Sonntag, 16. Dezember 2018

Wirtschaftsmacht Mafia

Trotz einiger herber Rückschläge erwirtschaftet die italienische Mafia vor allem mit Drogenhandel satte Gewinne, die sie u. a. in der deutschen Immobilienbranche legalisiert

Am Mittwoch, den 5. Dezember 2018, gelang es bei der "Operation Pollino", einer länderübergreifenden Razzia, der kalabrischen Mafia-Organisation 'Ndrangheta einen herben Schlag zu versetzen. In vier Ländern, Italien, Belgien, den Niederlanden und Deutschland, klickten die Handschellen, bis zur Pressekonferenz um 12 Uhr wurden insgesamt 84 Verdächtige festgenommen, 14 davon in Deutschland.

440 deutsche Fahnder durchsuchten allein 65 Objekte, 63 in Nordrhein-Westfalen und zwei in München. Im Rahmen der länderübergreifenden konzertierten Aktion wurden zusammengenommen Vermögenswerte im Wert von etwa 5 Millionen Euro beschlagnahmt. Davon 2 Millionen Euro Bargeld, außerdem 4000 kg Kokain und 140 kg Ecstasy-Pillen.

mehr:
- Wirtschaftsmacht Mafia (Birgit Gärtner, Telepolis, 16.12.2018)

Zur Geschichte der britischen Piratensender

Zur Geschichte der britischen Piratensender

London, irgendwann im Frühjahr 2003. Ein kahler Raum auf dem Dach eines Hochhauses im Osten der Stadt. Ein paar afrobritische Teenager stehen herum, im Hintergrund scheppern Beats mit Videospielsounds. Ein Mikrofon wandert von einer Hand in die nächste. Ein Teenager mit Nike-T-Shirt und Clippers-Kappe, noch mit leicht brüchiger Stimme, rappt ein paar Verse ins Mikro. Nach 16 Takten gibt er das Mikrofon an seinen Nebenmann weiter, so will es die ungeschriebene Regel.

Dieser starrt unter seiner grauen Kappe hervor, spannt die Oberarme an und spuckt Reime in das Mikro - mit einer einem tiefen, hypermaskulinen Timbre und doppelt so schnell wie sein Vorgänger. Aber nach 16 Takten behält er das Mikro einfach ein. Ein Streit bricht aus - ein grosser Mann mit Cornrows trennt die beiden Kampfhähne, die Kamera folgt ihnen aufs Dach, im Hintergrund strahlen die Lichter von Ost-London.

Der MC mit der grauen Kappe ist Crazy Titch. Drei Jahre später wird er wegen Mordes zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Sein Gegenpart ist Dizzee Rascal, damals 19 Jahre alt. Wenige Monate nach dieser Szene gewinnt er für sein Debütalbum "Boy in da corner" den Mercury Prize, neun Jahre später steht er wenige Kilometer entfernt bei der Eröffnung der Olympischen Spiele auf der Bühne. Und der Streitschlichter mit den Cornrows ist Wiley, der "Godfather" der Grime-Szene, der dafür im Frühjahr 2018 mit dem Member-of-the-British-Empire-Orden ausgezeichnet wurde.

Der kahle Raum auf dem Dach ist das Studio von Deja Vu FM, einem Piratensender in London. Zusammen mit seinem Nachbarn und Konkurrenten Rinse FM hat Deja die Pirateradio-Szene der späten Nullerjahre in Ost-London geprägt: den Wechsel vom slicken UK Garage hin zu den Lo-Fi Beats von Grime und der gespenstischen Düsternis von Dubstep, in dem die Geschichte der britisch-karibischen Soundsystem-Culture und ihrer Mutationen nachhallte.

mehr:
- Ins Zentrum gesendet (Christian Werthschulte, Telepolis, 16.12.2018)

KenFM im Gespräch mit: Dirk Müller („Machtbeben“)

Das Leben entscheidet sich in wenigen Augenblicken. So geschehen bei Dirk Müller, der, inspiriert durch den Spielfilm „Wallstreet“, den Entschluss fasste, an die Börse zu gehen und in den Weiten der Finanzwelt Karriere zu machen.

Anfänglich war wohl kaum absehbar, dass aus dem noch unerfahrenen Jungen aus einer Kleinstadt nahe Frankfurt, einmal das Börsengesicht Deutschlands schlechthin werden sollte.

Heute ist „Mr. Dax“ – ein Spitzname, den er von Journalisten aufgrund seines Arbeitsplatzes unter der Kurstafel des Frankfurter Parketts erhielt – nicht einfach nur Fondsmanager, sondern auch gern gesehener Gast in Talkshows, Autor mehrerer Buch-Bestseller und streng genommen auch ein investigativer Finanzjournalist, der mit seinen Analysen ein Millionenpublikum erreicht.

mehr:
- KenFM im Gespräch mit: Dirk Müller („Machtbeben“) (KenFM, 16.12.2018)

Karen Kwiatkowski erhält Sam Adams Award

Whistleblowerpreis der Ex-Spione geht an Pentagon-Insiderquelle gegen Irakkriegspropaganda

Der Name “Karen Kwiatkowski” ist hierzulande nahezu unbekannt. Dies hätte der Rob Reiner-Film Shock and Awe (2017) vielleicht ändern können, hätte er einen Verleih gefunden.

Während 2003 nahezu alle US-Medien für den Irakkrieg trommelten, leistete sich einzig die damalige Mediengruppe Knight Ridder eine kritische Perspektive. So verfügten deren Journalisten über Insiderinformationen darüber, dass dem Nationalen Geheimdienstdirektor James Clapper Lügen über Massenvernichtungswaffen aufgetischt wurden. Tatsächlich bestätigte Clapper in seinen Memoiren, dass ihn der damalige Vizepräsident Dick Cheney dazu gebracht habe, Dinge zu finden, die gar nicht vorhanden gewesen seien. Wesentliche Quelle für die Knight Ridder-Autoren war eine Pentagon-Analystin, die von Kriegslügen genug hatte.

Harvard-Studentin Kwiatkowski, ursprünglich eine stramme Republikanerin, begann ihre Karriere in den 1980er Jahren bei der Air Force, veröffentlichte in militärischen Publikationen und brachte es dann in der NSA zur Redenschreiberin für den Direktor. 1998 wechselte sie ins Pentagon, wo sie am 11. September Zeugin des Anschlags wurde. Sie war u.a. zuständig für den Nahen Osten, verließ das Pentagon jedoch im Februar 2003. Bereits während ihrer Zeit im Pentagon veröffentlichte sie unter Pseudonym kritische Artikel über den Kriegskurs der Regierung Bush/Cheney, welcher die Geheimdienste und das Militär korrumpiert habe.

mehr:
- Karen Kwiatkowski erhält Sam Adams Award (Markus Kompa, Telepolis, 16.12.2018)

Hama – die Geschichte einer Lüge

Das „Massaker von Hama“ – ein Kapitel über die Propaganda des Krieges gegen Syrien.

Unser Bild von Ereignissen ist fragmentiert. Das Schlüssige und Zusammenhängende in der Vergangenheit wird zerschlagen. Es wird fragmentiert und dann neu zusammengesetzt. So wird in den Köpfen der Menschen jenes notwendige Feindbild entwickelt, das – auch sehr viel später losgetretene – Kriege rechtfertigt. Diese Bilder müssen allerdings sitzen, ein Hinterfragen darf nicht mehr in Betracht kommen. Die Geschichtsschreibung über ein Jahrzehnte zurück liegendes syrisches Ereignis soll das deutlich machen.

Für Kriegszwecke müssen wohlbestimmte Bilder in Abfolgen gebracht, emotional aufgeladen, auf diese Weise gut haftend in Geschichten gefasst und über längere Zeit immer und immer wiederholt werden. Dafür braucht man eine bestimmte Art von Medien, die ihre Freiheit mit Unfreiheit bezahlen, indem sie, sicher bei weitem nicht alle möglichen, dafür aber auf jeden Fall die sorgfältig gewählten Informationen, konzertiert an das Publikum bringen.


Vom Fenster der Meinungsfreiheit

Medien sind eigentlich frei, auch die Massenmedien – nur manchmal halt nicht ganz. Man muss auch – werden wir etwas satirisch – Kompromisse machen können. Hama – die Deutung, Wertung und Ausnutzung der Ereignisse von Hama 1982: Das ist ein solcher „Kompromiss“. Damit das für die entscheidenden Protagonisten nicht zu inneren Konflikten und Rebellion führt, werden sie in Selbsthilfegruppen wie der Atlantik-Brücke auf ihre Aufgaben vorbereitet (1). Jener Atlantik-Brücke, die vom tief im Netzwerk von Politik und Wirtschaft hängenden Friedrich Merz geführt wird (2). Die Indoktrination von Politikern für Interessen der Macht manifestiert sich seit Jahrzehnten im unschuldig daherkommenden Begriff „informelle Einflussnahme“ (3), doch gilt das für die fest in das Machtsystem eingebetteten Medien gleichermaßen (4).

Die lancierten Geschichten können erfunden, halbwahr oder auch wahr sein. Doch werden sie mit Stimmungen mit emotionalen Triggern verkauft, die knallharten politischen Zielen dienen. Es spielt nicht einmal eine große Rolle, ob die Geschichten in Nachrichten oder als Meinungsäußerungen erzählt, sondern dass sie überhaupt und wiederholt wahrgenommen werden. Etwas „wahr nehmen“: Die Bedeutung des Ausdrucks liegt darin, dass wir das wahrgenommene – wenn wir uns nicht mit dieser Wahrnehmung intensiv auseinandersetzen – tatsächlich als die Wahrheit hinnehmen.

