geht also nicht um die Beantwortung einer Frage, sondern um das Vermitteln der schon von vorneherein existierenden Antwort. Differenzierte Überlegungen darf man in einem solchen Artikel nicht erwarten… 
In Talkshows sowie Zeitungen kommen regelmäßig Kritiker zu Wort. Ihnen wird eine Plattform geboten. Es kann um Verständnis für die russische Außenpolitik geworben werden.
Sind wir mal wieder demokratisch heute! (s. u.!) 
So ist seit Ausbruch der Krise Gabriele Krone-Schmalz regelmäßig Gast in Gesprächsrunden der ARD.
…Und im folgenden Video sehen wir, wie man mit ihr umgeht: Putin-Versteher braucht man nicht ausreden zu lassen!
Wenn ich mir das Alter der Männer ansehe,… die könnten ein Problem mit starken Frauen haben, vor allem mit Frauen, die die Unverschämtheit besitzen, auf ihrer Sichtweise zu bestehen und sich nicht den auf sie einredenden Männern unterwerfen.

Krone-Schmalz bei Maischberger: "Dann machen Sie Ihre Sendung doch alleine" {7:55}


Veröffentlicht am 25.02.2015
Maischberger 24.02.2015: "Zar Wladimir I. - Was will Putin wirklich?"
Frau Gabriele Krone Schmalz wird dauernd unterbrochen und ihre Aussagen als Falschbehauptungen bezeichnet.
Ganze Sendung hier:http://x2t.com/349827

- Werner Schulz (Wikipedia) fällt Krone Schmalz ständig ins Wort: »ein Aggressionskrieg, ein Aggressionskrieg, ein Aggressionskrieg«; davon steht in der Augsburger Allgemeinen aber kein Wort:
- Eklat vor laufender Kamera: Putin-Versteherin wird ausfallend (Michael Stifter, Augsburger Allgemeine, 25.02.2015)
„Können Sie vielleicht mal Ihren Intellekt aktivieren“, giftet sie ihren Sitznachbarn an. Der kontert trocken: „Sie haben doch nicht die Wahrheit gepachtet.“ Jetzt reicht es der Putin-Versteherin endgültig. „Wissen Sie was, machen Sie Ihre Sendung alleine“, blafft sie Sandra Maischberger an und will schon aufstehen. Die Moderation überredet Sie nur mit Mühe zum Bleiben. Immerhin einer stärkt Krone-Schmalz den Rücken: Ivan Rodionov. Der Mann ist aber auch Chefredakteur des russischen Propaganda-Senders RT Deutsch. Manchmal kann man sich seine Freunde nicht aussuchen. Schulz wird sicher keiner mehr. Am nächsten Tag sagt er dem Focus: „Ich habe mir gedacht: Die hat doch einen Tick unterm Pony – aber das habe ich nicht gesagt, weil ich sachlich bleiben wollte.“
mein Kommentar:
Kann mir jemand erklären, weshalb RT Deutsch »Propaganda-Sender« genannt wird?
Damit auch zufällig anwesende BILD-Leser kapieren, daß RT Deutsch was Schlechtes ist!
Die Tatsache, daß Krone-Schmalz als »Putin-Versteherin« tituliert wird, ist natürlich pures Versehen und völlig unbeabsichtigt…
[weiter mit dem Barth-Artikel:] Auch die Kritik des ARD Programmbeirats an der Ukraine-Berichterstattung zeigt, dass die Behauptung, die deutschen Medien seien propagandistisch und gleichgeschaltet, höchstens verschwörungstheoretische Ansätze bedient. Wenn dem so wäre, wie kommt es zu einem öffentlichem Diskurs? […]

Ebenso falsch ist es zu behaupten, es würde nicht ausgewogen über die russische Einnahme der Krim diskutiert. So werden die Vorgänge unter anderem in der FAZ kritisch betrachtet. Hier erhält Reinhard Merkel die Möglichkeit zu erklären, warum es sich bei der Einnahme der Krim nicht um eine völkerrechtswidrige Annexion handelte. Unter anderem erklärte auch die Süddeutsche Zeitung, warum die Krim für Russland wichtig sei und kritisierte den Tonfall westlicher Medienberichterstattung. In diesem Kontext sei anzumerken, dass das Referendum in Bezug auf das Völkerrecht selbst unter Politologen und Experten diskutiert wird und keine einheitliche Meinung besteht. Zudem wurde das Referendum vom Menschenrechtsrat des Kremls als manipuliert entlarvt. […]

