Freitag, 19. Oktober 2007

Eva Herman: Hat sie oder hat sie nicht?

Eigentlich wollte ich hier was über Eva Hermans Auftritt bei Johannes B. Kerner schreiben. Aber aus meinem spontanen Gefühl einer öffentlichen Hinrichtung wurde Ratlosigkeit, einmal darüber, was Frau Herman will und wie sie sich ausdrückt. Noch mehr aber darüber, wie schnell in unserem Land Aufgeregtheit hergestellt wird und was das für Konsequenzen hat. Inzwischen weiß ich nicht mehr, was sie meint, und da ich nicht mehr sicher bin, wer hier wen richtig oder falsch zitiert, überlasse ich die Herstellungsversuche von adäquaten Kommentaren Leuten, die mehr Zeit haben.


Zuerst das auf Eva Hermans Seite als PDF-Datei herunterladbare Originalzitat [Das umstrittene Zitat und das, was ich wirklich sagte, Eva Herman, September 2007], das Anlaß für die Einladung in Kerners Talkshow war:

“Wir müssen den Familien Entlastung und nicht Belastung zumuten und müssen auch ‘ne Gerechtigkeit schaffen zwischen kinderlosen und kinderreichen Familien. Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68er wurde damals praktisch alles das – alles, was wir an Werten hatten – es war ‘ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle - aber es ist damals eben auch das, was gut war - und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt - das wurde abgeschafft. Es durfte nichts mehr stehen bleiben ...“

Eva Herman, bei der Vorstellung ihres Buches »Das Prinzip Arche Noah« in Berlin am 6. September 2007

Zum Artikel von Barbara Möller im Hamburger Abendblatt vom 7.9.2007 (Man achte auf den letzten Absatz!)
=================Stellungnahme von Eva Herman auf ihrer Homepage über das Entstehen des Rauschens im Deutschen Blätterwald (man achte auf die Absätze 5 und 6). Zur »Analyse der Fälschung« auf ihrer Seite. (Wichtig!)
is hierher kann ich noch folgen: Frau Herman scheint es tatsächlich nicht gesagt zu haben, auch wenn man es aufgrund des Sprachduktus im ersten Moment annehmen könnte. Aber: In dubio pro reo. (Im Zweifel für den Angeklagten.)

Am 9. September meldet »Medienhure – Das Medienmagazin«„Frau Hermans schriftstellerische Tätigkeit ist aus unserer Sicht nicht länger vereinbar mit ihrer Rolle als Fernsehmoderatorin und Talk-Gastgeberin“, so begründete NDR-Programmdirektor Volker Herres die sofortige Entlassung der früheren Tagesschau-Moderatorin Eva Herman.
… und weiter unten im gleichen Text:
Die Buchautorin und Fernsehmoderatorin Eva Herman bestätigte ihre Äußerungen: „Was ich zum Ausdruck bringen wollte, war, dass Werte, die ja auch vor dem Dritten Reich existiert haben, wie Familie, Kinder und das Mutterdasein, die auch im Dritten Reich gefördert wurden, anschließend durch die 68er abgeschafft wurden.“

Auch Focus meldet am 9. September: »Mit einem Anruf bei Herman versicherte sich der NDR der Echtheit der zitierten Aussagen.«

Auch die Süddeutsche meldet am 9.9.07, der NDR habe mitgeteilt, Eva Herman habe ihre Äußerungen bestätigt.

Ab hier kann ich nicht mehr folgen. Hat sie es nun bestätigt oder hat sie nicht? Einen Vergleich mit der NS-Familienpolitik habe ich jedenfalls nicht gefunden. (Ich werde deswegen aber nicht noch ein Buch von ihr lesen.)

Eine Stellungnahme des NDR habe ich nicht gefunden, auch keine Stellungnahme von Eva Herman zur Begründung ihrer Entlassung aufgrund ihrer angeblichen Bestätigung.

Am 9.10. wurde gemeldet, Eva Herman habe gegen ihre Entlassung geklagt.