Im Falle Syriens gibt es ein paar Geschichten (Narrative), die sehr fest in den Köpfen der westlichen Bevölkerung verhaftet sind:

  1. Assad schießt auf sein eigenes Volk.
  2. Das syrische Regime setzt Giftgas und Fassbomben gegen das eigene Volk ein.
  3. In Syrien tobt ein Bürgerkrieg.
  4. Der Bürgerkrieg in Syrien brach nach einem Volksaufstand aus.
  5. Der Assad-Clan hat schon immer seine Macht vorrangig mit brutalen Mitteln abgesichert. (5)
Wobei der letzte Punkt eine Art Fundament für die zuvor genannten Behauptungen darstellt. Eine These sucht Bestätigung und wenn es dabei um Macht geht, wird – falls die Findung nicht erfolgreich war – zur Erfindung gegriffen. Es wird kreativ entwickelt, weggelassen, umgedeutet und gern auch der Fantasie freien Lauf gelassen. Die grundlegende These – „die Assads waren schon immer brutal“ – darf jedoch in keinem Fall angegriffen werden, weil das ein ideologisches Kartenhaus zusammenbrechen lassen würde.

Es spielt keine Rolle, ob wir nun Syriens Regierung gut oder schlecht finden. Um sich dem objektiven Kern von Geschichte annähern zu können, dürfen wir dem vom Ego getriebenen Drang widerstehen, diese Bewertung durchzuführen. Denn ansonsten werden wir parteiisch – mit all den unvermeidlichen Folgen. Ohne die emotionale Verstrickung bleibt aber festzuhalten: Nicht eines der genannten Narrative ist bewiesen worden.

mehr:
- Hama – die Geschichte einer Lüge (Peter Frey, KenFM, 16.12.2018)
zu den »fest verankerten Narrativen« zwei Zitate zur Meinungsmache im Kosovo-Krieg:

Zitat 1:
Der Gründungsvater der Friedensforschung, der Norweger Johan Galtung, nannte als wirklichen Kriegsgrund die Disziplinierung des „Fremdkörpers“ Serbien als letztes mit Russland und China verbundenem Land in Europa, das sich der neoliberalen Globalisierung widersetzt. Solche Erklärungen hatten keine Chance, gehört zu werden, für eine weitgehende Gleichschaltung der öffentlichen Meinung war gesorgt. Die Buchautoren Mira Beham und Jörg Becker [#10. Jörg Becker und Mira Beham: Operation Balkan: Werbung für Krieg und Tod, Baden-Baden 2006.#] haben 31 PR-Agenturen erfasst, die für alle nichtserbischen Kriegsparteien tätig waren. Allein Kroatien gab mehr als fünf Millionen US-Dollar an US-Agenturen, um die öffentliche Meinung in seinem Sinn zu beeinflussen. Propaganda-Ziele dieser Agenturen waren unter anderem: Darstellung der Serben als Unterdrücker und Aggressor, wobei sie mit den Nazis gleichzusetzen und entsprechend emotional geladene Begriffe zu etablieren sind; Darstellung der Kroaten und Bosnier als unschuldige Opfer, wobei die Eroberung der serbischen Krajina als legal hinzustellen ist; Völkermordanklage gegen Jugoslawien und Milošević in Den Haag; günstige Verhandlungsergebnisse für die albanische Seite in Rambouillet und Sezession Montenegros.

Besonders hervorgetan hat sich die PR-Agentur Ruder Finn aus Washington, D.C. Ihr Direktor James Harff prahlte im französischen Fernsehen, wie professionell sie einen Artikel aus dem New York Newsday über serbische Lager aufgegriffen hätten: „Es gehört nicht zu unserer Arbeit, den Wahrheitsgehalt von Informationen zu prüfen. Unsere Aufgabe ist es, uns dienliche Informationen schneller zu verbreiten. Wir überlisteten drei große jüdische Organisationen und schlugen vor, dass diese eine Annonce in der New York Times veröffentlichen und eine Demonstration vor der UNO organisieren. Das war ein großartiger Coup. Als die jüdischen Organisationen in das Spiel auf Seiten der muslimischen Bosnier eingriffen, konnten wir sofort in der öffentlichen Meinung die Serben mit den Nazis gleichsetzen. Niemand verstand, was in Jugoslawien los war. Mit einem einzigen Schlag konnten wir die einfache Story von den guten und den bösen Jungs präsentieren, die sich ganz von allein weiterspielte. Niemand konnte sich mehr dagegen wenden, ohne des Revisionismus angeklagt zu werden. Wir hatten hundert Prozent Erfolg.“ [#11. James Harff, interviewt von Jacques Merlino, stellvertretender Direktor des 2. französischen Fernsehens, im April 1993.#]

Ob Verteidigungsminister Scharping das Blaue vom Bombenhimmel log oder sich in seiner Einfalt belügen ließ, werden wir nicht mehr erfahren. Untermalt von gefälschten Fotos des Fußballstadions in Priština, die die Agentur Ruder Finn verbreitete, brachte er die Mär von Konzentrationslagern auf. Er behauptete, von den Serben „werden Selektionen vorgenommen, und ich sage bewusst Selektionen“, und er schreckte nicht davor zurück, die „Ermordung der geistigen Elite“ zu beklagen. Die als ermordet gemeldeten Albaner tauchten jedoch später wieder auf.
[Quelle: Daniela Dahn, Frieden muss gestiftet werden. Exempel Kosovokrieg oder: das Völkerrecht als Gegner, auf ihrer Internetseite, Eröffnungsvortrag der 5. Hubertusburger Friedensgespräche, gehalten am 9. September 2014 auf Schloss Hubertusburg in Sachsen. Der Beitrag erschien erstmalig in der November-Ausgabe der Blätter für deutsche und internationale Politik. – siehe Abschnitt »Fremdkörper Serbien und die Gleichschaltung der Medien«]

zur Verdeutlichung noch einmal ein Ausschnitt aus obigem Text, anders gelayoutet:

Propaganda-Ziele dieser Agenturen waren unter anderem:
  1. Darstellung der Serben als Unterdrücker und Aggressor, wobei sie mit den Nazis gleichzusetzen und entsprechend emotional geladene Begriffe zu etablieren sind; 
  2. Darstellung der Kroaten und Bosnier als unschuldige Opfer, wobei die Eroberung der serbischen Krajina als legal hinzustellen ist; 
  3. Völkermordanklage gegen Jugoslawien und Milošević in Den Haag; 
  4. günstige Verhandlungsergebnisse für die albanische Seite in Rambouillet und Sezession Montenegros



Zitat 2:
Nichts ist, wie es scheint! So prägnant lässt sich das Ergebnis dieser hochwichtigen Forschungsarbeit des Autorenduos Jörg Becker und Mira Beham beschreiben. In konzisen 87 Seiten mit Anhang wird aufgezeigt, wie der Krieg auf dem Balkan durch die Arbeit von PR-Agenturen wesentlich beeinflusst – ja mit initiiert – wurde, wie klare Feindbilder geschaffen, widersprechende Fakten unterschlagen und per begrifflicher Zuordnung von Recht und Unrecht eingeordnet wurden. Die Untersuchung ist ein Lehrstück für das Medienmanagement allgemein und zeigt eine wichtige Aufgabe der Zukunft auf, nämlich dass Medienmacher selbstkritischer die Herkunftsquellen von „Informationen“ hinterfragen und den immer massiver werdenden Instrumentali- sierungen mehr kritische Aufmerksamkeit zollen müssen. Die Folgen der bereits eingesetzten Entwicklung hin zu mehr PR-Stellen und weg von gesicherten Arbeitsverhältnissen im Journalismus können für eine Demokratie, die auf öffentliche Meinungsbildungsprozesse angewiesen ist, gar nicht wichtig genug eingeschätzt werden. Eindrücklich war in diesem Zusammenhang die Korrelationsmessung in der französischen Tageszeitung Le Monde mit den subtilen Vorgaben für die Begriffsverwendung bestimmter Agenturen. Natürlich ist es entscheidend, ob etwas als „Massaker“ oder „Verteidigungskampf“ bezeichnet wird, um ein Empfinden von Legitimität oder Illegitimität zu erzeugen. Besonders der NAZI-Vergleich in Bezug auf „die Serben“ ist kein Zufallsprodukt der jahrelangen Propaganda. Durch die geschickte Platzierung von emotional belasteten Bergriffen wie „KZ“, „Völkermord“ und „Auschwitz“ wurden auch Pazifisten in die Pflicht für den Krieg genommen.

[Quelle: Sabine Schiffer, Rezension von
Becker, Jörg & Beham, Mira (2006): Operation Balkan: Werbung für Krieg und Tod. Baden-Baden: Nomos. 130 Seiten, ISBN 3-8329-1900-7. Institut für Medienverantwortung, 22.01.2007 – PDF]
siehe dazu auch:
- Die gekaufte Propaganda (Andreas Platthaus, FAZ, 05.03.2007)

mein Kommentar:
Natürlich weiß ich nicht, was in Syrien los ist. Was mir aber bitter aufstößt und mich aufmerksam werden läßt ist, daß da ein Schema zu erkennen ist. Wir bekommen immer wieder ähnliche Geschichten erzählt, der Böse ist jedesmal ein anderer, aber die Konsequenz ist die gleiche…

Das Schema:
  1. Da ist ein ganz Böser, evtl. mit dem Zusatz
  2. Der unterdrückt sein eigenes Volk
  3. Der stellt eine furchtbare Gefahr dar
  4. Wir müssen (wahlweise sowohl als auch):
  • ihn fürchten
  • ihn aus dem Weg räumen
  • aufrüsten
  • Krieg führen, obwohl wir das eigentlich gar nicht wollen.


