Freitag, 27. Mai 2011

»Ich konnte es ja«

Dr. med. Praktikant

Von Beate Lakotta

Arzt war nicht sein Beruf, er fühlte sich bloß berufen: Das Stuttgarter Landgericht urteilt über einen Hochstapler, der es mit Hauptschulabschluss bis an den Operationstisch schaffte.
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Terrorchef kaufte sein Grundstück beim Hausarzt

Hausarzt Dr. Qazi Mahfooz ul-Haq praktiziert im pakistanischen Abottabad. 2004 kaufte er für 1,5 Millionen Rupien im Viertel Bilal Town ein Stück Land, weil er mit steigenden Preisen rechnete. Schon neun Monate später konnte er sich freuen: Ein freundlicher Interessent bot ihm 2,2 Millionen Rupien, knapp 35.000 Euro. Ul-Haq willigte sofort sein. Heute ist ihm das etwas unangenehm, auch wenn er daraus kein Geheimnis machen will. Denn der nette Käufer, ein Muhammad Arshad, auch bekannt als Arshad Khan, legte das Stück Land mit zwei kleineren angrenzenden Parzellen zusammen, errichtete darauf ein stark befestigtes Wohnhaus und ließ seinen Chef dort einziehen. Vor wenigen Wochen dann drangen schwer bewaffnete US-Amerikaner in das Gebäude ein und erschossen nicht nur den Käufer, sondern auch seinen Chef, einen weltweit bekannten Greis namens Osama bin Laden.
Basler Zeitung, 9.5.2011
zitiert nach Der Hausarzt 9/11

Panorama: Die Deutsche Bank als Heuschrecke

Die Polit-Sendung Panorama, die ihren 50jährigen Geburtstag feiert, hat auf die Deutsche Bank geschossen – nicht ohne Grund:

zu sehen in der ARD-Mediathek



Die Selbstverständlichkeit mit der Joseph Ackermann da über Ethik redet, ist schon verblüffend. In der Psychotherapie wird ein solcher primitiver Abwehrmechanismus »Spaltung« genannt. Der Vorgang ist vergleichbar mit dem Abstreiten des Kokain-Konsums durch Christoph Daum oder dem Ehrenwort von Uwe Barschel. Heißt: Die Leute glauben wirklich, was sie sagen.


Deutsche Bank zahlt an Wiederaufbauprogramm
Teilerfolg für Aktivisten aus Milwaukee

Frankfurt am Main (ND-Öfinger). Entgegen früherer Absichten will sich die Deutsche Bank nun doch mit 2,5 Millionen Dollar an einem kommunalen Wiederaufbauprogramm für Stadtviertel in der US-amerikanischen Industriestadt Milwaukee beteiligen. Diese Zusage machte Konzernchef Josef Ackermann bei der Hauptversammlung am Donnerstag in Frankfurt am Main. Die Bank werde die Zahlung »als guter Unternehmensbürger« leisten, ohne dazu rechtlich verpflichtet zu sein.
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Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. (Art 14.2 GG)












Die Leute haben Probleme…

Friedxich Weber, Bischof der Landeskirche von Braunschweig, hat die Forderung des Regensburger katholischen Bischofs Gerhard Ludwig Müller zurückgewiesen, die Protestanten sollten sich offiziell von den Worten Martin Luthers distanzieren, dass der Papst der Antichrist sei (PublikForum 9/2011). Aus evangelischer Sicht sei das Thema längst »erledigt«, erklärte Weber. Diese »polemische Äußerung aus der Reformationszeit« sei schon von Zeitgenossen Luthers und anderen Reformatoren als »unangemessen und übertrieben« kritisiert worden.
Im Jahr 1984 habe die erste bilaterale Arbeitsgruppe von Vereinigter Evangelisch-Lutherischer Kirche (VELKD) und katholischer Kirche festgehalten, »dass das Papstamt damit nicht getroffen sei«, so Weber.
aus Publik-Forum 5•2011

Hartz-IV-Lebenskünstler

Heinrich Alt, Vizepräsident der Bundesagentur für Arbeit, hat erklärt, dass »nur Lebenskünstler« von den geltenden Hartz-IV-Sätzen leben könnten. Ein normaler Mensch könne auch mit dem kürzlich erhöhten Satz von 364 Euro kaum auskommen. »Als Überbrückung ist das vertretbar, aber auf lange Sicht ist Transferbezug menschenunwürdig«, sagte Alt.
aus Publik-Forum 5•2011

