Freitag, 26. Juli 2019

Rainer Mausfeld: Angst und Macht in kapitalistischen Demokratien

Rezension Der Neoliberalismus zerstört unsere Gesellschaften und die Demokratie. Rainer Mausfeld über Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien

Der Neoliberalismus ist m.E. die Krankheit unserer Zeit. Fast alle Bereiche unserer Gesellschaft – und es werden ständig neue davon erfasst – sind von dessen Geist, besser: Un-Geist, befallen. Das Perfide daran: Die mit dem Neoliberalismus in Verbindung stehenden Mechanismen, präziser: dessen Ideologie, wird den Menschen geradezu als Medizin verkauft, gepredigt, die uns vorgeblich voranbringt. Paradox: Eine Krankheit wird uns als Allheilmittel verordnet. Die zu Apologeten dieses „Allheilmittels“ gemachten oder gar – entsprechenden, wie auch immer gearteten Einflüssen erlegen – aus eigenem Antrieb dazu gekommenen Politiker sowie die ihnen kritiklos, liebedienernd zur Seite stehenden, ihnen nachplappernden, Papageienjournalisten – statt als Vierte Macht in der Demokratie zu handeln! – in unseren Mainstream- und „Leit“-Medien verkaufen diesen Neoliberalismus.

Wer es nicht schafft, ist selber schuld

Sie lassen die schon immer falsche „Volksweisheit“ aufscheinen: Jeder sei seines eigenen Glückes Schmied. Und wer’s halt nicht schafft? Der ist nicht nur raus, hat Pech gehabt, sondern – stärker als nie zuvor wird ihm heute vermittelt: Du bist selber schuld. Hast dich eben nicht genug angestrengt. So jemand begehrt in den seltensten Fällen auf. Er ist förmlich erschlagen von den Verhältnissen. Wem sollte er die Schuld für sein Versagen geben? Er sieht ja keine.

Die Mächtigen – ich meine hier nicht die uns regierenden, sondern die wahrhaft Mächtigen, welche ja die Ideologie des Neoliberalismus immer weiter vorantreiben, sind ja weitgehend unsichtbar. Sie haben keine Adresse. In früheren Zeiten hatten etwa die Ausgebeuteten, wenn der Guts- oder Fabrikherr den Bogen in Sachen Ausbeutung überspannt hatte diese Adresse. Und dann zogen sie schon mal mit Mistforken vor die Villa des Ausbeuters.

Manchmal entschlüpft den anscheinend Mächtigen auch einmal die Wahrheit

Und unter den anscheinend Mächtigen gibt es sogar manchmal welche, denen auch mal die Wahrheit entschlüpft. Einer von ihnen sagte das dann sogar offen in der ARD-Satiresendung „Pelzig“ am 21. Mai 2010 in der ARD. Der damalige bayerische CSU-Ministerpräsidenten Horst Seehofer sagte frank und frei von der Leber weg:

„Diejenigen die gewählt wurden, haben nichts zu entscheiden … und diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt.“

Oder der nun bald scheidende EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker:

„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“

mehr:
- ANGST und MACHT (Rezension de Buches von Rainer Mausfeld, Claus Stille, Freitag-Community, 26.07.2019)
siehe auch:
STANDPUNKTE • Angst und Macht – Herrschaftstechniken der Angsterzeugung (Rainer Mausfeld, Auszug aus dem Buch, 01.07.2019)
Rainer Mausfeld: Fortschreitende Ökonomisierung steigert Ängste in der Gesellschaft (Kathrin Hondl im Gespräch mit Rainer Mausfeld, SWR2, mp3, downloadbar, 27.06.2019)
"Wir leben in einer Zeit der Gegenaufklärung" (Post, 02.10.2018)
Die Neoliberalisierung der Universität (Post, 24.08.2016)
- Heiner Flassbeck: Kapitalismus am Ende? Konsequenzen der neoliberalen Weltordnung (Post, 15.12.2015)

Rainer Mausfeld: Angst und Macht in kapitalistischen Demokratien {1:18:40}

weltnetzTV
Am 09.07.2019 veröffentlicht 
weltnetz.tv im Gespräch mit Rainer Mausfeld über sein neues Buch „Angst und Macht. Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien“
„Macht hat für den, der sie hat, viele Vorteile und für diejenigen, die ihr unterworfen sind, viele Nachteile, denn Macht erzeugt bei den ihr Unterworfenen Angst. Angsterzeugung wiederum ist ein Herrschaftsinstrument, und Techniken zum Erzeugen von gesellschaftlicher Angst gehören zum Handwerkzeug der Macht.“*v Pascal Luig sprach für weltnetz.tv mit Rainer Mausfeld über sein neues Buch „Angst und Macht. Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien“. Unter anderem wurden folgende Fragen diskutiert: Wie wird Angst in kapitalistischen Demokratien erzeugt? Wie werden wir dadurch manipuliert? Wie können wir uns davon befreien und welche Alternativen gibt es?
* Aus dem Klappentext des Buches: Rainer Mausfeld, Angst und Macht. Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien, Westend Verlag.
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Relativitätstheorie erneut bestätigt

Mit immer ausgefuchsteren Methoden prüfen Forscher Einsteins Relativitätstheorie: Und sie kommen zum gleichen Ergebnis.