Versuch einer Timeline:

ab 1954: Nordvietnam (Demokratische Republik Vietnam)
       02.-04.08.1964: Angeblicher Tonkin-Zwischenfall
       07.08.1964: US-Kongress beschließt Tonkin-Resolution
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Am 30. November 2005 vom US-Geheimdienst NSA freigegebene Dokumente bestätigten nochmals, dass der an US-Präsident Johnson gemeldete Angriff Nordvietnams vom 4. August 1964 durch einseitige Auswahl von Funkmeldungen suggeriert, also gezielt vorgetäuscht worden war.
[Tonkin-Zwischenfall, Spätere Einordnung, Wikipedia, abgerufen am 16.02.2019]
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ab 1970  Muammar_al-Gaddafi
        1986: Anschlag auf die Diskothek La Belle in Berlin
        1988: Lockerbie-Anschlag
        1989: Anschlag auf UTA-Flug_772
ab 1980  Saddam Hussein
        1988: Anfal-Operation
        1990: Die irakische Invasion Kuwaits
        1990: Brutkastenlüge (PR-Agentur Hill & Knowlton)
ab 1993  Al-Qaida
        12.10.2000: Anschlag auf die USS Cole (DDG-67) im Hafen von Aden
1997: Gründung des PNAC (Project for the New American Century)
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Das PNAC vertrat unter anderem folgende Thesen:
  • US-amerikanische Führerschaft ist sowohl gut für die Vereinigten Staaten von Amerika als auch für die ganze Welt.
  • Eine solche Führerschaft erfordert militärische Stärke, diplomatische Energie und Hingabe an moralische Prinzipien.
  • Eine multipolare Welt hat den Frieden nicht gesichert, sondern stets zu Kriegen geführt.
  • Die Regierung der Vereinigten Staaten soll Kapital schlagen aus ihrer technologischen und wirtschaftlichen Überlegenheit, um durch Einsatz aller Mittel – einschließlich militärischer – unangefochtene Überlegenheit zu erreichen.
Wenn Diplomatie gescheitert sei, seien Militäraktionen ein akzeptables und nötiges Mittel. Das PNAC befürwortet die weltweite Errichtung dauerhafter eigener Militärstützpunkte, um die USA weitestgehend unangreifbar zu machen. Als „Weltpolizist“ (bzw. „Welt-Ordnungs-Hüter“) hätten die Vereinigten Staaten die Macht, in einer chaotischen „hobbesianischen“ Welt für die Einhaltung von Recht und Gesetz gemäß den von den USA gesetzten Maßstäben zu sorgen – wenn es sein muss, auch ohne Absprache mit oder Rücksichtnahme auf Verbündete und andere supranationale Organisationen, Verträge und sonstige Rechtsverbindlichkeiten (Unilateralismus). Darin sehen alle Kritiker einen klaren geschichtlichen Rückfall hinter die mühselig errungenen Fortschritte im Völkerrecht seit dem Westfälischen Frieden.
[Project for the New American Century, Thesen, Wikipedia, abgerufen am 18.02.2019]

Vorsitzender des PNAC war der Publizist William Kristol. Mitglieder waren unter anderem auch Mitglieder der Bush-Regierung:
  • John R. Bolton, Botschafter bei den Vereinten Nationen (2005–2006)
  • Lewis Libby, Stabschef des Vizepräsidenten (2001–2005)
  • Zalmay Khalilzad, Botschafter in Afghanistan (2003–2005), im Irak (2005–2007), bei den Vereinten Nationen (2007–2009)
Zu den weiteren Mitglieder gehörten Jeb Bush, der ehemalige Gouverneur von Florida und Bruder des Ex-Präsidenten George W. Bush, der ehemalige CIA-Direktor James Woolsey sowie der Politologe Francis FukuyamaCaspar Weinberger war bis zu seinem Tod Mitglied von PNAC, der Investmentbanker John Lehman war ebenfalls Mitglied von PNAC. 
[Project for the New American Century, Mitglieder, Wikipedia, abgerufen am 18.02.2019]
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2001: Terroranschläge am 11. September 2001 – »Krieg gegen den Terror« – galoppierende Gesetzgebung mit gravierenden innen- und außenpolitischen Folgen
siehe dazu:
- 9/11: Es stinkt gewaltig! (Post, 28.11.2018)

        12.09.2001: Resolution 1368 des UN-Sicherheitsrates
        14.09.2001: Authorization for Use of Military Force Against Terrorists (AUMF)
Screenshot Pohlmann-Vortrag

        26.10.2001: Der PATRIOT Act tritt in Kraft – und gilt bis heute

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Teile des Gesetzes sind am 1. Juni 2015 abgelaufen[1] und wurden tags darauf am 2. Juni 2015 durch die Bestimmungen des USA Freedom Act ersetzt.[2]
Bei der Verabschiedung stand der Kongress unter großem Druck. John Ashcroft forderte eine Absegnung des USA PATRIOT Act im Kongress innerhalb von drei Tagen und drohte, dass jede Verschleppungstaktik den Terroristen helfen würde. Der Druck auf den Kongress kam aber nicht nur von außen, sondern auch aus dem Kongress selbst. Die Abgeordnete Lynn Woosley (D-Calif.) schrieb: […] Congress would have blood on its hands if there was another terrorist attack while we deliberated („der Kongress hätte Blut an seinen Händen, wenn es zu einem weiteren terroristischen Anschlag käme, während wir uns beraten“).
Das Gesetz wurde am 24. Oktober 2001 durch das Repräsentantenhaus mit 357 zu 66 Stimmen und am 25. Oktober durch den Senat mit nur einer Gegenstimme (Russ Feingold) angenommen. Am 26. Oktober konnte George W. Bush den USA PATRIOT Act unterschreiben – Ashcrofts 3-Tage-Frist wurde eingehalten.
[USA_PATRIOT_Act, Wikipedia, abgerufen am 16.02.2019]
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Die Welt im Ausnahmezustand - Hintergründe zum 11. September von Dirk Pohlmann (Teil1) | ExoMagazin {10:28 – Start bei 8:42}

ExoMagazinTV
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
Seit den Anschlägen des 11. September 2001 leben wir permanent im Ausnahmezustand und ein Ende ist weder absehbar noch geplant, erklärt Dirk Pohlmann
Bis heute ist den meisten Menschen der Anschlag auf das World Trade Center in New York vom 11. September 2001 lediglich als ein Anschlag islamistischer Terroristen in Erinnerung, der als Auslöser des "Kriegs gegen den Terror" gilt. Doch hinter den Kulissen diente dieses Ereignis als Anlass, um unverzüglich tausend Seiten Gesetzestexte in Kraft zu setzen, die bereits fertig in der Schublade lagen. Diese Gesetze schränken die Bürgerrechte enorm ein und geben den Behörden Befugnisse, die unter normalen Umständen niemals durch den US-Kongress gekommen wären.
Der investigative Journalist und Filmemacher Dirk Pohlmann deckt in diesem Vortrag auf, wie weit das Netz der totalen Überwachung und Kontrolle durch diese Ausnahmegesetzgebung gediehen ist. Patriot Act, Total Information Awareness, extralegale Hinrichtungen, Geheimgefängnisse der CIA - sie dienen nicht nur der zeitweiligen Verfolgung von Terrorverdächtigen, sondern wurden für einen langen Zeitraum eingerichtet, dessen Ende nicht abzusehen ist. 

►►Den gesamten Beitrag hier anschauen: http://bit.ly/2KwbGtA
Pohlmann bei 9:28:
Die Gesetzgebung, die [nach 9/11] auf den Tisch flatterte, daß sind über 1000 Seiten, und die macht man nicht in zwei Tagen. Das sind Sachen die in den Schubladen lagen. Diesen Terroranschlag hat man genutzt, um diese Sachen durchzukriegen.
x
ab 2002 wieder Saddam Hussein
"Schauen sie sich nur die Entwicklung dieses Konflikts an: Im Juli noch war keine Rede von der Bedrohung, die vom Irak ausgeht. Im September, zwei Monate vor den Kongresswahlen, war Saddam Hussein plötzlich die Bedrohung Nr. 1. Das Kalkül ist aufgegangen", sagt Chomsky. Der Gelehrte bezweifelt energisch den Wahrheitsgehalt der westlichen Argumentationslinien für einen Krieg gegen den Irak, nämlich die andauernde massive Verletzung der Menschenrechte durch das Bagdader Regime und die Bedrohung durch Saddam Husseins vermutetes Arsenal an Massenvernichtungswaffen. "Die Briten haben ja einen dicken Bericht über die Menschenrechtsverletzungen (im Irak) herausgegeben. Ich bezweifle nicht, dass wahr ist, was darin steht. Was aber die britische Regierung nicht dazu sagt, ist die Tatsache, dass sich dieser Bericht auf Recherchen von amnesty international aus den achtziger Jahren stützt. Was damals Saddam Hussein an der eigenen Bevölkerung angerichtet hat, tat er mit Duldung oder Unterstützung der USA und Großbritanniens".
[Chomsky: "US-Regierung treibt Bevölkerung in Angstspirale" (derStandard, 23.12.2002)]
Noam Chomsky Interview 'WDR Nachgefragt - Wie uns die oberschicht manipuliert {13:59 – Start bei 0:28}

M1j4g1
Am 08.05.2012 veröffentlicht 
Interessantes gibt es auch bei...
http://www.wissensmanufaktur.net/
http://iknews.de/

      05.02.2003: US-Außenminister Colin Powell vor dem UN-Sicherheitsrat:  »Der Irak besitzt Massenvernichtungswaffen«
        19.03.2003: Bombardierung Bagdads durch die »Koalition der Willigen«.
         2003-2011: Besetzung des Irak
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Kennzeichnend für die Dauer der Besetzung war eine gewalttätige  Insurrektion gegen die Präsenz der Koalition der Willigen, die von einer Mehrzahl irakischer und nichtirakischer Akteure aus vielschichtigen Beweggründen ausging. […]
Der Irak war bei Abzug der Vereinigten Staaten nicht vollständig politisch stabilisiert. In militärischer Hinsicht untermauerte die Besetzung die Bedeutung des Insurrektionskrieges und leistete der Verbreitung und der Prominenz Unkonventioneller Spreng- und Brandvorrichtungen Vorschub, während sie zahlreiche politische und juristische Herausforderung in der Verwendung privatwirtschaftlicher Militärdienstleister beleuchtete.
[Besetzung des Irak 2003–2011, Wikipedia, abgerufen am 17.02.2019 – Anmerkung von mir: was ist das denn für eine Sprache?]
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zum Gebaren der US-Besatzungsmacht siehe:
Ich kann gar nicht so viel essen… (Post: Eliot Weinberger in Lettre International, Was ich hörte vom Irak, 25.03.2006)
Irakkrieg, Kulturgüter (Wikpedia)
Irakkrieg, Kriegsverbrechen (Wikpedia)
   - Abu-Ghuraib-Folterskandal (Wikipedia)
Falludscha, Gesundheitsdaten (Wikpedia)