Reporter ohne Grenzen platzierte Deutschland in seinem letzten Ranking auf Platz 14, Russland hingegen auf Platz 148. Einundzwanzig Plätze noch hinter der Ukraine. Auch aus diesem Grund ist der Vorwurf der Propaganda im Russlandkontext eher zu belächeln. Während in Deutschland Kritiker in Talkshows eingeladen werden, werden sie in Russland mundtot gemacht.
mein Kommentar:
Iwan Rodjonov wurde zu »Hart aber fair« eingeladen. Daß neben ihm ständig ein maskierter Heckenschütze im Bild erscheint, ist natürlich bedauernswert und purer Zufall! (Wir haben nämlich die besseren Medienwissenschaftler!) 
In jedem mittelmäßigen Krimi würde der Kriminalkommissar bei einer solchen Anhäufung von »Zufällen« und »unbeabsichtigten Irrtümern« Verdacht schöpfen!
In »Hart aber fair« wurde Iwan Rodjonov ständig vor einem maskierten
Heckenschützen plaziert. 
(Der Ukraine-Konflikt 3 – Westliche Naivität oder westliche Machtpolitik?, Post, 25.03.2014)
mein Kommentar:
wer auch nur an einem einzigen Hypnosekurs teilgenommen hat, kann sich an weniger als drei Fingern abzählen, was beim Fernsehzuschauer von Rodjonov hängenbleibt: der mit den dicken Brillengläsern und dem vermummten Scharfschützen! Der gute Rodjonov könnte die Einsteinsche Relativitätstheorie rückwärts oder die Bergpredigt vorwärts erzählen, es wäre völlig egal, gegen so ein Bild kommt er nicht mehr an! (»Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!«) Aber wir können sagen: wir haben ihm eine Plattform geboten. (Manipulationen, über die nicht geredet werden kann, sind am stabilsten! Wenn ich morgen Bekannten in der Kneipe von meinem Ärger über das Bild erzähle, gucken die mich nur verständnislos an!)
So wurde vor kurzem die Chefredakteurin von lenta.ru entlassen,…
mein Kommentar:
ach ja, wie undemokratisch auch! Was passierte denn in unserem freiheitlichen System mit dieser Journalistin? …

Entlassener Zeitonline-Journalist packt aus Montagsdemo Berlin 5.Mai 2014 {2:13}


Veröffentlicht am 06.05.2014
Montagsdemo Berlin 5.Mai 2014

… und mit Moritz Gathmann? (Der Ukraine-Konflikt 5 – Die Nagelprobe des JournalismusPost, 21.04.2014)
siehe dazu auch:
- Freiheit, Demokratie und Meinungsfreiheit (Post, 19.04.2015)

Und haben sie im ARD-Programmbeirat Joints verteilt, daß die sich unterstehen, die Medienberichterstattung zu kritisieren?

Netzwerk Nichtrecherche - Kritik des ARD-Programmbeirats wird totgeschwiegen(Telepolis, 21.09.2014)
Warum sollen wir drüber schreiben, wenn uns ans Bein gepinkelt wird?
Gelbe Karte für Einseitigkeit (Preußische Allgemeine, 01.10.2014)
… der Direktor von Echo Moskau ausgetauscht und der unabhängigen Sender TV Doschd unter Druck gesetzt. Darüber hinaus gilt das Komitee der Soldatenmütter nun als ausländischer Agent. […]

Dass die westliche Medienberichterstattung in Russland als antirussische Propaganda aufgenommen wird, hat weniger mit der Berichterstattung selber zu tun
[natürlich nicht, wir sind ja fraglos integer], als mit der Tatsache, dass der Tenor in den russischen Medien lautet: Der Westen hasst uns, es herrschte schon immer Propaganda gegen uns und darüber hinaus umzingeln sie uns und wollen uns zerstören.
mein Kommentar:
»Sie wollen uns zerstören!« Soll das heißen, daß die Russen unter Verfolgungswahn leiden?
- Wladimir Putin: Der Westen führt einen Vernichtungskrieg gegen Russland (Post, 09.06.2015)
Im ersten der beiden folgenden Artikel um Vorfälle aus den 80er Jahren wird über die gezielte und planmäßige Verunsicherung der Sowjetunion berichtet, im zweiten über die propagandistische Ausschlachtung einer durch »Able Archer« provozierten Fehlleistung der Sowjets.
- Able Archer 83: "Um Haaresbreite" (Post, 13.11.2015) und
- Der Abschuß von KAL 007: Das westliche Narrativ in der Schlacht um die Deutungshoheit (30.12.2015)
Der folgende Artikel bettet die Operation »Able Archer« in eine US-amerikanische Gesamtstrategie ein (und nun lande ich in der Schublade der Verschwörungstheoretiker!)
- Täuschung - Die Methode Reagan, Ressourcenkriege und medial vermittelte Feindbilder (Post, 14.05.2015)
…und da ich mich jetzt wohl schon auf dem Weg in die Psychiatrie befinde, kann ich auch noch auf folgenden Post hinweisen:
Zbigniew Brzezinski, Die einzige Weltmacht (Post, 28.11.2014)
- NATO gegen Russland – Brzezinski gibt zu: Es herrscht Kalter Krieg (Post, 02.07.2015)
im folgenden Post achte auf die Videos mit Dirk Müller, der die Sache auf den Punkt bringt:
   - Ukraine und USA: Der Streit um die Deutungshoheit geht weiter (Post, 27.11.2014)
- Operation Greystone (Post, 17.08.2015)

Das nächste Video habe ich wegen der kühlen Prägnanz der Müllerschen Darlegung nochmal eingestellt: (ab 8:25) »Sie sollten uns mehr Intelligenz zugestehen!«


Dirk Müller: Sie sollten uns mehr Intelligenz zugestehen! USA hat Interessen in der Ukraine! {14:55}


