Dienstag, 23. Oktober 2018

Deutschland im Herbst 2018

Deutschland im Herbst ist ein Episodenfilm, der sich mit der bundesdeutschen Gesellschaft zur Zeit des RAF-Terrorismus unmittelbar nach dem „Deutschen Herbst“ 1977 auseinandersetzt. Die Arbeit an der Gemeinschaftsproduktion von elf verschiedenen Regisseuren des sogenannten Neuen Deutschen Films – unter ihnen Rainer Werner FassbinderVolker Schlöndorff und Alexander Kluge– begann bereits Ende 1977; 1978 wurde die Collage aus teils dokumentarischen, teils szenisch erzählenden Episoden erstmals gezeigt.
Die Rahmenhandlung des Films spielt in der Woche nach dem 18. Oktober 1977, der „Todesnacht von Stammheim“, wobei das Staatsbegräbnis für Hanns Martin Schleyer, die Schweigeminuten am Fließband des Daimler-Benz-Werks in Stuttgart, Gespräche mit Arbeitern und die Beerdigung der toten Terroristen von Stammheim gezeigt werden. Andere Episoden zeigen eine junge Geschichtslehrerin, die sich mit den Folgen des Radikalenerlasses konfrontiert sieht, oder beschreiben in kurzen Szenenabfolgen die angespannte, fast hysterische Atmosphäre in der Bevölkerung. Rainer Werner Fassbinder interviewt seine Mutter Liselotte Eder, deren politischen Konformismus er vehement kritisiert. Ein verletzter Mann (Terrorist ?) läutet an der Wohnungstür einer Pianistin und bittet um Hilfe. Man sieht viele Polizeiuniformen, eine Szene mit schwerbewaffneten Zollbeamten an einem deutschen Grenzübergang nach Frankreich, Ausschnitte aus einem Dokumentarfilm über ein Herbstmanöver der Bundeswehr 1977. Volker Schlöndorff spielt sich selbst in einer unter anderem von Heinrich Böll entworfenen Episode als Theaterregisseur, dessen Aufführung der Antigone von Sophokles zensiert wird, weil die Darstellung des antikenStoffes als Aufruf zur Gewalt und zum Terrorismus interpretiert werden könnte.
Schlöndorff, der wie Böll und die anderen Regisseure wegen des Films kritisiert worden war, meinte über seine Arbeit an Deutschland im Herbst:[1]
„Nach so einer Arbeit mit diesem Film, nach den Erfahrungen, die man dabei macht, fragt man sich nicht mehr, warum gibt es sogenannte Terroristen, sondern wie kommt es, daß es nicht viel mehr gibt. Wie kommt es, daß nicht alle um sich schlagen.“
[Deutschland im Herbst, Wikipedia, abgerufen am 23.10.2018]
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Ken Jebsen über Wikipedia und Dirk Müller {4:51}

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Am 17.10.2018 veröffentlicht 
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siehe auch:
- Selbstbesoffenheit des Mediensystems (Post, 10.10.2018)
- Wikipedia – Lexikon der Lügen (Post, 10.10.2018)
- Desinformation über Desinformationskampagnen (empfehlenswert!) (Post, 10.10.2018)
- Der Chor des Hasses (Post, 09.10.2018)
»Lieber Kollege, die verzweifelte Frau mit dem Veilchen, die Ihnen gegenüber sitzt, mag sehr beeindruckend sein. Sie werden aber nicht umhinkommen, sie irgendwann zu fragen, wie sie’s geschafft hat, ihren Mann so wütend zu machen.« [Mein Supervisor und Ausbilder während einer Supervision]
Mein Kommentar:
Nirgendwo, aber absolut NIRGENDWO habe ich eine Rezension über die Hass-Aufführung, eine Kritik oder einen Kommentar gelesen. Ganz Deutschland suhlt sich in der Betroffenheits-Trance…
… und besser man verbrennt sich nicht die Finger…

Die armen Politiker! 75 Jahre nach dem Wunder von Bern sind sie endlich so wichtig geworden wie Sepp Herberger, der nach der WM-Vorrunde 1954 ebenfalls Drohbriefe erhielt. 
Glaubt jemand ernsthaft, Giovanni di Lorenzo würde mit Profi-Fußballern solch einen Bohei veranstalten?
Wir wissen alle, daß das eine bestimmte Sorte von Menschen sind, die sich in ihren Briefen dermaßen entgrenzt ausdrücken. 
Wir wissen, daß, wenn jemand nach einem verlorenen Fußballspiel Sepp Herberger  oder einem Profi-Fußballer nahelegt, sich eine Kugel in den Kopf zu jagen, der wohl nicht ganz bei Trost ist. Aber jetzt so einen Aufstand mit Krokodilstränen draus zu machen zeigt nicht nur eine fragwürdige Betroffenheitsdemonstration sondern auch eine entlarvende Blindheit.