         2003-2009: Camp Bucca, Brutstätte des Islamischen Staates
The radicalization of the prison population was evident to anyone who paid attention. Unfortunately, few military leaders did.
At Camp Bucca, the extremists forced moderate detainees to listen to clerics who advocated jihad. The majority of prisoners were illiterate, so they were particularly susceptible. Prisoners frequently refused medical attention and vocational training for fear of breaking religious rules. The prisons became virtual terrorist universities: The hardened radicals were the professors, the other detainees were the students, and the prison authorities played the role of absent custodian.
Policies changed in 2007, as American military leaders began placing more emphasis on understanding the detainee population. Where possible, the military tried to separate hard-line terrorists from moderates. Prisoners gained more access to programs that taught vocational skills, literacy and a moderate version of Islam.
Some of these reforms worked, but the damage had already been done. The terrorists had four years to network, recruit and impose their extreme version of Islam on thousands of detainees.
[How America Helped ISIS, Andrew Thompson and Jeremi Suri, NYTimes, 01.10.2014]

mit dem Geständnis Daesch „unterstützt zu haben", gibt John Kerry zu, es bewaffnet zu haben, was die Rhetorik des "Krieges gegen den Terrorismus" auf null reduziert.
- Wir wussten seit dem Attentat auf die al-Askari Moschee in Samarra am 22. Februar 2006, dass Daesch (ursprünglich " Islamisches Emirat Im Irak" genannt) vom nationalen US-Geheimdienst-Direktor John Negroponte und Oberst James Steele geschaffen wurde, — nach dem Vorbild wie sie es in Honduras getan hatten —, um dem irakischen Widerstand ein Ende zu machen und einen Bürgerkrieg zu etablieren.
- Wir wussten seit der Veröffentlichung in der Tageszeitung der PKK, Özgür Gündem, des Protokolls der Planungsbesprechung in Amman am 1. Juni 2014, dass die Vereinigten Staaten die gleichzeitige Offensive von Daesh auf Mosul und von der regionalen Regierung vom irakischen Kurdistan auf Kirkuk organisiert hatten.
- Heute wissen wir mit Sicherheit, dass Washington nie aufgehört hat, Daesch zu unterstützen.
[Das Geständnis des kriminellen John Kerry, Thierry Meysan, Voltaire.net, Abs. 5-8]
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Negroponte verließ 1997 den diplomatischen Dienst, wurde aber von US-Präsident George W. Bush 2001 zum Botschafter der Vereinigten Staaten bei der UNO berufen. Negroponte war zwischen Juni 2004 und Februar 2005 der Botschafter im Irak. Als Botschafter im Irak unterstand ihm die derzeit weltweit größte diplomatische Einrichtung der USA..
Negroponte ist aufgrund seiner Beteiligung an der verdeckten Finanzierung der Contras (Iran-Contra-Affäre) und der Vertuschung von Menschenrechtsverletzungen der honduranischen Todesschwadronen, die von der CIA ausgebildet wurden, eine umstrittene Person. Er soll unter der Präsidentschaft von Ronald Reagan (1981–1989) Berichte über Entführungen, Folter und Morde durch vom US-Nachrichtendienst CIA ausgebildete Todesschwadronen unterschlagen haben, um die US-Militärhilfe für die Machthaber nicht zu gefährden. Ferner soll Negroponte als Botschafter in Tegucigalpa geheime Regierungsaufträge umgesetzt und die illegale Finanzierung der Contra-Milizen über Honduras mit eingefädelt haben. Zwischen 1979 und 1989 verschwanden im Zuge der CIA-Operationen zahlreiche Menschen in Honduras. Negroponte überwachte unter anderem die Errichtung der Luftwaffenbasis „El Aguacate“, auf der Contras ausgebildet wurden. Im August 2001 wurden auf dem Gelände des Stützpunkts 185 Leichen ausgegraben. Nach den Worten des Menschenrechtsbeauftragten der Regierung von Honduras, Ramon Custodio, wurden Gefangene mit Kapuzen, Elektroschocks und Schlägen traktiert. Die britische Zeitung „The Guardian“ berichtete, die im Irak angewandten Foltermethodenstammten aus einem alten Handbuch der CIA für Honduras.
Am 17. Februar 2005 wurde Negroponte von US-Präsident George W. Bush für das Amt des Director of National Intelligence (Direktor aller 15 US-amerikanischen Nachrichtendienste) nominiert. Nach Bestätigung durch den Senat wurde er am 22. April 2005 in dieses Amt vereidigt. Am 5. Januar 2007 ernannte George W. Bush Negroponte zum stellvertretenden Außenminister unter Condoleezza Rice. Dieses Amt übte er bis zum Ende von Bushs Amtszeit im Januar 2009 aus.
[John Negroponte, Diplomatische_Karriere, Wikipedia, abgerufen am 17.02.2019]
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Juni 2004 - Februar 2005  John Negroponte Botschafter im Irak
Der Karrierediplomat, ein enger Vertrauter und Freund von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, war in den sechziger Jahren in Vietnam stationiert und in den achziger Jahren in Honduras.
Nach US-Medienberichten soll der als ultrakonservativ geltende Negroponte unter der Präsidentschaft von Ronald Reagan (1981-89) Berichte über Entführungen, Folter und Morde durch vom US-Geheimdienst CIA ausgebildete Todesschwadronen unterschlagen haben, um die US-Militärhilfe für die Machthaber nicht zu gefährden.
Illegale Finanzierung
Negroponte soll als Botschafter in Tegucigalpa geheime Regierungsaufträge umgesetzt und die illegale Finanzierung der Contra-Milizen über Honduras mit eingefädelt haben. Aus dieser Zeit stammt auch Negropontes (inoffizieller) Spitzname "Death Squad" ("Todesschwadron").
Zwischen 1979 und 1989 verschwanden im Zuge der CIA-Operationen zahlreiche Menschen in Honduras. Negroponte überwachte unter anderem die Errichtung der Luftwaffenbasis "El Aguacate", auf der Contras ausgebildet wurden. Im August 2001 wurden auf dem Gelände des Stützpunkts 185 Leichen ausgegraben.
Folter
Nach den Worten des Menschenrechtsbeauftragten der Regierung von Honduras, Ramon Custodio, wurden Gefangene mit Kapuzen, Elektroschocks und Schlägen traktiert. Die britische Zeitung "The Guardian" berichtete, die im Irak angewandten Foltermethoden stammten aus einem alten Handbuch des US-Geheimdienstes CIA für Honduras.
[Porträt: John "Death Squad" Negroponte (DerStandard, 15.11.2007)]

Weitaus schwerer wiegt freilich die Hypothek, die in Bezug auf die Wahrung der Menschenrechte auf Negroponte lastet, der schon einmal gezeigt hat, dass er im Dienste der "Freiheit" und der amerikanischen Interessen gegen das Böse, das damals links stand, selbst massive Menschenrechtsverletzungen deckt und Diktaturen sowie Todesschwadronen unterstützt. Das ist gerade angesichts der Verletzungen des Kriegsrechts und der Menschenrechte, die nicht nur in Abu Ghraib durch Folter und Misshandlungen, sondern im gesamten US-Gulag durch Willkürjustiz betrieben wurden und noch werden, ein schlechtes Zeichen.
Negroponte ist, was er auch als UN-Botschafter demonstriert hat, ein treuer "Soldat" der Regierung. Auch mit offensichtlichen Schwindeleien hat er tatkräftig mitgeholfen, den Schein aufrechtzuerhalten, als würde die US-Regierung womöglich von einem Krieg gegen den Irak absehen, wenn Hussein die UN-Resolutionen erfüllt. Dabei wurde bekanntlich die Existenz von Massenvernichtungswaffen angeführt, die das Hussein-Regime nicht offenbart, zudem wurde die Verbindung mit al-Qaida behauptet, die sich erst durch den Krieg hergestellt hat. Andere Regierungsmitglieder aus der Reagan-Zeit übten bereits auf Clinton Druck aus, einen Krieg mit dem Irak zu beginnen (Irak-Krieg von langer Hand vorbereitet).
Auch andere treue Wegbegleiter auf dem antikommunistischen Kreuzzug in Lateinamerika unter Reagan wurden von Bush wieder rehabilitiert. Beispielsweise Elliott Abrams, der zunächst ausgerechnet für Demokratie, Menschenrechte und internationale Operationen im National Security Council des Weißen Hauses fungierte und 2002 von Bush zum Berater des Weißen Hauses für den Nahen Osten und Nordafrika ernannt wurde. Er war, wie auch Negroponte, in den Iran-Contra-Skandal verwickelt, bei dem gegen den Willen des US-Kongresses heimlich Waffen an den Iran verkauft und mit dem Geld die Contras gegen die Regierung in Nicaragua unterstützt wurden. Er wurde wegen Zurückhaltung von Informationen verurteilt, aber von Bush I, zusammen mit anderen Personen, die im Iran-Contra-Skandal verwickelt waren, 1992 begnadigt.  

ab 2003 Aufstieg des Islamischen Staats
        29.06.2014: Ausrufung des Kalifats
Krieg gegen den IS ohne Einschränkungen (Florian Rötzer, Telepolis, 11.12.2014)


ab 2000 Baschar al-Assad (Präsident Syriens als Nachfolger seines Vaters): 
        2001: Damaszener Frühling in Syrien
   ab 2010: Arabischer Frühling in Nordafrika

ab 2011 Al-Nusra-Front


        28.07.2016: Trennung von al-Qaida

ab 2013 »Weißhelme« (Syrischer Zivilschutz)

        2016: Alternativer Nobelpreis



Resistente Keime in der Umwelt

Multiresistente Erreger gelangen vorwiegend aus Tiermastanlagen in die Gewässer und werden zur tödlichen Gefahr

In einem Ende 2017 veröffentlichten Bericht warnt die Umwelt-Organisation der Vereinten Nationen (UNEP) vor Antibiotika-Resistenzen als ernstzunehmende Bedrohung.