Veröffentlicht am 06.11.2014
6 .November 2014: Kleiner Ausschnitt aus: "Die Montagsgesellschaft diskutiert die Ukraine-Krise u.a. mit Dirk Müller und Willy Wimmer Dr. John C. Hulsman (US-amerikanischer Politikwissenschaftler und Politik-Experte)
noch eine Bemerkung zu den Ausführungen von John Hulsman:
Er sagt: »Wir haben einen Fehler gemacht und – typisch amerikanisch – wir haben den Fehler korrigiert.«

Man könnte es auch so formulieren: Wir Amerikaner schütten das Kind mit dem Bad aus, und um das zu korrigieren, schütten wir das nächste Kind mit dem Bad aus. Und weil wir die Guten sind und soviel Angst haben, muß man uns das nachsehen!


dazu Wladimir Putin:


Putin ohne Maulkorb - Valdai Rede auf Deutsch 2014 {38:12}


Veröffentlicht am 26.10.2014
Gorbatschow zur Valdai Rede: "Die Rede war erschütternd. Ich glaube, dass es ein solches Statement seit der ganzen Zeit der Regierung Putins nicht gegeben hat. Vielleich deshalb, weil die Situation dies fordert. In den Hauptzügen bin ich mit allen Gedanken einverstanden, die er geäußert hat." 
Facebook hat uns gelöscht, hier die neue Page: https://www.facebook.com/antimaidan.d...

Es folgt die deutsche Übersetzung der Rede von Wladimir Putin auf dem Valdai Forum 2014. Diese Rede findet zu einem sehr bedeutenden Zeitpunkt statt und wird von Politexperten als eine seiner bedeutendsten Reden gesehen. Wie alle wichtigen Reden von wichtigen russischen Politikern, findet sich diese Rede nicht unverfälscht in den deutschen Medien. Daher sahen wir Bedarf in einer Vertonung in der deutschen Sprache. Für weitere Informationen insbesondere über die Ukraine findet Ihr unsere Gruppe Antimaidan deutsch auch auf Facebook.

(Anmerkung: Ton und Bild sind sehr zeitversetzt.)

Quelle Text: http://www.chartophylakeion.de/blog/2...

mehr zu Putins Rede:
- Putin hat gesprochen! Howgh! – Die Valdai-Rede (Post, 26.10.2014), daraus ein Zitat:
»Ich werde nicht müde mich dessen zu wundern, wie unsere Partner, Mal ums Mal, wie man bei uns in Rußland zu sagen pflegt, auf ein und dieselbe Harke treten.«
siehe auch:
- Sloterdijk: Dem “Krieg gegen den Terror” die Denkerstirn geboten (Post, 03.06.2015)
- Ein Meisterstück der Propaganda des militärisch-industriellen Komplexes: Die Raketenlücke (Post, 15.03.2015)
- US-Fallschirmjäger in die Ukraine (Post, 28.04.2015)
- Der militärische Teil des EU-Assoziierungsabkommens mit der Ukraine (Post, 21.05.2015)
Der »Freie Westen« dreht nochmal ein bißchen an der Schraube (Post, 17.06.2015)
- US-Armee startet Großmanöver in der Ukraine (Harald Neuber, Telepolis, 21.07.2015)
- Pentagon rüstet im europäischen "Machtvakuum" auf (Post, 03.09.2015)
US-Außenpolitik: Befürchten, Fordern und Kämpfen (Post, 06.09.2015)
- USA – Das Geschäft mit der Angst: der neue »militärisch-industrielle Komplex« ist außer Kontrolle (Post, 14.09.2015)

Ständig wird gebetsmühlenartig der gleiche Mist über mir ausgekübelt, und ständig muß ich nachsehen und recherchieren um die immer gleichen Behauptungen zu widerlegen…

Ukraine 9 – Wider die veröffentlichte Meinung (11.05.2014, zuletzt aktualisiert am 31.07.2014)
Der Ukraine-Konflikt 5 – Die Nagelprobe des Journalismus (21.04.2014, zuletzt aktualisiert am 29.10.2014)
Gabriele Krone-Schmalz erklärt oft die russische Position in den Medien. Sie ruft dazu auf, diese Position zu verstehen. Als Kennerin des Landes macht sie dies sehr gut und ihre Anmerkungen sind für einen ausgewogenen Diskurs sehr wertvoll. Verstehen ist aber nicht gleichzusetzen mit Verständnis. Es fällt nicht schwer die russische Position zu verstehen. Aber sollte man auch für die russische Außenpolitik Verständnis haben? Genauso kann man einen islamistischen Terroristen verstehen, der in Hass auf Amerika und die westliche Welt, die in seine Heimat einfielen, Terrorakte verübt. Kann man für sein Handeln Verständnis zeigen? Muss man deswegen nur die USA kritisieren?
- Ukraine-Krise: Was die Russlandversteher nicht verstehen (Post, 19.10.2015)
mein Kommentar:
sollte man auch für die US-amerikanische Außenpolitik Verständnis haben?
Heute vor 44 Jahren – 4. September 1970: Salvador Allende wird zum Präsidenten Chiles gewählt (19.10.2014)
- Able Archer 83: "Um Haaresbreite" (Post, 13.11.2015)
- Fundgrube – Helmut Schmidt: Wie gefährlich ist Amerika? (Post, 29.08.2015)
Zbigniew Brzezinski, Die einzige Weltmacht (Post, 28.11.2014)

Leserkommentare abschalten? (Paul Schreyer, Telepolis, 11.11.2014)