Albert Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie hat den nach Forscherangaben bislang umfassendsten Härtetest bestanden: Selbst unter den extremen Bedingungen im Umfeld eines supermassereichen Schwarzen Lochs behält die Theorie ihre volle Gültigkeit, wie ein US-Team im Fachblatt Science berichtet. Die Wissenschaftler um Andrea Ghez von der Universität von Kalifornien in Los Angeles beobachten seit 24 Jahren einen Stern, der eng um das gigantische Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße kreist. Dabei konnten sie jetzt die Gravitationsrotverschiebung nachweisen: Das Schwarze Loch macht durch seine extreme Schwerkraft das Sternenlicht rötlicher.
mehr:
- Rasender Stern am Schwarzen Loch: Einstein besteht weiteren Test (dpa, heise online, 26.07.019)

Astronomen bestätigen Einsteins Relativitätstheorie {2:19}

faz
Am 27.07.2018 veröffentlicht 
Ein Forschungsteam der Europäischen Südsternwarte in Garching hat erstmals feststellen können, dass sich ein Schwarzes Loch im Zentrum unserer Milchstraße genauso verhält, wie Albert Einstein es vor rund 100 Jahren vorhergesagt hat.
© REUTERS, FRED STEIN ARCHIVE
Link zum Video: https://www.faz.net/-gwz-9cr9k
Link zur Homepage: https://www.faz.net

WELT-THEMA: So erklärt Prof. Ulrich Walter das Phänomen der Schwarzen Löcher {12:28}

WELT Nachrichtensender
Am 10.04.2019 veröffentlicht 
Bislang gab es von Schwarzen Löchern nur Illustrationen. Jetzt haben Astronomen das erste Bild gemacht. Dafür waren gleich acht Observatorien notwendig. Im WELT-Studio ordnet der Astronaut und Wissenschaftler Prof. Ulrich Walter den Meilenstein der Weltraumforschung und Physik ein.
In eigener Sache: Wegen des hohen Aufkommens unsachlicher und beleidigender Beiträge können wir zurzeit keine Kommentare mehr zulassen.
Danke für Eurer Verständnis - das WELT-Team
Die WELT Nachrichten-Livestream http://bit.ly/2fwuMPg

Mein Kommentar:
Ich hab’s zwar nicht kapiert, aber es hört sich verdammt gut an! 😂

Weltraumschrott und Mount-Everest-Müll – Homo sapiens: erst müllen, dann denken…

Schon jetzt kreisen 5000 Satelliten um die Erde. Bald wird es noch enger im Weltraum. Denn längst nutzen Konzerne die Flugkörper für ihre Geschäfte. Dadurch wird es künftig auch mehr Weltraumschrott geben. Dieser kann fatale Folgen haben, mahnt die Esa.
Vom wenigen Zentimeter großen Würfel-Satelliten einer Universität bis zum US-Abhörmonster "NROL-32", dessen Antenne einen Durchmesser von 100 Metern haben soll: Etwa 5000 funktionsfähige und ausgediente Satelliten fliegen derzeit auf verschiedenen Umlaufbahnen über der Erde. Bald könnten es mehr werden - sehr viel mehr. Das wurde spätestens Ende Mai klar, als Elon Musks Raketenfirma SpaceX für ihr geplantes weltumspannendes Internet-Netz 60 Satelliten in den Orbit schoss.
Die Satelliten gehören zum Projekt Starlink, das in den kommenden Jahren aus bis zu 12.000 Satelliten bestehen könnte. Das erdumspannende Netz soll künftig auch entlegene Erdregionen mit schnellem Internet versorgen. Neben SpaceX plant auch das Kommunikationsunternehmen Oneweb zusammen mit Airbus Satellitenkonstellationen. Im Februar hatte eine Sojus-Rakete die ersten 6 von mehr als 600 Oneweb-Satelliten ins All befördert. Auch Amazon tüftelt an einem eigenen Projekt.
Mehr Satelliten bedeutet auch mehr Weltraumschrott. Die Europäische Weltraumorganisation (Esa) geht schon jetzt von 934.000 Fremdkörpern aus, die um die Erde schwirren und größer als ein Zentimeter sind. Satelliten in niedrigen Umlaufbahnen fliegen teils mit 28.000 Kilometern pro Stunde. "Bei diesen Geschwindigkeiten kann der Einschlag eines - selbst kleinen - Partikels auf den Satelliten eine unglaubliche Zerstörungswucht entfalten", sagt der Leiter des Esa-Büros für Raumfahrtrückstände, Holger Krag.
Klein heißt hier tatsächlich winzig: Bereits staubkorngroße Objekte können auf der Außenhülle eines Satelliten sichtbare Krater schlagen. Schon ab einem Millimeter Größe wird es gefährlich. "Besonders empfindliche Teile könnten dabei bereits kaputtgehen", sagt Krag. Ab einer Größe von einem Zentimeter kann man davon ausgehen, dass der Satellit nach dem Zusammenstoß nicht mehr funktioniert. "Die Energie, die dabei freigesetzt wird, entspricht ungefähr der Wirkung einer explodierenden Handgranate." Ist das Schrottteil mehr als zehn Zentimeter groß, wird der getroffene Satellit zertrümmert - und verschmutzt den Orbit mit weiteren Teilen.
mehr:
- Kollisionsgefahr im Weltraum – Im Orbit droht eine Satelliten-Schwemme (n-tv, 26.07.2019)
siehe auch:
"Statistisch gesehen": Gefährlicher Weltraumschrott (Mathias Brandt, heise News, 26.04.2017)
Statistik der Woche: Weltraumschrott im Orbit (Jennifer Lepies, heise Technology Review, 02.03.2017)