Auch in dem von der EU-Kommission 2017 verabschiedeten Aktionsplan zur Bekämpfung der Resistenzen heißt es, die Umwelt trage zur Entwicklung und Verbreitung antimikrobieller Resistenzen bei Mensch und Tier bei. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt gar vor einem "postantibiotischen Zeitalter", wenn nicht schnell genug gegen die Ausbreitung von Resistenzen vorgegangen wird.

Der Hintergrund dafür ist: Immer mehr antibiotikaresistente Keime verbreiten sich unkontrolliert in deutschen Gewässern und Brunnen. Das ergaben auch die Analysen von Wasserproben, die Greenpeace-Mitarbeiter von Mai bis September 2018 aus Flüssen, Seen, Kanälen an verschiedenen Standorten in Deutschland entnahmen.

In 38 Prozent der untersuchten Proben fanden sich multiresistente Erreger vom Typ ESBL: So wurden in den aus Flüssen und Seen genommenen Proben in 25 von 66 Fällen multiresistente Bakterien der sogenannten ESBL (Extended-Spectrum-Beta-Laktamase)-Stämme festgestellt. Bereits 2017 hatte Greenpeace in 13 von 19 untersuchten Schweinegülle-Proben aus ganz Deutschland multiresistente Erreger gefunden. "Breiten sich die Keime immer weiter aus, wächst die Gefahr, dass immer mehr Antibiotika als wichtigste Waffe gegen Infektionskrankheiten ihre Wirksamkeit verlieren", erklärt Campaigner Dirk Zimmermann in einer Greenpeace-Pressemitteilung.

mehr:
- Resistente Keime in der Umwelt (Susanne Aigner, Telepolis, 16.12.2018)

Die US-imperiale Strategie, der »Zwang« Kriege führen zu müssen und die Manipulation der öffentlichen Meinung

Audio Evidence: John Kerry confirms arming Daesh. Daesh means „Islamic State“, ISIS, IS, ISIG, ISIL. This is the complete conversation, not only the misleading „New York Times parts“.

„In the complete recording, we hear the Secretary of State
– confirm that the strategic aim of the war that the Obama Administration led since 2011 against the Arab Syrian Republic is to topple the regime.
– confirm that the Obama administration was hoping that [a subrogation would take place] and Daesh would be able to step into its place it take down the Syrian Arab Republic.
– confirm that the Obama administration provided Daesh with arms to topple the Syrian Arab Republic.“

Quelle:
- John Kerry: USA armed ISIS (Blauer Bote, 26.12.2018)
darin enthalten folgendes Youtube-Video:
Audio Evidence: John Kerry confirms arming Daesh {36:57}

VoltairenetTV
Am 13.01.2017 veröffentlicht 
On 30 September 2016, The New York Times published extracts of an audio recording of a conversation between the Secretary of State, John Kerry and members of the Syrian “opposition”. The conversation took place on 22 September 2016, at the sidelines of the UN General Assembly. We hear him berating the US Congress for refusing to send men to bring down the Syrian Arab Republic and advising the opposition to find another military power to take over from the US and to bring it to power.
The extracts chosen by the New York Times lead us to understand that the State Department could no longer support the National Coalition of Opposition and asked it to look to other sponsors.
The complete recording (36 minutes) was published on 1 January by The Last Refuge. It completely alters the sense of the conversation and accordingly is evidence that the extracts which the New York Times initially sought to publish do not actually seek to inculpate the Obama Administration but to protect it.
In the complete recording, we hear the Secretary of State
- confirm that the strategic aim of the war that the Obama Administration led since 2011 against the Arab Syrian Republic is to topple the regime.
- confirm that the Obama administration was hoping that [a subrogation would take place] and Daesh would be able to step into its place it take down the Syrian Arab Republic.
- confirm that the Obama administration provided Daesh with arms to topple the Syrian Arab Republic.
This recording dispels the myth of a so-called Syrian revolution and equally the myth that the West is fighting Daesh. It gives us a more meaningful understanding of the tensions within the Obama administration and why General Michael Flynn resigned. Under international law, supporting Daesh is a crime against Humanity.
siehe dazu auch:
- Audio-Beweis: US-Außenminister bestätigt, Daesch (ISIS) zu unterstützen und zu bewaffnen (Video) (pravda-tv, 18.01.2017)
Die Freigabe durch The Last Refuge der kompletten Aufnahme des Treffens zwischen Außenminister John Kerry und Mitgliedern der Nationalen Koalition (22. September 2016 in der Delegation der Niederlande bei den Vereinten Nationen) ändert, was wir von der US-Position zu Syrien zu verstehen glaubten.
Erstens, wir glaubten, dass wenn Washington die so genannte Operation des "arabischen Frühlings" ins Leben gerufen hatte, um die weltlichen arabischen Regimes zugunsten der Muslim-Bruderschaft zu stürzen, ließ es seine Verbündeten allein in dem zweiten Krieg gegen Syrien ab Juli 2012. Diese, die ihre eigenen Ziele verfolgten (Wiederkolonisierung für Frankreich und das Vereinigte Königreich, Eroberung des Gases für Katar, Ausbau des Wahhabismus und Rache gegen den libanesischen Bürgerkrieg für Saudi Arabien, Annexion des Nordens des Landes für die Türkei nach dem Zypern-Modell, usw.) hätten das ursprüngliche Ziel aufgegeben. Nun bestätigt John Kerry in dieser Aufnahme, dass Washington den Versuch nie aufgegeben hat, die syrische arabische Republik zu stürzen, was also bedeutet, dass er jeden Schritt der Arbeit seiner Verbündeten kontrolliert hat. In der Tat, in den vier letzten Jahren wurden die Dschihadisten durch das Allied LandCom (Heereskommando) der NATO mit Sitz in Izmir (Türkei) kommandiert, bewaffnet und koordiniert.
[Quelle: Das Geständnis des kriminellen John Kerry (Thierry Meyssan, Voltairenet, 17.01.2017)]
- Leaked John Kerry Audio Reveals Obama Ordered Rise Of ISIS (Sean Adl-Tabatabai, newspunch, 02.01.2017)
- US-Gefangenenlager Bucca: Hier entstand Daesch (Birgit Svensson, Weser-Kurier, 10.04.2016)

Mein Kommentar:
Angesichts der geleakten Aussagen von John Kerry gewinnt der Artikel von Alex Christoforou (TheDuran, 06.04.2017) deutlich an Gewicht!
siehe dazu:
Der Giftgas-Anschlag in Ghuta/Duma, August 2013: West-Propaganda zu Syrien und eine vier Jahre alte Geschichte (Post, 17.04.2018)



Mausfeld: »Gigantische Programme zur Angstinduktion in der Bevölkerung«
KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld ("Warum schweigen die Lämmer?") {1:38:19; Start bei 1:15:09}

KenFM
Am 02.10.2018 veröffentlicht 
Dass Professor Rainer Mausfeld es im Alter von 68 Jahren mit seinen Vorträgen noch zu einem Millionenpublikum bringen würde, hätte er selbst vermutlich als Letzter vermutet. Doch ganz offensichtlich trifft er mit seinen Inhalten, verbildlicht durch die inzwischen weitläufig bekannte politische Metapher der „schweigenden Lämmer“, den Nerv der Zeit. Es ist, als hätten wir jahrelang eine dunkle Vermutung gehegt und endlich spricht sie einmal jemand aus – Unsere Demokratie ist bei weitem nicht so demokratisch, wie sie uns verkauft wird.
Nun ist der Kaiser also nackt. Dennoch hält sich die gesellschaftliche Empörung in Grenzen. Wie lässt sich das erklären? Professor Mausfeld ist überzeugt: Es liegt an der Beschaffenheit des Kaisers, der nicht mehr in schicker, feudaler Tenue, sondern in Form unpersönlicher, intransparenter und abstrakter Machtstrukturen daherkommt. Genannte Strukturen, man kann sie auch als Elitenetzwerke bezeichnen, bedienen sich des Begriffes der Demokratie, weil er sich für sie als ideale Revolutionsprophylaxe in Zeiten zunehmend feudal anmutender sozialer Ungleichheit herausgestellt hat. Da diese Verschleierungstaktik, bei der ideologisch aufgeladene Begriffe inhaltlich in ihr Gegenteil verkehrt werden, sich zu Indoktrinationszwecken als besonders effektiv erwiesen hat, kommt sie auch in aller Regelmäßigkeit zur Anwendung. So z.B. bei Wörtern wie „Globalisierung“ oder „freie Märkte“, welche der desorientierten Bevölkerung als naturgegebene Phänomene verkauft werden, um über das in ihrer neoliberalen Interpretation verankerte Recht des Stärkeren hinwegzutäuschen.
Hieraus ergibt sich die Aufgabe, die Kluft zwischen dem vorgegaukeltem und dem eigentlichen Wortsinn, zwischen PR und Realität, zu überwinden, mit dem Ziel sich dabei Schritt für Schritt an das Ideal demokratischer Verhältnisse im Sinne der Aufklärung anzunähern. Dafür bedarf es nicht nur der intellektuellen Bewaffnung und Bewusstwerdung über die subtilen Techniken der Meinungskontrolle des Einzelnen, sondern vor allem auch des Eingeständnisses, dass man einem gigantischen Betrug aufgesessen ist.
Professor Mausfelds Buch „Warum schweigen die Lämmer?“, welches die Inhalte des beliebten gleichnamigen Vortrages weiter vertieft, kann diesen kollektiven Aufwachprozess mit anschieben. Ins Handeln kommen müssen wir dann aber schon selber.
Inhaltsübersicht:
0:04:56 Der Kaiser ist nackt – wir wissen es alle
0:13:15 Der „Feind“ ist abstrakt
0:21:50 Aber wir haben doch eine Demokratie…
0:31:16 Wie wichtig ist Repräsentation in einer Demokratie?
0:40:43 Meinungsmanagement
0:57:29 Definition von Links und Rechts: ein „Haufen Spaghetti“
1:03:02 Chemnitz aktuell – Ablenken von den wahren Problemen
1:13:25 Programme zur Angst-Induktion
1:20:37 Für das Warten auf bessere Zeiten ist keine Zeit
1:34:08 Feedback aus der Bevölkerung
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Die geheime Geschichte des IS: Amerikas Fehler (Doku, 2016) {44:50, Start ab 0:56}