Was das Medium-Magazin in seiner aktuellen Ausgabe eher nebenbei enthüllt, hat das Zeug, die aktuelle Debatte zum Vertrauensverlust der Leitmedien neu zu befeuern. Spiegel-Autor Christian Neef, der für das Blatt seit langem aus der Ukraine und aus Russland berichtet und dessen Artikel von vielen Lesern in den letzten Monaten heftig kritisiert wurden, sagt dort:
Eine solch massive Kritik wie in diesem Jahr habe ich noch nie erlebt. Vertrauensverlust? Den gibt es sicher. (…) Die Internetforen sind dabei ein Kapitel für sich. (…) Onlinemedien wie Spiegel Online nehmen inzwischen sogar in Kauf, dass die Berichte ihrer Korrespondenten gleich im Anschluss an den Text in den Foren aufs Übelste zerpflückt und als unwahr bezeichnet werden, sie desavouieren damit ihre eigenen Mitarbeiter und liefern sie schutzlos dem Shitstorm aus. Ich habe die Kollegen bei Spiegel Online deswegen gebeten, bei bestimmten Texten, die ich schreibe, die Kommentarfunktion künftig abzuschalten - so wie es andere Webseiten schon länger tun. Eine wildwuchernde Debatte im Netz, auch wenn sie grob gefiltert wird, ist nicht wirklich hilfreich. Im Gegenteil: Sie führt nicht nur bei den schreibenden Journalisten zu wachsender Verunsicherung, sondern bei leitenden Redakteuren auch zu beginnender Selbstzensur. (Christian Neef)

- Essay – Der Hass der Bescheidwisser (Bernhard Pörksen, SPON, 05.01.2015)
Es ist ein gegen die etablierten Medien gerichteter Hass, der diese besonders im Netz verankerte Gegenöffentlichkeit eint. Hier findet sie ihre eigenen Kanäle, Plattformen und Formate. Ihre Vertreter attackieren die "Systempresse", die "Lügenpresse" und die "Propagandamedien", sie schreiben von einem "geistigen Umerziehungslager", von einem "gleichgeschalteten Medienapparat" und der Wiederkehr der Nazi-Methoden zur Unterdrückung und Ausgrenzung unerwünschter Auffassungen.
mein Kommentar:
Was erwartet Ihr denn, wenn ich sowas in den Tagesthemen sehe:
- Tagesschau sachlich und objektiv: »Putin, einsam und verlassen« (Post, 19.11.2014)
- Leitmedienberichterstattung – alaaaf! Warum werden wir ständig wie kleine Kinder behandelt? (Post, 09.01.2016)
Man kann sich nach erlittener Lektüre all der Postings und Wutbeiträge in einem ersten Anfall ebenso hilfloser wie falscher Arroganz fragen: Sind dies nicht einfach nur schrille Spinner, gleichsam der Narrensaum der Republik? Und muss man die Idee einer Medienverschwörung überhaupt ernst nehmen? Die Antwort lautet: Man muss, denn hier nimmt eine mögliche Zukunft öffentlicher Auseinandersetzung Form an. Hier zeigt sich, in Gestalt des Extrems, eine Antiutopie des Diskurses, die weit über das aktuelle Getöse hinaus weist.

Ein drohender Dialog- und Kommunikationsinfarkt wird hier sichtbar, der einer offenen Gesellschaft gefährlich werden kann. Denn die zu Ende gedachte Manipulationsidee widerspricht so ziemlich allem, was diese offene Gesellschaft ausmacht.

Offensichtlich ist: Die Verschwörungsidee, deren Extremform eine blutige Spur durch die Menschheitsgeschichte zieht, stiftet apodiktisch Scheinklarheit. Sie täuscht den Durchblick vor und taugt gerade in Krisenzeiten als eine Weltformel des Übels. Ihre Funktion ist simpel. Sie ordnet ein eben noch diffuses Unbehagen auf eine einzige Ursache hin. Für einen gelassenen Beobachter mag die Welt insgesamt als eine Grauzone erscheinen, als ein Wirrwarr verschlungener Interessen, ein riesiges und in jedem Fall nuancenreiches Mischbild, das sich selten eindeutigen Schwarz-Weiß-Zeichnungen fügt.

Verschwörungstheoretisch argumentieren heißt eigentlich: der Debatte in der Sache durch die Entlarvung des anderen auszuweichen, denn alles ist bloß Chiffre und Zeichen, ist Indiz von Propaganda und Manipulation. Ist nicht auch, so fragen geübte Konspirationsfantasten, die Kritik der Verschwörungstheorie letztlich nur Beleg einer Verschwörung? Verwenden die sogenannten Qualitätsmedien, wie es in den entsprechenden Foren und Blogs heißt, diesen Kampfbegriff der CIA nicht lediglich, um ihre bröckelnde Autorität durch die Psychiatrisierung von Kritikern zu retten? Es braucht im Internet nur ein paar Klicks, um sich bei Bedarf mit derartigen Argumentationshilfen zu versorgen. […]

Kurzum: Es ist im digitalen Zeitalter unendlich leicht geworden, Parallelrealitäten und gleichsam wasserdicht versiegelte Mikroöffentlichkeiten zu erschaffen, die sich von den Überzeugungen der Allgemeinheit lösen. Was aber heißt es für das Ideal des Diskurses, wenn die Panzerung des Denkens problemlos möglich wird? Droht die Herrschaft der Wutmonaden, der vereinzelten Sofort-Bescheidwisser, die einfach nur ihren Hass auskübeln wollen? Und wie könnte man vonseiten der gescholtenen Medien im momentanen Reizklima reagieren?