Weltraumschrott - Gefahr im Orbit - Doku Deutsch 2018 HD {50:49}

Dokumentation Deutsch
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
In der Umlaufbahn der Erde schweben Tausende von Objekten, die keine Funktion mehr erfüllen - sogenannter Weltraummüll. Die fortdauernde Anhäufung freigesetzter Raketenoberstufen, Sprengbolzen oder Abdeckungen stellt eine Gefahr für unsere orbitale Satelliteninfrastruktur dar. Zudem ist Weltraumschrott lebensbedrohlich für die Astronauten auf der ISS. Die Dokumentation erklärt, wie Weltraummüll entsteht, was ihn so gefährlich macht und was gegen die Bedrohung im All unternommen werden kann.

Mein Kommentar:
Intelligenz ist nicht gleich Intelligenz…

Mount Everest: Tonnenweise Müll aus vergangenen Zeiten {1:27}

faz
Am 06.06.2019 veröffentlicht 
In einer Aufräumaktion haben Mitarbeiter der „Mount Everest Cleanup Campaign" elf Tonnen Müll zu Tal gebracht. Außerdem bargen sie vier tote Bergsteiger. © REUTERS, AFP


Die Körpersprache kann nicht lügen …

Bilder sagen mehr als tausend Worte? Gilt im Zeitalter von Photoshop nur noch bedingt – Ausnahme: Körpersprache.
Dass der Chefredaktor der Zeitungen der CH Media Gruppe (Aargauer Zeitung, Luzerner Zeitung, St. Galler Tagblatt, u.a.), Patrik Müller, gerne Interviews mit Prominenten macht, weiss man. Nun hat er es auch gewagt, mit dem Chefredaktor der NZZ, Eric Gujer, ein Interview zu machen (18.7.2019).
Die gute Nachricht voraus: Am Ende des Interviews steht, dass die beiden Zeitungen finanziell miteinander verhängt sind: CH Media gehört zur Hälfte der NZZ Gruppe. Der Transparenz ist also Genüge getan.
mehr:
- Die Körpersprache kann nicht lügen … (Christian Müller, Info-Sperber, 26.07.2019)

Samy Molcho - Der Körper spricht immer {54:49}

infamousdavidave
Am 24.03.2017 veröffentlicht 
Prof. Samy Molcho ist "die" Koryphäe der Körpersprache. Er gilt weltweit als einer der anerkanntesten Experten, was die Körpersprache betrifft. Dieses Video wurde im Auftrag von Jürgen Höller - einem der bekanntesten Motivationstrainer Europas - produziert und zeigt Samy Molcho bei der Arbeit. Anhand von praktischen Beispielen sieht man, was die Körpersprache des Einzelnen über ihn aussagt!

Kunst der Körpersprache // Stefan Verra {21:35}

GEDANKENtanken
Am 24.03.2017 veröffentlicht 
Wer auch mal bei unseren Events & Rednernächten dabei sein will, wir touren deutschlandweit! Alle Termine, Infos & Tickets hier: http://www.gedankentanken.com/events
Vielen ist Körpersprache ein Rätsel -- und somit vernachlässigen wir einen unserer wichtigsten Kommunikationsbereiche. Schade! Denn: Körpersprache entscheidet Karrieren, verbindet Frauen und Männer, ist ein exzellenter Verkäufer, stärkt Eltern und Kinder und begeistert sogar großes Publikum -- wenn Stefan Verra die Geheimnisse der nonverbalen Kommunikation lüftet.
Live-Mitschnitt von der 1. Ulmer Rednernacht: Körpersprachenexperte Stefan Verra gibt kompakte Tipps zu Mimik, Gestik und Körperhaltung. Wissenschaftliche Erkenntnisse vermittelt er leicht verständlich. Blitzschnell wechselt er die Perspektive und geht schlagfertig auf jede Situation ein. Dabei entlarvt er weitverbreitetesHalbwissen und baut konkrete Tipps für den Berufs- und Lebensalltag mit ein.
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