»Realität wird immer von beiden Seiten hergestellt.«[s.o.]
Wo fragt sich jemand, WESHALB wohl so viele Leute so wütend auf Politiker sind. Mit dem moralischen Zeigefinger zu winken ist ja sowas von billig. Natürlich! Solche Briefe sind fast unerträglich, ich möchte sowas auch nicht geschickt bekommen. Trotzdem muß der Schritt getan und gefragt werden: Was hat so viele so wütend gemacht?
Es ist wieder die alte Taktik: ausgrenzen statt verstehen. Es ist ja so viel einfacher, Bundestagspräsident Jenninger, Eva Herman oder Thilo Sarazin aus der öffentlichen Wahrnehmung zu entfernen oder Ken Jebsen, Dirk Pohlmann und Daniele Ganser bei Wikipedia runterzuschreiben als die Büchse der Pandora zu öffnen! Das Verhältnis zwischen Aufgeregtheiten und Verstehen-Wollen verschiebt sich weiter zugunsten der Aufgeregtheiten und der moralischen Zeigefinger…
Das macht’s nicht besser…

100 Jahre Ende des Ersten Weltkrieges. Über das Gemetzel der weißen Herren.

In der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Lettre International“ berichtet der Kulturwissenschaftler Franz Maciejewski über das „Schlachten im Ersten Weltkrieg“ und die politischen Spätfolgen. Hier eine Zusammenfassung des Essays. Von Heiko Flottau.

Im „Großen Krieg der weißen Männer“ (so nannte Arnold Zweig den Ersten Weltkrieg) wurden keine Schlachten geschlagen, in denen eine Armee den Sieg davontrug, Territorien eroberte und den Krieg zu einem schnellen Ende brachte. Im Gegenteil. In dem von Historikern etwas verharmlosend als „Stellungskrieg“ charakterisierten Geschehen wurden, zumindest an der Westfront, Menschen und Tiere über Jahre regelrecht abgeschlachtet, ohne dass ein Ende dieses Gemetzels sichtbar gewesen wäre, das den Krieg zu einem frühen Ende geführt hätte. Dieses eigentlich unvorstellbare Szenario beschreibt einhundert Jahre nach dem von Historikern als „Urkatastrophe des 20.Jahrhunderts“ bezeichneten Krieg der Kulturwissenschaftler Franz Maciejewski in der Herbstausgabe der europäischen Kulturzeitschrift „Lettre International“.[1]

In der Geschichte industriellen Tötens sei der Erste Weltkrieg die „zweite große Attacke auf das Leben“ gewesen, schreibt der Autor; eine Generation zuvor „wurde in den Union Stockyards, den Schlachthöfen von Chicago, die mechanisierte Massentötung im Stundentakt erstmals in Szene gesetzt, am Vieh“. In den Schützengräben des Ersten Weltkrieges , „Pferche und Unterstände der anderen Art, wiederholte sich das Gemetzel am Menschen. In Ypern, vor Verdun oder an der Somme wurden keine Schlachten geschlagen, es wurde geschlachtet“, schreibt der Autor. Nachdem die weißen Herren jahrhundertelang die Völker in den von ihnen eroberten Ländern, Kolonien genannt, ausgebeutet, erniedrigt und vielfach getötet hatten, „fielen die Herren der weißen, der westlichen Zivilisation nun mit gleicher Brutalität übereinander her – nicht ohne zynische Zwangsrekrutierung von Mitstreitern aus dem Reservoir eben jener unterworfenen Völker“.

mehr:
- 100 Jahre Ende des Ersten Weltkrieges. Über das Gemetzel der weißen Herren. (Heiko Flottau, NachDenkSeiten, 23.10.2018)

[Doku] ZDF History - Der Erste Weltkrieg in Farbe [HD] {41:54}

TheDokuDude
Am 11.11.2012 veröffentlicht 
ZDF History - Der Erste Weltkrieg in Farbe
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