Die Zeiten der Exklusion, der selbstherrlich gelebten Arroganz und der symbolisch oder faktisch errichteten Scheiterhaufen sind vorbei - und das ist, selbstverständlich, eine gute Nachricht, ein Positiveffekt der aktuellen Medienrevolution. Und ignorieren lässt sich die Stimmung aus Verschwörungsgerede, Medienverdrossenheit und berechtigter Medienkritik nicht mehr wirklich, dazu ist sie längst zu massiv.

- Gespräch über die fünfte Gewalt Nicht nur bei Pegida: „Jeder findet eine Plattform für exklusiven Irrsinn“ (Joachim Huber im Interview mit Bernhard Pörksen, Tagesspiegel, 14.01.2015)
Journalisten müssen heute gleichermaßen offen und offensiv für die eigene Glaubwürdigkeit werben, ihre Arbeit erklären, ihre Urteile begründen, ihre Fehler benennen - auch wenn es wehtut. Befragungen zeigen: Viele wissen gar nicht, wie im Journalismus gearbeitet wird, wie Nachrichten zustande kommen, welcher Geschwindigkeits- und Kostendruck herrscht und wie hart man um Qualität ringt. Und hier ist auch der einzelne Journalist selbst in der Pflicht: als ein um Transparenz bemühter Dialogpartner des Publikums, der die Aufklärung über die eigene Branche als notwendigen Zweitjob begreift. […]

Für mich ist das Wesen der fünften Gewalt ihre schillernde Individualität, sie hat unendlich viele Gesichter. Sie ist hässlich, klug, sensibel und fanatisch. Ich halte weder die pauschale Euphorie („Schwarmintelligenz“) noch das ähnlich pauschale Publikumsbashing („Trolle“, „Shitstorm“) für gerechtfertigt. Unter den neuen Kommunikationsbedingungen ist alles sichtbar – die kleingeistige Attacke, aber auch die großartige Enthüllung, das berührende Engagement, der verschwörungstheoretische Wahn.

Und doch bleibt für mich die Frage: Wie kann sich die fünfte Gewalt – ohne institutionelle Anbindung – gleichsam selbst zivilisieren? Auf welche Weise verhindert man, ohne die Möglichkeit offensiver Korrektur und Exklusion, dass ideologische Parallelrealitäten und bizarre Bestätigungsmilieus entstehen, die einer offenen Gesellschaft gefährlich werden können? Und wie bleibt, in einer Zeit radikal individualisierter Nischenöffentlichkeiten, die Agenda der Allgemeinheit als Fixpunkt öffentlicher Debatten gewahrt?[…]

Heute kann sich jeder seine eigene Plattform basteln und findet womöglich eine Fangemeinde für exklusiven Irrsinn und schrille Provokationen. Und auch die klassischen Medien lieben die Figur des schillernden Antikorrekten und belohnen den Tabubruch im Zweifel mit Talkshowauftritten. Woran sich diejenigen stören, die pauschal die Medien attackieren, ist oft nicht wirklich die fehlende Auseinandersetzung, sondern die fehlende Zustimmung. Man will Anerkennung für die eigene Überzeugung. Aber die lässt sich nun mal nicht erzwingen im Diskurs. Und das ist, letztlich, eine gute Nachricht.

Bernhard Pörksen im WDR5-Gespräch über die Lügenpresse (Update) (mit Roland Müller im Interview, Propagandaschau, 17.01.2015)
»[…] wir haben eigentlich schon seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, eine grassierende, eine allmählich schleichende Medienverdrossenheit. Journalisten und Journalistinnen waren noch nie besonders gut angesehen. Mein Kollege Wolfgang Donsbach hat in einer Studie 2009 das erste Mal in einem umfassenden, vergleichenden Sinne auf dieses Phänomen der Medienverdrossenheit hingewiesen. Aber das war lange kein Thema. Es gibt unendlich viele Symposien, Bücher, Tagungen zum Phänomen der Politikverdrossenheit. Über die Medienverdrossenheit wird erst aktuell gesprochen. Und der aktuelle Anlass ist die Ukraine-Berichterstattung, die Berichterstattung über Putin. Hier haben viele Menschen das Gefühl, die Presse berichte nicht objektiv, sie sei voreingenommen, es gebe eine Art systematischen Bias – nun gegenüber Putin eine Wiederkehr der Kalten-Kriegs-Rhetorik. Und es gibt dann – das ist das dritte Element, also Medienverdrossenheit ist ein langanhaltendes, schon lange nachgewiesenes Phänomen. Es gibt die aktuelle Ukrainekonflikt-Berichterstattung, die die Medienverdrossenheit mit neuer Energie versorgt – und dann gibt es drittens aber auch eine ideologisch-radikalisierte Medienverdrossenheit, die dann zu solchen Schlagworten greift, wie Lügenpresse oder aber auch sich in Verschwörungstheorien ergeht und sich in den unterschiedlichsten Foren, aber auch auf dem Buchmarkt dann kundtut und Laut gibt.”
Schon in seinem verschwörungstheoretischen Traktat im Spiegel hat Pörksen jeden wissenschaftlichen Anspruch missen lassen. Statt sachlicher Analyse und inhaltlicher Trennung von berechtigter Kritik und ideologischer Radikaldiffamierung der Medien, schnürte Pörksen einen groben Sack pathologisierter Wutbürger, die für rationalen Diskurs – den er selbstverständlich für sich selbst in Anspruch nimmt – nicht mehr ansprechbar seien. Immerhin hat er erkannt, dass hier eine Gefahr für die Gesellschaft ausgeht. Eine Erkenntnis, für die es keinen Medienwissenschaftler braucht.