Zu Stellungnahme einer Seite, die sich angeblich der freien Meinungsäußerung verschrieben hat (Opponent)

Im Opponent-Blog gibt’s You-Tube-Ausschnitte

Zur Einschätzung der Welt nach der Talkschow

Während der 50minütigen Auseinandersetzung mit Eva Herman (hier die Video-Adresse) waren die Standpunkte der beiden Kontrahenten:
Kerner: Nimmst Du jetzt den Vergleich mit der NS-Familienpolitik zurück?
Herman: Ich habe nichts zurückzunehmen, weil ich keinen Vergleich angestellt habe.

Die Frage ist also: Hat Kerner Herman zurecht rausgeworfen, weil sie den Vergleich nicht zurückgenommen hat oder ist sie vorgeführt und öffentlich hingerichtet worden, weil man ihr etwas in den Mund gelegt hat, was sie gar nicht gesagt hat?

Die Seite Matziberlin sympathisiert mit dem Opfer. Ein Link etwa in der Mitte der Seite führt zu »Sendungsbewusstsein« mit dem fachlich kompetenten Übersichtsaufsatz »Eva Herman bei Kerner als Thema der Blogoszene«. Gut recherchiert gibt der Aufsatz einen Überblick über die Kommentare nach der Sendung. Ein Link etwa in der Mitte der Seite führt zu dem Artikel »Die neue Antifa« bei Telepolis. (Zur Begriffsklärung »Antifa« bei Wikipedia)

Vom Aufsatz bei »Sendungsbewusstsein« führt bei Punkt 4 ein Link zu »f!xmbr«, wo der Artikel »Adolf, Eva und die Autobahnen« den Verlauf der Sendung kommentiert schildert. Eine Zusammenfassung des Vorfalls gibt’s auch beim ZDF (und noch ein Link zu einer ZDF-Darstellung). Weitere Links erspare ich mir, wer interessiert ist, suche Punkt 4 des oben erwähnten Übersichtsaufsatzes.
Hier ist noch ein ganz interessanter Link zu einem offenen Brief von Felix Hau, Journalist und Redakteur, an Johannes B. Kerner bei "Berzengeschnetz"
Da der Link nicht mehr funktioniert: Der Text ist in einem Thread zu finden:
- Interessanter Brief zum Thema "Herman" (Danny M3, Forum Panzer-Archiv, 16.10.2007, 15:49h, Beitrags-Nr.: 131589)

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Was ist also passiert? Frau Herman hat die Nazizeit erwähnt und ist von einer Journalistin des Hamburger Abendblattes anscheinend falsch zitiert worden. Daraufhin entsteht große Aufregung, und der NDR meldet, sie habe ihre falsch zitierten Äußerungen bestätigt. Sie wird gekündigt, erhebt Klage und wird ob des Medienrummels bei Kerner in die Talkshow geladen. Hier wird sie aufgefordert, ihre Äußerungen zurückzunehmen, was sie nicht tut. Während der Sendung läßt sie sich dazu hinreißen, weitere Äußerungen zu tun, die mißverständlich sind und wird rausgeworfen.

Ich frage mich: Weshalb lädt eigentlich keiner Barbara Möller vom Hamburger Abendblatt ein und befragt sie über journalistische Sorgfaltspflicht? Darf in Deutschland jeder irgendwem einen Skandal anhängen und wird daraufhin nicht zur Rechenschaft gezogen? Ist das undifferenzierte Skadalisieren von Dingen, die nur im Entferntesten mit dem Dritten Reich zu tun haben, nicht dasselbe wie die Ignoranz und Nicht-Wissen-Wollen nach dem Krieg und der Braunen Subkultur heute?