John Doe
Am 05.01.2017 veröffentlicht 
https://filmblog.radio-metropolis.one/

Zitate aus dem Video [ab 1:12]:

»Sie tauchten auf wie aus dem Nichts« [Off-Sprecher]
»Uns wurde die Gefahr erst bewußt, als sie im Westirak ein Drittel des Landes unter Kontrolle gebracht hatten. […] Schockierend, daß die Armee nichts unternommen hat.«
[Chuck Hagel, US-Verteidigungsminister 2013-2015]




US-Gefangenenlager Bucca:
Nada Bakos: How Zarqawi Went From “Thug” To ISIS Founder (Jason M. Breslow, Weser-Kurier, 17.05.2016)
US-Gefangenenlager Bucca: Hier entstand Daesch (Birgit Svensson, Weser-Kurier, 10.04.2016)

»Nine members of the Islamic State’s top command did time at Bucca.«
[Quelle: Who is Islamic State leader Abu Bakr al-Baghdadi? (William McCants, BBC News, 08.03.2016)]
How the United States helped create the Islamic State (Juan Cole, Washington Post, 23.11.2015)
Camp Bucca: The US prison that became the birthplace of Isis (Terence McCoy, Independent.co.uk, 04.11.2014)
The radicalization of the prison population was evident to anyone who paid attention. Unfortunately, few military leaders did.
At Camp Bucca, the extremists forced moderate detainees to listen to clerics who advocated jihad. The majority of prisoners were illiterate, so they were particularly susceptible. Prisoners frequently refused medical attention and vocational training for fear of breaking religious rules. The prisons became virtual terrorist universities: The hardened radicals were the professors, the other detainees were the students, and the prison authorities played the role of absent custodian.
Policies changed in 2007, as American military leaders began placing more emphasis on understanding the detainee population. Where possible, the military tried to separate hard-line terrorists from moderates. Prisoners gained more access to programs that taught vocational skills, literacy and a moderate version of Islam.
Some of these reforms worked, but the damage had already been done. The terrorists had four years to network, recruit and impose their extreme version of Islam on thousands of detainees.
[How America Helped ISIS, Andrew Thompson and Jeremi Suri, NYTimes, 01.10.2014]
Camp Bucca: Military Closes Largest Detention Camp In Iraq (Jason Keyser, TheWorldPost, 16.11.2009, gefunden bei web.archive.org)

==========
Eine Reihe von Anführern des IS waren Häftlinge in diesem Gefängnis, darunter von Februar bis Dezember 2004 Abu Bakr al-Baghdadi, der im Gefängnis wesentlich an der Entwicklung der Organisation arbeitete und ihr heute unter dem im Juni 2014 angenommenen Titel „Kalif Ibrahim“ vorsteht.[6][7]
[Camp Bucca, Geschichte, Wikipedia, abgerufen am 9.01.2019]
Nach der vollständigen Besetzung des Irak wurden am 23. Mai 2003 die Streitkräfte des ehemaligen Regimes unter Saddam Hussein durch die Übergangsverwaltung aufgelöst und alle Soldaten entlassen. Eine große Anzahl der militärischen Hinterlassenschaften wurden zerstört.
Nach kurzer Zeit wurden die neuen irakischen Sicherheitskräfte mit Unterstützung der USAGroßbritanniensAustraliens und Jordaniens wieder aufgestellt. […]
Der Wiederaufbau der Streitkräfte folgte oft nach Vorstellungen der USA, d. h. eine Verringerung der Mannstärke zugunsten eines besser ausgestatteten und professionelleren Militärs. […]
Die zunächst aufgebaute Irakische Nationalgarde (Iraqi National Guard) wurde bis Dezember 2004 wieder von den USA aufgelöst, da es sich zeigte, dass Teile davon zu Aufständischen übertraten oder desertiertenSiehe: 1. Schlacht von Falludscha - Operation Vigilant Resolve Am 18. April 2007 wurde den irakischen Streitkräften Maysan als vierte von 18 Provinzen des Landes zur souveränen Sicherheitswahrung übergeben.[10]
[Streitkräfte nach der Niederlage im Irakkrieg, Wikipedia, abgerufen am 16.02.2019]
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Mein Kommentar:
Nach fünf Jahren Recherche zum Ukraine-Konflikt, den Medienberichten, die sich auf Giftgas-Meldungen der Weißhelme berufen und der britischen Skripal-Hysterie glaube ich weder an Zufall noch an Schusseligkeit! Es genügt einfache Mathematik.
Was passiert, wenn 
1. man eine Armee von an die 400.000 Männern auflöst und diese dann von heute auf morgen auf der Straße sitzen?
2. sich der größte Teil der irakischen Bevölkerung von den Besatzern drangsaliert fühlt (zum Gebaren der US-Besatzer siehe gleich) und 
3. man alle möglichen Verdächtigen in ein Lager (Camp Bucca) sperrt und sich nicht näher ansieht, was da passiert?

zum Gebaren der US-Besatzungsmacht siehe:
Ich kann gar nicht so viel essen… (Post, Eliot Weinberger in Lettre International, Was ich hörte vom Irak, 25.03.2006)
Irakkrieg, Kulturgüter (Wikpedia)
CAMP BUCCA: the birthplace of ISIS. {8:02}

News & Politics #17
Am 10.11.2017 veröffentlicht 
CAMP BUCCA : the birthplace of ISIS.

Mausfeld Warum schweigen die Lämmer, mit besserer Tonqualität. Herzlichen Dank an Wolfgang Bley. {1:05:08; Start ab 34:48}

Reiner Heyse
Am 15.09.2015 veröffentlicht 
Vortrag an der Christian Albrechts Universität Kiel, am 22.06.2015:
Warum schweigen die Lämmer? Demokratie, Psychologie und Empörungsmanagement.
Prof. Dr. Rainer Mausfeld
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Der Vortrag beschäftigt sich mit einem oftmals als ‚Paradoxon der Demokratie‘ bezeichneten Spannungsverhältnis zwischen Volk und Eliten: Demnach könne es in einer Demokratie beispielsweise passieren, daß, wie Aristoteles bemerkte, „die Armen, weil sie die Mehrheit bilden, das Vermögen der Reichen unter sich teilen.“ Aus Sicht der jeweils herrschenden Eliten sind Demokratien daher mit einem besonderen ‚Stabilitätsproblem‘ behaftet....


Sehen wir uns parallel dazu die Ukrainekrise an:
Schon damals [Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft, 1997, Wikipedia] sagte Brzezinski voraus: Die Ukraine wird der Schlüssel sein, für Russlands Zukunft und den Frieden. Denn in der Ukraine entscheide sich, ob Russland sich nach Europa orientiert oder in imperiales Auftrumpfen zurückfällt.
„Allein schon die Existenz einer unabhängigen Ukraine hilft, Russland zu verändern. Ohne die Ukraine hört Russland auf, ein eurasisches Imperium zu sein. Es kann zwar immer noch imperialen Status beanspruchen, würde dann aber in Konflikte mit den zentralasiatischen Staaten verwickelt. Auch China würde sich erneuter russischer Dominanz in Zentralasien entgegenstellen. Wenn Russland aber die Kontrolle über die Ukraine zurückgewinnt, wäre es wieder eine Imperialmacht.“
All die westlichen Hoffnungen, dass Russland sich öffnet und modernisiert, dass es zu einem demokratischen Partner eines demokratischen Amerika wird, sind aus Brzezinskis Sicht davon abhängig, dass Russland den Herrschaftsanspruch über die Ukraine aufgibt.
[Zbigniew Brzezinski – Rückblick in die Konflikte der Zukunft
Christoph von Marschall, Deutschlandfunk, 03.08.2015]

Ein einfaches Modell:
Ich nehme mir im Jahr 2014 ein Kochbuch von Johannes Lafer aus dem Jahr 1997 und backe nach seinem Rezept einen Kirschkuchen.
Dann kann der Christoph von Marschall (siehe obiges Zitat) 2015 sagen: »Ist doch unglaublich, wie der Lafer diesen Kirschkuchen vor 20 Jahren so exakt vorausgesagt hat!« Eine Täter-Theorie ist ihm aber zu verschwörungstheoretisch: »Das wirkt aber weit hergeholt.«


Während der Lektüre ist man immer wieder versucht, zum Copyright-Vermerk zu blättern: Ist dieses Buch wirklich 1997 erschienen? Es liest sich wie eine brandaktuelle Analyse, welche geopolitischen Triebkräfte die internationale Politik heute bestimmen. Geschrieben hat Zbigniew Brzezinski „The Grand Chessboard“ – wörtlich: „Das große Schachbrett“ – aber vor 18 Jahren! Damals regierte Bill Clinton, der Weltwirtschaft ging es gut, die Bundesregierung bereitete den Umzug von Bonn nach Berlin vor. Islamistischer Terror war noch nicht im allgemeinen Bewusstsein, 9/11 kam ja erst vier Jahre später. Der Ost-West-Konflikt war beendet. Polen, Tschechien und Ungarn bereiteten sich auf den Beitritt zu EU und NATO vor. Man hoffte, dass Russland mit etwas Verspätung ebenfalls zu Demokratie und Rechtsstaat findet und ein Friedenspartner wird. […]
Manche nehmen solche Weitsicht zum Anlass für den Verdacht, Brzezinski habe diese Entwicklung als Strippenzieher mit herbeigeführt. Das wirkt aber weit hergeholt. Er hatte seit Jahrzehnten kein Regierungsamt und steuert auch nicht die US-Geheimdienste.
Vielmehr kommen bei ihm Biografie, präzise Analyse und treffsichere Instinkte zusammen. Er ist gebürtiger Pole, war Sicherheitsberater des demokratischen Präsidenten Jimmy Carter, ist bis heute einer der angesehensten außenpolitischen Denker der westlichen Hemisphäre. Sein Buch beginnt mit der Frage, welche geostrategischen Imperative die USA berücksichtigen müssen, wenn sie die ihnen zugefallene Vorrangstellung behalten wollen. Sie sind die erste Weltmacht der Geschichte, die nicht auf dem eurasischen Kontinent zuhause ist. Dort werde aber auch in Zukunft die Machtfrage entschieden.  
[Zbigniew Brzezinski – Rückblick in die Konflikte der Zukunft
Christoph von Marschall, Deutschlandfunk, 03.08.2015, Hervorhebung von mir]