Pörksens wissenschaftlich-intellektuelles Differenzierungspotenzial erschöpft sich in “den fiebrigen Irren”, die sich eine eigene Realität zurechtschustern und den “Qualitätsmedien”, die die wahre Wahrheit verbreiten. Er erkennt die Ukraine-Berichterstattung immerhin als Brandbeschleuniger, ist aber durchgängig zu feige – oder ideologisch fixiert – diese Kritik zu analysieren und ihre Berechtigungen anzuerkennen – geschweige denn die Ursachen der journalistischen Gleichschaltung und evidenten politischen Propaganda zu hinterfragen.
siehe dazu auch:
- KenFM – Ukraine – Schicksalstage in der deutschen Presse (Post, 21.06.2015)
- Dass man auf die Wahl des Wortes „Lügenpresse“ zum Unwort des Jahres stolz sein kann, begreife ich nicht. (Post, 24.06.2015)
- 68er-Revolte und Ukraine-Krise: Die Identität des Westens und der Kampf um die Deutunghoheit oder Der Unterschied zwischen Pudding und Sprengstoff (Post, 27.06.2015)
- Propagandakrieg in den Öffentlich-Rechtlichen (Post, 14.10.2015)
- Denken ist gefährlich, wenn es aus dem Ruder läuft (Post, 06.11.2015)
- Tagesschau: Weiter mit der antirussischen Propaganda… (Post, 18.11.2015)

Massenpsychologie und Ich-Analyse ist eine Schrift von Sigmund Freud aus dem Jahr 1921.In dem Essay stellt Freud dar, welche psychischen Mechanismen innerhalb von Massenbewegungen wirksam sind. Eine Masse ist nach Freud ein „provisorisches Wesen, das aus heterogenen Elementen besteht, die sich für einen Augenblick miteinander verbunden haben.“ Er bezieht sich in seinem Text stark auf die Schriften des Soziologen und Psychologen Gustave Le Bon (1841–1931) und referiert zu Beginn auch im Kapitel Le Bons Schilderung der Massenseele größtenteils dessen Arbeit. Freud beschreibt ebenso wie dieser, dass in den Massen der Einzelne ein Gefühl unendlicher Macht erlangt, welche es ihm gestattet, Triebe auszuleben, die er als Individuum hätte zügeln müssen. Diese Machtgefühle und Sicherheit ermöglichen es dem einzelnen Individuum, nicht nur als Teil einer Masse zu agieren, sondern auch sich Sicherheit in der Masse zu holen. Damit einher geht jedoch ein Schwund der bewussten Persönlichkeit und es entsteht eine Neigung, sich von jedem Affekt innerhalb der Masse anstecken zu lassen und durch „gegenseitige Induktion“ wiederum den Affekt zu verstärken. Insgesamt ist die Masse „impulsiv, wandelbar und reizbar. Sie wird fast ausschließlich vom Unbewussten geleitet.“
Freud unterscheidet zwei Arten von Massen. Zum einen gibt es die der kurzlebigen Art, die von einem rasch vorübergehenden Interesse geprägt sind (z. B. Trends), sowie jene dauerhaften Massen, die hochorganisiert sind, wie z. B. die Kirche oder das Militär. „Die Massen der ersteren Art sind den letzteren gleichsam aufgesetzt wie die kurzen, aber hohen Wellen den langen Dünungen der See.“ Grundsätzlich laufen in beiden Arten aber dieselben psychischen Vorgänge ab. […]
Freud nennt zunächst die (weitgehend unbewussteIdentifizierung mit den anderen Individuen der Masse, die sich alle in gleicher Weise zum Führer hingezogen fühlen, als bindendes Element. Das Ich nimmt eine bedeutsame Analogie am Anderen wahr und identifiziert sich mit ihm. Hinzu kommt eine Bewunderung und Idealisierung des Führers einer Masse durch den Prozess der Idealisierung. Dabei fließt die narzisstische Libido auf das Objekt über und man „liebt es wegen der Vollkommenheit, die man fürs eigene Ich angestrebt hat.“ [2] Auch der Vorgang einer Identifikation mit dem Aggressor kann erfolgen, z. B. auf dem Weg der Regression. (Massenpsychologie und Ich-Analyse, Wikipedia)