Wenn wir unsere Geschichte wirklich aufarbeiten wollen, müssen wir vor allem zuhören. In diesem Zusammenhang erwähne ich den wohltuenden buddhistischen Begriff des »Nicht-urteilenden Gewahrseins«. Wenn wir wirklich verstehen wollen – und das ist der zentrale Punkt des Aufarbeitens – müssen wir dies vorurteilslos tun und uns des wohlfeilen, moralisch entrüsteten Draufhauens bei jeder sich bietenden Gelegenheit enthalten. Das Unangenehme dabei ist nämlich, das wir dabei feststellen müssen, daß uns braune Bewußtseinsinhalte in unserem Innern näher sind, als wir das gerne hätten. (Und das verführt zum Draufhauen.) Doch nur, wenn wir uns dessen bewußt sind, können wir eine Wiederholung der Geschichte verhindern. Mit Schlagworten, Anklagen und demokratisch geläuterter Selbstherrlichkeit wird es nicht funktionieren.

In den Augen vieler ist Frau Herman das Problem: Sie ist wirr im Kopf und äußert kruse Wertevorstellungen, die in einem diffusen Zusammenhang mit der Nazizeit stehen. Nach den systemischen Therapeuten läßt sich aber das Problem auch als Lösungsstrategie verstehen: Wenn Frau Herman nicht das Problem wäre, hätten wir ein Problem des Journalismus und der Medien. Deshalb ist es praktischer, wenn Frau Herman, deren Einstellung zum Geschlechterverhältnis ja auch nicht so einfach zu verdauen sind, zum Außenseiter gemacht wird. Dann braucht sich niemand von denen, die sie da reingeritten – und sich selbst profiliert – haben, an die eigene Nase zu fassen und sich Gedanken zu machen.

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An dieser Stelle möchte ich an die Jenninger-Rede vom 10. November 1988 erinnern (Link zur vollständigen Fassung). Diese zum 50. Jahrestag der Novemberprogrome 1938 gehaltene Rede, mit der der damalige Bundestagspräsident Philipp Jenninger ein Verständnis dafür vermitteln wollte, weshalb so viele Deutsche von Hitler begeistert waren, führte einen Tag später aufgrund massiver – auch internationaler – Proteste zu seinem Rücktritt. Horst Königstein hat 1989 dazu ein sehr einfühlsames und beeindruckendes Fernsehspiel gemacht (»Jenninger – Was eine Rede an den Tag brachte«). Ignatz Bubis, langjähriger Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland (siehe auch »Der Müll, die Stadt und der Tod« bei Wikipedia), hielt fast auf den Tag genau ein Jahr später, am 9. November 1989 in der Frankfurter Synagoge eine Gedenkrede, in der er weite Strecken aus der Jenninger-Rede übernahm. (Schon in einer Gedenkrede am 2. Mai 1989 hatte er einige Passagen aus der Jenninger-Rede übernommen.) Bei einer Diskussion im November 1995 anläßlich der Hamburger Kulturgespräche in Moorweide machte Bubis selbst darauf aufmerksam. Die Tatsache, daß zwei Journalisten anwesend waren, führte am nächsten Tag zu einem lauten Rauschen im deutschen Blätterwald (siehe auch bei ZEIT-online). Bei der Universität Koblenz läßt sich ein Artikel des japanischen Linguisten Ysushi Suzuki über die unterschiedliche Aufnahme der Jenninger und der Bubis-Rede aus der »Zeitschrift für angewandte Linguistik« herunterladen.

Dazu ein Standardspruch der Hypno-Therapeuten: »Der Empfänger bestimmt die Botschaft.«

Ein Link zur Walser–Bubis–Kontroverse

siehe auch:
- Unglücklicher Staatsakt - Philipp Jenningers Rede zum 50. Jahrestag der Novemberpogrome 1938 (Wolfgang Benz, Bundeszentrale für politische Bildung, 04.11.2013)
- Rede am 10. November 1988 im Deutschen Bundestag (Wikipedia. siehe auch Literatur, Weblinks und Einzelnachweise!)