In der Politik geschieht nichts zufällig.
Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein,
dass es auch auf dieser Weise geplant war.
[Franklin D. Roosevelt (1882-1945)] 


Dann gibt es da noch die Geschichte einer Befehlsverweigerung während des Kosovokrieges…
"Sir, ich werde für Sie nicht den dritten Weltkrieg anfangen", raunzt General Mike Jackson, Kommandeur der britischen Kfor-Truppen. Am 12. Juni 1999 rücken Tausende Nato-Soldaten in den Kosovo ein. Doch am Flughafen Pristina müssen sie verblüfft feststellen: Die Russen sind schon da. 200 Fallschirmjäger haben in den Morgenstunden das Gelände besetzt. Sie verwehren nun den Nato-Einheiten den Zutritt. US-General Wesley Clark ist düpiert - die russische Einheit ist unbemerkt aus Bosnien vorgerückt, dreieinhalb Stunden Vorsprung genügen, um den strategisch wichtigen Flughafen vor der Nato unter russische Kontrolle zu bringen - ein verwegenes Manöver.
Clark setzt auf Konfrontation. Jacksons Männer sollen die Landebahnen mit ihren Panzerfahrzeugen blockieren. Den Russen soll kein weiterer Coup gelingen, Clark will die kleine Einheit vom Nachschub aus der Luft abschneiden. Doch Jackson widersetzt sich: "Das werde ich nicht tun." Eine bewaffnete Auseinandersetzung mit den Russen will er unbedingt vermeiden.
[Russischer Einmarsch 1999 – Showdown in Pristina, Benjamin Bidder, SPON, 17.02.2008]

… und eben jener Wesley Clark, ehemaliger Supreme Allied Commander Europe (SACEUR), hat 2007 vor den Mitgliedern eines kalifornischen Think-Tanks einen Vortrag gehalten:
2007 hielt Wesley Clark eine Rede auf einer Veranstaltung des US-amerikanischen Think-Tanks Commonwealth Club of California. Clark ist ein General a. D. der US Army. Er berichtete unter anderem von einer Militärstrategie, die die Jahre nach den Terroranschlägen des 11. Septembers entwickelt wurde. Im wesentlichen ging es darum in mehreren Staaten der arabischen und afrikanischen Welt einzumarschieren und deren Regierungen zu stürzen. Die 2007 von Clark aufgezählten Länder sind heute entweder bereits militärisch unterworfen oder gerade im Fokus westlicher Militärstrategien.
Als Supreme Allied Commander Europe (SACEUR) war Wesley Clark 1999 Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte im Kosovokrieg. Im Jahre 2004 bemühte er sich Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei zu werden. Von da an engagierte er sich politisch. Seine Rede am 10.03.2007 in San Francisco klingt wie eine Prophezeiung für die nächsten 5-10 Jahre. Er erzählt von der Zeit nach den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001. […]
Sechs Wochen später ging Clark, nach eigenen Angaben, erneut zu jenem Pentagon-Offizier und fragte nach, wieso der Irak nicht bereits angegriffen wurde. Der Offizier soll geantwortet haben: „Wir haben vor den Irak anzugreifen. Aber Sir, es ist schlimmer als das“. Anschließen soll er Clark ein Dokument gezeigt haben mit den Worten: „Ich habe gerade diesen Merkzettel aus dem Büro des Verteidigungsministers bekommen, und hier steht wir werden 7 Länder angreifen und deren Regierung in innerhalb von 5 Jahren stürzen. Wir werden mit dem Irak beginnen, und dann nehmen wir uns Syrien, Libanon, den Sudan, Libyen, Somalia und den Iran. Sieben Länder in fünf Jahren.“
[Ex-NATO-Chef prophezeite 2007 kommende US-Kriege: „Wir werden 7 Regierungen stürzen“, Wilhelm von Pax, NeoPresse, 07.04.2015 – Mit dem Vortrags-Video; siehe dazu auch:
- Die Ankündigung von Wesley Clark: „Wir werden 7 Regierungen stürzen“, Post, 07.04.2015
]

zurück zur Ukraine:
Während die ehemalige ARD-Korrespondentin Gabriele Krone-Schmalz kritisierte
»Wir, die Medien, hätten zu einem frühen Zeitpunkt wissen müssen und es auch verkünden müssen, daß dieses Assoziierungsabkommen die Ukraine zerreißt!«
▶ Putinversteher & Lügenpresse - aus: Die Anstalt vom 29.04.2014 {7:07; Start: 0:27}

FreiBILDfuerAlle
Am 04.09.2014 veröffentlicht 
Claus von Wagner & Max Uthoff, mit einem kleinen Einspieler mit Gabriele Krone-Schmalz zum Assoziierungsabkomen mit der Ukraine.
gab sich die transatlantische Liana Fix in einem Interview mit dem deutsch-türkischen Journal überrascht:
War die Ukrainekrise vorhersehbar?
Die EU war tatsächlich überrascht von der Krise, da in Brüssel nicht damit gerechnet wurde, dass Russland mit militärischen Maßnahmen auf ein ursprünglich rein technisches Freihandelsabkommen reagieren würde. Hier wurde unterschätzt, welche Bedeutung die Ukraine für Russland hat.
[Ukraine-Krise für den Durchschnitts-Bürger: Unsere offiziellen Russland-Versteher konnten sie angeblich nicht kommen sehen!, Post, 09.12.2014]
dazu auch:
- Die Ukraine und die russische Sprache, Versuch eines zeitlichen Überblicks (Post, 08.02.2019)



Hier ein Auszug aus der Rede Wladimir Putins auf der Waldai-Konferenz in Sotschi 2014:

Wie ist es zu erklären, daß diese berüchtigte sogenannte ISIS zu einer gewaltigen de facto Armeegruppierung werden konnte? 

Was deren finanzielle Zuströme angeht, so sind das zum heutigen Tag nicht nur Einkünfte aus dem Drogengeschäft, deren Produktion übrigens im Verlauf der Stationierung der internationalen Kräfte in Afghanistan nicht nur um ein paar Prozent, sondern um das Vielfache gestiegen ist. Das wissen wir alle. Sondern diese Finanzen resultieren auch aus dem Verkauf von Erdöl, das in Gebieten das von Terrosten kontrolliert wird, gefördert wird. Sie verkaufen es zum Spottpreis. Sie fördern und transportieren es ungehindert. Aber es gibt ja solche, die es kaufen, weiterverkaufen und daran verdienen, ohne darüber nachzudenken, daß sie damit Terroristen finanzieren, die früher oder später auch auf ihr Gebiet kommen werden. Und sie werden kommen, um die Saat des Todes in ihren Ländern auszusäen. 

Und woher kommen neue Rekruten? Im Irak sind infolge des Sturzes Saddam Husseins staatliche Institutionen, einschließlich der Armee, zerstört worden. Wir haben es damals noch gesagt: Seid vorsichtig! Wohin habt ihr diese Leute vertrieben? Auf die Straße. Und was sollen sie dort machen? Vergeßt nicht: Ob es gerecht oder ungerecht war, aber sie saßen an den Hebeln eines nach regionalem Maßstab durchaus großen Staates.


Und wohin treibt ihr sie? Was haben wir als Ergebnis? Zehntausende Soldaten und Offiziere, ehemalige Baath-Partei-Aktivisten, die auf die Straße gesetzt worden sind. Und sie sind es, die heute die Einheiten der Rebellenbanden auffüllen. Vielleicht ist es ja das, worin das Geheimnis der Operationsfähigkeit der ISIS besteht. Sie handeln vom militärischen Gesichtspunkt aus sehr effektiv. Wir haben es mit wirklichen Profis zu tun. Rußland hat mehrfach vor einseitigen gewaltsamen Aktionen, vor Einmischung in die Angelegenheiten souveräner Staaten, vor dem Anbandeln mit Extremisten und Radikalen gewarnt und darauf bestanden, daß man jene Gruppierung, die gegen die syrische Zentralregierung vorgeht, vor allem die ISIS, Aktivisten (?) terroristischer Organisationen sind. Und was war das Ergebnis? Es gab keine Reaktion.

Mitunter bekommt man den Eindruck, daß unsere Kollegen und Freunde ständig mit den Ergebnissen ihrer eigenen Politik kämpfen.

[Putin hat gesprochen! Howgh! – Die Valdai-Rede und die Rede vor der UN-Vollversammlung, Post, 26.10.2014 – Transkript der im Video vorgelesenen deutschen Übersetzung ab 11:30]

Zusammenfassung:
Ich kann eine US-Strategie nicht hunderprozentiger Sicherheit beweisen, aber die Parallelen fallen doch auf:
- Es gibt ein Kochrezept (oder nennen wir es »Plan«)
siehe zum Ukraine-Konflikt:
Zbigniew Brzezinski, Die einzige Weltmacht (Post, 28.11.2014) oder
siehe zum Irak/IS:
Die Ankündigung von Wesley Clark: „Wir werden 7 Regierungen stürzen“ (07.04.2015)

- die Umsetzung hat eine Krisensituation zum Ergebnis, und es heißt von transatlantischer Seite

zur Rechtfertigung:
»Wir waren erstaunt« oder
»Wir konnten das nicht voraussehen« oder
»Wir haben das nicht bedacht«
Aber das wichtigste Ergebnis ist ein neuer Feind, gegen den sich der Westen (bzw. der Militärisch-industrielle Komplex) verteidigen muß:
"Stoppt Putin jetzt!"-Cover war nur halbschlimm (Post, 11.09.2014)
Das Ergebnis im Irak ist
- das Entstehen des IS mit der Folge:
- die USA »müssen« den »Krieg gegen den Terrorismus« fortsetzen
Das Ergebnis in der Ukraine ist:
- die angebliche Notwendigkeit, Truppen und schwere Waffen an der Grenze zum »expansionistischen« Russland zu stationieren
Und um die Bevölkerung dazu zu bringen, da mitzuspielen, sind die Medien ein zentrales und unverzichtbares Element!