Mochte er noch so oft betont haben, wie kraftlos der Intellekt im Vergleich zum Triebleben sei: «Aber es ist doch etwas Besonderes um diese Schwäche; die Stimme des Intellekts ist leise, aber sie ruht nicht, ehe sie sich Gehör verschafft hat.» Am Ende, «nach unzählig oft wiederholten Abweisungen», würde man sie verstehen, das wollte er gern glauben. Vielleicht war auch die Wissenschaft eine Illusion, doch hatte sie nicht durch ihre großen und bedeutsamen Erfolge den Beweis erbracht, daß sie keine ist? Er war nicht blind gegen ihre Bedingungen und Bedingtheiten. Gerade die Subjektivität allen Denkens, die Beschränkung der Wissenschaft, die Endlichkeit ihrer Resultate gibt ihm Hoffnung auf ihre pragmatische Kraft, ihren Sieg über alle Ideologien: «Nein, unsere Wissenschaft ist keine Illusion. Eine Illusion aber wäre es zu glauben, daß wir anderswoher bekommen könnten, was sie uns nicht geben kann.» […]

… seine leise Stimme erhob sich auch gegen all jene, Ideologen und Politker, die sich nur zu gerne der Religion oder dessen, was sie daraus machten – als Instrumentarium, als Propagandamittel und Hetzwerkzeug bedienten und die ihre gläubigen Anhänger fanden, zahlreicher denn je, triebhafter, mörderischer. Keiner von all denen würde diese Stimme hören. Vermutlich hatte Pfister sogar recht, daß die Menschen, denen die Psychoanalyse «diese ausgeplünderte Welt» als höchste Erkenntnis vorführte, daß diese «armen Leute sich lieber in die Klause ihrer Krankheit flüchteten, als in diese schauerliche Eiswüste zögen». […]

«Nein, unsere Wissenschaft ist keine Illusion. Eine Illusion aber wäre es zu glauben, daß wir anderswoher bekommen könnten, was sie uns nicht geben kann.»
 (aus Annette Meyhöfer, Eine Wissenschaft des Träumens, zit. in Vor 155 Jahren: Sigmund Freud wird geboren, Post, 08.05.2011)

- Zu oft Mitarbeiter eingespart (junge Welt)

- Der Medienforscher Bernhar Pörksen über die Rolle des Internet im Meinungskampf (SüdwestPresse, 07.02.2015)
 "LÜGENPRESSE" UND CO. Warum die Medien am Pranger stehen (Michael Meyer, Archiv Deutschlandfunk, 09.03.2015)
"Diese heftige Medienkritik, die wir im Moment erleben, hat ihre Ursache darin, dass viele Menschen mit der Medienberichterstattung besonders mit Blick auf die Ukraine-Krise nicht zufrieden sind oder nicht zufrieden waren, dass es in der Tat eine Reihe von Fehlleistungen, von echten Fehlern gegeben hat, die man feststellen konnte. Hinzu kommt, dass Teile des Publikums den Medien mit einem grundsätzlichen Verdacht begegnen, nämlich mit dem Verdacht der Manipulation, der sich interessanterweise nun nicht festmacht an einzelnen Boulevardmedien, an der 'Bild'-Zeitung, sondern die Kritik der Medien ist gleichsam gewandert von der Einzelinstitution zur Profession des Journalismus selbst."
Es gab nicht in dem Sinne ein singuläres Ereignis, dass jetzt den Glauben an die Medien erschüttert hätte. Allerdings, so bestätigt es nicht nur Medienforscher Pörksen, entzündete sich besonders an der Ukraine-Berichterstattung die Kritik der Deutschen. Die einen sahen Russland eindeutig als Auslöser der Krise, die anderen sahen den Westen und Amerika als Aggressoren und Kriegstreiber und manche haderten einfach mit der unzulänglichen Berichterstattung.
"Ich denke, die Bereitschaft ist auf vielen Ebenen, in der Gesellschaft, in der Wirtschaft, in der Politik, grundsätzlich da gewesen, Russland sehr wohlwollend zu sehen, Russland als Partner verstehen zu wollen und nicht genau hinzuschauen, was passiert in Russland."
- Medienwissenschaftler Pörksen: „Der deutsche Journalismus braucht mehr Verhaltenstherapie“ (Tatjana Kerschbauer über eine Podiumsdiskussion mit Stefan Niggemeier und Bernhard Pörksen , Meedia, 30.04.2015)
Vielleicht zunächst nicht alle Kritiker über einen Kamm scheren. Da gäbe es Kritiker, die klug, berechtigt und sensibel auf Missstände hinweisen würden, so Pörksen. Einer davon, Stefan Niggemeier, sollte später auf dem Podium sitzen. Gut – über das „sensibel“ lässt sich auch bei Niggemeier manchmal streiten; über das Kluge und Berechtigte seiner Hinweise sicher nicht. Dummerweise gibt es aber abgesehen von professionellen Medienkritikern und Bürgern, die sich über bestimmte Aspekte zu Recht ärgern, auch noch die Empörungsjunkies. Und die ideologisch Radikalisierten: Das sind die, die unter jedem Artikel ihre Verschwörungstheorien posten. Will man es nett ausdrücken, könnte man diese neue fünfte Gewalt die „vernetzten Vielen“ nennen. Weniger nett als „grölender, digitaler Mob“ einschätzen. […]
Alice Bota, die bei der Zeit den Ukraine-Konflikt beackert, fühlt sich zumindest am Schreibtisch eher selten bedroht oder gescholten. Höchstens mal auf Fehler hingewiesen, was sie auch gut findet. Das könnte aber auch am recht elitären Zeit-Publikum liegen, das vielleicht weniger dazu neigt, glühende Hass-Mails zu schreiben. Nur über Niggemeier und seine „pauschale Kritik“ an der Ukraineberichterstattung deutscher Medien hat sich Bota zwischenzeitlich geärgert. Und Niggemeier gab zu: Ja, bei einigen Themen plage ihn ein eher pauschales, diffuses Unbehagen über die Berichterstattung der Kollegen. Besonders bei Themen, bei denen er selbst kein Experte sei – wie beispielsweise eben der Ukrainekonflikt, oder die Griechenlandkrise. Von Moderatorin Dagmar Engel, Chefredakteurin im Hauptstadtstudio der Deutschen Welle, gefragt, ob er denn kein Vertrauen in die Arbeit seiner Kollegen habe, sagte er: „Eigentlich nicht“. Da half es auch nichts, dass Pörksen empfahl, „ihn in die Mangel zu nehmen, dann wird er sich ändern“.  