Eva Herman bei Kerner + Analyse {9:08}

Hochgeladen am 31.08.2009
Eva Herman bei Kerner mit einer TOP Analyse von FernsehKritik.tv, Abtreibungslobbyistin Berger und wie qualifiziert waren die anderen Gesprächsteilnehmer, sich moralisch so über Eva Herman zu erheben? Den so genannten Komiker Mario Barth können wir hier vernachlässigen, er wurde ohnehin kaum an der Debatte beteiligt. Die frühere TV Moderatorin Margarete Schreinemakers wollte 1996 ihre eigene Sendung schamlos dazu missbrauchen, ihren persönlichen Krieg mit dem Finanzamt in aller Öffentlichkeit mit Bundesfinanzminister Theo Waigel zu verhandeln.

Sat1 musste die Live Sendung abbrechen! Noch schlimmer die Schauspielerin Senta Berger. Sie hat 1971 an der Kampagne der Illustrierten Stern teilgenommen, die unter dem Bekenntnis Wir haben abgetrieben ein Recht der Frau auf die Tötung ihres ungeborenen Kindes einforderte.

Dass Menschen mit dieser Vergangenheit das Bedürfnis haben, ihre schmutzige Weste auf Kosten anderer in milderem Licht scheinen zu lassen, überrascht nicht. Aber vielen TV Zuschauern sind solche Zusammenhänge nicht klar.

Das Schlimmste passierte Senta Berger 1965 in New York. Da fragte der berühmte jüdische Produzent Zanuck: „War Ihr Vater Nazi? Senta antwortete: „Nein, Herr Zanuck. „War er in der Partei? „Ja, Herr Zanuck. „Dann ist Ihr Vater also mitverantwortlich für all die Greueltaten, die in den KZs verübt worden sind!

Senta Berger beschreibt: „Er öffnete seinen seidenen Schlafrock. Er war nackt darunter. Er schrie mich an: „Dein Volk hat Millionen von meinen Leuten getötet, vergast, erschossen Look at me! Ich bin bereit zu verzeihen. Mein ganzer Körper fiebert dir entgegen, du kleines Nazimädel! Das sagte er auf Deutsch: „Nazimädel.

Ich begann ihm auszuweichen. Und er mir nach, in seinem flatternden offen stehenden Schlafrock. Es gab ein kurzes absurdes Gerangel zwischen uns. Dann stand Senta Berger auf der Straße. Um eine Rolle ärmer, aber eine Erfahrung reicher. Senta Bergers Erlebnisse im jüdischen Hollywood.

Einseitiger Historiker - Wolfgang Wippermann
Ein einseitiger Experte ist der Geschichtsprofessor Wolfgang Wippermann (Berlin). Der Mann, dessen Sensorium für braunes Gedankengut so sensibel ist, dass es auch Unschuldige wie Eva Herman aufspürt, zeigt sich bei roten Verbrechen eher rustikal. Er warnte vor einer Dämonisierung des Kommunismus und verharmlost damit die Ideologie, die weltweit am meisten Todesopfer gekostet hat.

Und auch die Arbeit der Stasi Unterlagenbehörde hat er angegriffen, er nannte sie eine in der Verfassung nicht vorgesehenen Behörde; jedenfalls nicht in meiner Verfassung, man muss sich zwar mittlerweile dauernd eine neue kaufen, weil immer ein Grundrecht nach dem anderen beseitigt wird. Über das Interesse dieses Historikers an einer Aufarbeitung der DDR Geschichte spricht das ebenso Bände wie über sein Verhältnis zum Grundgesetz.

Auffällig, dass er dabei (wie abgesprochen) mit den anderen geladenen Gästen Margarete Schreinemakers und vor allem Senta Berger perfekt Doppelpass spielte. Fakten & Fiktionen hat schon recht bald Wippermanns dubiose Vergangenheit thematisiert, jetzt kommt heraus, dass Wippermann und Senta Berger sich wohl mindestens seit letztem Jahr gut kennen. Berger und ihr Mann, Michael Verhoeven, haben am Filmprojekt Der unbekannte Soldat in der ehelichen Sentana Filmproduktion GmbH zusammen gearbeitet.