Haft statt Friedenspreis

Zaurbek Talchigow vermittelte bei einem tschetschenischen Terrorakt. Dafür saß er über acht Jahre im Gefängnis

Sein größter Wunsch an seine Mutter, die ihn am Gefängnistor abholte, war ein weißes Hemd. »Nie durfte ich in der Haft weiß tragen, ich bin der Farbe weiß ganz entwöhnt«, erklärte Zaurbek Talchigow diese Bitte. Der 34-jährige Arzt war achteinhalb Jahre in Haft. Für seine Tat hätte er anderswo vielleicht einen Friedenspreis erhalten. Russlands Justiz jedoch sperrte ihn nach einem Verfahren hinter verschlossenen Türen ins Gefängnis.

Dass er erst achteinhalb Jahre später wieder zurückkehren würde, hatte Talchigow nicht gedacht, als er sich am Abend des 23. Oktober 2002 auf den Weg in das Moskauer Dubrowka-Theater machte. Tschetschenische Terroristen hatten das Theater überfallen und 850 Menschen in Geiselhaft genommen. Und der tschetschenische Duma-Abgeordnete Aslanbek Aslachanow hatte die Idee, dass Tschetschenen die tschetschenischen Terroristen zur Aufgabe bringen sollten. Über das russische Fernsehen rief er alle in Moskau lebenden Tschetschenen auf, die Terroristen mit einer Menschenkette um das Theater zur Aufgabe zu zwingen.

Zaurbek Talchigow machte sich sofort auf den Weg. Doch nur wenige waren am Theater. Talchigow blieb, ließ sich von Aslachanow drängen, die Terroristen in direkten Gesprächen von der Sinnlosigkeit ihres Unterfangens zu überzeugen. Auch ein niederländischer Geschäftsmann, der russischstämmige Oleg Schirow, dessen Frau und Kind unter den Entführten waren, bat Talchigow, mit denTerroristen zu sprechen.

Per Mobiltelefon trat Talchigow mit Wissen und Billigung der anwesenden FSB-Offiziere in Verhandlungen mit dem Anführer der Terroristen, Movsar Barajew. Und er schien Erfolg zu haben. Gemeinsam mit dem ukrainischen Abgeordneten Oleg Bespalow konnte er am 25. Oktober den Terroristen die Zusage abringen, alle ukrainischen Geiseln freizulassen.

Doch Talchigow konnte seine Vermittlertätigkeit nicht zu Ende führen. Noch am 25. Oktober kam der FSB zu der Auffassung, Talchigow würde mit den Terroristen zusammenarbeiten. Man mischte ihm ein Schlafmittel in ein Getränk – und als er aufwachte, war er im Gefängnis. Im Juni 2003 verureilte ein Moskauer Stadtgericht den damals 25-jährigen wegen »Beihilfe zu Terrorismus und Geiselnahme« zu achteinhalb Jahren Haft. Wenige Monate später wurde das Urteil vom Obersten Gericht Russlands bestätigt.

Auch in der Haft kämpfte Talchigow weiter, klagte beim Europäischen Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg. In der Folge erhielt er Haftverschärfung, wurde misshandelt. Mehrfach erkrankte er so schwer, dass Menschenrechtler um sein Leben fürchteten. Als die Journalistin Anna Politkowskaja 2005 Talchigow interviewen wollte, verlangte die Gefängnisleitung von ihm, das abzulehnen. Doch er dachte gar nicht daran. Schließlich verbot die Gefängnisleitung das Interview.

Nun ist er frei. Neben seiner Mutter freut sich auch Swetlana Gannuschkina von der Menschenrechtsorganisation Memorial über die Haftentlassung. Sie und der Niederländer Oleg Schirow haben Talchigow die ganzen Jahre seiner Haft unterstützt. Vielleicht wäre Schurows Frau noch am Leben, wenn der FSB die Mission von Zaumbek Talchigow am 25. Oktober 2002 nicht mit einem Saft voller Schlafmittel beendet hätte.                  • Bernhard Clasen
aus Publik-Forum 10•2011

Mail-Strategien zwecklos?

Das meinen jedenfalls IBM-Forscher
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