- Journalismus wird in den Mainstream Medien bewusst unterdrückt (Post, 22.06.2015)

- Von Verschwörungstheorien und Journalismus (Paul Schreyer, Telepolis, 13.01.2016, Hervorhebungen im folgenden Zitat von mir)
Pörksens Essay bewertet die aktuelle Medienkritik im Kern als irrational. Der Autor konstatiert besorgt: "Die aktuellen Attacken von Verschwörungstheoretikern bedrohen den Journalismus." Ein starker Vorwurf. Lässt er sich belegen? Und vor allem: Taugen die verwendeten Begriffe dazu? Oder anders gefragt: Wer oder was sind eigentlich Verschwörungstheoretiker?
Zur letzten Frage hatte der Autor dieses Textes bereits vor gut einem Jahr folgende Überlegungen angestellt (Verschwörungstheorie!):  
►De facto wird der Begriff 'Verschwörungstheorie' heute vor allem benutzt, um Ansichten zu beschreiben, die nonkonform sind. Diese müssen dabei noch nicht einmal Theorien im eigentlichen Sinne sein. Es reicht der reine Dissens mit dem Mainstream. (…) Das Wort wird somit in einer pauschalen Weise benutzt, die sich logisch oder vernünftig kaum mehr fassen lässt. Festes Kriterium scheint aber der nonkonforme Inhalt zu sein. Nonkonform wäre demnach 'falsch'. Wird diese Gleichung zur Grundlage wissenschaftlichen Denkens, ist der Stillstand natürlich determiniert. Wird sie zur Grundlage der Führung einer Enzyklopädie, so entsteht Wissen, das auf politische Opportunität genormt ist  ◀︎

- Angstmanagement und die auffällige Häufung vom Terroranschlägen (Michael Lehnerüber den von Christoph Hörstel verwendeten Befriff des Terrormanagements, NEOPresse, 20.01.2016)
Gleichzeitig wissen wir, um die „Schaffung terroristischer Gruppierungen“ durch den Staat. Al-Qaida, der IS sind nur die neuesten „Auswüchse“ dieses staatlich durchgeführten Terrormangements. Und mit dem „Netz des Terrors“ steigen wir ein in eine neue Form des Managments – des Angstmanagements. Terror als nichtgreifbare Bedrohung ist ein Machtinstrument dessen sich die Mächtigen seit Jahrhundert bedienen, um die Untertanen, Sklaven oder heute Bevölkerungen kontrollieren und steuern zu können. Waren es früher wilde Horden oder Rassisten, sind es heute gewaltbereite Gruppen – meist mit islamistischen Hintergrund -, die als Mittel der Wahl eingesetzt werden, um Angst zu erzeugen und damit die Menschen gefügig zu machen.

Diese Taktik des „gefügig machen“ wurde spätestens mit den erlassenen Gesetzen, Verordnungen und (auch unbekannten) Regelungen nach 9/11 perfektioniert. Ein Machwerk wie der Patriot Act mit mehr als 1.000 Seiten wurde bereits am 25. Oktober 2001 vom US-Kongress verabschiedet. Keine sieben Wochen nach den Anschlägen ein solches „Machwerk“ zu verabschieden, das im Vorfeld erst einmal zusammengestellt und geschrieben, beraten und besprochen werden muss, und in dieser kurzen Zeit auf den Weg zu bringen, lässt eigentlich nur einen Schluss zu: das Teil lag fix und fertig in der Schublade und wartete nur auf den Tag X, um umgesetzt zu werden. Auch eine Form des Angstmanagements.
- "Die Medien tragen demokratische Verantwortung" (Reinhard Jellen, Telepolis, 21.01.2016)
- Deutschlands Hypnotherapeutin Nr. 1 und das Herstellen von Alternativlosigkeit (Post, 18.01.2016)
- »Unwort des Jahres« – Die Lufthoheit über meinem Gehirn (Post, 14.01.2016)
- Gutmensch ist Unwort des Jahres (Post, 13.01.2016)
- Leitmedienberichterstattung – alaaaf! Warum werden wir ständig wie kleine Kinder behandelt? (Post, 09.01.2016)
- Social Media und die Vertrauenskrise des Journalismus (30.11.2014)
- Von allen Seiten Nebelkerzen (Post, 30.11.2014)
- Die Propaganda-Suppe stetig am Köcheln halten… (Post, 29.11.2014)