Ein Schelm, wer böses dabei denkt
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Im Januar 2009 gewann Herman in erster Instanz vor dem Landgericht Köln zwei Prozesse gegen den Axel-Springer-Verlag, dessen Medien im September 2007 über ihre Aussagen berichtet hatten. Im ersten Verfahren verurteilte das Gericht die Bild-Zeitung für Franz Josef WagnersTitulierung Hermans als „dumme Kuh“ zu einem Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 Euro. Die Überschrift „Ist Eva Herman braun oder nur doof?“ eines anderen Bild-Artikels wurde dagegen als zulässige Meinungsäußerung bewertet.[48] Im zweiten Fall urteilte das Gericht, dass das Hamburger Abendblatt Herman am 7. September 2007 falsch zitiert habe, und verurteilte den Verlag daher zur Unterlassung der strittigen Formulierungen, zum Abdruck einer Richtigstellung, dass es sich bei dem angeblichen Zitat nicht um Hermans Aussage gehandelt habe, und zu 10.000 Euro Schmerzensgeld für Herman.[49]
Nach einer Berufungsverhandlung zum ersten Fall erhöhte das Oberlandesgericht Köln das Schmerzensgeld, auf das der Axel-Springer-Verlag verklagt worden war, auf 25.000 Euro. Laut Urteilsbegründung handelte es sich um eine auch, aber nicht einzig mögliche Interpretation der „mehrdeutigen Äußerung“ Hermans, die aber als Zitat dargestellt worden sei. Das habe den Eindruck erweckt, Herman habe Positives am Nationalsozialismus hervorgehoben. Diese Tatsachenbehauptung habe ihr Persönlichkeitsrecht erheblich beeinträchtigt. Für weitere berufliche und private Auswirkungen dieser Interpretation könne Herman aber nicht allein den Springer-Verlag verantwortlich machen.[50]
Im Juni 2011 gab der für das allgemeine Persönlichkeitsrecht zuständige VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) der Revisionsklage des Axel-Springer-Verlags statt und widersprach dem Urteil des Oberlandesgerichts. Das Persönlichkeitsrecht schütze zwar vor „unrichtigen, verfälschten oder entstellten Wiedergaben einer Äußerung“. Diese lägen hier jedoch nicht vor, da Hermans Äußerung „im Gesamtzusammenhang betrachtet gemessen an Wortwahl, Kontext der Gedankenführung und Stoßrichtung“ nur die Deutung zulasse, „die die Beklagte ihr beigemessen hat.“[51][52]
Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) lehnte Hermans Beschwerde gegen dieses BGH-Urteil am 25. November 2012 ab: Die Entscheidung des BGH habe Herman nicht in ihren Grundrechten verletzt. Die vom Hamburger Abendblatt zitierten Äußerungen seien im Gesamtzusammenhang zu betrachten und stellten eine Meinungsäußerung dar. „Die Beschwerdeführerin, der es nicht gelungen war, sich unmissverständlich auszudrücken, muss die streitgegenständliche Passage als zum ‚Meinungskampf‘ gehörig hinnehmen.“[53][Eva Herman, Gerichtsurteile, Wikipedia, abgerufen am 12.05.2017]
Am 25. Juli 2010 kommentierte Herman beim Kopp Verlag das Unglück bei der Loveparade 2010, bei dem am Vortag 21 Personen gestorben waren. Sie kritisierte die Loveparade als „Sodom und Gomorra mit katastrophalen Folgen“ und als „riesige Drogen-, Alkohol- und Sexorgie”, die den „kulturellen und geistigen Absturz einer ganzen Gesellschaft” symbolisiere. Dafür machte sie die 68er-Bewegung verantwortlich und vermutete:[54]
„Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen! Grauenhaft allerdings, dass es erst zu einem solchen Unglück kommen musste.“[59]
Diese Aussage interpretierten und kritisierten einige Kommentatoren als Andeutung einer Strafe Gottes, also einer Schuldzuweisung an Opfer und Besucher.[60] [Eva Herman, Aktivitäten seit 2009Wikipedia, zuletzt abgerufen am 12.05.2017]