zum Prinzip der Herstellung einer Situation, in der man zu einer bestimmten Handlung »gezwungen« wird:
In dem folgenden Video ist Atlas, ein Bühnenmagier, »gezwungen«, ein auf dem Tisch liegendes Handy an sich zu nehmen – um es später verwanzen zu können.
Now You See Me: Atlas's Interrogation {1:14}
thebestmoviequotes
Am 01.09.2013 veröffentlicht
Atlas: "First rule of magic: Always be the smartest guy in the room."
I do not own this video.

für weitergehende Erklärungen zum Alternativlosigkeits-Prinzip siehe:
- Deutschlands Hypnotherapeutin Nr. 1 und das Herstellen von Alternativlosigkeit (Post, 18.01.2016)

Ein Blick in die Geschichte – die Beeinflussung der öffentlichen Meinung in Schweden mit Hilfe der Konstruktion einer russischen Bedrohung:
KenFM im Gespräch mit: Dirk Pohlmann (Deutsche U-Boote im Kampf gegen Schwedens Neutralität?) {48:35}

KenFM
Am 17.06.2016 veröffentlicht 
Geschichte wiederholt sich doch. Wie in den 80er Jahren wird jetzt erneut mit Hilfe von Falschmeldungen über russische U-Boote in den schwedischen Schären Außenpolitik gemacht.
Damals wie heute wird unter Zuhilfenahme der Medien eine Konfrontationspolitik mit Russland durchgesetzt. Damals wie heute wird dabei mit der Gefahr eines 3. Weltkrieges gespielt.
Damals, um die „Gemeinsame Sicherheitspolitik“ von Olof Palme, Egon Bahr, Willy Brandt und später Michail Gorbatschow zu verhindern. Mit dem Amtsantritt von Gorbatschow war die „Gefahr“ eines Erfolges der sozialdemokratischen Entspannungspolitik massiv angewachsen. Denn Gorbatschow war bereit, diese Ideen auch zur sowjetischen Sache zu machen.
Der Mord an Olof Palme 1986 beendete die Möglichkeit einer neuen Weltordnung, die auf einer Herrschaft des Rechts in einer blockfreien Welt zielte, statt auf imperiale Politik einer einzigen Supermacht.
Heute wird erneut versucht, mit angeblich russischen U-Booten Politik zu machen. Und wieder sind es PsyOps, Operationen der psychologischen Kriegsführung.
Der schwedische Verteidigungsminister hat vor wenigen Tagen in einem Interview mit dem schwedischen öffentlich-rechtlichen Radio offiziell mitgeteilt, dass es sich bei den U-Boot-Sichtungen von 2014 und 2015 nicht um russische U-Boote handelte, sondern um ein schwedisches und ein deutsches!
Tagelang hatten die deutschen Medien und Rundfunksender über die angeblich russischen U-Boote berichtet, in aller Ausführlichkeit und Ähnlichkeit. Dementis aus Moskau wurden höhnisch kommentiert. Die gültige Weisheit in den Redaktionen hieß: „Dem Russen ist alles zuzutrauen!“
Jetzt, angesichts der Tatsachen schweigen die deutschen Medien, der Gleichschritt ist befremdlich, keine einzige Publikation schert aus.
Was steckt hinter dieser Tatsachenverweigerung? Eine Frage, die die deutschen Medien beantworten müssen. Es geht nicht mehr um Interpretationen. Es geht um Tatsachen, um die Wahrheit. Die Qualitätsmedien haben eine üble Verschwörungstheorie verbreitet, eine Lügengeschichte, die große Wirkung erzielt hat. In Schweden wird jetzt ein NATO-Beitritt diskutiert, er gewann angesichts der russischen U-Boot-Bedrohung immer mehr Anhänger, der schwedische Verteidigungshaushalt wurde um 600 Millionen Euro aufgestockt und wie zufällig zeigt das schwedische Fernsehen gerade eine eigenproduzierte Serie, in der Norwegen von den Russen besetzt wird.
Russland und sein Präsident Putin werden in den westlichen Medien täglich dämonisiert. Warum? Was soll damit erreicht werden?
Das alles erinnern doch sehr an die „Perception Management“ Kampagnen, die dem Vietnamkrieg, dem ersten Golfkrieg oder der Invasion des Irak vorausgingen. „Perception Management“ und „Strategic Communication“, andere Wörter für Kriegspropaganda gehören zum Werkzeugkasten aller Streitkräfte und Geheimdienste.
Warum gehören sie auch zum Werkzeugkasten der deutschen Mainstreammedien?
Damit steht zwei Fragen im Raum:
1. Warum machen die deutschen Medien als willige Helfer bei der Eskalation mit und verschweigen die Wahrheit, die deeskalierend wirken würde?
2. Welche Rolle spielen das deutsche Verteidigungsministerium und die Bundeswehr? Nehmen sie an Operationen der psychologischen Kriegsführung teil, die die Spannungen mit Russland verschärfen und letztlich die Kriegsgefahr in Europa erhöhen?
Da die deutschen Medien zurzeit flächendeckend versagen und eine Desinformations-Querfront gebildet haben, übernimmt jetzt KenFM mit diesem Gespräch zwischen Ken Jebsen und Dirk Pohlmann kommissarisch die Grundversorgung der Bevölkerung mit wahrheitsgemäßer Information zum Thema „Schwedische U-Boot-Affäre reloaded“
Bitte beachten: Mehr als 8 Milliarden GEZ-Gebühren bekommen ARD und ZDF für ihre Propagandatätigkeit und Kriegsvorbereitung.
Die journalistische Arbeit erledigen wir. Mit Bordmitteln.
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dazu auch:
- Projekt 613, Die Strandung von S-363 (Wikipedia)
- Tiefer Staat (Post, 06.01.2019)
- 1981: Pupsende Heringe und Whiskey on the rocks auf Schwedisch (Georg Klietz, Nordbayern, 22.10.2011)



„Nun, natürlich, das Volk will keinen Krieg. Warum sollte auch irgendein armer Landarbeiter im Krieg sein Leben aufs Spiel setzen wollen, wenn das Beste ist, was er dabei herausholen kann, daß er mit heilen Knochen zurückkommt? Natürlich, das einfache Volk will keinen Krieg; weder in Rußland, noch in England, noch in Amerika, und ebenso wenig in Deutschland. Das ist klar.
Aber schließlich sind es die Führer eines Landes, die die Politik bestimmen, und es ist immer leicht, das Volk zum Mitmachen zu bringen, ob es sich nun um eine Demokratie, eine faschistische Diktatur, um ein Parlament oder eine kommunistische Diktatur handelt. […]
Das Volk kann mit oder ohne Stimmrecht immer dazu gebracht werden, den Befehlen der Führer zu folgen. Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land.“ 
[Hermann Göring, 18. April 1946, Nürnberg, abends in seiner Zelle, „achselzuckend“
(vgl. G.M. Gilbert, „Nürnberger Tagebuch“, Fischer Frankfurt a. M., 1962, S. 270)
(Gilbert war ehemaliger Gerichts-Psychologe beim Nürnberger Prozess gegen Hauptkriegsverbrecher) 

Zitat gefunden in: Hermann Göring: Natürlich will das Volk keinen Krieg, ABER …, Wissensspeicher, orbit9]


Der Krieg ist ein besseres Geschäft als der Friede.
Ich habe noch niemanden gekannt,
der sich zur Stillung seiner Geldgier
auf Erhaltung und Förderung des Friedens geworfen hätte.
Die beutegierige Canaille
hat von eh und je auf Krieg spekuliert.
(Carl von Ossietzky, 1882 - 1945, in der Weltbühne vom 8. Dezember 1931;
gefunden bei ossietzky.net)



Fazit:
Die USA haben 
- beim Tonkin-Zwischenfall gelogen (1964, Vietnamkrieg),
- beim Zweiten Golfkrieg gelogen (1990, Brutkastenlüge),
- beim Dritten Golfkrieg (Irakkrieg, 1993) gelogen (Massenvernichtungswaffen)
und 
- sie lügen aktuell beim Syrienkrieg (»Schlächter Assad wirft Giftgas-Bomben auf sein eigenes Volk«)

Großereignissen wie 9/11 fällt dabei eine ähnliche Funktion zu wie dem Reichstagsbrand 1933 (=> Reichstagsbrandverordnung; USA: PATRIOT Act)

Die Medien in ihrer Aufgeregtheits-Bereitschaft werden benutzt, um das Volk kriegswillig zu machen,
Medien: intellektuelle Korruption in Konfliktzeiten (Post, 06.02.2016)
und die Journalisten fügen sich!
Willy Wimmer: »Es gibt ein NATO-Netzwerk in den deutschen Medien« (Post, 23.01.2016)
Rehabilitationsversuch in der »Welt«: Warum Bush jr. mit seinem Irak-Feldzug richtig lag (Post, 20.12.2015)
Beispiel Kosovo-Krieg: Anteil der Medien an der Vorbereitung, Begleitung und Auswertung der NATO-Angriffe (Post, 25.03.2015)
Wimmer: Für USA geht Macht vor Recht (Post, 28.11.2014)

Die Aufgabe von uns Lämmern besteht darin, sich (über die Leitmedien hinaus!) kundig zu machen:
Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 16.07.2016)
Realität ist, was wir glauben wollen oder Hirnströme von Friseurpuppen (Post, 29.08.2013)
- Medien (wird ständig aktualisiert!)
kritisch zu prüfen:
Die »zuverlässigen Quellen« des Mainstreams (Post, 12.05.2018)
Das Skripal-Labyrinth (Post, 20.10.2018)
Die Lügen der „Weißhelme“ (Post, 14.11.2017)
und vor allem SELBST zu DENKEN!
- Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? (Wikipedia)
Britische Seltsamkeiten im postfaktischen Zeitalter – Die Skripals und ihr Dach (Post, 09.01.2019)
Wir geben ihnen Macht 1 (Post, 14.03.2013)


Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin,
weder von der Macht der anderen, noch
von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen.
Es gibt kein richtiges Leben im falschen.
[Theodor W. Adorno, Minima Moralia, 1951]